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Fitness Revolution 3000 für Personal Trainer

von Karsten Arndt (Autor) Christopher Müller (Autor) Clara Weyhenmeyer (Autor)

Projektarbeit 2013 32 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Executive Summary

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

2 Einführung
2.1 Rahmenbedingungen, Problemstellung und Zielsetzung
2.2 Vorgehensweise und Methodik

3 IST-Situation
3.1 IST-Blueprint
3.2 Prozessbeschreibung
3.3 Kundenrolle
3.4 Leistungsabweichungen
3.5 Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse
3.6 SWOT-Analyse

4 Strategieentwicklung
4.1 Vision
4.2 Ziele
4.3 Strategien

5 SOLL-Situation
5.1 Neues Leistungsangebot
5.2 SOLL-Blueprint
5.3 Prozessbeschreibung
5.4 Neue Kundenrolle
5.5 Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse
5.6 Justifikation

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Internetquellen

Gesprächsverzeichnis

1 Executive Summary

Die personenbezogene Dienstleistung des Personal Trainers basiert bislang auf einem rein statischen Prozess. Die Dienstleistungsqualität wird von der entsprechenden Zielgruppe mit dem Ziel der Gewichtsabnahme als zufriedenstellend bezeichnet. (Dietz 2013) Die Kosten für eine Trainingseinheit schwanken hierbei, abhängig von Qualifikation und Einsatzstandort des Trainers stark. Durch die intensive persönliche Betreuung eines jeden Kunden durch den Per- sonal Trainer, ist dieser in seinem Kundenstammausbau eingeschränkt. Der große Zeitauf- wand spiegelt sich in relativ hohen Kosten1pro Trainingseinheit für den Kunden wieder.

Ziel der IT-unterstützten Dienstleistung Fitness Revolution 3000 ist eine Kostenreduktion für den Kunden um 15% bei mindestens gleichbleibender Leistungsqualität. Zudem sollen Personal Trainer die Möglichkeit erhalten, bei reduziertem individuellem Aufwand pro Kunde und gleichbleibender Dienstleistungsqualität ihren Kundenstamm zu erweitern und die Kundenbindung zu stärken. Weiterhin sollen ehemalige Kunden beim Halten des gewünschten Gewichts unterstützt werden können.

Die genannten Ziele sollen durch eine Anpassung und Modularisierung der bestehenden Dienstleistung erfolgen. Hierbei sollen standardisierbare Trainingseinheiten im Abnehmpro- zess durch den Einsatz von IT für jeden Kunden nutzbar sein. Der Personal Trainer nimmt diese Einheiten als Podcast - für alle Kunden zugänglich - auf und macht sie über eine E- Training Plattform für alle Nutzer zugänglich. Die Kunden können fortan Trainingsmodule aus individuellen und standardisierten Leistungsbestandteilen zusammenführen, zeitflexibel auf die Podcasts zugreifen und trainerunabhängig die Übungen ausführen. Kunden, die bereits ihr Wunschgewicht erreicht haben können dieses zudem nun ganz ohne persönliche Betreu- ung durch den Trainer - allein durch die Podcast-Module - zukünftig einfacher und länger halten. Der Trainer wiederum spart diese Zeit für die, sonst persönlichen, Trainingseinheiten ein und kann diese für die Erweiterung des Kundenstamms nutzen.

Zusätzlich bekommen die Kunden über die E-Training Plattform die Möglichkeit, ihren Trainingsstatus zu dokumentieren und tagesaktuell die Entwicklungskurve zu überprüfen. So werden über das eigene Trainingsprofil Angaben zur Gewichtsentwicklung, Trainingserfolgen und Zielerreichung gemacht. Neben dem Kunden hat so auch der Trainer die Möglichkeit zu jedem beliebigen Zeitpunkt den Trainingsstaus seiner Kunden zu kontrollieren und gegebenenfalls zeitnah einzugreifen und zu regulieren.

