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Der Wandel des Weltbilds. Die Veränderung der mittelalterlichen Weltanschauung und Kartographie im Zuge der großen Entdeckungen

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 30 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Definintion des Weltbild-Begriffs

2. Die Vorgaben des antiken Weltbildes
2 .1 Die Antike Kartographie und Geographie
2 .1.1 Griechische Kartographie und Geografie
2 .1.2 Römische Kartographie und Geographie
2 .2 Zusammenfassung der antiken Kartographie und Geographie

3. Das Weltbild im ausgehenden Mittelalte
3 .1 Kartographie und Geographie im Mittelalter, die Mappae Mundi
3 .1.1 Die T-O-Karten
3 .1.2 Die Zonenkarten
3 .1.3 Die vierteiligen Karten
3 .1.4 Die Itinerarekarten
3 .1.5 Die Portulankarten
3 .2 Zusammenfassung der mittelalterlichen Kartographie und Geographie

4. Die Reiseberichte der „großen Entdecker“

5. Der Wandel des Weltbildes und Kritik an dem Wissen der Antike

Schlussbetrachtung

Literaturangaben

Einleitung

Die imago mundi[1]– das Bild, welches wir uns von der Welt machen, ist in nahezu jeder wissenschaftlichen Disziplin, wie zum Beispiel der Geographie, der Ethnologie, der Geschichte, der Soziologie und auch in der Religion ein elementarer Bestandteil der interkulturellen Forschung. Aufgrund der Vielschichtigkeit dieses Gegenstandes kann nicht jeder Einzelaspekt in dieser Hausarbeit ausführlich betrachtet werden. Der Arbeitsgegenstand muss dementsprechend angepasst werden, sodass zu Beginn die Definition des Begriffes Weltbild gegenüber dem der Weltanschauung steht. Anschließend soll das Weltbild der griechisch-römischen Antike als Vorbild für das Weltbild des Mittelalters gegenübergestellt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede benannt und der Übergang näher untersucht werden. Anhand ausgewählter kartographischer Darstellungen soll die Vorstellungen, die man von den damals bekannten- und auch den noch unerforschten Teilen der Welt hatte, verdeutlicht werden. Dabei wird ein historischer Abriss über die Entwicklung der Kartographie hilfreich sein. Denn nirgendwo sonst stellen sich die antiken und mittelalterlichen Weltanschauungen so hervorragend für uns dar, wie in den Zeichnungen, Plänen und Karten, auf denen sie den aktuellen Stand ihrer Kenntnisse über die Welt festgehalten haben. „Denn die Aneignung und Konstruktion historischer Realität mittels Kartographie kann sowohl den Stand der Kulturen im zivilisatorischen Entwicklungsprozess versinnbildlichen, als auch eine Orientierung in Raum und Zeit ermöglichen.“[2] Es ist selbstverständlich, dass die Menschen sich bereits lange vor dem Zeitraum den wir als Antike deklarieren, mit ihrem Lebensraum beschäftigten, erste Reiseberichte erstellten und Karten entwarfen. Dabei soll auch gezeigt werden, welchen Einfluss die untersuchten Reiseberichte auf die Menschen ihrer Zeit hatten und inwieweit sie den Wandel des Weltbildes beeinflussten. Grundlegend sollen dazu vor allem die Darstellungen Baumgärtners, von den Brinckens, Kiesels und Geweckes hinzugezogen werden.

