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Schreibende Superfrauen in Deutschland

Biographien berühmter Schriftstellerinnen

Fachbuch 2014 93 Seiten

Literaturwissenschaft - Allgemeines

Leseprobe

Vorwort

Schreibende Superfrauen aus Deutschland

Insgesamt 15 berühmte Schriftstellerinnen stehen im Mittelpunkt des Taschenbuches „Schreibende Superfrauen aus Deutschland“.

In Wort und Bild vorgestellt werden in alphabetischer Reihenfolge die Autorinnen Bettina von Arnim, Christine Brückner, Carmen Sylva, Hedwig Courths-Mahler, Utta Danella, Anne Frank, Anna Luise Karsch, Sophie La Roche, Sandra Paretti, Nelly Sachs, Caroline von Schlegel, Anna Seghers, Else Ury, Wilhelmine Markgräfin von Bay- reuth und Anna Wimschneider. Dabei handelt es sich um Schrift- stellerinnen mit sehr unterschiedlicher Herkunft von der dichtenden Kuhmagd bis zur königlichen Dichterin. Manche von ihnen sind heute noch in aller Munde, andere wurden zeitweise vergessen. Die Kurzbiographien der „schreibenden Superfrauen“ stammen aus der Feder des Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst. Zu dessen Spezialitäten gehören Biographien berühmter Frauen aus den The- menbereichen Geschichte, Religion, Politik, Wirtschaft, Luftfahrt, Wissenschaft, Medizin, Film, Theater, Literatur, Malerei, Fotografie, Musik, Tanz, Feminismus, Sport, Mode, Kosmetik, Mode, Medien und Astrologie. Nicht zuletzt ist Probst durch Werke über Paläonto- logie, Zoologie, Kryptozoologie und Archäologie bekannt geworden.

Bettina von Arnim

Die große Frau der jüngeren Romantik

Als bedeutendste deutsche Frauengestalt der jüngeren Romantik gilt Bettina von Arnim (1785-1859), eigentlich Catarina

Elisabeth Ludovica Magdalena von Arnim, geborene Brentano. Mit viel Phantasie dichtete sie Originalbriefe um und schrieb engagiert über soziale und frauenrechtliche Probleme ihrer Zeit. Der deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), den sie anhimmelte, verschmähte ihre Liebe.

Bettina Brentano wurde am 4. April 1785 in Frankfurt am Main als Tochter des aus Italien stammenden Kaufmanns Peter Anton Brentano (1735-1797) und seiner Frau Maximiliane (1756-1793) geboren. Sie war das 13. Kind ihres Vaters und das siebte aus dessen zweiter Ehe mit Maximiliane. Früh verlor Bettina beide Elternteile: Sie war erst acht Jahre alt, als die Mutter starb und zwölf, als man auch den Vater begrub.

Nach dem Tod der Mutter wurde Bettina zusammen mit vier Schwestern ab 1794 im Pensionat des Ursulinenklosters in Fritzlar erzogen. Mit zwölf Jahren kam sie 1797 zu ihrer Großmutter, der Schriftstellerin Sophie von La Roche (1731-1807), nach Offenbach, wo sie fünf Jahre lang lebte. Erst damals lernte sie ihren sieben Jahre älteren Bruder Clemens (1778-1842) kennen.

Bei ihrem Schwager, dem Juristen Friedrich Karl von Savigny (1779-1861), begegnete die 14-jährige Bettina Brentano 1799 erstmals der 19-jährigen Dichterin Karoline von Günderode (1780- 1806). Zwischen beiden jungen Frauen entwickelte sich eine romantische Freundschaft, die wegen der Intensität der Gefühle und des geistigen Austausches in zahlreichen Briefen in die Literaturge- schichte einging.

Ab 1802 lebte Bettina Brentano überwiegend in Frankfurt am Main und erhielt dort unter anderem Privatunterricht in Kompositionslehre und im Zeichnen. In jenem Jahr sah Bettina erstmals dem Dichter Achim von Arnim (1781-1831), als dieser ihren Bruder, den Poeten Clemens Brentano, besuchte. 1806 lernte sie Katharina Elisabeth Goethe (1731-1808), genannt „Frau Aja“, die Mutter des Dichters Johann Wolfgang von Goethe, kennen. Jene gestand ihr, sie habe sich als Mädchen in Kaiser Karl VII. (1697-1745) verliebt, der zu seiner Krönung nach Frankfurt am Main gekommen war.

1807 zerbrach die Freundschaft zwischen Bettina und Karoline von Günderode. Ursache dafür war, dass sich Bettina und der Geliebte von Karoline, der Heidelberger Philologe und Mythenforscher Georg Friedrich Creuzer (1771-1858), nicht ausstehen konnten. Später wurde Karoline durch ihre unglückliche Liebe zum Selbstmord getrieben: Sie stürzte sich in Winkel (Rheingau) in den Rhein.

