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Die Macht des sozialen Kapitals. Theoriebausteine für die Gestaltung beruflicher Beziehungen

Bachelorarbeit 2012 71 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

2. Beziehungswissen als Grundfundament
2.1 Konkretisierung des Beziehungsbegriffes
2.2 Ambivalenzen in sozialen und beruflichen Beziehungen

3. Grundannahmen Pierre Bourdieus
3.1 Definition von Habitus, Geschmack und sozialem Raum
3.2 Klassenbewusstsein durch Unterschiede
3.3 Drei verschiedene Kapitalformen
3.4 Produktion und Reproduktion des sozialen Kapitals

4. Relevanz und Handlungspotenzial des Sozialen Kapitals
4.1 Für das Individuum
4.2 Für das Kollektiv
4.3 Kurzer Vergleich: Wirtschaft und Sozialer Bereich

5. Macht und Sozialkapital
5.1 Definition und Beschreibungen von Macht
5.2 Macht und Sozialkapital in beruflichen Beziehungen

6. Praxisbezug: Soziales Kapital in der Bewährungshilfe

7. Zusammenfassung und Ausblick

II Literaturverzeichnis
Internetverzeichnis

III Erklärung

Vorwort

Meine Bachelorarbeit möchte ich meiner Mutter widmen, da ich durch sie sehr vieles und für mich wichtiges gelernt habe. So konnte ich durch ihre Unterstützung meine persönlichen Potenziale entfalten sowie individuelle Hindernisse bewältigen und bin heute der, der ich bin. Meine Beziehung zu meiner Mutter war stets von größter Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Liebe und Vertrauen geprägt und bildete somit mein Grundfundament bzw. mein stabiles Rückgrat. Diese Beziehung spielte in meinem Leben häufig eine entscheidende Rolle, da meine Mutter mir von Anfang an ein Vorbild war, vor allem, wenn es darum ging zu kommunizieren, Kontakte zu knüpfen und Beziehungen zu pflegen. Aufgrund dieser wichtigen Erfahrungen hatte und hat das Thema Beziehungen in meinem Leben einen besonderen Stellenwert eingenommen.

1. Einleitung

Die vielen Ambivalenzen und Gegensatzpaare, die in Beziehungen existieren, haben mich sehr häufig rätseln lassen und mich in ihren Bann gezogen. Konkreter waren es die Gegensatzpaare wie Hass und Liebe sprich, dass sich z.B. Personen gleichzeitig lieben und hassen können, erst lieben und dann hassen oder die Ambivalenz zwischen verständlich und nicht verständlich im gegenseitigen Kommunikationsaustausch. Auch der Spagat zwischen Nähe und Distanz in privaten sowie beruflichen Beziehungen, also offen und kontaktfreudig zu sein, aber nicht zu viel von sich selbst zu offenbaren und gleichzeitig die Grenzen zu wahren, war für mich nie leicht zu verstehen und umzusetzen. Ebenso war es für mich schwer, die Gegensatzpaare Autonomie und Abhängigkeit (z.B. wieso man in einer Beziehung eigenständig und gleichzeitig abhängig von einer anderen Person ist) sowie die Steuerbarkeit und nicht Steuerbarkeit einer Beziehung (sprich warum und wie man Beziehungen zu Kollegen oder zu einer Organisation steuern kann und warum nicht) zu überblicken und zu begreifen. Diese Phänomene haben mich zum intensiven Nachdenken angeregt und im Zuge dessen entstanden weitere Fragen.

Gibt es komplexere Dinge als Beziehungen? Wie wichtig sind sie für die Teilhabe an der Gesellschaft und speziell für den beruflichen Werdegang?

Diese Fragen beschäftigten und interessierten mich, insbesondere seit dem Beginn meiner Erzieherausbildung. Später im Studium las ich Texte von Pierre Bourdieu zu diesem Thema. Diese weckten meine Neugier und faszinierten mich zugleich, da ich das erste Mal Parallelen zwischen Theorie und Praxis erkannte. Genauer gesagt zwischen seinen Thesen z.B. Abgrenzung durch Unterschiede und Sport. In diesem Zusammenhang wurde mir klar, dass ich mich durch meinen Geschmack bzw. durch die Wahl meiner Sportart abgrenzte. Außerdem bemerkte ich, dass ich durch die Beziehungen, die ich in diesem Rahmen knüpfte, gleichzeitig Kapitalsorten umwandeln konnte. Ferner entdeckte ich zwischen seinen Thesen, meinem beruflichen Werdegang und Lebensweg rückblickend sowie fortwährend Gemeinsamkeiten wie z.B., dass ich soziales Kapital auf die vielfältigste Weise bereits eingesetzt hatte und auch in Zukunft einsetzen kann. Dieser Einsatz des sozialen Kapitals umfasste und umfasst u.a. Kontakte knüpfen, mich zu positionieren, mir oder anderen Personen (Familie, Freunde usw.) Vorteile oder Gefälligkeiten zu verschaffen bzw. Türen zu öffnen sowie meine Teilhabe an der Gesellschaft zu verbessern. Diese gesellschaftliche Teilhabe konnte ich besonders durch soziale Netzwerke wie z.B. Vereine, Gruppen und bekannte Personen, die einem den Einstieg in einen anderen Bereich oder eine andere Klasse ermöglichen, aufwerten. Auf den Punkt gebracht, wurde mir bewusst, wie viel Macht und Handlungspotenzial soziales Kapital mit sich bringt und wie viel man selbst oder auch als Kollektiv davon profitieren kann. Jedoch merkte ich auch, wie viel Arbeit die Pflege von Beziehungen in Anspruch nimmt.

