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Die Sprache des spanischen Chats

Hausarbeit 2000 15 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Begriffsdefinition

2. Entstehung des Chats

3. Nutzung des Chats

4. Formen der Kommunikation

5. Sprache im Chat

6. Eigenschaften der Chattersprache
6.1. Kürze und Prägnanz
6.1.1. Grammatikalische Einsparungen:
6.1.2. Einsparungen bei der Zeichensetzung:
6.1.3. Akronyme und Anglizismen:
6.1.4. Veränderungen in der Orthographie:
6.2. Substitutionsversuche von Gestik, Mimik und Klangeffekten
6.2.1. Ideogramme oder Emoticons:
6.2.2. Actions oder Handlungen:
6.2.3. Klangsubstitutionen anhand von graphischen Mitteln:

7. Fazit

Bibliographie:

1. Begriffsdefinition

Das spanische Wort chatear leitet sich ebenso wie das deutsche Wort chatten vom englischen Wort to chat (dt.: plaudern, schwatzen) ab. Das Substantiv, im Spanischen el chat, sowie im Deutschen der Chat, wurden dagegen direkt aus dem Englischen, von the chat (dt.: Geplauder, Gespräch) übernommen, wobei im Spanischen lediglich die Aussprache den sprachüblichen Konventionen angepasst wurde.

Unter Chat versteht man die synchron ablaufende schriftliche Unterhaltung von zwei oder mehr Personen im Internet. So entstand mit der Erfindung des Chats auch eine neue Form der Kommunikation, da es der Chat im Internet ermöglicht, eine Unterhaltung gleichzeitig schriftlich und synchron zu führen.

2. Entstehung des Chats

Die Voraussetzungen für die Entstehung des Chats, sowie wir ihn heute kennen, schuf der finnische Student Jarkko Oikarinen mit der Entwicklung des Chat-Programms IRC, dem Internet Relay Chat. Motivation für die Entwicklung dieses Programms war laut Oikarinen die Suche nach einer Möglichkeit, möglichst einfach mit Leuten aus allen Teilen der Welt zu kommunizieren. Heute ist der IRC das weltweit größte und meist genutzte Chat-Programm, Schätzungen von 1998 zufolge hielten sich rund um die Uhr etwa 15000 bis 20000[1] Chatter in den Kanälen des IRC auf. Zieht man allerdings den immensen Popularitätszuwachs des Internets in den letzten beiden Jahren in Betracht, so kann man davon ausgehen, dass sich diese Zahlen mittlerweile vervielfacht haben. Neben dem IRC existieren weitere, allerdings weit weniger bekannte und genutzte Chat-Programme. Als wichtigstes wäre vielleicht ICQ zu nennen, wobei erwähnt werden sollte, dass der Chat bei ICQ nur eine von mehreren Funktionen darstellt. Mittlerweile sind Chat-Programme auch auf vielen Web-Seiten zu finden. Die Nachteile gegenüber dem IRC bestehen darin, dass zum einen leistungsfähigere Prozessoren notwendig sind, und dass zum anderen die technischen Voraussetzungen nur eine beschränkte Nutzerzahl zulassen, die sich bei ausgereiften Web-Chats im Bereich von 100 bis 300 bewegt.

3. Nutzung des Chats

Der Chat wird auf verschiedene Art und Weise genutzt. In aller Regel stellt das Chatten für seine Benutzer eine Freizeitbeschäftigung dar, bei der sie Ansichten und Meinungen mit fremden Gesprächspartnern austauschen können. Der besondere Reiz liegt darin, dass die Gesprächspartner anonym bleiben, was oft dazu führen kann, dass man offener über Privatangelegenheiten, Probleme und Schwierigkeiten spricht, als wenn der Gesprächspartner vor einem stünde. Für viele stellt der Chat zudem eine Möglichkeit dar, Freunde kennenzulernen, oder gar einen Partner zu finden. Weiterhin bietet der Chat Freunden und Bekannten, die durch weite Entfernungen getrennt werden, die Möglichkeit simultan zu kommunizieren, und das wesentlich preisgünstiger als es zum Beispiel telefonisch der Fall wäre. Doch der Chat ist bei weitem nicht nur eine Freizeitbeschäftigung. Von verschiedensten Gruppen der Gesellschaft wird er genutzt, um bestimmte Ziele besser verfolgen zu können. So erlaubt es der Chat zum Beispiel Behinderten sich zu vernetzen und sich mit praktischen Tipps gegenseitig auszuhelfen, wie dies wohl auf keine andere Art und Weise möglich wäre. Ähnliches gilt zum Beispiel für die Exilkubaner, die im gemeinsamen Chat-Kanal relativ einfach Neuigkeiten austauschen und Vorgehensweisen aufeinander abstimmen können. Im IT-Bereich wird der Chat mitunter als Weiterbildungsmöglichkeit gesehen. So können komplizierte Programme und Anwendungen durch den Austausch von Expertenwissen im Chat-Kanal einfacher erlernt werden, und Fachwissen kann man sich schneller aneignen, als durch meist mühsames Selbststudium.