1. Definintion des Weltbild-Begriffs

Alle Definitionen des Terminus Weltbild haben die Feststellung gemein, dass es neben wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen sehr stark aus persönlichen Erfahrungen eines jeden einzelnen besteht. Es beschreibt somit „die Gesamtheit der subjektiven Erfahrungen, Kenntnisse und Auffassungen, die ein Mensch von mehr oder weniger großen Bereichen der Wirklichkeit hat […] Während eine Weltanschauung die Wirklichkeit eher ideologisch als Totalität auffasst, ist das Weltbild mehr realitätsbezogen und versucht eine möglichst umfassende Darstellung der einzelnen Erfahrungsbereiche; oft werden die Begriffe aber auch synonym verwendet “[3]. Jeder Mensch macht sich, ausgehend von seinen Kenntnissen, seinen Vorstellungen, seinen Erwartungen und seinem Glauben ein ganz eigenes, sehr persönliches Bild seiner Welt. Hinzu kommen die Unterschiede welche sich aus dem eigenen Kulturkreis, der eigenen Lebenserfahrung und der Religion ergeben. Es gibt daher keine universell gültige, wissenschaftliche Definition, wie genau ein Weltbild auszusehen hat.[4] Dementsprechend betrachten die Menschen seit jeher die Welt und versuchen, neue Entdeckungen und Erfahrungen in diese bereits bekannten Muster einzuordnen. Es wird deutlich, dass Weltbilder kulturell bedingt sind und sich somit im Laufe der Geschichte verändern.[5] Mit der Erweiterung des menschlichen Wissenshorizonts, etwa durch neue Erkenntnisse in Bereichen der Technologie, Wissenschaft und Forschung, der Entdeckung neuer Länder, Meere und Kontinente, der dort lebenden Menschen und somit durch die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen, stellte die „Fremderfahrung [auch immer] eine Form der Eigenerfahrung“[6] für die Menschheit dar. Ausgehend von der Sicht des eigenen Weltbildes wird mit jeder neuen Entdeckung das Weltbild in Bezug auf das Fremde zusehend ergänzt und erweitert. Die Grundlage für unser heutiges westeuropäisches Weltbild, welches sich letztlich aus dem mittelalterlichen Weltbild entwickelt hat, liegt in der griechischen und römischen Antike begründet. „Die imago mundi […] sowohl im engeren, geographischen als auch im weiteren, kosmologischen Sinn – war im frühen wie im hohen Mittelalter […] an den Vorstellungen des Hellenismus orientiert.“[7] Aus ausschließlich geographischem Wissen ist es jedoch nicht möglich sich ein Gesamtbild der Welt zu erschaffen. Somit ist mit jeder neuen Erkenntnis über bislang unbekannte Länder und Kulturen auch zwangsläufig eine Auseinandersetzung mit der als selbstverständlich angenommenen eigenen sozio-kulturellen Identität verbunden. Also muss bei der Beschäftigung mit dem Terminus Weltbild, als erstes geklärt werden, von welcher perspektivischen Grundlage aus dieses Weltbild betrachtet und wie es um die Erfahrungen mit „dem Fremden“ ergänzt wird. Ausgehend von einer Weltbild-Definition, die ihren Ursprung in der griechisch-römischen Antike[8] findet und sich darauf aufbauend im mittelalterlichen Europa[9] verfestigt hat, ist festzuhalten, dass der hier behandelten imago mundi -Definition folglich ein so genanntes Eurozentrisches Weltbild zugrunde liegt. Ein Weltbild also, welches insbesondere in der Antike durch rational-empirische wissenschaftliche Forschung stetig erweitert, ergänzt und verfeinert wurde, seit Beginn des frühen Mittelalters in großen Teilen Europas aber signifikant durch die Dogmen der katholischen Kirche und somit durch die daraus resultierende christlich-abendländische Kultur gezeichnet ist. „Und hier übt nun auch die Genesis ihren Einfluß auf die Menschen im Mittelalter aus – eine Genesis allerdings, aus der man eher vorchristliche als spezifisch christliche Elemente herausgreift: die Vorstellung eines irdischen Paradieses und eines ‚Goldenen Zeitalters’ […] daß der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen ist.“[10] Diese Übermacht der katholischen Kirche und das konstante und rigorose Beharren auf ihre Lehren bedeutete für die empirische wissenschaftliche Erforschung der Welt im Mittelalter Stagnation. „Im fest gefügten mittelalterlichen Weltbild war alles durch Gott geordnet: alles hatte deshalb seinen festen Platz in der Welt. Änderungen hätten einen Verstoß gegen die göttliche Ordnung dargestellt.“[11]