Die 22-jährige Bettina traf 1807 in Weimar erstmals den 57 Jahre alten Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe, mit dem sie bereits Briefe gewechselt hatte. Sie verliebte sich in ihn, obwohl der deutsche Dichterfürst gerade Christine Vulpius (1765-1816) geheiratet hatte. 1808 und 1809 lebte Bettina Brentano in München, wo man sie dem bayerischen Kronprinzen Ludwig I. (1786-1868) vorstellte, dessen Gedichte ihr „ungehobelt, aber voll Feuer“ erschienen. Ludwig I. war von 1825 bis 1848 König von Bayern. Nach ihrem Aufenthalt in München wohnte Bettina in Landshut, Wien und Berlin.

Bettina Brentano vergötterte weiterhin Johann Wolfgang von Goethe, besuchte ihn 1810 und 1811, doch dieser erwiderte ihre Gefühle nicht.

Bei einem Streit beschimpfte Bettina die Frau Goethes als „wahn- sinnige Blutwurst“ und erhielt daraufhin Hausverbot. 1811 heiratete Bettina Brentano den Dichter Achim von Arnim. dem sie im Laufe ihrer Ehe sieben Kinder gebar. Nach ihrer Heirat lebte sie mit ihrem Mann bis 1817 auf dessen märkischem Gut in Wiepersdorf bei Jüterbog (Brandenburg), später meistens getrennt von ihrem Gatten bis zu dessen Ableben 1831 in Berlin. Zum Missfallen ihrer Frankfurter Verwandten wurde Bettina nach dem Tod ihres Ehegatten literarisch aktiv. Ihre Briefsammlungen, die sie mit eigenwilliger Phantasie umdichtete, spiegeln ihre ent- husiastische Liebe zu Goethe, der Schriftstellerin Karoline von Günderode und zu ihrem Bruder Clemens Brentano wider. Als eines ihrer bekanntesten Werke gilt „Goethes Briefwechsel mit einem Kinde“ (1835). Bei dessen Erscheinen war das „Kind“ Bettina bereits 50 Jahre alt.

Die durch das Goethe-Buch schnell berühmt gewordene Bettina von Arnim setzte sich für die Wiedereinstellung der 1837 in Göttingen entlassenen Brüder Jakob Grimm (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859) ein. Die Brüder Grimm gehörten zu sieben Göttinger Professoren („Göttinger Sieben“), die gegen die Aufhebung des Staatsgrundgesetzes des Königsreichs Hannover von 1833 durch König Ernst August (1771-1851) protestierten und daraufhin des Amtes enthoben wurden. Bettina erreichte, dass der preußische König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) die Brüder Grimm 1840 - unmittelbar nach seiner Inthronisation - nach Berlin rief. In jenem Jahr erschien auch Bettinas Werk „Die Günderode“ (1840).

1842 soll sich Bettina von Arnim mit dem deutschen Philosophen und Politiker Karl Marx (1818-1883) getroffen haben. Einerseits stand sie den Ideen der Frühsozialisten zwar nahe, andererseits aber hielt sie an der Idee eines „Volkskönigs“ fest.

Die fiktiven Gespräche zwischen der Mutter Goethes und der Mutter des Königs, die Bettina von Arnim in dem Buch „Dies Buch gehört dem König“ (1843) herausgab, enthalten viele sozialkritische Ansätze.

Darin geißelte sie die unmöglichen Sozial- und Wohnungsverhältnisse in der werdenden Fabrikstadt Berlin. Das Werk wurde in Bayern, eine verkürzte Fassung auch in Preußen, verboten.

1844 kündigte Bettina in Zeitungen die Veröffentlichung ihres Werkes über die Lage der Armen an. Doch dazu kam es nicht, als der Weberaufstand in Schlesien ausbrach. Sie ließ den Druck stoppen, weil sie befürchtete, als Verschwörerin verurteilt zu werden. Bettina von Arnim kannte auch die Not der Weberinnen im Vogtland (Sachsen). Darüber schrieb sie im Juni 1844 dem Naturforscher und Geographen Alexander von Humboldt (1769-1859): „Die Frucht verkam vor Mangel an Nahrung im Mutterleib, die Kinder wurden als Skelette geboren!“. 1844 kam auch der Band „Clemens Brentanos Frühlingskranz auf Jugendbriefen ihm geflochten, wie er selbst schriftlich verlangte“ heraus.

Die Ereignisse des Revolutionsjahres 1848 erlebte Bettina von Arnim in Berlin. Anonym veröffentlichte sie damals eine Polen-Denkschrift unter dem Titel „An die aufgelöste Preußische National-Ver- sammlung“. Vier Jahre später folgte ihr Märchenbuch „Das Leben der Hochgräfin Gritta von Rattenzuhausbeiuns“ (1852). Am 20. Januar 1859 starb Bettina von Arnim im Alter von 73 Jahren in Berlin. Im Gegensatz zu ihr gilt Karoline Schlegel (1763-1809) als bedeutendste deutsche Frauengestalt der älteren Romantik. Ihr war Bettina an Genialität und Ursprünglichkeit verwandt, an Reichtum und Beweglichkeit der poetischen Phantasie jedoch überlegen.

