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Die Aussprache von Anglizismen im Deutschen

Analyse der Integrations- und Assimilationsprozesse

Seminararbeit 2013 24 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Vokal- und Konsonantensystem des Deutschen und des Englischen
2.1 Die Vokale der deutschen Sprache
2.2 Die Vokale der englischen Sprache
2.3 Die Konsonanten der deutschen Sprache
2.4 Die Konsonanten der englischen Sprache

3. Integrations- und Assimilationsprozesse der Aussprache von Anglizismen im Deutschen
3.1 Vokale
3.2 Konsonanten

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In den letzten Jahrzehnten ist der Einfluss der englischen Sprache und vor allem der USamerikanischen Sprachvarietät auf die deutsche Sprache aus unterschiedlichen Gründen immer stärker geworden. Der starke kulturelle wirtschaftliche sowie auch der politische Zusammenhang mit den USA sowie die Entwicklung der neuen Kommunikationstechnologien wie Internet und der Social Networks, welche fast ausschließlich aus den Vereinigten Staaten kommen, haben zu einer wesentlichen Zunahme der Entlehnungen aus dem Englischen geführt. Dieser Einfluss wirkt auf verschiedenen Ebenen, und zwar auf der morphologischen, auf der semantischen und auf der phonologischen Ebene.

Die phonologische Integration der immer zahlreicheren englischen Entlehnungen stellt ein besonders interessantes Thema dar, da es heutzutage immer noch keine feste Regel gibt, die besagt, wie ein Wort, welches aus der englischen Sprache kommt, „korrekt“ in der deutschen Sprache auszusprechen ist.

Ziel dieser Untersuchung ist es, herauszustellen, ob und inwiefern die Anglizismen auf der phonologischen Ebene in der deutschen Sprache integriert sind, mit anderen Worten, wie treu die Aussprache der deutschen Sprecher der korrekten englischen bzw. US-amerikanischen Aussprache ist und wie „richtig“ diese Worte wiedergegeben werden.

Im ersten Teil bzw. im 2. Kapitel dieser Arbeit wird zuerst das Vokalsystem der deutschen Sprache im Kapitel 2.1 und dann das der englischen Sprache im Kapitel 2.2 dargestellt. Dann analysiert man das Konsonantensystem der beiden Sprachen, zuerst vom Deutschen im Kapitel 2.3. und dann vom britischen bzw. US-amerikanischen Englischen im Kapitel 2.4., damit man ein Allgemeinbild der Lautsysteme der beiden Sprachen haben kann und in der Lage ist, sowohl die Berührungspunkte von den zwei germanischen Sprachen als auch deutliche Unterschiede, die dazwischen vorhanden sind, darzustellen.

Das Kapitel 3 stellt den Hauptteil bzw. den Kern der Arbeit dar. Denn es werden hier die einzelnen Laute, sowohl die Vokale im Kapitel 3.1. als auch die Konsonanten im Kapitel 3.2. dargelegt und untersucht und es wird - auch mittels vorheriger bedeutender empirischer Untersuchungen - gezeigt, was für einen deutschen Sprecher keine, einige oder die meisten Probleme bei der Wiedergabe eines Anglizismus verursacht.

2. Das Vokal- und Konsonantensystem des Deutschen und des Englischen

In diesem Kapitel konzentriert sich die Analyse auf das Vokal- und das Konsonantensys- tem der beiden Sprachen. Hier werden sowohl die Berührungspunkte, welche wegen des ge- meinsamen germanischen Ursprungs deutlich zu erkennen sind, als auch die vorhandenen Unterschiede zwischen den beiden Lautsystemen untersucht. Im Unterkapitel 2.1 werden zu- erst die Vokale der deutschen Sprache (und damit ist die Standardsprache bzw. das Hoch- deutsch gemeint, ohne dass ein Blick auf die regionalen Varianten geworfen wird) dargelegt. Dann wird die Analyse im Unterkapitel 2.2 mit den Vokalen der beiden wichtigsten Varianten der englischen Sprache weitergeführt, und zwar des britischen (und dessen sogenannte RP bzw. received pronunciation oder BBC-pronunciation) und des US-amerikanischen Engli- schen (und dessen sogenannte General American English -Aussprache). Die zwei Vokalsys- teme verfügen über kleine aber gleichzeitig bedeutende Unterschiede, die teilweise bei den Assimilationsprozessen von Anglizismen in der deutschen Sprache relevant sind, wobei der Einfluss der Vereinigten Staaten in den letzten Jahrzehnten, vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, viel stärker nicht nur in der Sprache, sondern auch in der Gesellschaft, in der Wirt- schaft, im Alltagsleben, usw. (Viereck 1980:11) gewesen ist, als derjenige des britischen Eng- lischen (der stärker bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts gewesen war) und noch stärker ab den 90er Jahren mit der weltweiten Kommunikation geworden ist (Busse/Görlach 2002:14).

