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Besondere Bedeutung und kritische Analyse von Kennzahlen auf Basis des EBIT

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 27 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2 „Earnings Before“- Kennzahlen
2.1 Beschreibung der generellen Eigenschaften
2.2 Die gesetzlichen Normen in HGB und IFRS/IAS

3 Kennzahlen auf Basis des EBIT
3.1 Tabellarische Darstellung der EBIT- Kennzahlen
3.2 Art und Zweck der Veröffentlichung von EBIT- Kennzahlen

4 Bedeutende EBIT- Kennzahlen
4.1 Das EBIT
4.1.1 Vorbemerkung
4.1.2 Erläuterung der Berechnungsarten
4.1.3 Die EBIT-Marge
4.2 Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization
4.2.1 Erläuterung des EBITDA
4.2.2 Informationsgehalt des EBITDA

5 Pro-Forma-Kennzahlen
5.1 Grundlegende Begrifflichkeit „Pro-Forma-Ergebnis“
5.2 Ziele der Veröffentlichung von Pro-Forma-Ergebnis
5.2.1 Consensus Earnings Estimates
5.2.2 Earning Management
5.3 Darstellung der Pro-Forma-Kennzahl „RoCe“

6 Kritische Analyse
6.1 Grenzen der Ermittlungsmethoden von EBIT-Kennzahlen
6.2 Möglichkeiten von EBIT-Kennzahlen

7 Fazit

Anhang

Quellenverzeichnis
Literaturverzeichnis
Zeitschriften
Internetquellen
Geschäftsberichte
Präsentationen
Gesetzestexte

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ausgewählte EBIT-Kennzahlen

Abbildung 2: Direkte Berechnungsart des EBIT

Abbildung 3: Indirekte Berechnungsart des EBIT

Abbildung 4: GuV der H-AG zum 31.12

Abbildung 5: Berechnung nach Coenenberg und Wöhe

Abbildung 6: Herleitung des EBITDA auf Basis des EBIT

Abbildung 7: Die EBIT-Marge

Abbildung 8: RoCe Ermittlungsmethode

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Wirtschaftsberichterstattung der letzten Jahre verdeutlicht, dass es großen Diskussionsbedarf im Bereich der EBIT-Kennzahlen gibt.[1] Hierbei besteht die Gefahr, dass die Unternehmen die tatsächliche Unternehmenssituation bewusst verschleiern.[2] Durch dieses Verhalten werden nicht nur Anteilseigner, sondern auch die Märkte beeinträchtigt.[3] Die Folgen daraus können zu Vertrauens- und Vermögensverlust führen.[4] Nun besteht die Frage welche Möglichkeiten EBIT-Kennzahlen bieten und wo die Grenzen ihrer Aussagekraft liegen.[5]

1.2 Gang der Untersuchung

In dieser Hausarbeit werden EBIT und Kennzahlen, die auf dem EBIT basieren, auf ihre besondere Bedeutung hin kritisch analysiert. Zur grundlegenden Verständlichkeit werden in dieser Arbeit nur Industrie- und Handelsunternehmen behandelt, Finanzdienstleistungsunternehmen werden bewusst ausgegrenzt. Zunächst werden die wesentlichen Merkmale von Earnings Before- Kennzahlen definiert, sowie ihr gesetzlicher Handlungsrahmen innerhalb des HGB und IAS/IFRS erläutert. Durch eine tabellarische Darstellungsweise soll die Vielfalt von Kennzahlen auf Basis des EBIT verdeutlicht und eine Übersicht generiert werden. Im Anschluss sollen besondere EBIT- Kennzahlen, EBIT und EBITDA anhand von Rechenbeispielen erklärt werden. Besonders soll bei dem EBIT auf die verschiedenen Errechnungsarten, nach in Deutschland geltendem Recht, eingegangen werden. Gesondert wird beim „Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization“ (EBITDA) auf den Informationsgehalt eingegangen. Außerdem soll die Kennzahl EBIT-Marge errechnet werden. Daneben wird auch auf die sogenannten Pro-Forma-Kennzahlen näher eingegangen. Dies soll durch die Erklärung der grundlegenden Begrifflichkeit „Pro-Forma“ geschehen. Zusätzlich soll die Erläuterung von Zielen durch die Veröffentlichung von Pro-Forma-Kennzahlen angestrebt werden. Darüber hinaus wird die Pro-Forma-Kennzahl Return on Capital Employed auch bekannt unter „RoCe“ näher betrachtet. Zum Schluss soll die Problematik von Kennzahlen, die auf Basis des EBIT errechnet werden, analysiert und ihre positiven Eigenschaften erörtert werden.

