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Was kann ich? Was weiß ich? Wer bin ich? Hilfestellungen für die Beratung von Jugendlichen bei Bewerbungen

Können, Wissen, Schlüsselqualifikationen

Fachbuch 2013 46 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorbemerkung

2 Das Ziel: Welche Grundausrichtung haben Berufe?

3 Strategische Schritte bei Bewerbungen
3.1 Analyse von Stellenangeboten: Was erwarten Arbeitgeber von Bewerbern?
3.2 Potenzialanalyse: Die Zielsetzung bei Bewerbungen Schritt für Schritt entwickeln
3.3 Bewerbungsplanung: Die Nachfrage des Arbeitgebers mit dem Angebot des Bewerbers zusammenfügen

4 Durchführung von Bewerbungen
4.1 Die Bewerbungsunterlagen
4.2 Der Einstellungstest
4.3 Das Vorstellungsgespräch

5 Motivation bei Bewerbungen

6 Die Berufsperspektive

Die Ziele und Mittel von Entwicklung erfordern es, den Standpunkt der Freiheit in den Mittelpunkt zu rücken. In dieser Perspektive müssen wir die Menschen als aktive Subjekte ihres eigenen Schicksals behandeln und ihnen die entsprechenden Spielräume zubilligen, statt in ihnen passive Empfänger der Früchte ausgeklügelter Entwicklungsprogramme zu sehen. Staat und Gesellschaft kommt die große Verantwortung dafür zu, die menschlichen Verwirklichungschancen zu erweitern und zu schützen. Doch ihre Aufgabe ist es lediglich, die nötigen Hilfestellungen zu geben, nicht aber Fertiglösungen anzubieten. Die sich an der Freiheit orientierende Einschätzung der Zwecke und Mittel im Prozess der Entwicklung verdient sicherlich besondere Aufmerksamkeit.

Amartya Sen, Ökonomie für den Menschen, München 2007, S. 70

1 Vorbemerkung

Für viele Schulabsolventen ist die Suche nach einer Ausbildungsstelle eine erste Bewährungsprobe, die sie alleine im Leben zu bestehen haben. Gleichzeitig ist die Stellensuche der erste Schritt in das Berufsleben und bestimmt ihre berufliche Entwicklung. Während die Eltern noch in der Regel für ihre Kinder die Schule auswählen, teilweise auch auf Drängen des Kindes, wird die Suche nach einer Ausbildungsstelle doch von vielen Schulabsolventen selbst vorgenommen. Das ist auch gut so, denn im Beruf sind sie auf sich allein gestellt; ein Unterstützungsnetzwerk wie im Schulleben, bestehend aus Lehrern, Mitschülern usw., gibt es dann nicht mehr.

Und dabei mangelt es nicht an Hilfestellungen aller Art, die den Schülerinnen und Schülern heute angeboten werden, um sie bei der Suche des richtigen Berufs und bei den verschiedenen Schritten im Bewerbungsverfahren zu unterstützen. Da gibt es jede Menge an schriftlichen Ratgebern, die Arbeitsagentur bietet eine intensive persönliche Beratung an neben etlichen Informations- und Trainingsveranstaltungen. Den Schulen werden Bewerbungstrainings von verschiedenen Unternehmen und Institutionen kostenlos offeriert. Es gibt kaum ein Thema, das mit Medien und Beratung so vielfältig besetzt ist wie die Suche nach einer Ausbildungsstelle.

Trotz dieser Fülle an Hilfestellungen sollen die Schülerinnen und Schüler die Suche nach einer Ausbildungsstelle wirklich selbst in die Hand nehmen („Aktives Subjekt ihres eigenen Schicksals“). Das heißt ja nicht, dass sie sich von allen wirklich gut gemeinten Ratschlägen und Hilfestellungen emanzipieren sollen, aber im Kern ist es ihre Aufgabe und ihr Verantwortungsbereich. Es ist nicht nur der erste Schritt ins Berufsleben, sondern auch die Auseinandersetzung mit den Regeln und Ungereimtheiten eines Marktes nämlich des Arbeitsmarktes, dessen Regeln sind erstens anders als die Regeln in der Schule und zweitens wirken sie auch etwas härter und sind kompromissloser als das Leben in der Schule. Wer auf eine Bewerbung eine Absage erhält, der hat bei dieser Firma (im Moment) keine Chance mehr. Die Anstrengung war erst einmal umsonst. So eine Absage hat eine andere Wirkung, sie ist endgültig. Dagegen geht nach einer Sechs in der Schulaufgabe das Leben in der Schule bekanntlich weiter (wenn auch nicht endlos). Wer allerdings die Zusage eines Arbeitgebers erhält, der hat Erfolg und wird für seine Bemühungen um die Suche nach einer Stelle belohnt.

