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Unser Reiseführer für Kinder (Unterrichtsentwurf Grundschule, 3. Klasse)

Ein handlungs- und produktorientiertes Vorhaben mit der lebensnahen Umgebung der SuS am Beispiel eines selbst erstellten Reiseführers von und für Kinder.

Unterrichtsentwurf 2013 19 Seiten

Didaktik - Sachunterricht, Heimatkunde

Leseprobe

Anwendungszusammenhang

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schriftliche Planung des Unterrichts

1 Titel der Lernaufgabe / bzw. der Stunde

Die vierte Lernaufgabe „Unser Reiseführer entsteht!“ ist für etwa acht Unterrichtsstunden ausgelegt. In Expertengruppen recherchieren die SuS zu ihrem gewählten Themengebiet im Internet, in Büchern und Infobroschüren. Anschließend werten sie die gesammelten Informationen aus und erstellen für ihr Themengebiet die Seiten im Reiseführer. Bei der gezeigten Unterrichtsstunde handelt es sich um die vierte Stunde innerhalb der Lernaufgabe.

2 Sachinformation

Das etwas mehr als 15.000 Einwohner zählende ostwestfälische Bad Lippspringe gehört dem Kreis Paderborn an. Im Jahre 780 n. Chr. wurde der an der namensgebenden Lippequelle entstandene Ort erstmals erwähnt. Am Südrand des Teutoburgers Waldes und an den Ausläufern des Eggegebirges gelegen, grenzt Bad Lippspringe direkt an die trockene Heidelandschaft der Senne. Nördlich liegen die Gemeinde Schlangen und die Stadt Horn-Bad Meinberg. Östlich liegt die Gemeinde Altenbeken, im Südwesten die Kreisstadt Paderborn sowie westlich die Gemeinde Hövelhof. Die Infrastruktur des Ortes ist gut ausgebaut hinsichtlich des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesens. In Bad Lippspringe entspringen die Lippe und der Jordan. Außerdem gibt es vier Heilquellen (Martinus-Quelle, Alte und Neue Arminiusquelle und Liborius-Quelle), die öffentlich zugänglich sind. Es gibt vier ausgewiesene Parkanlagen. Der Arminius- und der Jordanpark grenzen direkt aneinander und sind nur durch eine Straße getrennt. Des Weiteren gibt es den Kaiser-Karls-Park, sowie ein Park am August-Victoria-Stift. Im Arminiuspark in der Nähe vom Prinzenpalais beginnt mit dem Modell der Sonne ein 6 km langer Planetenweg. Über das Stadtgebiet erstrecken sich drei Naturschutzgebiete: das Gebiet Egge-Nord, der Rosenberg und die Lippeniederung. Die Anfang des 14. Jahrhunderts gebaute Lippspringer Burg gilt als ältestes Wahrzeichen der Badestadt. Bad Lippspringe verfügt über eine Vielzahl von Sportvereinen. Hervorzuheben sind Spielplätze wie der Wasserspielplatz und Sportanlagen wie Turnhallen, Bolzplätze, ein Kunstrasen-Fußballplatz und ein Bike-Parcours. Diese können öffentlich genutzt werden. Neben den öffentlichen Schwimmbädern, bietet die Westfalen-Therme auf 18000 m² verschiedene Wasser- und Erlebniswelten. Im Lippe-Institut am Arminiuspark befindet sich das Kino „Odins Filmtheater“. Am letzten Wochenende im Juli feiert Bad Lippspringe das Europafestival mit einer Innenstadtkirmes. Das Stadtfest findet jährlich am zweiten Wochenende im Oktober statt. Auch hier wird eine Kirmes veranstaltet.[1]

