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Sehen und Beteiligen. Neue Herausforderungen für US-Serien

von Fadwa Mohsen (Autor)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 20 Seiten

Medien / Kommunikation - Massenmedien allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inside
2.1 Besonderheit: Vielfalt
2.1.1 Handlungsstränge
2.1.2 Genrekopplung
2.1.3 Figuren
2.1.4 Themen und Konflikte
2.1.5 Dialog
2.2 Besonderheit: Erzähltechnik
2.2.1 Start-Spannung-Stop-Wiederholung
2.2.2 Transmedia Storytelling

3. Outside
3.1 Vom Zuschauer zum Produzenten
3.2 Zuschauererwartungen 2.0
3.3 Der Konkurrenz entgegenkommen

4. Fazit und Ausblick

5. Literaturnachweis

1. Einleitung

Nichts scheint unmöglich. Man nehme zwei Handvoll Protagonisten, unterzeichnet sie mit interessanten Lebensgeschichten, findet eine Hauptproblematik, umgibt diese mit kleinen Geschichten und vernetzt all diese Komponenten - et voila: eine Quality TV-Serie ist geboren. Dieser Schein trügt, denn heutige Serien oder Megamovies, wie sie Reinecke in seiner Arbeit bezeichnet, zeichnen sich bei weitem durch mehr aus. Sie sind nicht nur komplex, sondern tragen jeweils etwas Besonderes in sich. Wenn nicht, so wird nicht lange gewartet, bis sie aus dem Programm genommen werden. Denn die Filmindustrie arbeitet hart: Bereits nach einer Pilotfolge entscheiden Produzenten anhand der Quote, ob die Serie weiterhin im Programm bleibt oder nicht. Die Liste neuer Serienprojekte ist lang.

In meiner Arbeit möchte ich untersuchen, unter welchen Bedingungen heutige US-Serien bestehen. Was zeichnet erfolgreiche Serien aus und hebt sie von anderen ab? Welche Faktoren spielen außerdem eine Rolle? Hierzu ist vorerst ein Blick nach innen zu richten und dieses „gewisse Etwas“ zu erforschen. Im ersten Teil analysiere ich demnach Hauptattribute, darunter fallen Handlungsstränge, das Genre, die Figuren, Themen und Konflikte und der Dialog. Ein besonders wichtiges Merkmal ist die Erzählstruktur: der diskurserzeugende Cliffhanger lässt Zuschauer mitfiebern. Um Plots nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, spielt die Funktion der „previously on…“ ebenfalls eine bedeutende Rolle bei den Endlosserien. Anschließend betrachte ich gegenwärtige Diskurse, die HBO-Produktionen und die heutige technische Ausstattung ausgelöst haben. Rollenveränderungen und neue Textarten, sowohl implizit in Serien, als auch außerhalb des Mediums Fernsehen, werden geschaffen. Dies veranlasst uns einen Blick nach außen zu werfen. Denn auch, wenn das Sprichwort bereits angestaubt klingt, verbirgt sich hier durchaus Essentielles: Der Kunde ist König. Die Zuschauer sind demnach die wahren „Serienmacher“. Wie Jaeckel in seinem Artikel „Das Leben, ein Film“ beschreibt, sehen, hören und lesen sie nicht nur, sondern „suchen, ordnen, löschen, verschieben, senden […] und beteiligen“ sich. Man spricht auch vom Phänomen des Zuschauer-Engagements. Inwieweit dies geschehen kann, wird mit Hilfe der Touchpoints von Ivan Askwith gemessen. Die Wünsche und Motive des Engagements einzelner unterscheiden sich. Um dem König entgegenzukommen, ist es erforderlich, verborgene Erwartungen herauszufiltern. Mit Hilfe neuer Marketingstrategien versuchen Produzenten, Zuschauer zu umwerben. Das ist vor allem zu Zeiten des Onlinewatching erforderlich.

Um eine möglichst große Bandbreite an Erkenntnissen und Unterschieden zu gewinnen, bediene ich mich in meiner Arbeit verschiedener Serienformate, darunter sind Star Trek, Lost und Heroes zu nennen.

