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Das Motiv des Wahnsinns in Alfred Döblins 'Die Ermordung einer Butterblume'

Lizentiatsarbeit 2013 11 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Gliederung

1.Einleitung

2 Das Motiv des Wahnsinns in Die Ermordung einer Butterblume: Darstellung
2.2 Das Pathologische Symptom von Michael Fischer
2.3 Michael Fischers Wahnvorstellungen
2.4. Züge von Paranoia
2.5 Der verhasste Bürger
2.5 Fischers Wutausbruche und Selbstmordgedanken

3. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

In dieser Arbeit wird die Analyse der Hypothese zugrunde gelegt, dass in der vorliegenden Erzählung von Albert Döblin Die Ermordung einer Butterblume, das Reale und Phantastische zu Einem wird. In der Erzählung steht der Konflikt zwischen dem Identitätsverlust bis hin zur Selbstzerstörung im Zentrum.

Wichtiges Motiv in diesem Kontext ist das pathologische Verhalten und der Wahnsinn vom Protagonisten Michael Fischer. In dieser Arbeit geht es nicht um eine sprachliche Analyse, sondern vielmehr um die inhaltliche Analyse und Interpretation.

Alfred Döblin geboren „am 10.08.1878 in Stettin, veröffentlicht ein Band im Jahre 1903 mit Erzählungen. Döblin greift auf ein Themenkomplex, der für die expressionistischen Künstlergeneration eine sehr große Faszination ist. Er fasziniert sich mit allem was nicht ins Register des Normalen passt. Kritik der Normalität mit Hervorhebung des Interesses für das Pathologische ist charakteristisch für die Expressionisten, also auch für Alfred Döblin. Während Alfred die Erzählung Der Mord an einer Butterblume schrieb, studierte er Psychiatrie. Dieses Studium brachte Früchte in seiner Erzählung. „Neben Pflanzen, Tieren und Steinen“ liebe er „nur zwei Kategorien Menschen: nämlich Kinder und Irre“[1] sagte Döblin einmal. Man bemerkt diese Störungen, wie Wahnvorstellungen, Paranoia und Wutausbrüche bei seinem protagonistem Michael Fischer[2].

Ein Schwarzgekleideter Herr, ein Kaufmann, der Michael Fischer heißt, schlägt einer Butterblume mit seinem Spazierstock den Kopf ab. Gleich darauf wird ihm in

grotesker Weise bewusst, was er getan hat. Aus Schuldgefühl legt er für die ermordete Butterblume ein Konto an. Doch als seine Haushälterin, die Stellvertreterin, die Butterblume wegwirft, fühlt er sich erlöst und läuft los aber diesmal in der Absicht, nicht nur Blumen, sondern auch Kaulquappen und Frösche zu töten.[3]

2 Das Motiv des Wahnsinns in Die Ermordung einer Butterblume: Darstellung

2.2 Das Pathologische Symptom von Michael Fischer

Die Erzählung fängt sehr harmlos an, jedoch kann man aus der Erzählung Symptome der verschiedensten Art von Körperfehlfunktionen herausschliessen, so dass jeder Satz jeweils einer anderen Krankheitsart zugeordnet werden kann.[4]

Ein schwarzgekleideter Herr spaziert den breiten Fichtenweg nach St. Ottilien hinauf. „Das dünne Spazierstöckchen wippte in der Rechten über Gräser und Blumen.“[5] Am Anfang, als sein Spazierstock „mit denen er seine Lehrlinge zu ohrfeigen gewohnt ist“[6] am Unkraut hängen bleibt, starrt Herr Fischer auf das Unkraut mit „freundlichen“[7] hellbraunen Augen, die plötzlich anfingen die verwachsenen Blumen zu fixieren. Einige Minuten später stürzt sich Herr Fischer mit „erhobenem Stock auf sie zu.“[8] Und schlägt mit blutroten Gesicht auf das stumme Gewächs zu. Er ist über seine Reaktion verwundert, jedoch schlägt er einer Butterblume den Kopf ab und sieht zu. wie weißes Blut aus dem Blumenhals tropft.

„Sein Arm hob sich, das Stöckchen sauste,

wupp, flog der Kopf ab. Der Kopf überstürzte sich in der Luft,

verschwand im Gras. Wild schlug das Herz des Kaufmanns. Plump sank

jetzt der gelöste Pflanzenkopf und wühlte sich in das Gras. Tiefer,

immer tiefer, durch die Grasdecke hindurch, in den Boden hinein. Jetzt

fing er an zu sausen, in das Erdinnere, dass keine Hände ihn mehr halten

konnten. Und von oben, aus dem Körperstumpf, tropfte es, quoll aus

dem Halse weißes Blut, nach in das Loch, erst wenig, wie einem

Gelähmten, dem der Speichel aus dem Mundwinkel läuft, dann in dicken

Strom, rann schleimig, mit gelbem Schaum auf Herrn Michael zu [...].“[9]

Hier sieht man sehr deutlich, das pathologische Symptom von Herr Michael Fischer.

Pathologie ist „die Lehre von den abnormen und krankhaften Vorgängen und Zuständen im Körper („pathologische Anatomie“) und deren Ursachen.“[10]

[...]


[1] Bert, Klaus, Vom Naturalismus zum Expressionismus: Literatur des Kaiserreichs, 2002

[2] Bernhardt Oliver, Alfred Döblin, München, 2007

[3] Vgl.[Die Ermordung einer Butterblume], von Dieter Wunderlich, http://www.dieterwunderlich.de/Doeblin_butterblume.html (30.05.13)

[4] Vgl. [Kommentar zu Alfred Döblins Erzählung: Die Ermordung einer Butterblume ], von Hans Kleinholdermann und Hofheim am Taunus, http://www.literatur-kommentare-online.de/doeblin.html (30.05.13)

[5] Döblin, Alfred: Die Ermordung einer Butterblume, in: Martini Fritz : Prosa des Expressionismus, Stuttgart, 2009, S.102

[6] Ibidem. S.103

[7] Ibidem. S. 102

[8] Ibidem. S. 103

[9] Döblin, Alfred: Die Ermordung einer Butterblume, in: Martini Fritz : Prosa des Expressionismus, Stuttgart, 2009, S.104

[10] [Pathologie], von Dr. Med. D. Rothacker, http://www.patho-sn.de/index.php? option=com_content&view=article&id=50&Itemid=71 (30.05.13)

Details

Seiten
11
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656601289
ISBN (Buch)
9783656601265
Dateigröße
357 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v269123
Institution / Hochschule
Uniwersitet Gdański
Note
5 (Polen; entspricht Note 2)
Schlagworte
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