Lade Inhalt...

Nachhaltigkeit in der Bekleidungsindustrie

Die Folgen des liberalisierten Welthandels am Beispiel des Baumwollanbaus in Usbekistan und dem angrenzenden Aralsee sowie Lösungsansätze zu deren Überwindung

Bachelorarbeit 2013 111 Seiten

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Nachhaltigkeit und Globalisierung
2.1 Die Bedeutung von Nachhaltigkeit im Kontext der Globalisierung
2.2 Starke und schwache Nachhaltigkeit

3. Die Bekleidungsindustrie
3.1 Abgrenzung der Naturfaser zur Chemiefaser
3.2 Die textile Wertschöpfungskette für die Verarbeitung von Baumwolle

4. Der Baumwollanbau
4.1 Weltwirtschaftliche Bedeutung des Baumwollanbaus
4.2 Kultivierung von Baumwollpflanzen
4.3 Der Welthandel mit Baumwolle
4.4 Auswirkungen des Baumwollanbaus am Beispiel Usbekistan und dem angrenzenden Aralsee
4.5 Mögliche Alternativen zum konventionellen Baumwollanbau

5. Qualitätszeichen der Bekleidungsindustrie
5.1 Die Frage der Verantwortung
5.2 Cotton made in Africa
5.3 Fairtrade Certified Cotton
5.4 Gobal Organic Textile Standard
5.5 NATURTEXTIL IVN zertifiziert Best
5.6 Abschließende Bewertung der Qualitätszeichen

6. Fazit und Ausblick

LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Globales Angebot und weltweiter Handel mit Baumwolle 2007/08 bis 2012/13

Abbildung 2: Regionale Verteilung der mit dem GOTS-Siegel zertifizierten Betriebe in 2010 und 2011

1. Einleitung

Der liberalisierte Welthandel führte zu einem globalen Austausch von Waren, Kapital und Informationen. Multinationalen Unternehmen der Industrieländer wurde es zunehmend erleichtert, ihre Herstellungskosten durch eine weltweite Arbeitsteilung zu minimieren und sich über nationale Rechtsprechung hinwegzusetzen. Insbesondere die Bekleidungsindustrie ist durch eine internationale Arbeitsteilung gekennzeichnet und bietet Entwicklungsund Schwellenländern eine Grundlage zur Industrialisierung. Besonders arbeitsintensive Wertschöpfungsstufen, wie der Baumwollanbau, bieten eine lukrative Quelle zur Devisenerwirtschaftung. Allerdings ist der konventionelle Baumwollanbau mit hohen umweltbelastenden, gesundheitlichen und finanziellen Risiken verbunden. Mit dem Thema „Nachhaltigkeit in der Bekleidungsindustrie - Die Folgen des liberalisierten Welthandels am Beispiel des Baumwollanbaus in Usbekistan und dem angrenzenden Aralsee sowie Lösungsansätze zu deren Überwindung - “, widmet sich diese Bachelorarbeit den weitreichenden Auswirkungen des Baumwollanbaus auf die Natur und die Menschen, stellt Alternativen zum konventionellen Baumwollanbau vor und ermittelt Lösungsansätze zur Implementierung von Sozial- und Umweltstandards entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Bekleidungsindustrie. Ziel dieser Arbeit ist es, den Konsumenten am Ende der Wertschöpfungskette die Möglichkeit zu geben, ethisch motivierte Kaufentscheidungen in Bezug auf Kleidung, anhand transparenter und vertrauenswürdiger Qualitätszeichen treffen zu können.

Nach der Einleitung werden in Kapitel zwei die theoretischen Grundlagen abgesteckt. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird in den Kontext der Globalisierung eingeordnet und die Grundkonzepte „starke und schwache Nachhaltigkeit“ werden voneinander unterschieden. Kapitel drei befasst sich mit der Bekleidungsindustrie. Zunächst wird die Naturfaser von der Chemiefaser abgegrenzt und im Anschluss die textile Kette für die Verarbeitung von Baumwolle vorgestellt.

Im Anschluss fokussiert Kapitel vier den Anfang der Wertschöpfungskette, den Baumwollanbau. Einleitend wird die weltwirtschaftliche Bedeutung des Baumwollanbaus aufgezeigt. Darauffolgend wird die Kultivierung von Baumwollpflanzen erläutert und es werden verschiedene Auswirkungen herkömmlicher Anbaumethoden dargestellt. Zudem werden die Folgen der internationalen Konkurrenz im Welthandel mit Baumwolle erläutert. Im Anschluss werden die Auswirkungen des Baumwollanbaus am Beispiel Usbekistans und dem angrenzenden Aralsee konkretisiert. Abschließend werden mögliche Alternativen zum konventionellen Baumwollanbau vorgestellt und bewertet.

Kapitel fünf beschäftigt sich mit Qualitätszeichen der Bekleidungsindustrie. Nachdem im ersten Teil die Frage der Verantwortung im Hinblick auf eine natur- und humanverträgliche Herstellung von Bekleidung beleuchtet wurde und Anforderungen an die Güte eines Qualitätssiegels für die Bekleidungsindustrie aufgestellt wurden, werden einzelne Qualitätszeichen vorgestellt. Diese umfassen Cotton made in Africa, Fairtrade Certified Cotton, Global Organic Textile Standard und NATUTEXTIL IVN zertifiziert Best.

Zum Schluss werden die gewonnenen Erkenntnisse in einem Fazit zusammengefasst und darüber hinaus künftige Verbesserungsmöglichkeiten in einem Ausblick aufgezeigt.

