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Das Tier als Therapeut. Mythos oder Wahrheit?

Dargestellt am Beispiel von Mensch und Pferd

Facharbeit (Schule) 2013 35 Seiten

Psychologie - Beratung, Therapie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. MYTHOS

3. DAS KOMMUNIKATIONSMODELL NACH WATZLAWICK

4. MENSCH UND PFERD
4.1 Historische Betrachtung der Verbundenheit
4.2 Entwicklung des Therapeutischen Reitens
4.3 Kommunikation zwischen Mensch und Pferd

5. DAS THERAPIEPFERD
5.1 Das Pferd als Therapeut .…
5.2 Anforderungen und Voraussetzungen
5.3 Physiologische und emotionale Wirkung des Reiten

6. FORMEN DER THERAPIE
6.1 Bereiche des Therapeutischen Reitens
6.2 Hippotherapie
6.3 Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren
6.4 Reiten als Sport für Menschen mit Behinderung
6.5 Ergotherapeutische Behandlung mit dem Pferd

7. RESÜMEE

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anhang

1. EINLEITUNG

Was veranlasst mich dazu über dieses Thema zu schreiben? Über ein Thema, womit ich in meiner schulischen Ausbildung nicht einmal annähernd in Berührung kam. Vielmehr handelt es sich aber um ein Thema was mich privat sehr interessiert.

Als sehr tierbegeisterter Mensch hatte ich schon ganz früh das Gefühl, dass die Nähe von Tieren sich positiv auf mich auswirkt und ich in ihrer Gegenwart zufriedener und ausgeglichener bin. Dieses Gefühl habe ich bisher jedoch nie weiter hinterfragt. Ganz besonders hing mein Herz schon immer an den Pferden. Doch nicht nur das Reiten an sich fand ich spannend, mindestens genauso sehr interessierte mich auch der Umgang mit dem Pferd und alles was es daneben noch gab. Da ich Reitstunden auf einem Reiterhof nahm auf welchem zusätzlich auch Heilpädagogisches Reiten angeboten wurde, wurde ich schon früh mit Menschen mit Behinderung und deren Umgang mit dem Lebewesen Pferd konfrontiert. Als ich etwas älter war half ich in den Sommerferien bei einer einwöchigen Ferienfreizeit für Menschen mit Behinderungen auf dem Pferdehof mit. Die praktischen Eindrücke in die therapeutische Arbeit mit dem Pferd haben mich neugierig gemacht. Daraufhin folgte, dass ich mich in vielen Zeitschriften und Büchern immer mehr mit dem Thema auseinandersetzte. Ich las sehr oft davon, dass Pferde Menschen helfen und sie die besseren Therapeuten seien. Dass Pferde ein sehr wichtiger Wegbegleiter sein können im Leben eines Menschen mit Beeinträchtigung. Ich freute mich, dass sich noch mehr Menschen für dieses Thema interessierten und davon schrieben.

Mir kam daher der Gedanke, dass es nicht einfach um einen Mythos handeln kann, dass Pferde eine heilende Wirkung auf den Menschen haben. Es muss etwas Wahres dahinter stecken, wenn so viele Menschen von positiven Erfahrungen mit diesen Tieren berichten. Ist dies alles nur eine Modeerscheinung oder stimmt es tatsächlich, dass Tiere Menschen helfen; dass sie sich positiv auf Körper, Geist und Seele auswirken? Diese Frage hat mich im Rahmen meiner Recherche immer mehr beschäftigt und ich möchte ihr daher näher auf den Grund gehen.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Wirkweisen und Effekte des Therapeutischen Reitens auf den Menschen aufzudecken. Problematisch ist es jedoch, dass es bislang keine vollständigen theoretischen Forschungen gibt, die den wissenschaftlichen Kriterien entsprechen. Außerdem ist es schwierig die Wirkung des Pferdes auf dem Menschen zu begründen und sich auf einen bestimmten Teil, welcher die Verbesserung hervorgerufen hat, zu beschränken. Beim Therapeutischen Reiten wird der Klient zahlreichen Einflussfaktoren ausgesetzt, die alle wohltuend wirken können. Ganz sicher ist auch, dass für jeden Klienten das Wort „Heilung“ eine andere Bedeutung und Größe hat.