2 „Earnings Before“-Kennzahlen

2.1 Beschreibung der generellen Eigenschaften

Als „Earnings Before“ Kennzahlen werden solche Kennzahlen bezeichnet, die von Unternehmensseite selbstständig definiert und der Bilanzpolitik angepasst[6] werden.[7] Sie fallen somit unter die Rubrik der freiwillig veröffentlichbaren Unternehmenskennzahlen, bei denen normierte Größen der Rechnungslegung durch Eliminierung bestimmter Posten modifiziert werden.[8] Diese Kennzahlen sollten zunächst der Transparenz im Sinne der Vergleichbarkeit[9] innerhalb von Unternehmensbranchen dienen,[10] sowie eine nachhaltige Ertragskraft  dokumentieren.[11] Aufgrund der nicht bzw. kaum vorhandenen Regulierung dieser Kennzahlen wartet und warnt die Wirtschaftspresse ironischerweise auf die Einführung von EBA „Earnings Before anything“[12].

2.2 Die gesetzlichen Normen in HGB und IFRS/IAS

Die in Deutschland angewendete Publikationspraxis unterliegt den rechtlichen Normen des Handelsgesetzbuchs.[13] Die Basis hierfür ist die Veröffentlichung des Jahresabschlusses nach der Generalnorm des § 264 Abs. 2 HGB. Weiterhin gelten die Regelungen zur Bildung einer Zwischensumme (Betriebsergebnis) nach § 275 HGB Gewinn- und Verlustrechnung[14] (GuV).[15] Hierbei sind zwei Methoden zu unterscheiden. Zum einen ist es möglich das EBIT im Gesamtkostenverfahren abzubilden, hierfür bildet der § 275 Abs. 2 HGB die Grundlage. Des Weiteren kann das EBIT im sogenannten Umsatzkostenverfahren ermittelt werden. Dies ist im § 275 Abs. 3 HGB geregelt.[16] Ziel dieser Regelungen ist es, das GuV-Betriebsergebnis um ungewöhnliche, periodenfremde, bilanzpolitische Gestaltungen sowie unregelmäßige Posten zu eliminieren, so dass eine regelmäßige Betriebstätigkeit ableitbar wird.[17]

Das IFRS/IAS (International Financial Reporting Standards/International Accounting Standards) erlaubt ebenso wie das HGB, die GuV mit Zwischenergebnissen abzubilden.[18] Jedoch gestaltet der hohe Freiheitsgrad[19] des IAS 1[20], im Hinblick auf die periodische Rechnungslegung, die Integration verschiedenster EBIT-Kenngrößen in der regulären IFRS-GuV.[21] Ausschlaggebend für die Abbindung des operativen Geschäftserfolgs ist das IAS 14 (Segment Reporting)[22], in dem geregelt ist, welche der Posten zwingend zu aktivieren sind.[23] Darüber hinaus hat sich in der Publizitätspraxis eine zum § 275 HGB analoge Vorgehensweise als Best Practice-Regel durchgesetzt.[24]

3 Kennzahlen auf Basis des EBIT

3.1 Tabellarische Darstellung der EBIT- Kennzahlen

EB-Kennzahlen, die sich als nicht nominierte Ergebnisgrößen darstellen, werden im gesamten unter dem Begriff „EBITanei“ zusammengefasst.[25] Sie finden zunehmend Verwendung in der Rechnungslegung. Somit stehen sie für die Jahresabschlussanalyse durch Modifizierung des Jahresabschlusses zur Verfügung. Hierbei wird der Jahresabschluss regelmäßig modifiziert[26] in dem z.B. Steuern, und oder Abschreibungen eliminiert werden.[27] Die nachstehende EB-Tabelle soll verdeutlichen, dass mannigfaltige Erweiterungen der EB- Kennzahlen möglich sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Ausgewählte EBIT-Kennzahlen

(Quelle: in Anlehnung an Weißenberger, B. E. (2006), S. 63; Heiden, M. (2006), S. 358f)

3.2 Art und Zweck der Veröffentlichung von EBIT- Kennzahlen

EBIT-Kennzahlen werden nahezu in allen Abschnitten eines Unternehmensabschlusses veröffentlicht. Hierbei liegt der Schwerpunkt jedoch auf der Gewinn- und Verlustrechnung sowie dem Anhang und dem Lagebericht,[28] wobei sich GuV und Lagebericht besonders gut für die Abbildung von EBIT-Kennzahlen eignen.[29] In der GuV wird das EBIT nach deutschem Handelsrecht als Zwischensumme verwendet. Der Lagebericht beschreibt die generelle Geschäftslage des Unternehmens, sowie den in Zukunft zu erwartenden Geschäftsverlauf.[30] Hier sollen die EBIT-Kennzahlen einer Vergleichbarkeit zwischen Unternehmungen für den externen Leser dienen.[31] So können Kennzahlen für das Unternehmen abgeleitet werden,[32] des Weiteren wird ein Transparenzgewinn für das Unternehmen beabsichtigt.[33] Für das Management ergibt sich die Möglichkeit Ziele zu definieren, um die Leistungsfähigkeit auf Konzernebene messbar zu machen.[34]

