Lade Inhalt...

Nachhaltigkeit. Ökologische und soziale Werte im Management

Hausarbeit 2013 23 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffe und Definitionen
2.1 Nachhaltigkeit und Werte
2.2 Corporate Social Responsibility

3. Die soziale Dimension
3.1. Menschenrechte
3.2. Bürgerliches Engagement
3.3. Umstrukturierungen und Arbeitsplatzsicherheit

4. Die ökologische Dimension
4.1. Ökologische Knappheit und Ökonomische Knappheit
4.2. Das Wirtschaften in Kreisläufen

5. Freiwilligkeit und die ökonomische Dimension

6. Resümee & Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das 2-Ebenen-Kreislaufmodell nach Souren (2003, S.98)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Mehr und mehr rückt die Diskussion um Wirtschaft und Gesellschaft in den Fokus der Öffentlichkeit. Börsenkrisen, Bankenskandale, Managerboni dank Hungerlöhnen in Entwicklungsländern - so die Schlagzeilen.

Dies hat zur Folge, dass sich mehr und mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf die Wirtschaft richtet und der Ruf nach Wandel laut wird. Es solle von dem Prinzip der kurzfristigen Gewinnsteigerung abgewichen und mehr Augenmerk auf die Folgen unternehmerischen Handelns gelegt werden.

Ebenfalls wird der Druck auf die Politik erhöht, die Selbstregulierung des Marktes auszuhebeln und durch Gesetze für Ordnung zu sorgen.

Oftmals wird dabei nicht bedacht, dass die EU oder die USA als staatliche Instanz keine Macht über Unternehmen haben, welche ihren Sitz in asiatischen Ländern haben. Denn dort findet sich der Hauptkritikpunkt an unternehmerischen Handeln. In Ländern, welche nicht über geeignete Gesetze verfügen, um die Ausbeutung von Human- und Umweltressourcen zu verhindern, können Unternehmen frei und dabei häufig schädlich handeln ohne Konsequenzen zu befürchten. So herrscht in vielen Regionen Wasserknappheit, da dieses von der Industrie benötigt wird, wodurch ganze Landstriche austrocknen und Dörfer umsiedeln müssen (Sayer, 2010).

Gerade durch die Medienlandschaft werden solche Missstände zunehmend in den Fokus der Gesellschaft gedrängt, wodurch sich die Erwartungen gegenüber Unternehmen und Politik hin zu nachhaltigerem Wirtschaften verändert. Da Unternehmen die Globalisierung maßgeblich voran treiben, haben sie auch die Verantwortung diese in eine geeignete Richtung zu treiben (Friesl, 2008). Die vorliegende Arbeit soll die Idee der Nachhaltigkeit im Management unter besonderer Berücksichtigung sozialer und ökologischer Werte thematisieren. Dabei sollen Begriffe erläutert und Modelle vorgestellt werden, welche als Ziel eine Verbesserung der genannten Missstände haben. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, ob sich Profitsteigerung und Nachhaltigkeit ausschließen. Es sollen die Fragen geklärt werden, was Nachhaltigkeit und entsprechende Werte überhaupt auszeichnet, in welchen Bereichen Unternehmen Verantwortung übernehmen müssen, wie sie diese übernehmen können und welche Faktoren für den Erfolg von Relevanz sind.

2. Begriffe und Definitionen

2.1. Nachhaltigkeit und Werte

Für den Begriff „Nachhaltigkeit“ existieren unzählige Beschreibungen, welche in ihrer Präzision weiter oder enger gefächert sind.

Eine vielfach benutzte Ausgangsdefinition bietet der Brundtland-Bericht, welcher 1987 von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen verfasst wurde. Dieser setzt Nachhaltigkeit mit einer dauerhaften Entwicklung gleich, welche die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse dadurch nicht mehr befriedigen könnten.

Hierbei ist nicht gemeint, dass ein Streben nach Wohlstand und Bedürfnisbefriedigung auszuschließen sei. Nachhaltig ist dieses Streben jedoch, wenn es außerdem die Befriedigung von Bedürfnissen kommender Generationen ermöglicht (Dubs, 2010).