Festzuhalten sei hierbei jedoch auch, dass eine solche Anpassung des Dienstleistungsangebots nicht für alle Anbieter geeignet ist. Durch den Implementierungsaufwand und die damit verbundenen Kosten empfehlen wir den Einsatz des Optimierungsprogramms Fitness Revolution 3000 lediglich für qualifizierte hauptberufliche Personal Trainer.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vorgehensweise

Abbildung 2: IST-Blueprint

Abbildung 3: GAP-Modell der Dienstleistungsqualität

Abbildung 4: Visualisierung der Dienstleistungs-Vision

Abbildung 5: Magisches Dreieck

Abbildung 6: Marktfeldstrategie

Abbildung 7: Dimensionen der Wettbewerbsvorteilsstrategie

Abbildung 8: SOLL-Blueprint

Abbildung 9: Ersparnisverteilung der Kosten auf Dienstleistungskomponenten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ebenen und Linien des Service Blueprints

Tabelle 2: SWOT-Analyse

Tabelle 3: Marketingsinstrumentstrategie anhand der Dienstleistungs "P"

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Einführung

2.1 Rahmenbedingungen, Problemstellung und Zielsetzung

Die personenbezogene Dienstleistung des Personal Trainers ist, wie alle Dienstleistungen der Definition nach zwar ein immaterielles Gut, jedoch mit materieller Handlung, nämlich einer auf den menschlichen Körper gerichtete Dienstleistung. Sie besitzt die typischen Eigenschaften der Immaterialität, Heterogenität, Gleichzeitigkeit von Produktion und Konsum der Dienstleistung und der nicht Lagerfähigkeit. Neben diesen konstitutiven Eigenschaften können IT-Dienstleistungen zudem Modularisiert werden. Das bedeutet, dass die Dienstleistung in Teilbestandteile zerlegt werden kann und je nach Kundenbedürfnis zu geeigneten und effizienten Leistungsbündeln zusammengestellt werden kann.(Leimeister, 2012, S. 17-26) Schwieriger wird eine solche Modularisierung bei sehr individuellen personenbezogenen Angeboten, wie dem bisherigen Konzept des Personal Trainers.

Die Berufsbezeichnung „Personal Trainer“ ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt, dem- nach darf sich jeder Anbieter Personal Trainer nennen und unter diesem Namen eine Dienst- leistung anbieten.(Gräber, 2013) Eine staatlich anerkannte Ausbildung gibt es für dieses Berufsbild ebenfalls nicht.(Bundesverband Personal Training 2009) Infolgedessen unterliegt der Stundenpreis sowie die damit verbundene Leistung eines Personal Trainers einer großen Spannweite. Hierbei beziehen sich die Kosten pro Stunden zum einen auf die Qualifizierung bzw. die Reputation des Trainers und zum anderen auf äußere Rahmenbedingungen, wie dem Standort. Da es sich bei dem Personal Trainer um eine nicht klar abgrenzbare und fest defi- nierte Dienstleistung handelt kann auch keine allgemeingültige Aussage über die Kosten für den Trainer zur Dienstleistungserstellung sowie einem möglichen Einsparungspotenzial ge- troffen werden. Des Weiteren sind die Kosten und das verfügbare Budget eines Personal Trainers abhängig von dessen Standort - so unterscheiden sich die Lebensunterhaltskosten in Süddeutschland deutlich von denen im Osten der Republik.(Statista GmbH 2009) Ebenfalls sollte beachtet werden, dass jeder Personal Coach unterschiedlich viel in sein Trainingse- quipment und die Beratung investiert, sodass letztendlich ohne valide Datenerhebung im Rahmen dieser Arbeit nur eine Schätzung des Verbesserungspotenzials gegeben werden kann.(Edelhelfer GmbH 2013)

