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Veränderungen unseres Kommunikationsverhaltens im Vergleich von früher zu heute

Am Beispiel der sozialen Plattform Facebook

Hausarbeit 2013 21 Seiten

Soziologie - Kommunikation

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung
1.1. Grundlagen und generelle Formen der Kommunikation
1.2. Interaktion und Kommunikationsverhalten
1.3. Historische Entwicklung des Internets
1.4. Gang der Arbeit (Konzeptioneller Bezugsrahmen)

2. Hauptteil
2.1. Geschichte der Kommunikation
2.2. Internet
2.2.1. Einführung des Kommunikationsmittels Internet
2.2.2. Generationen des Internets
2.2.2.1. Web 1
2.2.2.2. Web 2
2.3. Soziale Netzwerke
2.3.1. Darstellung aktueller sozialer Netzwerke
2.3.2. Internetplattform „Facebook“
2.3.2.1. Historie
2.3.2.2. Facebook in Zahlen
2.3.2.3. Formen der Interaktion
2.4. Beziehungen in sozialen Netzwerken
2.4.1. Soziale Beziehungen
2.4.2. Gruppenprozesse im sozialen Netzwerk
2.5. Grundsätzliche Veränderungen
2.6. Vorzüge, Nachteile und Auswirkungen der veränderten Kommunikation

3. Schluss
3.1. Zusammenfassung
3.2. Ausblick

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Grundlagen und generelle Formen der Kommunikation

Für den Mensch als „soziale[s] Wesen“ stellt Kommunikation ein Grundbedürfnis dar.[1] Diese dient dazu, Probleme zu lösen und eine Grundlage für den Umgang mit anderen Menschen zu schaffen.

In der einschlägigen Literatur finden sich zahlreiche Ansätze zum Thema Kommunikation. Einige wichtige sind das Modell der „Pragmatischen Axiome“ von Paul Watzlawick[2], die Erörterungen „[z]ur Konzeptualisierung von Interaktion und Kommunikation“ von Reinhard Fiehler[3], die „Ways of Communicating“ von D. Mellor[4], das Persuasive Modell der Kommunikation nach Hovland[5] und zuletzt die themenzentrierte Interaktion von Ruth C. Cohn.[6]

Allen Ansätzen gemeinsam ist die einfachste und grundlegendste Art der Kommunikation: Die „face-to-face“ Kommunikation. „Jeder Sprecher präsentiert [dabei] seine Persönlichkeit und habituelle Identität durch sprachliche und nichtsprachliche Mittel. Der Gesprächspartner kann ihn „erkennen“, auf ihn Bezug nehmen oder sich abheben. Das kann eine vorrangige Bedeutung, wenn nicht sogar die auslösende Motivation für die Aufnahme von face-to-face Gesprächen haben.“[7]

Diese sprachlichen und nichtsprachlichen Mittel stellen die verbale und die nonverbale Kommunikation dar. Beiden gemeinsam ist die Funktion des Weitergebens von Informationen vom Sender zum Empfänger.

Nonverbale Kommunikation meint die Sprache, die Menschen beim Sprechen nicht durch Worte, sondern durch ihren Körper ausdrücken. Dabei werden „[d]ie meisten außersprachlichen Kommunikationssignale [...] über den visuellen Kanal wahrgenommen.“[8] Dies passiert durch Mimik, Gestik, Blickverhalten und auch die Haltung, die eingenommen wird. Verschränkte Arme beispielsweise können auf Ablehnung deuten oder eine geballte Faust auf versteckte Wut hinweisen. „Die nonverbale Kommunikation umfasst neben den sprachunabhängigen visuellen Elementen [...] die Parasprache als sprachunabhängige Komponente. Hierzu zählen Stimmqualität, Tonfall, Lautstärke, Stimmmelodie, Sprachtempo und ggf. dialektische Färbung [...].“[9]

Nonverbale Kommunikation kann aber auch durch Kleidung zum Ausdruck kommen. So drücken viele Jugendliche ihre Einstellungen oder ihre Vorlieben beispielsweise im Musikbereich durch verschiedene Kleidungsstücke aus. Dabei, und generell bei der nonverbalen Kommunikation, können Gefühle, Emotionen sowie Werte und Überzeugungen besser zum Ausdruck gebracht werden, als bei der verbalen Kommunikation. Auch kann man Selbstbilder konstruieren, die das Innerste, das vielleicht nicht selbstbewusst oder rebellisch ist, zu verstecken. Aus diesen Merkmalen, die durch den eigenen Körper nach außen getragen werden, leiten Außenstehende sich Urteile über eine Person hinsichtlich ihrer Persönlichkeit oder Einstellung ab.

