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Montessori Pädagogik.Empirische Forschungen zum reformpädagogischen Bildungskonzept

Seminararbeit 2013 14 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

2. Maria Montessori – Leben und Werk einer außergewöhnlichen Frau

3. Montessori-Pädagogik
3.1. Das Kind im Mittelpunkt
3.2. Die vorbereitete Umgebung
3.3. Der vorbereitete Erwachsene
3.4. Didaktische Prinzipien und Werteerziehung
3.5. Vor- und Nachteile der Montessori-Pädagogik

4. Empirische Forschungen zum reformpädagogischen Bildungskonzept
4.1. „VERA“ (2004)
4.2. Die Milwaukee-Studie (2005)
4.3. Einzelfallstudien in Montessori-Grundschulen zu Lernprozessen von hochbegabten Kindern (2007)
4.4. Österreichische Studie (2004)

5. Persönliche Schlussfolgerung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

„Hilf mir es selbst zu tun!“

„Das Interesse des Kindes hängt allein von der Möglichkeit ab,

eigene Entdeckungen zu machen.“

„Nicht das Kind sollte sich der Umgebung anpassen,

sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen.“

Dies sind nur einige der unzählig häufig zitierten Aussagen der weltberühmten Reformpädagogin Maria Montessori. Doch was beinhalten diese Aussagen, was bedeuten sie für die Pädagogik und wer ist eigentlich diese Person, die diese so eindeutige Einstellung vertritt? Mit diesen Fragen sowie den möglichen Vor- und Nachteilen der Montessori-Pädagogik möchte ich mich im Zuge der folgenden Seminararbeit auseinandersetzen. Zudem soll die Darstellung einiger empirischer Studien die Leser/Leserinnen darüber informieren, welche Ergebnisse Schüler/Schülerinnen von Montessori-Schulen bei Lernstandserhebungen erzielen, im Vergleich zu Schülern/Schülerinnen von Regelschulen.

Diese Fragestellung ist vor allem durch ihre Aktualität sehr interessant, denn Forschungen beschäftigen sich seit der PISA-Studie und den österreichweiten Bildungsstandardüberprüfungen vermehrt mit den Ergebnissen von Montessori-Schülern/Schülerinnen. Die Vergleiche mit herkömmlichen Schulen und die Auseinandersetzungen mit den Pro und Kontras von alternativen Schulen bewirken nicht zuletzt einen stetig größer werdenden Zulauf an reformpädagogischen Einrichtungen.

Ob diese Entwicklung ein Resultat aus einer über hundert Jahre erprobten Pädagogik ist und welche kritischen Aspekte dabei zu beachten sind, soll in der folgenden Arbeit überblicksmäßig erläutert werden.

2. Maria Montessori – Leben und Werk einer außergewöhnlichen Frau

Um eine pädagogische Richtung zu verstehen, muss auch der historische Hintergrund, die Lebensweise sowie die Einstellung der Menschen zu dieser Zeit beachtet werden.

Das folgende Kapitel soll einen Einblick in das Leben und Schaffen von Maria Montessori geben, um die Entstehung und Entwicklung ihrer Pädagogik nachvollziehen zu können.

Maria Montessori wird am 31. August 1870, in einer kleinen Stadt in der Provinz Ancona, als einziges Kind von Renilde und Alessandro Montessori geboren. Sie wächst in einer großbürgerlichen Familie auf und trotz der autoritären Erziehungsmuster zu dieser Zeit, wünscht sich ihre Mutter eine liberale Erziehung für ihre Tochter. Die Kritik an den vorherrschenden Unterrichtsmethoden „Pauk und Drill“ sowie der Wunsch, das starre Bildungssystem zu verändern sind daher vermutlich biografisch, aus ihrer eigenen Schulzeit, begründet. (Vgl. Klein-Landeck/Pütz 2012, S. 9)

Bereits in der Schulzeit, die sie in Rom absolviert, stehen Naturwissenschaften, Mathematik und Physik für sie im Vordergrund. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Zulassung zum Medizinstudium, sie ist die einzige Studentin in ihrem Fachbereich, schließt Maria Montessori am 10. Juli 1896 ihr 1892 begonnenes Medizinstudium an der Universität von Rom als erste „Dotoressa“ ab. 1897 erhält sie ihre erste Stelle als Ärztin, nachdem sie ihre Bewerbung unter einem männlichen Pseudonym verfasst hat, beim Vorstellungsgespräch jedoch überzeugen konnte. Nun beginnt ihre Tätigkeit an einer Psychiatrischen Klinik und sie kommt mit den dort lebenden Kindern in Kontakt. Hier begründet sich ihr Wunsch, die Kinder ihren Bedürfnissen entsprechend zu fördern, um ihr unwürdiges Dasein zu beenden.

