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Analyse und Optimierung von Wareneingangsprozessen im Einzelhandel

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 22 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit

2. Aufgaben und Organisation des Wareneingangs
2.1 Kontrollfunktion im Wareneingang
2.2 Sortierfunktion im Wareneingang

3. Optimierung der Sortierfunktion des Wareneingangs
3.1 Platzierung von Lagerplätzen
3.2 Platzierung von Reserveplätzen

4. Arbeitsvorbereitung im Wareneingang
4.1 Informationsfluss zwischen Wareneingang und seinen Schnittstellen
4.2 Glättung des Wareneingangsvolumens und Kapazitätenplanung
4.3 Personaleinsatzplanung

5. Einführung und Optimierung von Zeitfenster-Management-Lösungen
5.1 Vergabe von festen Zeitfenstern
5.2 Bereitstellung elektronischer Zeitfenster-Slots am Beispiel Mercareon
5.3 Definition von Entladezonen
5.4 Verarbeitung von Anlieferungen ohne Zeitfensterreservierung

6. Bewertung und Perspektiven

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Sortierfunktion des Wareneingangs

Abbildung 2: Fahrstrecken abhängig von Artikelplatzierung

Abbildung 3: Anordnung von Reservezonen und Lagerplätzen

Abbildung 4: Material- und Informationsfluss im Wareneingang

Abbildung 5: Pflege Wareneingangskapazitäten

Abbildung 6: Pflege Warngrößen

Abbildung 7: Glättung von Warenanlieferungen

Abbildung 8: Kapazitätenplanung als EPK Modell

Abbildung 9: Buchungsübersicht Mercareon Zeitfenster Management

Abbildung 10: Entladezonen und Warenstrom Wareneingang Penny Markt GmbH

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Berechnung der SOLL-Arbeitszeit im Wareneingang

Tabelle 2: Arbeitszeit und Soll-/Ist-Vergleich

Tabelle 3: Vorteile elektronischer Zeitfensterbuchung

Abkürzungsverzeichnis

Analyse und Optimierung von Wareneingangsprozessen im Lebensmitteleinzelhandel

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Steigende Umsatzziele im Handel bewirken immer mehr erhöhte Transport- und Warenvolumen in den Lägern deutscher Einzelhandelsunternehmen. Daraus ergeben sich neue Herausforderungen an Transportabteilungen sowie an die Intralogistik der Unternehmen. Vor allem bei erhöhtem Warenaufkommen und gleichbleibenden Raumverhältnissen ist eine genaue Vorausplanung der Ein- und Ausgangsmengen eines Lagers und eine optimale Ausnutzung der vorhandenen Gegebenheiten unumgänglich.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Ziel der folgenden Ausführung ist die Darstellung von Methoden zur Verbesserung des Arbeitsablaufs und Möglichkeiten einer zielgerichteten Koordination der beteiligten Schnittstellen des Wareneingangs. Ausgehend von der Darstellung der Funktion des Wareneingangs werden folgende Themen ausgeführt:

- Optimierung der Sortierfunktion des Wareneingangs

- Arbeitsvorbereitung im Wareneingang

- Zeitfenster-Management

Damit soll ein allgemeingültiger Ablauf für den Wareneingang ausschließlich für den Warenverkehr auf einheitlichen Transporthilfsmitteln entstehen, welcher eine Verringerung der durchschnittlichen Bearbeitungszeit als Ziel hat. Für Lebensmitteleinzelhandel wird in der vorliegenden Arbeit von der Anlieferung auf Paletten (EURO- oder DD-Maß) ausgegangen. Die vorliegenden Ausführungen beruhen auf einem zweistufigen Wareneingang, mit vorausgehendem Lieferscheinabgleich (Grob-WE) und angehängter Warenkontrolle (Fein-WE).

2. Aufgaben und Organisation des Wareneingangs

2.1 Kontrollfunktion im Wareneingang

Identitätskontrolle

Grundlage der Wareneingangsprüfung ist die Identitätskontrolle. Bei Ankunft der Ware muss zunächst anhand des Vergleichs der Lieferpapiere mit der Bestellung sichergestellt werden, dass die benötigte Ware und Menge angeliefert wird. Beim sogenannten "Grob- WE" erfolgt dieser Abgleich. Bei Abweichungen erfolgt eine Abstimmung mit der Disposition. Diese trifft eine Entscheidung, wie mit der Ware weiter verfahren wird. Stimmen Lieferpapiere und Bestellung überein, wird die Ware zum "Fein-WE" weitergeleitet, d.h. zum Wareneingangskontrolleur, der die Ware der Mengen- und Qualitätskontrolle unterzieht.

Qualitäts- und Beschaffenheitskontrolle

Als zweiten Schritt hat der Wareneingang zur Aufgabe, die angelieferten Waren in der bestellten Qualität zu vereinnahmen. Nach §377 HGB liegt diese Pflicht beim Käufer, um unverzüglich Aufschluss auf die ordnungsgemäße Abwicklung des Handelsgeschäfts zu erlangen. Eine Unterschreitung der Qualitätsvorgaben schließt in der Regel weitere Prüfungen aus. Dabei kommen einzelne Prüfvorgänge zu Tragen:

- Prüfung des Ladungsträgers auf Beschädigung (z. B. gebrochene Bretter, fehlende Palettenteile, Einwegpaletten)

- Sichtprüfung des Zustands der Ware (z. B. Kartons gequetscht, nicht verkaufsfähig)

- Prüfung der Kartoneinheit

- gegebenenfalls Prüfung von MHD, Temperatur, QS- oder Bio-Kennzeichnung

- spezielle qualitätssichernde Prüfungen im Obst- und Gemüse- und Fleischbereich.1

Wird eine Lieferung mit Qualitätsmängeln dringend benötigt, wie das zum Beispiel bei drohenden Fehlmengen oder Aktionsartikeln der Fall ist, so können einzelne Partien vereinnahmt werden. Ist genug Lagerbestand vorhanden, kann die Lieferung verweigert werden.