Die verbale Kommunikation geschieht über die Sprache zwischen mindestens zwei Gesprächspartnern, einem Sender und einem Empfänger. Hierbei können Sachverhalte unmissverständlich ausgedrückt werden und durch die Reaktion des Empfängers sieht der Sender, ob alles richtig aufgenommen wurde.

Des Weiteren münden alle bereits genannten Ansätze in den Erläuterungen von Schulz von Thun zu den „vier Seiten einer Nachricht“[10]. In deren Mittelpunkt steht die Nachricht, welche vom Sender an den Empfänger übermittelt wird. Wird diese Nachricht richtig aufgenommen und der Empfänger gibt eine Rückmeldung (ein sogenanntes „Feedback“[11], ist das für den Sender das Zeichen, dass die Kommunikation erfolgreich war.

Jede dieser Nachrichten enthält unterschwellige Botschaften, welche Schulz von Thun in einem Modell zur zwischenmenschlichen Kommunikation deutlich macht:

Der Sachinhalt bezeichnet die Information, die durch die Nachricht dem Empfänger vermittelt werden soll. Durch die Beziehungsebene wird das Verhältnis der Kommunikationspartner zueinander wiederspiegelt, was diese hauptsächlich durch Körperhaltung, Mimik und Gestik signalisieren. Der Appell bezeichnet die gewünschte Reaktion oder Wirkung, die der Empfänger beim Sender durch seine Nachricht auslösen will und zuletzt gibt der Sender durch Selbstoffenbarung Informationen über sich selbst preis.[12]

1.2. Interaktion und Kommunikationsverhalten

Das Interaktions- und Kommunikationsverhalten generell bezeichnet die Art und Weise, wie Menschen miteinander in Kontakt treten und Beziehungen zueinander aufbauen. Der Unterschied zwischen Interaktion und Kommunikation ist nicht präzise fassbar, da sich die Begriffe in ihrer Definition überschneiden. Jedoch kann generell davon ausgegangen werden, dass sich Kommunikation mehr auf den direkten Austausch von Informationen bezieht, wohingegen bei der Interaktion die Beziehung der Gesprächspartner mehr im Vordergrund steht.

Generell gelten einige Regeln, die zur Durchführung einer gelungenen Kommunikation beitragen. Dazu zählt, dass Sender und Empfänger aufeinander eingehen und nonverbale Signale wie Gefühlsregungen des Gegenübers wahrnehmen und deuten.

Nach Schulz von Thun ist es wichtig, den Kontext einer Nachricht zu beachten, um diese richtig zu deuten.[13] Dies kann am Beispiel eines Walkie Talkies deutlich gemacht werden. So verstehen sich Sender und Empfänger, wenn sie auf der gleichen Frequenz, also im gleichen Kontext, miteinander sprechen. Sobald diese Frequenz durch Störungen des Signals oder sonstige Einflüsse beeinträchtigt wird, verstehen sich die Gesprächspartner nicht mehr und es kommt zu Kommunikationsstörungen. Dies ist der Fall, wenn beide Partner beispielsweise einen unterschiedlichen Sprachwortschatz besitzen und damit ungleichmäßige Verhältnisse entstehen. Des Weiteren können die unterschiedlichen Rollen, in denen sich Sender und Empfänger befinden, auf die Kommunikation einwirken. So reden Freunde untereinander anders, als einer dieser mit seinem Lehrer. Dabei spielt die Beziehung[14] der beiden eine Rolle; ist diese gestört, wirkt sich das auch auf die Kommunikation aus und mündet in Kommunikationsstörungen oder –defiziten.

1.3. Historische Entwicklung des Internets

1960 wurde in Amerika das erste Netzwerk („Advanced Research Projects Agency Network“, kurz „ARPANET“) entwickelt, welches zunächst dem Militär und kurze Zeit später auch wissenschaftlichen Einrichtungen diente. 1973 entstanden die ersten internationalen Verbindungen und damit einhergehend immer mehr voneinander unabhängige Netzwerke. Um diese zu vernetzen, wurde 1982 das Übertragungsprotokoll „Transmission Control Protocol“ oder „Internet Protocol“ (kurz „TCP/IP“) eingeführt. Das System „World Wide Web“, ein „hypertextuell organisierte[r] Internet-Dienst[...]“[15], ermöglichte in der Folgezeit Laien ohne spezielle Kenntnisse den Zugriff auf Informationen aus dem Internet, wodurch immer mehr private User das „WWW“ nutzten. In Deutschland erfolgte der erste Anschluss 1988 an der Universität Darmstadt unter dem Namen „EUnet“, welcher 1990 freigegeben wurde.[16]

1.4. Gang der Arbeit (Konzeptioneller Bezugsrahmen)

Ziel der Arbeit ist es, die Auswirkungen und Veränderungen der sich mehr und mehr etablierenden sozialen Medien wie Facebook etc. in Bezug auf das Kommunikationsverhalten der Menschen zu untersuchen. Dabei gilt es, die Zeit ohne mediale Kommunikation mit der heutigen Zeit in einen Vergleich zu setzen und Vor- bzw. Nachteile der Entwicklung herauszustellen.