Anhand der Thesen und Ansichten von Pierre Bourdieu konnte ich viele meiner eigenen Erfahrungen, Handlungen und Situationen sowie die einiger Mitmenschen rückblickend und fortwährend besser analysieren, intensiver reflektieren und daraus für mich hilfreiche Handlungen ableiten. Sie boten mir ein konkretes Theoriegerüst, welches die Prozesse, Zusammenhänge und Absichten beschrieb und mich das Erlebte besser verstehen ließ.

Auch für die Gestaltung beruflicher Beziehungen wird die Macht des sozialen Kapitals zunehmend bedeutsamer. Daher spielen Themen wie Spezialisierung, Leistung und Konkurrenzdenken sowie interdisziplinäre Teams für Organisationen eine immer wichtigere Rolle. Zudem müssen Mitarbeiter häufiger in wechselnden Teams zusammenarbeiten. In Folge dessen ist es für jeden hilfreich zu wissen, wie man Kontakte knüpft, wie man miteinander umgeht bzw. miteinander kommuniziert, um Probleme erfolgreich lösen zu können. Für den Prozess der Kommunikation und das Kontakte knüpfen ist besonders soziales Kapital förderlich. Ebenso ist derzeit ein erhöhter Fachkräftemangel ein aktuelles und brisantes Thema, weshalb Mitarbeiter verstärkt auf soziales Kapital angewiesen sind, um Fachwissen aus den Netzwerken abrufen zu können. Darüber hinaus gibt es heutzutage eine immer länger werdende Liste von Erwartungen, die an Mitarbeiter gestellt werden wie z.B. hohe Flexibilität (zeitlich und örtlich), Arbeitsplatzsharing, Teamfähigkeit sowie eine Vielzahl von verschiedensten Arbeitsformen und Arbeitszeitmodellen. Um mit diesen Erwartungen und Schwierigkeiten besser umgehen zu können, ist soziales Kapital ebenfalls sehr nützlich. Zudem belegen u.a. auch empirische Studien wie die WZB-Studie "Wie fit ist der Arbeitsmarkt für die Krise?" vom März 2009 vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, dass soziale Kontakte, Bekannte oder das sogenannte Vitamin B bei der Jobvergabe ein entscheidendes Kriterium darstellen.

Zunehmend mehr Unternehmen und Organisationen erkennen heutzutage, wie wichtig es ist, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen, ihre Gesundheit nicht aufs Spiel setzen und sich mit dem Unternehmen identifizieren, um dadurch auch eine erhöhte Leistung zu erbringen und gleichzeitig das Unternehmen erfolgreicher zu machen. Je erfolgreicher ein Mitarbeiter, d.h. je größer das soziale Kapital des Einzelnen, desto erfolgreicher das Unternehmen. Vorausgesetzt, dieser ist gewillt, seine verschiedenen Kapitalsorten einzubringen oder umzuwandeln. Bei der Akkumulation von verschiedenen Kapitalsorten geht es oftmals im übertragenden Sinne auch um einen Kampf. Genauer gesagt um einen Konkurrenzkampf, um materielle und symbolische Macht und somit um Position, Zugang oder Teilhabe an der Gesellschaft.

Auch in der Sozialen Arbeit nimmt das soziale Kapital eine bedeutsame Rolle ein, speziell in der Beziehung gegenüber den einzelnen Kollegen, dem Chef und vor allem gegenüber den Klienten der Sozialen Arbeit. Mit geringem sozialen Kapital würde man sich in dieser Branche sehr schwer tun, da Kommunikation und Interaktion, Zusammenarbeit im Team sowie Kontakte knüpfen und pflegen zum Kerngeschäft gehören, welches mit geringem sozialem Kapital eher zu Missverständnissen und Konflikten führen würde. Bei der Knüpfung und Pflege von Kontakten sowie speziell bei der Vernetzung mit einer Vielzahl von Menschen wie z.B. Sponsoren, Trägern, Kooperationspartnern, Eltern, Lehrern usw. sind Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen auf Sozialkapital angewiesen. Soziales Kapital umfasst zudem auch theoretisches und praktisches Hintergrundwissen über Verhaltensweisen von Individuen und Gruppen. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, ist es für Unternehmen, Organisationen, Einrichtungen, Vereine etc. immer wichtiger, nicht nur großen Wert auf Fachwissen zu legen, sondern auch gezielt das Soziale Kapital der einzelnen Mitarbeiter sowie funktionsfähige Teams und eine ressourcenorientierte Zusammenarbeit zu fördern. Die Macht bzw. die Wirkung des Sozialen Kapitals wird im beruflichen Kontext oft unterschätzt, da sie nicht direkt greifbar ist und in der Regel erst nach längerer Zeit sichtbar bzw. spürbar wird. Die Förderung des Sozialen Kapitals sollte demnach eher als längerfristige und nachhaltige Investition gesehen werden, die gewisse Zeit braucht, um ihre wahre Wirkung zu entfalten.

