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Nothing can stay hidden forever. Die Heldenreise in David Lynch’s LOST HIGHWAY

Bachelorarbeit 2013 106 Seiten

Filmwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

1 Einleitung - Lynch und der Mythos
1.1 Hypothese
1.2 Inhaltliche Vorgehensweise

2 David Lynch
2.1 Biographie
2.1.1 Kindheit und Jugend
2.1.2 Von der Malerei zum Bewegtbild
2.1.3 Lynchworld - ab dem ersten Spielfilm
2.2 Die Filme Lynch’s - Ein Überblick
2.3 Meditation und Unbewusstes

3 Die Archetypen nach C.G. Jung
3.1 Das Kollektive Unbewusste
3.2 Die Archetypen
3.2.1 Die vier Grundarchetypen der menschlichen Psyche
3.2.2 Mutter, Vater, Kind
3.2.3 Weitere variierende Archetypen

4 Ein Held - Tausend Gesichter
4.1 Mythos
4.2 Joseph Campbell - Held und Mentor
4.3 Monomythos - Das Abenteuer des Helden
4.3.1 Erster Akt - Aufbruch
4.3.2 Zweiter Akt - Initiation
4.3.3 Dritter Akt - Rückkehr

5 Die Heldenreise nach Vogler
5.1 A Practical Guide
5.2 The Hero’s Journey

6 LOST HIGHWAY - Die Analyse
6.1 Methodische Vorgehensweise
6.2 Die Idee zum Film
6.3 Genreabgrenzung und Kritiken
6.3.1 (Kein) Genre
6.3.2 (Kein) Erfolg beim Publikum
6.4 LOST HIGHWAY - Filminhalt
6.5 Interpretationsversuche
6.5.1 Lynch und Interpretation
6.5.2 Hinweise zu LOST HIGHWAY von Lynch und Gifford
6.5.3 Interpretation - Ein Versuch
6.6 Die Figuren als Archetypen
6.6.1 Zwei Welten
6.6.2 Renee und Alice - Mutter, Anima und Femme Fatale
6.6.3 Fred und Pete - Ein Held
6.6.4 Mr. Eddy und Dick Laurent - Vater und Schatten
6.6.5 Mystery Man - Schatten und Mentor
6.6.6 Das Haus der Madison’s - Fred’s Psyche
6.7 Die Reise auf dem LOST HIGHWAY
6.7.1 Erster Akt - Fred’s Welt
6.7.2 Zweiter Akt - Pete’s Paradies
6.7.3 Dritter Akt - Fred’s Rückkehr
6.8 Interpretation der Analyse

7 Resumé
7.1 Ein Trick von Lynch
7.2 Mythologie in der Filmbranche

Quellenverzeichnis

Bibliographische Angaben

Braun, Annegret

NOTHING CAN STAY HIDDEN FOREVER

Die Heldenreise in David Lynch’s LOST HIGHWAY

NOTHING CAN STAY HIDDEN FOREVER

The Hero’s Journey in David Lynch’s LOST HIGHWAY

92 Seiten, Hochschule Mittweida, University of Applied Sciences, Fakultät Medien, Bachelorarbeit, 2013

Abstract

David Lynch wurde zum Symbol für Finsternis und Abgründe, seine Filme brennen ein Erlebnis in die Seele des Zuschauers von verwirrender, verstörender sowie traumhafter Natur. Diese immerwährende Atmosphäre soll anhand der Heldenreise, der Basis aller Mythen und Geschichten, die bis auf die Anfänge der Menschheitsgeschichte zurückführt, enträtselt werden. Lynch’s LOST HIGHWAY, ein narrativer Extremfall, dient als Gegenstand dieser Analyse. Die Mythenforschungen Joseph Campbell’s, Christopher Vogler’s Konzept des Heldenzyklus’ sowie die Theorien der analytischen Psychologie C.G. Jungs erweisen sich als Untersuchungsbasis. Liegt LOST HIGHWAY der Mythos zugrunde?

Darstellungsverzeichnis

Darstellung 1: David Lynch "Dark Splendor"

Darstellung 2: Bewusstseins-Modell nach C.G.Jung

Darstellung 3: Der Monomythos nach Joseph Campbell

Darstellung 4: The Hero’s Journey nach Christopher Vogler

Darstellung 5: Das Möbius-Band nach M.C. Escher

Darstellung 6: Figurenkonstellation LOST HIGHWAY

Darstellung 7: Außenansicht des Madison Hauses

Darstellung 8: Raumaufteilung des Madison Hauses

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 1: David Lynch "Dark Splendor"

1 Einleitung - Lynch und der Mythos

In der neunten Klasse hatte David Lynch ein Gespräch, das sein Leben veränderte. „ I met a guy named Toby Keeler. As we were talking, he said his father was a painter. I thought maybe be might have been a house painter, but further talking got me around to the fact that he was a fine artist. ” 1

In der Welt, die Lynch kannte und erlebte, war dies unvorstellbar. Nie zuvor hatte er so etwas gehört. Und als er diese Möglichkeit realisierte, war es für ihn ganz klar - er würde Maler werden.2

Im Herzen ist Lynch ein Maler, dem bei Gemälden Bewegung und Ton fehlen. Einen wesentlichen Teil der Faszination der Malerei führte er zum Film mit: die unzähligen Möglichkeiten zur Interpretation. So wie auch Bilder von jedem Menschen unterschied- lich interpretiert werden (können), mag Lynch die Vorstellung, dass in jedem einzelnen Versuch Wahrheit steckt. Dies führt zur Unauflösbarkeit seiner Filme, denn sie lassen keine vollständig logische Auflösung zu. „ Es verstrickt den Zuschauer in ein Verwirr- spiel, das dieser nicht gewinnen kann. “ 3 Unendlich viele Lösungen enthalten genauso- viel Wahrheit wie keine davon. Nie gibt es genügend Beweise für die eine richtige Interpretation, immer kommt eine komische Sache dazwischen. „ [T]he clues are all there for a correct interpretation, and [...] in a lot of ways, [Lost Highway is] a straight- ahead story. There are only a few things that are a hair off. “ 4

Um ein unlösbares Verwirrspiel zu kreieren, bedarf es einer Struktur, die ihr Ziel nicht verfehlt. „ Mystery is good, confusion is bad, and there ’ s a big difference between the two. “ 5 Der Künstler Lynch entscheidet bewusst über die Essenz, die diese gewünsch- ten Wirkungen in seinen Filmarbeiten ausmachen. „ Nichts geschieht ohne Grund. Und in meinen Filmen schon gar nicht. “ 6 Ein gewisser Reiz entsteht bei der Suche nach dem Kern der Geschichte. Lynch’s Filme nehmen ihre Faszination auch daher, dass der Zuschauer tiefer und tiefer graben kann, mehr und mehr Wahrheiten erfährt, doch das Mysterium nicht gänzlich aufzulösen vermag. Filmen geht bei Lynch unter die Oberfläche7, da er Türen öffnet, die sonst verschlossen bleiben und Räume betritt, die allein in der Vorstellung existieren, „aber dort existieren sie wirklich“8. Damit bewegt sich Lynch im Bereich jenseits des Bewussten. Er zeigt dem Zuschauer das infantile9 Unbewußte [...] in [das] wir im Schlaf eintauchen und [das] wir immer in uns tragen. Alle Ungeheuer und geheimen Helfer unserer Kindheit, deren ganze Magie, sind darin zu Hause und [...] alle Lebenskräfte, die wir nie zur Verwirkli- chung im erwachsenen Leben haben bringen können, jene andere Teile unseres Selbst.10