Die Wirkung des Pferdes möchte ich anhand vieler Literatur, Fachzeitschriften und Fachreportagen begründen. Außerdem möchte ich meine Hypothese, dass das Pferd eine heilende Wirkung auf dem Menschen hat mit Hilfe eines Interviews mit einer Heil- und Reitpädagogin untermauern. Aufgrund ihres großen Fachwissens und der jahrelanger Erfahrung im Therapeutischen Reiten empfinde ich sie für die geeignete Expertin, die mir bei meinen Fragen weiterhelfen kann. Zur Abrundung des Ganzen habe ich einen Vormittag auf einem therapeutischen Pferdehof verbracht und mir die Therapieeinheiten angesehen. Mein gesammeltes Wissen über dieses Thema konnte ich so noch einmal abgleichen und durch meinen eigenen Eindrücken besser auf Papier bringen.

Im ersten Teil meiner Arbeit möchte ich damit beginnen die Verbundenheit von Mensch und Pferd historisch zu beleuchten. Die erste Begegnung von Mensch und Pferd liegt über 3 Millionen Jahre zurück. Daher ist es wichtig, um meine Fragestellung beantworten zu können, auch in die Vergangenheit dieser beiden Spezies zu blicken. Im diesem Kapitel soll zusätzlich gezeigt werden wie sich die therapeutische Arbeit mit dem Pferd entwickelte.

Anschließend folgt ein Unterpunkt über die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd. Die non-verbale Kommunikation zwischen Mensch und Pferd möchte ich vorab zusätzlich mit Hilfe des Kommunikationsmodells nach Paul Watzlawick erklären. Diese Theorie zeigt, dass Kommunikation nicht nur über Sprache abläuft und liefert somit den Beweis, dass zwischen Mensch und Pferde eine Kommunikation auf non-verbalem Weg stattfindet.

Im zweiten Teil soll ersichtlich werden, warum das Pferd als idealer Partner für die Therapie dient, was das Pferd dafür mitbringen muss und welche Anforderungen an dieses Tier gestellt werden. Zusätzlich soll dem Leser die Wirkung des Reitens ersichtlich werden, sowohl physiologisch als auch emotional. Zuletzt gehe ich auf das Therapeutische Reiten allgemein, sowie auf die einzelnen Formen davon ein. Anhand dieses Ablaufes möchte ich meine Hypothese abgleichen und zeigen an welchen Stellen diese sich bestätigen lässt.

2. MYTHOS

Um die Bedeutung meiner Fragestellung „Das Tier als Therapeut und dessen heilende Wirkung auf den Menschen - Mythos oder Wahrheit? Dargestellt am Beispiel Mensch und Pferd“ zu verstehen soll in diesem Unterpunkt meiner Arbeit der Begriff Mythos definiert werden. Es soll erklärt werden was Mythos in diesem Zusammenhang bedeutet.

Ursprünglich kommt der Begriff Mythos aus dem Griechischen und bedeutet etwa Rede, Erzählung oder auch „sagenhafte Geschichte“. Da das Wort unterschiedlich verwendet wird hat es mehrere Bedeutungen. Ist im Alltag die Rede von einem „Mythos“, wird damit oft etwas Erfundenes, Unvernünftiges oder auch Falsches gemeint. Auch wird das Wort manchmal abwertend gebraucht, um bestimmte Behauptungen oder verbreitete Meinungen als unsinnig oder nicht wahrheitsgetreu darzustellen (Pawlak, Online Dokument, o. J.).

In diesem Sinne ist es auch in der Reittherapie gemeint, wenn davon gesprochen wird, ob es sich nur um einen Mythos handelt, dass Pferde Menschen helfen können. Oftmals steht zur Diskussion, was die Therapie einem Menschen überhaupt bringt, den man aufgrund einer Behinderung nicht heilen, im Sinne von vollständig gesund machen, kann. Doch das Heilen im Therapeutischen Reiten wird anders gedeutet als ein vollständiges Heilen der körperlichen Beeinträchtigung. Das Pferd kann beispielsweise im Patienten auch Dinge bewirken, die für außen stehende Personen nicht sichtbar sind. Von einigen wird diese Therapieform daher auch in Frage gestellt. Die heilende Wirkung des Pferdes auf den Menschen sei ein Mythos, erfundenes oder gar unsinnig. Es stellt sich auch die Frage ob die Reittherapie reine Geldmacherei und eine Modeerscheinung ist. Mit meiner aufgestellten Hypothese möchte ich diesen Meinungen entgegenwirken und zeigen, dass die Therapie mit dem Pferd eine heilende Wirkung hat und es sich dabei um nichts Erfundenes oder Unwahres handelt.