Ein Reiseführer, in Form eines Buches oder eines anderen Mediums, bietet umfassende Informationen über einen Ort oder über ein Land. Neben den schönsten Sehenswürdigkeiten werden je nach Ort auch kulturelle Angebote wie Museen und Theater vorgestellt. Der Nutzer bekommt Empfehlungen zur Anreise, Unterkunft und öffentlichem Nahverkehr. Ein meistens herausnehmbarer detaillierter Stadtplan erleichtert die Orientierung. Textbegleitende Fotos runden den Reiseführer ab. Nicht nur Touristen, sondern auch Einwohner können in einem Reiseführer wertvolle Anregungen zur Freizeitgestaltung in dem vorgestellten Ort finden.[2]

Der von den SuS produzierte Reiseführer lehnt sich an einen Reiseführer speziell für Kinder an. Dieser zeichnet sich durch kindgerechte Formulierungen, anschauliche Bilder und einfache Texte aus. Zudem werden Empfehlungen vorgestellt, die besonders für Kinder interessant sind.

In diesem Vorhaben haben die SuS zu den einzelnen Themengebieten Leitfragen formuliert, welche im Anhang nachgelesen werden können. Folgende Kriterien wurden für den Aufbau des Reiseführers von den Kindern erarbeitet: farbiges Papier, Hochformat, Kindersprache, ordentliche Schrift, Bilder, Übersichtlichkeit (Bilder passend zu den Texten), Überschrift.

3 Fachbezogene Kompetenzen

Die Lernaufgabe „Unser Reiseführer entsteht!“ ist im Lehrplan Sachunterricht dem Bereich Raum, Umwelt und Mobilität mit den Schwerpunkten Schule und Umgebung und Wohnort und Welt zuzuordnen. Die SuS erkunden und beschreiben Strukturen wie Erholungsräume des eigenen Lebensraumes und der Region. Des Weiteren kennen und benennen sie die räumliche Struktur ihres Wohnortes, wobei sie sich mit kulturellen Angeboten und Freizeitangeboten in ihrer Stadt auseinandersetzen. Auch vergleichen, beschreiben und dokumentieren sie naturgegebene und gestaltete Merkmale wie Gewässer, Flora, Fauna und Verkehrswege ihres Wohnortes.[3] Eine weitere Kompetenzerwartung findet man im Bereich Zeit und Kultur mit dem Schwerpunkt Medien als Informationsmittel. Für die Erstellung des Reiseführers recherchieren die SuS mit und in Medien (z. B. Internet, Bücher, Broschüren) und nutzen die gesammelten Informationen für eine Präsentation.[4]

4 Lernvoraussetzungen

Sachstrukturelle Lernvoraussetzungen:

Die SuS haben ihr Zuhause und markante Stellen im Stadtplan von Bad Lippspringe eingetragen. Viele Familien besuchen mit ihren Kindern Bad Lippspringe als Kurort. Während der Kur nehmen die Kinder dann am Unterricht der städtischen Schulen teil. Da auch in der Klasse xxx schon viele Kurkinder zu Besuch waren, sind die SuS äußerst motiviert u. a. für diese ortsfremden Kinder einen Reiseführer über ihren Heimatort zu erstellen.

Arbeitsmethodische Lernvoraussetzungen:

Während der Lernaufgabe arbeiten die SuS in arbeitsteiliger Gruppenarbeit zu verschiedenen Themengebieten für den Reiseführer. Innerhalb der Gruppen gibt es verschiedene Ämter – Schreiber, Berichterstatter, Zeitwächter – welche im Rahmen dieses Vorhabens eingeführt wurden. Der Übergang von der Arbeitsphase zur Reflexionsphase wird mit einem Klangsignal angekündigt. Ferner ist den SuS die Zeitdaueruhr bekannt. Die SuS kennen die Sozialform des Sitzkreises. Ebenfalls ist ihnen die Meldekette bekannt.

Individuelle Lernvoraussetzungen:

Vielen SuS fällt das sinnentnehmende Lesen noch schwer, sodass es zu Schwierigkeiten beim Auswerten der Informationen kommen kann. Hier wurde mit den SuS die Vereinbarung getroffen, dass die Texte von leistungsstarken Gruppenmitgliedern zunächst vorgelesen werden und im Anschluss gemeinsam nach Informationen gesucht wird.