Die verschiedenen verborgenen Aspekte des menschlichen Geistes beschrieb der Schweizer Psychologe C.G. Jung als Archetypen, die als „ beständig wiederkehrende Charaktere oder Kräfte [...] in den Träumen aller Menschen und den Mythen sämtlicher Kulturen erscheinen “ 11. Er fand heraus, dass die Gestalten in den Träumen seiner Pa- tienten den geläufigen Archetypen aus Mythen ähneln. Somit „ zog er den Schluß, daßTräume wie Mythen aus einer tieferen Quelle gespeist wurden: aus dem kollektiven Unbewußten der Menschheit “ 12. Es kann gesagt werden, dass Lynch diese Annahme teilt, da er den Ursprung von Ideen im Unterbewusstsein sieht, einem Ort außerhalb unseren bewussten Verstandes: „ I think that ideas exist outside of ourselves. I think somewhere, we ’ re all connected off in some very abstract land. But somewhere be- tween there and here ideas exist. “ 13

1.1 Hypothese

Diese Arbeit soll auf der Annahme beruhen, dass Geschichten, die in Filmen erzählt werden, sinnbildliche moderne Mythen darstellen, da diese Urstrukturen in ihren Handlungen verankert sind. Es ergeben sich folgende Forschungsfragen:

1. Lassen sich in narrativen Experimenten, sprich filmischen Extrembeispielen wie LOST HIGHWAY von David Lynch, mythologische Strukturen erkennen?
2. Liegt dem scheinbar unauflösbaren Handlungsverlauf des Films die mythische Heldenreise zugrunde?
3. Verkörpern die Figuren des Films die ursprünglichen Archetypen?
4. Liegt die Faszination für Lynch’s Filme im Inneren des Menschen selbst, dem Unbewussten, in dem der Urmythos schlummert?

Folgende Hypothese ergibt sich:

„ Alle Geschichten bestehen im Grunde aus einer Handvoll stets wiederkehrender Bau- elemente, die uns auch in Mythen, Märchen, Träumen und Filmen immer wieder be- gegnen. “ 14 Die Handlungsabläufe und Protagonisten in LOST HIGHWAY stehen in Beziehung zur Mythologie. Die Figuren des Films stellen Archetypen dar und durchzie- hen die Heldenreise mitsamt ihrer typischen Stationen. Das mythische Modell ist uni- versell15 und ermöglicht vor jedem kulturellen Hintergrund und in jeder Zeitepoche eine Identifikation beim Publikum und sichert deren emotionale Anteilnahme.

Diese Hypothese soll folgendermaßen geprüft werden:

Ich untersuche LOST HIGHWAY auf mythologischer Grundlage nach Joseph Campbell's THE HERO WITH A THOUSAND FACES und Christopher Vogler's THE WRITER’S JOURNEY. Beide Werke basieren auf der Tiefenpsychologie von Carl Gustav Jung, wobei die My- thosstudien von Campbell die Grundlage für Vogler's Lektüre darstellt. Eine Aufforde- rung der Überprüfung gibt Vogler selbst: „ Ich möchte Ihnen vorschlagen, daßSie [...] einen Film ihrer Wahl nehmen und daran die Ideen dieses Buchesüberprüfen. “ 16

Das Thema Mythos sowie die Heldenreise sind für die Filmbranche sehr relevant. Die größten Kinoerfolge erreichten Filme auf mythologischer Grundlage.17 AVATAR, TITANIC, HARRY POTTER, PIRATES OF THE CARIBBEAN, LORD OF THE RINGS, STAR WARS und vielen mehr liegt die Struktur der Heldenreise zugrunde. In Hollywood’s Film- und Fernsehbranche wie auch in der Fernsehbranche generell wird die Heldenreise eingesetzt, da sie eine erfolgreiche Vermarktung sicherstellt.

Noch interessanter wird das Thema durch die Frage, ob neben Blockbustern auch Arthouse Filme diese Urstrukturen enthalten.

1.2 Inhaltliche Vorgehensweise

Vier Kapitel dienen der Vorbereitung auf die Analyse von Lost Highway:

Zu Beginn dieser Arbeit steht David Lynch im Fokus (Kapitel 2). Eine Kurzbiographie erläutert die Stationen seines Lebens und den künstlerischen Werdegang. Dies dient der besseren Einordnung seiner künstlerischen Tätigkeit. Um seine Werke zu verste- hen, ist das Kennen seiner Wurzeln vorteilhaft. Häufig tauchen in seinen Filmen Dinge auf, die ihn in Kindheit oder Jugend prägten. Anschließend folgt ein Überblick seiner Spielfilme, sowie der ersten bedeutenden Kurzfilme. Ein Einblick in die Meditation Da- vid Lynch’s zeigt auf, dass seine persönlichen Auffassungen mit den Theorien der My- thologie übereinstimmen.

Anschließend wird die Grundlage geschaffen, auf der die Untersuchung der Figuren von LOST HIGHWAY basieren soll. Die Analytische Psychologie von Carl Gustav Jung mit den Theorien des kollektiven Unbewussten und der Archetypen ist Thema des 3. Kapitels. Die archetypischen Begriffe wie Anima, Animus, Schatten, Persona und Selbst werden als Bestandteile der menschlichen Psyche definiert. Des Weiteren wer- den die Archetypen Mutter, Vater, Kind ausführlich besprochen. Eine Selektion von sieben typischen Archetypen, die bedeutsam für die Heldenreise sind, wie Held, Men- tor oder Schatten komplettiert die Voraussetzung für das darauffolgende Kapitel des Monomythos.

Das 4. Kapitel ist der Mythologie sowie den Mythosforschungen von Joseph Campbell gewidmet. Sein Monomythos wird ausführlich erklärt und die Stationen und Merkmale der Heldenreise einzeln besprochen. Zusammen mit Kapitel 5 dient dies als Vergleichsgrundlage für die kommende Analyse.

Kapitel 5 beschreibt die Heldenreise in den 12 Stationen, die Anwendung in der Filmbranche finden. Christopher Vogler erkannte das Potential der mythologischen Struktur und entwickelte daraus einen Wegweiser für Drehbuchautoren. Beispielhaft wird der Film THE MATRIX den 12 Stationen zugeschrieben.

Das 6. Kapitel stellt die Analyse LOST HIGHWAY’S dar und unterteilt sich in folgende Arbeitsschritte: Zunächst geht es um die Idee zum Film. In 6.1 wird auf die, von Lynch und Gifford hingewiesenen, Grundideen zu LOST HIGHWAY eingegangen. Eine Abgren- zung des Genres dient der Annäherung an den Film. Kritiken sowie die Reaktionen der Zuschauer eignen sich, zu erfahren wie der Film aufgenommen wurde und welche Be- deutung ihm gebührte (6.2). Die darauffolgende detaillierte Wiedergabe des Filminhalts in 6.3 stellt die Grundlage für die exakte Analyse dar. Es folgen Interpretationsversuche (6.4), die ausgehend von Hinweisen der beiden Autoren erläutert werden. Dabei wird auch auf die Abneigung von Lynch eingegangen, Filme zu erklären. 6.5 untersucht ausführlich die Figuren des Films auf archetypische Merkmale und Symbole. Sie wer- den individuell und in Beziehung zueinander betrachtet. In 6.6 wird die verworrene Handlung des Films auf Parallele zur Heldenreise hin untersucht. Anschließend (6.7) erfolgt eine Interpretation der Analyse und in Verbindung damit, die Auswertung der Forschungsfragen und der Hypothese.

