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Konzepte der Schulqualität in Brandenburg und Berlin. Ein theoretischer Vergleich anhand der Qualitätsmerkmale

Hausarbeit 2013 27 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Ziel- und Fragestellung der Arbeit

2 Evaluation von Lern- und Lehrprozessen
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Ziele von Evaluation

3 Kriterien von gutem Unterricht nach Meyer und Gudjons

4 Qualitätsbereiche und Qualitätsmerkmale guter Schulen in Brandenburg und Berlin

5 Evaluation des Qualitätsbereichs Lehren und Lernen in Brandenburg und Berlin anhand der zehn Prüfkriterien
5.1 Gemeinsamkeiten des Orientierungsrahmens und des Handlungsrahmens
5.1.1 Schulinternes Curriculum
5.1.2 Schülerunterstützung und –förderung
5.1.3 Unterrichtsgestaltung
5.1.4 Lernförderliches Klima
5.1.5 Leistungsorientierung und Leistungsbewertung
5.2 Unterschiede des Orientierungsrahmens und des Handlungsrahmens
5.2.1 Selbstbestimmtes Lernen (Orientierungsrahmen)
5.2.1 Sprachbildung (Handlungsrahmen)
5.2.2 Ganztägiges Lernen (Handlungsrahmen)

6 Kritische Reflexion zum Orientierungs- und Handlungsrahmen

7 Fazit

8 Literatur- und Quellenverzeichnis

0 Einleitung

Bei dieser Hausarbeit im Weiterbildungsstudiengang Schulmanagement mit dem Titel Ein theoretischer Vergleich über die Konzepte der Schulqualität in Brandenburg und Berlin anhand der Qualitätsmerkmale geht es um das Thema der Schulevaluation und anhand welcher Kriterien diese gemessen werden kann. Es ist ein aktuelles und wissenschaftliches Thema, was heutzutage nach den zahlreichen PISA- und Vergleichstest immer mehr an Bedeutung gewinnt. Da Schulen Einrichtungen des öffentlichen Rechts sind, stehen diese immer häufiger im Mittelpunkt von politischen Diskussionen. PISA bot als erster Test die Möglichkeit den aktuellen Wissenstand Deutschlands im internationalen Vergleich herauszufinden. Nach den ersten Studien war die Bundesrepublik Deutschland eher im Mittelmaß, nach einigen Jahren kontrollierter Evaluationen im Schulbereich verbesserten sich die Leistungen der Schüler. Es werden zunehmend die Schulleiter, die Lehrer und auch die angehenden Referendare untersucht und man geht der Frage nach, unter welchen Kriterien die Qualität von Schule bewertet und gegebenenfalls verbessert werden kann. Welche Qualitätsbereiche und welche Qualitätsmerkmale sind für Evaluationen notwendig, um einen optimalen Lernoutput zu gewährleisten?

Nach den schlechten Ergebnissen der deutschen Schulen im ersten Pisa Test im Jahr 2000 wurde deutlich, dass die Schüler deutscher Schulen nur mittelmäßig bis schlecht abschneiden. Daher mussten Lösungen für die Abwendung der Bildungsmisere gefunden werden.

PISA definiert als Programme for International Student Assessment bewertet die internationalen Schülerbewertungen.[1] Diese Studien werden mittlerweile im dreijährlichen Turnus in den meisten Mitgliedstaaten der OECD und einer zunehmenden Anzahl von Partnerstaaten durchgeführt. Im Zuge der immer stärkenden Bedeutung an PISA etablierte sich dieses Programm zur Leistungsbewertung und gaben Anlass nach Schulevaluationen und verbesserter Kontrolle der Unterrichtsqualität. Die Frage stellt sich, wie lässt sich Lernerfolg und gute Schule am ehesten messen und welche Kriterien sind dafür nötig? Hilbert Meyer, ehemaliger bedeutender Professor für Schulpädagogik an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg stellt in seiner wissenschaftlichen Publikationen dar, dass es zehn Merkmale guten Unterrichts gibt. Inwieweit diese wissenschaftlichen Kriterien im Qualitätsbereich Lehren und Lernen praktikabel messbar und bewertbar sind, ist eine zentrale Fragestellung dieser Hausarbeit. Auch wird der Frage nachgegangen, ob die Qualitätsbereiche wissenschaftlich fundiert sind? Da diese theoretische Hausarbeit einen Einblick in die Schulqualitätskonzepte im Land Brandenburg und Berlin beinhalten geht der Verfasser ebenfalls der Frage nach, inwieweit sich diese Konzepte inhaltlich voneinander unterscheiden.