2. Inside

“ I don't really have preferred roles except those with some complexity. ” Richard Roxburgh1

2.1. Besonderheit: Vielfalt

2.1.1. Handlungsstränge

Betrachtet man die Entwicklung der Star Trek-Serien, werden unter anderem Veränderungen in der Handlungsstruktur deutlich. 1966, als der Sender NBC die erste Serie Star Trek in den Programm nahm, war deutlich von einer Series die Sprache: Episodisch abgeschlossene Handlungen, keine übergreifende Handlungsstränge. Etwa zehn Jahre später fällt auf, dass langsam aber stetig der Übergang von einer Series zu einem Serial stattfindet. Dies macht sich beispielsweise dadurch bemerkbar, dass Geschichten und Weiterentwicklung einzelner Charaktere in der zweiten und dritten Star Trek-Serie immer mehr in den Vordergrund gestellt werden und in der vierten Staffel ein Konflikt den anderen Handlungssträngen übergeordnet wird (Der Kampf gegen unbekannte außerirdische Rassen). Die Geschichte ist schließlich in der „Enterprise“ (2001-2005) geprägt von komplexeren Handlungssträngen (Vgl. Reinecke, 2007, S.97ff). Dieses Merkmal findet sich in der neuen Seriengeneration wieder: Handlungen werden in Zusammenhänge gebracht und vertikal erzählt. „Das Geflecht aus weitverzweigten Handlungsfäden“ (Seiler, 2008, S.11) wird mit stilistischen Mitteln wie Zeitsprüngen und Traumsequenzen gefordert.

2.1.2. Genrekopplung

Es scheinen nicht nur die Plots und das Figurenensemble komplex in Lost, ein Vertreter der neuen Serienform, auch eine Vielfalt von Genreeelementen ist vorhanden. Reinecke bezeichnet die Inselserie in seiner Arbeit als ein „Drama-Mystery-Abenteuer-Thriller-Action- Serie mit Science Fiction Elementen“ (Reinecke, 2007, S.62). Beispielsweise stehen neben den Rätsel der Insel und dem Überlebensziel der Protagonisten die Einzelnen Überlebenden des Flugzeugabsturzes im Licht. Oft werden dem Zuschauer Einblicke in das Leben und Gedanken der Individuen gewährt. Durch den Flugzeugabsturz, Verfolgungsjagden und Gewaltelementen, fließt das Action-Element in die Serie mit ein. Die Kriterien einer Abenteuer-Serie werden mit dem zentralen Handlungsort, der geheimnisvollen Insel, erfüllt (Vgl. Reinecke, 2007, S. 61). Vor Zeiten des Quality TVs konnte eine Fernsehserie einen oder zwei Genres zugeordnet werden. Die Zuordnung herausfordernder Serien in Genres verläuft schwammig, was auf das Merkmal der Komplexität, unter anderem der Handlungsstränge und Geschichten, hinweist. Demnach entstehen lange Listen von Gattungen, dem neue Serien zugeordnet werden können. So enthält, um ein weiteres Beispiel anzuführen, Star Trek als sonst genannte Science Fiction Serie auch Action- und Mysteryelemente (Vgl. Reinecke, 2007, S.100). Selbst in einzelnen Episoden bricht die Serie aus der beschriebenen Genreunterteilung aus und lenkt in komplett neue Richtungen. So erinnert beispielsweise die Folge „Nor the battle to the strong“ an einen (Anti-)Kriegsfilm (Vgl. Rogotzki, Richter, Brandt et al., 2003, S.174).

2.1.3. Figuren

Da vor allem in Serials Figuren eine bedeutsame Funktion einnehmen, ist eine genauere Betrachtung der Charaktere notwendig. Denn sie sind es, die die Zuschauer an sich binden, gar den Erfolg einiger Serien forcieren. Serien wie Heroes oder Dexter führen den Rezipienten auf eine neue Ebene, indem sie die Mauer der Intimität, Gedanken und Emotionalität durchdringen und dem Rezipienten diesbezüglich Einblicke ermöglichen. Beispielsweise besteht das Figurenensemble von Heroes aus einer großen Anzahl von „internationalen Einzelschicksalen“ (Seiler, 2008, S.21) mit komplexen Charakterzügen, so dass die konventionelle Ordnung von „Gut“ und „Böse“ schwer zu bestimmen sind. Auch bei der jungen Serie „The Wire“ wird der Zuschauer vor den Kopf gestoßen: der Polizist McNaulty übernimmt im Kampf gegen Ungerechtigkeit die Rolle des „Aufpassers“. Die klischeehafte Illustration eines vorbildhaften Polizisten wird jedoch mit seinem übermäßigen Alkoholkonsum und illegalen Verstößen behoben. (Vgl. http://www.sueddeutsche.de/medien/lieblingsserien-the-wire-der-slang-von-baltimore- 1.969732) „Diese Vielschichtigkeit der Charaktere macht die Figuren nicht nur menschlicher dadurch, dass ihnen die Plakativität genommen wird; sie macht sie auch spannender, indem sie mit dem Konzept von „Freund und Feind“ spielt“ (Knah, 2010, S.10).