2. Die Vorgaben des antiken Weltbildes

Ausgehend vom europäischen Kulturkreis und Betrachtungswinkel finden sich erstmals anhand historischer Quellen belegbare Theorien und Erkenntnisse über das Weltbild, bei den Philosophen der griechischen Antike.[12]. In der griechischen Mythologie gilt Gaia als personifizierte Muttererde und stellt den Ursprung jeglicher Existenz dar.[13] Laut einer frühen griechischen Auffassung war die Erde scheibenförmig und unterteilte sich in drei Schichten: Himmel, Erde und Unterwelt. „Man nahm an, die Erde schwimme auf dem endlosen Weltmeer und das Himmelsgewölbe werde durch Berge oder Säulen gestützt. Die Erde war der Aufenthaltsort der Menschen; Götter wohnten im Himmel, zum Teil aber auch im Meer und in der Unterwelt (einem unterirdischen Himmel); die Seelen der Verstorbenen kamen in die Unterwelt oder auf die Insel der Seligen jenseits der Erde.“[14] Etwa ab dem sechsten Jahrhundert vor Christus versuchten die griechischen Philosophen, allem Anschein nach allen voran Thales von Milet[15], durch empirische Forschung und Beobachtung der Bahnen der Himmelskörper die Entstehung der Erde zu untersuchen, sie aus Sicht des Menschen im griechischen Kulturkreis als Lebensraum zu erfassen und zu beschreiben und deren Lage im Kosmos zu bestimmen. Wie bereits erwähnt vermittelt Thales von Milet den Eindruck von einer auf dem Wasser schwimmenden Erde, welche mit einem auf dem Wasser treibenden Stück Holz vergleichbar wäre. Anaximandros von Milet, vermutlich ein Zeitgenosse des Thales, stellte sich den Erdkörper als eine zylindrische Säulentrommel vor, deren Durchmesser dreimal so groß wie ihre Höhe ist. Sein Nachfolger Anaximenes von Milet[16] hielt die Erde wiederum für eine runde Scheibe mit erhöhtem Rand, die von Luft getragen wird und ruht.[17] Dieser Ansicht folgte Anaxagoras von Klazomenai[18], denn er nahm ebenfalls eine flache Erde an, die frei in der Luft schwebt. Auch kamen zu dieser Zeit bereits erste Thesen über die Kugelgestalt der Erde in Umlauf. Sokrates wurde unter anderem angeklagt, weil er erforschen wollte, was unter der Erde und am Himmel vorgeht. Für ihn schwebte die kugelförmige Erde in der Mitte des Weltalls. Im Weltbild des Demokritos von Abdera[19] wurde die Erde dann wieder als Scheibe mit vertieftem Boden und erhöhtem Rand betrachtet. Dieser skizzenhafte Umriss zeigt schon sehr deutlich, dass sich die griechisch-antiken Vorstellungen von der Erdgestallt keinesfalls linear in eine Richtung entwickelt haben.[20]

Im dritten Jahrhundert v. Chr. formulierte der griechische Astronom und Mathematiker Aristarch von Samos[21] zum ersten Mal die Theorie eines heliozentrischen Weltbildes mit der Sonne im Mittelpunkt des Universums. Durchsetzen konnte sich jedoch das zunächst überzeugender wirkende geozentrische Weltbild und die von Eudoxos von Knidos[22] entwickelte und von Aristoteles[23] weiter ausgebaute Theorie der homozentrischen Sphären, welche man sich als „Schalen, die sich um die Erde drehen und dabei die Gestirne mit sich führen“[24] vorstellen muss. Vollendet und für mehrere Jahrhunderte festgeschrieben wurde dieses Bild von der Welt durch den griechischen Naturwissenschaftler Klaudios Ptolemaios.[25] In diversen Schriften, besonders zu erwähnen sind seine Syntaxis Mathematike, besser bekannt als Almagest, formulierte er seine Beobachtungen und Forschungsergebnisse und begründete somit das nach ihm benannte Ptolemäische Weltbild[26] in welcher die Erde den Mittelpunkt des Universums bildet. Dieses Weltbild beeinflusste fortan „bis über Kopernikus hinaus die Basis aller astronomischen Handbücher.“[27] Gemeinsam haben alle diese Mathematiker, Philosophen und Astronomen der griechischen Antike, dass sie sich eine wissenschaftlich-empirische Vorgehensweise bei dem Versuch einer möglichst genauen und naturgetreuen Erforschung und Darstellung ihrer Welt berufen. Ausgehend von diesen exakten Beobachtungen ihrer Umwelt entwickelten sie Thesen, welche sie mittels mathematischer und physikalischer Formeln zu stützen und zu belegen bemüht waren.

