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Alkohol am Arbeitsplatz. Sensibilisierung für Führungskräfte

Leitfaden für ein zweitägiges Führungskräfteseminar

Seminararbeit 2012 77 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Zielgruppe
1.2 Lernziel
1.3 Anforderungen an den Trainer
1.4 Unterkunft
1.5 Verpflegung
1.6 Einladung
1.7 Pausen
1.8 Trainingsvorbereitung
1.8.1 Materialliste
1.8.2 Vorbereitung des Seminarraums
1.9 Teilnehmerhandouts
1.10 Durchführung von Übungen
1.11 Sicherheit
1.12 Feedback/Evaluation
1.13 Verabschiedung

2. Erster Trainingstag
2.1 Erstkontakt mit den Teilnehmern
2.2 Seminareröffnung
2.3 Festlegung der Ansprache
2.4 Warm- Up, Bildermeditation
2.4.1 Warm- Up, Das Netzwerk
2.4.2 Erwartungsbaum
2.5 Zeitplan und Ziele
2.6 Theorievermittlung
2.7 Grundlagenvermittlung von der Alkoholkrankheit
2.8 Befassung der Führungskräfte mit suchtauffälligen Mitarbeitern
2.9 Gründe für den Alkoholkonsum am Arbeitsplatz
2.10 Erkennungsmerkmale von Beschäftigten mit Alkoholproblemen
2.11 Einschreiten zum richtigen Zeitpunkt
2.12 Verhalten gegenüber einem Mitarbeiter im akuten Rauschzustand
2.13 Erfahrungsbericht von einem Ex-Alkoholabhängigen
2.14 Übungen zum Abschluss
2.15 Ausblick

3. Zweiter Seminartag
3.1 Begrüßung
3.2 Stimmungsbarometer
3.3 Vorbereitung auf das Mitarbeitergespräch
3.4 Vorbereitung auf Mitarbeiter Reaktion
3.5 Beschäftigte mit Auffälligkeiten am Arbeitsplatz ansprechen
3.6 Stufengespräch (5-Stufenplan)
3.7 Hilfsangebote
3.8 Rollenspiel
3.9 Präventionsangebote
3.10 Fischernetz
3.11 Abschied
3.12 Nachbereitung

4.Trainingsunterlagen
4.1 Einladung
4.2 Evaluationsbogen
4.3 Wirksamkeitsdokumentation
4.4 Checkliste zur Vorbereitung auf das Mitarbeitergespräch
4.5 Skript für Rollenspiel
4.6 Timeline

I Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema „Alkoholkonsum am Arbeitsplatz“ ist nach wie vor in unserer Arbeitswelt aktuell. Menschen mit Alkoholproblemen sind auf allen Hierarchieebenen zu finden. Experten schätzen, dass jeder fünfte bis zehnte Mitarbeiter in einem Unternehmen einen riskanten oder gar schädlichen Alkoholkonsum betreibt. Daher ist eine verstärkte Sensibilisierung für Führungskräfte notwendig.

Alkohol ist das gebräuchlichste Suchtmittel. Konsequenzen sind suchtbedingte Fehlzeiten und Ausfälle von Mitarbeitern, die enorme wirtschaftliche Kosten und ein höheres Sicherheitsrisiko verursachen.

Vor diesem Hintergrund ist das Hauptanliegen dieses Trainerleitfadens, Führungskräfte Informationen zum Erkennen von Alkoholkonsum am Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen, den Mitarbeiter zielgerichtet zu unterstützen und konkrete Tipps zur Führung von Interventionsgesprächen zu geben. Denn das frühzeitige Ansprechen von Problemen erspart manch langwierige Behandlung.

Eine Ausgangssituation für Interventionsgespräche kann bereits vorliegende Problematik eines vermuteten Alkoholmissbrauchs eines Beschäftigten sein.

Dabei nehmen Führungskräfte eine wichtige Rolle im Unternehmen ein, da einiges von Ihren Kenntnissen zur konkreten Ansprache und der Umgang mit auffällig konsumierenden Mitarbeitern abhängt.

