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Jonathan Meese "Fräulein Atlantis". Kunst als Performance

Ein Künster zwischen Ablehnung und Bewunderung

Hausarbeit 2013 13 Seiten

Kunst - Installationen, Aktionskunst, 'moderne' Kunst

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIs

1. Einleitung

2. Jonathan Meese
2.1. Kurzporträt

3. Performances
3.1. Der Begriff „Performance“
3.2. Performancekunst nach Jonathan Meese

4. Aktion: „Fräulein Atlantis“
4.1. Gestaltung der Räumlichkeit
4.2. Rolle der Musik
4.3. Thematisierung
4.4. Selbstdarstellung / Rollen
4.5. Verwendung von Gegenständen
4.6. Körperliches Agieren
4.7. Rolle der Zuschauer in Fräulein Atlantis

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der heutigen Zeit versuchen die Menschen immer öfter die Grenzen des Alltags zu überschreiten und neue Dimensionen zu erschließen. Sie wollen außergewöhnliche Erfahrungen machen und sich von dem stressigen Alltag abwenden. Auch in der Kunst gibt es permanent neue Formen und Ausdrucksmöglichkeiten. Jonathan Meese, einer der bedeutendsten deutschen Künstlerversucht durch unzählige Kunstwerke und Performances die Leute wach zu rütteln und seine „Diktatur der Kunst“ durchzusetzen. Er ist ein Mensch mit vielen Facetten und siehtsich selbst als Maler, Performer, Schauspieler oder Bühnenbildner. Die Menschen sind von seinen Kunstwerken gleichzeitig begeistert aber auch empört. Jonathan Meese trifft auf Ablehnung, wird aber auch für seine außergewöhnlichen Werke bewundert.

Für mich wird Jonathan Messe durch seine Vielseitigkeit und sein unglaubliches Ideenreichtum, dass er vollends in seiner Kreativität auslebt, selbst zum Kunstwerk.Er erfindet sich jeden Tag neu und verarbeitet in seinen Werken seine momentane Stimmungs-und Gefühlslage. Deshalb werde ich mich in dieser Hausarbeit mit dem Thema „Jonathan Meese – Kunst als Performance am Beispiel von Fräulein Atlantis “ befassen.

Diese Hausarbeit gliedert sich in fünf Kapital. In der Einleitung wird das Thema der Arbeit dargestellt und näher erläutert (1.). Danach folgt ein Kurzporträt über Jonathan Meese selbst (2.1.). Anschließend wird der Begriff „Performance“ erklärt (3.1.) und die Performancekunst nach Jonathan Meese beschrieben (3.2.). Das vierte Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit, denn es geht um die Performance Fräulein Atlantis, die das Hauptthema der Hausarbeit darstellt (4.). Hierbei werden verschiedene Aspekte der Aktion beleuchtet: 4.1. Gestaltung der Räumlichkeit, 4.2. Verwendung von Musik, 4.3. Thematisierung, 4.4. Selbstdarstellung/Rollen, 4.5. Verwendung von Gegenständen, 4.6. körperliches Agieren und 4.7. die Rolle der Zuschauer. Es folgt das Fazit (5.) und ein Literaturverzeichnis (6.).

2. Jonathan Meese

In diesem Kapitel wird die Persönlichkeit von Jonathan Meese näher beschrieben.

2.1. Kurzporträt

Wenn man Jonathan Meese beschreiben möchte, wirkt eine bloße Aufzählung von Daten und das Wiedergeben von Fakten aus seinem Leben eher profan. Viel mehr eignet sich die Meinung von anderen Kunsthistorikern oder Kunstsammlern dazu Jonathan Meese als Person zu erfassen. Meese zählt trotz seines jungen Alters zu einem der vielseitigsten Künstler seiner Generation. Er zeigt seine zahlreichen Facetten in fast allen Medien der Kunst: Fotografien, Plastiken, Skulpturen, Malereien, Zeichnungen, Performances und Bühnenbilder sind nur eine kleine Auswahl seiner Ideenvielfalt.

Meese wird von anderen Künstlern wegen seinem großen Ideenreichtum bewundert und seine Werke machen ihn zu dem, was er heute ist. Er hat mit seinen Werken großen Erfolg und wird oft als aktivster Künstler seiner Generation bezeichnet.