2. Nachhaltigkeit und Globalisierung

2.1 Die Bedeutung von Nachhaltigkeit im Kontext der Globalisierung

Die westlichen Staaten sind durch eine liberale Ordnung gekennzeichnet, die auf weitgehenden Freiheiten des Individuums sowie Demokratie beruht und, im Zuge ihrer Entwicklung, den westlichen Staaten Wohlstand bescherte. Dieser Wohlstand, verbunden mit einem hohen Lebensstandard, kommt allerdings lediglich einem Fünftel der Weltbevölkerung zugute. Die Bevölkerung des Südens ist dagegen oftmals von extremer Armut betroffen, ohne Zugang zu einer sozialen Absicherung und Bildung. Weiterhin wird die Lage der Menschen im Süden durch politische Instabilität und Kriege verschärft. Daneben reihen sich große ökologische Risikoherde ein. Die Folge der größtenteils westlichen Lebens- und Wirtschaftsweise ist eine Übernutzung von Ressourcen, die mit weitreichenden Konsequenzen für Klima und Ökosysteme verbunden ist. Die Bevölkerung im Westen stellt 20 Prozent der weltweiten Bevölkerung dar und verbraucht 80 Prozent der globalen Ressourcen. Zudem steuern die bevölkerungsstarken südlichen Länder in ihrer Entwicklung den westlichen Lebensstil an.1

Die oben genannten und weitere globale Probleme veranlassten die Vereinten Nationen (UN) 1987 die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung in Stockholm einzuberufen. Unter der Federführung der norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland entstand im Ergebnis der „Brundtland-Bericht“, der der Umwelt- und Entwicklungspolitik eine neue Richtung vorgab, den Begriff „Nachhaltigkeit“ populär machte und ein bis heute vorherrschendes Begriffsverständnis einläutete. Der Ausgangspunkt war die Annahme, dass eine aufholende Industrialisierung in den Entwicklungs- und Schwellenländern nicht ohne weiteres realisierbar wäre, wenn die Lebensstile und Konsumniveaus der Industrieländer nicht grundlegend überdacht werden würden2. Ein Expertengremium nahm sich der Aufgabe an, Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die auf eine dauerhafte Befriedigung der menschlichen Grundbedürfnisse unter Berücksichtigung der Tragekapazität der natürlichen Umwelt ausgerichtet waren.3

Die bedeutende Stellung des Leitbildes „Nachhaltigkeit“ wurde 1992 in Rio de Janeiro konstatiert. So wurde Nachhaltigkeit auf der Konferenz über Umwelt und Entwicklung in das Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert (,Agenda 21‘) eingebunden.4

Auf dem anschließenden Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg im Jahr 2002 („Rio+10-Konferenz“) wurden neue Ziele und Programme zur Bekämpfung der Armut und dem Schutz der Umwelt festgelegt und in einem Implementierungsplan verabschiedet.5

Nachdem die wichtigsten historischen Etappen der Begriffsentwicklung und die Bedeutung im internationalen Kontext erläutert wurden, wird der Begriff „Nachhaltige Entwicklung“ im Folgenden definiert und in seinen Dimensionen entfalten.

Nach dem Brundtland-Bericht, der das allgemeine Begriffsverständnis von Nachhaltigkeit geprägt hat, ist eine Nachhaltige Entwicklung eine „[...] Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß [sic!] künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“6 Aus dieser Definition folgen zwei Formen von Gerechtigkeit, die intra- und die intergenerationelle Verteilungsgerechtigkeit zwischen der heute lebenden Bevölkerung und den zukünftigen Generationen.7 Nachhaltigkeit ist ein normativer Begriff, der auf eine zukunftsfähige Lebens- und Wirtschaftsweise ausgerichtet ist, die auf moralischen Verpflichtungen in Bezug auf zukünftige Generationen fußt. Das kollektive Ziel der Nachhaltigkeit kann aber lediglich erreicht werden, wenn individuelle und kollektive Verpflichtungen erfüllt werden. Diesen Verpflichtungen in Bezug auf zukünftige Generationen kann die Menschheit nachkommen, indem individuelle und kollektive Hinterlassenschaften gebildet werden.8 Was man unter Hinterlassenschaften für künftige Generationen versteht und in welcher Form diese gebildet werden, ist abhängig von dem jeweiligen Grundkonzept, das Nachhaltigkeit zugrunde gelegt wird. Die Grundkonzepte werden im folgenden Kapitel in ihren Dimensionen entfalten.

2.2 Starke und schwache Nachhaltigkeit

Die im letzten Kapitel angesprochenen individuellen und kollektiven Hinterlassenschaften für zukünftige Generationen sollen diesen ermöglichen, moralisch selbstständig ihre individuelle Vorstellung eines guten Lebens zu realisieren. Die Frage danach, zu welchen Hinterlassenschaften wir gegenüber zukünftigen Generationen verpflichtet sind, führt zu der Unterscheidung, auf welchem Grundkonzept Nachhaltigkeit basiert. Hinterlassenschaften umfassen im Allgemeinen den Aufbau, den Erhalt und die Reproduktion von Gütern und Möglichkeiten, die auf Kapitalien fußen. Unter Kapitalien versteht man wiederum Bestände, die Menschen Nutzen stiften oder deren Fähigkeiten fördern. Allgemein kann man zwischen Sach-, Natur-, Sozial-, Human- und Wissenskapital unterscheiden. So fordert eine egalitär-komparative Perspektive auf die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen, dass den in der Zukunft lebenden Menschen ein Gesamtkapitalstock hinterlassen werden muss, der in der Größe mindestens dem heutigen entspricht.9

Die Konzepte starke und schwache Nachhaltigkeit lassen sich grundsätzlich darin unterscheiden, inwieweit eine Substitution von Naturkapital angenommen wird. Das Grundkonzept der starken Nachhaltigkeit fordert, dass das Naturkapital über den Verlauf der Zeit konstant gehalten werden muss. Entgegengesetzt argumentiert das Grundkonzept der schwachen Nachhaltigkeit, dass eine unbegrenzte Substitution von Natur- in Sachkapital möglich sei, wenn der Durchschnittsnutzen von Menschen auf Dauer konstant gehalten wird. Demnach wäre in der Vorstellung der schwachen Nachhaltigkeit auch eine Welt möglich, in der keine Natur mehr existiert, wenn zuvor hinreichende Investitionen in nutzenstiftendes Sachkapital getätigt wurden. Gesellschaftliche Kapitalbestände wären demnach vollständig untereinander substituierbar und folgen dem neoklassischen Prinzip der Nutzenmaximierung. Des Weiteren geht das Konzept der schwachen Nachhaltigkeit von der Möglichkeit aus, dass benachteiligte Personen entschädigt werden können. Infolgedessen sollen Vorhaben realisiert werden, wenn deren nutzenstiftende Wirkung die Kosten übersteigt, unabhängig von dem Eintreten externer Effekte. Um den konstanten Durchschnittsnutzen künftiger Generationen zu gewährleisten, wird das Prinzip der Diskontierung (d. h. gleichbleibende Raten, die sich an den Zinsen des Kapitalmarktes orientieren) für zukünftigen Nutzen (Wohlfahrt) und zukünftige Kosten für angemessen gehalten.10 Die Höhe der Diskontraten bestimmt, welcher Wert künftigem Schaden und Nutzen in der Gegenwart beigemessen wird. Der Schaden, der aus der Naturzerstörung entsteht, lässt sich allerdings schwer in monetären Kosten messen und wird aus diesem Grund in das ökonomische Nutzenkalkül (Grundmodell der schwachen Nachhaltigkeit) nicht integriert und oftmals gänzlich ausgeblendet. Monetär schwer messbare externe Effekte werden oft mit Null beziffert, wie bspw. der Verlust fruchtbarer Böden.

