Lade Inhalt...

Ethik in der Unternehmensführung

Corporate Social Responsibilty in deutschen Unternehmen

Hausarbeit 2012 22 Seiten

VWL - Innovationsökonomik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1.Einleitung

2. Begriffserklärungen
2.1 Corporate Social Responsibility
2.2 Corporate Volunteering

3. Corporate Social Responsibility am Beispiel der Deutschen Bank AG
3.1 Allgemeines
3.2 Deutsche Bank Sport Stipendium
3.3 Social Days der Deutschen Bank
3.4 Corporate Community Partnership

4. Kritik

5. CSR in der Hochschulausbildung
5.1 Postgraduate Certificate in CSR Management an der Steinbeis-Hochschule Berlin
5.2 Masterstudiengang Business Ethics und CSR-Management am IHI Zittau

6. Schlussbetrachtungen

Literaturverzeichnis

ANHANG

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Einleitung

In Folge der gestiegenen globalen Vernetzung1 und der damit verbundenen verbesserten In- formationsbeschaffung sind Unternehmen heutzutage mehr denn je gezwungen, ihr Image zu verbessern. Ein Imageschaden aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen/ Umweltverschmut- zungen oder Kinderarbeit in den Produktionsländern ist durch die weltweite Berichterstattung schneller erreicht als früher und somit gefährlicher. Um von etwaigen Problemen abzulenken bzw. die Gemeinnützigkeit des Unternehmens aufzuzeigen, führen mittlerweile viele Unter- nehmen Maßnahmen durch, welche ihre gesellschaftliche Verantwortung unterstreichen.

Diese gesellschaftliche Verantwortung, das sogenannte Corporate Social Responsibility (CSR), erfreut sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen, wie bspw. ein gestiegenes Umweltbewusstsein2, genügt es nicht mehr, ausschließlich wirtschaftliche Interessen des Unternehmens zu erfüllen. CSR erfordert die Betrachtung mehrerer Perspektiven und Anspruchsgruppen, (Vgl. Anhang 1) welche auch hohe Erwartungen hinsichtlich der sozialen Verantwortung der Unternehmen stellen. Unter dieser Verantwortung wird nicht nur die Verantwortung für die Mitarbeiter3 verstanden, son- dern auch eine Verantwortung für die Gesellschaft im Allgemeinen. Der Vorteil für die Un- ternehmen: Ein hohes unternehmerisches Engagement wirkt sich nach Umfragen positiv auf das Kaufverhalten der Kunden und somit auch auf den Unternehmensgewinn aus.4

Auch politisch rückt die Verantwortung der Unternehmen für die Gesellschaft in den Vordergrund. So wurde im Jahr 2009 durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit 44 Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Gewerkschaften und Wissenschaft ein Forum zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen installiert.5 Dieses Forum zielt darauf ab, die Unternehmensverantwortung zu stärken und auszubauen.

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, sowohl einen theoretischen als auch praktischen Überblick über CSR Maßnahmen in Deutschland zu vermitteln. Deshalb erfolgt nach der Begriffsbe- stimmung und den theoretischen Grundlagen die Betrachtung von Aktivitäten anhand eines international agierenden deutschen Unternehmens, der Deutschen Bank AG6. An diesem Beispiel sollen die positiven Wirkungen von CSR Maßnahmen aufgezeigt, jedoch auch Kritik an eben jenen Maßnahmen geübt werden. Abschließend erfolgt die Betrachtung der Implementierung des CSR in die Hochschulausbildung und eine Schlussbetrachtung.

2. Begriffserklärungen

In Zusammenhang mit CSR werden häufig viele verschiedene Begriffe teilweise synonym verwendet, eine definitorische Abgrenzung von CSR, Corporate Citizenship (CC) und Corpo- rate Volunteering (CV) ist schwierig, dennoch muss zumindest rudimentär eine Differenzie- rung erfolgen.