Ambivalente Figuren wie McNaulty bieten durch komplexe Darstellung innerer Gedanken Identifikationsmöglichkeit und entwickeln paradoxerweise gar Empathie bei Zuschauer. Zuschauer empfinden auch in Dexter weniger einen Serienkiller, als einen Menschen, mit dem sie sein Leben und Gefühle teilen. „Das Mittel der Distanz ist weggefallen, wir sind ihm schutzlos ausgeliefert- und es macht uns Spaß!“ (Seiler, 2008, S.154)

In einer Analyse zur Rezeption von Dallas ließ die Autor Hans-Dieter Kübler Studierende Rezeptionsprotokolle über gemeinsam gesehene Dallas-Folgen verfassen. In einem Textauszug erzählt eines der Teilnehmer die Begeisterung für JR´s2 Rolle aus: „[…] JR´s Bösartigkeit ist einfach hinreißend. Irgendwie bricht dabei das eigene „Böse“ durch. Ich schwanke dauernd zwischen Haß und Genugtuung[…]“ (Giesenfeld, 1994, S.133f). Oliver Schütte, deutscher Drehbuchautor, veranstaltete ein Seminar („Die Faszination Mad Men & Co.“) in Berlin und spricht in einem Podcast über das Gelingen, den Antihelden zur Lieblingsfigur einer Serie zu machen. Er erklärt anhand von Dr. House, wieso Zuschauer ihn trotz seiner zynischen und arroganten Art sehen möchten: „Er löst seine Fälle auf einer genialen Weise[…], er ist gut indem, was er tut. Ein anderer Aspekt, wieso er so viel Empathie hervorruft ist, weil er einerseits selbst ein Opfer3 ist […]. Er ist auch jemand, der immer für den Patienten argumentiert“ (http://www.stichwortdrehbuch.de/podcast/2011-08- 09_ambivalente-figuren-in-us-serien). Trick der amerikanischen Filmemacher ist es also, Antihelden einen Platz für Gutes einzuräumen. Der wichtigste Aspekt jedoch sei die Fehlerhaftigkeit dieser Figuren, die die Identifikationsmöglichkeit erhöhen, da wir uns wiedererkannt in unserer „Unperfektheit“ fühlen.

2.1.4. Themen und Konflikte

Einen wesentlichen Unterschied zwischen deutschen und amerikanischen Serien bezieht sich auf den Plots der Serien: Amerikanische Serien konzentrieren sich im Gegensatz zu den deutschen neben den Charakteren vor allem auf die Inhalte. Es werden Themen integriert, „die universelle Gültigkeit besitzen“ (Meyer, 2008, S.11). Menschen unterschiedlicher Kulturkreisen können sich demnach weltweit mit den Geschichten identifizieren. Vor allem aktuelle erfolgreiche Serien vertreten eine Bandbreite unterschiedlicher Themen. Auch die Serie Heroes befasst sich mit gesellschaftsrelevanten und unterhaltsamen Gegenständen: Familie, Liebe, Einsamkeit, Glaube und Religion, Moralvorstellungen und das Heldentum, um einige zu nennen. Eine Themenvielfalt ist vor allem essentiell, „da kein Thema, das im Bereich der alltäglichen Erfahrung liegt, ausgeschlossen werden sollte“ (Jurga, 1999, S.163). Es ist klar ersichtlich, dass diesen Erwartungen erfolgreiche US-Serien gewachsen sind, das Angebot ist nicht nur breiter angelegt, sondern bricht in ihrer Auslegung jegliche konventielle Ordnung. Bereits seit den 80er Jahren stellt das Motiv des Todes in TV Serien eine beliebte Variante dar. Heute tritt das Thema des Todes in einem neuen Licht. Serien wie Six Feet Under (2001- 2005), Crossing Jordan und Dexter machen Leichen zu einem wichtigen Bestandteil der Erzählung. Wo zu Zeiten der Krimiserie Magnum auf die wissenschaftliche und für den Zuschauer nachvollziehbare Erklärung für Morde gezielt wurde, steht heute „eine Ästhetisierung des Todes im Vordergrund“ (tvdiskurs, Ausgabe 54, S.70f). Diese Form der Narration verleiht der Serie einen provokativen Anstrich und weicht von gesellschaftlich bestehenden Moralvorstellungen ab (Vgl. tvdiskurs, Ausgabe 54, S.72).