2 David Lynch

2.1 Biographie

2.1.1 Kindheit und Jugend

David Keith Lynch wurde am 20. Januar 1946 in Missoula, Montana, geboren. Die gol- dene Zeit des Tonfilms18 hatte begonnen, eine neue Ära, denn Lynchs Elterngenerati- on wuchs mit Stummfilmen auf. Seine Familie zog oft um, führte ein Wanderleben. Lynch stellt diese Kindheit als unschuldige, goldene Vergangenheit dar. Er sah sich als Außenseiter, dem die Umzüge neue Möglichkeiten gaben, sich in der Welt zurechtzu- finden. Lynch war als Kind stark beunruhigt und von Angst gefesselt, wenn er bei- spielsweise seine Großeltern in der Großstadt besuchte. Er spürte, dass es Verborgenes an jenen Orten gab. Er erkannte Welten unter der Oberfläche, die um so sichtbarer werden, je tiefer man gräbt. „ I could just feel fear in the air. It was great fuel for future fires. “ 19 Er fühlte das Befremdliche in der Welt, konnte es nur nie beweisen, da er zu Hause das Gegenteil vorgelebt bekam. Seine Familie war friedlich und außer- gewöhnlich. Sie rauchten nicht, tranken nicht und es gab nie Streit. Sein Drang, das Seltsame in sein Leben zu holen, wuchs. “ I wanted them to smoke, [...] to drink, [...] to argue, but they never did. I wanted to have strange things happen in my life. I knew nothing was as it seemed, [...] but I could never really find proof of it. It was just a feel- ing. ” 20

Als Teenager erkannte er, dass die Malerei als ordentlicher Beruf angesehen werden konnte und ihm eine Perspektive bot. Seit diesem ersten großen Wendepunkt in sei- nem Leben, ist er dem Medium treu. Das Buch THE ART SPIRIT von Robert Henri wurde zu seiner Bibel und erklärte ihm die Regeln für das Künstlerleben. Lynch brach die Schule ab und widmete sein Leben der Kunst. Seine Jugendzeit in den 50er Jahren prägte ihn stark. Er beschreibt sie als eine Zeit voller Hoffnung, in der es aufwärts statt abwärts ging. „ So there was something in the air that is not there any more at all. “ 21

Lynch befasst sich gern mit vertrauten Umgebungen, wie jenen aus seiner Kindheit.

„ My childhood was elegant homes, tree-lined streets, the milkman, building backyard forts, droning airplanes, blue skies, picket fences, green grass, cherry trees. Middle America as it ’ s supposed to be. “ 22 Er liebte es zu beobachten und kleine Kontraste zu seiner perfekten Welt zu entdecken. Er erkannte eine andere fremde Welt im Dunkeln.

„ [I]f one looks a little closer at this beautiful world, there are always red ants under- neath. “ 23

2.1.2 Von der Malerei zum Bewegtbild

1964 begann Lynch ein Kunststudium an der Boston Museum School. Nach einem Jahr brach er ab, um mit einem Freund auf drei-jährige Europareise zu gehen, von der sie nach 15 Tagen zurückkehrten. Lynch sollte24 in Salzburg unter Oskar Kokoschka25 studieren. Dies gelang nicht, Lynch war damals gar nicht begeistert von Kokoschka. Heute ist er einer der Größten für ihn. Salzburg sei merkwürdig, unmoralisch und so sauber gewesen.26 Ohne Kokoschka fehlte die Motivation.

1965 begann er sein Studium an der Pennsylvania Academy of Fine Arts in Philadel- phia. Zwei Jahre später heiratete er, ein weiteres Jahr später, Lynch war 22, kam sein erstes Kind zur Welt. Er war Vater wider Willen. Sein Kunststil veränderte sich. Seine anfänglichen bunten Bilder wurden zu dunklen Abstraktionen. So beschreibt seine da- malige Frau: „ I know this sounds awful, but it was of an abstracted figure of a bride aborting herself. It was not repulsive in any way. It was very haunting, disturbing and beautifully painted. “ 27

Der Entschluss, sich dem Film zu nähern, kam wie eine Art Eingebung, als Lynch an einem Bild arbeitete und glaubte es mache Geräusche und bewege sich. „ [The paint ing] had a lot of black, with green plants emerging out of the darkness. All of a sudden, these plants started to move, and I heard a wind. I wasn ’ t taking drugs! I thought, Oh, how fantastic this is! ” 28 Er wünschte, dass sie sich wirklich bewegten, nur ein kleines bisschen. 29 Sein erstes bewegtes Bild heißt SIX MEN GETTING SICK.

Das Drehbuch zum übernächsten Kurzfilm THE GRANDMOTHER brachte ihm ein Stipendium vom American Film Institute ein, mit diesem er den Film verwirklichte.

2.1.3 Lynchworld - ab dem ersten Spielfilm

Cinema is a language. It can say things - big, abstract things. [...] You can express a feeling and a thought that can ’ t be conveyed any other way. It ’ s a magical me dium. [ … ] It ’ s telling stories. It ’ s devising a world, an experience that people cannot have unless they see that film.30

1970 zog Lynch mit Frau und Kind nach Los Angeles, wurde zum Studium am Ameri- can Film Institute angenommen und begann 1972 die Dreharbeiten zu seinem ersten Spielfilm ERASERHEAD. 1977 wurde der Film uraufgeführt und bekam folgende Kritik: „ [It ’ s] a movie ‚ to be experienced rather than explained ’ . “ 31 Denn die Handlung des Films ist schwer in Worte zu fassen. Diese Kritik soll auf die kommenden Filme David Lynchs ebenso gültig sein.

Bereits bei ERASERHEAD weigerte sich Lynch eine Interpretation des Films abzuliefern. Er begründete dies in „ [the] inability to articulate [the] precise meaning “ 32 . Erklärungen zu geben, hält er für überflüssig und irrelevant. Seine Filme bilden Mysterien, die sich durch die Erfahrung des Filmschauens entwickeln. Lynch möchte das Geheimnis und die Erfahrung wahren, die er schafft. „ I think it ’ s so precious and important to maintain that [created] world [of the film] and not say certain things that could break the experi- ence. ” 33

ERASERHEAD brachte Lynch die nötige Aufmerksamkeit, um für das Millionen-Dollar- Projekt THE ELEPHANT MAN als Regisseur in Betracht gezogen zu werden. Mel Brooks produzierte den Film und schaute sich ERASERHEAD an, um eine Entscheidung zu fällen. Lynch war sein Mann: „ You ’ re a madman. I love you. You ’ re in! “ 34 Der Film wurde für acht Oscars nominiert, ging aber leer aus.