2. Beziehungswissen als Grundfundament

2.1 Konkretisierung des Beziehungsbegriffes

Den Beziehungsbegriff zu konkretisieren ist grundsätzlich kein leichtes Vorhaben, da es sich um einen extrem komplexen und facettenreichen Begriff handelt, der nur schwer greifbar ist. Obwohl er in der Literatur sehr häufig und vielseitig verwendet wird, existiert keine einheitliche Definition. Jedoch bietet Gerd Reinhold mit seiner Definition eine grobe Orientierung. So bezeichnet er eine Beziehung als „ein durch Verhalten oder Einstellung konstruierte[n] Konnex zwischen zwei oder mehr Personen, die positional (Lehrer- Schüler) oder personal (A liebt B) motiviert sein können“ (Reinhold 1991, S.56).

Dagegen ist eine Sozialbeziehung laut Robert Hinde eine Serie von Interaktionen zwischen zwei Individuen über einen längeren Zeitraum. Wird dazu noch die Wechselseitigkeit hinzugezogen, spricht man im Sinne von Max Weber von einer sozialen Beziehung. Folglich kann nicht nur soziales Handeln eine soziale Beziehung zwischen zwei Akteuren hervorrufen, sondern bereits zwei aufeinander bezogene Einstellungen. Demnach ist jede Gruppe wie z.B. ein Sportverein, Arbeitskollegen, Kommilitonen und ähnliches ein Netz unterschiedlichster sozialer Beziehungen. Einen sozialen Zusammenhang zwischen zwei oder mehreren Personen bilden soziale Beziehungen in Form von aufeinander gerichteten und wechselseitigen Einstellungen und Handlungen. Laut Weber sind soziale Beziehungen auch dort aufzufinden, wo allein die Möglichkeit besteht, dass ein aufeinander bezogenes Handeln erfolgte, erfolgt oder erfolgen wird. Besteht eine Gruppe bereits als soziales Gebilde, so existiert zwischen den Mitgliedern eine soziale Beziehung, vorausgesetzt die Chance eines Kontakts ist gegeben. Für die Entstehung sozialer Beziehungen ist demnach nicht einzig und allein der tatsächliche Austausch von Handlungen entscheidend, sondern sogar die Aussicht, dass in Zukunft ein Kontakt entstehen könnte. Alle Akteure einer Gruppe haben in irgendeiner Form eine soziale Beziehung zu jedem einzelnen Mitglied der Gruppe, da schlussendlich aufeinander bezogene Handlungen bei keinem Paar auszuschließen sind. Die Beziehung ist aus dieser Perspektive eine Einstellung gegenüber einer Gruppe und deren einzelnen Personen. Dies erklärt auch, warum im Allgemeinen bereits von Beziehungen gesprochen wird, wenn der Bezug völlig anonym ist, wie dies z.B. oft in ländlichen Dorfgemeinschaften der Fall ist. Dort besteht eine heimatlich idealisierte Beziehung zu den anderen Dorfbewohnern, obwohl diese nicht unbedingt miteinander in Kontakt stehen müssen. Der Begriff „Beziehung“ wird in der Soziologie zudem auch als Grundlage von Gesellschaft und Gemeinschaft beschrieben. Ferner wird in diesem Zusammenhang häufig von einer komplementären Einteilung sozialer Beziehungen gesprochen (vgl. Grimm 2009, S.52).

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass soziale Beziehungen wechselseitige aufeinander bezogene, emotionale Handlungen und Einstellungen zwischen zwei oder mehr Akteuren sind. Jede soziale Beziehung, die etabliert ist, hat zudem einen Entwicklungsverlauf und eine Geschichte. Das bedeutet, dass jede Interaktion durch die bereits erfolgten Interaktionen beeinflusst wird und gleichzeitig ihrerseits wiederum auf die nachfolgenden Interaktionen wirkt. Dabei ist nicht nur das Verhalten der Beteiligten entscheidend, sondern vor allem auch ihr individuelles Erleben bzw. ihre individuelle Wahrnehmung. Dadurch unterscheidet sich eine Beziehung von einer Begegnung. Diese zusammenfassende Erklärung benennt gezielt, was in der folgenden Bachelorarbeit unter einer sozialen Beziehung verstanden wird.