Im Unterkapitel 2.3 wird die Analyse der Konsonanten des Deutschen und im Punkt 2.4 zum Konsonantensystem der beiden Varianten der englischen Sprache fortgesetzt. Die für diesen Teil der Arbeit herangezogene Sekundärliteratur basiert auf dem Übungs- buch für die Aussprache der deutschen Standardsprache von Ursula Kreuzer und Klaus Pawlowski (1971) Deutsche Hochlautung. Praktische Aussprachelehre, der kontrastiven Ar- beit von Herbert L. Kufner (1971) Kontrastive Phonologie Deutsch-Englisch, der Analyse der deutschen Phonetik von Klaus J. Kohler (1977, in der neu bearbeiteten 2. Auflage) Einfüh- rung in die Phonetik des Deutschen. Aus dem Jahr 1988 wurde die historische Analyse der Sprachkontakte mit Deutschen von Horst Haider Munske mit dem Titel Ist Deutsch eine Mischsprache? Zur Stellung der Fremdwörter im deutschen Sprachsystem gebraucht. Darüber hinaus sind bedeutsam für die Untersuchung die ausführliche Beschreibung der englischen Phonetik von Roland Arnold und Klaus Hansen unter dem Titel Englische Phonetik aus 1996, die Arbeit über die Kontakte zwischen Deutschem und anderen Sprachen von Dieter E. Zim- mer (1997) Deutsch und anders. Die Sprache im Modernisierungsfieber und die kontrastive Analyse der englischen und der US-amerikanischen Aussprache von Burkhard Dretzke Mo- dern British and American English aus dem Jahr 1998, in welcher interessante Ausgangs- punkte und Ratschläge über die Schwierigkeiten der deutschen Lernenden beim Erlernen des Englischen dargeboten werden. Aus demselben Jahr ist die hier benutzte Arbeit über die deut- schen Vokale von Thomas Becker (1998) Das Vokalsystem der deutschen Standardsprache. Aktuellere relevante Arbeiten, die für diese Untersuchung verwendet worden sind, sind die Analyse über die Folgen der Sprachkontakte zwischen Englischem und Deutschem von Richard Glahn (2000) Der Einflußdes Englischen auf gesprochene deutsche Gegenwarts- sprache, die Arbeit über die englische Phonetik und Aussprache von Hartwig Eckert und Wil- liam Berry (2002) The Phonetics and Phonology of English Pronunciation, Die Untersuchung über die Sprachkontakte zwischen Englisch und anderen europäischen Sprachen (hier beson- ders mit dem Deutschen) von Ulrich Busse und Manfred Görlach (2002) German, die beson- ders interessante empirische Arbeit über die Aussprache von englischen Entlehnungen in der deutschen Sprache von Julia Abresch (2007) Englisch in gesprochenem Deutsch und die Ge- samtanalyse über Fremdwörter im Deutschen von Peter Eisenberg Das Fremdwort im Deut- schen aus 2011.

2.1 Die Vokale der deutschen Sprache

Die deutsche Sprache, oder besser gesagt die deutsche Standardsprache, verfügt über fünfzehn Monophthonge bzw. einzelne Vokalphoneme, zwei Halbvokale - laut einigen Sprachwissenschaftlern soll man nur der Halbvokal [ə] mitzählen (Kohler 1977:169), wäh- rend auch [ɐ] laut anderen zum Vokalsystem gehört (u.a. Becker 1998:165ff) - und drei Diph- thonge.1