Im ersten Kapitel wird daher explizit auf die Ziel- und Fragestellung der Arbeit eingegangen. Dies dient dazu, um das Thema wissenschaftlich abzugrenzen und genaue und detaillierte Fragestellungen zu formulieren. Da diese Hausarbeit rein auf theoretischer Literatur beruht und den daraus resultierenden Gedanken des Verfasser, ist dieser Punkt von immenser Bedeutung.

Im zweiten Kapitel geht es um die allgemeine Sicht von Evaluationen im Hinblick auf die Definition und Ziele von Evaluationen. Das Kapitel zwei dient zur kurzen Auseinandersetzung mit dem Thema der Evaluation und bildet die Grundlage für die Qualitätskonzepte.

Das Kapitel drei beinhaltet die von Hilbert Meyer dargestellten Merkmale guten Unterrichts, die eine Grundlage für eine gute Schulqualität bildet.

Im Kapitel vier erfolgt ein Vergleich der Qualitätsbereiche und Qualitätsmerkmale anhand der zwei Schulqualitätskonzepte.

Im Hauptteil im Kapitel fünf geht der Verfasser der Frage nach, ob der Qualitätsbereich Lehren und Lernen nach Meyers Merkmale guten Unterrichts wissenschaftlich fundiert ist. Des Weiteren erfolgt ein systematischer Vergleich beider Qualitätskonzepte Orientierungsrahmen Schulqualität Brandenburg und dem Handlungsrahmen Schulqualität Berlin.

Das Kapitel sechs beinhaltet kritische Reflexion der Schulqualitätskonzepte.

Ein Fazit erfolgt im Kapitel sieben. Hier wird Bezug genommen auf die in Kapitel eins vorangegangenen Fragestellungen.

1 Ziel- und Fragestellung der Arbeit

Die Ziel- und Fragestellung dieser Hausarbeit wurde bereits im Kapitel 0 „Einleitung“ erwähnt, allerdings wird diese in diesem Kapitel konkretisiert.

Evaluation ist ein wichtiges und neues Thema in der Schulpolitik. Mit Evaluationen von Unterricht und Schule kann ein gewisser Beitrag zur Qualitätssicherung und Qualitätssteigerung erfolgen. Die Frage ist dennoch, durch welche Kriterien kann dies gemessen werden? Hilbert Meyer veröffentlichte zehn Merkmale guten Unterrichts, die heute maßgebend sind. Dagegen gibt es vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) einen Orientierungsrahmen Schulqualität , welcher für Brandenburger Schulen Kriterien guten Unterrichts publiziert. Überdies gibt es von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft in Berlin einen Handlungsrahmen Schulqualität , der Kriterien für guten Unterricht festlegt. Daher geht der Verfasser aus theoretischer Sicht auf die zentrale Frage ein, was unter einer guten Schulqualität in Brandenburg und Berlin verstanden wird und was die beiden Schulqualitätskonzepte unterscheidet.

Folgende vier Teilfragestellungen wird der Verfasser explizit versuchen zu beantworten.

1 Wozu dient die Evaluation von Lehr- und Lernprozessen, welche Ziele verfolgt diese und an welchen Kriterien werden diese festgelegt?
2 Was bedeutet guter Unterricht nach aktueller wissenschaftlicher Literatur?
3 Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es im Orientierungsrahmen Schulqualität Brandenburg und im Handlungsrahmen Schulqualität Berlin?
4 Ist der Orientierungsrahmen Schulqualität Brandenburg und der Handlungsrahmen Schulqualität Berlin für die Messung guten Unterrichts und guter Schule nutzbar und wissenschaftlich fundiert?

