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Unterrichtsstunde: Reported speech (Englisch 7. Klasse)

Anwendung erarbeiteter Merkmale der indirekten Rede mittels Umformung eines Dialogs in indirekte Rede

Unterrichtsentwurf 2011 11 Seiten

Didaktik - Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Begründung zentraler Aspekte der Unterrichtskonzeption:

Die Englischklasse der Jahrgangsstufe 7a wird von mir seit Mitte Juni 2011 im Rahmen des Ausbildungsunterrichts vier Stunden pro Woche unterrichtet. Das Leistungsniveau der 26 SuS ist am bilingualen Gymnasium Rheinkamp mit englischer Partnersprache als gut einzustufen. Die Schüler sind motiviert und neuen Lerninhalten gegenüber sehr aufgeschlossen. Dennoch zeigen sich in dieser Klasse gerade bei leistungsschwächeren Schülern, wenn es um das Sprechen in der Zielsprache geht, Schwierigkeiten und die Schüler neigen dazu, ins Deutsche zu wechseln. Daher ist es gerade in dieser Klasse wichtig, das Ziel des monolingualen Englischunterrichts mittels entsprechender language guards[1] Karten einzuhalten. Die Rolle des language guards, der seine Mitschüler auf die Einhaltung der Zielsprache hinweist, ist den Schülern bekannt und die Schüler mit der zugeteilten Rolle kommen ihrer Pflicht gewissenhaft nach. In der laufenden Unterrichtsreihe „Time to travel“ aus dem Lehrwerk Green Line 3 von Klett, die sich aus dem Aufbau des Lehrwerks und den Kompetenzanforderungen des Kernlehrplans gemäß dem die SuS am Ende der Jahrgangsstufe 8 „ein erweitertes grammatisches Inventar in vertrauten Situationen in der Regel korrekt verwenden“, so dass sie u.a. „Dauer, Wiederholungen, Abfolge von Handlungen und Sachverhalten ausdrücken sowie Handlungen und Ereignisse aktivisch und passivisch darstellen“ können.[2] Der Fokus der vierten Unterrichtsstunde liegt auf der Anwendung erarbeiteter Merkmale der indirekten Rede mittels Umformung eines Dialogs in indirekter Rede, was sich dadurch begründet, dass im Vorfeld, also in der laufenden Unterrichtsreihe, die Umformung von direkter in indirekter Rede eingeführt und eingeübt wurde, so dass diese Unterrichtsstunde als Anwendungsstunde zu verstehen ist. Zusätzlich wird die Anwendung der grammatischen Struktur der indirekten Rede in einem Kontext, der durch die Dialogsituation vermittelt wird, vereint, so dass die SuS „das Gelernte auch auf Situationen außerhalb des Klassenzimmers übertragen können“.[3] Dies dient gleichzeitig auch der Überprüfung hinsichtlich der korrekten Anwendung in schriftlicher wie auch mündlicher Form bisher erarbeiteter Merkmale der indirekten Rede. Die Anwendung gestaltet sich in arbeitsteiliger Gruppenarbeit, wobei die Überprüfung der korrekten Umformung von direkter in indirekter Rede nicht durch den Lehrer, sondern durch Kontrollgruppen erfolgt. Dies begründet sich dadurch, dass dem Aspekt der Schülerorientierung in zweierlei Hinsicht nachgekommen wird: Zum einen wenden die Schüler erarbeitete Kriterien der indirekten Rede selbstständig an und zum anderen überprüfen die SuS sich gegenseitig, so dass Verbesserungsvorschläge von den SuS, statt vom Lehrer, ausgehen, was zu einer eigenverantwortlichen Schüleraktivierung führt.

Die Einstiegsphase beginnt mit einer Spontanphase, in der als Einstimmung auf den Unterrichtsinhalt der vierten Unterrichtsstunde ein Bildimpuls gezeigt wird, der eine Dialogsituation darstellt. Dies dient dazu, die Schülermotivierung zu gewährleisten, wodurch den SuS die Möglichkeit geboten wird, sich spontan zum Bild zu äußern und erste Assoziationen zur dargestellten Situation zu machen. Nach dieser Spontanphase wird den SuS ein zur Dialogsituation des Bildimpulses passender Dialog vorgelegt, was sich dadurch begründet, dass die SuS ihre im Vorfeld geäußerten Assoziationen, worum es sich in dem Dialog handeln könnte, bestätigen oder widerlegen können. Die Alternative den SuS zu ermöglichen, einen Dialog in Partnerarbeit zum Bildimpuls zu schreiben, wurde aus Gründen der Zeitökonomie verworfen. Zum anderen bietet sich ein vom Lehrer einheitlich vorgegebener Dialog auch deshalb an, weil so die Vergleichbarkeit der Ergebnisse am Ende der Unterrichtsstunde gewährleistet ist.

