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Das 4CID-Modell in Anwendung am Beispiel der Kompetenz SONGRECORDING im Beruf des Toningenieurs

Studienarbeit 2008 20 Seiten

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell
2.1 Die vier Ebenen des 4CID-Modells
2.2 Die vier Designkomponenten des 4CID-Modells
2.3 Produktorientierte Problemformate
2.4 Prozessorientierte Problemformate

3 Situiertes Lernen
3.1 Forderungen an die Lernumgebung

4 Die Kompetenz Songrecording
4.1 Die Fertigkeitshierarchie
4.2 Die horizontale Relation
4.3 Die vertikale Relation

5 Annahmen und Aufgabenklassen
5.1 Ausarbeitung der drei Aufgabenklassen
5.2 Drei Lernaufgaben für Aufgabenklasse
5.3 Unterstützende und just-in-time Informationen

6 Didaktische Szenarien und Medien zur Unterstützung

7 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

In den späten fünfziger Jahren hat sich das Instruktionsdesign (Instructional Design oder auch kurz ID) in Nordamerika, später auch in den übrigen englischsprachigen Ländern, in den Niederlanden und Finnland als wissenschaftlich-technologische Teildisziplin der pädago-gischen Psychologie bzw. der empirischen Erziehungswissenschaften entwickelt. Als deren Grundidee lässt sich „stets die systematische und differenzierte Anwendung pädagogisch-psychologischer Prinzipien bei der Konzeption von Lerngelegenheiten bzw. Lernumgebungen“ ange-ben (Niegemann, 2004, S.19). Im Allgemeinen wird als Instruktions-design auch die Aufbereitung von Lehrstoff zur Nutzung auf dem Computer und im Internet bezeichnet, der eine angepasste didaktisch-methodische Strategie erfordert.

Unbestrittener Vater der Instruktionsdesign-Idee ist der 2002 ver-storbene R. M. Gagné. Diesem ging es vor allem um die „Ablösung von Vorstellungen von der richtigen Lehrmethode durch eine Konzeption, die versucht, für unterschiedliche Kategorien von Lernaufgaben und unterschiedliche Lernvoraussetzungen und Rahmenbedingungen die jeweils bestgeeignete Lernumgebung zu finden“ (ebd.).

Eine Weiterentwicklung dieses Ansatzes ist das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell (4CID) von Merriënboer und Dijkstra, das in den neunziger Jahre entstand. Dieses Modell wurde speziell für das Training komplexer kognitiver Fähigkeiten entwickelt, durch die sich z.B. Experten von Laien unterscheiden.

In meiner Arbeit werde ich versuchen, das 4CID-Modell am Beispiel der Kompetenz Songrecording im Beruf des Toningenieurs theoretisch fundiert zu planen, praktisch anzuwenden und das 4CID-Modell in den mediendidaktischen Zusammenhang einzuordnen. Der theoretische Teil der Arbeit soll dabei Grundlage für den praktischen Teil der Arbeit sein, um diesen verständlich zu machen. Der rote Faden meiner Arbeit ist dabei immer der Entwurf eines Blueprints. Im theoretischen Teil werde ich kurz auf lerntheoretische Aspekte des situierten Lernens in Bezug auf das 4CID-Modell eingehen und die wichtigsten Begriffe erklären. Im praktischen Teil der Arbeit werde ich einen Blueprint für einen Lehrplan entwickeln. Dazu soll eine Hierarchie ausgearbeitet und (auch in ihrer Lesbarkeit) beschrieben, vereinfachte Annahmen erstellt und in drei Aufgabenklassen zerlegt und ebenfalls ausgearbeitet werden. Für die erste dieser drei Aufgaben-klassen werde ich drei Lernaufgaben beschreiben. Meine Arbeit wird zusammenfassend und mit einem eigenen Fazit abgeschlossen.

Ich möchte anmerken, dass ich aufgrund der besseren Lesbarkeit in dieser Arbeit auf eine geschlechterneutralisierende Formulierung verzichten werde. Die Textdarstellung erfolgt in männlicher Form, was jedoch keine persönliche Wertung des Autors wiederspiegelt.

2 Das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell

Das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell bezieht sich explizit auf das Training und wurde speziell für das Training komplexer kognitiver Fähigkeiten entwickelt, z.B. im Management und in technischen Bereichen. Komplexe kognitive Fähigkeiten zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass der Aufbau entsprechender Exper-tisen relativ lange dauert. Das Erschaffen dieser Lernumgebungen soll dem Lernenden Kompetenzen vermitteln, die im Beruf notwendig sind und somit auf den Beruf vorbereiten. Der Lernende und seine Lernakti-vitäten stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses und des Modells.