Durch ihre Position haben sie sehr gute Möglichkeiten die betroffenen Personen frühzeitig auf ihr fehlerhaftes Verhalten hinzuweisen und rechtzeitig zu intervenieren.

Dieser Leitfaden stellt die Suchtproblematik beispielhaft am Thema Alkohol dar.

In unserer Ausführung wird die herkömmliche, männlich geprägte Sprachform verwendet, um den Text lesbar zu gestalten. Selbstverständlich gelten sämtliche Personenbezeichnungen gleich wohl für beiderlei Geschlecht.

1.1 Zielgruppe

Dieses Seminar ist konzipiert für Führungskräfte mit Personalverantwortung.

1.2 Lernziel

Folgendes Grobziel soll erreicht werden:

Das zweitägige Training soll Führungskräfte darauf sensibilisieren, dass Verhaltensauffälligkeiten besser erkannt und betroffene Mitarbeiter frühzeitig angesprochen werden.

Zudem sollen Sie zielgerichtet in der Frühphase intervenieren um einen langen Krankheitsverlauf zu vermeiden und somit der Betrieb mittel- und langfristig Einsparungen erzielen kann. Dieser Leitfaden setzt genau an diesem Punkt an, begleitet die Führungskräfte mit Personalverantwortung und fordert Sie dazu auf, bewusst mit dem Thema Alkoholkonsum am Arbeitsplatz umzugehen.

Folgende Feinziele sollen erreicht werden:

Affektiv

Führungskräfte sollen ein Gefühl dafür bekommen, frühzeitige Merkmale von Verhaltensauffälligkeiten der Betroffenen wahrzunehmen, die auf eine Sucht hinweisen können.

Psychomotorisch

Die Führungskräfte sollen befähigt werden Interventionsgespräche zu führen und lernen Tabuthemen anzusprechen .

Kognitiv

Es soll ein Grundlagenwissen zum Thema Alkoholmissbrauch aufgebaut werden und Klarheit geschaffen werden, welche Folgen sich durch den Missbrauch von Alkohol auf das Arbeitsumfeld auswirken.

Die Führungskraft soll Hilfsangebote kennen lernen, auf die sie für betroffene Mitarbeiter zurückgreifen können.

1.3 Anforderungen an den Trainer

Um ein effektives Training zu sichern, gibt es bestimmte Anforderungen an den Trainer:

- die Trainer müssen über eine abgeschlossene Ausbildung im Bereich der Pädagogik / Psychologie verfügen (z.B. Kommunikations- und Verhaltenstrainer etc.)
- die Trainer müssen über Praxiserfahrung in der Erwachsenenbildung verfügen
- die Trainer müssen im Umgang mit Präsentationstechniken und Methoden vertraut sein um diese bewusst und richtig einsetzen
- Die Trainer müssen über eine hohe soziale Kompetenz verfügen, da die Anforderungen im zwischenmenschlichen Bereich besonders hoch liegen z.B. Umgang mit schwierigen Teilnehmern oder schwierigen Situationen
- Die Trainer müssen vor Beginn des Trainings einen anerkannten und gültigen Erste-Hilfe-Schein besitzen

Generell sollte jeder Trainer auf den Umgang mit schwierigen Teilnehmern vorbereitet sein. Im folgenden Abschnitt erhalten Sie eine Auflistung von verschiedenen Teilnehmertypologien, welche den geplanten Ablauf eines Trainings erschweren können. Neben der Information über die verschiedenen Typen erhalten Sie Vorschläge für den richtigen Umgang mit den jeweiligen Typen. Das heißt jedoch nicht, dass schwierige Situationen jederzeit durch die angeführten Tipps unterbunden werden können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.4 Unterkunft

Bevor eine Unterkunft gebucht wird, wäre es sinnvoll zu prüfen ob folgende Anforderungen erfüllt werden.

Es ist von Vorteil wenn die Unterkunft Erfahrung mit der Beherbergung von Trainings- und Seminarteilnehmern hat. Sie sollte nicht zu weit von der Arbeitsstätte der Teilnehmer entfernt sein und falls Kosten für die Übernachtung anfallen, sollten diese entweder vom Auftraggeber oder dem Unternehmen übernommen werden.

