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Frauenrechte im Islam

Seminararbeit 2013 15 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Moderne Muslimas

Das Kopftuch

Emanzipation und Geschlechterverhältnisse

Die Stellung der Frau im Islam

Die Ehe als Tauschvertrag

Gleichheit und Gleichberechtigung

Fazit

Literatur

Einleitung

Im Zuge des Seminars „Frauenrechte – Menschenrechte. Geschichtliche Entwicklung, aktuelle Diskussionen sowie Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeiten von Frauen“ mussten wir uns mit dem Thema der Frauenrechte beschäftigen. Dadurch dass ich mich persönlich sehr viel mit dem Islam auseinander setzte, habe ich für meine Seminararbeit das Thema „Frauenrechte im Islam“ gewählt.

Der Islam an sich beschäftigt mich sehr und ich habe viele Arbeiten zu diesem Thema bereits geschrieben.

In dieser Arbeit möchte ich den Fokus auf die Muslimas setzen, ich werde im ersten Kapitel die moderne, westliche Muslima darstellen. Diese jungen Frauen sind selbstbewusst, sind berufstätig, studieren und stehen mit beiden Beinen im Leben. Kurz gesagt, das komplette Gegenteil von den gängigen Klischees, mit denen man sonst konfrontiert wird. Diese jungen Frauen tragen mit Stolz und Würde ihr Kopftuch und haben auch keinen Grund sich zu verstecken. Das Kopftuch ist für die Muslimas ein Zeichen, das sie in Europa setzen möchten.

Im zweiten und sehr kurz angehaltenen Kapitel möchte ich das Thema der Geschlechterverhältnisse streifen, da ich durch ein größeres Ausholen dieses Themas, den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

Im dritten Kapitel beschäftige ich mich dann mit der Stellung der Frau im Islam. Hier werde ich zuerst Begriffe wie „schari’a“ oder „figh“ näher erklären, um danach mich auf den größeren Teil überzugehen. Dieser handelt von der muslimischen Ehe bzw. dem Ehevertrag, der bei jeder Eheschließung unterfertigt wird. In diesem werden nicht nur, wie oft angenommen, die Pflichten der Frau festgehalten, sondern auch ihre Recht, ebenso wie die Rechte und Pflichten des Ehemannes.

Abschließend werde ich dann noch im letzen Kapitel über die Gleichheit und Gleichberechtigung im Islam schhreiben.

Moderne Muslimas

„Ich schulde niemandem Gehorsam, keinem Mann, keinem Menschen – ich gehorche nur Gott.“[1]

Dieses Zitat von Schirilla zeigt deutlich, die wahre Ausdrucksweise einer religiösen Muslima, aber auch Muslimen. Es ist wichtig zu sagen, dass diese Aussage, mit der ich dieses Kapitel begonnen habe, kein Einzelfall ist, sondern vielmehr die gängige Definition einer jungen und gläubigen Muslima im Westen. Diese jungen Frauen setzen ihre Prioritäten an Ausbildung, Berufstätigkeit und Unabhängigkeit, außerdem leben sie die Tatsache einer freien Partnerwahl und einer gemeinsamen partnerschaftlichen Gestaltung des Ehelebens. Frauen versuchen an alle möglichen Quellen zu kommen, um sich selbst weiter zu bilden, vor allem was die Religion anbelangt.[2]

„Ein Grundsatz des Islam ist es […] die Religion als beglückendes Geschenk zu erleben. […] Besonders das Leben der Frauen wird durch willkürliche Einschränkungen und Erschwerungen unerträglich gemacht. […] Ausdrücklich heißt es von unserer Religion [dem Islam], daß sie keine schwere Last und keine Quelle der Qual sein soll, sondern vielmehr eine der göttlichen Freuden.“[3]

Balić gibt hier wieder, wie der Islam sich selbst definiert, er zitiert einen Vers aus dem Qur’an, aus dem man lesen kann, dass die Religion als ein Geschenk gesehen werden soll und nicht als eine Last.

