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Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) bei Kindern

von Julia Hoffmann (Autor)

Hausarbeit 2008 17 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Symptome und Diagnose
2.1 Vorbemerkungen
2.2 Unaufmerksamkeit
2.3 Hyperaktivität und Impulsivität

3. Ursachen
3.1 Neurobiologische Ursachen
3.2 Psychosoziale Faktoren

4. Therapie
4.1 Medikamentöse Behandlung mit Stimulanzien
4.2 Das Therapietraining
4.2.1 Vorbemerkungen
4.2.2 Die Therapiebausteine
4.2.3 Lehrertraining

5. Schlussbemerkung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) bei Kindern. Der Begriff ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) ist in Anlehnung an die amerikanische Bezeichnung ADD (Attention Deficit Disorder) entstanden. Er steht für die international anerkannte Diagnose von Aufmerksamkeits-Störung mit und ohne Hyperaktivität. Laut wissenschaftlicher Untersuchungen leiden über eine Million Kinder in Deutschland an ADS, daraus folgt, dass sich im Durchschnitt in jeder Schulklasse zwei Kinder mit ADS befinden ( AUST – CLAUS/HAMMER, S. 19 ). Nach einer deutschen Studie von Baumgaertl liegen Häufigkeitsangaben von Jungen und Mädchen bei einer reinen ADS bei 2:1 und bei ADS mit Hyperaktivität bei 5:1 ( DÖPFNER/FRÖLICH/LEHMKUHL, S. 6 ).

Das Krankheitsbild des Aufmerksamkeits- Defizit- Syndroms mit und ohne Hyperaktivität stellt sowohl für die betroffenen Kinder, als auch für alle mit ihnen in Kontakt Stehenden eine, für viele nicht nachvollziehbare, enorme Belastung dar. Daher beschäftigt sich das zweite Kapitel dieser Arbeit mit den Symptomen und der Diagnose des ADS nach DSM 4.

ADS ist eine der häufigsten Ursachen für Entwicklungs- und Verhaltensprobleme. ADS ist kein Erziehungsfehler und keine gewollte Marotte der Kinder. Im dritten Kapitel wird erläutert, dass ADS eine Störung mit neurobiologischen Besonderheiten in den Informations-Verarbeitungs-Prozessen unseres Gehirns ist. Weiterhin werden diese Besonderheiten durch ungünstige psychosoziale Faktoren negativ beeinflusst, sie stellen aber in keinem Fall die primäre Ursache für ADS dar.

Das vierte Kapitel besteht aus der Beschreibung von zwei Therapiearten. Zum einen wird die medikamentöse Behandlung erläutert. Hierbei wird aber nur auf Stimulanzien eingegangen, da dies die meist verabreichten Mittel bei der Behandlung von Kindern mit ADS sind. Die zweite Therapieform ist das Therapietraining. Das dargestellte Therapietraining von Lauth und Schlottke ist in Untersuchungen sehr erfolgreich gewesen. Es fokussiert nicht nur das Kind, sondern integriert auch Eltern und Lehrer. Das Trainingsprogramm greift auf verschiedene therapeutische Vorgehensweisen zurück, wie kognitives Modellieren, Einüben des Verhaltens und operante Verstärkung. Im Anschluss an die Arbeit erfolgt eine Schlussbemerkung, die wesentliche Ergebnisse zusammenfassend darstellt.

2. Symptome und Diagnose

2.1. Vorbemerkung

Aufmerksamkeitsstörungen kennzeichnen sich durch die so genannten Kardinalsymptome, wie Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität. Diese Symptombereiche können getrennt, aber auch gemeinsam auftreten. Bei einzelnen Kindern sind lediglich Symptome der Unaufmerksamkeit beobachtbar, während Verhaltenssymptome der Hyperaktivität und Impulsivität nicht feststellbar sind. Andere zeigen eine ausgeprägte motorische Unruhe, ohne Symptome von Unaufmerksamkeit aufzuweisen.