2.1 Corporate Social Responsibility

Die älteste und auch heute noch häufig verwendete Definition von CSR geht auf Archie B. Carroll zurück. Er stellt CSR als Pyramide, bestehend aus vier Stufen dar (Vgl. Anhang 2). Die Pyramide dient als Grundlage für alle weiteren Überlegungen. Später wurde sie weiter verfeinert, bspw. durch Wood, die die Zusammenhänge der vier Bereiche verdeutlicht.7 Der allgemeine Aufbau ist jedoch gleich und immer noch gültig. Eine aktuelle und weitreichende- re Definition hat die EU-Kommission 2001 aufgestellt, welche auch Grundlage dieser Arbeit ist. Die EU-Kommission beschreibt CSR als „ … Konzept, das den Unternehmen als Grund- lage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstä- tigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren.“8

Freiwilligkeit bedeutet, dass es keinerlei Zwänge gibt, sich dem CSR Ansatz zu unterziehen. Des Weiteren gibt es auch keine Sanktionen, falls das Unternehmen sich nicht beteiligt oder die Grundsätze verletzt. Lediglich gesetzliche Rahmenbedingungen hinsichtlich der Arbeits- zeit, des Arbeitsschutzes oder der Arbeitsentlohnung müssen eingehalten werden. Da diese sich jedoch auf gesetzliche Vorgaben beziehen, sind sie kein Bestandteil des CSR. Vielmehr sind sämtliche Aktivitäten zu verstehen, die über die gesetzlichen Regelungen hinaus gehen. Ein praktisches Beispiel ist das Gesetz zur Einstellung von Schwerbehinderten in Deutsch- land. Dieses Gesetz schreibt für große Unternehmen eine Mindestzahl von Schwerbehinderten vor.9 An diese Richtlinien müssen sich die Unternehmen halten. Wenn Betriebe die Anzahl schwerbehinderter Arbeitnehmer über das Mindestmaß hinaus erhöhen und sich bspw. mit dem Aufbau einer Behindertenwerkstatt für diese Personengruppe einsetzen, erfüllen Sie den Grundsatz der Freiwilligkeit.

Durch die Beschreibung der sozialen und der Umweltbelange wird das Nachhaltigkeitsprinzip erläutert10. Unternehmen, welche ein erfolgreiches CSR betreiben möchten, dürfen nicht nur auf den (kurzfristigen) Unternehmenserfolg achten. Vielmehr sollen die sozialen und die öko- logischen Aspekte dazu verwendet werden, dem Unternehmen langfristig einen Wettbe- werbsvorteil zu bringen. Dabei müssen die ökonomischen, ökologischen und sozialen Ziele nebeneinander und gleichwertig betrachtet werden11. Als Beispiel ist hier eine besonders um- weltfreundliche Produktion von Unternehmen zu nennen. Durch den sorgsamen Umgang mit den Ressourcen werden sowohl ökonomische, ökologische und soziale Ziele erreicht. Zwar entstehen in Folge der Forschung und Entwicklung neuer, umweltschonender Technologien anfangs enorme Kosten, doch langfristig führt das zu eine Verminderung der Ausschussrate, einer Effizienzsteigerung und somit zu Kostensenkungen was zu einer Erhöhung des Unter- nehmenserfolgs beiträgt. Aus ökologischer Sicht trägt die Verminderung des Ressourcenver- brauchs langfristig zu einer Verbesserung der Rohstoffbestände bei. Durch die effizientere Bearbeitung wird Müll vermieden und weniger Abgase in die Atmosphäre gestoßen. Der so- ziale Aspekt ist selbstverständlich. Durch die Erfüllung der ökologischen Ziele wird es den nachfolgenden Generationen ermöglicht, nicht die Fehler der jetzigen Generation ausmerzen müssen.