Quantitätskontrolle

Der Wareneingangskontrolleur prüft anschließend die zu vereinnahmende Menge gemäß der Bestellvorgabe. Neben der Kartonmenge wird sowohl die Verkaufseinheit geprüft, als auch die Menge des gelieferten Leerguts und Transporthilfsmitteln.

Leergutkontrolle und Handling

Die Transporthilfsmittel, im Regelfall sind das im Lebensmittelhandel Euro- oder DD- Paletten, werden beim Empfänger grundsätzlich Zug-um-Zug getauscht.2 Dabei erhält jeder Anlieferer die Anzahl der gelieferten Transporthilfsmittel in entsprechender Beschaffenheit zurück. Hat der Empfänger nicht genügend Transporthilfsmittel vorrätig, so kann er vorläufig einen Palettenschuldschein ausstellen.3 Dieser berechtigt den Lieferanten zur Abholung der Lademittel zu einem späteren Zeitpunkt.

2.2 Sortierfunktion im Wareneingang

Anhand der Grobstruktur des Lagers fällt es in den Aufgabenbereich des Wareneingangs, die vereinnahmte Ware in den entsprechenden Lagerbereichen zu verteilen.4 Eine Sortierung der Ware kann nach verschiedenen Gesichtspunkten erfolgen:

- Lagerplatzart (Reserveplatz, Kommissionierplatz)

- Umschlagsgeschwindigkeit (Schnell- oder Langsamdreher)

- Sortimentsbereiche (Aktionsware, Normalware)

- Lagertechnik (Durchlaufregal, Palettenregal)

Eine beispielhafte Umsetzung der Sortierfunktion zeigt Abbildung 1. Dabei werden Displays, Palettenware und Schnelldreher Displays in verschiedenen Zonen entladen.5

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 1: Sortierfunktion des Wareneingangs

3. Optimierung der Sortierfunktion des Wareneingangs

3.1 Platzierung von Lagerplätzen

Um eine lückenlose Versorgung der verbrauchenden Bereiche zu gewährleisten und die Fahrwege im Wareneingang und den Lagerbereichen möglichst kurz zu halten, ist eine optimale Platzierung der Kommissionierplätze notwendig.6 Möglichst kurze Wege in der Kommissionierung werden erreicht, indem Schnelldreher (sog. „Renner“) in minimaler Entfernung zum Startpunkt der Kommissionierer platziert werden. Langsamdreher (sog. „Penner“) dürfen weiter entfernt gelagert werden.

Abbildung 2 verdeutlicht die Notwendigkeit, Schnelldreher zum Kommissionierstart hin zu platzieren. In der gleichen Zeit, in welcher Artikel D einmal geholt wird, kann von Artikel H fünfmal abkommissioniert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 2: Fahrstrecken abhängig von Artikelplatzierung

3.2 Platzierung von Reserveplätzen

Oftmals wird für Schnelldreher-Artikel eine entsprechende Reservezone benötigt.7 Dabei ist zu beachten, dass dieser nicht in der Kommissionierzone angeordnet wird, damit wiederum die Kommissionierwege nicht unnötig verlängert werden. Zwei mögliche Anordnungen zeigt Abbildung 3. Zu beachten ist dabei, dass sich die Fahrt- und Laufwege der entladenden Fahrer, der Abfahrer der Ware (meist Mitarbeiter des Wareneingangs) und der Kommissionierer möglichst wenig überschneiden.

Variante 1 stellt eine optimale Anordnung dar. Die Wege kreuzen sich nicht und die Ware fließt schrittweise von der Entladung bis zum Lagerplatz. Variante 2 zeigt einen Aufbau, bei dem sich Kommissionierweg und Auffüllweg überschneiden. Aufgrund verschiedener Einflussfaktoren können abweichende Lageranordnungen nötig werden, z. B. baulich bedingt oder bei Unterbringung verschiedener Artikelgruppen auf engem Raum.

1 Vgl. Mathar, H.-J., Scheuring, J. (2011)

2 Vgl. Kuhn, E. et al. (2005), S. 73

3 Vgl. Löw, M. (2008), S. 7

4 Vgl. Bitterling, G. (2009), S. 18

6 Vgl. Möller, K., Bunkert, S. (2012), S. 6

7 Vgl. Hompel, M., Heidenblut, V. (2011), S. 258

Details

Seiten
22
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656598572
ISBN (Buch)
9783656598541
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v268866
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
1,7
Schlagworte
Wareneingang Analyse Optimierung Wareneingangskapazität Kapazität Personalplanung Wareneingangsvolumen Prozesse Wareneingangsprozess Kennzahlen Personaleinsatzplanung Sortierfunktion Kontrollfunktion Arbeitsvorbereitung Zeitfenster Zeitfenster-Management Entladezone Anlieferung Logistik Handel Lebensmitteleinzelhandel Warenfluss EDIFACT Reservezone ZVEI Informationsfluss Bestellung Zeitfensterbuchung

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