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Filmmusik nach 1950. Entwicklung, Funktion und Wirkung

Seminararbeit 2013 18 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Entwicklung der Filmmusik
2.1 Die Anfänge der Filmmusik
2.2 Filmmusik in der Zeit um 1950
2.3 Filmmusik in der heutigen Zeit

3 Funktion und Wirkung der Filmmusik
3.1 Funktion
3.2 Verschiedene Wirkungen von Filmmusik

4 Musik im Fernsehen und der visuellen Werbung

5 Sonderformen der Filmmusik
5.1 Vermischung von orchestraler und populärer Musik in der Filmmusik
5.2 Zurückgreifen auf klassische Motive in der Filmmusik

6 Fazit

7 Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Ob bei den Filmfestspielen in Cannes oder bei der „Oscar-Verleihung“, jährlich werden Filme für ihre nachhaltige Wirkung beim Publikum ausgezeichnet. Doch warum genau bleiben diese Filme so im Gedächtnis? Warum erinnert man sich noch häufig in Alltagssituationen an das Geschehene im Film? Viele unterschiedliche Faktoren nehmen hier Einfluss auf unser Unterbewusstsein. Sowohl die Parallelen zwischen Film und der aktuellen Situation, als auch die emotionale Verknüpfung zur Handlung im Film; beides sind Faktoren, die uns in die Gefühlswelt des Films eintauchen lassen und uns den Film näher bringen sollen. Jedoch einer der wesentlichsten Gründe, der Nachhaltigkeit von Filmen, ist die dazugehörige Musik.

„Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“[1]

So beschrieb schon Victor Hugo die Eigenschaft, welche der Musik zugeschrieben wird. Sie ist der Träger einer eigenen Sprache, die jeder versteht und jeder verstehen will. Sie funktioniert ohne Worte, hinterlässt aber meist die tiefgründigste Wirkung aller Sprachen und sie muss gesprochen werden. In Filmen ist dieser Aspekt besonders stark ausgeprägt. Hier werden emotionale Ebene und die Ebene des unbewussten Wahrnehmens miteinander so vereint, dass sich ein lang anhaltender Effekt der Verbundenheit zum Film bildet. Oft gilt ein Film nur dann als gut, wenn die Musik dazu die Geschichte repräsentiert und beim Publikum einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Komponisten, die diese Kriterien erfüllen, werden mit klingelnden Kassen und Auszeichnungen belohnt.

Einige von ihnen stehen der Filmmusik (englisch: Soundtrack, Anglizismus) jedoch eher skeptisch gegenüber. Viele Musikproduzenten verlangen von ihnen einen „Hit“ zu kreieren, wovon nur die Wenigsten begeistert sind. Ihrer Meinung nach kann die Dramaturgie in einem „Hit“ nicht so vermittelt werden wie in einem Stück, bei dem der Komponist sich von seinen Emotionen und Gedanken leiten lässt.

„Viele von uns Komponisten sind außer sich darüber, wenn wir von Produzenten die Auflage bekommen, einen Hit schreiben zu müssen: Es ist eine richtige Qual, weil sie vergessen, wofür wir wirklich zuständig sind. Es hat nichts mehr zu tun mit der Dramaturgie des Films, dies ist unser größter Ärger. Es ist eine der Krankheiten des Geschäfts. Wir können nicht viel dagegen machen.“[2]

Jerry Goldsmith ist einer dieser Komponisten, die sich gegen das Verfassen eines „Hits“ wehren. Doch was genau macht eine Filmmusik eigentlich besonders? Was sind Kennzeichen einer guten oder schlechten Filmmusik?