2 Evaluation und Lern- und Lehrprozessen

2.1 Begriffsbestimmung

„Evaluation ist die systematische Untersuchung des Nutzens oder Wertes eines Gegenstandes. Solche Evaluationsgegenstände können z.B. Programme, Projekte, Produkte, Maßnahmen, Leistungen, Organisationen, Politik, Technologien oder Forschung sein. Die erzielten Ergebnisse, Schlussfolgerungen oder Empfehlungen müssen nachvollziehbar auf empirisch gewonnenen qualitativen und/oder quantitativen Daten beruhen.“[2]

Ursprünglich stammt das Wort aus dem Französischen vom Wort Valuation ab, übersetzt deutet das nach dem deutschen Begriff Schätzung. Der lateinische Wortstamm ist valuere, was soviel heißt wie bewerten. Evaluation ist eine systematische Bewertung eines Untersuchungsgegenstandes.

Eine andere Definition von Evaluation ist die von Schubert:

„Der Begriff Evaluation ist zwar lateinischen Ursprungs, aber er leitet sich primär aus dem Englischen evaluate bzw. dem Französichen évaluer ab und bedeutet abschätzen. Es gibt unterschiedliche Verständnisse darüber, was Evaluation bedeutet und was die Durchführung einer Evaluation beinhaltet. Ganz allgemein steht hinter dem Begriff der Evaluation zunächst die Bewertung einer Sache oder eines Prozesses. Unter Evaluation wird die systematische Untersuchung der Leistungsfähigkeit oder des Wertes eines Objektes bzw. Programms verstanden, um die Unsicherheit von Entscheidungen zu reduzieren.“[3]

Es gibt noch wesentlich mehr Definitionen, allerdings ist der Verfasser der Meinung, dass dies für diese Hausarbeit ausreicht. In dieser Hausarbeit geht es auch nicht primär um Evaluationen, sondern es geht um die Kriterien und Merkmale, wie Schulqualität gemessen, also evaluiert werden kann. Der Orientierungsrahmen Schulqualität Brandenburg und der Handlungsrahmen Schulqualität Berlin bietet daher den Schulinspektionen, Schulleitern und selbstverständlich den Lehrern die Möglichkeit, anhand der in Kapitel vier und fünf vorgestellten Kriterien sich selbst zu evaluieren. Die Evaluationen von Schule und Unterricht sind immens bedeutsam, da so die Ursachen ermittelt werden, wie eine eventuelle schlechte Schulqualität gemessen werden kann.

2.2 Ziele von Evaluation

Die Ziele von Evaluationen im Schulbereich dienen dazu die Qualität des Schulbetriebes und speziell des Unterricht zu untersuchen. Ziel ist es die anhand der in Kapitel vier und fünf vorgestellten Merkmale für guten Unterricht die Qualität zu ermitteln. Da Bildung in den Schulgesetzen der Länder verankert ist, obliegt die Aufgabe zur Qualitätssicherung auch den entsprechenden staatlichen Stellen. Evaluationen rücken seit den Schulleistungstests, beispielsweise PISA immer mehr in den Vordergrund. Schulinspektionen und Evaluationen von Unterricht dienen der systematischen Rückkopplung und diese gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert, seit der Entstehung des preußischen Schulwesens.

Evaluationen bedeuten Kontrolle und misst die Qualität. Durch die in Kapitel vier und fünf vorgestellten Merkmale guter Schulqualität können Bewertungen vorgenommen werden. Evaluationen sollten den psychologischen Grundprinzipien psychodiagnostischer Verfahren der Objektivität, Realibilität und Validität entsprechen.

3 Kriterien von gutem Unterricht nach Meyer und Gudjons

Hilbert Meyer hat in seiner bedeutenden Publikation „Was ist guter Unterricht“ aufgeschrieben, was er unter einem guten Unterricht versteht. Hilbert Meyer ist aus wissenschaftlicher Sicht grundlegend für ein Pädagogikstudium. Alle angehenden Lehrer sollten Meyers zehn Merkmale des Unterrichts kennen, um den Unterricht sowohl in Qualität und Quantität optimal anzupassen.