Der Film der folgte, DUNE, wurde Lynchs größter Misserfolg und stellt den Tiefpunkt seiner Karriere dar. Der Mega-Blockbuster nahm Lynch das Recht auf den Final Cut des Films. Er schwur sich, nie wieder Filme großen Budgets anzunehmen, um nicht erneut in die Lage zu geraten, sich Leuten zu verpflichten. Die künstlerische Freiheit ist für Lynch das höchste Gut.

THE ELEPHANT MAN und DUNE stehen für Lynch’s Mainstream-Phase, die mit seinem folgenden Film endet.

Mit BLUE VELVET setzte er 1986 einen Meilenstein. Traditionelles Erzählkino nach der Struktur der Heldenreise mischt er mit purem Grauen. Lynch zeigt seltsame Welten an deren Existenz der Mensch kaum glauben mag. Der Film wirkt schockierend und erheiternd zugleich. Lynch arbeitete zum ersten Mal mit Angelo Badalamenti zusammen, der für kommende Filme sein fester Komponist bleibt. Zusammen kreieren sie die Klänge, die Lynchs Bilder in das Gedächtnis seiner Zuschauer einbrennen. BLUE VELVET verwirrte große Teile des Publikums. Sie warfen dem Film wegen seiner sexuellen Abgründe vor, von „ reprehensible or dangerous nature “ 35 zu sein. Isabella Rossellini, die die Rolle der Dorothy Vallens spielte, argumentiert:

A lot of people thought it was sick, but for me it always represented the research in David of the good and the bad. He ’ s quite a religious person. Quite spiritual. Any person who is religious is always trying to define these things, which are always so elusive. I think that ’ s the core of his film-making. [ … ] David ’ s films are more of a sensation than a story. They ’ re not anthropological or psychological researches into character. They ’ re surreal impressions. They are very transcendental.36

Es folgte die Fernsehserie TWIN PEAKS, die neben Krimi-, Horror- und Mystery- Elementen auch Soap-Opera Charakter hat. Die Serie wurde Kult und ein großer Pu- blikumserfolg.

Lynch führte nicht bei allen Episoden Regie und realisierte während fortlaufender Serie einen neuen Kinofilm. 1990 erschien WILD AT HEART und gewann die Goldene Palme in Cannes. Es handelt sich um die Verfilmung des Romans von Barry Gifford, mit dem er später LOST HIGHWAY zusammen schrieb. WILD AT HEART gilt als chaotisch und bru- tal. „ This whole world is wild at heart and weird on top. “ 37 Kritiken besagten, Lynchs gewohntes perfektes Zusammenspiel von Licht und Dunkel sowie Komik und Grauen sei nicht gelungen.38

Nach Ende der Serie, 29 Episoden und zwei Pilotenfolgen, erschien 1992 der Kinofilm TWIN PEAKS: FIRE WALK WITH ME, der den Kern der Serie verrät statt das spannende Ende fortzuführen. Er wurde vom Publikum abgelehnt.

Vier Jahre später, denn Lynch braucht für seine Projekte Ideen, in die er sich verliebt, wurde 1996 LOST HIGHWAY gedreht und kam 1997 in die Kinos. Der Film sorgte wegen seiner experimentellen Erzählstruktur und Verflechtungen von Raum, Zeit und Identitäten für Aufruhr. Der Film wurde / wird endlos diskutiert, interpretiert und kritisiert. Die Rätsel, die er schafft, scheinen unlösbar.

LOST HIGHWAY steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Es wird keine allgemeingültige Interpretation gesucht, das Erzählte wird mit mythologischen Strukturen der Heldenreise verglichen und die Figuren auf archetypische Verhaltensweisen untersucht.

1999 kam THE STRAIGHT STORY in die Kinos. Ein Roadmovie ohne erzählerische Brüche, beinahe Lynch-untypisch, und daher wenig diskutiert.

MULHOLLAND DRIVE wurde als Pilot mit offenem Ende für eine fortlaufende TV-Serie gedreht, doch vom Sender abgelehnt. Lynch bekam wenig später die Möglichkeit, ei- nen Featurefilm daraus zu machen. Der Film erschien 2001 und erhielt gute Kritiken. Er gewann 33 internationale Filmpreise und wurde für den Oscar für die Beste Regie nominiert.

2006 erschien Lynchs bislang letzter Film: INLAND EMPIRE. „ [Eine] Drei-Stunden-Bestie von einem Film “ 39 . Das Spiel von Illusion und Wirklichkeit beherrscht die Handlung und kennt keine Gnade vor dem Zuschauer. Einen einzigen Hinweis gab David Lynch selbst: „ Dieser Film ist ein abstraktes Werk. Mein einziger Rat an den verwirrten Zuschauer ist, ihn mit dem Herzen zu sehen und sich dabei ganz auf seine persönliche Intuition zu verlassen. “ 40 Dabei sei Intuition die Antwort einfach zu sehen. „ Seeing it, knowing it. It ’ s emotion and intellect going together. ” 41

2.2 Die Filme Lynch’s - Ein Überblick

Im Mittelpunkt seiner Filme steht meist eine Figur, die sich selbst inmitten einer amoralischen Welt entdeckt.

SIX MEN GETTING SICK (1967)

Eine einminütige Endlosschlaufe von sechs Figuren, die sich übergeben.

THE ALPHABET (1968)

Ein 4-Minuten-Kurzfilm über ein Mädchen, das die Grausamkeiten des Lernprozesses erfährt.

THE GRANDMOTHER (1970)

Ein 34-Minuten-Kurzfilm über einen kleinen zerstörten Jungen, der eine grausame dunkle Kindheit erfährt und flüchtet, indem er eine Pflanze säht, aus der seine eigene Großmutter geboren wird, um ihm Liebe zu geben.

David Lynch 12

ERASERHEAD (1976)

Henry Spencer versucht die post-apokalyptische Industrie-Landschaft, seine wütende Freundin und die unausstehlichen Schreie seines neugeborenen Mutantenbabies zu überleben.

THE ELEPHANT MAN (1980)

Ein Chirurg rettet einen stark entstellten Mann, der sich durch Live-Freak-Shows seinen Lebensunterhalt verdient, aber misshandelt wird. Hinter seiner monströsen Fassade offenbart sich eine intelligente, sensible Person.

DUNE (1984)

Der Wüstenplanet Arrakis - im Jahr 10191 hängt das gesamte Universum von Spice- Melange ab, einer bewußtseinserweiternden Droge, die Reisen durch Raum und Zeit ermöglicht. Sie ist einzig auf diesem trockenen, öden Planeten findbar. Eingeborene des Planeten warten auf die Ankunft ihres Messias, der sie in einem heiligen Krieg ge- gen die Harkonnen anführen wird. Es handelt sich um die Verfilmung des Romans von Frank Herbert.

BLUE VELVET (1986)

Jeffrey findet in seiner idyllischen Heimatstadt ein abgetrenntes menschliches Ohr. Seine Investigationen führen ihn auf eine gefährliche Reise in die Abgründe seiner sichergeglaubten Umgebung.

TWIN PEAKS (1989)

Pilotenfilm der Fernsehserie. Die Leiche der Highschool - Prinzessin Laura Palmer wird gefunden. FBI-Special-Agent Dale Cooper leitet die Investigationen. Er findet heraus, dass im wunderschönen Twin Peaks nichts ist, wie es scheint.