3. DAS KOMMUNIKATIONSMODELL NACH WATZLAWICK

Watzlawick entwickelte mit seinen beiden Mitarbeitern Janet H. Beavin und Don D. Jackson zu Beginn der 60er Jahre einige Theorien über die menschliche Kommunikation, die auf die Ansätze von Bateson aufbauten (vgl. Uni Duisburg-Essen, [Online Dokument], o. J.).

Kommunikation ist nach Watzlawick nicht nur der Austausch, die Vermittlung und die Aufnahme von Informationen zwischen Menschen, sondern auch alle paralinguistischen Phänomene wie beispielsweise Körpersprache, Mimik, Gestik usw., die Einfluss auf den Kommunikationspartner ausüben (vgl. Hobmaier, 2008, S. 354f).

Durch die Reaktion eines Empfängers auf eine Information läuft ein Kommunikationsvorgang kreisförmig: Das Verhalten des Senders führt zu einer Reaktion des Empfängers und diese zu einer Reaktion des Senders usw. Alle Teile des Organismus bilden einen Kreis. Daher ist jeder Teil sowohl Anfang als auch Ende (vgl. Uni Duisburg-Essen, [Online Dokument], o. J.).

Paul Watzlawick entwickelte fünf Axiome über die menschliche Kommunikation. Unter einem Axiom wird ein Grundsatz verstanden, der keines Beweises bedarf (vgl. Hobmaier, 2008, S. 354). In diesem Kapitel soll jedoch nur auf das erste Axiom eingegangen werden, da es dabei leicht fällt die Theorie auf die Kommunikation zwischen Mensch und Tier zu übertragen.

Das erste Axiom nach Paul Watzlawick heißt „Man kann nicht nicht kommunizieren“ und beschäftigt sich mit der Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren.

„Man kann sich nicht nicht verhalten. Wenn man also akzeptiert, dass alles Verhalten in einer zwischenpersönlichen Situation Mitteilungscharakter hat, d.h. Kommunikation ist, so folgt daraus, dass man, wie immer man es auch versuchen mag, nicht nicht kommunizieren kann. Handeln oder Nichthandeln, Worte oder Schweigen haben alle Mitteilungscharakter“ (Watzlawick, 2003, S. 51).

Dies betont also, dass nicht nur das gesprochene Wort als Kommunikation betrachtet wird. Genauso wird zum Beispiel auch durch Nichtbeachtung oder Schweigen kommuniziert (vgl. Watzlawick, 2003, S. 51). Denn auch wenn jemand nicht spricht, teilt er seinem Gegenüber durch seine Körpersprache etwas mit und kommuniziert auf diese Weise mit ihm. Auch wenn eine Kommunikation nicht erfolgreich ist und es zu Missverständnissen oder der gleichen kommt findet sie dennoch statt. Man kann nicht sagen, dass Kommunikation nur dann stattfindet, wenn sie beabsichtig, bewusst und erfolgreich abläuft. Wie bereits erwähnt ist es unmöglich nicht zu kommunizieren.

Das erste Axiom nach Watzlawick lässt sich ganz einfach auf die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd übertragen. Mit dieser Theorie ist bestätigt, dass das Pferd sehr wohl kommuniziert, auch mit dem Menschen. Natürlich kann das Pferd sich nicht verbal mitteilen, aber sicher jedoch non-verbal. Das Pferd teilt sich dem Menschen genau wie Menschen sich gegenseitig neben der Sprache über Mimik, Gestik, Körperhaltung usw. mit.

