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Unterrichtsstörungen. Ursachen und Maßnahmen

Hausarbeit 2012 21 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

0. Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unterrichtsstörungen
2.1 Definition
2.2 Arten
2.3 Ursachen
2.4 Hilfreiche Grundeinstellungen
2.5 Maßnahmen
2.5.1 Prävention
2.5.2 Intervention
2.6 Tipps zur Verbesserung

3. Der praktische Umgang mit Unterrichtsstörungen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit der Thematik „Unterrichtsstörungen“ auseinandersetzen. Da jeder Schulunterricht durch die verschiedensten Kommunikationsformen, wie zum Beispiel Erzählen, Reden, Zuhören oder Argumentieren, aber auch Gruppen- und Partnerarbeit oder Rollenspiele, geprägt ist, kann eine Behinderung der Gesprächsformen innerhalb des Unterrichts den Lehr-Lern-Prozess beeinträchtigen bzw. zum Stillstand kommen lassen. Die Untersuchung dieser fächerübergreifenden Problematik und die Auseinandersetzung mit vorhandenen Lösungsansätzen sollten daher elementar in jeder Lehrerausbildung sein. Denn was bringt eine perfekt vorbereitete und gut durchdachte Unterrichtsstunde, wenn sie im Endeffekt durch permanente Unterrichtsstörungen nicht so wie geplant durchgeführt werden kann bzw. nur von einem Bruchteil der Schülerinnen und Schüler zur Kenntnis genommen wird? Natürlich muss vor diesem Hintergrund klar sein, dass eine komplette Unterbindung von Störungen reine Utopie ist. Daher sollte jeder Lehrerin und jedem Lehrer ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz zu Eigen sein.

Im ersten Teil dieser Ausarbeitung soll zunächst ausgehend von verschiedenen Definitionen grundsätzlich geklärt werden, welche Arten von Unterrichtsstörungen es gibt. Darüber hinaus sollen hier mögliche Ursachen aufgeführt, sowie grundlegende und weiterführende Maßnahmen erläutert werden. Auch die Frage nach dem Verursacher wird in diesem Teil gestellt, bevor abschließend weitere Herangehensweisen und Tipps angegeben werden sollen.

Nach diesem theoretischen Teil möchte ich in einem weiteren Schritt kurz die beschriebenen Störungen und Lösungen auf die Praxis übertragen. Hierzu möchte ich Beispiele aus meiner (wenn auch noch sehr überschaubaren) praktischen Erfahrung, die ich während meiner Praktika sammeln konnte, angeben. Dabei müssen allerdings zwei Punkte immer berücksichtigt werden. Zum einen die fehlende Erfahrung, die ich als Anfänger im beruflichen Umfeld des Lehrers nicht leugnen kann, und zum anderen darf man nicht vergessen, dass die Beurteilung einer bestimmten Situation und die daraufhin gewählten Lösungsansätze subjektiv sind und ausschließlich vom jeweiligen Lehrertypus abhängen.

Abschließend soll festgestellt werden, ob der im theoretischen wie praktischen Teil beschriebene Umgang mit Unterrichtsstörungen eine sinnvolle Hilfe für Lehrerinnen und Lehrer darstellen kann.

2. Unterrichtsstörungen

Denkt man ganz allgemein an Unterrichtsstörungen, so wird meistens davon ausgegangen, dass diese nur durch Schülerinnen und Schüler geschehen. Versteht man lediglich das „Schwätzen“ untereinander, das „Kippeln“ mit dem Stuhl oder sonstige von den Kindern und Jugendlichen ausgehende und nicht zum Unterricht gehörende Dinge als eine Störung im Klassenraum, so würde man dem Bereich an sich und auch der Unterrichtssituation meist nicht gerecht werden. Denn die Frage, von wem oder was eine Unterrichtsstörung ausgeht, darf nicht nur einseitig (zum Beispiel von der Lehrperson) entschieden werden.

2.1 Definition

Zuallererst sollte man also eine grundsätzliche Definition der Thematik angeben. Hilbert Meyer definiert eine Unterrichtsstörung zunächst als Abweichung von einer Norm. Darüber hinaus präzisiert er in seiner Definition, dass diese Abweichung von der subjektiven Wahrnehmung aller am Unterricht Beteiligten abhängt. Anders ausgedrückt kann sich also der eine (Schülerin/Schüler oder Lehrperson) durch etwas gestört fühlen, was einen anderen überhaupt nicht ablenkt bzw. von diesem gar nicht wahrgenommen wird. Außerdem muss man nach Meyer den institutionellen Normen und den gesellschaftlichen Erwartungen Beachtung schenken. Welches Verhalten oder welche Umstände in der Unterrichtssituation als störend empfunden werden, hängt also auch mit dem gesellschaftlichen Verständnis von Unterricht und den herrschenden Pflichten und Gewohnheiten zusammen.[1]