4 Bedeutende EBIT- Kennzahlen

4.1 Das EBIT

4.1.1 Vorbemerkung

Zu den maßgeblichen Aufgaben des internen, wie auch externen Rechnungswesens gehört es, den periodenbezogenen finanziellen Erfolg eines Unternehmens zu ermitteln und diesen auszuweisen.[35] Insbesondere seit den neunziger Jahren[36] findet eine dynamische Entwicklung in der Modifizierung der Rechnungslegung statt.[37] Die Erfolgsgröße EBIT ist heute zum Standard jeglicher Finanzberichterstattung und Analyse geworden.[38] Aus dieser Basiskennzahl können zahlreiche weitere Kennzahlen abgeleitet werden. Dies führt zu einer großen Kontroverse, denn so zählt Walsh das EBIT zu den wichtigsten Führungskennzahlen, Malik jedoch hat die „EBITanei“ in seinen Katalog „gefährlicher Managementwörter“[39] aufgenommen. Dies kann vermutlich auf das nicht einheitlich definierte Berechnungsschema der EBIT-Kennzahlen, verbunden mit dem hohen Freiheitsgrad, zurückgeführt werden. Des Weiteren existieren mehrere Bezeichnungen für das EBIT. Die gängigsten sind[40]: Betriebsergebnis[41], operatives Ergebnis[42], Ergebnis vor Zinsen und Steuern[43], Gewinn aus dem Kerngeschäft und operative Geschäftstätigkeit[44].

[...]


[1] Vgl. Wüstemann, J. (2001), S. 1.

[2] Vgl. Wagner, W. (2011), S. 4.

[3] Vgl. Hommelhoff, P./Mattheus, D. (2004), S. 100.

[4] Vgl. Ballwieser, W./Dobler, M. (2003), S. 453 f.

[5] Vgl. Schäfer, G.(2010), S.111.

[6] Vgl. Küting (1999), S. 431.

[7] Vgl. Weißenberger, B. (2006), S. 62.

[8] Vgl. Schirmeister, R./Reimsbach; D. (2011), S. 245.

[9] Vgl. Jebnes, C (2003), S. 98 f.

[10] Vgl. Ruhwedel, F./Thale, S. (2013), S. 387.

[11] Vgl. Weißenberger, B. (2006), S.62.

[12] http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/a-278499.html

[13] Vgl. Gronewold, U./Sellhorn, T. (2009) S.110.

[14] Vgl. HGB (2012), S.70.

[15] Vgl. Schirmeister, R./Reimsbach, D. (2011), S.249.

[16] http://www.boersennews.de/lexikon/begriff/ebit/377

[17] Vgl. Lachnit, L. (2004), S.180.

[18] Vgl. Weißenberger, B. (2007) S. 202.

[19] Vgl. Buchholz, R. (2013), S. 292.

[20] Presentation of Fanncial Statments (dt. Darstellung des Jahresabschlusses) entnommen Peemöller, V. (2003), S. 299.

[21] Vgl. Schirmeister, R./Reimsbach, D. (2011), S.247 f.

[22] Vgl. Peemöller, V. (2003), S.299.

[23] Vgl. Weißenberger, B. (2006), S.60 f.

[24] Vgl. Küting, K./Weber C.-P. (2009), S 259.

[25] Vgl. Küting, K./Heiden, M. (2002), S. 1085.

[26] Vgl. Hitz, J.-M. (2010), S. 127.

[27] Vgl. Schirmeister, R./Reimsbach, D (2011), S. 248.

[28] Vgl. Küting, K./Heiden, M. (2002), S. 1088.

[29] Vgl. Frey, L. G./Grote, A. (2009), S. 145 f.

[30] Vgl. Isbuch, F./Gamerschlag, R. (2009), S. 387.

[31] Vgl. Born, K. (2008), S. 363.

[32] Vgl. Boemle, M. (1998), S. 657.

[33] Vgl. Ruhwedel, F./Thale S. (2013), S. 387.

[34] Vgl. Novartis (2013), S. 190.

[35] http://www.weka-finanzen.ch/praxisreport_view.cfm?nr_praxisreport=1451

[36] Vgl. Weißenberger, B. (2006), S. 62.

[37] http://www.weka-finanzen.ch/praxisreport_view.cfm?nr_praxisreport=1451

[38] http://www.weka-finanzen.ch/praxisreport_view.cfm?nr_praxisreport=1458

[39] Vgl. Malik, F. (2005), S. 84 ff.

[40] Vgl. Heiden, M. (2006), S. 361 f.

[41] http://www.weka-finanzen.ch/praxisreport_view.cfm?nr_praxisreport=420

[42] Vgl. Eppinger, C./Zeyer, F. (2010), S. 257 und Nestlé (2013), S. 39.

[43] Vgl. Buhleier, C. (2007), S. 468.

[44] Vgl. Heiden, M. (2006), S. 362.

Details

Seiten
27
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656627975
ISBN (Buch)
9783656627968
Dateigröße
541 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v270944
Institution / Hochschule
Hochschule Albstadt-Sigmaringen; Sigmaringen – Business and Computer Science
Note
2,0
Schlagworte
EBIT EBITDA EBIT-Marge EBITDA-Marge Pro-Forma Betriebsergebnis RoCe operatives Ergebnis Ergebnis vor Zinsen und Steuern operative Geschäftstätigkeit Earning Management

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Titel: Besondere Bedeutung und kritische Analyse von Kennzahlen auf Basis des EBIT