Der Markt der Personal Trainer in Deutschland ist aktuell ein primär unerforschtes Segment mit einer vergleichsweise jungen Dienstleistung. Deutlich wird dies durch den Vergleich des amerikanischen und des deutschen Markts der Personal Trainer. Während die Anzahl haupt- beruflicher Personal Trainer in den USA laut einer Studie des amerikanischen Fitnessverban- des IHRSA (International Health, Racquet & Sportsclub Association 2013) aus dem Jahr 2007 auf ungefähr 149.000 geschätzt wird (Edelhelfer GmbH 2013), geht der Bundesverband Personal Training e.V. davon aus, dass in Deutschland lediglich 400 hauptberufliche Personal Trainer aktiv sind.(BPT e.V. 2013) Hinzu kommen laut dem BPT mehrere hundert nebenbe- rufliche Personal Trainer.(BPT e.V. 2013) Aktive Mitglieder des BPT sind im März 2013 617 Personal Trainer, welche sowohl haupt- als auch nebenberuflich arbeiten.(Personal Fitness 2013) Auf dem größten deutschen Online-Portal für Personal Trainer www.personalfitness.de sind nach eigenen Angaben 2900 haupt- und nebenberuflich tätige Personal Trainer sowie 25.000 Kunden registriert.(Personal Fitness 2013) Jens Freese (Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher Personal Trainer e.V.) hingegen schätzt in seinem Artikel „Personal Training wird erwachsen“ die Anzahl der hauptberuflich tätigen Personal Trainer auf 500 bis 600.(BPT e.V. 2013)

Der Vergleich der oben genannten Zahlen verdeutlicht, dass aktuell keine genaue Angabe über die am Markt aktiven Personal Trainer in Deutschland gemacht werden kann. Auch über das Umsatzvolumen kann an dieser Stelle lediglich eine grobe Schätzung abgegeben werden. Nach einer Studie der Edelhelfer GmbH liegt der durchschnittliche Stundenpreis eines Personal Trainers außerhalb eines Fitnessstudios bei 78 Euro.(Edelhelfer GmbH 2013)

Auf Grund von persönlichen Gesprächen mit 3 Personal Trainern (Loehe, Katluhn, Wingen- feld 2013) wird in der folgenden Betrachtung davon ausgegangen, dass am deutschen Markt 500 hauptberufliche Personal Trainer im Durchschnitt 25 Stunden trainieren. Hinzu kommen 2500 nebenberufliche Trainer, die pro Woche im Schnitt 5 Stunden trainieren. Monetär aus- gedrückt bedeutet dies, dass 2500 nebenberufliche Trainer, die fünf Stunden in der Woche trainieren bei einem Durchschnittspreis von 78 Euro pro Stunde knapp 50 Millionen Euro pro Jahr umsetzen.2 Die 500 hauptberuflichen Trainer setzen bei gleichem Durchschnittspreis und 25 Wochenarbeitsstunden ebenfalls knapp 50 Millionen Euro um.3 Daraus ergibt sich ein geschätzter Gesamtmarkt von über 100 Millionen Euro pro Jahr.

Trotz fehlender valider Studien und Ergebnisse, wird aus den Recherchen deutlich, dass der Markt des Personal Trainers eine erhebliche Größe darstellt. Die stark schwankenden, oft hohen Preise pro Trainingsstunde bei einem Personal Trainer, hemmen jedoch viele Kunden die Leistung in Anspruch zu nehmen. Somit geht ein großes Kundenpotenzial ungenutzt verloren. Ziel dieser Arbeit ist daher die Modularisierung der Leistung durch eine IT Unterstützung für Personal Trainer zu schaffen, welche den Kunden eine Kostenersparnis und den Trainern die Nutzung weiterer Ressourcen (Zeit) ermöglichen.

2.2 Vorgehensweise und Methodik

Aufgrund der beschriebenen Rahmenbedingungen und Probleme im Geschäftsfeld des Perso- nal Trainers im einführenden Kapitel 2.1, widmet sich diese Arbeit zunächst, wie Abbildung 1 zu entnehmen, einer ausführlichen Analyse der IST-Situation (Kapitel 3). Hierbei wird zu- nächst durch die Methode des Service Blueprints der IST-Prozess visualisiert und in der da- rauf basierenden Prozessbeschreibung detailliert aufgeschlüsselt. Da eine der Besonderheiten von Dienstleistungen die Einbringung des externen Faktors darstellt, widmet sich der Punkt Kundenrolle im Speziellen dem Einfluss der Kunden. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnis-se werden dann die Leistungsabweichungen aus Unternehmens- und Kundensicht mit Hilfe des Gap-Modells aufgedeckt. Anschließend wird dann die Eintrittswahrscheinlichkeit und Relevanz von Fehlern innerhalb des Prozesses mit Hilfe der Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FEMA) bestimmt. Neben den Analysen der Prozesse, Rollen und Abweichungen werden auch die Chancen und Risiken des Markts bzw. die Stärken und Schwächen des Unternehmens bzw. des Dienstleistungsanbieters im Rahmen einer SWOT-Analyse betrachtet. Nach ausführlicher Untersuchung der aktuellen Situation und Dienstleistung des Personal Trainers, sowie die Herausarbeitung der Schwachstellen und Potenziale kann im Anschluss die Konstruktion des neuen Angebots erfolgen.

