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Kaffee. Vom exklusiven Handelsgut zum Lifestyle-Produkt

Hausarbeit 2013 16 Seiten

Gesundheit - Ernährungswissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kaffee – von der Pflanze zum Kaffeepulver
2.1 Botanik und Kaffeearten
2.2 Anbau
2.3 Ernte
2.4 Aufbereitung
2.5 Rösten und Mahlen – von der Bohne zum Pulver
2.6 Inhaltsstoffe und physiologische Aspekte

3. Geschichte und Kultur des Kaffees
3.1 Entdeckung des Kaffees
3.2 Verbreitung des Kaffees in der Welt
3.3 Verbreitung des Kaffees in Europa
3.4 Der Kaffee erreicht Deutschland
3.5 Kaffeehauskultur in Europa

4. Kaffeekultur im 21. Jahrhundert

5. Diskussion und Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Der Kaffee zum Frühstück, in der Mittagspause an der Arbeit, zum Feierabend oder mit Freunden zwischendurch – Kaffee gehört zum alltäglichen Leben dazu. Und wenn die Zeit für das gemütliche Kaffeetrinken mal fehlt, dann folgt der Griff zum Coffee to go. Kaffee ist allgegenwärtig und doch ist keinem so recht bewusst, was Kaffee ist, wo er herkommt und welch lange überlieferte Historie er durchlaufen hat.

Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Diverse Varianten, von Latte Macchiato bis hin zum Caffé Crema, bestimmen die Karten von Cafés, Bars und Restaurants. Diese Lifestyle-Produkte haben den Filterkaffee schon lange überholt.

Kaffee ist ein Gut mit langer Geschichte. Sie reicht von der Entdeckung, über die nur Legenden berichten, bis hin zu politischen Aspekten unter Friedrich dem Großen. Um den Kaffee hat sich eine eigene Kultur gebildet. Trotz des bitteren Geschmacks hat der Kaffee eine Entwicklungsgeschichte hinter sich, deren Wiederholung man vergeblich sucht.

Vom Getränk der Reichen zum Lifestyle-Produkt ganzer Bevölkerungen – die Spannweite ist erstaunlich.

Die folgende Arbeit thematisiert die Biographie des Kaffees, den Anbau und die Herstellung und stellt die kulturelle Entwicklung des Kaffees durch einen Vergleich der frühen Kultur mit der heutigen Lifestyle-Kultur dar.

Literatur über Kaffee zu finden stellt ein Problem dar, da sich bisher viele Schriftsteller zwar mit der geschichtlichen Entwicklung des Kaffees beschäftigt haben, allerdings nie einen Überblick über die kulturelle Entwicklung gegeben haben. Es wurde sich dadurch beim Verfassen dieser Arbeit maßgeblich auf drei literarische Quellen beschränkt. Ausgewählte Internetseiten stützen die Aussagen der Literatur.

Ein Kapitel über Informationen zur Pflanze und ein weiteres Kapitel zur historischen Entwicklung liefern das Grundverständnis für die spätere Entwicklung einer eigenständigen Kultur.

Letztendlich soll die vorliegende Arbeit die Entwicklung der Kaffeekultur in den letzten 200 Jahren darstellen.

2. Kaffee - von der Pflanze zum Kaffeepulver

2.1 Botanik und Kaffeearten

Der Kaffeebaum, auch Coffea genannt, gehört zu den Rötegewächsen (Rubiaceae). Je nach Art erreichen die Bäume eine Höhe von sechs bis acht Metern, bei Coffea liberica sogar 18 Meter. Das Besondere an Kaffeebäumen ist, dass Blüten und Früchte gleichzeitig auf ein und demselben Zweig vorhanden sein können (Neuberger 1988, 8). Die Früchte brauchen acht bis zwölf Monate, bis sie reif sind. Zu Beginn sind sie noch grün, mit Verlauf der Reifung wechseln sie ihre Farbe über gelb zu rot. Die Samen in Form der Kaffeebohnen befinden sich im Fruchtfleisch der Kaffeekirschen (Neuberger 1988, 8).
Es gibt mehr als 60 Kaffeearten, aber nur vier davon werden wirtschaftlich genutzt und gehandelt (Neuberger 1988, 10). Diese vier Sorten sind Coffea arabica, Coffea canephora, Coffea excelsea und Coffea Liberica. Coffea arabica, umgangssprachlich auch als Arabica-Bohnen bekannt, ist qualitativ hochwertig, relativ koffeinarm und nimmt einen Anteil von rund drei Vierteln der Weltproduktion ein. Coffea canephora, bekannt als Robusta, ist im Anbau wesentlich empfindlicher als Arabica. Die Sorte Robusta liefert deutlich weniger Erträge, deren Qualität noch dazu geringer ist als die des Arabica-Kaffees. Im Vergleich zum Arabica ist der Koffeingehalt deutlich höher. Kaffee der Sorte Robust macht ungefähr ein Viertel der Weltproduktion aus. Coffea excelsea und Coffea liberica spielen eine untergeordnete Rolle, sie gelten als Nischenprodukte (Neuberger 1988, 10).