Der Seminarraum muss mit aktuellen Medien ausgestattet sein wie z.B. Beamer, Flipchart, Pinnwand, Präsentationskoffer, Telefon usw.

Zudem sollte der Seminarraum über genügend Tageslicht verfügen, um eine angenehme Atmosphäre schaffen zu können, damit sich die Teilnehmer in den Räumlichkeiten des Seminars wohl fühlen. Im Vorfeld wird auf eine Umgebung geachtet, die das kreative und ergebnisreiche Arbeiten effektiv fördert.

Einen Pausenraum mit Verpflegungsmöglichkeiten, wie Frühstück, Mittag– und Abendessen, für die Teilnehmer zur Verfügung zu stellen ist notwendig. Es sollte ein separater Gruppenraum für eventuelle Übungen zur Verfügung stehen.

Zudem sollte auf eine behindertengerechte Ausstattung geachtet werden.

1.5 Verpflegung

Die Verpflegung während des Seminars sollte ausgewogen und leicht sein. Ebenfalls empfiehlt es sich die Mahlzeiten als Buffet zu servieren. Die Pause sollte ausreichend lang genug sein um den Hunger zu stillen, aber auch nicht all zu umfangreich sein. Für die Zwischenpausen am Morgen und am Nachmittag bieten sich heiße Getränke, Gebäck, Kuchen, Brötchen sowie Obst an. Erkundigen sie sich zudem mithilfe der Einladung über besondere Essgewohnheiten ihrer Teilnehmer (Vegetarier, Diabetiker etc.). Diese können auch noch Buchung der Örtlichkeit an die Küche des Hauses durchgegeben werden

1.6 Einladung

Nachdem die Unterkunft die Unterbringung der Teilnehmer bestätigt hat, wir jedem eine Einladung zugesandt. Folgende Informationen sollte eine Einladung beinhalten:

- Beginn und Ende des Trainings
- Adresse des Seminarortes (Gebäude/Raum)
- Anfahrtsskizze
- Checkliste für Teilnehmer (Schreibmaterialien, Laptop, etc.)
- Aufforderung zur Rückmeldung der Teilnahme und besonderer Essgewohnheiten bzw. besondere Bedürfnisse

Klären Sie außerdem ob die Teilnehmer selbständig anreisen möchten, oder sich zu Fahrgemeinschaften zusammen schließen und lassen Sie sich dies rückmelden. Falls es Vegetarier oder Diabetiker unter den Teilnehmern gibt, kann diese nach Buchung der Örtlichkeit an die Küche des Hauses durchgegeben werden.

Im Anhang befindet sich die Einladung. A. 1 Einladung

1.7 Pausen

Die Pause wird in dem Leitfaden als eigener Punkt angeführt, da ihre Bedeutung zumeist unterschätzt wird. Dem Zeitplan können Sie bereits einige Pausen entnehmen. Dennoch heißt dies nicht, dass keine zusätzlichen Pausen erlaubt sind. Versuchen Sie die Stimmung der Teilnehmer aufzunehmen und machen sie Pausen, wenn dies notwendig erscheint. Erkundigen Sie sich hierfür bei den Teilnehmern. Sie werden es Ihnen danken und anschließend höchstwahrscheinlich produktiver zurückkehren.

1.8 Trainingsvorbereitung

Mit der Einladung haben Sie das Organisatorische abgeschlossen und widmen sich der eigentlichen Vorbereitung des Trainings.

1.8.1 Materialliste

Um das Seminar stressfreier gestalten zu können, benötigen Sie folgendes Material im Voraus:

- Namensschilder
- Sticker
- Flipchart
- Filzstifte
- Metaplanwand
- Papier (Block)
- Magnete
- Pinnnadeln
- Whiteboard
- Moderationskarten
- Kleber

