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Bearbeiten betrieblicher Informationen für ein firmeninternes Intranet. Entwicklung und Implementierung eines webbasierten Front-Ends auf Basis von JavaServerPages

Vordiplomarbeit 2004 268 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Begriffsdefinitionen

1 Einleitung
1.1 Firmenprofil der Lippischen Landes-Brandversicherungsanstalt
1.2 Firmenprofil der ICL GmbH
1.3 Problemdefinition
1.3.1 Technische Gegebenheiten
1.3.2 Geplante Rahmenbedingungen
1.4 Vorgehensweise

2 Anwendung “Navigation im Intranet“
2.1 Beschreibung der derzeitigen Navigation im Intranet
2.2 Anforderungsprofil der neuen Navigation
2.2.1 Zugriffssteuerung über Benutzerberechtigungen
2.2.2 Verfügbarkeit
2.2.3 Benutzerkomfort
2.2.4 Performance
2.2.5 Administration

3 Werkzeuge für die Implementierung
3.1 Apache Tomcat
3.2 Java
3.3 JavaServerPages
3.4 JavaScript
3.5 Hypertext Markup Language (HTML)
3.6 Oracle DB
3.6.1 Oracle SQL
3.6.2 Oracle PL/SQL

4 Systementwurf
4.1 Programmstruktur
4.2 Datenbankzugriff
4.2.1 JDBC
4.2.2 LLBDataContainer
4.2.3 Standardisierte Zugriffsklassen
4.2.4 PL/SQL Prozedur- und Funktionsaufrufe
4.3 Darstellung auf der Clientseite
4.4 Datenmodell
4.5 Geschäftslogik
4.5.1 Geschäftslogik Navigation
4.5.2 Geschäftslogik Administration

5 Realisierung des Systementwurfes
5.1 Umsetzung des Entwurfes
5.2 Funktionsüberprüfung
5.2.1 Strukturtest (White-Box-Test)
5.2.2 Funktionstest (Black-Box-Test)
5.3 Performancetest
5.4 Einführung der Applikation im Produktionssystem

6 Fazit und Ausblick

Anhang

Quellenverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Aktuelle Startseite des Intranets der LLB

Abbildung 2: Model View Controller (MVC)

Abbildung 3: MCV-Architektur bei serverseitiger Programmierung

Abbildung 4: Verwaltung per JDBC-Treiber-Manager

Abbildung 5: Entity-Relationship-Modell Berechtigungssystem (Ausschnitt)

Abbildung 6: Entity-Relationship-Modell Berechtigungssystem (Ausschnitt)

Abbildung 7: UML Diagramm für den Ablauf der Navigation

Abbildung 8: Programmablaufplan Navigation - Berechtigungsprüfung

Abbildung 9: Programmablaufplan Navigation - Datenspeicherung

Abbildung 10: Programmablaufplan Navigation - JavaScript Codegenerierung

Abbildung 11: Programmablaufplan der Administration

Abbildung 12: Gesamtsicht der Navigation

Abbildung 13: Gesamtsicht des Eintragseditors

Abbildung 14: Ausprägung der Hilfefunktionen für die Navigation

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Normzeiten bei der Bedienung eines graphischen Interfaces

Tabelle 2: Modellrechnung bei Verminderung zeitlicher Mikro-Kosten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Begriffsdefinitionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten 1

1. Einleitung

1.1 Firmenprofil der Lippischen Landes-Brandversicherungsanstalt

Untern den öffentlich-rechtlichen Versicherungseinrichtungen Deutschlands ist die Lippische Landes-Brandversicherungsanstalt (LLB) eine der ältesten. Die 1752 gegründete LLB durfte bis 1925 ausschließlich Brandschäden versichern und hielt bis 1994 in dieser Versicherungssparte das Monopol im Kreis Lippe. Ab 1925 trat die LLB auch als sogenannter Kompositversicherer auf, d.h. sie durfte nun auch weitere Versicherungssparten aktiv anbieten. Derzeit betreibt die LLB in ihrem Geschäftsgebiet hauptsächlich die folgenden Versicherungszweige und -sparten:

- Feuer-Versicherung
- Einbruchdiebstahl-Versicherung
- Leitungswasser-Versicherung
- Glas-Versicherung
- Sturm-Versicherung
- Hausrat-Versicherung
- Wohngebäude-Versicherung
- Technische Versicherungen
- Transport-Versicherung
- Kraftfahrt-Versicherung
- Allgemeine Unfallversicherung
- Allgemeine Haftpflichtversicherung

Außerdem schließt die LLB Lebensversicherungen für die Westfälische Provinzial ab und vermittelt Rechtsschutz- und Krankenversicherungen.

Das ursprüngliche Kerngeschäft, die Gebäude-Feuerversicherung, stellt heute nur noch einen Anteil von weniger als 18% des Beitragsvolumens dar. 1948 übernahm der Landesverband Lippe die Verwaltung der LLB. Der Landesverband Lippe hat die Kernaufgabe „außer der Deckung seiner eigenen Verwaltungskosten und der Bildung der erforderlichen Rücklagen die kulturellen Belange und die Wohlfahrt der Bevölkerung im Bezirk des ehemaligen Landes Lippe im Rahmen seiner Leistungsfä- higkeit ... zu fördern“2

Die LLB schüttet Gewinne, die nicht den Rücklagen zufließen müssen, in Form von Beitragssenkungen wieder an die Versicherungsnehmer aus.

Diese Arbeitsweise ist historisch bedingt, da die LLB in all ihren Aufgabengebieten „le- diglich zum gemeinen Nutzen unter Ausschluss von Erwerbszwecken tätig sein“3 darf. Die LLB ist an der Deutschen Rückversicherungs- AG, Hamburg und dem als Rückver- sicherung tätigen Verband öffentlicher Versicherer, Düsseldorf beteiligt. Außerdem gehört sie zur Gruppe der öffentlich-rechtlichen Versicherungen, die aus 39 regional arbeitenden Sach-, Lebens- und HUK-Versicherungen sowie der überregional tätigen ÖRAG Rechtsschutzversicherung AG und der Union Krankenversicherung (UKV) be- steht. Der Verband öffentlicher Versicherer wies im Jahr 2002 eine Bilanzsumme von 1,077 Mrd.4 EUR auf.

1.2 Firmenprofil der ICL GmbH

Die Informatik und Consulting GmbH der Lippischen Landes-Brandversicherungsan- stalt (ICL) ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Lippischen Landes-Brandversiche- rungsanstalt. Der Unternehmenszweck der ICL lässt sich in vier große Teilbereiche einteilen:

- Gestaltung und Pflege von Informatik- und Telekommunikationsinfrastrukturen
- Entwicklung und Betreuung von Informatik- und Telekommunikationsanwendungen
- Datentechnische Entwicklung von Versicherungsprodukten
- Entwicklung und Weiterentwicklung von Versicherungsprodukten und deren datentechnische Abbildung

Die ICL bildet zusammen mit dem Badische Gemeinde-Versicherungs-Verband (BGV) und der Württembergische Gemeinde-Versicherung a.G. (WGV) eine Entwicklergemeinschaft, in der sie gemeinsam mit den beiden anderen öffentlichen Versicherungen an den vier oben beschriebenen Kernaufgaben arbeitet.

1.3 Problemdefinition

Das seit Ende 1996 existierende Intranet „Lippische intern“ dient im Wesentlichen der Bürokommunikation bei der Lippischen Landes-Brandversicherungsanstalt. Es hat seit seinem Start 1996 ein Volumen von derzeit ca. 20.000 HTML-Seiten erreicht. Zu zwei Dritteln sind diese Seiten statisch und werden von mehreren Redakteuren in den ein- zelnen Bereichen und Abteilungen der LLB gepflegt. Die restlichen Seiten werden dy- namisch erzeugt. Kleine Applikationen, die in das Intranet integriert sind basieren auf diesen dynamischen Seiten. Beispiele für diese Applikationen sind eine Telefonaus- kunft, ein Formular-Suchservice, oder der Essenbestelldienst, um nur einige zunennen. Nachdem das Intranet anfangs noch als „Spielerei“ der zuständigen Redaktion ange- sehen wurde, erfreut es sich derzeit einer hohen Akzeptanz und ausgiebiger Nutzung. Seit seiner Entstehung ist das Intranet stark angewachsen, dabei wurde jedoch keine besondere Rücksicht auf die Wartbarkeit und Dokumentation genommen. Das Resultat ist eine Technologiemischung, die für außenstehende Entwickler nur sehr schwer zu erfassen ist. Außerdem weist das Intranet weder ein einheitliches Layout noch eine konsequente Navigation durch den Inhalt auf.

