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Kann Karl von Moor Ihrer Meinung nach für einen heutigen jungen Menschen ein Vorbild sein?

Erörterung zu Friedrich Schillers Schauspiel „Die Räuber“

Referat / Aufsatz (Schule) 2003 8 Seiten

Didaktik - Deutsch - Erörterungen und Aufsätze

Leseprobe

Thema zu Friedrich Schillers Schauspiel „Die Räuber“

Thema 3:

Kann Karl von Moor Ihrer Meinung nach für einen heutigen jungen Menschen ein Vorbild sein? (Erörterung)

In seinem 1781 geschriebenen Schauspiel „Die Räuber“ schildert Friedrich von Schiller den Kampf des Grafen Karl von Moor gegen die Auswüchse des absolutistischen Herrschaftssystems. Durch die Intrigen seines Bruders Franz verliert Karl seinen Anspruch auf die Herrschaftsnachfolge und es ist ihm nicht mehr möglich, seine Verlobte Amalia zu heiraten. In seiner Verzweiflung lässt er sich zur Gründung einer Räuberbande hinreisen und versucht auf diesem Wege die Welt gerechter und friedlicher zu machen. Dabei erregt Karl beim Zuschauer durch sein selbstloses und uneigennütziges Handeln sehr viel Sympathie. Es erhebt sich nun die Frage, ob Karl von Moor heutzutage für einen jungen Menschen ein Vorbild sein kann.

Damit diese Frage geklärt werden kann, ist es zuerst erforderlich die charakterlichen Eigenschaften des Karl von Moor näher zu erläutern.

Eine herausragende Eigenschaft Karls besteht darin, sein Räuberleben nicht aus niederen Beweggründen zu führen, sondern für die Armen, Entrechteten und gegen die Auswüchse des Absolutismus zu kämpfen, wodurch man Karl als sehr edelmütig bezeichnen und mit „Robin Hood“ vergleichen kann.

Der Einsatz für die Armen und Entrechteten zeigt sich besonders in der Tatsache, dass er „ …sein Drittteil an der Beute, das ihn von Rechts wegen trifft, [an Waisenkinder] verschenkt… oder … damit arme Jungen von Hoffnung studieren [lässt]. „ (Seite 50, Zeile 25ff) Somit „mordet [er] nicht um des Raubes willen“ (Seite 50, Zeile 23), wie die anderen Räuber.

Ein weiteres Beispiel hierfür findet sich auf Seite 51, Zeile 16ff. Nachdem er den Graf aus Regensburg und dessen Anwalt, die sich durch unrechtmäßige Machenschaften um eine Million bereichert hatten und somit „ …die Gerechtigkeit zur feilen Hure [gemacht hatten]“ (Seite 51, Zeile 14), ermordet hat, spricht er beispielsweise zu seinen Räuberkumpanen, während er sich stolz von ihnen weg wendet: „Ich habe das Meine getan! ... das Plündern ist eure Sache.“ Hier zeigt sich ganz deutlich, dass Karl nur gegen die Auswüchse des Absolutismus kämpft und sich durch sein Räuberleben nicht selbst bereichern will.

Sein edelmütiger Charakter und sein Engagement für die Armen zeigt sich zu guter Letzt daran, dass Karl, wenn er sich am Schluss des Dramas der Justiz stellen will, dies so arrangiert, dass ein armer Tagelöhner mit elf Kindern 1000 Louisdore als Belohnung für die Auslieferung Karls bekommt und somit sich und seine Familie über Wasser halten kann (5. Akt, Ende der 2. Szene). Karl versucht also sogar noch mit seinem Tod die Armen zu unterstützen.

Eine nicht minder wichtige Eigenschaft besteht darin, seine gegebenen Versprechen und Treueschwüre nicht zu brechen, auch wenn ihm dies schwer fällt und er dadurch Nachteile erleidet.

Dies offenbart sich besonders im 5.Akt, 2.Szene; Nachdem er seine Verlobte Amalia wieder gefunden hat und feststellt, dass sie ihn immer noch liebt, obwohl er der Anführer eines Räubertrupps ist und viele Menschenleben auf dem Gewissen hat, offenbart sich ihm die Chance aus dem Teufelskreis des Räuberlebens herauszukommen, indem er seine Räuber verlässt und ein neues, glückliches Leben mit Amalia beginnt. („ Sie vergibt mir, sie liebt mich! Rein bin ich wie der Äther des Himmels, sie liebt mich. –Weinenden Dank dir, Erbarmer im Himmel! Der Friede meiner Seele ist wiedergekommen, die Qual hat ausgetobt, die Hölle ist nicht mehr.“ (Seite 117, Zeile 20ff)). Jedoch besinnt er sich, wenn auch nur durch das Murren seiner Räuber, auf seine Treueschwüre, die er bei der Gründung der Räuberbande (1.Akt, Ende der 3. Szene) und nach dem Kampf gegen das böhmischen Reiterheer („Bei den Gebeinen meines Rollers! Ich will euch niemals verlassen. (Seite 70, Zeile 27f)) gegeben hat und verlässt Amalia, um bei seiner Bande bleiben zu können, ein weiteres Mal, dieses Mal für aber für immer. (Es ist aus! – Ich wollte umkehren und zu meinem Vater gehn, aber der im Himmel sprach, es soll nicht sein. Blöder Tor ich, warum wollt’ ich es auch? Kann denn ein großer Sünder noch umkehren? Ein großer Sünder kann nimmermehr umkehren, das hätt ich längst wissen können… Kommt Kameraden! (Seite 118, Zeile 11ff)).

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Details

Seiten
8
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783656616757
ISBN (Buch)
9783656616740
Dateigröße
369 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v270225
Note
1
Schlagworte
kann karl moor ihrer meinung menschen vorbild erörterung friedrich schillers schauspiel räuber

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Titel: Kann Karl von Moor Ihrer Meinung nach für einen heutigen jungen Menschen ein Vorbild sein?