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Autismus. Diagnostik, Therapieansätze, Intervention

Hausarbeit 2013 12 Seiten

Psychologie - Entwicklungspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

1. Überblick über die vorhandene Literatur zum Thema

2. Kritische Evaluation

3. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang
Anhang A1: Checkliste Autismusdiagnostik für Kinder
Anhang A2: Checkliste Autismusdiagnostik für Erwachsene

Zusammenfassung

Menschen mit Autismus- Spektrum- Störungen (ASS) scheinen in ihrer ganz eigenen Welt mit ihren eigenen Prioritäten, einer andersartigen Sinneswahrnehmung und - für den „Normalmenschen“ oft unnachvollziehbaren - Problemen zu leben. Doch unsere Welt orientiert sich an den Prioritäten, der Wahrnehmung und den Problemen der Mehrheit, zu der Autisten mit einer Lebenszeitprävalenz von 1,16% (Baird, Gillian et al., 2006) nicht gehören. Damit sich Menschen mit ASS in die „Welt der Mehrheit“ besser einfinden können, im Idealfall eine Regelschule besuchen, einen Beruf erlernen und soziale Bindungen eingehen können, finden - vor allem in den USA - nun schon seit Jahrzehnten Forschungen über Therapiemöglichkeiten für Menschen mit ASS statt.

In der vorliegenden Arbeit werden verschiedene Therapieansätze, vor allem die aus den USA stammende Applied Behavior Analysis (ABA), vorgestellt und evaluiert. Wie andere Formen der Verhaltenstherapie beruht auch die ABA auf dem Wirkprinzip der positiven Verstärkung. Zudem wird in der Therapie die Wichtigkeit des Einbezuges des sozialen Umfeldes - vor allem der Eltern - betont. Die Grundidee dieser Therapiemethode ist, durch Umgebungsänderung Verhaltensänderung herbeizuführen.

Dass die Wirksamkeit von Programmen wie ABA kaum wissenschaftlich nachgewiesen wurde, erschwert den Standpunkt solcher Interventionen in Deutschland, welches nicht gerade ein „Vorreiterland“ für Autismustherapie ist. Damit auch in Deutschland eine vorbildliche Unterstützung von Menschen mit ASS stattfindet, wird in Zukunft noch viel Forschungs- und Aufklärungsarbeit nötig sein.

1. Überblick über die vorhandene Literatur zum Thema

Voraussetzung für einen Antrag auf Autsimus- Therapie ist die Diagnose. Diese wird aufgrund der Vorgeschichte (vor allem durch Elternbefragung), der Exploration und der Verhaltensbeobachtung gestellt und sollte den jeweiligen Kriterien der DSM IV bzw. ICD10 entsprechen. In Deutschland gibt es inzwischen Checklisten für Kinder und Erwachsene, die als Screening- Verfahren dienen und mithilfe einer Verdachtsdiagnose auf eine Autismus- Spektrum- Störung (ASS) den Zeitraum bis zu einsetzenden Fördermaßnahmen verkürzen sollen. (Checklisten Anhang A1, A2)

Ist die (Verdachts-) Diagnose gestellt, können entsprechende Interventionsmaßnahmen eingeleitet werden.

Die wohl derzeit bekannteste Therapiemethode ist die aus den USA stammende Applied Behavior(al) Analysis (ABA), die auch Gundelfinger, Rothe, Studer und Stüssi (2010) in ihrem Beitrag über frühe intensive verhaltenstherapeutische Intervention bei frühkindlichem Autismus fokussieren. Das UCLA Model of Applied Behavioral Analysis wurde in den 1960er Jahren an der Universität von Los Angeles von Ivar Lovaas entwickelt. In diesem Programm ist besonders der lerntheoretische Hintergrund bedeutend. Die ABA Therapie wird bereits mit zweijährigen Kindern begonnen, für mindestens zwei Jahre geplant und findet bei den Familien zu Hause statt, um eine möglichst natürliche, alltagsnahe Lernumgebung zu gewährleisten. Damit die angestrebten 30-40 Wochenstunden der Intervention bezahlbar bleiben, werden zu den Therapeuten und Supervisoren Kotherapeuten oder Mediatoren sowie die Eltern der autistischen Kinder in die Therapie involviert. Der wichtigste Wirkfaktor in der Therapie ist die operante Verstärkung, mit der das Zielverhalten stufenweise aufgebaut wird (Shaping). Prinzipiell kann alles als Verstärker dienen, was dem Kind gefällt und nicht schadet.

Deutschland wird in der Autismustherapie oftmals als „Entwicklungsland“ bezeichnet. Therapien wie ABA, die in den USA schon seit Jahrzehnten entwickelt und anerkannt werden, haben es in Deutschland immer noch schwer. Vielleicht auch deshalb, weil sich die deutschen Wissenschaftler von den amerikanischen abgrenzen möchten, lieber ihre eigenen Ideen entwickeln, als ein fertiges Konzept kritiklos zu übernehmen. So wurde in Deutschland der Begriff ABA auf AVT (Autismusspezifische Verhaltenstherapie) erweitert.

Vera Bernard Opitz (2009) beschreibt in ihrem Artikel die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der amerikanischen Applied Behavior Analysis (ABA) und der deutschen Autismusspezifischen Verhaltenstherapie (AVT). Während in der ABA eher verhaltensanalytische Aspekte im Vordergrund stehen, betont die AVT stärker therapeutische Aspekte. Sowohl in der deutschen als auch in der amerikanischen Therapie findet eine klinische Anwendung lerntheoretischer Prinzipien mit dem Wirkprinzip der operanten Konditionierung (Verstärkungslernen) statt.

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Details

Seiten
12
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656626459
ISBN (Buch)
9783656626503
Dateigröße
570 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v270862
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
15
Schlagworte
autismus diagnostik therapieansätze intervention

Autor

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Titel: Autismus. Diagnostik, Therapieansätze, Intervention