Diese Tatsache führt immer wieder zu Irritationen bei den Usern, da man sich leicht in den verschiedenen Schachtelungstiefen verliert.

Mit dem Ausscheiden von Prof. Dr. Garbe im Sommer 2002 als Initiator des Intranets wurde eine Entscheidung über die weitere Vorgehensweise in Bezug auf das Intranet unumgänglich. Zur Disposition standen zwei Möglichkeiten:

1. Weiterführung des Intranet wie bisher, was eine langwierige und kostenintensive Einarbeitung des Nachfolgers und einen hohen Wartungs- und Pflege aufwand bedeutete
2. Umstellung des existierenden Intranets auf eine neue Technische Plattform. Auch diese Möglichkeit ist durchaus Zeitintensiv und mit Kosten verbunden. Aber sie ermöglicht es das Intranet auf eine Basis zu stellen, die technisch „State of the art“ ist und das so gewonnen Know-how kann auch bei Projekten der Entwicklergemeinschaft verwendet werden.

Für die weitere Zukunft ist man bei der LLB zu dem Entschluss gekommen die zweite Möglichkeit zu wählen und eine neue Technik als Plattform einzurichten.

1.3.1 Technische Gegebenheiten

Bei der Lippischen dient ein Internet Information Server 2.0 (IIS) von Microsoft als Webserver. Dieser ist auf einem Pentium mit 100 MHz und dem Betriebssystem Windows 2000 eingesetzt.

Als Client setzt die Lippische an allen Arbeitsplätzen den Microsoft Internet Explorer in der Version 5.5 ein. Somit besteht im Prinzip für alle Mitarbeiter Zugriff auf das Intranet. Für die Zukunft ist keine Wechsel des Webbrowsers geplant, so dass bei der Entwick- lung von Web-Applikationen für das Intranet die Kompatibilität mit anderen Browsern wie dem Netscape Navigator oder Mozilla keine übergeordnete Rolle spielen muss.

1.3.2 Geplante Rahmenbedingungen

Als neue Grundlage des Intranet soll ein Rechner mit dem Betriebssystem Linux die- nen. Auf diesem wird dann ein Apache Tomcat Webserver für die Web-Applikationen aufgesetzt.

Für die Speicherung von Informationen wird eine relationale Datenbank verwendet. Da im Haus für die Versicherungssparte bereits Oracle-Datenbanken im Einsatz sind, soll dieses Know-how auch für das Intranet genutzt werden. Die bislang eingesetzten Microsoft Access Datenbanken werden bei der Umstellung einer Migration in Oracle Datenbanken unterzogen und danach nicht weiter benutzt.

Für die Geschäftslogik ist Java als Programmiersprache vorgesehen. Die Applikationen sollen mit JavaServerPages und Java Servlets realisiert werden. Als clientseitige Script Sprache soll ausschließlich JavaScript dienen. Warum gerade diese Kombination ge- wählt wurde wird im Detail im Kapitel 3 “Werkzeuge für die Implementierung“ begrün- det.

1.4 Vorgehensweise

Im Rahmen dieser Projektarbeit werde ich zuerst kurz die bisherige Navigation im Int- ranet skizzieren und dann einen Anforderungskatalog für die geplante Navigation erstellen. Auf der Basis der gefundenen Anforderungen wird ein Systementwurf für die Applikation erstellt.

Kernstück dieser Arbeit ist die Ausarbeitung und Implementierung des Systementwurfes.