Die dargestellten Grundannahmen des Konzeptes schwacher Nachhaltigkeit werden zwischen Ökonomie und Umweltethik kontrovers diskutiert. Für die Anhänger starker Nachhaltigkeit stehen Natur- und Sachkapital komplementär zueinander. Nach dieser Auffassung wird die anthropogene Ökonomie als Teilsystem der allumfassenden Biosphäre verstanden. Die Ökonomie ist von der Biosphäre insofern abhängig, dass die Verfügbarkeit von Ressourcen und die Aufnahmefähigkeit von natürlichen Senken sichergestellt werden muss. Demnach fragt das Konzept starker Nachhaltigkeit, inwieweit die Ökonomie natürliche Ressourcen beanspruchen darf, ohne dabei die Belastbarkeitsgrenzen der Biosphäre zu überschreiten. Es wird allerdings kein gänzlicher Verzicht auf nichterneuerbare Ressourcen gefordert, wie oftmals angenommen wird, sondern eine Investition gewonnener Erträge aus dem Verbrauch nichterneuerbarer Ressourcen in erneuerbare Ressourcen und die Forderung der Sparsamkeit bei der Nutzung. Folgt man der Logik der Ökonomie, sollten Investitionen in den limitierenden Produktionsfaktor getätigt werden, der angesichts zunehmender Umweltzerstörung nicht länger Sach-, sondern Naturkapital ist. Zudem sollte sich das physische Ausmaß der Ökonomie bestenfalls verkleinern, zumindest aber konstant bleiben. Demzufolge kann die Funktion von Naturkapital innerhalb der Produktion von Nutzen bzw. Wohlfahrt, nicht durch Sachkapital ersetzt werden. Wobei eine Substitutionselastizität von Null zwischen Natur- und Sachkapital zu hinterfragen ist. Aus der Praxis lassen sich viele Beispiele für Substitutionen, zumindest zwischen Natur- und kultiviertem Naturkapital, nennen.

Das Grundkonzept der schwachen Nachhaltigkeit fokussiert den Anthropozentrismus. Die unendliche Substituierbarkeit gewährleistet jeder Zeit ein Äquivalent, wobei lediglich der Preis in das Nutzenkalkül einbezogen wird und nichts einen eigenen Wert hat.11 Dieser Auffassung entgegen, ist das Grundkonzept der starken Nachhaltigkeit aufgeschlossen gegenüber der Möglichkeit, Natur einen moralischen Eigenwert beizumessen. Der optimale Umfang ökonomischer Systeme ist bei einer anthropozentrisch fokussierten schwachen Nachhaltigkeit größer als bei einer physiozentrisch ausgelegten starken Nachhaltigkeit.

Zu beiden vorgestellten Konzepten wurden Kritikpunkte geäußert, die zu vermittelnden Positionen führen. Diese versuchen die Stärken beider Konzepte zu einem Gesamtkonzept zu vereinen. So gehen Vertreter vermittelnder Positionen davon aus, dass teilweise substituiert werden kann und teilweise eine Komplementarität besteht. Demnach kann so lange substituiert werden, wie die ,kritische Substanz‘ des Naturkapitals (,critical natural capital‘) unangetastet bleibt. Im Einzelfall sollten eine empirische Überprüfung und eine sorgfältige Abwägung durchgeführt werden. Jedoch stellen vermittelnde Positionen keine Kriterien zur Verfügung, die eine Identifikation der kritischen Substanz des Naturkapitals erlauben würden. Somit lassen sich keine konsistenten Aussagen darüber treffen, wie weit der aktuelle Bestand eines Ökosystems von dem kritischen Bestand entfernt ist. Bei der Umsetzung der vermittelnden Positionen sind diese eher dem Konzept der starken Nachhaltigkeit zugewandt; vorausgesetzt sind risikoaverse Vorsichtsmaßregeln. Zudem wurde von Anhängern der vermittelnden Positionen die ,constant natural capital rule‘ als prima- facie-Leitlinie einer Nachhaltigkeitspolitik akzeptiert. So gelten auch die Verpflichtungen, die aus dem Konzept der starken Nachhaltigkeit resultieren prima facie und können im Falle höherer Verpflichtungen diesen untergeordnet werden.12

Keines der vorgestellten Konzepte ist eindeutig falsifizierbar, allerdings sind die Grundannahmen eines Nachhaltigkeitskonzeptes zentral für die weitere Beschäftigung mit dem Thema. Grundlage dieser Ausarbeitung ist ein vermittelndes Konzept, das sich eher an die starke Nachhaltigkeit anlehnt. Es wird in Kapitel vier um eine umwelt- und sozialverträgliche Bewirtschaftung der Böden im Baumwollanbau gehen, nicht darum das Gewinnmaximum aus den Böden zu erwirtschaften und die Gefahren für die Umwelt und die Bevölkerung auszublenden.

3. Die Bekleidungsindustrie

Die Bekleidungsindustrie lässt sich im Allgemeinen durch mittelständische Strukturen, weltweite Verflechtungen und eine stark ausgeprägte Arbeitsteilung entlang des Herstellungsweges charakterisieren.13 Bspw. wird die Baumwolle für ein T-Shirt in Afrika angebaut, das Spinnen und Färben erfolgt in Indien und das Stricken, Zuschneiden und Vernähen wird in Bangladesch durchgeführt.