Für den Schulpädagogen Rainer Winkel liegen Unterrichtsstörungen dann vor, „wenn der Unterricht gestört ist, d. h. wenn das Lernen und Lehren stockt, aufhört, pervertiert oder inhuman ist“[2]. Was sich hier im ersten Moment etwas zu einfach anhört, birgt bei genauerer Betrachtung unter anderem einen sehr wichtigen Punkt, der landläufig (wie auch oben schon erwähnt) unter den Tisch zu fallen droht, nämlich das einzig Schülerinnen und Schüler den Unterricht stören. Allerdings fällt auf, dass diese Definition nicht wirklich zufriedenstellend ist, da nach dieser Beschreibung beispielsweise auch die Pausen zwischen den einzelnen Stunden als Unterrichtsstörung angesehen werden müssten. Man merkt schnell, dass diese Definition nicht ausreicht um der Thematik vollends gerecht zu werden.

Deshalb soll an dieser Stelle zusätzlich Gert Lohmann zu Wort kommen, für den unter Unterrichtsstörungen Ereignisse zu verstehen sind, „die den Lehr-Lern-Prozess beeinträchtigen, unterbrechen oder unmöglich machen, indem sie die Voraussetzungen, unter denen Lehren und Lernen stattfinden kann, teilweise oder ganz verunmöglichen“[3].

Um diese Definitionen noch ein wenig zu konkretisieren müssen zwei weitere Punkte angesprochen werden. Zum einen ist absolut störungsfreier Unterricht eine didaktische Fiktion, weshalb nach Winkel keine Unterrichtsstörung vorliegt, „solange der unterrichtliche Kommunikationsprozess erfolgreich ist, also Lehren und Lernen in ihm möglich sind“[4] und zum anderen kommt Hallberg zu dem Schluss, dass man die Störung als eine Art Mitteilung des Schülers verstehen sollte, die es zu entschlüsseln gilt um sie beantworten zu können.[5]

2.2 Arten

Basierend auf diesem Verständnis soll nun im nächsten Schritt beschrieben werden, welche Arten und Formen von Unterrichtsstörungen auftreten können. Da im Unterricht sehr unterschiedliche Arten von Störungen vorkommen, empfiehlt es sich diese zu kategorisieren.

Eine einfache Kategorisierung wäre die Unterteilung in aktive und passive Unterrichtsstörungen. Unter aktiven Unterrichtsstörungen wird dabei beispielsweise „quatschen“, „reinrufen“, „Krach machen“ oder verbale und körperliche Gewalt verstanden. Passive Störungen sind zum Beispiel Lärm durch Bauarbeiten vor dem Klassenzimmer oder eine Biene im Klassenzimmer. Desweiteren können Unterrichtsstörungen intentional oder strukturell (bzw. funktional) sein. Unter intentionalen Störungen werde jene verstanden, welche bewusst zum Zweck des Störens angewandt werden (u.a. Störung aus Langeweile). Strukturelle Störungen sind solche, die die schulisch-unterrichtlichen Strukturen behindern (u.a. allgemeine Unruhe, generelle Unaufmerksamkeit oder Demotivation). Schließlich kann es auch pubertär bedingte (z. B. launisch sein) und frustrative (z.B. Ärger mit Mitschülern, Stress, emotionale Bedingungen) Unterrichtsstörungen geben.[6]

[...]


[1] Meyer, Hilbert: Unterrichtsmethoden, S. 226-227.

[2] Winkel, Rainer: Der gestörte Unterricht, S. 29.

[3] Lohmann, Gert: Mit Schülern klarkommen, S. 12.

[4] Winkel, Rainer: Der gestörte Unterricht, S. 30.

[5] Hallberg, Peter Fritz: „Störer“ und Gestörte im Unterricht, in: Moll-Strobel, Helgard: Die Problematik der Disziplinschwierigkeiten im Unterricht, S. 272.

[6] Winkel, Rainer: Wenn Schüler auffallen, in: Ludwig, Otto et al. (Hrsg.): Unterrichtsstörungen, Dokumentation, Entzifferung, Produktives Gestalten, S. 7.

Details

Seiten
21
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656636472
ISBN (Buch)
9783656636403
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v272180
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Institut für Deutsche Sprache und Literatur
Note
3,0
Schlagworte
unterrichtsstörungen ursachen maßnahmen

Autor

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Titel: Unterrichtsstörungen. Ursachen und Maßnahmen