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Comics. Das Superheldengenre und die Entwicklung zum Film

Am Beispiel von Superman und Spider-Man

von Laura Becker (Autor)

Hausarbeit 2010 11 Seiten

Kunst - Computerkunst, Medienkunst

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Marvel und DC
2.1  Das Zeitalter von Superman
2.2  Neue Helden Comic und Film

3. Das Superheldengenre
3.1  Rückblick auf das Superheldengenre
3.2  Charakterisierung von Superhelden

4. Superman und seine filmische Metamorphose Der moderne Mythos
Superman-Filme der 1970er und 1980er Jahre
Superman Returns
Braucht die Welt einen Superman?

5. Literaturverzeichnis

6. Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Comics und Filme zählen zu den populärsten Ausdrucksformen unserer Zeit. Eine Comicverfilmung basiert auf einem Comic bzw. auf einer Person aus einem Comic. Als Alternative zum konventionellen seriellen Format der in sich abgeschlossenen Graphic Novel, bietet die Verfilmung neue dramaturgische Möglichkeiten. In den letzten Jahren gab es daher in Hollywood eine Flut an Comicadaptionen wie z. B. Batman, X-Men, Spider-Man oder Iron-Man. Die Batman-Adaption The Dark Knight hat gezeigt, wie erfolgreich eine Comicverfilmung sein kann, da dieser Film aus dem Jahr 2008 weltweit über eine Milliarde Dollar einspielte. Vor allem die Verfilmungen des Subgenres der Superhelden-Comics erfreuten sich in den letzten Jahren einer immer größer werdenden Beliebtheit. Hollywood erzählt z. B. die tragische Lebensgeschichte des Superman-Darstellers George Reeves von 2006, der an der Festlegung seiner Rolle des ewigen Retters zerbrach. Auch die neueren Superhelden-Adaptionen wie z. B. Ang Lees „Hulk“ von 2003 und Christopher Nolans „Batman Begins“ von 2005 zeigen sich immer mehr selbstreflexiv. Der mehrfach preisgekrönte Animationsfilm „The Incredibles“ (Die Unglaublichen von 2004) des Regisseurs Brad Bird erzählt die Geschichte der klassischen Superhelden-Comics in einem detailverliebten selbstironischen Familienfilm. Ausgelöst hatte Tim Burton den Superhelden-Boom, als er 1989 den Verbrechensbekämpfer Batman von albernen Gymnastikhosen befreite und zeitgemäß düster darstellte. Später sorgte die computergestützte Effekttechnik für eine eindrucksvolle Darstellung der fliegenden Superhelden. Das Superheldentum verdeutlicht hier unsere gehetzte Leistungsgesellschaft, in der Schwächen verboten sind und ist daher auch ein realer Anspruch an unseren Alltag geworden. Das Superheldengenre und die Entwicklung zum Film am Beispiel von Superman und Spider-Man werden hier näher betrachtet.

2. Marvel und DC

In den 1980er Jahren wurden die Superheldengeschichten der Verlage Marvel und DC in der spanischen Comic-Serie „Super Lopez“ miteinander vermischt. In „Super Lopez“ wird der Superman-Comic aus dem Verlagshaus DC parodiert. Marvel platziert die Superhelden in glaubwürdige urbane Milieus und lässt diese dabei humorvoll und ironisch aussehen, ohne die Glaubwürdigkeit ihrer Person ins schlechte Licht zu rücken. Die menschliche Seite der Figur eines Superhelden wurde hier stärker betont, wodurch die Superkräfte wiederum hervorgehoben werden konnten. „Super Lopez“ nähert sich in seiner Erzählweise dem Marvel Verlag an. Hier entwickelt sich die Figur des Marvel-Helden Peter Parker, bekannt als Spider-Man, der im alltäglichen Leben zu kämpfen hat und als schwächerer Superman dargestellt wird. Seine Menschlichkeit wird ebenso wie seine Superkraft betont.[1]