Gekennzeichnet durch einen schnellen modischen Wandel, muss die Bekleidungsindustrie immer neue Anforderungen an Stoffqualitäten und Optiken erfüllen. Daher hat die Flexibilität in der Auswahl der Lieferanten einen hohen Stellenwert. Neben der Politik von kurzfristigen und flexiblen Verträgen, herrscht außerdem eine starke Orientierung an den Produktionskosten. Demnach wird der Produktionsstandort gewählt, an dem die Produktionskosten am geringsten sind.14

3.1 Abgrenzung der Naturfaser zur Chemiefaser

Um den Gegenstand der Bekleidungsindustrie begrifflich abzugrenzen, bedarf es zunächst der Spezifikation eines weiter gesteckten Rahmens, der Textil- und Bekleidungsindustrie.

Die Erzeugnisse der Textil- und Bekleidungsindustrie können in drei Hauptgruppen eingeteilt werden: die Bekleidungstextilien, die Heim- und Haustextilien und die Technischen Textilien. Die Technischen Textilien machen den größten Anteil von 40 Prozent aus. Sie umfassen alle Industrietextilien und Funktionsbekleidungen, die nicht zur herkömmlichen Bekleidung gezählt werden, z. B. Arbeitsschutzkleidung oder Produkte für den Automobilbau. Die Heim- und Haustextilien haben einen Anteil von 30 Prozent an den Textilien. Zu ihnen gehören z. B. Teppichböden sowie Tisch- und Bettwäsche. Als letzter Sparte, kann den Bekleidungstextilien ein Anteil von ebenfalls 30 Prozent zugerechnet werden.15

Für die Herstellung von Textilien in der Textil- und Bekleidungsindustrie werden verschiedene Fasern verwendet. Abhängig vom Typ der Faser hat diese ein einzigartiges Eigenschaftsprofil, wie z. B. die jeweilige Feinheit, Verspinnbarkeit und Färbbarkeit bei der Produktion. Naturfasern bringen typische Eigenschaften mit, bei Chemiefasern kann man auf diese bei der Herstellung Einfluss nehmen. Oftmals werden auch verschiedene Faserarten zu einem Textil verarbeitet. Diese Garnmischungen verbinden in sich oft die Vorzüge der Ausgangsmaterialien. Bspw. wird bei der Herstellung eng anliegender Kleidung für den Stretch-Effekt Elastan eingesetzt. Grundsätzlich können Fasern zur Herstellung von Textilien in Natur- und Chemiefasern unterschieden werden.16 Chemiefasern können in synthetische Fasern und Zellulosefasern eingeteilt werden. Zellulosefasern können aus nachwachsenden Rohstoffen wie Sträuchern oder Bäumen gewonnen werden, wohingegen synthetische Fasern auf nicht-nachwachsenden Rohstoffen wie Erdöl, Erdgas oder Kohle basieren. Bestimmte Verfahren in der Produktion und neue Technologien ermöglichen das Beimengen von Zusätzen oder das Ausrüsten von Textilien mit bestimmten Eigenschaften. Bspw. wirken behandelte Fasern klimaregulierend. Zellulosefasern werden aus Rohstoffen wie Buche, Pinienholz, Eukalyptus, Fichte, Sträuchern oder Bambus sowie Landwirtschaftsabfällen wie Mais-, Weizen- oder Reisstroh hergestellt. Durch den Einsatz von Chemikalien kann die Zellulose aus dem jeweiligen Eingangsstoff in der Produktion gelöst werden. Durch verschiedene chemische Verfahren und Eingangsstoffe können Viskose, TENCEL® bzw. Lyocell®, Modal, Acetat bzw. Triacetat, SeaCell®, smartcel®, Cupro Cupro bzw. Kupferfaser (auch Kupferseide genannt) sowie Bambus hergestellt werden. Synthetische Fasern aus nicht-nachwachsenden Rohstoffen werden aus Erdgas, Erdöl oder Kohle gewonnen. Allerdings wird für die Herstellung synthetischer Fasern weniger als ein Prozent des global geförderten Erdöls eingesetzt. Unter verschiedenen chemischen Prozessen werden Polyester, Polyamid, Polyacryl, Polyurethan (die Elastanproduktion basiert auf mindestens 85 Prozent Polyurethan), Polypropylen und Mikrofaser produziert.17

Naturfasern hingegen gewinnt man aus tierischem, pflanzlichem oder mineralischem Material,18 entgegen der Chemiefasern, müssen diese nicht synthetisch hergestellt werden.19 Mineralische Fasern werden aus Gesteinen gewonnen, ihr bedeutendster Faserstoff ist Asbest.20 Unter den Naturfasern tierischen Ursprungs wird die Verarbeitung von Schafwolle, Haaren von Lamaarten, Kamelhaaren, Haaren von Angorakaninchen (Angora), Haaren von Cashmere-Ziegen (Cashmere), Haaren der Mohair- oder Angoraziege (Mohair), Zuchtseide, die aus dem Kokon des Maulbeerspinners gewonnen wird (Maulbeerseide) sowie weiteren Seidenqualitäten, wie z. B. Tussahseide oder Muschelseide, verstanden. Naturfasern aus pflanzlichem Material kann man aus Bastfasern der Pflanzen Ramie, Hanf, Flachs (Leinen), Jute 21, Kenaf22 und Brennnessel herstellen.23 Des Weiteren können Naturfasern aus Hartfasern von Pflanzen bestehen. Eingangsstoffe in die Produktion umfassen Blätter ausgewählter Agavengewächse (Sisal), Blätter der Faserbanane (Abaca bzw. Manila-Hanf) und Kokosfasern, die aus der Fruchthülle der Kokospalmenfrüchte gewonnen werden. Darüber hinaus können Naturfasern aus Samenfasern hergestellt werden. Diese umfassen Pappelflaum aus Pappelfrüchten, Kapok bzw. Pflanzendaunen aus der Kapselfrucht des Kapokbaumes und die, für diese Arbeit bedeutsamste Naturfaser, Baumwolle. Fasern aus Baumwolle sind scheuer- und reißfest sowie sehr saugfähig. Baumwollfasern sind in der Lage 65 Prozent ihres eigenen Gewichtes an Wasser aufzunehmen wobei sie nur langsam wieder trocknen. Baumwollfasern haben die Eigenschaften besonders hautfreundlich, luftdurchlässig, weich und mit einem sehr geringen Potential zur Auslösung von Allergien ausgestattet zu sein. Darüber hinaus lassen sie sich nur wenig dehnen, haben eine gute Beständigkeit beim Waschen und sind hervorragend zum Färben und Bleichen geeignet.24