Christine Brückner

Die „Enkelin von Theodor Fontane“

Zu den erfolgreichsten deutschen Autorinnen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörte die Schriftstellerin Christine

Brückner (1921-1996), geborene Christa Emde. Ihre Bücher erreichten in Deutschland eine Gesamtauflage von mehreren Millionen Exemplaren und wurden in 17 Sprachen übersetzt. Kritiker verglichen sie mit dem berühmten deutschen Dichter Theodor Fontane (1819- 1898) und nannten sie seine Enkelin.

Christa Emde wurde am 10. Dezember 1921 als Tochter des evan- gelischen Pfarrers Carl Emde und seiner Ehefrau Clotilde in Schmil- linghausen/Waldeck bei Arolsen (Hessen) geboren. Ihre ältere Schwester hieß Ursula. In ihrem Geburtsort verbrachte Christine ihre Kindheit im Pfarrhaus. Als Pfarrerskind sammelte sie Spenden und besuchte Kranke. In Arolsen ging sie auf das Gymnasium.

Der Vater wurde zu Beginn des Nationalsozialismus gezwungen, sein Amt als Pfarrer niederzulegen, weil er der Bekennenden Kirche angehörte und die Ideologie der „Nazis“ verweigerte. Aufgrund seiner Zwangspensionierung zog die Familie 1934 nach Kassel, wo Christine ihre Mittlere Reife absolvierte.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1939 hat man Christine fünf Jahre lang dienstverpflichtet. Unter anderem arbeitete sie in einem Generalkommando in Kassel und in einem Flugzeugwerk in Halle/Saale. Nebenbei holte sie 1941 das Abitur nach. 1945 legte Christa Emde in Stuttgart ihr Examen als Diplombib- liothekarin ab. In Marburg an der Lahn schloss sie ihr Studium in Kunstgeschichte, Germanistik und Psychologie ab. 1946/1947 leitete sie die „Mensa academica“ der Universität Marburg. Von 1947 bis 1950 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstinstitut Marburg.

1948 heiratete Christa Emde den Keramikkünstler Werner Brückner (1920-1977). Mit ihm führte sie ein wechselhaftes Leben mit vielen Umzügen, Reisen und sprunghaften Autorentätigkeiten. Die erste Ehe dauerte zehn Jahre bis 1958.

Anfang der 1950-er Jahre arbeitete Christine Brückner als Re- dakteurin der Zeitschrift „Frauenwelt“ in Nürnberg (Bayern). 1953 beteiligte sie sich anonym an einem Romanwettbewerb des Bertels- mann-Verlages. Den ersten Preis gewann im Mai 1953 ihr Manuskript, in dem ein 50-jähriger Sparkassendirektor berichtet, wie er mit seinem Auto eine junge, schöne Frau überfahren und getötet hat und den Spuren nachgeht, die diese geheimnisvolle Tote hinterlassen hat. Verleger und Cheflektor machten die Adresse der Gewinnerin des Wettbewerbs ausfindig und überreichten ihr einen Strauß Blumen aus Tulpen und Narzissen. Nachdem Christine Brückner den Strauß erhalten hatte, sollte sie für die Zeitung den Titel ihres Buches sagen, doch sie wusste ihn vor lauter Aufregung nicht mehr. Deswegen muss- te rasch ein anderer Titel gefunden werden. Von da ab hieß ihr Werk „Ehe die Spuren verwehen“. Mit diesem Erstlingswerk, von dem man bereits im ersten Jahr 376.000 Exemplare verkaufte und das in mehrere Sprachen übersetzt wurde, begann die Karriere von Christine Brückner als Schriftstellerin. Fortan arbeitete sie als freischaffende Autorin.

1960 ließ sich die inzwischen geschiedene Christine Brückner in Kassel nieder, wo sie 1967 den Schriftsteller, Lektor, Dramaturgen und Maler Otto Heinrich Kühner (1921-1998) heiratete, mit dem sie mehrere Werke verfasste. Im Schwarzwald erlitt sie 1972 zusammen mit ihrem zweiten Mann einen folgenschweren Autounfall, den beide knapp überlebten. Zusammen mit ihrem Gatten gründete sie 1984 die „Stiftung Brückner-Kühner“, die seit 1985 den „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“ vergibt.

Lange Zeit stempelte man Christine Brückner als Unterhaltungsschriftstellerin ab. Ihre Poenichen-Romanfolge mit „Jauche und Levkojen“ (1975), „Nirgendwo ist Poenichen“ (1977) und „Die Quints“ (1985) über die aus einem pommerschen Adelsgeschlecht stammende Familie „Quindt“ wurden in der zeitgenössischen Literatur zu den populärsten Büchern gerechnet. Kritiker lobten ihren deutlich an Fontane geschulten Stil.