2.1 Die Antike Kartographie und Geographie

Die Ausgangsbasis für die mittelalterlichen Kartensysteme bildet auch hier die griechische Geographie und die römische Kartographie. Geographen wie Herodot[28] sammelten geographisches Wissen aus Reiseberichten und eigener auf Expeditionen gemachter Erfahrungen, welches sie in handschriftlichen Texten festhielten.[29]

2.1.1 Griechische Kartographie und Geografie

Dabei war die Zielsetzung griechischen Geographie zunächst, die Fragen nach der Stellung der Erde im Sonnensystem und nach der Gestalt der Erde selbst zu beantworten. Die Erkenntnis der Kugelgestalt der Erde wurde bereits früh gewonnen, durch die Lehren der Pythagoräer (um 500 v. Chr.) verbreitet und etwa um 350 v. Chr. von Aristoteles bewiesen. Nach dieser Entdeckung widmete man sich im Folgenden der naturgetreuen Darstellung der Ökumene, der bekannten und bewohnten Welt. Die Darstellungen basierten in der Regel auf Eigenerfahrungen und umfassten eine Fülle an Informationen aus Geographie, Philosophie und Ethnographie, die durch astrologische und astronomische Einsichten bereichert wurden. Aber die Darstellungsweise, die sich aus der Erkenntnis der Kugelgestalt der Erde ergab führte zu einigen Schwierigkeiten, entsprechend wurden genaueste Landvermessungen und feste astronomische Bezugspunkte nötig, um diese zu überwinden.[30] Nur so war es möglich die dreidimensionale Erdoberfläche auf eine zweidimensionale Karte zu übertragen. Die Entstehung von Kartennetzen vervollständigte die Methode der wissenschaftlich exakten Darstellung der Erde und begründet somit die antike Kartographie. „Die erste Kartendarstellung der damals bekannten Welt schreiben griechische Quellen Anaximander von Milet zu“[31]. In den darauf folgenden Jahrhunderten gelang es griechischen Gelehrte wie Pythagoras, Hekataios und Eratosthenes von Kyrene große Fortschritte in ihrer Erforschung der Welt zu machen. Dabei entdeckten sie neben der Kugelgestalt der Erde, die Berechnung für die Erdkrümmung und konnten sogar annähernd genau den Erdradius bestimmen.[32] Das geozentrisch ausgerichtete Weltbild des Ptolemaios und dessen Weltkarte bildete schließlich in späthellenistischer Zeit bis weit hinein ins europäische Mittelalter eine maßgebliche Grundlage der weiteren Kartographie. Ptolemaios von Alexandria systematisierte das ihm zur Verfügung stehende Erkenntnisse und gab bereits eine erste Erläuterungen zum korrekten Kartographieren. Sein Werk Geographia kann somit als Gipfel der antiken wissenschaftlichen Kartographie interpretiert werden. Sie beinhaltet eine Anleitung zur Herstellung einer aus 26 Teilkarten bestehenden ptolemäischen Weltkarte, welche der heutigen Weltdarstellung schon verhältnismäßig nahe kommt. Zusätzlich beinhaltet die Geographia einen Katalog mit exakten Breiten- und Längenbestimmungen nennenswerter Orte der antiken Ökumene.[33]

[...]