Wie vorgestellt wurde, können Textilien im Allgemeinen und Bekleidung im Speziellen, auf verschiedenen Faserarten basieren. Um nun die Bekleidungsindustrie von der Textilindustrie abzugrenzen, wird der Verwendungszweck unterschiedlicher Faserarten fokussiert. Der Bekleidungsindustrie werden die Ver- und Bearbeitungsschritte zugeordnet, die für die Herstellung von Bekleidung (als Endprodukt) erforderlich sind. Bekleidung kann zwar aus verschiedenen Fasern bestehen, für diese Arbeit ist allerdings lediglich die Herstellung von Bekleidung auf Basis von Baumwolle relevant. Deshalb beschäftigt sich das folgende Kapitel mit der Wertschöpfungskette der Bekleidungsindustrie für die Verarbeitung von Baumwolle.

3.2 Die textile Wertschöpfungskette für die Verarbeitung von Baumwolle

Die textile Wertschöpfungskette (kurz „textile Kette“) von Textilien aus Baumwolle umfasst Anbau und Ernte von Rohbaumwolle, das Entkörnen derselben sowie das Pressen zu Ballen (Ginning), die Bearbeitungsschritte zur Garnherstellung (Spinnen), die chemischen Behandlungsprozesse des Garns (Bleichen, Färben und Ausrüsten), das Weben oder Stricken zu einem Stoff, das Nähen und Konfektionieren zu einem Kleidungsstück und den abschließenden Verkauf desselben.25

Da der Anbau und die Ernte von Baumwolle in Kapitel 4.2 noch beschrieben werden, wird im Anschluss ein Aspekt der Baumwollernte (Klassifizierung) beleuchtet, um dann auf die der Ernte folgenden Stufen der Wertschöpfungskette einzugehen.

Bei der Ernte von Rohbaumwolle muss diese zunächst nach Faserlänge (Stapel), Farbe, Reinheit, Feinheit, Festigkeit und Gleichmäßigkeit klassifiziert werden,26 denn nur so ist eine Verarbeitung möglichst homogener Baumwolle gewährleistet. Nach der Ernte muss die Rohbaumwolle entkernt werden, wobei im ersten Schritt Verunreinigungen und danach Pflanzenkerne maschinell entfernt werden. Nach dem Arbeitsschritt des Entkörnens wird die Baumwolle zu Ballen gepresst, eingelagert oder in die weiterverarbeitenden Länder geschickt. Im Anschluss an das Entkörnen und Pressen zu Ballen wird die Baumwolle gesponnen. Zur Vorbereitung auf das Spinnen muss die Baumwolle zunächst vermengt, aufgelockert, zerpflückt und wiederum gereinigt werden. Die nach diesem Vorgang verbleibenden Bündel Baumwolle müssen anschließend aufgelöst und parallel sortiert werden. Diese Arbeitsschritte werden auch als Krempeln, Hecheln oder Kämmen bezeichnet. Danach werden mehrere Fasern zu einem Faserband zusammengelegt, das durch Verziehen verfeinert wird. Dieses Verfahren wird so lange wiederholt, bis die erforderliche Feinheit und Gleichmäßigkeit des Garns erzielt wird. Wenn das Garn zusätzlich noch durch eine Kämmmaschine geführt wird, bezeichnet man es als Kammgarn. Möchte man die Feinheit des Garns nochmal steigern, wird dieses im Anschluss auf einer Feinspinnmaschine erneut verzogen und gedreht. Vor dem Weben zu Stoffen wird das Garn durch verschiedene Prozesse vorbereitet. So werden die einzelnen Fäden zu Fadenbündeln zusammengeführt und es entstehen Kettfäden (Fäden, die längs ausgerichtet werden) und Schussfäden (Fäden, die quer ausgerichtet werden). Beim Weben werden die beiden Fadenstränge rechtwinklig verknüpft. Dabei werden die Kettfäden, der sogenannte Kettbaum, einmal gehoben und dann wieder gesenkt, um mit den Schussfäden verwoben zu werden.27 Ein Gewebe kann auch durch andere Verfahren gewonnen werden, diese werden hier nicht berücksichtigt. Das fertige Gewebe wird anschließend in der Textilveredelung weiter behandelt. Hier werden nochmals Verunreinigungen beseitigt, die textilen Flächen werden gefärbt und bedruckt und die Oberfläche im Hinblick auf verbesserte Trage- und Gebrauchswert eigenschaften verändert.28 Neben dem Baumwollanbau wird die Textilveredelung als ökologisch sehr problematisch eingestuft.29 Unter der Verwendung verschiedener Chemikalien werden textile Flächen mit gewünschten Eigenschaften, wie z. B. Weichheit oder Pflegeleichtigkeit ausgestattet. Vor allem das Färben und Ausrüsten wird sehr ressourcenintensiv betrieben. Nach der Textilveredelung werden die textilen Stoffe konfektioniert, d. h. sie erhalten ihr endgültiges Design und werden im Bereich der Bekleidung, bspw. mit Knöpfen und Reißverschlüssen ausgestattet. Die letzte Stufe der Wertschöpfungskette ist der Handel. Dieser vertreibt die Endprodukte an die Verbraucher und bildet so das Bindeglied zwischen Lieferant und Konsument.30 Der Handel wird auch als „gate keeper“ bezeichnet, denn er entscheidet durch seine Sortimentspolitik welche Produkte angeboten werden. Zusätzlich hat er die Möglichkeit seine Dialogfunktion gegenüber dem Kunden wahrzunehmen31 und diesen bspw. mit Informationen zur Herstellung von Bekleidung zu versorgen. Inwiefern der Handel eine Verantwortung hat diese Dialogfunktion wahrnehmen zu müssen, wird in Kapitel fünf geklärt.