Da der Verfasser in dieser Hausarbeit die zehn Merkmale nicht eins zu eins zitieren wird, versucht der Verfasser die Merkmale sowohl in qualitativer und quantitativer Aspekt zu diskutieren.

Meyer ist ein Befürworter des handlungsorientierten Unterrichts. Handlungsorientierter Unterricht hat eine lange Tradition, die bis Reformpädagogik zurückreicht und verfolgt das Ziel, Schule und Unterricht lebendiger, befriedigender und wirklichkeitsnäher zu machen. Der Begriff wird definiert, als ein „ganzheitlicher und schüleraktiver Unterricht, in dem die zwischen dem Lehrer und den Schülern vereinbarten Handlungsprodukte die Organisation des Unterrichtsprozesses leiten, so daß Kopf- und Handarbeit der Schüler in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht werden können“.[4] Die aktive Auseinandersetzung und der handelnde Umgang mit der Wirklichkeit sollen das bloße Bereden von Wirklichkeit ablösen.[5] Im handlungsorientierten Unterricht sollten die Schüler, gemeinsam mit dem Lehrer, versuchen, etwas zu tun, das Hand und Fuß hat. Dabei sollten möglichst viele Sinne, Hände, Füße, Ohren und Augen, Nase und Mund mit in die Gegenstandserfahrung einbezogen werden. Diese so gewonnenen Erkenntnisse sollten im Unterricht so oft wie möglich zu Ergebnissen führen, die man anfassen oder vorführen, die man verwenden oder mit denen man arbeiten kann. Diese Ergebnisse sollten für die Schüler einen konkreten Gebrauchswert haben, in jenem Augenblick und auch noch später.[6] Von Herbert Gudjons wurden zehn Merkmale handlungsorientierten Unterrichts erstellt, die sich in der Unterrichtspraxis wiederfinden sollen. Neben der eben genannten Aktivierung aller Sinne gehören auch die Vermittlung von Interesse, die Handlungsrelevanz, das Handlungsziel und –produkt, der Erfahrungsbezug und ganz wichtig, die Kooperation beim gemeinsamen Handeln dazu. Damit diese Kriterien zu einem erfolgreichen Unterricht führen, so der Verfasser, muss ihm eine jeweils konkrete Bedingungsanalyse vorausgehen.[7] Die Planung sollte auf eindeutigen Lehrzielen beruhen, die als Richtschnur für Handlungssituationen dienen, bei der Lehrer sich gemeinsam mit den Schülern auf Handlungsziele einigt, die sich meist aus den Schritten zur Erstellung eines Produktes ergeben. Da Gudjons und Meyer ähnliche Ansätze haben, was guter Unterricht ist, hat der Verfasser auch den handlungsorientierten Unterricht beschrieben. Hilbert Meyer beschrieb zehn Merkmale, was er unter einem guten Unterricht versteht. Hinzuzufügen ist, dass Meyers Merkmale aufgrund von empirischen Untersuchungen entstanden sind und nicht rein auf theoretischer Literatur beruhen.

Folgende Merkmale sind nach Meyer relevant, die ein Lehrer bei der Planung des Unterrichts beachten sollte.

[...]


[1] Vgl. http://www.oecd.org/pisa/

[2] http://paedagogik-news.stangl.eu/115/evaluation aus Deutsche Gesellschaft für Evaluation, 2002, S. 13.

[3] http://paedagogik-news.stangl.eu/115/evaluation aus vlg. Schubert, 2005, S. 260.

[4] Meyer, 1987, S.402.

[5] Vgl. Gudjons, 1991, S.15.

[6] Vgl. Meyer, 1987, S.402., Gudjons, 1991, S.16.

[7] Vgl. Gudjons, 1991, S.23.

Details

Seiten
27
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656595502
ISBN (Buch)
9783656595458
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v268487
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Schlagworte
Qualität Schule Schulpolitik Evaluation Lehren und Lernen Merkmale Schulprogramm Schulkonzept

Autor

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