Dieser Text richtet sich in erster Linie an Personen, die Schulabsolventen bei der Wahl des Berufs und bei der Durchführung des Bewerbungsverfahrens im Sinne einer Hilfestellung unterstützen. Aus diesem Grund werden so weit wie möglich die wichtigsten Ergebnisse in Form von Erklärungshilfen (= Charts) dargestellt und diese werden dann erläutert. Dort wo es unbedingt notwendig ist, wird auf Material hingewiesen, dass es in der Regel kostenlos bei der Bundesagentur für Arbeit gibt. Diese Materialien stellen das Bewerbungsverfahren in einzelnen Schritten und in Form von Musterlösungen vor. Dagegen beschränkt sich dieser Text auf die Darstellung von „wichtigen“ Eckpunkten, die im Bewerbungsverfahren und bei der Hilfestellung von Schulabsolventen wichtig sind.

Die Ausführungen gehen davon aus, dass die persönlichen Begabungen von Schulabsolventen nicht ohne Einfluss auf die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind. Nicht jeder ist für eine bestimmte Stelle geeignet. Trotzdem gibt es auf allen Hierarchiestufen des Arbeitslebens spezielle Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten, die es zu nutzen gilt. Und mancher Schulabsolvent kann erst im Beruf sein Potential viel besser entfalten, als es vorher in der Schule möglich war. In diesem Sinne soll der Text auch eine Hilfe sein.

2 Das Ziel: Welche Grundausrichtung haben Berufe?

Sicher gibt es Schulabsolventen, die eine klare Vorstellung von dem haben, was sie später einmal werden wollen, sie können einen Beruf genau benennen.

Bei manch einem hat man auch das Gefühl, dass der Berufswunsch realistisch ist und sich im Rahmen der Möglichkeiten bewegt, die man der Person zutraut. Bei anderen hat man das Gefühl, dass das Berufsziel weit von dem abweicht, was man ihnen zutraut. Und sicher gibt es noch eine dritte Gruppe, deren Berufswunsch erscheint zwar nicht ganz realistisch, aber wenn sich die betreffenden Personen genügend anstrengen, ist das Berufsziel erreichbar. Gewöhnlich sagt man dann, dass die betreffende Person das Potential hat, aber sie muss es auch nutzen.

Bei dieser Bewertung treffen das Selbstbild des Bewerbers und das Fremdbild von Außenstehenden, wie z.B. von Eltern, Lehrern, Verwandten usw. aufeinander. Fasst man die verschiedenen Eigen- und Fremd-Urteile in eine Skala, ergeben sich bei der Bewertung, ob Berufswunsch und Person zueinander passen, mindestens drei Stufen:

1 Der Beruf passt zum Schulabsolventen.
2 Der Beruf passt teilweise zum Schulabsolventen.
3 Der Beruf passt überhaupt nicht zum Schulabsolventen.

Das Urteil der Bewerber und der Außenstehenden orientiert sich an dem, welche Tätigkeit sich die Bewerber selbst bzw. andere den Schulabsolventen zutrauen. Dabei orientiert man sich an dem, was den Schwerpunkt eines Berufs ausmacht. Dabei gibt es unter den Berufen verschiedene Ausrichtungen, z.B. die Spezialisierung auf handwerkliches Können, auf Kopfarbeit oder den Umgang mit Menschen, natürlich gibt es viele Berufe, in denen diese Grundausrichtungen miteinander verknüpft sind, die von jedem etwas haben:

Aber es können auch noch ganz andere Aspekte bei der Berufswahl eine Rolle spielen, die mit der ausgeübten Tätigkeit wenig bis gar nichts zu tun haben:

Etliche Schulabsolventen haben konkrete Erwartungen an die Sicherheit bei der Arbeit. Für sie ist es wichtig, dass sie im Beruf drinnen arbeiten, mit anderen Worten im Warmen sitzen, dass die Arbeitstelle nahe am Wohnort liegt, sie genau wissen, wo sie in der Unternehmenshierarchie angesiedelt sind, das Gehalt eine feste Größe darstellt und die Arbeitszeiten fest geregelt sind.

Die Folie zeigt, dass es dazu auch Alternativen gibt, die von sich aus nicht schlecht sind. Es gibt auch Schulabsolventen, die gerne draußen arbeiten wollen, den Wohnort wechseln, lieber selbstständig arbeiten, auch bereit sind, ein erfolgsabhängiges Gehalt zu bekommen und bei den Arbeitszeiten flexibel sind (was nur ab einem Alter von 18 Jahren möglich ist, weil vorher das Jugendarbeitsschutzgesetz die Möglichkeiten beschränkt).

Beide Kombinationen schauen aus wie zwei Gegenpole, aber sicher gibt es noch andere Möglichkeiten, die Tätigkeitsschwerpunkte zu kombinieren.

Zusätzlich zu den schon genannten Aspekten kommt auch die Überlegung, ob eine Ausbildung die Betreffenden sozusagen für alle Zeiten auf einen bestimmten Beruf festlegen oder ob die Ausbildung noch die Tür offen lässt für eine Weiterqualifikation. Dies kann die Fortsetzung der schulischen Ausbildung sein oder es geht um die Aufstiegsperspektiven im Berufsfeld, für die sich der Schulabsolvent interessiert bzw. entscheiden möchte.

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Details

Seiten
46
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656622246
ISBN (Buch)
9783656622239
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v270741
Note
1.0
Schlagworte
können wissen schlüsselqualifikationen hilfestellungen beratung jugendlichen bewerbungen charts

Autor

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