Nachdem nun die textile Kette für die Verarbeitung von Baumwolle aufgegliedert wurde, konzentriert sich das nächste Kapitel auf den Baumwollanbau. Dieser ist mit weitreichenden ökologischen, gesundheitlichen und oftmals auch finanziellen Problemen verbunden, die im Anschluss an einführende Abschnitte herausgestellt werden.

4. Der Baumwollanbau

4.1 Weltwirtschaftliche Bedeutung des Baumwollanbaus

Wirtschaftlich ist Baumwolle eine der wichtigsten Kulturpflanzen der Welt. Sie wird in ca. 100 Ländern auf einer Ackerfläche von nahezu 35 Millionen ha angebaut, was etwa 2,5 Prozent der weltweiten Ackerfläche entspricht. Der globale Baumwollanbau beschäftigt ca. 20 Millionen Landwirte, wobei über 90 Prozent von ihnen in Entwicklungs- und Schwellenländern leben und landwirtschaftliche Flächen von unter 2 ha bewirtschaften. Baumwolle, auch als „weißes Gold“ bezeichnet, ist in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern eine der wichtigsten Quellen zur Erwirtschaftung von Devisen. Sie beschäftigt sieben Prozent der gesamten Erwerbsbevölkerung in den Entwicklungsländern.32 Als bedeutendes Exportgut („cash crop“), umfasst der Export von Baumwolle in manchen Ländern Zentralasiens und Westafrikas mehr als 50 Prozent des gesamten Exportvolumens. Bspw. macht der Export von Baumwolle und Textilprodukten in Pakistan 70 Prozent der gesamten Exportumsätze aus. Somit ist dem Anbau von und dem Handel mit Baumwolle eine zentrale Rolle in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von Entwicklungs- und Schwellenländern zuzuschreiben33. Allerdings ist die konventionelle Baumwollproduktion mit weitreichenden ökologischen und gesundheitlichen Folgen verbunden, die vor allem Entwick- lungs- und Schwellenländer betreffen und in Kapitel 4.2 erläutert werden.

Ausgehend von dem vorliegenden Datenmaterial des International Cotton Advisory Committee (ICAC) aus 2009/10 sind die größten Baumwollproduzenten nach absteigendem Produktionsvolumen China, Indien, die USA, Pakistan, Brasilien und Usbekistan. Abbildung eins (siehe Seite 14) zeigt den zeitlichen Verlauf der weltweiten Produktion, des weltweiten Konsums und des globalen Export- und Importvolumens von Baumwolle von 2007/08 bis 2012/13. Die Angaben zu dem Jahr 2010/11 basieren auf Schätzungen und die Angaben zu den Jahren 2011/12 sowie 2012/13 basieren auf Prognosen. Aus diesem Grund bezieht sich die weitere Ausarbeitung auf das Jahr 2009/10, da dieses das letzte Jahr ist, aus dem konsistentes Datenmaterial dem ICAC vorliegt. Die Saison der Baumwolle beginnt am 1. August, aus diesem Grund gehen die Berechnungen eines Jahres über Zeitabschnitte zweier Jahre.

Ausgehend von der Saison 2009/10, nehmen die Top 6 Länder der Baumwollproduktion einen Anteil von etwa 85 Prozent des gesamten Marktes für sich ein. China ist nicht nur der größte Baumwollproduzent mit einem Volumen von 6,9 Millionen Tonnen Baumwolle, sondern auch weltweit der größte Konsument (10,1 Millionen Tonnen) und Importeur (2,4 Millionen Tonnen) von Baumwolle in 2009/10. Die USA dagegen ist weltweit der größte Exporteur von Baumwolle, in 2009/10 konnte sie ein Exportvolumen von 2,6 Millionen Tonnen Baumwolle verzeichnen und war in diesem Bereich mit einem Anteil von ca. 33,7 Prozent am globalen Exportvolumen von Baumwolle Marktführer. Indien als zweitgrößter Produzent (5,2 Millionen Tonnen) und Konsument (4,3 Millionen Tonnen) von Baumwolle, ist auch bei dem globalen Exportvolumen von Baumwolle auf Platz zwei (1,4 Millionen Tonnen).34

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Globales Angebot und weltweiter Handel mit Baumwolle 2007/08 bis 2012/13

Quelle: International Cotton Advisory Committee 2011a: 4.

Da dieses Land für die weiteren Ausführungen in Kapitel 4.4 von besonderer Relevanz ist, soll der Blick auf Usbekistan gerichtet werden. Als sechstgrößter Produzent von Baumwolle konnte Usbekistan ein Produktionsvolumen von 0,9 Millionen Tonnen Baumwolle in 2009/10 verzeichnen. An diesem Beispiel wird die enorme Bedeutung von Baumwolle als Quelle zur Devisenerwirtschaftung deutlich, denn von einem Produktionsvolumen von 0,9 Millionen Tonnen Baumwolle in 2009/10, wurden 0,8 Millionen Tonnen Baumwolle exportiert. Usbekistan ist demzufolge der drittgrößte Exporteur von Baumwolle und hat einen Anteil von ca. 11 Prozent am weltweiten Baumwoll-Exportvolumen.35 Auf Grund der enormen Bedeutung von Baumwolle für die usbekische Wirtschaft wird der Baumwollanbau staatlich kontrolliert (vgl. Kapitel 4.4).

Laut Angaben der Bremer Baumwollbörse importierte Deutschland im Jahr 2010 Baumwolle i. H. v. 45.655,2 Tonnen. Die zehn Einfuhrländer mit der größten Importquote waren Kasachstan (6.804 Tonnen), Usbekistan (6.771,9 Tonnen), Griechenland (3.598,9 Tonnen), Türkei (2.995,4 Tonnen), Indien (2.989,9 Tonnen), Syrien (2.704,1 Tonnen), USA (2.149,9 Tonnen), Tschad (1.667,8 Tonnen) und Israel (1.615,4 Tonnen). Die großen Baumwollproduzenten China, Brasilien und Pakistan sind für den deutschen Baumwollmarkt relativ unbedeutend.36

Bisher wurde die wirtschaftliche Bedeutung des Baumwollanbaus in den Kontext des Handels mit Baumwolle gestellt. Darüber hinaus lassen sich einige Einflussfaktoren identifizieren, die sich auf die Nachfrage auswirken und somit den Baumwollmarkt noch näher beschreiben können.