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5 Anforderungsbereiche für die Lernaufgabe

AB I: Reproduzieren: Die SuS recherchieren unstrukturiert zu ihrem Themengebiet unter Berücksichtigung der zuvor erarbeiteten Qualitätskriterien und Leitfragen für den Reiseführer. Sie schreiben die gefundenen Informationen ab, ohne die Texte untereinander in Beziehung zu setzen.

AB II: Zusammenhänge herstellen: Die SuS recherchieren teilweise strukturiert zu ihrem Themengebiet unter Berücksichtigung der zuvor erarbeiteten Qualitätskriterien und Leitfragen für den Reiseführer. Die gesammelten Informationen verändern sie.

AB III: Verallgemeinern und Reflektieren: Die SuS recherchieren strukturiert zu ihrem Themengebiet unter Berücksichtigung der zuvor erarbeiteten Qualitätskriterien und Leitfragen für den Reiseführer. Die gesammelten Informationen nutzen sie, um eigene Texte zu schreiben und dazu passende Bilder zu finden.

6 Intendierter Lernzuwachs für die Lernaufgabe

Anhand vorher erarbeiteter Leitfragen (siehe Anhang) lernen die SuS selbst gewählte Besonderheiten ihrer unmittelbaren Lebenswelt (z. B. Parkanlagen, Sportmöglichkeiten, interessante Bauten, Veranstaltungen, usw.) kennen. Des Weiteren entwickeln die SuS ihre Sozialkompetenz weiter, indem sie in ihrer Gruppe kommunizieren und sich auf wichtige Aspekte einigen, um ein gemeinsames Kapitel des Reiseführers zu erstellen.

7 Ausgestaltung der Lernaufgabe

„Kinder sind Experten für ihre Umgebung.“[5] Sie nutzen ihre direkte Wohnumgebung meist intensiv und kennen sich in der Regel gut aus, wobei ihr Bild unter anderem von den eigenen Erlebnissen, vom Schulweg, von den Meinungen und Interessen der Eltern geprägt ist.[6] Ausgehend von dem Lebenszusammenhang der Kinder und den Bedürfnissen, die sie an ihre nächste Umgebung stellen, ergeben sich verschiedene Fragestellungen für eine Erkundung des eigenen Wohnortes. Dazu gehören Fragen nach Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten, nach Verkehrsanbindungen, dem kulturellen Angebot und landschaftlichen Besonderheiten, die die Erforschung der Lebensqualität in der lebensnahen Umgebung zum Ziel haben.[7] In diesem Vorhaben erstellen die SuS in arbeitsteiliger Gruppenarbeit einen Reiseführer für Kinder von ihrem Heimatort als Handlungsprodukt. Hierbei setzen sich die SuS sowohl mit ihren eigenen Qualitätsmerkmalen an ihren Reiseführer wie auch der Bestandsaufnahme der örtlichen Gegebenheiten auseinander. Es geht dabei nicht um die Vollständigkeit der unterschiedlichen Aspekte, sondern um die Bedeutung, die diese für die Kinder besitzen.[8] Der Schwerpunkt der gezeigten Stunde liegt auf dem Erstellen eines Kapitels für den Reiseführer, mit dem Ziel die zuvor erarbeiteten Kriterien für den Reiseführer für die Weiterarbeit zu berücksichtigen.

[...]


[1] Vgl. Stadt Bad Lippspringe (Internetseite)

[2] Vgl. Bibliographisches Institut (Internetseite)

[3] Vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, S. 46

[4] Vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, S. 50

[5] Spitta, S. 120

[6] Vgl. Drechsler-Köhler, S. 154

[7] Vgl. Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts, S. 74

[8] Vgl. Sinus an Grundschulen (Internetseite)

Details

Seiten
19
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656632115
ISBN (Buch)
9783656632092
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v271027
Institution / Hochschule
Studienseminar für Lehrämter an Schulen Paderborn
Note
1,0
Schlagworte
Reiseführer Grundschule Sachunterricht Mobilität Wohnort

Autor

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