2.1 Das Zeitalter von Superman

Die Comic-Figur Superman wurde 1938 von Joe Shuster und Jerry Siegel erfunden und beherrschte seinerzeit den Markt der Superhelden-Comics. Auch Tarzan und Prinz Eisenherz zählten zu den Comic Helden. Sie hatten besondere Fähigkeiten und ihnen gelang einfach alles. Superman tritt mit seinem Kostüm aus der Zeit des Pop-Art-Designs im Jetzt seiner Zeit auf. In der Identität als Clark Kent arbeitet er bei einer Zeitung sowie Spiderman später ebenfalls. Superman bot die Möglichkeit, die in einer Stadt reflektierenden Probleme der Welt gleich vor Ort lösen zu können. Das Comic Heft vereinfachte hier den Zugriff auf die Welt und sogar auf das Universum. Mit der Einführung weiterer Superhelden und Heldinnen kam dann der Einschnitt in die Kontinuität der Geschichte von Superman. Die Grenze der Phantasie war erreicht und hätte zusätzliche Arbeit erfordert.[2]

2.2 Neue Helden

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Superman als Überheld an Popularität. In den 1950er Jahren wurde bei Timely unter dem Namen des eigenen Vertriebs Atlas Comics das Programm verändert. Western-, Horror- und Kriminal-Geschichten, Humor- und Tier-Titel ersetzten das Superhelden-Programm. In den 1950er und 1960er Jahren konnten die Superhelden-Comics zu einer Renaissance geführt werden. Populär wurde vor allem „The Justice League of America“. 1961 erschien das Comic-Heft, das von Marvel Age gegründet wurde mit „The Fantastic Four“. Die Verlage richteten verstärkt ihre Aufmerksamkeit auf die Helden-Gruppe. Dennoch war der erfolgreichste Akteur dieses neuen Zeitalters der Solo-Held Peter Parker, auch besser als Spider-Man bekannt. Spider-Man als Zwischenweltler wurde in kosmische Konflikte eingebunden und bekämpfte ebenso kleinere Verbrechen in der Großstadt. Die Erzählmaxime der Magic Marvel Moments, die auch einer Soap gleichen, reflektieren unseren Alltag und wollen eine Ordnung in ein übergroßes Universum bringen, welches die Comic-Autoren kontinuierlich erweitern konnten. Die Qualität der Superman-Geschichten veränderte sich somit auch in ihrem Charakter. Superman erhielt menschlichere Charakterzüge. Dieses veränderte Bild Supermans wurde später auch in der TV-Serie Lois & Clark (The New Advertures of Superman von 1993-1997) aufgegriffen. Im Jahr 1962 erschien Spider-Man erstmals. In dieser Figur sind markante Unterschiede zu erkennen. So sind der ganze Körper und das Gesicht von Spider-Man mit einem Kostüm bedeckt. Als Figur ist Spider-Man ein gespaltener Held, der aus seinem unspektakulären Teenager-Dasein in die Rolle des Superhelden schlüpft. Superman im Vergleich dazu hat bereits bei seiner Ankunft auf der Erde das Potenzial zum Superhelden. Das öffentliche Erscheinungsbild bei Spider-Man und sein Überschreiten der Grenzen der Legalität rufen beim Betrachter jedoch Zweifel hervor. Auch aus diesem Grunde bietet seine Figur eine ideale Identifikationsfigur für die Zielgruppe der Superhelden-Comics. Die Einsamkeit wird auch bei Spider-Man in jedem Comic reflektiert.[3]

[...]


[1] Vgl. Friedrich, Andreas/Rauscher, Andreas: Superhelden zwischen Comic und Film: Film-Konzepte 6,  München: Richard Boorberg Verlag GmbH & Co KG, 2007. S.11-12.

[2] Vgl. Ebd. S. 12-13.

[3] Vgl. Ebd. S. 13-16.

Details

Seiten
11
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656633112
ISBN (Buch)
9783656633129
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v271534
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
2,0
Schlagworte
Comic Film Marvel Superman Helden Genre DC

Autor

  • Laura Becker (Autor)

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Titel: Comics. Das Superheldengenre und die Entwicklung zum Film