1.8.2 Vorbereitung des Seminarraums

Bevor Sie die Teilnehmer in Empfang nehmen und begrüßen, ist es sinnvoll den Seminarraum entsprechend vorzubereiten. Hierfür sollten Sie etwa 45 Minuten einplanen. Die Bestuhlung sollte in ausreichender Anzahl vorhanden sein, die Tische klar angeordnet und der Eindruck des Raumes ordentlich und aufgeräumt sein, z.B. dass keine beschriebenen Flipchartblätter noch vom Vorseminar hängen oder die Tafeln beschrieben sind. Es empfiehlt sich die Stühle im Kreis und ohne Tische anzuordnen, denn dies fördert die Offenheit der Teilnehmer. Für einige Einheiten des Leitfadens bedarf es der Arbeit an Gruppentischen. Platzieren Sie die Namensschilder sowie die Schreibmaterialien an den Sitzplätzen. Die benötigten Medien wie Beamer, Flipchart, Pinnwand, Moderationskoffer, Computer, Laptop, etc. müssen in der benötigten Funktion, Qualität, Anzahl und Anordnung vorhanden sein. Ein frühzeitiger Check vor dem Beginn des Seminars ist unentbehrlich und für Notfälle sollte man gut ausgerüstet sein (Ersatzbirnen, Ladekabel, Batterien,…).

1.9 Teilnehmerhandouts

Zu Beginn der Veranstaltung erhalten die Teilnehmer einen DIN A4 Block, sowie Kugelschreiber und Farbstifte. So können Sie bei Bedarf Notizen zu verschiedenen Theorieinhalten, Übungen oder Sonstigem anfertigen. Am Ende des Trainings erhalten die Teilnehmer ein USB-Stick. Auf diesem USB-Stick befinden sich sämtliche Unterlagen, die im Verlauf der Veranstaltung verwendet wurden und als Erinnerung oder Vertiefung genutzt werden können. Dazu zählen der Ablaufplan, Abbilder der Flipcharts und Metaplanwände, Präsentationen, Fotos der Teilnehmer und der Übungen, Videos, zusätzliches theoretisches Wissen zu den vorgestellten Themen sowie eine Visitenkarte Ihrer Person bzw. Ihres Unternehmens. Dieses Fotoprotokoll ermöglicht den Teilnehmern sich am Geschehenen zu erfreuen oder gemachte Erlebnisse zu reflektieren.

1.10 Durchführung von Übungen

Im praktischen Teil des Trainings werden die Teilnehmer gebeten, gewisse Übungen bzw. Aufgabenstelllungen durchzuführen und zu lösen. Aus Erfahrung weiß man, dass jeder Teilnehmer oder jede Gruppe unterschiedlich schnell die Aufgaben bearbeiten. Von daher ist ein Zeitrahmen also nützlich, aber nicht zwingend nötig.

Zu Beginn der Übung ist es sinnvoll den allgemeinen Ablauf der Übung vorzustellen. Beginnend mit der Instruktion fordern Sie die Aufmerksamkeit der Teilnehmer ein. Geben Sie eine genaue und verständliche Anleitung der Übung mit Regeln vor. Gegebenenfalls sprechen Sie Sicherheitshinweise aus und fordern die Einhaltung dieser. Klären Sie zudem wie schon erwähnt den Zeitfaktor. In Anschluss daran haben die Teilnehmer die Möglichkeit, Ihnen offene Fragen zur Übung zu stellen.

Wenn Sie die Fragen beantwortet haben, erhalten die Teilnehmer oder Gruppen ca. zwei bis vier Minuten Zeit um die geplante Vorgehensweise zu besprechen.

Anschließend reflektieren die Teilnehmer (Gruppen) das Geschehene gemeinsam mit dem Trainer. Die Reflexion sollte ein fester Bestandteil eines jeden Trainings mit praktischen Übungen sein. Mittels Reflexion versucht man eine Brücke zwischen dem in den Übungen Erlebten und Erlernten auf der einen Seite und der realen Lebenswelt auf der anderen Seite herzustellen.

Nachfolgend wird eine „allgemeine Reflektionsstruktur“ vorgestellt, welche für fast alle Übungen angewendet werden kann.