WILD AT HEART (1990)

Sailor und Lula sind junge Liebende auf der Flucht vor verrückten Spinnern, die Lula’s Mutter angeheuert hat, um Sailor zu töten.

TWIN PEAKS: FIRE WALK WITH ME (1992)

Der Kinofilm zur Kult-Fernsehserie. Die letzte Woche im Leben der Laura Palmer.

LOST HIGHWAY (1996)

Jazz-Saxophonist Fred Madison ist angeklagt am Mord seiner Frau Renee. Im Ge- fängnis verwandelt er sich in den jungen Mechaniker Pete Dayton, wird freigelassen

David Lynch 13

und lebt vorübergehend ein anderes Leben, das sich unabsehbar wieder in sein eigenes Lebensband einwindet.

THE STRAIGHT STORY (1999)

Ein alter Mann begibt sich auf eine lange Reise mit dem Traktor, um die Beziehung zu seinem erkrankten Bruder zu retten. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit.

MULHOLLAND DRIVE (2001)

Eine Frau erleidet Gedächtnislücken nach einem Unfall auf dem Mulholland Drive. Sie trifft auf eine aufstrebende Schauspielerin, zusammen wollen sie herausfinden, wer sie ist. Eine mysteriöse Geschichte über Liebe, Eifersucht und Mord in Hollywood und einem Spiel verdrehter Wirklichkeit und Traum.

INLAND EMPIRE (2006)

Eine Schauspielerin bereitet sich auf ihre Rolle vor, als ihre Welt alptraumartig und surreal wird. Eine Geschichte über eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte ohne Handlung. Filmschauen als pures Erlebnis.

2.3 Meditation und Unbewusstes

Es gibt Dinge im Leben, die man fühlen, aber nicht begreifen kann.42

Um während der Dreharbeiten zu ERASERHEAD ausgeglichener zu werden, begann Lynch 1973 mit der Transzendentalen Meditation. Selbst 40 Jahre später hat er keine einzige Meditation verpasst. Zweimal täglich geht er für 20 Minuten in sich und macht auch während Dreharbeiten keine Ausnahme.

2005 gründet Lynch die DAVID LYNCH FOUNDATION FOR CONSCIOUSNESS-BASED EDUCATION AND WORLD PEACE. Eine Organisation, die Schülern ermöglichen soll zu meditieren, das volle kreative Potential des Gehirns auszubilden, die Gesundheit zu verbessern, Stress zu reduzieren und höhere Lernerfolge zu erzielen.43

Für Lynch gehen Meditation, Bewusstsein und Kreativität Hand in Hand. Er veröffent- licht 2006 das Hörbuch CATCHING THE BIG FISH. Darin beschreibt er seine ganz persön- lichen Verfahren Ideen einzufangen und zu verarbeiten. Meditation wirke sich positiv auf sein kreatives Schaffen aus. Zitate von Lynch weisen erhebliche Parallelen zur Mythologie auf.

Well, we all have at least two sides. One of the things I ’ ve heard is that our trip through life is to gain divine mind through knowledge and experience of combined opposites. [...] The world we live in is a world of opposites. And to reconcile those two opposing things is the trick. [ … ] That means there is something in the middle. [ … ] And the middle is the power of both.44

I think a kind of euphoria comes out of a perfect balance. [It ’ s] the ultimate goal. “ 45

Der Innenraum des Menschen reicht bis an das Wesen aller Dinge. Angeblich fän den wir alle Antworten in uns selbst, doch wir versuchen ständig, unser Glück außerhalb zu finden. Ab und zu erwischen wir es, doch nur für kurze Zeit.46

Das Überwinden der Gegensätze sowie das Erkennen des Selbst sind die höchsten Ziele eines Helden auf seiner Reise.47 „ [Lynch] macht vielfältige und bemerkenswerte Filme, die in deinen Kopf vordringen und kaum jemals wieder abzuschütteln sind. [...] Lynchs Filme berühren irgendetwas Ursprüngliches. “ 48

Es ist davon auszugehen, dass David Lynch durch Meditation bestimmte Strukturen verinnerlicht hat, die Parallelen zum Mythos und zu den Forschungen C.G. Jungs aufweisen. Er wendet diese in seinen Filmen an. Er arbeitet intuitiv an Projekten, schöpft Ideen aus der tiefsten Quelle, begibt sich täglich auf einen Weg „hinein“, um sein Selbst und den Weg zur Erleuchtung zu finden. All diese Dinge spielen auch in der Geschichte der Mythologie und der Heldenreise eine bedeutende Rolle. In den folgenden Kapiteln werde ich diese genauer erläutern.

3 Die Archetypen nach C.G. Jung

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Figuren49, die dem Helden und den Zuschauern auf der Heldenreise und im Film begegnen. Sie stellen die Handlungsträger der Geschichte dar und sind zudem die gleichen Charaktere, die jeder Mensch im Laufe seines Lebens immer wieder antrifft, im Alltag sowie in seinen Träumen. Das ist der Grund, weshalb sich Mythen und Geschichten auf mythologischer Grundlage immer richtig anfühlen. Sie berühren den Menschen im Ursprünglichen.

3.1 Das Kollektive Unbewusste

In Märchen und Mythen sowie in den Träumen der Menschen treten stets Charaktere in Erscheinung, die immer in der gleichen Beziehung zueinander stehen. Der Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung fasste diese Figuren unter dem Begriff Archetypen zusammen. Es seien Spiegelbilder der menschlichen Psyche. Jung’s Theorie besagt, dass unsere Seele sich selbst in diese handelnden Persönlichkeiten unterteilt und mit ihnen die unzähligen Abenteuer unseres Lebens bestreitet. Diese Archetypen entspringen aus dem kollektiven Unbewussten der Menschheit.

Jung entwickelte ein Bewusstseins-Modell in der Form eines Eisberges, dessen Spitze aus dem Wasser ragt. Es ist in fünf Schichten unterteilt. Schicht 1 bildet den Grundstein, Schicht 4 ragt aus dem Wasser und die 5 ist in der Spitze enthalten. „ Das Was ser ist das geläufigste Symbol für das Unbewußte. “ 50

Die folgende Tabelle beschreibt die 5 Schichten der Psyche:

1. Das Biologi- Der Großteil der Psyche beruht auf biochemischen Prozessen und sche Bewusst- wird selten vom Bewusstsein registriert.
2. Das Kollektive Dieses ist genetisch verankert und enthält Archetypen, deren Be- Unbewusste deutungen durch den Traum das Bewusstsein erreichen können.
3. Das Persönli- Gefühlsbetonte Komplexe wie Vergessenes, Verdrängtes, unter- che Unbewusste schwellig Wahrgenommenes, abgewehrte Triebe und Begabun- gen. Das persönliche Unbewusste schwindet, wenn der Mensch fähig ist, seinem eigenen Schatten zu begegnen und ihn zu ertra- gen.51
4. Das Bewusst- Der wachbewusste Zustand enthält Wahrnehmungen, Gedanken sein und Erinnerungen.
5. Das Reflektie- Dies macht die menschliche Persönlichkeit aus. rende Ich

Diese Theorie besagt, dass alle Menschen unbewusst miteinander verbunden sind.