Für die vorliegende Arbeit ist es ebenfalls wichtig, soziale Beziehungen und formale bzw. berufliche Beziehungen zu unterscheiden und diese voneinander abzugrenzen. Formale Beziehungen umfassen zweckrationale Austauschverhältnisse bzw. sind zweck- oder wertrational motivierte Interessensverbindungen, welche zwischen zwei oder mehreren Rollenträgern in einem institutionalisierten Bezugsrahmen ablaufen wie z.B. in der Arbeit, im Supermarkt etc. Im Allgemeinen sind diese Beziehungsteilnehmer in formalen Beziehungen auswechselbar. In sozialen Beziehungen, welche zwischen einzigartigen Individuen ablaufen, bestehen starke wechselseitige Abhängigkeiten aufgrund subjektiv gefühlter Zusammengehörigkeit der Beteiligten. Diese Wechselbeziehungen können unterschiedlich stark und häufig ausgeprägt sein, laufen aber in der Regel über einen relativ langen Zeitraum ab. Die Beziehungspartner agieren in sozialen Beziehungen als Individuum und nicht mehr als austauschbare Rollenträger. Meinungsverschiedenheiten, subjektive Wahrnehmungen, Interessenkonflikte und Koordinationsprobleme verlangen permanent auf die individuellen Erwartungen und Wünsche des Beziehungspartners einzugehen (vgl. Weyers 2007, S.31 ff). Die Grenze zwischen sozialen und formalen Beziehungen ist in der Realität jedoch oft schwammig und nicht immer klar trennbar, da Beziehungen und ihre Beteiligten in komplexen gegenseitigen Wechselbeziehungen und wechselseitigen Abhängigkeiten zueinander stehen, welche häufig nicht vorhersehbar und nicht steuerbar sind. Teilweise kann eine Beziehung auch beide Formen, soziale und formale Beziehungen, enthalten. So könnte z.B. Person A mit Person B in derselben Firma oder sogar Abteilung zusammen arbeiten (formale Beziehung) und beide wären gleichzeitig privat sehr gut und eng miteinander befreundet (soziale Beziehung). Dies kann für beide Beteiligten positive Auswirkungen wie z.B. eine gute Zusammenarbeit, blindes Verstehen und daraus eine gute resultierende Leistung oder auch negative bzw. erschwerende Auswirkungen bedeuten wie z.B. Schwierigkeiten bei der Unterscheidung und Abgrenzung von privat und geschäftlich oder Kollege und Freund.

Im Zusammenhang mit dem Beziehungsbegriff werden häufig Netzwerktheorien oder auch speziell der Begriff des sozialen Netzwerkes genannt. Ein soziales Netzwerk bezeichnet James Clyde Mitchell als Gesamtgeflecht der Beziehungen eines Individuums. Darüber hinaus beschreibt er es als eine spezifische Ansammlung von Verbindungen zwischen einer definierten Anzahl von Beteiligten. Soziale Netzwerke ähneln nach Robert Hine einem locker geknoteten Fischernetz, bei dem die einzelnen Personen als Knoten gesehen werden und die Verbindungslinien der Knoten als die zwischen ihnen bestehenden spezifischen Sozialbeziehungen unterschiedlicher Größe und Ausprägung. Auch Georg Simmel formulierte bereits vor einem Jahrhundert, dass die Idee von der Gesamtheit sozialer Beziehungen einem geometrischen Gebilde gleichkommt. Er ging davon aus, dass „die Sphäre des Zwischenseins, in der es keine selbstständigen Existenzen gibt, nichts anderes darstellen kann, als einen Bereich von zahllosen Verbindungen, Verflechtungen und Verknotungen“ (Simmel 1968, S.10). Die Stärke des Netzwerkkonzeptes zeigt sich insbesondere dadurch, dass es im hohen Maße individuelle Verhaltensweisen und Einstellungen festlegt und Chancen und Beschränkungen wichtiger Ressourcen im Sinne der Theorie des sozialen Kapitals von Pierre Bourdieu zur Verfügung stellt. Soziale Netzwerke wirken auf Handlungsmöglichkeiten und Normen ein, in denen die Individuen und Gruppen situiert sind. Durch sie wird der Zugang zu Ressourcen geregelt und das Verhalten der einzelnen Personen und Gruppen beeinflusst. Kurz gesagt ist das soziale Netzwerk eines Individuums vergleichbar mit einem eigenen Wirtschaftssystem von Beziehungen, welches mehr oder weniger effektiv gestaltet werden muss, um erhalten zu bleiben und wachsen zu können. Das soziale Netzwerk umfasst zum einen die zwischenmenschliche Umwelt und zum anderen die bereitstehenden und möglichen Ressourcen, aus denen der Einzelne Notwendigkeiten und Annehmlichkeiten des grundlegenden Soziallebens beziehen kann (vgl. Weyers 2007, S.32 ff).