Heldin der drei Poenichen-Romane ist die Landadlige Maximiliane von Quindt, die mit Resolutheit und Selbstvertrauen alle Wirren des Nachkriegsdaseins bewältigt. Bei einer Reise zur pommerschen Stätte ihrer Kindheit muss sie einsehen, dass jenes Poenichen, wie es in ihr selbst Gestalt angenommen hatte, nicht tatsächlich auffindbar war. Auf großes Interesse stieß auch Christine Brückners „Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“ (1983). Darin kamen in fiktiven Monologen Frauen aus Geschichte, Literatur und Gegenwart zu Wort. Nach der Uraufführung der „Ungehaltenen Reden“ wurden diese auf deutschsprachigen Bühnen in mehr als 100 Inszenierungen gezeigt und in 15 Ländern aufgeführt.

Christine Brückner schrieb auch Erzählungen, Dramen, Hörspiele, Gedichte und Kinderbücher und gab Anthologien heraus. Die Grundthematik ihrer Erzählungen und Romane war in einem traditionsgebundenen ethisch-moralischen Wertesystem und im christlichen Glauben verwurzelt. Sie beklagte die Trennung zwischen Unterhaltungs- und „seriöser“ Literatur in Deutschland und sah sich als „Analytikerin der heutigen Frau“, betrachtete jedoch die Frauenbewegung als zu einseitig.

Von 1980 bis 1984 fungierte Christine Brückner als Vizepräsidentin des „Poets, Essayists, Novelists Clubs“ (PEN-Club) und setzte sich für „Writers in Prison“ (gefangene Schriftsteller) vor allem in der „Dritten Welt“ ein. 1987 wurde sie zur Ehrenbürgerin von Kassel ernannt. 1991 ehrte man sie mit dem „Bundesverdienstkreuz 1. Klasse“. Nach Texten von ihr komponierte Siegfried Matthus die Oper „Desdemona und ihre Schwestern“, die 1992 bei den „Schwetzinger Festspielen“ uraufgeführt wurde.

Zehn Wochen nach ihrem zweiten Ehemann und wenige Tage nach ihrem 75. Geburtstag starb Christine Brückner am 21. Dezember 1996 in Kassel an Krebs. Wie ihr Gatte hatte auch sie an einem Gehirntumor gelitten. Von dieser unheilbaren Krankheit hatte sie fast zur gleichen Zeit erfahren, als ihr Mann nach einer Operation verschied. Das Schriftstellerpaar liegt in Christine Brückners Geburtsort in Schmil- linghausen begraben.

Das unverändert gebliebene Wohnhaus des Schriftstellerpaares in Kassel beherbergt heute den Sitz der „Stiftung Brückner/Kühner“ sowie ein kleines Museum. Die Stiftung dient als Zentrum für komische Literatur, avancierte Dichtkunst und als Ort der Erinnerung an Christine Brückner und ihren Ehemann.

Carmen Sylva

Die „königliche Dichterin“

Berühmt als Schriftstellerin, Dichterin, Übersetzerin, Förderin der Literatur und Musik sowie als Landesmutter wurde die aus

Deutschland stammende Königin Elisabeth von Rumänien (1843- 1916), geborene Elisabeth Prinzessin zu Wied. Besser bekannt ist sie unter ihrem Pseudonym „Carmen Sylva“, unter dem sie viele ihrer literarischen Werke veröffentlichte. Als Königin erwarb sie sich einen guten Ruf als resolute, fortschrittlich denkende und tatkräftige „Mama Regina“ („Mutter Königin“) von Rumänien.

Elisabeth Prinzessin zu Wied kam am 29. Dezember 1843 als erstes von drei Kindern des Fürsten Hermann zu Wied (1814-1864) und seiner Frau Marie Prinzessin von Nassau (1825-1902) auf Schloss Monrepos bei Neuwied zur Welt. Sie hatte zwei jüngere Brüder, den Prinzen Wilhelm (1845-1907) und den Prinzen Otto (1850-1862), der bereits in jungen Jahren starb.

Von 1850 bis 1853 hielt sich die fürstliche Familie wegen einer Operation des mit einem inneren Leiden geborenen Prinzen Otto und wegen der Behandlung eines nervösen Leidens mit Lähmungs- erscheinungen von Fürstin Marie in Bonn in dem ehemaligen kurfürstlichen Schlösschen „Vinea Domini“ auf. Beide Patienten wurden damals jedoch nicht geheilt. Deswegen ließ sich Fürstin Marie 1854 in Paris mehrere Monate lang behandeln, worauf sich ein medizinischer Erfolg einstellte.