Die Arbeit gliedert sich zum besseren Verständnis wie folgt:

Als erstes wird die Geschichte der Kommunikation erörtert, um zu zeigen, wie die Menschen vor der Einführung des Internets lebten (2.1.). Dies ist wichtig, um später einen Vergleich mit der heutigen Zeit anstellen zu können. Das nach 1960 eingeführte Kommunikationsmittel Internet findet sich daraufhin im nächsten Schritt, in welchem auf die drei Internetgenerationen eingegangen wird. Dadurch wird ein Einblick in die sich nach und nach verändernden Formen und Typen des Internets geboten (2.2.). Soziale Netzwerke werden in Kapitel 2.3. behandelt. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Onlineplattform Facebook, da diese „die derzeit gängigsten sozialen Netzwerke im Bereich der Nutzerzahlen erheblich [übertrifft]“[17]. Beziehungen, die in sozialen Netzwerken bestehen und geknüpft werden und im Speziellen auch die Möglichkeiten, Facebook-Gruppen zu gründen, werden in Kapitel 2.4. thematisiert. Weiterhin werden die grundsätzlichen Veränderungen in Bezug auf die Kommunikation früher und heute dargestellt und es wird auf die zugrundeliegende Fragestellung der Hausarbeit eingegangen (2.5.) Schließlich werden die Vor- und Nachteile sowie im gleichen Zuge auch die Auswirkungen der veränderten Kommunikation behandelt (2.6.).

Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse, sowie ein kurzer Ausblick in die Zukunft (3.).

[...]


[1] Cobabus, N. (1990). Merkmale von Kommunikationsstrukturen. Frankfurt am Main, S. 6.

[2] Watzlawick, P., Bavelas, J., & Jackson, D. (1990). Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien (8., unveränd. Aufl. Ausg.). Bern [u.a.]: Huber, S. 50

[3] Fiehler, R. (1990). Kommunikation und Emotion: theoretische und empirische Untersuchungen zur Rolle von Emotionen in der verbalen Interaktion. Berlin [u.a.]: De Gruyter, S. 35 – 40.

[4] Mellor, D. H. (Hrsg.). (1990). Ways of communicating. Cambridge [u.a.]: Cambridge Univ. Press, S. 1-13.

[5] Hovland, C. I., Janis, I., & Kelley, H. (1974). Communication and persuation: psychological studies of opinion change. New Haven [u.a.]: Yale Univ. Press, S. 269 – 281.

[6] Cohn, R. C. (1991). Von der Psychoanalyse zur themenzentrierten Interaktion: von der Behandlung einzelner zu einer Pädagogik für alle (10. Aufl. Ausg.). Stuttgart: Klett-Cotta, S. 110 – 120.

[7] Winkler, P. (Hrsg.). (1981). Methoden der Analyse von Face-to-Face Situationen. Stuttgart: Metzler, S.9.

[8] Nagel, F. (2012). Die Wirkung verbaler und nonverbaler Kommunikation in TV-Duellen: eine Untersuchung am Beispiel von Gerhard Schröder und Angela Merkel (1. Aufl. Ausg.). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 34.

[9] Nagel, S. 38.

[10] Schulz von Thun, F. (1994). Miteinader reden 1.: Störungen und Klärungen: allgemeine Psychologie der Kommunikation. Reinbek bei Hamburg: Rohwolt-Taschenbuch-Verlag, S. 30.

[11] Schulz von Thun, S. 25.

[12] Schulz von Thun, S. 26 – 30.

[13] Schulz von Thun, S. 36f.

[14] Schulz von Thun, S. 27 ff.

[15] Beißwenger, M. (2000). Kommunikation in virtuellen Welten: Sprache, Text und Wirklichkeit. Eine Untersuchung zur Konzeptionalität von Kommunikationsvollzügen und zur textuellen Konstruktion von Welt in synchroner Internet-Kommunikation, exemplifiziert am Beispiel eines Webchats. Stuttgart, S. 13.

[16] Huber, C. (2012). Kommunikation im Web 2.0. Public Relations, Prävention und Nachwuchsgewinnung auf dem Internetportal "Facebook". Frankfurt: Verlag für Polizeiwissenschaft, S. 11 f.

[17] Huber C. , S. 33.

Details

Seiten
21
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656663737
ISBN (Buch)
9783656663775
Dateigröße
630 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v269422
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,3
Schlagworte
veränderungen kommunikationsverhaltens vergleich beispiel plattform facebook

Autor

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