2.2 Ambivalenzen in sozialen und beruflichen Beziehungen

Ambivalenz wird allgemein als die Gleichzeitigkeit von widersprüchlichen Einstellungen, Gefühlen und Reaktionsweisen definiert. Eine Situation bzw. ein Phänomen wird als Zwiespalt erfahren, wenn es zugleich Zuneigung und Abneigung erzeugt. Häufig entsteht dadurch für das Subjekt ein Gefühl von Zerrissenheit, welches unauflösbar und unüberwindlich scheint (vgl. Duden online 2011).

Auch in der Soziologie wurde die Thematik der Ambivalenz in Beziehungen mehrfach aufgegriffen. Georg Simmel und Norbert Elias haben in ihren Arbeiten Ambivalenz als soziale Erscheinung in Vergesellschaftungs- und Modernisierungs-prozessen beschrieben. Darüber hinaus hat Merton dazu beigetragen, dass Ambivalenz als eine wesentliche Eigenschaft sozialer Beziehungen aufgefasst wird. Er zählt somit als wichtiger Vordenker zur Beschreibung sozialer Beziehungen. Auch Kurt Lüscher, Professor für Soziologie an der Universität Konstanz, hat sich in seinen Arbeiten mit dem Thema Ambivalenz differenziert und intensiv beschäftigt. In seinen Publikationen, die auf seiner Homepage vorzufinden sind, beschreibt er konkret und verständlich, was er unter Ambivalenzen versteht:

„Von Ambivalenzen kann gesprochen werden, wenn gleichzeitige, auseinanderstrebende Gegensätze des Fühlens, Denkens, Handelns, Wollens und der Beziehungsgestaltung, die für die Konstitution individueller und kollektiver Identitäten relevant sind, zeitweise oder dauernd als unauflösbar interpretiert werden. Diese Interpretationen kann durch die Beteiligten oder durch Dritte (z.B. Therapeuten, Wissenschaftler) erfolgen“ (Lüscher 2011).

Darüber hinaus geht er auch darauf ein, was diese Ambivalenzen für mögliche Funktionen erfüllen bzw. welche Auswirkungen diese Ambivalenzen auf die jeweiligen Personen haben könnten. Seine Ansicht diesbezüglich wird anhand eines weiteren Zitats deutlicher:

“Mit dem Konzept der Ambivalenz lassen sich spezifische Arten des individuellen und kollektiven Erfahrens und Erlebens umschreiben. Sie treten auf, wenn wir auf der Suche nach der Bedeutung von Personen, sozialen Beziehungen und Tatsachen ("Objekten"), die für die Entfaltung unserer Identität und unserer Handlungsbefähigung wichtig sind, zwischen polaren Widersprüchen des Fühlens, Denkens, Wollens oder sozialer Strukturen oszillieren, die zeitweilig oder dauernd unlösbar scheinen. Der Umgang mit Ambivalenzen kann belastend sein, aber auch zu innovativen Denk- und Verhaltensweisen anregen“ (Lüscher 2011).

In der Beschreibung des Konzeptes der Ambivalenz von Lüscher werden speziell auch soziale Beziehungen erwähnt. Diese können im Alltag in unterschiedlichsten Situationen, Formen und Ausprägungen auftauchen und positive Auswirkungen z.B. Erkenntnisse oder kreatives Handeln in Musik, Kunst oder Literatur fördern oder negative Auswirkungen wie z.B. einen Konflikt in einer privaten partnerschaftlichen Beziehung mit sich bringen. Ein Beispiel für eine negative Auswirkung einer Ambivalenz in einer sozialen Beziehung könnte z.B. sein: Mann und Frau können einerseits nicht ohne den anderen und andererseits wollen sie sich trennen bzw. den anderen loswerden. Infolge dessen machen sie sich gegenseitig das Leben schwer und ihr Alltag ist geprägt von Streit und körperlichen Auseinandersetzungen. Oder manch andere Paare lieben sich über Jahre oder Jahrzehnte und nach der Trennung reden sie kein Wort mehr miteinander und wollen mit dem anderen nichts mehr zu tun haben. Dies kann auch als Sympathie und Antipathie im Rahmen des Konzeptes von Ambivalenz verstanden werden. Gerade beim Erstkontakt oder bei der Kontaktaufnahme spielen diese beiden Gegensatzpaare ebenfalls eine wichtige Rolle. Entweder kann dadurch der Grundstein für eine gute Beziehung geschaffen werden oder eine Blockade bzw. Störung. In der Umgangssprache hört man auch öfter den Satz: „ Die Person ist nett, aber irgendwie nicht sympathisch“. Dieser Satz zeigt eine sehr gängige Ambivalenz. Man kann nichts Schlechtes über die Person sagen, aber die eigene Reaktion zeigt sich in einem Gefühl, welches sich eher in Richtung Abneigung bzw. Antipathie äußert oder tendiert. Ebenso zeigen verschiedene Kommunikationsmodelle wie z.B. das von Schulz von Tun, bei dem die Nachricht unterschiedlich oder genauer gesagt auf vier Ebenen verstanden werden kann oder das Modell von Watzlawick (5 Axiome bzw. Grundsätze der Kommunikation), dass sich auch durch Missverständnisse unterschiedliche Ambivalenzen entwickeln können. Ein Beispiel dafür wäre, dass eine Person meint, sie habe den anderen verstanden, jedoch war die Botschaft des Gegenübers eine andere. Vielen dieser Missverständnisse kann vorgebeugt werden, indem man sich mit diesen Modellen auseinandersetzt und diese in Gesprächen situativ und handlungsorientiert anwendet. Dabei ist eine kontinuierliche Überprüfung des eigenen Denkens und Handelns sowie bei Bedarf eine angemessene Empathie sehr hilfreich. Gerade in Teams und in beruflichen Beziehungen ist die Kommunikation ein entscheidender und wichtiger Aspekt für die Problemlösung. Ohne Kommunikation gibt es keine Problemlösung.