Hierzu widmet sich Kapitel 4 der Strategieentwicklung. Zunächst werden die zu Grunde lie- gende Vision und langfristigen Ziele anhand des Magischen Dreiecks bestimmt, um anschlie- ßend eine umfangreiche Strategieentwicklung abzuleiten. Diese umfasst hierbei die Geschäfts- und Marktfeldstrategie, die Wettbewerbsvorteilsstrategie sowie die Marketing- instrumentstrategie.

Auf Basis der Vorstellungen zur Verbesserung des bisherigen Dienstleistungsangebot und der Vision, den Zielen und der Strategie soll im Folgenden das angepasste Leistungsangebot modelliert werden. Kapitel fünf befasst sich daher mit der gewünschten SOLL-Situation. Hierzu wird zunächst das neue Leistungsangebot beschrieben und die Erneuerungen hervorgehoben. Anschließend wird zur besseren Vergleichbarkeit und Transparenz der SOLL-Blueprint und dessen Prozessbeschreibung dem IST-Modell gegenübergestellt. Da es sich trotz Teilstandardisierung und IT-Einsatz immer noch um eine stark personenbezogene Dienstleistung handelt, welche maßgeblich durch den Kunden mitgestaltet und beeinflusst wird, soll im folgenden die neue Kundenrolle dargestellt werden. Anhand der FEMA werden anschließend die Fehlerpotenziale des angepassten Prozesses überprüft und denen der ursprünglichen Dienstleistung gegenübergestellt. In der Justifikation soll abschließend dargestellt werden, durch welche Maßnahme die gesetzten Ziele erreicht werden können.

Abbildung 1: Vorgehensweise

Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 IST-Situation

3.1 IST-Blueprint

Abbildung 2: IST-Blueprint

Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2 Prozessbeschreibung

Die Prozessbeschreibung der aktuellen Dienstleistung baut auf dem IST-Blueprint auf und soll den bereits grafisch abgebildeten Prozess der personenbezogenen Dienstleistung des Per- sonal Trainers verbalisieren. In dieser Anwendung beschreibt der Service Blueprint zum einen die Abfolge der Aktivitäten und unterscheidet diese zum anderen auf fünf Ebenen (Physical Evidence, User Actions, Frontstage, Backstage Process, Support Process) sowie durch die Trennung von drei Linien (Line of Interaction, Line of Visibility und Line of Internal Interac- tion).

Hierbei haben die Ebenen und Linien die Tabelle 1 zu entnehmende Bedeutung (u.a. Leimeister, 2012, S. 201 ff.):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Ebenen und Linien des Service Blueprints