Einer Untersuchung der einzelnen Laute entnimmt man, dass sechs geschlossene, sechs halb geschlossene und drei offene Vokale im Vokaltrapez zu finden sind. Die sechs Geschlos- senen sind der vordere lange [i:] wie im Wort <Biene> ['bi:nə] und der dementsprechende vordere kurze [ɪ] wie in <Gift> ['gɪft], der vordere lange [y:] wie in <Mühe> ['my:ə] und der vordere kurze [ʏ] wie in <Hütte> ['hʏtə], der hintere lange [u:] wie in <Ruf> ['ʀu:f] und der hintere kurze [ʊ] wie in <Butter> ['bʊtə]. Die sechs halb geschlossenen Vokale sind der vor- dere lange Vokal [e:] wie in <Seele> ['ze:lə] und der vordere kurze [ɛ] wie in <Fett> ['fɛt], der vordere lange [ø:] wie in <hören> ['hø:ʀən] und der vordere kurze [œ] wie in <Löcher> ['lœçɐ], der hintere lange [o:] wie in <rot> ['ro:t] und der hintere kurze [ɔ] wie in <Glocke> ['glɔkə]. Die drei offenen Vokale sind der vordere lange [ɛ:] wie in <Zähne> ['tsɛ:nə], der lange Zentralvokal [ɑ:] wie in <Rad> ['ʀɑ:t] und der kurze Zentralvokal [a] wie in <satt> ['zat]. Neben den Vollvokalen wird der sogenannte Murmelvokal [ə] gebildet (Eisenberg 2011:167), welcher zentral und halb geschlossen ist. Es handelt sich dabei um den einzigen Vokal, welcher nicht akzentuiert werden kann und [ə] entspricht dem Graphem <e> in unbet- onter Silbe nach betonter Silbe (abgesehen von der Folge <-er> im Auslaut) wie in <Gabel> ['gɑ:bəl] und in den Präfixen <be-> und <ge-> wie in <besuchen> [bə'zu:xən] und <gesehen> [gə'ze:ən]. Der zweite halb geschlossene Zentralvokal ist [ɐ] (der als vierte <r>-Variante im Kapitel 3.2. weiteranalysiert wird), welcher bei der Silbenendung <-er> wie in <immer> ['ɪmɐ] zu finden ist (Kufner 1971:29-30; Kohler 1995:165-166; Abresch 2007:33; Eisenberg 2011:165). Der Laut [ɐ] kann aber auch “postvokalisch im Silbenauslaut” (Abresch 2007:33) wie in den Worten <Stirn> ['ʃɪɐn] und <vor> ['fo:ɐ] vorkommen. Die drei Diphthonge des deutschen Vokalsystems sind [aɪ] wie in <Pfeil> ['pfaɪl], [aʊ] wie in <Maus> ['maʊs] und [ɔʏ] wie in <Deutsch> ['dɔʏtʃ]. Arnold/Hansen (1996:116) und Abresch (2007:35) zählen auch einen vierten Diphthong mit, und zwar [ʊɪ], der nur in wenigen einzelnen Ausrufen wie <hui!> ['hʊɪ] oder <pfui!> ['pfʊɪ] vorkomme.2 Jabłoński (1990:42) zählt noch dazu die drei Diphthonge [i:ɐ], [e:ɐ] und [u:ɐ] mit, die in der Umgangssprache vorhanden seien.

Sehr wichtiges Merkmal der deutschen Vokale ist, dass sie nur in den Kombinationen kurz-ungespannt und lang-gespannt mit der einzigen Ausnahme von [ɛ:] fürs Graphem <ä> wie in <Fähre> ['fɛ:ʁə] vorkommen können. Das stellt einen der größten Unterschiede mit dem Vokalsystem der englischen Sprache dar, in dem die Kombination von Qualität und Quantität viel freier ist.