Der Umgang mit Nähe und Distanz, Vertrautheit und Fremdheit oder Ähnlichkeit und Verschiedenheit ist ein interessantes Phänomen in privaten sowie in beruflichen Beziehungen. Beziehungen werden in der Spannung zwischen unterschiedlichen Gegensatzpaaren und zwischen individuellen Subjekten geführt. Meist liegt das Geheimnis des Gelingens in dieser Hinsicht in der Mitte bzw. Balance zwischen den beiden Gegensatzpaaren. Die Balance ist jedoch in jeder Beziehung unterschiedlich gelagert und muss mithilfe von Kommunikation und Interaktion, einer aufmerksamen, fein justierten Wahrnehmung, einer kontinuierlichen Überprüfung des eigenen Handelns und Denkens sowie des Gegenübers und durch ein gutes Gespür sowie Taktgefühl permanent abgestimmt werden. Dabei sind zusätzlich Situation, Entwicklung und Geschichte der Beziehung sowie die jeweiligen Rahmenbedingungen und viele weitere Aspekte miteinzubeziehen. So gesehen sollte man in Beziehungen die Grenzen und die Emotionen des Gegenübers stets wahren und Interesse, Akzeptanz sowie ehrliche Wertschätzung in authentischer nicht aufgesetzter Weise zeigen. Offenheit, Toleranz, Neugier sowie Abstand und Abgrenzung sollten ebenso taktvoll und situativ abgestimmt werden und wohlüberlegt eingesetzt werden. Im Arbeitsleben spielen diese Gegensatzpaare Nähe und Distanz, Vertrautheit und Fremdheit oder Ähnlichkeit und Verschiedenheit eine wichtige Rolle. Aufgrund der Ökonomisierung, der Globalisierung, der Individualisierung, der Veränderung von Hierarchien, Arbeitsformen und vielem mehr muss jeder Einzelne und das jeweilige Kollektiv diese Ambivalenzen intensiver und häufiger und aufs Neue überprüfen, da der Teamarbeit und der Nutzung sozialer Netzwerke in unserer heutigen Gesellschaft zunehmend eine zentrale und entscheidende Bedeutung zugesprochen wird.

Auch die Gegensatzpaare wie Autonomie und Abhängigkeit, Steuerbarkeit und nicht Steuerbarkeit sowie Solidarität und Individualität sind in vielen Beziehungen vorzufinden. Dies kann man gut am Beispiel einer Organisation erklären. Ein Mitarbeiter hat Probleme mit den Kollegen im Team, deshalb wird ein externer Berater zur Klärung herangezogen. Geht man dabei von einem systemischen Grundverständnis aus, so kann der Berater vielleicht dem einzelnen Mitarbeiter, wenn dieser gewillt ist etwas zu ändern, helfen, indem er mit ihm gemeinsam eine Lösung entwickelt wie z.B. dass der Mitarbeiter selbst mit der Situation besser umgehen kann. Daraus kann wiederum eine Wechselwirkung mit den anderen Kollegen entstehen und dadurch möglicherweise auch eine Veränderung für das gesamte Team. Somit bleibt der Mitarbeiter ein Stück weit autonom und steuerungsfähig in Bezug auf sich selbst und gleichzeitig in Bezug auf die Beziehung zu den Kollegen. Jedoch hat der Berater in der Regel nur beschränkt Einfluss auf die Einstellungen oder Denkweisen der Kollegen, die Richtlinien in der Arbeit oder ähnliches. So gesehen sind die einzelnen Personen durch die gemeinsame berufliche oder soziale Beziehung zum Teil voneinander abhängig, stehen in gegenseitiger Wechselwirkung und sind zum Teil auch gleichzeitig autonom bzw. steuerungsfähig. In der Arbeitswelt wird in diesem Zusammenhang auch häufig von Rechten und Pflichten oder von Freiheiten und Strukturen gesprochen.