Die Kunstjournalistin Susanne Nusser (2007) beschreibt seine Kunst in ihrem Artikel „Das Ego als Material Jonathan Meese“ wie folgt: „Kunst als Spiegelbild jenes bunten Arrangements, auf das sich die Gesellschaft, Unterhaltungsindustrie und Kunst eingelassen haben.“[1] In den Ausstellungen von Jonathan Meese ist alles zu sehen, was er geschrieben, gestaltet oder auch fotografiert hat. Meese selbst steht jedoch immer im Mittelpunkt seiner Werke. Egal ob bei Performances, Ausstellungen, Interviews oder anderen Auftritten im öffentlichen Leben. Er macht sich selbst zum Hauptakt seiner Auftritte. Meese schlüpft in Rollen von Hitler, Stalin, Sade, Nietzsche und Eastwood. Niemand ist vor ihm sicher und jede Person kann mit der Gestalt von Jonathan Meese in Einklang gebracht werden. Hergott (2007) bezeichnet dieses Phänomen als „Meese Universum“, in das man nur aufgenommen werden kann, wenn es um die Person einen Kult gibt.[2] Nusser (2007) geht davon aus, dass der Erfolg Meeses das Einsetzen seines eigenen Egos auf der Bühne, in Performances, Aktionen und anderen Kunstformen ist.[3]

Im Gegensatz dazu beschreibt Gerhard Ahrens (2002) den Künstler Meese als Mythomanen und Pyromanen bzw. als Brand-und Ideenstifter, der mit seinen Welten versucht Politik und Kunst zu verhöhnen und zu versöhnen [4].

Auch das äußere Erscheinungsbild von Jonathan Meese wirkt mysteriös und anders. Je nach Lust und Laune tritt er mit brauner oder schwarzer Cordhose und einer schwarzen Adidas-Jacke auf. Seine braunen Haare trägt er schulterlang. Meese selbst beschreibt seinen Kleidungsstil in einem Interview als einen Ausdruck von Hilfslosigkeit, Scham und Verwirrung. Hergott (2007) stellt Meese als einen Engel ohne Sexualität dar, dessen Narzissmus mit der Überzeugung einhergeht, dass sein Gesicht und seine Persönlichkeit nur als Arbeitswerkzeuge dienen.[5] Sein Äußerliches scheint für ihn also nur eine nebensächliche Rolle zu spielen.

3. Performances

In diesem Kapitel geht es um die Erklärung des Begriffs „Performance“ (3.1.) und die Performancekunst von Jonathan Meese selbst (3.2.).

3.1. Der Begriff „Performance“

Der Begriff „Performance“ ist ziemlich offen gestaltet und wird von vielen Gruppen jeweils anders aufgefasst. Er hat somit verschiedene Bedeutungen. Im Englischen steht „Performance“ für Vorführung und Darstellung. Somit ist er eine Erweiterung des Theaterbegriffs, der sich allerdings aus der bildenden Kunst entwickelt hat (Jappe, 1993) [6]. Demnach war der transdisziplinäre Aspekt schon immer vorhanden, hatte jedoch nicht den gleichen Stellenwert wie heute (Dertning, 2006).[7] Die Performer sind sich über das Potenzial von Theater, Literatur und Musik bewusst und nutzen diese Medien oft auch zur Erweiterung ihrer nicht performativen Arbeit (Seibold, 2006) [8]. Der Theaterwissenschaftler Marvin Carlson (2002) erklärt Performance wie folgt: „Typical performance art is solo art, and the typical performance artist uses little of the elaborate scenic surroundings of the traditional stage, but at most a few props, a bit of furniture and whatever costume (sometimes nudity) is most suitable to the performance situation” [9]. Carlson ist also der Auffassung, dass eine Performance einer Aktion gleicht, die meistens auf einer Art Bühne aufgeführt wird. Der Künstler ist entweder nackt oder trägt eine Art Kostüm. Dies ist von der jeweiligen Aktion und deren Thema abhängig.

[...]


[1] Vgl. Susanne Nusser (2007): Das Ego als Material – Jonathan Meese. S.45

[2] Vgl. Fabric Hergott (2007): Das Schweigen von Saint- Just. Meese und die Französische Revolution. IN: Fleck, Robert; Meese, Jonathan (2007): Jonathan Meese- Mama Johnny. Köln: Verlag Walter König. S.267.

[3] Vgl. Nusser (2007): Das Ego als Material – Jonathan Meese.S.56

[4]Vgl. Gehrhard Ahrens (2006): Stiftung Schloss Neuhardenberg "Zarathustra" - Eine theatralische Exkursion nach Friedrich Nietzsche.

[5] Vgl. Fabric Hergott (2007): Das Schweigen von Saint- Just. Meese und die Französische Revolution. S.267

[6] Vgl. Elisabeth Jappe (1993): Performance, Ritual, Prozess. Handbuch der Aktionskunst in Europa. München, New York: Prestel- Verlag, S.57

[7] Vgl Carola Dertnig, Stefanie Seibold (Hrsg.) (2006): Let´s twist again. Was man nicht denken kann, soll man tanzen; Performance in Wien von 1960 bis heute; eine psychografische Skizze, S. 37f

[8] Vgl. ebd. S.40

[9] Vgl. Marvin Carlson (1996): What is Performance? IN: Huxley, Michael; Witts, Noel (2002): The Twenthieth- Century Performance Reader. London: Routledge.S.150

Details

Seiten
13
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656615743
ISBN (Buch)
9783656615682
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v270188
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Institut für Medienkultur und Theater
Note
2,0
Schlagworte
Jonathan Meese Performance Performancekunst Kunst

Autor

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Titel: Jonathan Meese "Fräulein Atlantis". Kunst als Performance