[1] Der Bergiff imago mundi taucht in der Literatur als Titel der gleichnamigen Enzyklopädie de imago mundi des Geistlichen Honorius Augustodunensis im Jahre 1110 zum ersten Mal nachweislich auf. Von den Brincken verwendet den Begriff imago mundi als synonyme Bezeichnung für den neuhochdeutschen Terminus Weltbild.Vgl. BRINCKEN, Weltbild, S. 9.

[2] BAUMGÄRTNER, INGRID, Europa in der Kartographie des Mittelalters. Repräsentation – Grenzen – Paradigmen, in:Europa im Weltbild des Mittelalters. Kartographische Konzepte, hrsg. v. Ingrid Baumgärtner und Hartmut Kugler, (Orbis mediaevalis. Vorstellungswelten des Mittelalters, Bd. 10), Berlin 2008, S. 19

[3] Zitiert nach: GEBHARDT, HANS, KIESEL, HELMUTH, Weltbilder im Wandel der Zeit. In: Heidelberger Jahrbücher. 2003/47. Berlin, Heidelberg 2004, S. 3.

[4] Der Terminus Weltanschauung wurde „1790 durch Kant eingeführt und gängig gemacht“. GEBHARDT, KIESEL, Weltbilder, S. 3.

[5] Vgl. GEBHARDT, KIESEL, Weltbilder, S. 3

[6] KOHL, Ethnologie, S. 114.

[7] BRINCKEN, Weltbild, S. 9.

[8] Nicht gänzlich ohne Belang ist natürlich auch die Philosophie des Alten Testaments, also die jüdische Antike. Vgl. GEBHARDT, KIESEL, Weltbilder, S.3.

[9] Europa ist erstmals als ein geographischer Begriff in Homers Hymnen belegt. Dort ist jedoch noch kein Erdteil im heutigen Sinne gemeint, sondern das Nordgriechische Festland. Vgl. STÜCKELBERGER, ALFRED, Das Europabild bei Ptolemaios, in: Europa im Weltbild des Mittelalters. Kartographische Konzepte, hrsg. v. Ingrid Baumgärtner und Hartmut Kugler, (Orbis mediaevalis. Vorstellungswelten des Mittelalters, Bd. 10), Berlin, 2008, S. 31.

[10] LE GOFF, Phantasie, S. 46f.

[11] VOGL, Universum, S. 18.

[12] Das Alte Testament benennt die Erde als Schöpfung Gottes und gliedert die sie in drei Teile, in das Firmament/Himmelsgewölbe in welchem Gott und die Engel leben, die auf der chaotischen Urflut schwimmende und durch das Himmelsgewölbe von ihr getrennte Erdscheibe, auf welcher die Menschen angesiedelt sind, und die unterirdische Welt wo Ungeheuer hausen, sowie die Seelen der „abgeschiedenen“ Menschen ihren Aufenthalt haben. Diese sich aus dem Alten Testament ergebende Weltbild bleibt in seiner Ausprägung relativ vage und bildet somit den für diese Arbeit nicht weiter bedeutungsvollen „Horizont des Heilsgeschehens“. Auch germanische Weltvorstellungen, die es natürlich ebenso gab, wurden durch die Christianisierung weitestgehend verdrängt und hatten für die Entwicklung des wissenschaftlich zu nennenden mittelalterlichen und neuzeitlichen europäischen Weltbilds keine Bedeutung.Vgl. KIESEL, Weltbilder, S. 4.

[13] Vgl. GRAF, Gaia, S. 733.

[14] GEBHARDT, KIESEL, Weltbilder, S. 4. Hier wird eine Ähnlichkeit zu den Vorstellungen der jüdischen Antike deutlich.

[15] Thales (ca. 624 – 546 v. Chr.) war ein griechischer Naturphilosoph, der sich von der mythischen Auffassung löste und den Ursprung der Dinge nicht vom Göttlichen ab leitete. Vgl. EKSCHMITT, WERNER, Weltmodelle. Griechische Weltbilder von Thales bis Ptolemäus. (Kulturgeschichte der antiken Welt, Bd. 43), Mainz 1989, S. 11.