Die Ambivalenz zwischen Solidarität und Individualität kann man am besten am Beispiel eines Mannschaftssports wie Fußball erklären. Zum einen möchte man in der Regel dem Team helfen, ein Ziel z.B. einen Sieg oder eine Meisterschaft zu erreichen, aber zum anderen möchte man auch als Spieler selbst erfolgreich sein z.B. möglichst viele Tore schießen oder Anerkennung gewinnen. Ähnliche Ambivalenzen sind auch häufig im Berufsleben zu erkennen. Zum einen will ein Arbeitnehmer in der Regel die Ziele der Firma durchsetzen wie u.a. hohe Umsätze um z.B. infolge dessen in der Firma angesehen und akzeptiert zu werden oder den befreundeten Kollegen zu unterstützen. Auf der anderen Seite möchte er auch für sich selbst einen Vorteil wie z.B. höheres Gehalt, Kontakte oder Erfahrungen aus der Sache ziehen. Wechselt man jedoch die Perspektive vom Arbeitnehmer zu Arbeitgeber, ist es meist umgekehrt. Dem Arbeitgeber ist höchstwahrscheinlich Loyalität wichtiger wie z.B. Umsätze sollen stimmen, Firmenziele sollen erreicht werden als Individualität z.B. die Bedürfnisse des Einzelnen. Beiden Seiten gleichermaßen gerecht zu werden, ist meist nur schwer zu erfüllen. Deshalb muss eine Entscheidung getroffen werden, welche eher eine Tendenz in Richtung Solidarität oder Individualität aufweist. Dadurch sind Meinungsverschiedenheiten, Missverständnisse oder Spannungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber bzw. zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem oft vorprogrammiert oder nur schwer vorzubeugen.

Auch in der motivierenden Gesprächsführung, in der die Beziehung ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, gehören Ambivalenzen zum Lösungsprozess dazu und zählen als entscheidendes Veränderungskriterium. Gerade für die Phase, in der Diskrepanzen und Wiederstände aufgegriffen werden, ist es wichtig, pro und kontra gegenüberzustellen und abzuwägen, um die aktuelle und individuelle Motivation und Lösung des Beteiligten herauszukristallisieren. Ambivalenzen sind fester Bestandteil von Beziehungen und zeigen sich in unterschiedlichster Art und Weise sowie Ausprägung und Intensivität. Für jeden Einzelnen und auch für das Kollektiv ist es wichtig, diese wahrzunehmen, mit ihnen umzugehen und auch deren positive Wirkungen zu erkennen, zu schätzen und diese gezielt zu nutzen.

3. Grundannahmen Pierre Bourdieus

3.1 Definition von Habitus, Geschmack und sozialem Raum

Am 23. Januar 2002 starb der wahrscheinlich bedeutendste Anthropologe des 20. Jahrhunderts an Lungenkrebs. Sein Name war Pierre Bourdieu. Im Verlauf mehrerer Jahrzehnte hatte er anhand seiner kritischen Ansicht gegenüber seiner eigenen Arbeit, anhand der Sensibilisierung für die eigene Stellung in der Gesellschaft sowie anhand seiner Auseinandersetzung mit verschiedenen Gegenständen ein eigenes soziologisches Begriffssystem hervorgebracht und kultiviert. Zudem war er stets der Ansicht, dass zur Wissenschaft auch die Selbstreflexion gehöre. Dies wird insbesondere in einem Zitat aus seinem Buch „Ein soziologischer Selbstversuch“ deutlich. Dort schreibt er: „Verstehen heißt zunächst das Feld zu verstehen, mit dem und gegen das man sich entwickelt“ (Bourdieu, 2002, S.11). Bourdieu schrieb mehr als 400 Artikel und Aufsätze sowie 40 Bücher, welche in vierundzwanzig Sprachen übertragen wurden. Diese vielseitigen Werke gehören heute zur Grundliteratur in den unterschiedlichsten Bereichen wie z.B. der Ethnologie Algeriens und Frankreichs, der Sprache, der Religion, der Philosophie, der Kunst, des Geschmacks, der Klassen, des Geschlechts, der Intellektuellen, der Soziologie der Ausbildung, der Wissenschaft und der Politik. Andere Beiträge von ihm beeinflussten die Geschichtswissenschaft und die Ästhetik, ermöglichten einen Gedankenaustausch mit Künstlern und Schriftstellern, urteilten streng über den Journalismus und über den Neoliberalismus und ergänzten die Erkenntnistheorie der Sozialwissenschaften sowie der Negativen Philosophie (vgl. Rehbein, Saalmann, Schwengel 2003, S.7 ff).