2.2 Die Vokale der englischen Sprache

Da das Englische eine germanische Sprache ist, entsprechen einige Vokale denjenigen des Vokalsystems der deutschen Standardsprache. Jedoch bestehen zwischen ihnen auch bedeu- tende Unterschiede, welche bei den Assimilations- und Integrationsprozessen von englischen Entlehnungen in der deutschen Sprache eine große Rolle spielen. Bevor man mit einer genau- eren Analyse der Vokale des englischen Lautsystems beginnt, ist es hier wichtig zu erwähnen, dass einige Unterschiede innerhalb desselben englischen Vokalsystems unter den zahlreichen in der ganzen Welt gesprochenen Varianten der Sprache bestehen. Wie bereits erläutert wer- den in dieser Arbeit nur die zwei bedeutendsten Varianten betrachtet, und zwar das Britische, mit der sogenannten RP bzw. Received Pronunciation oder BBC-Pronunciation, und das Amerikanische mit seiner General American English -Aussprache. Diese zwei Sprachvarietä- ten sind historisch, politisch, wirtschaftlich gesehen am wichtigsten, vor allem, weil fast alle Entlehnungen aus dem Englischen aus einer der zwei Varianten stammen. Das britische Eng- lisch war bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts dominant. Danach ist das US-amerikanische Englisch vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg sehr einflussreich geworden (Glahn 2000:114ff).

Die beiden Sprachvarietäten zählen zwölf gemeinsame Vokale plus den Vokal [ɒ], wel- cher nur im britischen Englischen zur Verfügung steht. Darüber hinaus sind acht Diphthonge vorhanden und darunter einer, welcher im britischen Englischen als [əʊ] vorkommt, während es im US-amerikanischen Englischen als [oʊ] zu finden ist (Dretzke 1998:35ff; Abresch 2007:39ff).

Die zwölf gemeinsamen Vokallaute sind vier geschlossene, vier halb geschlossene und vier offene Vokale. Die vier geschlossenen Vokale sind der vordere lange [i:] wie in <Streaming> ['stɹi:mɪŋ]3, der auch in der kurzen Form [i] bei unakzentuierter Silbe wie in <easy> ['i:zi] vorkommen kann, der vordere kurze [ɪ] wie in <Flipchart> ['flɪp'tʃɑ:(ɻ)t]4, der hintere lange [u:] wie in <Loser> ['lu:zə(ɻ)], der hintere kurze [ʊ] wie in <Hoodie> ['hʊdi]. Die vier halb geschlossenen Vokale sind der vordere kurze [ɛ] wie in <Deadline> ['dɛd'laɪn], der hintere lange [ɔ:] wie in <Overall> ['əʊvəɹ'ɔ:ɫ / 'oʊvəɹ'ɔ:ɫ], der zentrale lange [ɜ:] wie in <Burnout> ['bɜ:(ɻ)n'aʊt], der zentrale kurze [ə] wie in <clever> ['klɛvə(ɻ)]. Die vier offenen Vokale sind der vordere kurze [æ] wie in <Spam> ['spæm], der hintere lange [ɑ:] wie in <smart> ['smɑ:(ɻ)t], der hintere kurze [ʌ] wie in <Update> ['ʌp'deɪt] und der nur in der britischen Variante vorhandene hintere kurze [ɒ], der im US-amerikanischen Englischen durch [ɑ:] (und viel seltener [ɔ:] ) ersetzt wird, wie in <Shop> ['ʃɒp] bzw. ['ʃɑ:p].

Die acht dem englischen Vokalsystem zugehörigen Diphthonge sind in fünf schließende und drei zentrierende Diphthonge unterteilt. Die fünf schließenden Diphthonge sind [eɪ] wie in <Fake> ['feɪk], [aʊ] wie in <Download> ['daʊn'ləʊd / 'daʊn'loʊd], [aɪ] wie in <nice> ['naɪs], [ɔɪ] wie in <Boiler> ['bɔɪlə(ɻ)] und [əʊ] im britsichen bzw. [oʊ] im US-amerikanischen Englischen wie in <Code> ['kəʊd / 'koʊd]. Die drei zentrierenden Diphthonge [ɛə] wie in <fair> ['fɛə], [ɪə] wie in <clear> ['klɪə] und [ʊə] wie in <Tour> ['tʊə] existieren nur in der britischen Variante, während sie im US-Amerikanischen durch [ɛɻ] wie in <fair> ['fɛɻ], [ɪɻ] wie in <clear> ['klɪɻ] und [ʊɻ] wie in <Tour> ['tʊɻ] ersetzt werden (Dretzke 1998:45-46 und 169; Eckert/Barry 2002:148ff und 168; Abresch 2007:40). Der Diphthong [ʊə] scheint al- lerdings von der englischen Sprache fast verschwunden zu sein und immer häufiger durch den Monophthong [ɔ:] ersetzt zu werden, wie man den Untersuchungen von Eckert/Barry (2002:171) und Abresch (2007:41) entnehmen kann. Notwendig zu erwähnen ist auch, dass die betonten US-amerikanischen Vokale normalerweise länger als die Britischen artikuliert werden:

The American drawl (lengthening) (…) refers to a general lengthening and sometimes diphthongization of vowels in stressed syllables. In other words, the length of a vowel is not determined by its environment, but solely by the fact that the vowel is stressed. (Dretzke 1998:166, fette Markierung von mir)

2.3 Die Konsonanten der deutschen Sprache

Das deutsche Konsonantensystem enthält 21 Konsonanten. Diese sind der stimmlose bila- biale Plosiv [p] wie im Wort <Preis> ['pʁaɪs] und der stimmhafte bilabiale Plosiv [b] wie in <Bank> ['baŋk], der stimmlose alveolare Plosiv [t] wie in <Taube> ['taʊbə] und der stimmhafte alveolare Plosiv [d] wie in <drehen> ['dʀe:ən], der stimmlose velare Plosiv [k] wie in <Kuss> ['kʊs] und der stimmhafte velare Plosiv [g] wie in <Grund> ['gʀʊnt], der glottale Plosiv [ʔ], der sogenannte Glottalverschluss, welcher als Kennzeichen der german- ischen Sprachen und besonders der deutschen Sprache gilt und am Wort- bzw. Stammmor- phemanfang wie in <Alter> ['ʔaltɐ] und <Beamte> [bə'ʔamtə] vorkommen kann. (Kreu- zer/Pawlowski 1971:51; Kohler 1995:168-169; Abresch 2007:34; Eisenberg 2011:165). Nach den Plosiven findet man den stimmlosen labiodentalen Frikativ [f] wie in <fremd> ['fʀɛmt] und den stimmhaften labiodentalen Frikativ [v] wie in <wann> ['van], den stimmlosen alveo- laren Frikativ [s] wie in <Gasse> ['gasə] und den stimmhaften alveolaren Frikativ [z] wie in <Salz> ['zalts], den stimmlosen postalveolaren Frikativ [ʃ] wie in <Schmuck> ['ʃmʊk]. Der ursprünglich aus den französischen Entlehnungen herkommende stimmhafte postalveolare Frikativ [ʒ] wird heutzutage als dem deutschen Konsonantensystem gehörender Laut mitge- zählt, obwohl der nur bei Entlehnungen aus anderen Sprachen zu finden ist, welche als Fremdwörter oft schwierig zu erkennen sind wie <Genie> [ʒe'ni:] oder <Garage> [ga'ʀaʒə], weil sie im deutschen Wortschatz vollkommen integriert sind (Kohler 1995:160; Eisenberg 2001:187)5.

[...]


1 Zimmer (1997:53) zählt 25 Vokale im deutschen Vokalsystem, weil er auch die aus dem Französischen entlehnten Nasalvokale darunter einschließt.

2 Gelegentlich werden die drei Diphthonge auch als [ae], [ao] und [ɔø] wie u.a. von Kreuzer/Pawlowski (1971:46ff) transkribiert.

3 Alle in diesem Teil der Analyse verwendeten Beispiele bestehen in Anglizismen, die in der deut- schen Sprache als Entlehnungen vorhanden sind. Die hier wiedergegebene Aussprache ist die korrekte Britische bzw. US-Amerikanische. Die eingedeutschte Aussprache wird erst im nächsten Kapitel be- handelt bzw. dargestellt. Das englische <r> wird sowohl als [ɹ] als auch als [r] wiedergegeben. In die- ser Untersuchung wird diese erste Variante gebraucht, um es vom deutschen <r> deutlich zu unter- scheiden.

4 Das sich in Klammern befindende retroflexe [ɻ] kommt nur im US-Amerikanischen vor.

5 Im Gegensatz dazu bleibe die Klassifikation dieses Lauts Munskes Erachtens fragwürdig, weil er im deutschen Wortschatz kein Minimalpaar bilde (Munske 1988:52).

Details

Seiten
24
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656617440
ISBN (Buch)
9783656617433
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v270397
Note
Schlagworte
aussprache anglizismen deutschen analyse integrations- assimilationsprozesse

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