1. Wie haben sie sich gefühlt? (Emotionen)
2. Was ist geschehen? (Wahrnehmung und Beobachtung)
3. Was haben Sie gelernt? (Erkenntnisse)
4. Wie hängen Realität und Spiel miteinander zusammen (Transfer)
5. Wie geht es nun weiter? (Konsequenzen)

1.11 Sicherheit

Keine der im Leitfaden vorgestellten Übungen birgt besondere Gefahren in sich. Sie als verantwortlicher Trainer sollten jedoch alle möglichen Risiken minimieren. Folgende Punkte sollten die Sicherheit gewährleisten bzw. die Teilnehmer vor Schaden bewahren:

- Prüfen Sie vor dem Seminar den Ort des Geschehens und machen Sie sich mit dem Umfeld vertraut
- Falls Teilnehmer mit Behinderungen angekündigt sind, prüfen Sie ob das Gelände/Umfeld auf Behindertentauglichkeit ausgerichtet ist
- Führen Sie immer ein Erste-Hilfe-Set mit
- Greifen Sie sofort ein, wenn Sie der Ansicht sind, dass die Sicherheit der Teilnehmer nicht mehr gewährleistet ist
- Informieren sie alle Teilnehmer möglichst im Schlussteil der Instruktion über die jeweiligen Sicherheitsaspekte und die entsprechenden Verhaltensweisen. Prüfen Sie den Ort des Geschehens, insbesondere wenn sie im Outdoor-Bereich aktiv werden

1.12 Feedback/Evaluation

Das Trainingsende hat bestimmte Besonderheiten, die ein Trainer beachten sollte. Der Abschied kann auf unterschiedlichen Ebenen erfolgen:

1. der individuelle Abschied
2. der Abschied von der Gruppe
3. der Abschied vom Trainer
4. der Abschied vom Thema
5. der Abschied vom Seminarort

Ob und wie der Abschied angemessen thematisiert wird, hängt vom Trainer und dem Trainingsgegenstand ab. Zum Beispiel benötigt ein EDV-Kurs für die neue firmeninterne Software ein anderes Ende als dieses zweitägige Führungstraining. Hier sollte die Schlussphase zeitlich wie inhaltlich umfangreicher sein und als eigene Einheit detailliert geplant werden.

Unmittelbar nach dem Training bekommen die Teilnehmer einen Evaluationsfragebogen, um die Zufriedenheit der Teilnehmer zu erfassen. Zudem ermöglicht dies auch einen Einblick auf die Qualität, Effektivität und Wirkung des Trainings.

Über das Training hinaus wird eine weitere Bewertung statt finden. Das bedeutet, dass die Teilnehmer nach ungefähr vier bis sechs Wochen einen Evaluationsbogen bearbeiten sollen, damit sicher gestellt werden kann, ob die Teilnehmer von dem was sie gelernt und erlebt haben profitieren können (Theorie-Praxis-Transfer). Mit dieser Befragung wird überprüft, ob dieses Seminar in der durchgeführten Form neben kurzfristigen Lernerfolgen auch nachhaltige Entwicklungen im Alltag der Führungskräfte ausgelöst haben und wodurch dieser Prozess eventuell noch verbessert werden kann.

Hier können die Teilnehmer den tatsächlichen Transfer und Nutzen kundtun.

Ebenfalls ist es für die Trainer besonders wichtig, Feedback bzw. die Evaluation des Trainings zu erhalten, da je nach Ergebnis evtl. Änderungen an den Merkmalen des Trainers oder z.B. das Training oder die Organisation verändert werden müssen.

Die Evaluationsbögen finden Sie im Anhang des Leitfadens. A. 2 Evaluationsbogen,    A. 3 Wirksamkeitsdokumentation

1.13 Verabschiedung

Am Ende des zweiten Tages überreichen Sie den Teilnehmern ihr Fotoprotokoll/Handout in Form des USB-Sticks. Je nach Abmachung mit dem Auftraggeber erhalten die Führungskräfte das Teilnehmerzertifikat direkt vor Ort durch den Trainer oder im Anschluss an das Training durch den Auftragsgeber. Bitten Sie sie zudem die Räumlichkeiten ordnungsgemäß zu verlassen und gegebenenfalls die Schlüssel an der Rezeption abzugeben. In einem abschließenden Rundgang überprüfen Sie den Zustand der benutzen Räume und halten die Ergebnisse der Flipcharts und Metaplanwände mit einer Kamera fest.

