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Onlinekommunikation. Kommunikation von Unternehmen, NGOs und Politikern auf Facebook

Hausarbeit (Hauptseminar) 2013 9 Seiten

Soziologie - Kommunikation

Leseprobe

Einleitung

Die immer rasantere Veränderung der Gesellschaft durch den Einfluss des Internets und dort vor allem der konstruierten Realität in den Social Networks, welche sich seit einigen Jahren enorme Beliebtheit erfreuen, macht es erforderlich, dass dieses Feld von der Soziologie erforscht wird. In den Fokus soll hier nun die Online-Kommunikation rücken. Während die Kommunikation im Cyberspace vor einigen Jahren noch vorwiegend in Chat-Rooms stattfand, wird man heute feststellen, dass sich der Austausch der Menschen im Schwerpunkt auf soziale Netzwerke, wie Facebook, Wer-kennt-wen usw. verlagert hat. Zusätzlich zu den Chatfunktionen, die diese sozialen Netzwerke aufweisen, geben sie Personen, sowohl juristischer als auch natürlicher Art, die Möglichkeit sich selbst darzustellen und eine persönliche Vorstellung zu projizieren. Wenn man also die Online-Kommunikation erforschen möchte, dann ist es von enormer Bedeutsamkeit sein Augenmerk nicht nur auf die in Chats geführten Dialoge zu richten, sondern auch die Oben genannten Selbstdarstellungen und die Kommunikation über die Mitteilung mehr oder minder öffentlich zugänglicher Art mit ein zu beziehen. Das Forschungsfeld, dem ich mich auf den folgenden Seiten widmen werde ist die Kommunikation in Facebook. Hierbei gilt allerdings zu beachten, dass ein Unterschied zwischen der Darstellung von Privatpersonen und Verbänden/Parteien und Unternehmen besteht. Daher lautet meine Frage: „Wie gestaltet sich die Kommunikation von Unternehmen und NGOs, sowie Politikern auf Facebook?“ Es gilt zu beachten, dass hier „das Prinzip der Kommunikation unter physischer Abwesenheit“(Strübing, 2004: 2) gilt. Es wird darauf hingewiesen, dass bei einer Kommunikation im virtuellen Raum die Kommunizierenden weder Gestik und Mimik, noch andere sonstigen Auffälligkeiten, wie der Tonfall, in der Auseinandersetzung miteinander beobachten können. Das heißt, dass auf die Visualisierung von Gefühlslagen geachtet werden muss. So gelten durchweg großgeschriebene Worte als geschriene Worte. Ebenfalls grundlegend für die Konversationsanalyse ist die Ordnungsprämisse,

„die besagt, daß [sic!] kein in einem Interaktionstransskript auftauchendes Textelement als Zufallsprodukt betrachtet wird, sondern immer als Bestandteil einer sich im Handeln der Beteiligten reproduzierenden Ordnung“ (Bergman, 1985: 311).

Unter Berücksichtigung dieser Bedingungen werde ich im Folgenden anhand eines Datenstücks untersuchen, auf welche Art und Weise Unternehmen, Politiker und NGOs kommunizieren und welche Zwecke sie verfolgen Dabei wird als Datenstück die Facebookpräsenz eines Unternehmens dienen.

Forschungsstand

Will man sich nun den aktuellen Stand der Forschung im Bereich „Kommunikation in Facebook“ vor Augen führen, wird man bei der Literaturrecherche zunächst feststellen, dass der Büchermarkt von einer Vielzahl von Marketingratgebern überschwemmt ist. In diesen haben sich Marketingexperten mit den Verhaltensregeln in sozialen Netzwerken befasst und versucht anhand von Datenerhebungen die erfolgversprechendsten Vertriebsstrategien aufzustellen. Des Weiteren fällt eine Vielzahl von Publikationen auf, welche sich mit den Gefahren von Facebook beschäftigen. So bleibt festzustellen, dass die Erforschung der Kommunikation weitestgehend Neuland ist, welches aber nicht gänzlich unbesiedelt ist. So legt die Kommunikationswissenschaftlerin Bernadette Kneidinger, deren Forschungsschwerpunkte Online-Kommunikation und nationale Identitätskonstruktion sind, mit ihrem Werk „Facebook und Co: Eine soziologische Analyse von Interaktionsformen in Online Social Networks“ ein bedeutsames Buch zur Erforschung von Online-Kommunikation vor. Das Ergebnis ihrer Forschung lautet, dass psychosoziale Merkmale wichtige Indikatoren für die Kommunikation und die Selbst-Präsentation sind. Die studierte Soziologin und Redakteurin Nina Pauer beschreibt in ihrem Buch „LG;-) Wie wir vor lauter Kommunizieren unser Leben verpassen“ welche Auswirkungen die exzessive Kommunikation in Facebook auf den Alltag hat und wie es sich auf die direkte Kommunikation von Person zu Person auswirkt. Die Psychologin Julia Haider fragt in ihrem Buch „Facebook – Eine Nutzertypologie: Persönlichkeit und Motive der User“ was die Benutzer von Facebook dazu bewegt die intime Informationen zu veröffentlichen. Sie stellt. Der Fokus liegt hierbei auf den Motiven der Handelnden und der Vermutung, dass die Selbst-Präsentation auf einem geringen Selbstwert basiert. Auch Erving Goffmans Rollentheorie trägt eine bedeutende Rolle im heutigen Forschungsstand über die Kommunikation und hier vor allen Dingen bei Untersuchungen von Selbst-Präsentationen auf Facebook. Auf dem aktuellen Stand der Forschung, welcher sich sicherlich noch über einen längeren Zeitraum der Beobachtung validieren muss, geht man davon aus, dass durch Online-Kommunikation Kommunikation zurückgeht. Dies begründet sich durch den immer kleiner werdenden Kreis an Personen, mit welchen man „real“ kommuniziert, bedingt durch die Isolation, die mit der Kommunikation vor dem Schreibtisch eintritt. Insofern wird die Online-Kommunikation verantwortlich gemacht für den Rückgang anderweitiger Kommunikation, welche sich an die gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen muss, die eng mit dem technischen Fortschritt verzahnt sind. Wie zuvor bereits erwähnt, wird das gewonnene Wissen in den nächsten Jahren anhand der Erkenntnisse weiter in diese Richtung entwickelt oder im Gegenteil verworfen werden müssen, wenn sich eine Validität der jetzigen Ergebnisse nicht einstellt.

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Details

Seiten
9
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656643401
ISBN (Buch)
9783656643395
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v272243
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen – Institut für Soziologie
Note
2,3
Schlagworte
onlinekommunikation kommunikation unternehmen ngos politikern facebook

Autor

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