Am 31. März 1898 wird sie selbst Mutter. Sohn Mario wird geboren, welcher unehelich aus der Beziehung zum Klinikkollegen Doktor Montesano entstand. Vor allem ihre Mutter Renilde befürchtet das Ende ihrer Karriere, daher traut sich Maria Montessori erst nach dem Tod ihrer Mutter 1912 ihren Sohn zu sich zu holen. (Vgl. Klein-Landeck/Pütz 2012, S. 10ff.)

1900 beginnt ihre erste pädagogische Tätigkeit an einem medizinisch-pädagogischen Institut zur Ausbildung von Lehrern/Lehrerinnen für die Erziehung geistig behinderter Kinder.

Am 6. Januar 1907 eröffnet Maria Montessori das erste Kinderhaus in San Lorenzo, einem römischen Elendsviertel. Mit etwas gespendetem Spielzeug, Papier, Farben und dem Lehrmaterial, welches sie nach den Studien von Itard und Séguin entworfen hat, beginnt sie mit den Kindern ihre Methode zu entwickeln. Ihre dort gemachten Beobachtungen sowie die daraus resultierenden Erfahrungen veröffentlicht sie in ihrem Buch „Il metodo della pedagogica scientifica…“. (Vgl. Eichelberger 2008, S. 11)

1911 wird die Montessori Methode in englischen und argentinischen Schulen praktiziert sowie in italienischen und schweizerischen Volksschulen eingeführt. Modellschulen entstehen auch in Paris, New York und Boston. Ab 1913 ist sie international tätig und hält Vorträge in Europa, Amerika und Asien. Maria Montessori besucht auch Österreich, woraufhin Wien zum Zentrum der Montessori-Pädagogik in Österreich wird.

1929 gründet sie gemeinsam mit Sohn Mario die „Association Montessori International“ (AMI) in Berlin, welche seit 1935 ihren Sitz in Amsterdam hat. (Vgl. Klein-Landeck/Pütz 2012, S. 12ff.)

Montessori erlangt weltweit Anerkennung und ist berühmt für ihre pädagogischen Ideen, mit denen sie die Lernbedingungen von Kindern verbessern möchte. Ihre Bekanntheit ermöglicht ihr den Austausch mit anderen großen Persönlichkeiten, wie Sigmund Freud, Peter Petersen, John Dewey, Helen Parkhurst, Jean Piaget und Mahatma Gandhi.

Faschismus und Nationalsozialismus zwingen sie allerdings 1939 zum Verlassen Europas, denn nachdem sie sich Mussolini nicht beugen will, werden alle Montessori-Schulen in Italien geschlossen. Auch in Österreich werden die Bemühungen in den Montessori-Einrichtungen von den Nationalsozialisten gestoppt. Bis 1946 hält sie sich mit Sohn Mario in Indien auf und entwickelt unter anderem die heute so bekannte „Kosmische Erziehung“. Nach vielen Vortragsreisen in Europa stirbt sie im Alter von 82 Jahren, am 6. Mai 1952, in Noordwijk aan Zee, Niederlande. (Vgl. Klein-Landeck/Pütz 2012, S. 14f.)

Die Vorstellungen Maria Montessoris von einer kindgerechten Pädagogik bestehen auch 60 Jahre nach ihrem Tod noch weiter. In Österreich entstehen Ende der siebziger Jahre in einzelnen Bundesländern wieder Montessori-Initiativen, die den Grundstein für die heute in ganz Österreich verbreitete Montessori-Pädagogik legen. Laut Österreichischer Montessori Gesellschaft, ein Dachverband von Montessori-Schulen, Montessori-Kinderhäusern sowie der Montessori-Akademie, gibt es allein in Österreich zirka 100 Einrichtungen. (Vgl. Montessori-Zentrum Wien 2011)

Der Erfolg der Montessori-Pädagogik kann vermutlich darauf zurück geführt werden, dass das pädagogische Konzept nicht lediglich für Kinder entwickelt wurde, sondern vielmehr mit und von Kindern konzipiert worden ist. (Vgl. Eichelberger 2008, S. 10)

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Details

Seiten
14
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656627579
ISBN (Buch)
9783656627609
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v271735
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Oberösterreich
Note
sehr gut
Schlagworte
montessori pädagogik empirische forschungen bildungskonzept

Autor

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Titel: Montessori Pädagogik.Empirische Forschungen zum  reformpädagogischen Bildungskonzept