Quelle: Eigene Darstellung

Der initiale Ausgangsimpuls zur Inanspruchnahme der Dienstleistungen eines Personal Trai- ners kommt vom Kunden. Die Grundvoraussetzung ist der Wille, sein Körpergewicht zu re- duzieren und dabei auf die Dienste eines Personal Trainers zu setzen. Ist dieses Kundenbedürfnis gegeben, so kann der Kunde entweder durch das sorgfältige Recherchieren im Internet oder durch eine gezielte Weiterempfehlung - beispielsweise eines Freundes - auf einen qualifizierten Coach aufmerksam werden. Anschließend kontaktiert er den auserwählten Personal Trainer, wobei die Kontaktaufnahme entweder persönlich oder unpersönlich via Te- lefon bzw. E-Mail stattfinden kann (User Action). In diesem ersten Einführungsgespräch wird ein weiter Termin zur Zielfestlegung vereinbart, welcher zumeist an einem neutralen Ort stat- findet (Physical Evidence, Frontstage). Bei diesem Zusammentreffen erfragt der Personal Trainer die Präferenzen Anliegen des Kunden und versucht hierdurch zu erfahren, was der Kunde sich von der Zusammenarbeit verspricht, welche Ziele er verfolgt und Möglichkeiten er ihm bieten kann. Es findet eine genaue Analyse der IST-Situation des Kunden statt, sodass der Trainer ein detailliertes Bild vom Zustand des Kunden bekommt. Auf Basis dessen lassen sich Rückschlüsse darauf ziehen, welcher Zeitraum des Gewichtsverlustes tragbar und gesund ist und was letztendlich das Idealgewicht ist. (Physical Evidence, User Action, Frontstage, Support Process)

Nach der Zielvereinbarung findet ein Probetraining statt. (Physical Evidence, User Actions, Frontstage) Dieses wird individuell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten. Sollte der Kunde im Anschluss feststellen, dass der gewählte Personal Trainer doch nicht den individu- ellen Vorstellungen entspricht, bietet sich dem Kunden erneut die Möglichkeit, sich anderwei- tig zu entscheiden. Ansonsten wird ein Vertrag geschlossen, in dem alle Details bezüglich Finanzierung, Preis und Dauer der Beschäftigung sowie alle Ziele und Leistungen des Kun- den erfasst werden. Zum Kern der Dienstleistung gehört weiterhin der Entwurf eines Trai- ningsplans, in dem alle Trainingstage zeitlich festgehalten sind (Physical Evidence, Backstage Process). Mit Vertragsabschluss beginnt dann das eigentliche Engagement (Physical Evi- dence, User Action, Frontstage). Nach jedem Training dokumentiert der Personal Trainer die Entwicklung des Kunden, um zu sehen, ob die eingesetzten Trainingsmethoden den ge- wünschten Fortschritt erzielen und ob bereits kleinere Erfolge verzeichnet werden konnten (Physical Evidence, User Action, Frontstage, Backstage Process, Support Process). Je nach Wunsch der Kunden kann das Schwierigkeitsniveau und infolgedessen auch das Pensum im Training gesteigert werden, sodass der Erfolg schneller sichtbar wird. Kurz vor dem Ende der Vertragslaufzeit, versucht der Personal Trainer ein eingehendes Feedback vom Kunden zu erhalten, um anschließend die Gesamtsituation sorgfältig zu analysieren (Physical Evidence, User Action, Backstage Process). In erster Linie kommt es hierbei auf die Zufriedenheit des Kunden an. Ist diese gewährleistet, so wird der Vertrag beendet, ansonsten kann es zu einer Fortsetzung des Vertrages kommen.4

3.3 Kundenrolle

Die Kundenrolle spiegelt die Sichtweise des Kunden wieder und soll Aufschluss darüber geben, welche Bedenken und Ängste im Zusammenhang mit der Erbringung der Dienstleistung auftreten und welchen Verantwortlichkeiten der Kunde ausgesetzt ist.

Die größten Bedenken in Bezug auf die Inanspruchnahme der Dienstleistungen eines Personal Trainers sind aus Kundensicht, inwiefern ein Personal Trainer im Stande ist, einen zufrieden- stellenden Mehrwert bei der Verringerung des Körpergewichts bei angemessenen Kosten zu leisten. Kunden stellen sich die Frage, ob die angebotenen Trainingsstunden sowie die persön- liche Betreuung wirklich hilfreich sind, um langfristig das Ziel der Gewichtsreduzierung zu erreichen. Zudem stellt sich aus Kundensicht die Frage, ob alle Anforderungen und Aufgaben, die an ihn gestellt werden, auch realistisch, umsetzbar und motivierend sind. Weiterhin ist entscheidend, dass der Personal Coach sich zuverlässig und kooperativ zeigt.

