Lade Inhalt...

Literarische Bewältigung der Katastrophe des Ersten Weltkrieges

Analyse und Interpretation von Edlef Köppens Roman Heeresbericht

Wissenschaftlicher Aufsatz 2012 13 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltsangabe des Romans

3. Analyse der Erzähltechnik

4. Köppens Darstellung des Ersten Weltkrieges
4.1 Adolf Reisiger – Vom Kriegsfreiwilligen zum Pazifisten
4.2 Der Krieg als das Ende aller Dinge
4.3 Kameradschaft
4.4 Der Feind als Mensch

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Erste Weltkrieg als die „Urkatastrophe“ (George F. Kennan) des 20. Jahrhunderts veränderte die deutsche Gesellschaft wie kein Ereignis vor ihm. Nach dem millionenfachen Sterben junger deutscher Soldaten auf den Schlachtfeldern Europas brach das deutsche Kaiserreich zusammen und die bestehende gesellschaftliche Ordnung, die aus starren hierarchischen Schichten bestand, löste sich im Durcheinander von Revolution und Konterrevolution auf. Die deutsche Niederlage beendete darüber hinaus auch die Dominanz des Militärs über die Politik, die das wilhelminische Deutschland kennzeichnete.

Die Auswirkungen des Krieges auf Staat, Gesellschaft und Individuum führten in den folgenden Jahren zu einer intensiven literarischen Aufarbeitung der Ereignisse. Soziologen und Historiker schrieben Abhandlungen über diesen Krieg und versuchten ihn in bestehende Muster und Kategorien einzuordnen und die Teilnehmer und Augenzeugen schrieben ihre Erfahrungen, Entbehrungen und ihr Leiden auf. Prägend für ihre Erfahrungen des Ersten Weltkrieges war der Stellungskrieg an der Westfront. Hier hatte der Krieg den massenhaften gewaltsamen Tod in einer niemals zuvor gekannten Weise nach Europa gebracht. Schlachten, die die Entscheidung bringen sollten, entschieden nichts, sondern mussten immer wieder aufs neue geschlagen werden. „Im Westen nichts Neues“ lautete die lakonische Formel im Lagebericht, die den kompletten Stillstand im Stellungskrieg beschrieb und die zum Titel des wohl berühmtesten Kriegsromans von Erich Maria Remarque wurde. Während Autoren wie Remarque[1], Zweig[2] und Jünger[3] mit ihren Kriegsromanen großen Erfolg hatten, blieb Edlef Köppen dieser Erfolg versagt. Nur etwa 10.000 Exemplare seines 1930 erschienen „Heeresbericht“, in dem er seine eigenen Erlebnisse während des Ersten Weltkrieges verarbeitete, wurden verkauft, bis sein Roman auf den Scheiterhaufen der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen landete und verboten wurde.

Der Name Edlef Köppen ist heutzutage ebenso wie sein Roman Heeresbericht den meisten Menschen unbekannt. Auch in der wissenschaftlichen Forschung ist Köppens Roman bis heute kaum behandelt worden. Hans Harald Müller widmet Köppens „Heeresbericht“ in seinem Buch über die Kriegsromane der Weimarer Republik gerade einmal zwei Sätze.[4] Daher kann sich die vorliegende Arbeit kaum auf vorhergehende Untersuchungen stützen, sondern stellt eine zu großen Teilen eigenständige Analyse und Interpretation des Romans dar.

Einleitend werde ich eine kurze Inhaltsangabe des Romans geben und die Struktur sowie den Aufbau des Romans beschreiben. Anschließend werde ich untersuchen, wie der Erste Weltkrieg von Köppen dargestellt wird. In diesem Zusammenhang werden die Einstellung des Protagonisten zum Krieg, Köppens Darstellung des Krieges, die Darstellung der Kameradschaft und die Darstellung des Gegners analysiert werden. An einzelnen Stellen bietet es sich an, Köppens Roman mit anderen Kriegsromanen aus der Weimarer Republik vergleichen. Als Vergleich bieten sich hier die Romane von Remarque und Ernst Jünger an, da sie die bekanntesten und am stärksten rezipierten Romane zum Ersten Weltkrieg sind.

[...]


[1] Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ erschien erstmals ab dem 10. November 1928 als Fortsetzungsroman in der Vossischen Zeitung.

[2] Arnold Zweigs Roman „Der Streit um den Sergeanten Grischa“ erschien 1927.

[3] Ernst Jüngers Kriegsroman „In Stahlgewittern“ erschien ab 1920 und wurde in den folgenden Jahren in überarbeiteten Versionen immer wieder neu verlegt.

[4] Hans Harald Müller: Der Krieg und die Schriftsteller. Der Kriegsroman der Weimarer Republik. Stuttgart 1986.

Details

Seiten
13
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656644170
ISBN (Buch)
9783656644101
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v272392
Institution / Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
1,2
Schlagworte
literarische bewältigung katastrophe ersten weltkrieges analyse interpretation edlef köppens roman heeresbericht

Autor

Zurück

Titel: Literarische Bewältigung der Katastrophe des Ersten Weltkrieges