Der globale Verbrauch an Textilfasern und somit auch von Baumwolle hängt von drei, die Nachfrage beeinflussenden, Faktoren ab. Diese sind der Anteil der Chemiefasern am gesamten Faserverbrauch, das Wachstum des globalen Einkommens und der Zuwachs der weltweiten Bevölkerung. Darüber hinaus sind das jeweilige Preisniveau (gemeint ist der Terminpreis an Rohstoffbörsen), die technischen Entwicklungen und die Faserqualitäten entscheidend für die Fasernachfrage.37 Allein der Bevölkerungszuwachs und Steigerungen des realen Pro-Kopf-Einkommens, führen zu einem zusätzlichen Konsum von durchschnittlich 120.000 bis 240.000 Tonnen Textilfasern pro Jahr.38 Der steigende Bedarf einer wachsenden Bevölkerung kann lediglich durch eine zunehmende Produktion von Synthetikfasern gedeckt werden, durch Baumwolle alleine wäre das nicht möglich.39 Die weltweite Produktion an Textilfasern betrug in 2011 nahezu 82 Millionen Tonnen. Dabei stellten Chemiefasern einen Anteil von fast 60 Prozent dar. So wurden ca. 44 Millionen Tonnen Synthetikfasern und 5 Millionen Tonnen Zellulosefasern hergestellt. Darüber hinaus konnte eine Produktion von ca. 33 Millionen Tonnen Naturfasern realisiert werden. Innerhalb der Naturfasern stellte Baumwolle mit etwa 27 Millionen Tonnen den größten Anteil.40 Flachsfasern wurden in einem Volumen von 500.000 bis 700.000 Tonnen hergestellt und den größten Teil der übrigen Naturfaserproduktion machten Jute, Wolle, Ramie, Kenaf, Seide, Hanf, Sisal und Kokosfasern aus.

Wie bereits festgestellt, korreliert der Verbrauch an Baumwolle u. a. mit dem Preisniveau. Dieses ist starken Schwankungen unterworfen und lag über viele Jahre zwischen 0,50 USD und 0,70 USD pro Pound.41 Im Winter 2010/11 stieg der Preis jedoch auf über 2 USD pro Pound42 und hatte im März 2011 ein Rekordhoch von 2,44 USD pro Pound. Seit diesem starken Preisanstieg ist der Preis wieder gesunken. Bereits im April sank der Preis für ein Pound Baumwolle auf 1,73 USD pro Pound43 und liegt derzeit bei 0,75 USD pro Pound (Schlusskurs 14.12.2012 Rohstoffbörse NYMEX, abgerufen am 15.12.2012).44

Nachdem die wirtschaftliche Bedeutung von Baumwolle sowie verschiedene Einflussfaktoren, die sich auf die Baumwollnachfrage auswirken, erläutert wurden, wird im Anschluss ein Einblick in die Kultivierung von Baumwolle gegeben.

4.2 Kultivierung von Baumwollpflanzen

Als Baumwolle bezeichnet man das Samenhaar der Pflanze Gossypium,45 die zu der Familie der Malvengewächse gehört.46 Die Baumwollpflanze gedeiht vorzugsweise in den Tropen und Subtropen. In gemäßigten Klimazonen müssen für den Anbau warme, trockene Sommer (18 bis 28oC)47 sowie frostfreie Tage von der Aussaat bis zur Ernte der Baumwolle gewährleistet sein.48 Zum Wachstum brauchen Keimling und Jungpflanze eine hinreichende Wasserversorgung. Bei der Kapsel- und Faserreifung muss jedoch möglichst trockenes und warmes Wetter vorherrschen. Der Zeitraum von der Aussaat bis zur Baumwollernte beträgt zwischen 175 und 225 Tage. Abhängig von den klimatischen Bedingungen und der Anbaumethode wird die Baumwollpflanze zwischen 25 cm und 2 m groß.49 Um hohe Erträge zu generieren wird die eigentlich mehrjährige Baumwollpflanze jedes Jahr neu angepflanzt.50

Die Bodenansprüche der Baumwollpflanze sind nicht sehr hoch. Zur Kultivierung besonders geeignet ist tiefgründiger, durchlüfteter Boden, der mit einer hohen Wasserhaltefähigkeit ausgestattet ist. Um hohe Ernteerträge zu gewährleisten muss der Boden vor der Aussaat tief gelockert werden, frei von Unkraut und krümelig sein. Die Aussaat erfolgt in den Entwicklungsländern oftmals noch per Hand, in den Industrieländern hingegen übernehmen die Aussaat Maschinen. Die Bewässerung muss zu bestimmten Phasen der Vegetationsperiode erfolgen, wobei vorgegebene Wassermengen nicht unter- oder überschritten werden dürfen. Der Grund ist, dass eine zu geringe Wassermenge zu Ertragseinbußen führt, wohingegen eine zu hohe Wassermenge verstärkt Insekten- und Bakterienschäden hervorruft und das Unkrautwachstum fördert. Die Mehrheit der kleineren Baumwollproduzenten in Afrika, Asien und Südamerika sind von den natürlichen Niederschlägen abhängig. Die höchsten Erträge werden allerdings in Regionen mit trockenem Wüstenklima und einer künstlichen Bewässerung erzielt. Diese Produktionsmethode wird von den Produzenten in Ägypten, Pakistan, Peru, GUS und Nordamerika bevorzugt. Die künstliche Bewässerung von Anbauflächen in Ägypten erfolgt bspw. mit Bewässerungsgräben. Pro Jahr wird zur künstlichen Bewässerung von Baumwollpflanzen ein Wasservolumen von 200 bis 1.500 Litern pro Quadratmeter benötigt.

