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Stressmanagement im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM)

Seminararbeit 2014 17 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Akronymverzeichnis

1 Einleitung

2 Stress - Begrifflichkeiten und Folgen

3 Stressmanagement als BGM-Maßnahme
3.1 Verhältnispräventive Maßnahmen
3.2 Verhaltenspräventive Maßnahmen
3.3 Kombinierte Maßnahmen

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Kurzfristige und langfristige Stressfolgen

Abkürzungs- und Akronymverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Vergleicht man die heutige Arbeitswelt mit der des letzten Jahrhunderts, so fällt auf, dass viele Ressorts einen Wandel durchlaufen haben. Moderne In- formationstechnologien, ein Anstieg der Interaktivität und eine Beschleuni- gung der Prozesse treffen auf komplexe Aufgaben mit hohen Anforderun- gen.1 Durch diese Verhältnisse empfinden Erwerbstätige oftmals Stress. Im Arbeitssetting ist dieser definiert als: „Gesamtheit emotionaler, kognitiver, verhaltensmäßiger und physiologischer Reaktionen auf widrige und schädli- che Aspekte des Arbeitsinhalts, der Arbeitsorganisation und der Arbeitsum- gebung. Dieser Zustand ist durch starke Erregung und starkes Unbehagen, oft auch durch ein Gefühl des Überfordertseins charakterisiert.“2 Wird mit diesem Zustand langfristig nicht entsprechend umgegangen, so kann sich der Stress chronisch manifestieren und negativ auf das menschliche Wohlbe- finden auswirken oder sogar zur psychischen Belastung werden. Durch die Forschung der letzten zehn Jahre konnte Stress als begünstigender Faktor für psychische Störungen gesichert identifiziert werden3, deren Anteil an Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft seit 2001 um fast 67%4 gestiegen ist. Es besteht also ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen Stress und psychischen Störungen, welchen es dringend zu verhindern gilt. Oft sind be- sonders die engagierten und leidenschaftlichen Mitarbeiter gefährdet, den Arbeitsstress nicht dauerhaft bewältigen zu können und Schäden davonzu- tragen.5 Dem aktuellen Stressreport des Bundeamts für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zufolge, sind „verschiedene Arbeiten gleichzeitig be- treuen“, „starker Termin- und Leistungsdruck“, „ständig wiederkehrende Ar- beitsvorgänge“ und „sehr schnell arbeiten müssen“ unter den fünf meistge- nannten der insgesamt vierzehn Items6, die als Belastung am Arbeitsplatz wahrgenommen werden. Darüber hinaus sind 43% der Befragten der An- sicht, ihr Stress und Arbeitsdruck habe in den letzten zwei Jahren zugenom- men.7 Das BAuA hat Stress in den USA als stärkstes Problem der Arbeits- welt deklariert8 ; für Deutschland ist Vergleichbares9 anzunehmen. Um so- wohl den Ursachen als auch den Folgen von Stress entgegenzuwirken, kön- nen im Zuge von Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) Maßnah- men und Interventionen eingesetzt werden, die dieses Ziel mit den unter- schiedlichsten Methoden und Ansätzen verfolgen. Seit 2007 hat sich das An- gebot von präventiven Stressmanagementprogrammen innerhalb des BGM in deutschen Unternehmen nahezu verdoppelt.10 Dementsprechend ist der unabdingbare Bedarf solcher Maßnahmen erkannt, doch für viele Menschen wird sich die Frage stellen, wie solche Maßnahmen ihre Ziele zu erreichen versuchen. Daher werden im Folgenden die Ergebnisse einer Literatur- recherche vorgestellt.

Das zweite Kapitel thematisiert summarisch Begrifflichkeiten im Zusammen- hang mit Stress sowie seine Folgen auf das Individuum mit Bezug auf die Arbeitswelt. Im dritten Kapitel ist Stressmanagement als BGM-Maßnahme im Hinblick auf verschiedene Ansätze und Herangehensweisen dargestellt. Die- se Klassifikation arbeitet Gemeinsamkeiten und Unterschieden, aber auch Erfolgsfaktoren heraus. Das vierte Kapitel zieht letztendlich ein Fazit aus den zugrunde liegenden Ergebnissen und spricht Forschungsempfehlungen für den Bereich von Stressmanagement-Maßnahmen innerhalb des BGM aus.

2 Stress - Begrifflichkeiten und Folgen

Ein jeder Mensch erfährt Stress, ganz gleich ob sich dies positiv oder negativ auswirkt, denn Stress ist eine einfache hormonelle Reaktion des Körpers auf hohe Anforderungen11. Dem Stressbegriff zugrunde liegend ist die For- schung von dem Endokrinologen Hans Selye (1907-1982), der zwischen po- sitivem (Eustress) und negativem (Distress) unterscheidet12 ; laut Hasselhorn und Portuné gilt diese Unterscheidung innerhalb der Arbeitswissenschaften heutzutage jedoch als überholt, vielmehr wird Stress nur noch als negative Erscheinung betrachtet.13 Um die Entstehung von Stress - vor allem im Ar- beitssetting - zu erklären, gibt es eine Mehrzahl von etablierten Modellen. Aufgrund der Umfangsbeschränkung dieser Seminararbeit wird jedoch auf die Darstellung dieser Modelle verzichtet und auf einen umfangreichen wis- senschaftlichen Literaturbestand verwiesen. Im Folgenden werden die Ent- stehung von Stress, sowie Begrifflichkeiten im Stressgefüge vereinfacht und komprimiert abgehandelt.