Als letztes Merkmal von CSR steht die Fokussierung der Unternehmenstätigkeit auf alle Anspruchsgruppen (Stakeholder) und nicht nur auf die Shareholder (Aktionäre), sowohl interne als auch extern. Diese haben teilweise unterschiedliche Ziele, müssen untereinander aber einen Kompromiss finden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten. So zielen bspw. Mitarbeiter und Betriebsart auf einen sicheren Arbeitsplatz und eine angemessene Entlohnung. Die Geschäftsführung muss jedoch oftmals Personalabbau betreiben, um die Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

2.2 Corporate Volunteering

Der ursprünglich aus den USA stammende Begriff CV erreichte in den 90er Jahren des ver- gangenen Jahrhunderts Europa und somit auch Deutschland.12 CV als Teilelement von CSR kann als „ … das Engagement von Firmen und deren Mitarbeitern, sich für gemeinnützige Dienste und Einrichtungen einzusetzen.“13 bezeichnet werden. Im Vordergrund steht hierbei weniger das praktizierende Unternehmen, vielmehr jedoch sein Personal als Humanressource zur selbstlosen Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen oder Institutionen.14 Diese Form des Freiwilligenengagements soll der Gemeinschaft einen hohen Nutzen stiften und dies ohne jegliche Gegenleistung.

Um ein tieferes Verständnis für CV zu entwickeln, ist es nun sinnvoll, dessen Kriterien näher zu erläutern. Zunächst ist zu erwähnen, dass es sich bei der Auswahl der Personengruppe zur Realisierung von CV um derzeitige bzw. ehemalige Mitarbeiter des kooperierenden Unter- nehmens handelt. Es können einzelne Arbeitskräfte agieren aber auch mehrere im Kollektiv. Die von ihnen zu verrichtende Arbeit geschieht freiwillig, d.h. ohne jegliche Anweisung oder Verpflichtung von Seiten des Betriebes, welches ein zweites Kriterium widerspiegelt.15 Der Zeitraum des bürgerschaftlichen Engagements wird vom Unternehmen begrenzt, wobei es nicht möglich ist, eine genaue Zahl zu nennen. Dabei kann dieser sich von flexibler Arbeits- zeitgestaltung (Gleitzeit), Tageseinsätzen bis hin zu einem längerfristigen Ausstieg aus dem bisherigen Berufsleben erstrecken.16

Ein weiteres Kriterium bildet die Auswahl des gemeinnützigen Projekts, zu welchem ein Un- ternehmen und seine Mitarbeiter beitragen möchten. Sowohl das Unternehmen, als auch die Mitarbeiter oder die gemeinnützigen Organisationen können Vorschläge unterbreiten. Die Teilnahme an einem derartigen Projekt erfolgt unentgeltlich, d.h. die gemeinnützigen Organi- sationen bzw. Einrichtungen werden für die Arbeit der freiwilligen Helfer keine finanzielle Gegenleistung erbringen. Ob die freigestellten Mitarbeiter eines Unternehmens von dessen selbst eine Vergütung erhalten, obliegt dem Unternehmen. In vielen Fällen beziehen sie Ge- halt wie an Tagen, an denen sie ihrer gewöhnlichen Arbeitstätigkeit nachgehen.17 Alle Betei- ligten wie das betreffende Unternehmen, dessen Mitarbeiter und den geholfenen Menschen bzw. Organisationen ziehen einen Nutzen aus CV.

3. Corporate Social Responsibility am Beispiel der Deutschen Bank AG

Heutzutage ist CSR den Unternehmen weltweit ein Begriff. Insbesondere amerikanische aber auch immer mehr europäische Unternehmen sehen CSR als Bestandteil ihrer Unternehmens- philosophie an. Neben wirtschaftlichen Zielen ist die Übernahme eines aktiven Parts in der Gesellschaft von zunehmender Bedeutung, da im Vergleich zu einzelnen Personen ein Unter- nehmen als Ganzes sehr viel besser in der Lage ist, soziale Probleme in dessen Umwelt zu lösen. Häufig steht hinter diesem Engagement auch ein eigennütziges Interesse. (Vgl. Anhang 3) Nachfolgend werden ausgewählte CSR/ CV Aktivitäten anhand der Maßnahmen der Deutschen Bank vorgestellt.