1861 folgte Prinzessin Elisabeth einer Einladung an den preußischen Königshof nach Berlin für sechs Wochen zu ihrer Patentante, der verwitweten Königin Elisabeth (1801-1873). Damals begegnete die 16-Jährige erstmals ihrem späteren Schwiegervater Karl Anton Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen (1811-1885) und ihrem Ehemann in spe, Karl von Hohenzollern-Sigmaringen (1839-1914).

Die fürstliche Familie reiste 1862 nach Baden-Baden, wo Prinzessin Elisabeth in die vornehme Gesellschaft eingeführt wurde. Mit 19 Jahren erlebte sie 1863 ihren ersten Ball am GroßherzoglichBadischen Hof in Baden Baden. Danach unternahm sie Reisen in die Schweiz, nach Russland, Süditalien, in die Tschechoslowakei, Frankreich und Schweden.

1866 wurde Karl von Hohenzollern-Sigmaringen mit Zustimmung des französischen Kaisers Napoléon III. (1809-1873) zum Fürsten von Rumänien gewählt. Am 12. Oktober 1869 verlobten sich Prinzessin Elisabeth und Fürst Karl von Rumänien in Köln. Dieses familiäre Ereignis feierte man in Schloss Monrepos bei Neuwied. Die Hochzeit nach katholischem und evangelischem Ritus fand am 15. November 1869 im Schloss Neuwied statt. Nach der Ankunft in der rumänischen Hauptstadt Bukarest wurde das Paar auf dem Metropolitenhügel in griechisch-orthodoxem Ritus getraut. Bereits 1870 brachte Elisabeth die Tochter Marie zur Welt. 1871 gründete sie in Rumänien den ersten Armenverein und eine Gesellschaft zur Übersetzung von Kinderbüchern.

1874 starb Elisabeths vierjährige Tochter Marie an den Folgen von Diphterie und Scharlach. 1876 erschienen die ersten von Elisabeth aus dem Rumänischen ins Deutsche übersetzten Gedichte. Dabei verwendete sie das Pseudonym „E. Wedi“ - ein Anagramm von Wied. Ab 1876 setzte auch ihre eigene Musiziertätigkeit und die Beschäftigung mit alten rumänischen Chroniken und Legenden ein.

Während des russisch-türkischen Krieges von 1877/1878, in dem Rumänien seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erkämpfte, pflegte Fürstin Elisabeth verwundete Soldaten, was ihr den Ehrennamen „Engel der Verwundeten“ eintrug. 1879 veröffentlichte sie unter dem Pseudonym „F. de Laroc“ - ein Anagramm von „Femme de Carol“ - eigene Gedichte. 1880 verwendete sie bei der Veröffentlichung der ins Deutsche übersetzten „Rumänischen Dichtungen“ erstmals das Pseudonym „Carmen Sylva“.

Nach der Erhebung Rumäniens zum Königreich erfolgte am 26. März 1881 die Königskrönung von Fürst Karl, der fortan Karl I. (Carol I.) hieß, und von Fürstin Elisabeth. Dem König überreichte man eine Krone aus Kanonenstahl, der Königin eine aus Gold. Die junge Königin engagierte sich verstärkt auf sozialem, päda- gogischen und kulturellem Gebiet. Unter anderem gründete sie Schulen wie die Stickereischule „Scoala Elisabeta“, die Klinik „Elisabeta Doamna“, Frauenvereine zur Betreuung sozialer Gebiete und förderte das heimische Kunsthandwerk (Sticken und Weben). 1882 begann die künstlerische Zusammenarbeit von Königin Elisabeth mit der in Bukarest lebenden deutschen Autorin und Frau eines Arztes, Mite Kremnitz (1852-1916), unter dem Pseudonym „Dito und Idem“. Ab 1886 diente der von seinem kinderlosen Onkel Carol I. als Thronerbe vorgesehene Ferdinand von Hohenzollern (1865-1927) in einem rumänisches Regiment.