2.1.5. Dialog

Spricht man von neuen Seriengattungen werden oftmals die bisher genannten Serien zur Analyse gezogen und mit dem Begriff des Quality TV in Verbindung gebracht. Auch „ältere“ Sendungen haben durchaus Merkmale, die die heutigen komplexen Serien vertreten, so zum Beispiel das Mutter-Tochter-Drama Gilmore Girls. Reinecke untersucht in seiner Arbeit die Unterschiede zwischen Serien der Neuen Seriengeneration und die des Konventionellen. Letzteres zeigt er anhand der im Jahre 2000 entstandenen TV Serie Gilmore Girls auf. Durchaus mangelt es bei den Gilmore Girls aus Stars Hollow an Aspekten zur Erfüllung der Voraussetzungen des Quality TVs wie beispielsweise die Komplexität der Erzählstränge. Jedoch, so Kirchmann, ginge es um eine innovative aktuelle Serienformatierung mit interessantem Material. Vor allem in Hinblick auf die „extrem schnellen und spritzigen Dialoge mit vielen Anspielungen auf Film, Musik, Politik, Literatur und Ereignisse des Zeitgeschehens“ (Meteling et al., 2010, S.66). Die Wirkung der Dialoge ist vergleichbar mit den heutigen Megamovie Serien: Der Zuschauer wird überfordert und herausgefordert konzentriert zuzuhören. Themen werden binnen Sekunden geändert, „[…]Epochen, Künste, Medien und Gattungen[…]“ werden durchquert, so dass der Rezipient eventuell versteckte Ironien oder Anspielungen in der kurzen Zeit nicht wahrnehmen kann (Vgl. Meteling et al, 2010, S.67). Durch den Einsatz von Metaphern in Dialogen, wie etwa in Lost, muss der Rezipient zeitgleich die Informationen verarbeiten, um die Botschaft des Dialogs zu verstehen (Vgl. Reinecke, 2007, S.83). Aufgrund der Komplexität unter anderem in Dialogen, ist eine Zweitrezeption vorausgesetzt, so dass auch hier das Internet und reproduzierbare Produkte wie DVD Boxen erforderliche Rollen signifizieren.

2. 2. Besonderheit: Erzähltechnik

2.2.1. Start-Spannung-Stop-Wiederholung

„legen- wait for it“(Barney, How I met your mother)

Ein nicht seltenes Szenarium: Die Lieblingsserie ist spannend und plötzlich wird der neugierige Zuschauer mit drei Worten vor den Kopf gestoßen: „to be continued“. Betrachtet man formale Eigenschaften vieler erfolgreichen US-Serien, so geht hervor, dass das Merkmal der Fortsetzung ein essentieller Faktor darstellt. Serien werden so konzipiert, dass am Ende jeder Folge „eine intendierte Unterbrechung der Narration [integriert wird], die im weitesten Sinne Interesse am Fortgang der Handlung weckt“ (Meteling, Otto, Schabacher, 2010, S. 113). Heute spricht man von einem Cliffhanger, das als eine beliebte Gestaltungsmethode von Serials4 dient. Ziel eines Cliffhanger ist nicht nur die Erzeugung von Spannung, auch soll der Rezipient eine Abhängigkeit entwickeln und es zielt ökonomisch betrachtet darauf, eine möglichst beständige Zielgruppe herzustellen, um unter anderem die Programmplanung in Hinsicht auf Werbung besser zu gestalten (Vgl. Meteling et al., 2010, S.126). Bekannte Serien wie Star Trek, Heroes und Dallas bedienen sich dieser Form der Bindungsmöglichkeit. Die Form und der Einsatz des Cliffhangers können variieren. So zum Beispiel erfahren Dallas- Rezipienten zum Ende der dritten Staffel einen Cliffhanger, der mit einem Mord an J.R. Ewing endet und der Täter unbekannt bleibt. Dieses Ende führte zu einer Welle von Spekulationen über den möglichen Mörder (Vgl. Meteling et al., 2010, S. 116). Eine andere Einsatzmöglichkeit von Cliffhanger ist die Präzedenz eines anderen Handlungsstranges, bevor die spannende Handlung weiter fortgesetzt wird. Die Wirkungsweise eines Cliffhangers kann unterschiedlich erfolgen. Hier sind die drei Diskursstrukturen Spannung, Neugier und Überraschung zu nennen.