Abgesehen von diesen insgesamt als noch privat einzustufenden Unterhaltungen, nutzen Prominente aus Politik, Unterhaltung und Sport den Chat zunehmend, um anhand von moderierten Chats Werbung für sich zu machen. Dabei werden in der Regel Fragen der teilnehmenden Chatter einem Moderator ausgewählt und gebündelt, so dass der Prominente dann auf die für ihn relevanten Fragen Antworten formulieren kann. Während zum Beispiel Filmstars oder Sportler so durch den Kontakt zu Fans ihre Popularität steigern können, haben Politiker zusätzlich noch die Chance, ihre politischen Thesen zu verbreiten.

4. Formen der Kommunikation

Um einen Chat-Kanal betreten zu können, muss man zunächst einmal ein Pseudonym auswählen. Häufig werden Spitznamen, Namen von Vorbildern aus Sport und Unterhaltungsbranche, fiktive Figuren aus Märchen und Science-Fiction, sowie insgesamt Begriffe, die eng mit bestimmten Konnotationen verbunden sind, gewählt. Nicht selten signalisiert dabei der sogenannte Nickname auch schon, über welches Thema ein Chatter wohl sprechen könnte oder möchte. So ist es wahrscheinlich, dass man mit „Figo“ über Fußball sprechen kann, während „Star_Trek“ eher auf einen Experten in Science-Fiction schließen lässt.

Hat man sich für ein Pseudonym entschieden und sich in den Chat eingeloggt, kann man bei den meisten Chats zwischen drei möglichen Formen der Kommunikation auswählen. Zunächst hat man die Möglichkeit, im öffentlichen Kanal mit allen anwesenden Chattern zu reden. Beim öffentlichen Kanal hat man in der Regel ein großes Textfeld, auf dem Botschaften von allen sich äußernden Chattern gemäß der zeitlichen Reihenfolge erscheinen. Dabei kann jeder Benutzer alle Botschaften der anderen Benutzer lesen. Um feststellen zu können, von wem eine Botschaft kommt, erscheint immer das Pseudonym des Autors vor derselben. Rechts in einer Leiste ist gewöhnlich eine Übersicht mit den Pseudonymen aller Benutzer. Unterhalb des Textfeldes ist meist eine abgetrennte Zeile, in der eigene Eingaben gemacht werden können. Nach dem Drücken der Enter-Taste und einer kurzen Übertragungsdauer, erscheint dann die Nachricht auch schon im allgemeinen Textfeld. Normalerweise läuft der Bildschirm des Textfeldes von unten nach oben durch, so dass die älteren Botschaften nach oben aus dem Bildschirm verschwinden. Bei einigen Chats ist es jedoch möglich, mit Hilfe eines beweglichen Scroll-Buttons die gesamte Konversation, an der man teilgenommen hat, zurückzuverfolgen.

Ein besondere Form der Kommunikation stellt das sogenannte „Flüstern“ dar. Durch je nach den einzelnen Chatprogrammen differierende vorweggeschickte Befehle kann man eine Botschaft nur für einzelne Chatter im Kanal sichtbar machen. Diese Form wird allerdings nicht sehr häufig gebraucht, da sie vor allem bei häufigem Einsatz und verschiedenen Adressaten sehr viel Konzentration erfordert und auch leicht zu Verwirrungen führen kann. Eigentlich wird sie nur eingesetzt, wenn man eine Nachricht zwar nur an eine ausgewählte Person verschicken will, aber aus bestimmten Gründen nicht auf die dritte Form der Kommunikation im Chat zurückgreifen will, den sogenannten Private Chat, auch Séparée genannt. Dabei handelt es sich um eine Unterhaltung, ausschließlich zwischen zwei Gesprächsteilnehmern, in die sonst niemand Einblick hat, und die in vielen Chat-Programmen in eigenen Fenstern parallel zur Konversation im öffentlichen Chat-Kanal durchgeführt werden kann.

[...]


[1] vgl. M. Haase, M. Huber, A. Krumeich, G. Rehm, Internetkommunikation und Sprachwandel, in Weingarten, Rüdiger, Sprachwandel durch Computer, Opladen: Westdeutscher Verlag, 1997, S. 57

Details

Seiten
15
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638291972
ISBN (Buch)
9783640473069
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v27057
Institution / Hochschule
Universität Passau
Note
1,7
Schlagworte
Sprache Chats Spanisch Mediensprache Chatsprache Internetsprache Emoticon

Autor

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Titel: Die Sprache des spanischen Chats