„ Ich [bin] in der unmittelbarsten Weltverbundenheit dermaßen angeschlossen, daßich nur allzuleicht vergesse, wer ich in Wirklichkeit bin. “ 52 Nach Jung liegt das gesamte psychische Erbe der Menschheitsgeschichte angeboren im Unterbewussten. „ Es ist [...] in allen Menschen [...] identisch und bildet damit eine in jedermann vorhandene, allge- meine seelische Grundlageüberpersönlicher Natur. “ 53 Alles was ein Mensch tut, ge- langt in seine Psyche und wird Bestandteil seiner individuellen Grundkonstruktion des Unbewussten. Jedes individuelle Unbewusste wird Bestandteil des kollektiven Unter- bewussten.54

3.2 Die Archetypen

Archetypen sind “ [ … ] urtümliche Typen, das heißt seit alters vorhandene allgemeine Bilder ” 55 . Sie werden durch ihre Wahrnehmung verändert, wenn sie durch den Traum im individuellen Bewusstsein auftauchen.56 Es treten nun Charaktere in Erscheinung, die jedem Menschen geläufig sind, mit denen er kontinuierlich in Verbindung steht.

3.2.1 Die vier Grundarchetypen der menschlichen Psyche

Jung unterscheidet vier Grundarchetypen: das Selbst, den Schatten, Anima/Animus und Persona. Sie sind Bestandteil der menschlichen Psyche.

Das Selbst

Das Selbst ist die Vereinigung von Bewusstsein und Unterbewusstsein. Es kommt durch den Prozess der Selbst-Werdung zum Vorschein. Es ist das Elixier der Helden- reise.

Der Schatten

Der Schatten ist das tatsächliche Spiegelbild der Persönlichkeit. Doch nicht alle Cha- rakterzüge sind erwünscht und kulturell geduldet. Somit beginnt schon in der Kindheit eine Verdrängung bestimmter Eigenschaften, die als gefürchtet angesehen werden. Ideen und Gefühle wie Geiz, Egoismus, Trieb, Angst und Scham, und die Teile der Persönlichkeit, die „nicht gut genug sind“57 werden unterdrückt und gelangen somit in den Bereich des Schattens. Dieser enthält auch unterdrückte positive Eigenschaften, die ein Mensch sich selbst nicht zutraut. Der Schatten ist die Stätte des Unbekannten. Solange diese unbewusst bleibt, projiziert der Mensch seine ‚dark side’ auf andere Personen oder Dinge. Er entgeht der unangenehmen Erfahrung sich selbst zu begeg- nen, indem der eigene Schatten nicht gesehen wird. Doch nähert der Mensch sich ihm an, erkennt dieses Monster als einen Teil von sich und beginnt es zu lieben, verwan- delt sich das Biest in etwas Schönes.

Anima / Animus

Jedes Geschlecht enthält zu gewissen Teilen Eigenschaften des Gegengeschlechts.

„ In [Jung ’ s] theory, people have a complete set of both male and female qualities which are necessary for survival and internal balance. “ 58 Diese unbewussten weiblichen oder männlichen Charaktere gehören in den Bereich des Schattens, da sie unterdrückt sind.

Der gegengeschlechtliche Schattenaspekt heißt beim Mann Anima und umfasst unter- drückte weibliche Anlagen. „ Alles was die Anima berührt, wird [...] gefährlich [und] ma- gisch. Sie ist die Schlange im Paradies des harmlosen Menschen voll guter Vorsätze und Absichten. “ 59 Anima heißt “Seele”. „ Die Seele ist das Lebendige im Menschen, das aus sich selbst Lebende und Lebenverursachende. “ 60 Die Anima steht für das Leben. Sie lockt und fordert heraus, damit gelebt wird. Da das Leben gut und böse zugleich ist, will die Anima Gutes und Böses. „ Obwohl es scheint, als ob der Anima die Ge- samtheit des unbewußten Seelenlebens zukäme, so ist sie doch nur ein Archetypus unter vielen. “ 61

Bei der Frau heißt der gegengeschlechtliche unterdrückte Aspekt Animus und symbolisiert unbewusste männliche Eigenschaften. „ [It ’ s] the bundle of positive and negative images of masculinity in a woman ’ s dreams and fantasies. “ 62

Persona stellt das Gegenstück zum Schatten dar. Diese Teile der Persönlichkeit sind bewusst. Es ist ein bevorzugtes Bild unseres Selbst - die Maske des Schauspiels - die der Welt nach außen hin gezeigt wird. Der Mensch versteckt wer er ist, je nach Situati- on trägt er verschiedene Masken. „ It protects the ego from negative, disturbing images and feelings. “ 63

3.2.2 Mutter, Vater, Kind

Der Mutterarchetypus

Sie ist das erste, nährende und behütende Wesen im Leben eines jeden Menschen. Symbolisiert wird die Mutter durch endlose Aspekte und Erscheinungsformen:

[Sie ist] die persönliche Mutter und Großmutter; die Stief- und Schwiegermutter, ir gendeine Frau, zu der man in Beziehung steht, auch die Amme oder Kinderfrau, die Ahnfrau und die weiße Frau, in höherem,übertragenen Sinne die Göttin, spe ziell die Mutter Gottes, die Jungfrau; [...] das Ziel der Erlösungssehnsucht; [...] in weiterem Sinne [...] das Land, der Himmel, die Erde, der Wald, das Meer; [...] die Materie der Unterwelt und der Mond [...].64

Die Symbole können positiver oder negativer Natur sein. Die Mutter kann auch abwe- send und unerreichbar, verbietend und strafend sein oder kettet das Kind an sich. Sie ist auch die Hexe, der Drache, das Grab, der Sarkophag, die Wassertiefe, der Tod. Sie ist die liebende und schreckliche Mutter zugleich und verkörpert das Gegensätzliche. Im Kern bedeutet sie nährende Güte, Leidenschaft und unterweltliche Finsternis.

Wie der Ödipuskonflikt65 zeigt, gibt es die begehrte, aber verbotene Mutter, die beim Helden gefährliche Wünsche herausfordert. Sie kann die Rettung als auch den Untergang des Helden bewirken.

Der Mutterarchetypus hat folgende Eigenschaften:

Das ‚ Mütterliche ’ : schlechthin die magische Autorität des Weiblichen; die Weisheit und die geistige Höhe jenseits des Verstandes; das Gütige, Hegende, Tragende, Wachstum-, Fruchtbarkeit- und Nahrungsspendende; die Stätte der magischen Verwandlung, der Wiedergeburt; der hilfreiche Instinkt oder Impuls; das Geheime, Verborgene, Finstere, der Abgrund, die Totenwelt, das Verschlingende, Verführende und Vergiftende, das Angsterregende und Unentrinnbare.66

In der Psyche des Mannes vermischt sich der Archetyp der Anima mit dem der Mutter. Die Ablösung dessen stellt einen wichtigen Schritt im männlichen Entwicklungsprozess dar. Der Held muss erst den Drachen (Mutter) töten, um die Prinzessin (Anima) zu ge- winnen.