„Spannung wird erzeugt, indem eine chronologische Ereigniskette unterbrochen wird (…). Neugier dagegen wird hervorgerufen, wenn das Ende einer Ereigniskette an den Anfang eines Plots gesetzt wird und dem Publikum die zum Verständnis notwendigen Informationen vorenthalten werden (…). Überraschung hingegen entsteht, wenn für den Rezipienten ein völlig unerwartetes Ereignis eintritt.“ (Meteling, 2010, S. 121f)

In gegenwärtigen US-Serien scheinen die Komponenten Spannung und Neugier gleich stark eingesetzt zu werden. Laut Ergebnissen der Affect Theory von Hans Hoeken und Mario van Vlier sind diese zwei Plotstrukturen für das Vergnügen des Zuschauers äquivalent (Vgl. Meteling, 2010, S. 122).

Aufgrund der Komplexität und den übergreifenden Episoden, die unter anderem in Form von Cliffhanger getrennt werden, kann vor allem die Rezeption über das TV Schwierigkeiten bezüglich der Erinnerungsfunktion implizieren. Es vergehen Tage, in manchen Fällen (wie die Pause zwischen zwei Staffeln) Wochen und Monate, die uns von den zuvor rezipierten Inhalten trennen. Hier ist es notwendig, die Zuschauer an bereits Erzähltes zu erinnern, beispielsweise in Form von „previously on…“. Diese Vorgehensweise hat vor allem kommerzielle Gründe: auf diese Weise können Zuschauer, die eventuell Inhalte verpassen, sich noch einbringen (Vgl. Meteling et al., 2010, S.31).

2.2.2. Transmedia Storytelling

Heroes T-Shirts, Plattforen für Fans, Heroes Magazine, Radio- und TV-Shows, - Es scheint, ein Heroes-Sturm durchläuft jegliche (Medien-)Bereiche. Anhand der Serie wird deutlich, wie multimediale Auswertung aussieht. Fans stellen Theorien auf, analysieren Dialoge und erstellen Graphic Novels(=Comics), Hintergrundinformationen zu einzelnen Charakteren in Comicform. Diese aktive Rolle des Rezipienten, mit der ich mich im späteren Verlauf genauer befassen werde, führt dazu, dass transmediale Texte entstehen. Auch die Produzenten experimentieren mit neuen Erzählformen und integrieren Comicelemente in die Serie, Literatur und bildende Kunst meet Television. Es ist von Nöten zur erläutern, was sich hinter diesem Phänomen verbirgt.

Eine allgemeingültige Definition liefert Kommunikationswissenschaftler und Professor Henry Jenkins: Transmedia storytelling represents a process where integral elements of a fiction get dispersed systematically across multiple delivery channels for the purpose of creating a unified and coordinated entertainment experience. Ideally, each medium makes it own unique contribution to the unfolding of the story (http://www.henryjenkins.org/2007/03/transmedia_storytelling_101.html).

[...]


1 http://www.brainyquote.com/quotes/authors/r/richard_roxburgh.html

2 John Ross zählt zu einen der wichtigsten Figuren aus Dallas. Er ist für seine privaten und geschäftlichen Intrigen bekannt und gilt als „Fiesling“ der Miniserie. Er wendet zur Durchsetzung seiner Ziele jegliche schmutzige Tricks an (Vgl. http://www.welt.de/fernsehen/article1993042/J_R_Ewing_Der_Fiesling_der_TV_Nation.html)

3 Rückblende: Dr. Gregory House hätte beinahe sein Bein verloren und läuft seither am Stock und humpelt. Dieses Ereignis verwundete auch seine Männlichkeit und führte dazu, dass er unsympathische Charakterzüge entwickelte (Vgl. Podcast, ab 10:00)

4 Knut Hickethier spricht hierbei von Fortsetzungsgeschichten. Einzelne Folgen weisen Verknüpfungsstrukturen auf, sodass der Zuschauer Zusammenhänge nur durch die regelmäßige Rezeption eines Serials nachvollziehen kann.

Details

Seiten
20
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656619659
ISBN (Buch)
9783656619611
Dateigröße
794 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v270628
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1,3
Schlagworte
sehen beteiligen neue herausforderungen us-serien

Autor

  • Fadwa Mohsen (Autor)

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Titel: Sehen und Beteiligen. Neue Herausforderungen für US-Serien