Instruktion bezeichnet jedes systematische Arrangement von Umgebungsbedingungen, das geeignet ist, Kompetenzen und Lernen zu fördern. Damit ist Instruktion deutlich weiter gefasst als Unterricht oder Lehre im schulischen Kontext. Die Vermittlung von Handlungs-wissen ist bei diesem Modell vordergründig und die Wissensver-mittlung ist dem funktional untergeordnet. Wissen wird dabei nicht um seiner selbst willen vermittelt. Das Modell zielt auf Ergebnisse ab, die empirisch gemessen werden können.

2.1 Die vier Ebenen des 4CID-Modells

Das 4CID-Modell basiert auf kognitionspsychologischen Theorien des Lernens und Denkens. Die Vorgehensweise umfasst jeweils vier Ebenen bzw. Schritte (vgl. van Merriënboer, 1997) :

1. Dekomposition (Zerlegung) der zu vermittelnden Fähigkeit (Kompetenz) in ihre konstitutiven Teilfähigkeiten
2. Analyse der konstitutiven Fähigkeiten und das entsprechende Wissen, das erforderlich ist, um die einzelnen Fähigkeiten anwenden zu können
3. Auswahl von Instruktionsmethoden sowohl für das Üben der Teilaufgaben und der kompletten Aufgaben als auch für die Vermittlung des erforderlichen Wissens
4. Komposition (Zusammenstellung) der Trainingsstrategie bzw. die Entwicklung der Lernumgebung

2.2 Die vier Designkomponenten des 4CID-Modells

Namengebend für das 4CID-Modell sind vier Designkomponenten jeweils auf jeder in 2.1 beschriebenen Ebenen zu berücksichtigen (vgl. Abbildung 1):

1. Analyse von Teilfragen (Komponente K, Wissenskompilierung): Die Analyse von Teilfähigkeiten, die bei entsprechend komplexen Aufgaben routinemäßig immer wieder (rekurrierend) angewandt werden müssen und deren Kompilierung (d.h. automatische Ausführung, die wenig kognitive Ressourcen beansprucht) erreicht werden soll. Auf der Basis dieser Analyse erfolgt dann die Konzeption von Teilaufgaben, deren Übung die Routinebildung fördert

2. Wissensanalyse für routinemäßig auftretende Tätigkeiten (Komponente V, Vorwissen/Voraussetzungen): Die Analyse des Wissens, das Voraussetzung ist für die routinemäßig auszu-führende Tätigkeit, sowohl beim Üben von Teilaufgaben wie beim Üben der ganzen komplexen Aufgaben. Auf der Grundlage der Wissensanalyse erfolgt die Konzeption von Instruktionsbe-dingungen (Methoden), die für die Vermittlung dieses Wissens erforderlich sind. Dieses Wissen soll jeweils just-in-time vermittelt werden bzw. verfügbar sein, d.h. genau dann, wenn es bei der Bewältigung der Übungen benötigt wird

3. Aufgabenanalyse bzgl. Heuristischer Fähigkeiten (Komponente I, Induktion): Aufgabenanalysen hinsichtlich der heuristischen Fähigkeiten, d.h. solcher Fähigkeiten, die sich auf die Bewältigung von Teilaufgaben beziehen, die nicht routinemäßig ausgeführt werden können (komplexe Problemlösungen, heuristische Fähig-keiten); darauf aufbauend erfolgt die Konzeption umfassender ganzheitlicher Übungsaufgaben. Das Training soll dabei den Erwerb (Aufbau) kognitiver Schemata durch Elaboration der ent-sprechenden Informationen fördern (Verknüpfung der neuen Informationen mit vorhandenem Wissen usw.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Nicht routinisierbare Fähigkeiten (Komponente K, Elaboration): Die Analyse des Wissens, das nützlich und wichtig ist für die Anwendung der nicht routinisierbaren Fähigkeiten (begriffliche Modelle, Ziel-Mittel-Hierarchien, Kausalmodelle, mentale Modelle) und Konzeption von Instruktionsmethoden, um dieses Wissen im Kontext des Übens ganzheitlicher Aufgaben zu vermitteln. Das Training soll dabei den induktiven Erwerb (Aufbau) kognitiver Schemata durch die Konfrontation mit den konkreten Problemen und Beispielen fördern. Die Lernenden sollen ein tiefes Verständnis für die funktionalen Zusammen-hänge im Kontext der jeweiligen Domäne entwickeln.

[...]

Details

Seiten
20
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656631484
ISBN (Buch)
9783656631422
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v271334
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2,0
Schlagworte
anwendung beispiel kompetenz songrecording beruf toningenieurs

Autor

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