Vor der Implementierung diese Entwurfes werden die bei der LLB zur Verfügung ste- henden Werkzeuge für die Umsetzung des Systementwurfes vorgestellt und begrün- det, warum gerade diese gewählt wurden. Nach der Realisierung des Systementwurfes wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick auf die zukünftige Nutzung der Applikation vorgestellt.

2. Anwendung “Navigation im Intranet“

In diesem Kapitel wird der zur Zeit vorhandene Ist-Zustand umrissen und danach ein Katalog mit Anforderungen zusammengestellt, der als Grundlage für den Systementwurf im Kapitel 4 “Systementwurf“ dienen wird.

2.1 Derzeitige Navigation im Intranet

Gegenwärtig ist die Navigation im Intranet keinen festen Vorgaben unterworfen. Dem User steht eine Einstiegsseite zur Verfügung über die er in die verschiedenen Bereiche es Intranets gelangen kann (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Aktuelle Startseite des Intranets der LLB

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bildschirmkopie

Auf jeder weiteren Intranet-Seite findet der User dann weitere Links, die ihn entweder tiefer in die einzelnen Bereiche bringen, oder zurück zu übergeordneten Ebene oder zur Einstiegsseite. Diese Links sind mittels HTML fest in die einzelnen Seiten codiert. Daraus resultiert eine hohe Fehleranfälligkeit bei Änderungen in der Struktur des Intranet. Wenn Seiten geändert, verschoben oder gelöscht werden erwächst daraus ein hoher Pflegeaufwand und die Gefahr dass Links auf anderen Seiten nicht mehr funktionieren.

Der Benutzer muss sich unter Umständen durch viele Seiten „klicken“ um dann festzu- stellen, dass die gewünschte Information nicht mehr hier verfügbar ist. Es erhält im schlimmsten Falle auch keine Angaben darüber wo die gesuchte Information jetzt zu finden ist.

Bei angenommenen 3 Links, die zu einer bestimmten Information führen erreicht der Anwender bereits einen Zeitaufwand von ca. 6,165 Sekunden (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1: Normzeiten bei der Bedienung eines graphischen Interfaces

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Wirth, Thomas; Missing Links: Über gutes Webdesign, Seite 276

Im Bereich des Internet und des Intranet spielt die Zeit und ihre Auswirkung auf die Motivation des Users eine zentrale Rolle. Wenn Abläufe und Seitenaufrufe zu viel Zeit in Anspruch nehmen wirkt die Anwendung für den Benutzer zu langsam oder defekt.5 Lange Strecken, die Mauszeiger und Auge zurücklegen müssen, können dazu führen, dass die Motivation des Benutzers schnell nachlässt6. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht lässt sich auf der Basis dieser Werte ausrechnen, dass auch eine eher geringe Zeitersparnis für ein mittelständisches Unternehmen mit ca. 500 Mitarbeitern wie die LLB, ein durchaus lohnendes Sparpotenzial bietet. (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: Modellrechnung bei Verminderung zeitlicher Mikro-Kosten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Wirth, Thomas; Missing Links: Über gutes Webdesign, Seite 279

2 Anwendung “Navigation im Intranet“ Seite 7

2.2 Anforderungsprofil der neuen Navigation

In einem betrieblichen Intranet, dass auch als Informationsplattform dient, werden täglich an unterschiedlichen Stellen viele Dokumente und Informationen zu den unterschiedlichsten Fragestellungen und Aufgabengebieten verfasst. So gibt es z.B. Arbeitsanleitungen zu den unterschiedlichsten Themen und Bereichen, Publikationen, die zentral zur Verfügung gestellt werden müssen. Weiterhin existieren eine ganze Reihe von Applikationen, die auf geeignete Art und Weise zentralen zur Verfügung gestellt werden müssen. Aufgrund der Menge der Dokumente und Applikationen wird die Navigation zwischen diesen als eine sehr wichtige Aufgabe des Intranets der LLB gesehen. Wichtig ist diese Aufgabe aus folgenden Gründen:

- Dem Benutzer muss klar sein, wo er bestimmte Informationen finden kann
- Dem Benutzer muss auch klar sein, wie er Informationen finden kann, die nicht auf einen Griff parat liegt, d.h. nicht auf oberster Ebene präsentiert werden.
- Der Benutzer soll auf die Informationen und Dienste, die er häufig für seine tägliche Arbeit benötigen, direkten Zugriff haben
- Neuigkeiten sollten auf einen Blick erkennbar sein
- Einzelne Seiten im Intranet dürfen nicht mit zu viel Information überfrachtet werden

Üblicherweise führen die Anforderung, dem Benutzer nicht mit zu vielen Information zu versorgen, und die Anforderung, alles für den Benutzer gleichzeitig zur Verfügung zu stellen, zu einem inhaltlichen Widerspruch. Als Lösung für diesen Widerspruch soll eine geeignete Navigation erstellt werden. Neben den beiden oben genannten Anfor- derungen muss die Navigation für das Intranet der LLB noch weiteren Anforderungen gerecht werden. Diese werden in den Punkten 2.2.1 bis 2.2.5 im einzelnen dargestellt und gewichtet.

2.2.1 Zugriffssteuerung über Benutzerberechtigungen

Der Informationsfluss und die Verfügbarkeit von bestimmten Informationen und Diensten ist bei der LLB einem Berechtigungsmodell unterworfen. Dieses Modell sieht vor, dass Informationen abhängig von ihrem Inhalt ausgewählten Personengruppen zugänglich gemacht werden sollen. Wenn eine Navigation als zentrales Element im Intranet erstellt werden soll, muss dafür Sorge getragen werden, dass diesem Berechtigungsmodell Rechnung getragen wird.

So ist es z.B. nicht denkbar, dass ein Benutzer ohne die entsprechende Berechtigung eine Information lesen, ändern oder gar löschen kann. Veränderungen im Berechti- gungsmodell müssen schnell im Intranet realisiert sein. Dies kann einerseits die Einfüh- rung einer neuen Berechtigungsgruppe, oder deren Auflösung sein. Auch muss es möglich sein einen Benutzer mir Berechtigungen auszustatten oder ihm Berechtigun- gen zu entziehen. Dies kann über einzelne Rechte oder über Profile die aus mehreren Einzelrechten bestehen erfolgen.

2.2.2 Verfügbarkeit

Für die IT- Struktur der Lippischen als Versicherung ist es typisch, dass die verschiedensten Hardware-Profile zu finden sind. Vom Laptop für Außendienstmitarbeiter über Desktop PC’s für Servicearbeitsplätze bis hin zu PC’s in der Softwareentwicklung sind verschiedene Prozessortypen und Bildschirme vorhanden. Es ist hierbei also nötig eine Darstellung zu wählen, die für alle Mitarbeiter der LLB gut nutzbar ist und sich auch mit geringen Systemressourcen benutzen lässt.

2.2.3 Benutzerkomfort und Akzeptanz

Von Natur aus wird eine Veränderung in der Arbeitsumgebung von einem Grossteil der Mitarbeiter mit Skepsis oder Ablehnung zu Kenntnis genommen. Zusätzlich zu den rein technischen Anforderungen kommt also noch eine menschliche Komponente hinzu. Die Navigation muss so umgesetzt werden, dass sie die Zustimmung der Belegschaft findet. Dieses Ziel muss innerhalb kurzer Zeit erreicht werden und ist äußerst wichtig für den Erfolg des Projekt. Als Anforderung aus dieser Gegebenheit lässt sich also ab- leiten, dass der Benutzerkomfort und das Handling neben der technischen Umsetzung einen großen Stellenwert einnimmt und in diesem Maße berücksichtig werden muss. Der Benutzer soll ohne großen Aufwand all das im Intranet finden, was er für seine Arbeit benötigt. Vorzugsweise soll dies auf einem Weg geschehen, der dem Benutzer vertraut ist und der eine intuitive Benutzung zulässt.