Den einzelnen Bereichen werden nach DSM – 4 eine Reihe an Verhaltenssymptomen zugeordnet, die gleichzeitig als Diagnosekriterien dienen. Um aber eine Aufmerksamkeitsstörung diagnostizieren zu können, schreibt das DSM – 4 einige Rahmenbedingungen vor, die unbedingt erfüllt sein müssen. Eine Aufmerksamkeitsstörung liegt vor, wenn mindestens sechs der zugeordneten Verhaltenssymptome, sowohl in der Schule als auch zu Hause, über eine Zeitdauer von sechs Monaten beobachtbar waren. Weiterhin müssen einige Verhaltenssymptome schon vor dem siebten Lebensjahr aufgetreten sein und das Kind beeinträchtigt haben. Ebenso muss eine aktuelle Beeinträchtigung in mindestens zwei Lebensbereichen des Kindes vorliegen. Zum anderen muss erkannt werden, dass die Verhaltensauffälligkeiten nicht mit dem Entwicklungsstand des Kindes zu vereinbaren sind und diese Auffälligkeiten als unangemessen beurteilt werden ( LAUTH/SCHLOTTKE 2002, S. 12 ).

Bei der Diagnose ist zu beachten, dass viele Verhaltenssymptome auch durch andere psychische Störungen erklärt werden können. Zum Beispiel könnten hinsichtlich von Symptomen im Kommunikationsbereich, in zwischenmenschlichen Beziehungen und im Bereich der Phantasie, auch psychische Störungen wie Autismus und Schizophrenie vorliegen. Die Diagnose kann auch durch psychosoziale Probleme des Kindes beeinflusst werden. Hierzu gehören Belastungen und Probleme, die im Umfeld des Kindes auftreten wie, Trennung der Eltern, Tod eines Familienmitglieds, Vernachlässigung oder Lernprobleme. Oft ist keine Aufmerksamkeitsstörung für Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich, sondern es handelt sich um eine Erlebnisverarbeitung ( LAUTH/SCHLOTTKE 2002, S. 16 ).

2.2 Unaufmerksamkeit

Dem Bereich der Unaufmerksamkeit werden nach DSM – 4 eine Reihe an Verhaltenssymptomen zugeordnet. Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten im Bereich der Unaufmerksamkeit, machen sehr häufig Flüchtigkeitsfehler, da sie Einzelheiten häufig nicht wahrnehmen. Dadurch werden Arbeitsaufträge nicht vollständig ausgeführt und bearbeitet. Der Grund hierfür liegt aber nicht in Verständnisschwierigkeiten oder Faulheit. Bei der Aufgabenbewältigung und Durchführung von Spielaktivitäten ist es dem Kind nicht möglich für längere Zeit seine Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Auch die Organisation von Aufgabenbewältigungen oder Spieldurchführungen kann gar nicht oder nur mit Schwierigkeiten bewältigt werden. Aufgrund dessen werden länger andauernde Aktivitäten vermieden oder nur widerwillig eingegangen. Des weiteren wirkt das Kind oft geistig abwesend und reagiert nicht, wenn es angesprochen wird. Auch das Verlieren von Gegenständen und Arbeitsmaterialien stellt ein Symptom dar, ebenso eine starke Vergesslichkeit im Alltag und die sofortige Reaktion auf äußere Reize, die dann zu Ablenkungen führen ( LAUTH/SCHLOTTKE 2002, S. 13 ).

2.3 Hyperaktivität und Impulsivität

Verhaltenssymptome innerhalb des Bereichs der Hyperaktivität zeigen sich durch typische Verhaltensweisen eines „Zappelphilipps“. Das Kind kann Hände und Füße nicht ruhig halten und auch nicht ruhig auf einem Stuhl sitzen. Daher stehen diese Kinder sehr häufig auf und laufen los oder beginnen zu klettern. Diese Situationen entstehen dann, wenn das Sitzen erwartet wird und es nicht angemessen ist, aufzustehen und umher zu laufen. Auch eine ruhige Beschäftigung mit einem Spiel, einer Aufgabe oder eine ruhige Ausführung einer Aktivität ist nicht möglich. Innerhalb des Bereichs der Hyperaktivität sind die Kinder immer in Bewegung. Zudem reden sie übermäßig viel, was auch auf Hyperaktivität schließen lässt. Ein Verhaltenssymptom der Impulsivität ist das Antworten bevor eine Frage zu Ende gestellt oder sie aufgefordert wurden, eine Frage zu beantworten. Sie können auch nicht warten bis sie an der Reihe sind und haben den starken Drang, andere zu stören und Spiele oder Gespräche zu unterbrechen ( LAUTH/SCHLOTTKE 2002, S. 13 ).

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Details

Seiten
17
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656639879
ISBN (Buch)
9783656639862
Dateigröße
390 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v272331
Institution / Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,3
Schlagworte
ADS ADHS ADS bei Kindern

Autor

  • Julia Hoffmann (Autor)

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Titel: Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) bei Kindern