Von 1891 bis 1894 hielt sich Königin Elisabeth wegen einer Staatsaffäre im Zusammenhang mit der vorgesehenen Thronfolge von Ferdinand von Hohenzollern im Ausland und in Neuwied auf. Im Oktober 1894 kehrte sie nach Rumänien zurück, wo sie in Bukarest triumphal empfangen wurde und ihre silberne Hochzeit feierte. Ab 1898 förderte sie den jungen rumänischen Musiker George Enescu (1881-1955), der als Geiger und Komponist eine Weltkarriere machte. 1906 gründete Elisabeth das erste Haus der Blindenkolonie „Vatra Luminoasa“ („leuchtender Herd“) in Bukarest und setzte sich für die Esperanto-Bewegung in Rumänien als Mittel zur Völkerverständigung ein. Ab 1907 förderte sie die Maulbeerbaum- und Seidenraupenzucht zur Verbreitung der Seidenweberei in Rumänien. Nachhaltig setzte sie sich auch für die frühe Frauenbewegung und die Friedens- bewegung von Bertha von Suttner (1843-1914) ein. Ab 1911 litt Königin Elisabeth zunehmend am Grauen Star und er- blindete allmählich. Anlässlich ihres 70. Geburtstags wurden ihr 1913 große Ehrungen zuteil. 1914 operierte man erfolgreich ihren Grauen Star. Nach dem Tod ihres Gatten Carol I. folgten 1914 König Ferdi- nand I. und Königin Maria V. von Sachsen-Coburg auf den Thron. Zu den besten Kennerinnen des Lebens und Werkes Königin Elisabeths von Rumänien gehört die Neuwieder Autorin Dr. Hildegard Emilie Schmidt. Das von ihr zusammengestellte Verzeichnis der schriftstellerischen Werke von Carmen Sylva umfasst mehr als 50 Titel. Darunter befinden sich Versdichtungen, Aphorismen, Märchen, Erzählungen, Novellen, Librettos, Romane, geistliche Texte, Dramen, Übersetzungen und Lebenserinnerungen.

Als Carmen Sylvas Hauptwerke nennt das Brockhaus-Lexikon die Titel „Aus zwei Welten“ (1886), „Astra“ (1886), „Defizit“ (1816), „Mein Penatenwinkel“ (1908), „Geflüsterte Worte“ (vier Bände, 1903-1910) und „Briefe einer einsamen Königin“ (1916). Nach neuesten Erkenntnissen erscheinen jedoch die aus dem rumänischen Legendenschatz schöpfenden Werke wie „Die Pelesch-Märchen“ (Aus Carmen Sylvas Königreich I, 1882), „Durch die Jahrhunderte“ (Aus Carmen Sylvas Königreich II, 1885) und das Drama „Meister Manole“ (1892) sowie die Novellen mit Themen aus dem rumänischen Leben interessanter und in der literarischen Form eigenständiger.

Königin Elisabeth starb am 2. März 1916 im Alter von 72 Jahren in Bukarest. Ihre Beisetzung erfolgte an der Seite ihre Gemahls in der Gruft der Klosterkirche „Curtea de Arges“. In mindestens 14 Biographien in verschiedenen Sprachen wurde seit 1882 ihr Leben dargestellt, allein drei Werkmonographien (1983, 1991, 1998) stammen aus der Feder von Frau Dr. Schmidt.

In Carmen Sylvas Geburtsort Neuwied tragen ein Schiff und ein Park den Namen der Königin. 1993 wurde ihr im Neuwieder Carmen SylvaPark ein Denkmal gesetzt. Ihr Bild hängt im Rathaussaal und in verschiedenen Gebäuden in Neuwied. Ihre Nachfahren bewohnen noch heute das Schloss zu Neuwied. Zwei Denkmäler, die Elisabeth und Carol I. zeigen, befinden sich seit 1991 auch im Park des Sommerschlosses Pelesch in Sinaia in den Karpaten.

Hedwig Courths-Mahler

Die „Meisterin des Happy-End“

Deutschlands erfolgreichste Autorin von Unterhaltungsromanen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Schriftstellerin

Hedwig Courths-Mahler (1867-1950), geborene Ernestine Friederike Elisabeth Mahler. Sie schrieb 208 Bücher - wie „Die Bettelprinzeß“ (1914), „Griseldis“ (1917) und „Dein ist mein Herz“ (1920). Ihre Werke wurden in ein Dutzend Sprachen übersetzt, erreichten eine Gesamtauflage von etwa 36 Millionen Exemplaren und dienten oft als Stoff für Kinofilme.

Ernestine Friederike Elisabeth Mahler erblickte am 18. Februar 1867 in Nebra/Unstrut (Sachsen-Anhalt) als uneheliches Kind das Licht der Welt. Ihr Vater, der Saaleschiffer Ernst Schmidt, starb 1866 im Preußisch-österreichischen Krieg an der Cholera, bevor er heiraten konnte und seine Tochter geboren wurde. Ihre Mutter heiratete wenig später wieder, aber der junge Ehemann fiel im Deutsch-französischen Krieg von 1870/1871.

Die verwitwete Mutter arbeitete in Weißenfels als Krankenhausköchin und gab ihre sechs Wochen alte Tochter Ernestine zu fremden Leuten in Pflege. Dort wurde das Kind verprügelt, gequält und vernachlässigt, bis sich die Flickschuster-Eheleute Birkner in Weißenfels seiner erbarmten und es aufzogen.

Beim Besuch eines Wanderzirkus faszinierte eine Reiterin namens „Hedwig, die Zigeunerbraut“ Ernestine so sehr, dass sie sich fortan „Hedwig“ nannte. Sie besuchte die Bürgerschule, interessierte sich sehr für das Theater und las gerne die Romane der Schriftstellerinnen Eugenie Marlitt (1825-1887), eigentlich Eugenie John, und Wilhelmine Heimburg (1850-1912), eigentlich Berta Behrens, in der Familienzeitschrift „Gartenlaube“.