Aufgrund des Erfolges und seines weitreichenden Schaffens kommt möglicherweise die Vermutung auf, dass Bourdieu gute Startvoraussetzungen in Form von hoher Bildung des Elternhauses, finanzieller Mittel oder ähnliches hatte. Diese Annahme bestätigt sich jedoch nicht, wenn man vor allem seine Kindheit näher betrachtet. So wuchs Pierre Bourdieu in einfachen Verhältnissen in einem Dorf am Fuß der Pyrenäen auf. Sein Vater war Bauer und anschließend Briefträger. Aufgrund von frühen schulischen Erfolgen erlangte er ein staatliches Stipendium für den Besuch der Schule in Pau und später der Hochschule in Paris. Mit 22 Jahren erlangte er bereits den Höhepunkt des französischen Bildungswesens, als er die Agrégation in Philosophie auf der Ecole normale supérieure absolvierte, wie bereits zuvor namenhafte Persönlichkeiten wie Durkheim, Sartre, Merleu- Ponty und Foucault. Im Anschluss weigerte er sich jedoch, den doctorant d`Etat abzulegen. Aufgrund seines Militärdienstes im kolonialen Algerien und aufgrund der Erlebnisse mit den sozialen Umwälzungen und des menschlichen Leidens im Befreiungskrieg fand seine damalige soziologische Feldforschung, welche die Verknüpfung von der Geschichte der Wissenschaften mit der Phänomenologie und der Biologie zum Gegenstand hatte, ein sofortiges Ende. Während seines Aufenthalts in Algerien wechselte er von der Philosophie zur Ethnologie und schließlich zur Soziologie. Anschließend erlernte er den Beruf des Sozialwissenschaftlers und startete seine umfassende und intensive Forschung zahlreicher Formen und Mechanismen sozialer und symbolischer Herrschaft. Diese nahm insgesamt mehr als vier Jahrzehnte in Anspruch. Speziell die risikoreiche Feldforschung und die umfangreichen und beachtlichen Erhebungen, welche im Zeitraum zwischen 1958 und 1964 von Bourdieu in Algerien ausgeführt wurden, bildeten später die wissenschaftliche Grundlage seiner Theorien und wirkten sich auf zahlreiche ethnologische Texte wie z.B. „Ehre und Ehrgefühl“ oder „Der Dämon der Analogie“ etc. aus (vgl. Waquant 2003, S.17 ff). In seinen zentralen theoretischen Konzepten wie Habitus, Kapital, Feld und vielseitigen Forschungsgegenständen widmete er sich insbesondere der Thematik der ungleichen, klassenspezifischen Voraussetzungen des Zugangs zu materiellen und kulturellen Gütern sowie zur gesellschaftlich rechtmäßigen Bildung. Dabei analysierte er nicht nur die objektiven Aspekte wie z.B. Geschlecht, soziale Herkunft, Einkommen, Klassenzugehörigkeit und Wohnsituation, sondern auch die subjektiven Aspekte der sozialen Lage der Individuen wie z.B. moralische oder politische Haltungen, die sozialen (Selbst-) Zuschreibungen, die Wahrnehmung und die Beurteilung von Kunst (vgl. Zander 2003, S.102).

In seinem Buch „La distinction“ (dt. Die feinen Unterschiede), welches bis heute als sein Durchbruch gilt, untersuchte und beschrieb Bourdieu, wie sich Klassenbewusstsein durch Unterschiede wie Geschmack produziert und reproduziert. Durch diverse Beispiele verdeutlichte er, wie sich Gruppen durch feine Unterschiede in Konsum und Gestus von der jeweils niedrigeren Klasse abgrenzen. Ebenso beabsichtigte er damit, Zusammenhänge zwischen Sozialstruktur und Lebensstil aufzudecken. Dieses wichtige Werk dient als Grundfundament für das Verstehen seines soziologischen Begriffssystems sowie insbesondere dem Kern seiner Ansichten und Aussagen in Bezug auf soziale Beziehungen und soziale Netzwerke sowie das darin enthaltene soziale Kapital. In den Theorien von Bourdieu werden grundsätzlich drei zentrale Begrifflichkeiten explizit thematisiert und erklärt. Die bereits erwähnten Begriffe lauten: Habitus, Geschmack und sozialer Raum. Der Begriff Habitus nimmt in der Theorie von Pierre Bourdieu eine zentrale Rolle ein. Eine Definition, die Bourdieus Begriff Habitus vereinfachter beschreibt, lautet folgendermaßen:

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Details

Seiten
71
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656629146
ISBN (Buch)
9783656629153
Dateigröße
672 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v271910
Institution / Hochschule
Hochschule München
Note
1,3
Schlagworte
Soziale Beziehungen Ambivalenzen Bourdieu Soziales Kapital Vitamin B Bewährungshilfe Habitus Klassenbewusstsein berufliche Beziehungen Teilhabe an der Gesellschaft Netzwerke Systeme Abgrenzung durch Geschmack

Autor

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Titel: Die Macht des sozialen Kapitals. Theoriebausteine für die Gestaltung beruflicher Beziehungen