Auch hier spiegeln sich die typischen Eigenschaften von Dienstleistungen in den Ängsten und Bedenken wieder. Da es sich um eine immaterielle und heterogene Leistung handelt ist das subjektiv empfundene Kaufrisiko besonders hoch. Die Leistung kann im Vorfeld weder berührt, noch in irgendeiner Form getestet werden.

Ein zusätzlicher Aspekt für die Bereitstellung des kundenorientierten Wertes ist, sowohl das verantwortungsvolle als auch das kompetente Verhalten des Personal Trainers dem Kunden gegenüber, um sich in die Lage des Kunden versetzen und mögliche Anregungen und Einwände der Kunden besser einschätzen zu können.

Zunächst muss sich der Kunde im Klaren sein, dass die Inanspruchnahme eines Personal Trainers mit hohen Kosten verbunden ist und er somit in der Lage sein muss, diese wirtschaftlich zu tragen. Außerdem sollten die Zahlungen an den Personal Coach fristgerecht eingehalten werden. Ein weiterer Aspekt ist die Gleichzeitigkeit von Produktion und Konsum der Dienstleistung, die den Kunden als externen Faktor stets mit einbezieht. Dem Kunden muss demnach bewusst sein, dass sein persönlicher Erfolg und die Dienstleistungsqualität stark von ihm und den folgenden Aspekten abhängig ist.

Zum einen muss er bei Terminvereinbarungen pünktlich und zuverlässig sein, sowie während des Trainings vollste Einsatzbereitschaft zeigen. Gelingt es ihm eine Leidenschaft für die Dienstleistung zu entwickeln, dann wird er auch zukünftig Erfolg haben. Außerdem muss er kritikfähig sein und Rückschläge verkraften können, denn nur so wird er den eigenen Anfor- derungen gerecht werden.

3.4 Leistungsabweichungen

Nach Beschreibung der IST-Situation und der Relevanz der Kundenrolle wird deutlich, dass die Dienstleistung noch Leistungslücken aufweist. Um diese Ausbessern und die Dienstleis- tung anpassen zu können, müssen die Lücken aus Kunden- und aus Anbietersicht zunächst aufgedeckt werden.

Die internen Leistungslücken befassen sich - dem Namen nach - mit den internen Leistungs- problemen bzw. den gewünschten Verbesserungen einer Dienstleistung bzw. dessen Prozess. Hierbei geht es im Kern um die Abweichung der gewünschten und erbrachten Leistung aus Anbieterperspektive. Um diese messen und die Lücken schließen zu können bedarf es Mess- größen sowie einer Dokumentation des Ziel- und aktuellen Wertes. Um eine tatsächliche Ver- besserung erzielen zu können empfiehlt es sich außerdem mindestens zwei Größen im Bereich der Leistungsaspekte - in diesem Fall Produktivität/Effizienz mit Qualität/Konsistenz - in Verbindung zu setzen. Im Beispiel der Dienstleistung des Personal Trainers aus Anbieter- sicht besteht die Abweichung vor allem Produktivität und Effizienz. Auf Grund des großen Zeitaufwands pro Klient, kann dieser aktuell einen Kundenstamm von höchstens 6-8 Mitglie- dern betreuen.

[...]


1Relativ hohe Kosten im Vergleich zu Monatsbeiträgen in einem Fitnessstudio oder kostenlosen Fitness-Apps

22500 Trainer x 5 Stunden pro Woche x 52 Wochen im Jahr x durchschnittlich 78 Euro pro Stunde = 50,7 Milli- onen Euro

3500 Trainer x 25 Stunden pro Woche x 52 Wochen im Jahr x durchschnittlich 78 Euro pro Stunde = 50,7 Milli- onen Euro

4Die Prozessbeschreibung basiert auf den gewonnenen Erkenntnissen in Gesprächen mit den Personal Trainern Loehe, Katluhn, Wingenfeld, (2013)

Details

Seiten
32
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656622789
ISBN (Buch)
9783656622758
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v270896
Institution / Hochschule
Universität Kassel – Wirtschaftsinformatik
Note
2,0
Schlagworte
fitness revolution personal trainer

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Titel: Fitness Revolution 3000 für Personal Trainer