Unter dem Vorwand, ihre Tochter sei nicht gesund, nahm die leibliche Mutter, die in Leipzig Zimmer vermietete, die Zwölfjährige von der Schule, damit sie im Haushalt helfen konnte. Mit 14 Jahren arbeitete Hedwig als Hausmädchen bei der Leipziger Patrizierfamilie Rum- schedel, bei der sie - laut Legende - der alten Mutter ihres Dienstherrn vorlas.

Danach verdiente Hedwig Mahler zunächst im Exportgeschäft Mey & Edlich und später als Verkäuferin von Seidenbändern bei Roßmäßler unter den Arkaden des alten Leipziger Rathauses ihren Lebensunterhalt. Damals schmökerte sie viel in Büchern, die sie aus einer Leihbibliothek holte und schrieb nachts selbst Geschichten, die alle tragisch ausgingen.

Im Alter von 17 Jahren versuchte sich Hedwig Mahler erstmals selbst als Schriftstellerin. Nach Feierabend schrieb sie nachts im Schein einer Kerze heimlich Erzählungen, die sie an Redaktionen abschickte und die anfangs rasch wieder zusammen mit einer Absage zu- rückkamen. Doch sie ließ sich durch die anfänglichen Misserfolge nicht entmutigen und wurde eines Tages für ihre Beharrlichkeit belohnt, als die „Leipziger Tageszeitung“ eines ihrer Werke veröf- fentlichte.

Hedwig verlobte sich mit dem Maler Fritz Courths (1863-1936), der in einem Tapetengeschäft Muster für Tapeten und Teppiche entwarf und zu diesem Zeitpunkt noch zu wenig verdiente, um heiraten und eine Familie ernähren zu können. Während der Verlobungszeit verfasste Hedwig die Novelle „Die Verlassene“, deren Heldin an Liebeskummer zugrunde ging.

Im Januar 1889 trat Fritz Courths eine Stelle als Lehrer an der Dekorationsmalerschule in Halle/Saale an und konnte nun eine Heirat wagen. Bald nach der Hochzeit 1889 verkauften beide ihren Hausstand, weil sie in Krakau (Polen) eine neue Existenz aufbauen wollten. Als dieses Vorhaben scheiterte, ging das mittellose Ehepaar nach Leipzig, bezog unweit der Musikhochschule eine Wohnung und vermietete Zimmer an Studenten. Im Oktober 1889 kam die Tochter Margarete und im April 1891 die Tochter Friede zur Welt.

Die finanzielle Lage der Familie besserte sich, als Fritz Courths in einer Möbelfabrik Arbeit fand. Er schloss mit einer Firma in Chemnitz einen Vertrag über eine langjährige Zusammenarbeit und errang als künstlerischer Leiter auf der Pariser Weltausstellung 1904 für seine Firma eine Gold- und selbst eine Silbermedaille.

Trotz ihrer Arbeitsbelastung als Hausfrau und Mutter zweier Kinder schrieb Hedwig Courths-Mahler heimlich weiterhin Romane, die sie jedoch bei keinem Verlag einreichte. Als jedoch der Chefredakteur des „Chemnitzer Tageblatts“, Paul Hermann Hartwig (gestorben 1927), in ihr Haus kam, gab sie ihm ein Manuskript zur Prüfung. Er las den Roman „Licht und Schatten“ noch in derselben Nacht, war davon fasziniert, erwarb ihn für 250 Mark und druckte ihn in Fortsetzungen ab. Danach kaufte eine andere Chemnitzer Zeitung für je 400 Mark zwei weitere Romane.

Für ihren vierten Roman „Scheinehe“ erhielt Hedwig Courths-Mahler von der „Union Deutsche Verlagsgesellschaft“ bereits 2.400 Mark - das war bereits mehr als der Jahresverdienst ihres Mannes. Von da an verfasste sie jährlich drei oder vier Romane. Sie wurde in Chemnitz eine lokale Berühmtheit, in deren Hause Schauspieler, Kritiker und Honoratioren verkehrten.

Ab März 1905 lebte die Familie in Berlin, wohin Fritz Courths von seiner Firma versetzt worden war. Damals schien die große Zeit der Dekorationsmaler vorbei zu sein.

Auch Hedwig Courths-Mahler, die in Berlin niemand kannte, konnte dort schlecht als Autorin Fuß fassen. In ihrer Not schloss sie mit dem Verleger Taendler einen Vertrag, in dem sie sich verpflichtete, ein Jahrzehnt lang jährlich mindestens drei Romane für je 100 Mark zu schreiben. Erst der Tod des Verlegers, der ihre Texte mit großem Profit an andere Verlage und Zeitschriften verkaufte, befreite sie von dieser „Sklavenarbeit“, und sie konnte sogar die Rechte für ihre alten Texte zurückkaufen.

