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Der demographische Wandel und seine Auswirkungen auf den Sozialstaat Deutschland

Hausarbeit 2012 15 Seiten

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Der Demographische Wandel und seine Auswirkungen auf den Sozialstaat Deutschland
2.1 Demographische Wandel
2.2.1 Niedrige Fertilität
2.2.2 Niedrige Mortalität
2.2.3 Wanderungsprozesse
2.2 Sozialstaat
2.3 Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Sozialstaat Deutschland

3. Maßnahmen zu Eindämmung der demographischen Auswirkungen
3.1 Zuwanderung
3.2 Nachwuchssicherung
3.3 Verteilungsorientierte Maßnahmen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Geburtenraten in ausgewählten Industrieländern

Tabelle 2: Kinderzahl pro Frau im Laufe ihres Lebens

Tabelle 3: Lebenserwartung bei Geburt

Tabelle 4: Räumliche Bevölkerungsbewegung

1. Einleitung

In der Bundesrepublik Deutschland wird das Problem der Finanzierbarkeit des Sozialstaates häufig mit der Thematik der Demographie bzw. des demographischen Wandels in Verbindung gebracht.

Der demographische Wandel ist ein multikausaler Prozess, der zum einen durch das Phänomen der sinkenden Fertilität und der gleichzeitig sinkenden Mortalitätsrate der Bevölkerung erfolgt. Hinzukommen unterschiedliche Wanderungsprozesse innerhalb der Republik. Diese drei Phänomene resultieren in einer möglichen „Vergreisung“1 (Butterwege 2005: 105) der deutschen Gesellschaft.

Diese „Vergreisung“ hat zu Folge, dass ein Missverhältnis zwischen Leistungserbringern und Leistungsempfängern im Sozialstaat entsteht. Um diese existenzielle Problemlage zu bewältigen, gibt es verschiedene politische Ansätze und Interventionen.

Die Ansätze reichen von der Förderung einer familienfreundlichen Politik um die Fertilität2 der Deutschen zu steigern und so den eigenen Nachwuchs zu sichern bis hin zu höheren Lebensarbeitszeiten oder Abbau sozialer Leistungen. Der jüngste Vorstoß junger CDU Politiker will die kinderlosen mit einer „Demografie- Rücklage“ belasten, da diese keine Kinder haben, die in die Rentenkassen einzahlen. Der Vorschlag löste eine bundesweite Debatte aus, wie mit der demographischen Schieflage in Zukunft umgegangen werden soll. (vgl. Welt Online 2012)

Diese vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, welche Auswirkungen der weiter fortlaufende demographische Wandel (vgl. Mayer 1999) kurzfristig und langfristig auf den Sozialstaat BRD haben wird und welche verschiedenen Handlungsoptionen zur Eindämmung dieser negativen Auswirkungen dem Sozialstaat zu Verfügung stehen.

Die Arbeit ist dementsprechend in drei Teile untergliedert. Während der erste Teil zunächst den „demographischen Wandel“ und „Sozialstaat“ definiert und die Auswirkungen der Untersuchungsgegenstände untereinander aufzeigt, so beschäftigt sich der zweite Teil mit den Handlungsoptionen zu Eindämmung eben dieser. Im dritten Teil dieser Arbeit sollen im Fazit die möglichen Erfolgschancen der verschiedenen hier vorgestellten Handlungsoptionen diskutiert und bewertet werden. Im Anschluss wird ein Ausblick über die zukünftige deutsche Sozialpolitik gegeben.

2. Der Demographische Wandel und seine Auswirkungen auf den Sozialstaat Deutschland

2.1 Demographische Wandel

Der ursprüngliche Begriff Demographie kommt aus dem griechischen und bedeutet „Beschreibung“. In Bezug auf den demographischen Wandel beschreibt dieser Veränderungen der Strukturen innerhalb einer Bevölkerung. Dies tut er anhand von Zahlen und Kennziffern. (vgl. Michel 2005)

Ausgangslage für diese Analyse sind laut Micheel (2005) drei Variablen, die signifikanten Einfluss auf die Beschaffenheit einer Bevölkerung nehmen können: Die Fertilität, die Mortalität und Wanderungsprozesse innerhalb eines Landes.

2.2.1 Niedrige Fertilität

Die BRD liegt nicht nur deutlich unter dem geforderten sogenannten Bestandserhaltungsniveau3 von 2,1 Kindern pro Frau, sie liegt weiterhin momentan durchschnittlich bei konstanten ca. 1,4 Kindern pro Frau (S. Tabelle 1.) und somit auch im internationalen Vergleich im unteren Durchschnitt der Geburtenraten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Geburtenraten in ausgewählten Industrieländern

Quelle: Kaufmann 2005: 48.

Dies basiert vor allem darauf, auf der Tatsache, dass Frauen in der BRD immer häufiger kinderlos bleiben. Während lediglich 10,6% der Frauen des Geburtenjahrgangs 1940 keine Kinder haben, so haben im Gegensatz dazu ganze 32,1% der Frauen des Geburtenjahrgangs 1965 gar keine Kinder mehr (S. Tabelle 2.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Kinderzahl pro Frau im Laufe ihres Lebens

Quelle: Birg 2001: 77.

Gründe für solche Änderungen in der Geburtsratenstruktur sind unter anderem der „Pillenknick“4 in den 1960er Jahren, die Einführung der Anti-Baby Pille sowie auch steigende weibliche Emanzipation und Veränderungen in den gesellschaftlichen Strukturen. (vgl. Micheel 2005: 46f.)

Das Resultat dieser niedrigen Fertilität wird langfristig sein, dass das Bevölkerungsniveau in der BRD stetig zurückgehen wird, falls keine eindämmenden Maßnahmen seitens der Politik unternommen werden.

[...]


1 Vergeisung = Altern der Gesellschaft

2 Fertilität kommt aus dem lateinischen fertillis = fruchtbar und beschreibt die Fähigkeit von Organismen Nachkommen hervorzubringen

3 Niveau dass benötigt wird um den Bevölkerungsbestand bei den gegebenen Sterblichkeitsverhältnissen konstant zu halten

4 Pillenknick ist ein Synonym für die Einführung der Anti-Baby Pille die zu starkem Rückgang ungewollter Geburten führte

Details

Seiten
15
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656609698
ISBN (Buch)
9783656608738
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v269550
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Seminar für Soziologie
Note
2,3
Schlagworte
wandel auswirkungen sozialstaat deutschland

Autor

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Titel: Der demographische Wandel und seine Auswirkungen auf den Sozialstaat Deutschland