Kaffeepflanzen sind sehr sensibel und benötigen für ihr Wachstum bestimmte klimatische Bedingungen. Aus diesem Grund findet der Großteil des Kaffeeanbaus in Ländern in Äquatornähe statt. Zusammengefasst werden diese Länder als Kaffeegürtel bezeichnet (Zietemann 2011, 14).

2.2 Anbau

Meistens werden Kaffeebäume in Baumschulen ausgesät. Ab einer Höhe von 40 bis 50 Zentimetern werden die jungen Bäume auf die Plantagen umgepflanzt. Viele Schädlinge stellen eine immense Gefahr für die Bäume dar. Eine weitere Gefährdung besteht durch den sogenannten Kaffeerost, eine Pilzerkrankung. Erkennbar ist ein Befall an rosaroten Flecken auf den Blättern. Kaffeerost befällt bevorzugt die hochwertigen Arabica-Pflanzen (Neuberger 1988, 74).

2.3 Ernte

Die Hauptblütezeit liegt im April und im Mai. Zum Reifen brauchen die Früchte etwa acht bis zehn Monate. Sind die Kaffeefrüchte voll ausgereift, werden sie von Hand gepflückt. Nach der Ernte wird der Kaffee aufbereitet, wobei zwei gängige Verfahren angewendet werden können
(Neuberger 1988, 75).

2.4 Aufbereitung

Unterschieden wird zwischen der trockenen und der nassen Aufbereitung.
Bei der trockenen Aufbereitung werden die Früchte, auch Kaffeekirschen genannt, auf dem Boden ausgebreitet. Sie trocknen dann zwischen 6 und 15 Tagen durch Luft und Sonne. Nach dem Trocknen werden die Früchte in eine Schälmaschine gegeben, die das Fruchtfleisch, die Pergamenthaut und, sofern möglich, das Silberhäutchen entfernt. Der erste Schritt der Rohkaffeeherstellung ist damit vollbracht. Im Anschluss wird der Rohkaffee durch Verlesen und Sieben von Rückständen und Verschmutzungen gereinigt (Neuberger 1988, 75). Dieser Prozess geschieht heute überwiegend maschinell.
Die nasse Aufbereitung durchlaufen meist nur die hochwertigen Kaffeesorten, da sie wesentlich aufwändiger ist. Die Kaffeekirschen kommen zuerst über Nacht in Quelltanks, wo sie sich mit Wasser vollsaugen. Anschließend durchlaufen die Früchte sogenannte Pulper. Diese Maschinen entfernen das Fruchtfleisch, den sogenannten Pulp. Die noch verbleibenden Fruchtfleischreste werden vergoren. Ist der Pulp entfernt, werden die Bohnen in fließendem Wasser gewaschen, bis sie sauber sind. Die Bohnen werden nun auch getrocknet und als letzter Schritt wird die Pergamenthaut entfernt (Neuberger 1988, 77).

Bei hochwertigen Kaffeesorten werden die Bohnen von Hand nach Bohnengrößen sortiert. Fehlbohnen werden dabei aussortiert. Diese Bohnen werden nicht als Schüttgut ausgeliefert, sondern sorgfältig für den Transport in Säcke gefüllt.
Die Röstung des Kaffees erfolgt erst im Empfängerland, da schon 24 Stunden nach der Röstung der Geschmack verloren geht und eine Woche danach auch das Aroma deutlich abnimmt. Bei den teils sehr langen Transportwegen würde der Kaffee ohne Aroma und Geschmack im Empfängerland ankommen und wäre nicht mehr brauchbar (Neuberger 1988, 77).

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Details

Seiten
16
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656604433
ISBN (Buch)
9783656604426
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v269330
Institution / Hochschule
Hochschule Fulda
Note
2,0
Schlagworte
kaffee geschichte des kaffees ernährungsbildung lebensmittel ökotrophologie

Autor

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Titel: Kaffee. Vom exklusiven Handelsgut zum Lifestyle-Produkt