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ gliedert sich in drei Dimensionen: Sozial, Ökologisch und Ökonomisch. Beispielsweise kann der Erhalt des momentanen Lebensstandards als ökonomisch, der Erhalt der Artenvielfalt als ökologisch und der Ausbau und die Verbreitung von Menschenrechten als sozial gewertet werden. Unklar war zunächst die Gewichtung oder Reihenfolge dieser drei Aspekte. Häufig wurde der Ökologie größere Bedeutung zugesprochen oder als Metasystem mit Ökonomie- und Sozialsystemen als Subsysteme angesehen. Dies beruht auf dem Ursprung des Begriffes Nachhaltigkeit, welcher in der spätmittelalterlichen deutschen Forstwirtschaft liegt und ein Waldbaukonzept beschrieb, welches einen fortlaufenden Ertrag aus den Wäldern sicherstellen sollte (von Sperber, 1997).

In der Moderne ist allerdings von einer Gleichberechtigung der Systeme auszugehen, da für kommende Generationen die Intaktheit von jedem und nicht nur die einer einzelnen Dimension notwendig ist (Herchen, 2007).

Bilsky und Schwartz (1994) bestimmen Werte als Konzepte oder Glauben, welche sich auf wünschenswerte Endzustände oder Verhaltensweisen beziehen, über spezifische Situationen hinweg wirken, die Selektion und Bewertung von Verhalten oder Ereignissen leiten und nach ihrer relativen Bedeutsamkeit geordnet sind.

Soziale und ökologische Werte beziehen sich also auf die wünschenswerten Endzustände, die durch nachhaltige Maßnahmen erreicht werden sollen. Die Schaffung von Werten ist hierbei eine der ursprünglichen Aufgaben der Wirtschaft, lediglich die "Wertemaßstäbe sind in eine Krise geraten" (Kobi, 2008, S. 5), da die sozialen und ökologischen Werte in den Hintergrund rückten und primär ökonomische Werte in ihrer relativen Bedeutsamkeit als wichtiger eingeordnet wurden. Das unternehmerische Handeln konzentrierte sich daher auf Profitsteigerung.

Soziale und ökologische Werte müssen also nicht neu kreiert werden, sondern an Relevanz gegenüber ökonomischen gewinnen. Ziel sollte eine situationsgerechte Balance sein, in der soziale, ökologische und ökonomische Werte ebenbürtig behandelt werden (Kobi, 2008).

Die Ansicht, dass Nachhaltigkeit auf diesen drei gleichwertigen Wertesäulen steht, nennt sich Drei-Säulen-Modell. Es verlangt außerdem, dass die Bewertung unternehmerischen Erfolges ebenfalls alle drei Dimensionen einbezieht und nicht lediglich die ökonomische Dimension (Herchen, 2007).

2.2. Corporate Social Responsibility

Im Sprachgebrauch setzt sich der Begriff "Corporate Social Responsibility" (im Folgenden: CSR) als Synonym für nachhaltige Entwicklung von Unternehmen durch. In diesem Zusammenhang tauchen weitere Begriffe auf, die teilweise ebenfalls synonym verwendet werden. Eine häufig verwendete Bezeichnung ist dabei "Corporate Sustainability". Nachhaltige Entwicklung steht, wie bereits erläutert, für das übergeordnete Ziel eine gesunde ökonomische, soziale und ökologische Grundlage für kommende Generationen zu schaffen. Corporate Sustainability beschreibt dabei die Anwendung nachhaltiger Systeme in der Unternehmensführung.

CSR wurde von der Europäischen Union definiert als "Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren" (Kommission der Europäischen Gemeinschaften [KEG], 2001) und kann als ein Modell für angewandte Nachhaltigkeit im einzelnen Unternehmen gesehen werden. Dies bedeutet also, dass nachhaltige Entwicklung allgemein ein gesamtwirtschaftliches und politisches Anliegen ist, während Corporate Sustainability und CSR auf einzelwirtschaftlicher Ebene, also im einzelnen Unternehmen selbst, anzusiedeln sind (Herchen, 2007). Herchen stellt weiterhin „Corporate Citizenship“ (im Folgenden: CC) als "alle Aktivitäten, bei denen Unternehmen in ihr gesellschaftliches Umfeld investieren und dabei auch ordnungspolitische Verantwortung übernehmen" (Herchen, 2007, S.24) und Teilbereich von CSR vor. Dieser Bereich stellt bürgerliches Engagement von Unternehmen dar.