In dieser Arbeit wird beschrieben und erforscht wie die Filmmusik entstand, wie sie sich entwickelte - von den Anfängen, über die Zeit des „Kalten Krieges“ bis in unser heutiges Zeitalter, wie sie auf Menschen wirkt, wie sie funktioniert, wie hierbei Ton und Bild eine Synchronität bilden müssen und schließlich, was Filmmusik eigentlich allgemein ist. Außerdem wird auf zwei weitere Aspekte eingegangen: Zum einen, wie und wo Musik im Fernsehen verwendet wird und zum anderen, welche Sonderformen der Filmmusik es gibt. Filmmusik tritt nicht immer als klassische komponierte Musik auf, auch die Vermischung mit populärer Musik ist heutzutage ein nicht seltenes Vorkommen.

2 Entwicklung der Filmmusik

2.1 Die Anfänge der Filmmusik

Das Jahr 1896 ist das Geburtsjahr der Filmmusik und somit ein Zeitpunkt, der dem der Entstehung des ersten Films in nur kleiner Differenz abweicht. „[Fest steht], dass die Geschichte der Filmmusik mit der Erfindung des Films ansetzt.“[3] Anfangs hatte die Filmmusik von damals mit der, wie wir sie von heute kennen, nicht viel gemeinsam. Sie wurde meist nur von einem Pianisten im Kinosaal live eingespielt und diente nicht zur Übermittlung von Emotionen, sondern lediglich zur Untermalung der zu dieser Zeit noch stummen Filme. Die wirkliche Entstehung der Filmmusik ist auf Varieté Shows in den großen europäischen Städten zurückzuführen; diese Vorführungen wurden von Musik begleitet. Später wurden während dieser Veranstaltungen auch kleine Filme gezeigt, wobei auch bei diesen die Musikbegleitung nicht fehlte. So entstand die Filmmusik, allerdings in einem komplett anderen Sinne als dem uns heute bekannten.

Gründe für die Untermalung der Filme und Aufführungen waren zum einen, um dem Publikum Angst vor den meist komplett abgedunkelten Räumen zu nehmen, welche in Kombination mit den flackernden, schwachen Filmprojektoren doch etwas gespenstisch wirkten, aber auch um die lauten Motoren der Filmanlagen zu übertönen. Häufig störten laute Geräusche im Saal sowie der von außen eindringende Straßenlärm die Vorführungen.[4]

Die Filmmusik hatte am Anfang der Kinozeit noch weitestgehend hohe Qualität. Als dann die Kinos auch für die niederen Schichten publik gemacht wurden und die Eintrittspreise bis auf fünf Cent sanken, schwand natürlich sowohl die Qualität der mittlerweile abgenutzten Filmbänder als auch die der Musik aufgrund der niedrigen Bezahlung der Musiker. Bis zum Jahre 1912 wurden manchmal sogenannte „film funners“ in Kinosälen engagiert, welche Instrumente benutzten, um das Geschehen auf der Leinwand auf groteske Art und Weise zu kommentieren. Sie zogen selbst traurige und ernste Momente ins Lächerliche.[5]

Der Erfolg des Kinofilms nahm zu, was dazu führte, dass die Qualität der live eingespielten Musik der des Kinofilms nicht mehr gerecht wurde. Der Grund dafür war meistens, dass die Pianisten vor der Aufführung noch nicht die Möglichkeit gehabt hatten sich den Film anzusehen, weshalb die Musik oft nicht zum Film passte.

[...]


[1] Hugo, Victor (1864): französischer Schriftsteller (1802-1885).

[2] Goldsmith, Jerry: US Amerikanischer Komponist (1929-2004).

[3] Kreuzer, Anselm C.: Filmmusik. Geschichte und Analyse. Frankfurt am Main, Europäischer Verlag der Wissenschaften 2001, Studien zum Theater, Film und Fernsehen 33., S.19.

[4] Vgl. ebd. S.20 f.

[5] Vgl. ebd. S.27.

Details

Seiten
18
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656612476
ISBN (Buch)
9783656612452
Dateigröße
609 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v269971
Note
11
Schlagworte
Musik 1950 Filmmusik Entwicklung Geschichte Wirkung Werbung Fernsehen Medien Funktion

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