Auslöser für Stress werden Stressoren14 genannt und sind in der Einleitung bereits beispielhaft aufgeführt. Diese lösen im menschlichen Organismus eine erhöhte Alarmbereitschaft aus und veranlassen die Ausschüttung von verschiedenen Hormonen (z.B. Adrenalin und Noradrenalin); zusätzlich er- höht sich die Herz- und Atemfrequenz während jedoch andere Körperfunkti- onen eingeschränkt werden, um Energie zu sparen15. Auf der anderen Seite ist der Begriff der Ressourcen16 essentiell für das Stressgefüge. Dies sind Faktoren, die dabei helfen, den Stressoren entgegenzuwirken und sie zu be- wältigen. Im Arbeitssetting ist es sinnvoll, zwischen persönlichen und exter- nalen Ressourcen17 zu unterscheiden. Erstere sind bspw. durch ein gesun- des Selbstbewusstsein, soziale Kompetenz und berufliche Qualifikation ge- geben, während sich externale Ressourcen auf Faktoren wie das Führungs- verhalten im Betrieb oder soziale Unterstützung beziehen. Die Reaktion des Körpers auf Stressoren ist also von den individuellen Ressourcen abhängig und daher von Mensch zu Mensch verschieden. Folgen von Stress werden in ihrer Fristigkeit unterschieden und finden sich auf der physiologischen und kognitiven Ebene sowie im Verhalten (vgl. Tab.1).18 In Tabelle 1 sind zusätzlich zu diesen Ebenen auch die Ebenen der Bezugsgruppe und der Organisation (Arbeitssetting) aufgeführt um erneut die Relevanz von Stress in der Arbeitswelt zu verdeutlichen und dadurch die Unabdingbarkeit von BGMMaßnahmen in diesem Bereich zu betonen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Kurz- und langfristige Stressfolgen (Quelle: in Anlehnung an Busch et al. (2009), S. 23)

3 Stressmanagement als BGM-Maßnahme

Im Hinblick auf Stressmanagementmaßnahmen (SMM) gibt es eine Vielzahl von Literatur, die sich mit diesem Thema beschäftigt. Interessant ist, dass im Grunde genommen jede dieser heterogenen Maßnahmen oder Interventio- nen, die die Arbeitswelt als Setting haben, als BGM-Maßnahme zu verstehen ist, auch wenn dies nicht explizit tituliert ist. Im Folgenden wird Stressma- nagement als BMG-Maßnahme dargestellt, ohne jedoch konkrete Maßnah- men detailliert zu beschreiben. Dies ist damit zu begründen, dass die Kennt- nis der zugrundeliegenden Ansätze, Eigenschaften und Klassifikationen von SMM essentieller für das Verständnis von Stressmanagement als BGM- Maßnahme ist, als spezifische Programme, die meist sehr individuell auf das entsprechende Setting zugeschnitten sind.

Zunächst sei angemerkt, dass es „die“ Stressmanagementmaßnahme nicht gibt, vielmehr ist die Konzeption davon abhängig, welche Zielsetzung verfolgt wird. Innerhalb der Wissenschaft werden drei Arten von Stressmanagement unterschieden: primärpräventives, sekundärpräventives und tertiärpräventi- ves Stressmanagement. Während sich primärpräventives Stressmanage- ment an völlig gesunde Personen richtet und allein der Vorbeugung und der Bekämpfung der Ursachen von stressbezogenen Gesundheitserscheinungen dient, fokussiert sekundärpräventives Stressmanagement diejenigen Perso- nen, die bereits bestimmten (arbeitsbezogenen) Risiken ausgesetzt sind.19 Tertiärpräventives Stressmanagement20 beschäftigt sich mit Personen, die bereits eine Symptomatik - z.B. Burn-out - aufweisen und dadurch eine Be- handlung benötigen. Auf eine Betrachtung dieser dritten Stufe von Stress- management wird im Folgenden aufgrund der Umfangsbeschränkung ver- zichtet. Darüber hinaus haben primär- und sekundärpräventives Stressma- nagement die eigentliche Relevanz in Hinblick auf die Vermeidung stressin- duzierter Gesundheitserscheinungen. Diese beiden Zielsetzungen haben große Schnittmengen und werden oft gemeinsam als präventives Stressma- nagement betrachtet.

[...]


1 Vgl. Lohmann-Haislah (2013), S. 11

2 Europäische Kommission (1999), S. V

3 Vgl. Hapke et al (2013), S. 749

4 Vgl. Meyer, Mpairaktari & Glushanok (2013), S. 263

5 Vgl. Lohmann-Haislah (2013), S. 3

6 Vgl. Lohmann-Haislah (2013), S. 35

7 Vgl. Lohmann-Haislah (2013), S. 84

8 Vgl. Beermann et al. (2001), S. 31

9 Vgl. Kairies & Reinelt (2004), S. 9

10 Vgl. o.V. (2012), S. 36; o.V. (2013), S. 4

11 Vgl. Kretz (2005), S. 32

12 Vgl. Klug (2009), S. 13

13 Vgl. Hasselhorn & Portuné (2010), S. 363

14 Vgl. Ducki (2009), S. 16; Lohmann-Haislah (2013), S. 13

15 Vgl. Ducki (2009), S. 24; Klug (2009), S. 13

16 Vgl. Lohmann-Haislah (2013), S. 13

17 Vgl. Uhle & Treier (2011), S. 97

18 Vgl. Ducki (2009), S. 16 und 22 f.

19 Vgl. Günthner & Batra (2012), S. 183 f.; Hasselhorn & Portuné, S. 370 f.

20 Vgl. Günthner & Batra (2012), S. 183 f.

Details

Seiten
17
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656630203
ISBN (Buch)
9783656630159
Dateigröße
584 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v270963
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,7
Schlagworte
BGM Betriebliches Gesundheitsmanagement Stressmanagement Stress-Management Verhältnisprävention Verhaltensprävention

Autor

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