[16] Auf Anaximenes (ca. 585 - 528/524 v. Chr.) geht die Vorstellung des Kosmos als eines harmonischen wohlgeordneten Weltganzen, das sich zwar stets verändert, aber in seiner Substanz von ewigem Bestand ist, zurück. In seiner Kosmogonie entstehen die Gestirne aus der Erde und sind alle flach und breit und treiben auf der Luft. Der Himmel ist eine über der Erde liegende Halbkugel oder Kristallschale, die die Gestirne auf Bahnen, die sich auf der Halbkugel befinden, umkreisen. Vgl. EKSCHMITT, Weltmodelle, S. 31.

[17] Vgl. SONNABEND, HOLGER, Welt. In: Weltbilder. Journal für Philosophie. Der Blaue Reiter, 13, (2001), S., S. 82

[18] (499 - 428 v. Chr.)

[19] (460/459 - 400/380 v. Chr.)

[20] Vgl. SONNABEND, HOLGER, Die Grenzen der Welt. Geografische Vorstellungen der Antike, Darmstadt 2007, S. 11, S. 27ff.

[21] (310 - 230 v. Chr.)

[22] Eudoxos (397/390 – 345/338 v. Chr.) leistete mit seiner mathematischen Darstellung der Himmelskörperbewegungen einen maßgeblichen Beitrag zur Geometrisierung der Astronomie. Dabei ging er von seinem geozentrischen Weltbild aus, das auf der Annahme einer unbeweglichen Erde beruht, um die sich die Kugelschalen (Sphären) drehen, die den beweglichen Himmelskörpern und den Fixsternen zugeordnet sind. Auf geographischem Gebiet verfasste Eudoxos eine literarisch gestaltete „Erdbeschreibung“ (Gēs períodos), die zu seinen Spätwerken zählt. Darin behandelte er auch kulturgeographische Themen. . Vgl. EKSCHMITT, Weltmodelle.

[23] (384 – 322 v. Chr.)

[24] GEBHARDT, KIESEL, Weltbilder, S. 4f.

[25] (um 87 – 150 n. Chr.)

[26] Nach Ptolemäus befindet sich die Erde fest im Mittelpunkt des Weltalls. Alle anderen Himmelskörper (Mond, Sonne, die 5 Planeten und der Sternhimmel) bewegen sich in kristallenen Sphären auf als vollkommen angesehenen Kreisbahnen um diesen Mittelpunkt. Das ptolemäische Weltbild war in der Genauigkeit seiner Bahnvorhersage dem heliozentrischen Weltbild des Nikolaus Kopernikus (16. Jahrhunder) überlegen. Erst Keplers Entdeckung, dass die Planeten auf Ellipsen um die Sonne laufen, führte dann zu einem damals ausreichend genauen und unter Astronomen allgemein akzeptierten Modell des kopernikanischen Weltbildes.

[27] KIESEL, Weltbilder, S. 5,.STÜCKELBERGER, Ptolemaios, S. 32f.

[28] (48412 -424 v.Chr.)

[29] Vgl. SONNABEND, Grenzen der Welt, S. 25f

[30] Vgl. SONNABEND, Grenzen der Welt, S. 56.

[31] GEBHARDT, KIESEL, Weltbilder, S. 16.

[32] Vgl. SONNABEND, Grenzen der Welt, S. 34f.

[33] Vgl. STÜCKELBERGER, Ptolemaios, S. 32ff., vgl. GEBHARDT, KIESEL, Weltbilder, S. 16.

Details

Seiten
30
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656610212
ISBN (Buch)
9783656609933
Dateigröße
636 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v269801
Institution / Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Note
1,7
Schlagworte
Weltbild Imago mundi mappae mundi Kartographie Entdeckungen Reiseberichte Weltanschauung Eurozentrisches Weltbild Ptolemäisches Weltbild Heliozentrisches Weltbild Kugelgestalt der Erde Weltkarte

Autor

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