Nicht nur Smail Balić, sondern auch andere Autoren, die ich im Weiteren Text zitieren werde, betonen, dass der Islam an sich, keinerlei Einschränkungen und Erschwernisse an den Tag legen, sondern im Gegenteil als etwas Gutes anzusehen ist. Auch die Benachteiligungen der Frauen im Islam sind nicht vom Qur’an vorgegeben, sondern sind durch Zusammentreffen von der islamischen Religion und den verschiedenen Kulturen, entstanden. Balić ist außerdem der Ansicht, dass die moderne muslimische Frau vor einem großem Dilemma steht, das sie entweder unter Verleugnung ihrer intellektuellen Ehrlichkeit und an den Regeln der gewöhnlichen patriarchalischen Ordnung festzuhalten oder diese Ordnung abzulehnen.[4]

Ein weiterer Aspekt ist der, dass Schirilla in ihrem Aufsatz schreibt, dass Religion zwei Gesichter hat. Auf der einen Seite sieht sie die Quellen, wie das heilige Buch, in diesem Fall den Qur’an, und die Überlieferungen. Auf der anderen Seite ist Religion auch gelebter und gedeuteter Glaube durch die Gläubigen selbst, wobei in diesem Kontext die Religion vielfältig und konflikthaft ist.[5]

Das Kopftuch

Das Kopftuch wird in vielen Teilen Europas oder des Westens, als ein Zeichen der Unterdrückung der islamischen Frau angesehen. Junge Muslimas sehen das Kopftuch jedoch als einen Ausdruck gelebter islamischer Religiosität, sie tragen es als Ausdruck einer öffentlichen Präsenz des Islam. Das Kopftuch bedeutet für die Muslimas eine Art Zeichen des Kampfes um Anerkennung einer gesellschaftlichen Präsenz des Islam in Europa. Damit möchten sie nicht nur ihre Religion in der Gesellschaft platzieren, sondern damit auch für ihre Integration eintreten. Für junge und moderne Muslimas und Muslime sind Wissen, Bildung, Berufstätigkeit, Toleranz, gesellschaftlicher Pluralismus und individuelle Freiheit sehr wichtige Werte.[6]

Ein wichtiger Aspekt, den man nicht außer Acht lassen darf, wenn man über das Kopftuch im Islam spricht ist folgender: Im Qur’an findet man keine ausdrückliche Verordnung oder Regel, in der das Tragen des Kopftuches bestimmt worden wäre. Den Gläubigen wird lediglich empfohlen, sich zu bedecken, wenn man auf die Straße geht. Dies gilt in diesem Falle den Frauen, sie sollen sich bedecken, um sich zu schützen. Wie Balić es formuliert, gilt die Bedeckung der Erkennung als Dame und als Schutz, um Belästigungen aus dem Wege zu gehen. Außerdem zeigt Balić auf, dass es sich in dieser Aufforderung lediglich um eine Empfehlung handelt, was bedeutet, dass es aus freien Stücken passieren sollte und müsste und nicht durch Zwang. Der Islam lehnt nämlich jeglichen Glaubenszwang ab.

Da der Qur’an die einzig sichere Offenbarungsurkunde für Muslimas und Muslime ist, ist diese einzig und allein die zweifellose Richtlinie im Glauben. Das bedeutet auch, das im Arabischen der Begriff des Kopftuches, mit burqu‘, qinā und liţām übersetzt wird, jedoch diese Begriffe im Qur’an nirgends vorkommen. Dies ist der beste Beweis, dass das Tragen des Kopftuches keine Pflicht ist, die aus dem Qur’an entstanden ist, sonder vielmehr eine kulturelle Tradition ist, die mittlerweile dem Islam zugesprochen wurde.[7]

[...]


[1] Schirilla 2007: 152

[2] vgl. Schirilla 2007: 152f.

[3] Qur’an 2:185 zit. n. Balić 2001: 99; Einf.: A.D.

[4] vgl. Balić 2001: 99ff.

[5] vgl. Schirilla 2007: 153

[6] vgl. Schirilla 2007: 153f.

[7] vgl. Balić 2001: 149f.

Details

Seiten
15
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656643036
ISBN (Buch)
9783656643012
Dateigröße
612 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v272104
Institution / Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Note
2
Schlagworte
frauenrechte islam

Autor

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Titel: Frauenrechte im Islam