2. Erster Trainingstag

2.1 Erstkontakt mit den Teilnehmern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beschreibung

Um eine bessere Orientierung und Begrüßung für die Teilnehmer zu gewährleisten, eignet sich ein Flipchart mit einem Begrüßungsblatt an der Eingangstür. Hier erkennt jeder Teilnehmer gleich dass er hier richtig ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.: Eigne Darstellung

Zu Beginn des Trainings sollte jedem Teilnehmer ausreichend Zeit gelassen werden um „anzukommen“. Die ersten Minuten sollte der Trainer dafür nutzen um eine entspannte Seminaratmosphäre herzustellen. Dies gelingt am besten mit einem gezielten Blickkontakt und offenen Auftreten seitens des Trainers zu allen Teilnehmern. Eine persönliche Begrüßung der Teilnehmer durch den Seminarleiter begünstigt das erste Kennenlernen und schafft zugleich eine freundliche Atmosphäre.

Sind alle Teilnehmer vollständig, kann das Seminar beginnen. Jeder Teilnehmer nimmt seinen Sitzplatz ein.

Fragen der Teilnehmer werden geklärt, der Grund für das Zusammentreffen und das Thema werden vorgestellt. Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über das Seminar und erfahren was den Trainer motiviert, was ihn mit diesem Thema verbindet und wie er sich die nächsten zwei Tage mit den Teilnehmern vorstellt. Pausenzeiten und Gruppenregeln werden zusammen mit allen Teilnehmern vereinbart um eventuelle Konflikte zu vermeiden. Der Trainer stellt einen emotionalen Bezug zu den Teilnehmern her, um Anfangsunsicherheiten auf beiden Seiten abzubauen. Nachdem alle Fragen geklärt wurden, folgt die Phase des Kennenlernens.

„Hallo und einen wunderschönen Guten Morgen. Ich heiße…. und begrüße Sie alle recht herzlich zu unserem Training „ Alkoholkonsum am Arbeitsplatz - Sensibilisierung für Führungskräfte“.

Ich hoffe Sie alle hatten eine angenehme Anreise. Als erstes können Sie Ihre Sachen ablegen und sich einen Sitzplatz suchen.

Getränke stehen Ihnen zur Verfügung also fühlen Sie sich frei und bedienen sich bitte“.

2.2 Seminareröffnung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nachdem jeder Teilnehmer ausreichend Zeit hatte um sich an den Getränken zu bedienen, kann das Training beginnen. Der Trainer begrüßt sie alle zusammen erneut und stellt sich der Gruppe vor und es folgen einige Erläuterungen zu seiner Person und seinem beruflichen Werdegang. Dies bewirkt zwischen dem Trainer und den Teilnehmern eine erste Vertrautheit.

Ich freue mich Sie hier heute begrüßen zu dürfen und mit Ihnen die kommenden zwei Tage zu verbringen. Zunächst möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen. Mein Name ist, wie zu Beginn erwähnt ….. Zu meinem beruflichen Werdegang möchte ich nun noch ein paar Worte verlieren:

[… ]

Im Rahmen des heutigen Programms wird das Thema „Alkoholkonsum am Arbeitsplatz- Sensibilisierung für Führungskräfte“ von verschiedenen Seiten beleuchtet. Es erwarten uns spannende Vorträge und ich denke Sie werden innerhalb dieser Zeit einige Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Zunächst jedoch kurz ein paar organisatorische Dinge.

Ich stehe Ihnen als Trainer während des gesamten Trainings für Ihre Anliegen zur Verfügung. Eine wichtige Anmerkung gleich zu Beginn, alles was in den kommenden zwei Tagen passieren wird, findet im Rahmen des Trainings statt d.h., dass Sie sicher sein können, dass von meiner Seite nichts nach außen getragen wird, es gilt das Prinzip der Anonymität.

Gibt es noch Fragen die ich Ihnen beantworten kann? Ansonsten könnten wir jetzt

starten“.