2.2.4 Performance

Aufgrund der vielen Informationen im Intranet der LLB muss die Navigation in der Lage sein diese Menge in Informationen innerhalb einer akzeptablen Zeit zu erfassen, zu bearbeiten und dem Benutzer anzuzeigen. Zum einen ist dies für die bereits in Punkt 2.2.3 “Benutzerkomfort und Akzeptanz“ angesprochene Akzeptanz gegenüber der Anwendung erforderlich, zum anderen ist die Zeit, in welcher der Benutzer auf den Aufbau der Anwendung wartet nicht produktiv genutzt. Die Informationen müssen daher schnell und zuverlässig ausgewertet und dargestellt werden.

2.2.5 Administration

Für die Administration muss ebenfalls eine Lösung gefunden werden. Der Inhalt der Navigation, also die einzelnen Punkte der Navigation und die Hyperlinks, die mit diesen verbunden sind, sollen auf eine möglichst einfache und effiziente Art administriert und gewartet werden können. Es sind mehrere Möglichkeiten für die Umsetzung eines Pflegedialoges vorstellbar. Zu Unterscheiden ist in Hinsicht auf den Personenkreis, der zur Pflege berechtigt ist und der Stelle, an der die Daten gepflegt werden sollen.

2.3 Resümee

Fasst man diese einzelnen Teilbereiche zu einem Ganzen zusammen, so erhält man die Anforderung, einen Navigation zu entwerfen, die folgende Eigenschaften hat: Sie muss in Hinsicht auf die Berechtigungen des User konfigurierbar sein Die Navigation muss jederzeit, schnell verfügbar sein Darstellung, Bedienung und Wartung müssen einfach und leicht zu handeln sein. Diese drei Kernanforderungen werden in Kapitel 4 “Systementwurf“ aufgegriffen um als Grundlage für den Systementwurf zu dienen.

3 Werkzeuge für die Implementierung

In diesem Kapitel werden die Werkzeuge für die Implementierung des Systementwurfs vorgestellt. Es wird jeweils kurz auf Wesen, Fähigkeiten und Grund für die Wahl des Werkzeuges eingegangen.

3.1 Apache Tomcat

Der Anfang 2001 vom Jakarta Projekt entwickelte Webserver Tomcat 4.x stellt einen freien Webserver da, der sich als “der“ favorisierte Server für JavaServerPages etabliert hat.7 Die extra für den Tomcat 4.x entwickelte Catalina-Architektur ist durch die JSP Engine Jasper gut dafür geeignet Web-Projekte auf Java-Basis aufzunehmen. Da der Tomcat 4.x komplett in Java entwickelt wird ist er plattformunabhängig. Unternehmensseitig sprachen die folgenden Gründe für die Entscheidung, den Tomcat 4.x als Webserver für das Intranet einzusetzen:8

Tomcat steht als freie Software zur Verfügung, somit fallen keine teuren Lizenzgebühren an Tomcat ist “die“ Java/JSP Referenz-Implementation Es gibt die Möglichkeit, Tomcat mit dem Apache http Server zusammen zu betrei- ben. Der Apache http Server ist für uns von hoher Bedeutung, da er in der Lage ist, Applikationen zu betreiben, die in anderen Programmiersprachen als Java/JSP er- stellt wurden (also z.B. z.B. PHP, Python, Perl, ...). Für die Integration von Tomcat mit Apache stehen sogenannte WARP und AJP Konnektoren als freie Software zur Verfügung.

3.2 Java

Als plattformunabhängige, objektorientiert Programmiersprache erfreut sich Java gro- ßer Beliebtheit und breiter Akzeptanz. Die Wurzeln von Java liegen zum Teil in der Programmiersprache C++, von der Java Elemente wie Vererbung, Datenkapselung oder Polymorphismus übernommen hat und Smalltalk von der Elemente wie z.B. der Bytecode und der Garbage Collector stammen. Seinen Ursprung hat Java bei der Firma Sun. Ein Team unter der Leitung von James Gosling war damit beschäftigt eine Hochsprache für hybride Systeme im Consumer-Electronic-Bereich zu konzipieren, die sich genauso gut für die Steuerung von Telefonanlagen wie auch von Waschmaschi- nen eignen sollt. Allerdings brachten erste Projekte mit der neu konzipierten Sprache in diesem Bereich nicht den gewünschten Erfolg.