Der Mensch verfügt über eine große Bandbreite non-verbaler Kommunikation. Kinder, die sich noch nicht sprachlich ausdrücken können, sind wahre Meister darin. Mit zunehmender Beherrschung der Sprache, vor allem mit der Entwicklung des logischen Denkens und der Fähigkeit, zielgerichtet zu argumentieren, tritt die Fähigkeit zur Wahrnehmung der Körpersprache beim Menschen leider oft in den Hintergrund (vgl. Neumann-Cosel, 2005, S.13). Dies lässt es uns oftmals so schwer erscheinen ein Tier zu verstehen und seinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Jedoch ist es sehr wichtig vermehrt auch auf non-verbale Signale zu achten, da diese auch in der zwischenmenschlichen Kommunikation eine ausschlaggebende Rolle spielen. Dies wurde an der oben erläuterten Theorie ersichtlich.

4. MENSCH UND PFERD

Im folgenden Kapitel soll die Beziehung von Mensch und Pferd genauer betrachtet werden. Dies reicht von den ersten historischen Begegnungen des Menschen mit dem Lebewesen Pferd bis zum heutigen Status des Pferdes in unserer Gesellschaft. Darauf folgend soll erläutert werden wie und wann der Mensch begonnen hat das Pferd als Partner in der Therapie einzusetzen. Am Ende des Kapitels soll zusätzlich ein Eindruck in die non-verbale Kommunikation gewonnen werden, in die Art und Weise, wie Mensch und Pferd miteinander kommunizieren.

4.1 Historische Betrachtungen der Verbundenheit

Was hat es mit der sogenannten Verbundenheit von Mensch und Pferd auf sich? Allgemein meint das Wort Verbundenheit eine Gemeinsamkeit, die miteinander verbindet (vgl. Förster, 2005, S. 16). Im Folgenden soll diese Frage evolutionsgeschichtlich beleuchtet werden. Damit wird der Grundbaustein für die heutige Arbeit im therapeutischen Bereich gelegt.

In unserer heutigen Gesellschaft sehen wir Pferde im besten Fall als Freizeitkameraden. Dass sie aber über Jahrtausende unsere Gesellschaft geprägt haben ist uns kaum mehr vorstellbar (vgl. Binder / Wolf, 1997, S. 25). Die ersten eindrücklichen Begegnungen zwischen Mensch und Pferd mögen vor etwa drei Millionen Jahren stattgefunden haben (vgl. Hartje 2009, S. 7). Zunächst als Beutetier gejagt war das Pferd früher für viele Menschen eine wichtige Nahrungsquelle. Mit der Domestizierung des Pferdes entdeckte der Mensch dann seine Nutzbarkeit als Last- und Zugtier sowie den Nährwert der Stutenmilch (vgl. Deichmann 2005, S. 3). Wann und warum das Pferd genau domestiziert wurde ist umstritten und lässt sich auch nur schwer eingrenzen. Sehr wahrscheinlich ist aber, dass die Domestizierung des Urwildpferdes zum Hauspferd nicht nur in einer Region stattfand. Wildpferde lebten einst über weite Areale Eurasien verstreut und es ist sehr wahrscheinlich, dass die Menschen in der Jungsteinzeit an verschiedenen Orten zeitnah, jedoch unabhängig voneinander, den Versuch unternehmen, Pferde zu domestizieren. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich auf eine Spanne von 3.000 bis 5.000 Jahren vor unserer Zeitrechnung. Dass das Reiten nicht als treibendes Motiv bei der Domestizierung des Pferdes im Vordergrund war, ist hingegen vermutlich völlig richtig (vgl. o. A., Online Dokument, o. J.). In der Bronzezeit 1800-750 v. Chr. ging das Pferd in Mitteleuropa vor dem Streitwagen und erst seit etwa 100 v. Chr. wird es zum Reiten gebraucht (vgl. Hartje, 2009, S. 7). Die Einsetzung des Pferdes als Kriegswaffe legte schließlich den Grundstein für die moderne Reiterei. Viele der aktuellen Gesetzmäßigkeiten in der Reitausbildung rühren heute noch von ehemaligen Kriegszeiten her, z.B. das Aufsitzen auf das Pferd von der linken Seite. Heutzutage erlebt das Pferd als Sport- und Freizeitpartner des Menschen sicherlich ein seiner besten Zeiten. Da das Pferd schon lange nicht mehr im Krieg eingesetzt wird und auch als Arbeitstiere auf den Feldern größtenteils durch Maschinen ersetzt wurde hat sich der Stellenwert des Pferdes stark gewandelt. Das Pferd ist in der heutigen Zeit viel mehr zum Freund und Partner des Menschen geworden (vgl. Deichmann 2005, S. 3).