Der Vaterarchetypus

Der Vaterarchetypus wurde von Jung nicht explizit definiert. Ausgehend vom Mutterarchetyp können jedoch folgende Erscheinungsformen angenommen werden: Der persönliche Vater und Großvater; der Stief- und Schwiegervater, irgendein Mann, zu dem man in Beziehung steht, der Ahnherr, der allmächtige Gott, der Herr und Träger der Sonne, der den Tag bringt. Seine Eigenschaften sind das ‚Väterliche’: die absolute Autorität des Männlichen, das Rationale; er ist Erhalter, Patriot, Ernährer, Erzeuger, Beschützer und Berater. Er spiegelt die Quelle von Nahrung und Leben wieder. Er ist Führer und Begleiter zu den Mysterien des Unbekannten.67

Auch die vielseitigsten Aktivitäten und Aggressionen, das Aufdringliche wie das ‚ Eindringende ’ , das Befruchtende undüber-Zeugende sowie das Destruktive, Zer- störerische und Furchterregende sind einige Wesensmerkmal des Vaterarchety- pus.68

Der Vater steht für das Urbild des Feindes. Er riss das Kind aus dem mütterlichen Schoß und drang ins Paradies ein.

Der kalte, kontrollierende und anonyme „ furchtbare Vater “ verachtet alles Primitive als „ niedere Natur “ , zu der er vor allem das Weibliche und das Kindliche zählt. Das hindert ihn aber nicht, sich zur Steigerung der eigenen Großartigkeit barbarischer primitiv-männlicher Mittel zu bedienen.69

Doch er steht nicht im Gegensatz zur Mutter, sondern als Ergänzung. Alles hat eine gute und böse Seite.

Der Kinderarchetypus

Das Kind ist der Sohn, die Tochter, der Knabe, Jüngling, Jungfrau, Königssohn, Hexenkind. Häufiger entwickelte es sich aus Unterwelttieren wie Krokodilen, Drachen, Schlangen, oder aus Affen.70[Das] Kindermotiv [ist]äußerst wandelbar und nimmt alle möglichen Formen an, wie die des Edelsteines, der Perle, der Blume, des Gef äß es, des goldenen Eies, der Quaternität, der Goldkugel usw. “ 71

Das ‚göttliche’ Kind repräsentiert Unschuld, Vitalität, Frische, Ganzheit, Lebensfreude und das Verspielte; auch vergessene Dinge der eigenen Kindheit. Der Urzustand, das Innere Kind im Menschen, wurde durch Erfahrungen und Prägungen verletzt oder ver- drängt. Die Anlage jedoch ist jedem Menschen nutzbar.72 In vielen Kulturen steht das Kind für einen Heilbringer, für Erlösung und Wandlungen, die bevorstehen.

Das Kind trennt Subjekt und Objekt noch nicht. Es erfährt anfangs nur die liebende Mutter, lernt mit der Zeit jedoch auch ihre böse Seite kennen. „ Alles aus der Frau Ge borene gehört ihr; auch wenn es selbständig wird, bleibt es ihr untertan.“73 Das Kind muss sich in der Realität zurechtfinden, die Gegensätze kennenlernen und hinter sich bringen. Dazu bedarf es einem Lehrer: dem Vater. Er hilft dem Kind sich vom Mütterlichen loszubinden und neu zuordnen. Doch das Kind muss sich auch vom Vater befreien, um den höchsten Rang in der Familie einzunehmen.

Kinder sind Lernende in einer ihnen fremden Welt. Für sie gilt es, die Regeln zu lernen und anzuwenden - ganz wie ein Held auf seiner Reise.

3.2.3 Weitere variierende Archetypen

Neben den vier fixen Archetypen der Psyche gibt es neben Mutter, Vater und Kind unzählige Andere, die ständig in der Psyche des Menschen wechseln. Diese sind beispielsweise der Held, der weise alte Mann (Mentor), der Trickster, der Gestaltenwandler, der Herold oder der Schwellenhüter.

Christopher Vogler wählte die für ihn wichtigsten sieben Archetypen aus, „ denen wir mit großer Wahrscheinlichkeit auf der Reise des Helden begegnen “ 74 . Diese Archetypen stehen für eine Funktion, die von einem Charakter übernommen werden kann, wenn sie gebraucht wird. „ The archetypes can be thought of as masks, worn by the characters temporarily as they are needed to advance the story. “ 75

1. Der Held

Der Held, als Gestalt außergewöhnlicher Gaben, wird oft von einer Gruppe geehrt, oft ist er aber auch der Verachtete. In ihm selbst und / oder der Welt, in der er lebt, herrscht ein symbolischer Defekt, ein Mangel. Helden brechen auf, um jenes Lebens- elixier76 zu finden, welches ein gestörtes Gleichgewicht in der Gemeinschaft wieder- herstellen kann. Ein Held ist geprägt durch Selbstaufopferung. Seine eigenen Bedürfnisse stellt er hinter die der Gemeinschaft, um diese zu schützen und zu versor- gen. Helden lösen sich von ihrer Gemeinschaft wie Kinder von der Mutter. Sie ziehen los und begeben sich auf die Suche nach Wahrheit, Identität und Ganzheit. Dabei überwinden sie „ Hindernisse und erreichen Ziele, aber sie erlangen auch neue Kennt- nisse und Weisheit “ 77.

Helden besitzen zudem Eigenschaften, die jeder Mensch in sich wiedererkennt. Es sind universelle Bedürfnisse wie der Wunsch nach Liebe, Überleben, Erfolg, Freiheit oder Selbstverwirklichung. Sie sind ausgestattet mit bewundernswerten Vorzügen, nach denen viele Menschen streben: Sie sind selbstsicher, elegant, witzig und sexy. Helden treten die gefährliche Reise durch Motivationen an, die jeden Menschen bewe- gen: Sie wollen rächen, sind zornig oder verzweifelt, begehren etwas und verfolgen ehrgeizig ihr Ziel. Sie sind aktiv und entwickeln sich während ihrer Reise. Sie lernen von Personen, denen sie begegnen.

Der Archetypus des Helden steht für die positive Tätigkeit des menschlichen Geistes. Er treibt unsere Entwicklung voran, zeigt aber auch die Konsequenzen schwachen und zögerlichen Handelns.78 „ Heroes are symbols of the soul transformation, and of the journey each person takes through life. “ 79 Im Mythos wird das Bewusstsein durch den männlichen Helden repräsentiert, der mit dem verschlingenden (weiblichen) Ungeheu- er kämpft. Zwischen Unbewussten und Bewussten besteht ständige Gravitation.

„ Heroes are ultimately seeking a confrontation with their anima, their soul, or the unre cognized feminine or intuitive parts of their personality. “ 80

Antihelden fallen auch unter diesen Archetypus. Es wird zwischen getriebenen Antihel- den und tragischen Helden unterschieden. Der Getriebene muss aktiv Entscheidungen fällen, die ihn auf jedem Weg ins Unheil führen. Ein tragischer Held, mit charakterlichen Mängeln, die er nie besiegen wird, ist zum scheitern verurteilt. Sein Schatten siegt.

2. Der Mentor

Der weise alte Mann (die weise alte Frau) verkörpert eine positive Kraft der Psyche. Er steht für das Selbst im Menschen, das mit allen Dingen verbunden ist.