Als Programmiersprache für Internetanwendungen hat sich Java als erfolgreich erwiesen. Von den Anfängen dieser Idee 1993 bis heute ist die Java-2-Plattform mit dem JDK 1.4 SE auf 135 Pakete mit ca. 2.700 Klassen angewachsen und ist in drei verschiedene Editionen verfügbar:

- Java-2-Plattform, Micro Edition (J2ME)
- Java-2-Plattform, Standard Edition (J2SE)
- Java-2-Plattform, Enterprise Edition (J2EE)

Java verfügt als objektorientierte Programmiersprache über Methoden wie Vererbung, Datenkapselung und Polymorphismus. Zu den weiteren Vorzügen zählen Robustheit, Sicherheit, Multithreading und die Möglichkeit verteilte Anwendungen auf Basis von TCP/IP einfach realisieren zu können.9

Unternehmensseitig wurden neben Java als Programmiersprache noch weitere Möglichkeiten wie IPerform, ASP oder PHP evaluiert. Die folgenden Aspekte führten nach erfolgter Evaluierung dazu, Java als Programmiersprache zu wählen:10

- Java ist plattformneutral. Also hat ein Unternehmen weitgehenden freie Wahl bei der Beschaffung neuer Hardware und der Definition seiner IT-Infrastruktur.
- Java als Sprache ist kostenlos.
- Java ist über eingebaute Standardverfahren gut dokumentiert. Geplante Erweiterungen werden ausreichend publiziert und der Support ist wegen der hohen Verbreitung und der frei verfügbaren Softwarekomponenten und Bestandteile gut.
- Auf Java basierende Software ist vom Entwickler einsehbar, da es sich um Open Source handelt. Dies ist für die Sicherheit beim Betrieb von Applikationen in einem Unternehmen wichtig.
- Java ist objektorientiert und biete dadurch die Möglichkeit Quellcode zu “recyceln“

3.3 JavaServerPages

Mit der Entwicklung von JavaServerPages (JSP) und Servlets verschiebt sich der Einsatzschwerpunkt von Java in der Web-Entwicklung mehr auf die Seite der Server. JSP versieht HTML-Dokumente mit Java-Aufrufen, die bei einer Clientanfrage ausgeführt werden und so dynamische Inhalte auf HTML-Seiten erzeugen können. Um eine Standardisierung bei JSP zu erreichen und die Akzeptanz zu erhöhen, wurde das JSPFramework 1999 an die Apache Foundation lizenziert. Ein exemplarischer Aufbau einer JSP-Seite und eines Java Servlets sind im Anhang abgebildet.

[...]


1 Seeboerger-Weichselbaum, Michael (1999), S. 32

2 unbekannter Autor, zitiert bei Clauß, Günter; Hüser, Albert (1989)

3 unbekannter Autor, zitiert bei Clauß, Günter; Hüser, Albert (1989)

4 Vgl. Geschäftsbericht Verband öffentlicher Versicherer (2002), S. 20

5 Vgl. Wirth, Thomas (2002), S. 242ff

6 Vgl. Wirth, Thomas (2002), S. 274ff

7 Vgl. Rossbach Peter (2002), S. 16ff

8 Vgl. Barnowski Frank (2004c), S. 3f

9 Vgl. Middendorf Michael (2003), S. 12ff

10 Vgl. Barnowski Frank (2004a), S. 13f

Details

Seiten
268
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638290944
Dateigröße
3.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v26896
Institution / Hochschule
Fachhochschule der Wirtschaft Paderborn
Note
1,3
Schlagworte
Entwicklung Implementierung Front Basis JavaServerPages Darstellung Bearbeitung Informationen Architektur Intranet Verwendung Java Servlets

Autor

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Titel: Bearbeiten betrieblicher Informationen für ein firmeninternes Intranet. Entwicklung und Implementierung eines webbasierten Front-Ends auf Basis von JavaServerPages