4.2 Entwicklung des Therapeutischen Reitens

Nachdem der Mensch den positiven Nutzen und die wohltuende Weise der Zusammenarbeit mit dem Pferd entdeckt hatte entstanden auch die ersten Versuche im therapeutischen Bereich.

Bereits im 8. Jahrhundert wurde Tiere speziell für therapeutische Zwecke eingesetzt. Es ist daher keine neuzeitliche Erkenntnis, dass Tiere die Entwicklung des Menschen und das menschliche Wohlbefinden positiv beeinflussen und heilende Kräfte besitzen. Da diese frühen Versuche jedoch nicht dokumentiert wurden war dies für die wissenschaftliche Forschung wenig hilfreich (vgl. Vernooij / Schneider 2008, S. 26). Erste konkrete Ansätze zur „Heilung mit Pferden“ in der Bundesrepublik Deutschland gab es viel später in den 60er Jahren, als Pädagogen und Psychologen auf die Wirkung des Pferden aufmerksam wurden, die anscheinend heilend auf den Menschen wirkte. Das Pferd wurde damals in der Förderung, Erziehung und Verhaltensänderung eingesetzt. Ein Lehrer einer Heimsonderschule veröffentlichte als erster seiner Erfahrungen in der therapeutischen Arbeit mit dem Pferd und verhaltensauffälligen Kindern. Er entdeckte als einer der ersten das Interesse der Kinder daran und machte es sich zu Nutzen. Er bildete spezielle Pferde aus und trainierte anschließend mit seinen Schülern. Nach mehrjähriger Arbeit wurden allmählich auch andere darauf aufmerksam. Immer mehr Leute boten das Heilpädagogische Reiten und Voltigieren, sowie die Hippotherapie an. Die positive Wirkung der Pferde sprach sich so immer weiter herum. Im November 1970 wurde das Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V. gegründet. Dort wirkten, und wirken auch heute noch, Fachleute aus den Bereichen Medizin, Psychiatrie, Pädagogik, Psychologie, Sport, Krankengymnastik, sowie Pferdespezialisten mit. Das Kuratorium machte es sich zur Aufgabe die Fülle der verschiedenen therapeutischen Ansätze mit Pferden zu sichten und zu ordnen, sowie die breite Angebotsplatte zu systematisieren, zu koordinieren, zu intensivieren und zu qualifizieren. Es fanden vermehrt Informationsveranstaltungen statt, um die Arbeit mit dem Pferd einem großen Kreis zugänglich zu machen und zu professionalisieren. Als Abschluss für die Teilnahme an diesen Informationsveranstaltungen wurde ein „Befähigungsnachweis“ vom Kuratorium ausgestellt. Die Bedingungen für die Ausbildung zum Reit- und Voltigierpädagogen waren eine abgeschlossene pädagogische Ausbildung und entsprechende reitsportliche Qualifikationen. Auch heute noch sind diese Voraussetzungen die Bedingung zur Ausbildung zum Reittherapeuten. Heutzutage werden diese Ausbildungslehrgänge weltweit angeboten und sind beinahe identisch.

Parallel entwickelten sich auch Ansätze in anderen Ländern, bis zum heutigen Zeitpunkt setzte sich das Therapeutische Reiten jedoch in Deutschland am weitesten durch. Durch die Ausbildung vieler Fachkräfte konnte das Angebot enorm erweitert und erforscht werden (vgl. Förster 2005, S.70ff).

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Details

Seiten
35
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656603467
ISBN (Buch)
9783656603412
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v269280
Note
1,25
Schlagworte
Therapeutisches Reiten Reiten Pferde Reittherapie Tier als Therapeut Watzlackwick Kommunikation Heilpädagogisches Reiten Hippotherapie Ergotherapeutische Behandlung mit dem Pferd Reiten als Sport für Menschen mit Behinderung Therapiepferd

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Titel: Das Tier als Therapeut. Mythos oder Wahrheit?