3.1 Allgemeines

Hinsichtlich der gesellschaftlichen Verantwortung ist die Deutsche Bank sehr breit aufgestellt. Sie engagiert sich für gemeinnützige Zwecke in Form von Geldspenden aber auch ehrenamtlicher Tätigkeit. Im Jahr 2011 wurden durch die Deutsche Bank und ihre Stiftungen 83,1 Mio. Euro investiert, um in- und ausländische Projekte in den Bereichen Nachhaltigkeit, Bildung, Soziales, Kunst & Kultur und ehrenamtliches Engagement zu unterstützen. 2010 wurde aufgrund der Unterstützung von Opfern von Naturkatastrophen sogar ein Rekordwert von 98,1 Mio. Euro erzielt.18 So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Deutsche Bank 2011 eine Reihe von Auszeichnungen erhalten hat, wie bspw. den „National Bank Award“ als Social Responsibility Bank oder den Leadership in LEED Award 2011 für die Thematik der Nachhaltigkeit.19 Besonders hinsichtlich CV Maßnahmen bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitern vielfältige Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung.

3.2 Deutsche Bank Sport Stipendium

Die Deutsche Bank engagiert sich stark für den Leistungs- und Spitzensport in Deutschland. Die Förderung ist unterteilt in zwei Bereiche, die Sporthilfe Förderung und das Deutsche Bank Sport Stipendium. Seit 2001 kooperiert das Unternehmen mit der Deutschen Sporthilfe um junge Nachwuchssportler zu fördern. Des Weiteren wird seit 2010 die Sporthilfe Offensi- ve „Dein Name für Deutschland“ unterstützt.20 Mittels dieser Aktion soll zum einen die Auf- merksamkeit auf den deutschen Spitzensport gelenkt, als auch die Bereitschaft erhöht werden, einen eigenen Beitrag zu leisten. „Dein Name für Deutschland“ beinhaltet, dass jeder Person eigenständig den Spitzensport fördern kann, und das für schon drei Euro monatlich.

Die eigentliche Förderung des Spitzensports erfolgt im Rahmen des Deutsche Bank Sport Stipendiums. Mittels dieses Stipendiums erhalten sämtliche Sporthilfe Stipendiaten eine Förderung durch die Deutsche Bank AG in Höhe von 300 Euro monatlich.21 Diese Summe klingt nicht nach viel Geld, doch nur so kann sichergestellt werden, dass die Sportler sich auf Ihren Sport konzentrieren können und nicht aufgrund finanzieller Probleme ihre Leistungsfähigkeit sinkt. Bei 300 Sportlern (davon 63 Starter bei den Olympischen Spielen 2012) aus 34 Regionen investiert das Unternehmen somit über eine Mio. Euro pro Jahr.

[...]


1 Die Zahl der Internetnutzer stieg von ca. 400 Mio. im Jahr 2000 auf über 1,5 Mrd. im Jahr 2008. Vgl. The World Bank Group (2010).

2 Vgl. Schnorr-Bäcker, S. (2007), S. 1.

3 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden nur die männliche Form verwendet. Grundsätzlich sind sowohl die männliche als auch die weibliche Form gemeint.

4 Vgl. Schöffmann, D. (2001), S. 99.

5 Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2012).

6 Im Weiteren wird die Deutsche Bank AG mit Deutsche Bank bezeichnet

7 Vgl. Wood, D.J. (1991), S. 705.

8 Europäische Kommission (2001), S. 7.

9 Vgl. Sozialgesetzbuch IX, Kapitel 2, § 71 Abs. 1.

10 Vgl. Münstermann, M. (2007), S.15.

11 Vgl. Hardtke, A. ( 2010), S. 18.

12 Vgl. Wichelhaus, P. (2007), S. 14.

13 Schubert, R. et al (2002), S. 9.

14 Vgl. Hain, A. B. (2009), S. 23.

15 Vgl. Wichelhaus, P. (2007), S. 14f.

16 Vgl. Pinter, A. (2006), S. 47ff.

17 Vgl. Wichelhaus, P. (2007), S. 15.

18 Vgl. Deutsche Bank AG (2012).

19 Vgl. Deutsche Bank AG (2012a).

20 Vgl. Deutsche Bank AG (2012b).

21 Vgl. Deutsche Bank AG (2012c).

Details

Seiten
22
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656597421
ISBN (Buch)
9783656597391
Dateigröße
680 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v268664
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
Note
1,7
Schlagworte
ethik unternehmensführung corporate social responsibilty unternehmen

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Ethik in der Unternehmensführung