2.3 Festlegung der Ansprache

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da der Trainer die Gruppe noch nicht kennt, bittet er die Teilnehmer einzeln um eine kurze Vorstellung. Anschließend wird im Seminar die Form der Anrede besprochen. Dafür gibt der Trainer den einzelnen Teilnehmern kurze Bedenkzeit. Anschließend werden alle Teilnehmer gebeten ihre Sticker und Namensschilder zu beschriften. Sollte es Teilnehmer geben, die weiterhin gesiezt werden möchten, bittet der Trainer diese, den Nachnamen auf die Karte zu schreiben.

Auch der Trainer beschriftet ebenfalls sein Namensschild und den Sticker, mit dem Ziel die Anonymität des Trainers und der Teilnehmer aufzuheben. Dadurch gewährleistet der Trainer eine richtige Ansprache der Teilnehmer.

„Vorab möchte ich Sie fragen in welcher Form wie wir uns ansprechen sollen? Es steht Ihnen frei ob wir beim „Sie“ bleiben oder uns das „Du“ anbieten“.

Kurze Bedenkzeit der Teilnehmer.

„Dann möchte ich Sie bitten die Sticker und die Namensschilder zu beschriften.

Vielen Dank“.

2.4 Warm- Up, Bildermeditation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beschreibung

Bilder sprechen andere Bereiche und Ebenen an als Worte. Sie sind eine Möglichkeit

andere Aspekte der Teilnehmer kennenzulernen als bei üblichen Vorstellungsrunden. Bei dieser Methode besteht auch die Möglichkeit, das Kennenlernen mit dem Seminarthema zu verbinden.

In der Mitte liegen Bildkarten mit verschiedenen Motiven. Sie bitten die Teilnehmer, sich ein Bild auszuwählen, das sie besonders anspricht oder interessiert.

Wenn jeder ein Bild gewählt hat, stellen sich die Teilnehmer reihum vor.

Dazu können Sie folgende Struktur vorgeben:

1. Warum habe ich das Bild ausgewählt?
2. Was hat das Bild mit mir zu tun?
3. Welche Stimmung, welche Gefühle drückt es für mich aus?
4. Was hat das Bild mit mir oder meinem Hiersein im Seminar zu tun?

Ziel

Am Anfang dieser Warm-Up Übung steht das Ziel, dass die Teilnehmenden sich kennenlernen und als Gruppe zusammenwachsen. Diese Kontakte unterstützt und intensiviert der Trainer methodisch, um eine offene und anregende Lernsituation zu gestalten.

Bei dieser Übung kristallisiert sich für den Trainer die Teilnehmererwartungen und Teilnehmervorstellungen bezüglich des Seminarthemas heraus. Durch diese Übung hat der Trainer die Möglichkeit vertieft auf die Vorstellungen der Teilnehmer einzugehen.

Die Bilderkarten, die bei dieser Übung verwendet werden, finden Sie im Anhang. A.4 Bilderkarten

„Für die erste Übung „Bildermeditation“ möchte ich Sie bitten, dass Sie sich eine in der Mitte liegende Bildkarte auswählen, die Sie spontan anspricht.

Jeder von Ihnen hat 10 Minuten Zeit sich über das jeweilige Bild Gedanken zu machen.

Bitte beantworten Sie die auf der Flipchart stehenden Fragen“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. Eigene Darstellung

Gerne dürfen Sie sich frei bewegen und auch den Seminarraum verlassen.

Nach Ablauf der Zeit finden Sie sich bitte wieder hier im Seminarraum ein. Jeder von Ihnen darf sich der Gruppe vorstellen und mitteilen welche Gedanken er sich zu dem Bild gemacht hat. Gibt es noch irgendwelche Fragen, die ich Ihnen beantworten kann? Ansonsten viel Spaß bei der Übung“.

[...]

Details

Seiten
77
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656633105
ISBN (Buch)
9783656633099
Dateigröße
3.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v270941
Institution / Hochschule
SRH Fachhochschule Heidelberg
Note
1,1
Schlagworte
alkohol arbeitsplatz sensibilisierung führungskräfte leitfaden führungskräfteseminar

Autor

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Titel: Alkohol am Arbeitsplatz. Sensibilisierung für Führungskräfte