Oft wird CSR auch als Teilbereich von CC angegeben oder CSR und CC werden als zwei unterschiedliche Aspekte der Nachhaltigkeit betrachtet. Nach wie vor gibt es für die Begriffe um unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit keine allgemeingültige Definitionen. Da hierbei nur Unterschiede in der Zuordnung unterschiedlicher Maßnahmen zu verschiedenen Begriffen bestehen (Curbach, 2009), sei für diese Arbeit die EU-Definition von CSR als Ausgangspunkt unternehmerischer Nachhaltigkeit anzusehen.

Sie beinhaltet die sozialen und ökologischen Werte, die unter Hinzunahme der ökonomischen Belange die aktuelle Auffassung über Nachhaltigkeit abbilden. Außerdem thematisiert sie die Freiwilligkeit der Maßnahmen, sowie die Kommunikation mit den Stakeholdern, was ebenfalls angeschnitten werden soll.

3. Die soziale Dimension

3.1. Menschenrechte

Der Trend der Wirtschaft, vor allem die Produktion an externe Firmen und Zulieferer auszulagern, hat zur Folge, dass Unternehmen abhängiger von der Arbeitsschutzleistung ihrer Geschäftspartner und Vertragsunternehmen sind (KEG, 2001).

In der EU und den Industriestaaten sind Menschenrechte selbstverständlich. Das Rechtssystem und der Staat liefern hierbei die Sicherheit, dass Arbeiter nicht ausgebeutet und ihre Menschenrechte und -würde gewahrt werden. Wir leben in einer funktionaldifferenzierten Gesellschaft, da es verschiedene gesellschaftliche regulierende Systeme gibt, wie das Wirtschaftssystem, die Politik und das Rechtssystem. Die ursprüngliche Idee in Bezug der Marktwirtschaft ist, dass sie frei, aber durch Politik und das Rechtssystem definierte Regeln und Gesetze limitiert sein solle. Im Zuge der voranschreitenden Globalisierung, d.h. der Internationalisierung der meisten Systeme, wird diese Regulierung allerdings unwirksam.

Die Wirtschaft agiert zunehmend international, während die Gesetze meist an nationale Grenzen gebunden sind. So sind Menschenrechte, die in Deutschland selbstverständlich erscheinen, in Entwicklungsländern nicht vorhanden. Ein Produkt, das in Deutschland verkauft, aber in Asien produziert wird, wird also nicht zwangsläufig nach deutschen Vorstellungen verarbeitet. Der deutsche Staat hat in diesen Ländern nur sehr begrenzt Handlungsmacht. Es herrscht ein Regulierungsdefizit (Calliess, 2013).

Die globalisierte Wirtschaft wirkt jedoch nicht ausschließlich negativ auf die weltweite Achtung von Menschenrechten aus. Im Gegenteil lassen empirische Studien vermuten, dass die Globalisierung zu einer weltweiten Anhebung des Menschenrechtsstandards geführt hat. Die bestehenden Mängel der Arbeitsrechte können nur schwer einem klaren Verantwortlichen zugewiesen werden. Leisinger (2006) weist darauf hin, dass der Schutz von Menschenrechten hauptsächlich Aufgabe der jeweiligen Staaten sei, Unternehmen aber ebenfalls Verantwortung tragen. Von ihnen wird neben der Einhaltung nationaler Gesetze außerdem Legitimität in ihren Handlungen verlangt (Gerstein, 2010).

Leisinger (2010) unterscheidet drei Verantwortungsdimensionen, welche einen unterschiedlichen Grad an Verpflichtung mit sich bringen.

Als Muss-Normen werden die Elemente beschrieben, welche nicht verhandelbar sind; ergo die nationalen Gesetze, welche das ethische Minimum abbilden. Durch ihre Einhaltung sind die unternehmerischen Aktivitäten legal.

Die Legitimität verlangt zudem die Einhaltung von Soll-Normen, welche nicht gesetzlich verlangt, aber moralisch erwartet werden und gesetzliche Lücken ausfüllen. Darunter fallen Themen wie Mindeststandards im Arbeitsschutz, maximale Arbeitszeiten, Mindestlöhne, Korruptionsverbot, Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhanldungen, Abschaffung von Kinderarbeit und Diskriminierung, sowie Chancengleichheit (Gerstein, 2010).

[...]

Details

Seiten
23
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656639299
ISBN (Buch)
9783656639275
Dateigröße
704 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v272386
Institution / Hochschule
Fachhochschule Bielefeld
Note
1.0
Schlagworte
nachhaltigkeit ökologische werte management

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Nachhaltigkeit. Ökologische und soziale Werte im Management