Im Februar 1912 unterzeichnete Hedwig Courths-Mahler einen Vertrag mit dem Friedrich Rothbarth-Verlag in Leipzig über sechs Jahre, der ihr merklich bessere Honorare garantierte und die Abdruckrechte für Zeitschriften und Zeitungen überließ. Nun erhielt sie 350 Mark für die ersten 3.000 Exemplare eines Romans, je 150 Mark für jedes weitere Tausend. Den Durchbruch schaffte sie mit dem Roman „Die wilde Ursula“ (1912).

Zehn Jahre lang lebte die Familie Courths in Karlshorst in einer Mietwohnung im zweiten Stock, ehe sie 1915 in Charlottenburg eine repräsentative Beletage bezog. Durch die Inflation von 1923 verlor die Familie ihr Vermögen von mehr als einer Million Goldmark. Nach diesem finanziellen Desaster wagte Hedwig mit einem Vorschuss ihres Verlegers Rothbarth von nur zehn Mark einen Neuanfang als Autorin. Bereits 1924 lagen bereits wieder zwölf neue Romane von ihr vor. Der Ruhm von Hedwig Courths-Mahler hatte auch Schattenseiten: Es gab neidische, spöttische oder bissige Kommentare in Litera- turzeitschriften und Kabaretts. Der Schriftsteller und Kabarettist Hans Reimann (1889-1969) beispielsweise schrieb ein schmales Bändchen mit dem Titel „Hedwig Courths-Mahler. Schlichte Geschichten fürs deutsche Heim“ (1922). Er prägte auch die wenig schmeichelhaften Bezeichnungen „Kotz-Mahler“ und „Kurz-Malheur“ für die Romanautorin.

Dank ihres Schreibfleißes und zeitweise bis zu 16-stündiger Arbeitstage häufte Hedwig Courths-Mahler bis zu ihrem 70. Ge- burtstag 1937 wieder ein beträchtliches Vermögen an. Zunehmend druckten Zeitungen und Zeitschriften ihre Werke ab, die sie allesamt ohne Schreibmaschine zu Papier brachte. Das Blatt „Die Hausfrau“ mit mehr als 40 Lokalausgaben veröffentlichte im Kulturteil ausschließlich Romane von Hedwig Courths-Mahler. Die Nationalsozialisten legten der erfolgreichen Autorin nahe, sie solle die Figuren ihrer Romane abändern. Doch Hedwig Courths- Mahler weigerte sich, aus den Adligen und Großgrundbesitzern SA- Leute und Parteifunktionäre zu machen und den Negativgestalten in ihren Geschichten eindeutig jüdische Züge zu verleihen. 1932 verließ Hedwig Courths-Mahler das unruhige Berlin, zog an den Tegernsee nach Oberbayern, kaufte dort den „Mutterhof“ gegenüber von Rottach-Egern und lebte hier zurückgezogen mit ihrem Mann, der am 21. April 1936 starb. Danach bewirtschaftete sie mit ihren Töchtern den „Mutterhof“.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 verweigerte man bald die Papierzuteilung für die Bücher von Hedwig Courths-Mahler, weil Unterhaltung nicht als kriegswichtig galt. Ihre Tochter Friede Birkner erhielt 1940 Schreibverbot und kam im April 1942 wegen Vergehens gegen das „Heimtückegesetz“ in das Gefängnis Stadelheim bei München. Bei einem Unfall während der Zwangsarbeit erlitt sie lebensgefährliche Beinverletzungen und musste neun Mal operiert werden. Kurz vor Kriegsende starb 1945 einer von Hedwigs Schwiegersöhnen, der Berliner Musikverleger Anton Bock, im Konzentrationslager (KZ) Saarstedt.

1948 verfasste Hedwig Courths-Mahler ihren letzten Roman „Die Flucht in den Frieden“. Damals reichten die Notizen der 81-Jährigen noch für rund 200 weitere Bücher. Von den Machthabern der Ostzone wurde die Verbreitung ihrer Werke verboten.

Hedwig Courths-Mahler besaß eine charakterliche Eigenschaft, die vielen ihrer Kritiker fehlte: Sie hatte Humor. Einem RundfunkReporter erklärte sie einmal: „Ich bin die berüchtigte Courths-Mahler, und ich habe das Happy-End erfunden“.

Am Sonntag, 26. November 1950, starb Hedwig Courths-Mahler im Alter von 83 Jahren an Herzschwäche. Man fand die Tote friedlich in ihrem Sessel mit einem Buch der Autorin Marlitt in der Hand.

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Details

Seiten
93
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656637578
ISBN (Buch)
9783656637561
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v272448
Note
Schlagworte
schreibende superfrauen deutschland biographien schriftstellerinnen

Autor

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Titel: Schreibende Superfrauen in Deutschland