Er unterstützt, bildet den Helden aus und gibt ihm Gaben, mit denen er schwere Prüfungen bestehen kann. Der Mentor steht für das, was der Held werden möchte, er verkörpert, wonach der Held strebt. Mentoren sind oft ehemalige Helden, die nun ihr Wissen weitergeben. Sie motivieren den Helden. Auch für Lynch ist gewiss: “ Along the way there are people who help us. I ’ ve had plenty of those people in my life who ’ ve helped me go to the next step. ” 81

Es gibt sogenannte „dunkle Mentoren“, die den Helden in Gefahr locken oder ihn auf falsche Wege leiten. Helden müssen erkennen, wem sie vertrauen können.

3. Der Schwellenhüter

Dieser Archetyp versperrt dem Helden den Weg in neue Welten, indem er den Eingang oder die Schwelle bewacht und das Überschreiten verhindern will. Er ist oft Gehilfe des Bösen und steht in dessen Dienst.

[...]


1 Lynch, David, 2007, Catching the Big Fish, Audo-CD edition

2 Lynch, David, 2011, Interview, Lost Highway DVD Concorde, Extras

3 Reicher, Isabella, 1997, Irrgarten, in: Meteor 8 / David Lynch, S. 3

4 Lynch, David, 1997, Lynch on Lynch, S. 227

5 ebenda. S. 227

6 Krobath, Peter, 1997, David Lynch, In: Zoom 3/97, S.22

7 Seeßlen, Georg, 2003, David Lynch und seine Filme, S. 9

8 Krobath, Peter, 1997, David Lynch, In: Zoom 3/97, S. 20

9 Anm.: Infantil bedeutet „kindlich“

10 Campbell, Joseph, 2011, Der Heros in tausend Gestalten, S. 30

11 ebenda S. 51

12 ebenda S. 51

13 Lynch, David, The City of Absurdity, unter: http://www.thecityofabsurdity.com/quotecollection/idea.html

14 Vogler, Christopher, Die Odyssee des Drehbuchschreibers, 1998, S. 35

15 ebenda S. 51

16 Vogler, 1998, S. 46

17 Wikipedia, unter: http://de.wikipedia.org/wiki/ListeerfolgreicherFilme

18 Das Hollywoodkino erreichte 1939 seinen Zenit. Glück, Hoffnung und „Happy End“ als Merkmale der „goldenen Ära“, sollten vom grauen Alltag ablenken (Wirtschaftskrise 1930).

19 Lynch, 1997, S. 8

20 Lynch, David, Biography, unter: http://www.lynchnet.com/bio.html

21 Lynch, 1997, S. 4

22 ebenda S. 10

23 ebenda S. 11

24 Lynch habe laut eigener Angabe mit 19 Jahren noch nicht für sich selbst gedacht, somit übernahmen das andere und er ließ sich treiben.

25 Kokoschka (1886 - 1980) war ein österreichischer Maler und Schriftsteller des Expressionismus und der Wiener Moderne.

26 Lynch, 1997, S. 33f.

27 Lynch, 1997, S. 32

28 Lynch, 2007, Catching the Big Fish

29 Lynch, 1997, S. 37

30 Lynch, 2007, Catching the Big Fish

31 Lynch, 1997, S. 54

32 ebenda S. 54

33 Lynch, 2007, Catching the Big Fish

34 Lynch, David, Biography, unter: http://www.lynchnet.com/bio.html

35 Lynch, 1997, S. 126

36 Lynch, 1997, S. 126

37 Zitat Lula in WILD AT HEART (1990, Lynch)

38 Vgl. Lynch, 1997, S. 191f.

39 Gonzales, Ed, 2006, In: Slant Magazine, unter: http://de.wikipedia.org/wiki/InlandEmpire

40 Rothe, Markus, 2010, Ein Psychologe? Nein, danke! unter: http://www.sueddeutsche.de/kultur/interview- mit-david-lynch-ein-psychologe-nein-danke-1.439810

41 Lynch, 2007, Catching the Big Fish

42 Krobath, Peter, 1997, David Lynch, S. 20, In: Zoom

43 Lynch, David, Message unter: http://www.davidlynchfoundation.org/message.html

44 Lynch, 1997, S.23

45 ebenda S. 21

46 Lynch, David, 1998, Lynch über Lynch, S. 324

47 siehe Kapitel 3.3.2 Initiation

48 McWeeny, Drew, 2006, Ain’t It Cool News, unter: http://de.wikipedia.org/wiki/InlandEmpire

49 Abgrenzung der Begriffe Figuren / Personen / Charaktere: Figuren sind erfundene Wesen fiktionaler Medien. Person bezeichnet ein Individuum, einen Menschen. Charakter(e) können Filmcharaktere sowie die Persönlichkeit eines Menschen sein.

50 Jung, Carl Gustav, 2011, Die Archetypen und das kollektive Unbewußte, S. 28

51 Vgl. Jung, 2011, S. 30, Anm.: Schatten hier im Sinne des Archetypus.

52 ebenda S. 31

53 ebenda S. 13f.

54 Vgl. Wikipedia, unter: http://de.wikipedia.org/wiki/KollektivesUnbewusstes

55 Jung, 2011, S. 15

56 Jung, 2011, S. 15

57 Vgl. De Quincey, Christian, Archetypes, S. 3, unter: http://www.thewisdomacademy.org/page16/page31/files/%20Archetypes-1.pdf

58 Vogler, 2007, S. 60

59 Jung, 2011, S. 37

60 ebenda S. 36

61 ebenda S. 37

62 Vogler, 2007, S. 60

63 De Quincey, Archetypes, S. 4

64 Jung, 2011, S. 96

65 Ödipuskonflikt: „Unbewusst richten sich die sexuellen Wünsche des Kindes auf den Elternteil entgegen- gesetzten Geschlechts und parallel wird gegenüber dem gleichgeschlechtlichen Elternteil, den es als Riva- len betrachtet, Eifersucht und Hass empfunden.“ (unter: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96dipuskonflikt)

66 Jung, 2011, S. 97

67 Campbell, 2011, S. 169

68 Jung, Carl Gustav, 1998, Lexikon Jungscher Grundbegriffe, S. 190

69 Sonnek, Birgit, Mythos, unter: http://www.xnschlsseltexte-geist-undgehirn- 7ed.de/Mythos.htm

70 Jung, 2011, S. 173

71 ebenda S. 174

72 Herzenstrainer, Archetypen, unter: http://www.herzenstrainer.at/53133397760b2a326/53133397731032029/index.html

73 Sonnek, Birgit, Mythos, unter: http://www.xnschlsseltexte-geist-undgehirn- 7ed.de/Mythos.htm

74 Vogler, 1998, S. 85

75 Vogler, 2007, S. 24

76 Elixier steht für den Schatz, den der Held sucht. Das Elixier kann die Gemeinschaft retten, indem ihr Mangel durch die Kräfte des Elixiers beseitigt wird. Ursprünglich steht Elixier für einen Zauber- / Heiltrank.

77 Vogler, 2007, S. 91

78 Vgl. ebenda S. 34

79 ebenda S. 37

80 ebenda S. 167

81 Lynch, 2007, Catching the Big Fish

Details

Seiten
106
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656611806
ISBN (Buch)
9783656611790
Dateigröße
3.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v270248
Institution / Hochschule
Hochschule Mittweida (FH)
Note
1,5
Schlagworte
David Lynch Heldenreise Lost Highway

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Titel: Nothing can stay hidden forever. Die Heldenreise in David Lynch’s LOST HIGHWAY