In der Erarbeitungsphase erfolgt das sinnentnehmende Lesen des Dialogs, so dass die SuS in ihrem individuellen Lesetempo nicht eingeschränkt werden, sondern in der Lage sind, den Textinhalt sinnentnehmend zu erschließen.

Um die SuS jedoch nicht nur inhaltlich, sondern auch methodisch zu schulen, werden die SuS zu Beginn der Erarbeitungsphase in drei „Experimentgruppen“ und drei Kontrollgruppen eingeteilt. Der Dialog wird vom Lehrer abschnittsweise an die entsprechenden Gruppen verteilt, wobei die Kontrollgruppen identischen Dialogsabschnitte bearbeitet, so dass die Gruppenmitglieder der Kontrollgruppen während der abschnittsweisen Präsentation der Gruppenergebnisse in der Lage sind, Verbesserungsvorschläge anzuführen. Die Gruppenarbeit in den jeweiligen Gruppen gestaltet sich arbeitsteilig, so dass bei der Umformung des jeweiligen gruppenspezifischen Dialogabschnitts jedes Gruppenmitglied eine individuelle Aufgabe erhält, wie z.B. auf die Veränderung der Zeitangaben, der Verben, der Personalpronomen und dem Einsatz von geeigneten Einleitungsverben der indirekten Rede zu achten. Die Methode der arbeitsteiligen Schreibkonferenz[4] wird in dieser Unterrichtsstunde zum ersten Mal angewandt, aber aufgrund des guten Klassenklimas und der Aufgeschlossenheit der SuS mir als Lehrperson sowie einem neuen methodischen Vorgehen gegenüber, ist anzunehmen, dass die SuS motiviert und gewissenhaft ihren Aufgaben in den jeweiligen Gruppen nachkommen werden. Während der Erarbeitungsphase bzw. Anwendungsphase tragen die Gruppenmitglieder vor dem Umformen des Dialogsabschnitts in indirekter Rede, ihre Ergebnisse der zu verändernden Aspekte zusammen und klären mündlich, welche Merkmale der indirekten Rede es pro Zeile zu erfüllen gilt. Daraufhin erfolgt die zeilenweise Umformulierung des Dialogabschnitts in indirekter Rede, wobei jedes Gruppenmitglied im Uhrzeigersinn eine Zeile schriftlich in indirekter Rede zuerst ins eigene Heft einträgt und dann auf Folie festhält und diese dabei den anderen Gruppenmitgliedern diktiert. Die zunächst ins Heft geschriebene Zeile und das darauf folgende Diktieren derselben Zeile dienen dazu, dass jedes Mitglied in der Gruppe den kompletten in indirekter Rede umformulierten Dialogsabschnitt im Heft hat. Dadurch wird auch gewährleistet, dass nicht nur ein Gruppenmitglied den in indirekter Rede wiedergegebenen Dialogabschnitt auf Folie schreibt, sondern alle Gruppenmitglieder aktiviert werden ihre Zeile auf Folie zu schreiben bzw. die diktierten Zeilen mitzuschreiben. Zusätzlich wird so auch einer Entstehung von Unruhe in der Gruppe vorgebeugt. Für die Kontrollgruppe gilt derselbe Handlungsablauf, jedoch schreiben die Gruppenmitglieder der Kontrollgruppe ihren jeweiligen Dialogabschnitt direkt ins Heft, ohne diesen auf Folie zu übertragen.

[...]


[1] Diese Einteilung orientiert sich an Grieser-Kindel, Christin et.al.: Method Guide – Schüleraktivierende

Methoden für den Englischunterricht in den Klassen 5-10. Schöningh, Paderborn, 2006, S.12-14.

[2] Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW. (Hrsg.): Kernlehrplan für den verkürzten Bildungsgang des Gymnasiums – Sekundarstufe I (G8) in NRW. Englisch. Ritterbach Verlag 2007. S. 33.

[3] Klippel, Friederike et. al.: Englisch Didaktik – Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. Cornelsen Scriptor. 2. Auflage. 2009. S. 59ff.

[4] Brüning, Ludger et al. „Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen. Strategien zur Schüleraktivierung.“ Neue Deutsche Schule, Essen. 2007. S. 26.

Details

Seiten
11
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656640325
ISBN (Buch)
9783656640332
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v271140
Note
1.7
Schlagworte
unterrichtsstunde reported englisch klasse anwendung merkmale rede umformung dialogs

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Titel: Unterrichtsstunde: Reported speech (Englisch 7. Klasse)