Der Pflanzenschutz ist für die oft in Monokulturen angebauten Baumwollpflanzen von besonderer Bedeutung. Wie alle Kulturpflanzen ist Baumwolle von der Aussaat bis zur Ernte durch Schädlinge, Krankheiten und der Wachstumskonkurrenz durch Unkraut bedroht, wobei sich diese Gefahren durch den Anbau von Baumwolle in Monokulturen51 (etwa 50 Prozent des Baumwollanbaus erfolgt in Monokulturen)52 noch verstärken. Vor allem in der Anfangsphase des Wachstums beeinträchtigen Unkräuter die Entwicklung von Baumwolle. Unkrautwachstum das später einsetzt, hat ein Verfärben der Baumwollfasern und eine Minderung der Qualität zur Folge. Zudem sorgen Krankheiten und Parasiten zu einem Ernteverlust von schätzungsweise einem Drittel bis der Hälfte möglicher Baumwollproduktion.53 Durch den vermehrten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, konnte der Ertrag in den letzten 80 Jahren verdreifacht werden.54 Die Ernte kann entweder maschinell oder per Hand erfolgen. Beide Ernteverfahren lassen sich hinsichtlich der Qualität der geernteten Saatbaumwolle und der Produktivität unterscheiden. Bei der maschinellen Ernte werden die Sträucher vor der Ernte mit chemischen Entlaubungsmitteln künstlich entlaubt,55 durch diesen Vorgang fallen die Blätter der Baumwollpflanzen zu Boden und die Pflückmaschinen sammeln weniger verunreinigte Baumwolle ein. Die Pflückmaschinen ernten die Pflanzen in einem Schritt ab, unabhängig davon, ob der Strauch noch unreife Kapseln trägt oder ob sich auf ihnen Verunreinigungen befinden, die vorab hätten entfernt werden können. Pro Stunde kann eine Pflückmaschine 700 bis 1.500 kg Saatbaumwolle ernten, was das Ernten großer Ackerflächen in kurzer Zeit ermöglicht. Die in einer Stunde erzielte Erntemenge einer Pflückmaschine entspricht der Erntemenge, die 20 Arbeiter an einem Tag zusammentragen können. Bei einem zu weichen Boden oder wenn die Ackerfläche durch steile Hügel geprägt ist, können Pflückmaschinen nicht eingesetzt werden.56 Die maschinelle Ernte wird vor allem in Gebieten angewendet, in denen großflächiger Baumwollanbau betrieben wird und die Ernte per Hand zu teuer ist. So wird z. B. in Australien und den USA vorwiegend maschinell geerntet.57 Die Handernte erfolgt bspw. in Afrika, hierbei werden ausschließlich die reifen Kapseln geerntet, was mehrere Erntedurchgänge erfordert. Zudem sind etwaige Verunreinigungen in der Ernte minimal. Die Handernte ist sehr mühsam. Bei ihr muss der Baumwollbausch am Besten in einem Schritt ganz herausgezogen werden. Dafür sollte der Baumwollbausch am Kapselende gefasst werden. Eine Herausforderung ist es, sich an den harten und spitzen Kapseln der Baumwollpflanze so wenig wie möglich zu verletzen. Zudem müssen die Säcke, in denen die Saatbaumwolle durch das Feld tragend oder ziehend transportiert wird, zu Sammelstationen gebracht werden. Die Säcke können ein Volumen von ca. 100 Pfund aufnehmen und lassen sich bei sehr heißen Temperaturen nur schwerlich transportieren. Darüber hinaus erfordert die Ernte ein Arbeiten in vorwiegend gebückter Haltung. Pro Person können an einem Tag 80 bis 120 kg Saatbaumwolle geerntet werden, woraus ca. 30 bis 40 kg reine Baumwollfasern erwirtschaftet werden.58 Nachdem die Baumwolle geerntet wurde, wird sie ca. 30 Tage an der Sonne gelagert, um nachreifen und trocknen zu können und im Anschluss entkörnt zu werden.59

Der konventionelle Baumwollanbau ist mit weitreichenden ökologischen und gesundheitsgefährdenden Auswirkungen verbunden. Als eine der am wasserintensivsten bewirtschafteten Kulturpflanzen, die größtenteils in wasserarmen Regionen angebaut wird,60 wird für die Kultivierung von Baumwolle auch ein großer Teil der weltweit genutzten Pestizide sowie weitere Chemikalien (Entlaubungsmittel, Wachstumsregulatoren, Düngemittel etc.) verwendet.61 Nahezu 60 Prozent der globalen Baumwollanbauflächen werden künstlich bewässert, das entspricht ca. der Hälfte der weltweit bewässerten Agrarflächen.62 Wenn für die Kultivierung von Baumwolle keine hinreichenden natürlichen Niederschläge verfügbar sind, dienen Förderungen aus Flüssen oder Tiefbohrungen in der Erde als Quelle zur Wasserversorgung.63 Auf diesem Weg vereinnahmt der Baumwollanbau sechs Prozent des globalen Süßwasserverbrauchs.64 Der Bedarf an Wasservolumen für die Kultivierung von Baumwolle ist abhängig von den gegebenen klimatischen Bedingungen, er reicht von 4.710 Litern pro kg Baumwollfasern in China bis zu 20.217 Litern pro kg Baumwollfasern in Indien. Im Durchschnitt braucht man für ein kg Baumwollfasern 8.506 Liter Wasser.65 Der hohe Wasserverbrauch führt in vielen Regionen zu einer Übernutzung von Flüssen und Grundwasser. Lediglich 2,5 Prozent der weltweiten Wasservorkommen sind Süßwasser, wobei der hohe Süßwasserverbrauch für Baumwolle die Ökosysteme der Süßwasservorkommen zunehmend bedroht. Im letzten Jahrhundert konnte ein Verschwinden der Hälfte aller Feuchtgebiete verzeichnet werden.66 Als gravierendes Beispiel dient der Aralsee in Mittelasien, der in Kapitel 4.4 behandelt wird. Schätzungen zufolge werden im Jahr 2025 etwa 40 Prozent der Bevölkerung an chronischem Wassermangel leiden, was die Existenz künftiger Generationen bedroht.67 Die Landwirtschaft ist für durchschnittlich 70 Prozent der Wasserentnahmen verantwortlich, wobei die höchsten agrarischen Wasserentnahmen in den Entwicklungsländern stattfinden.68 Eine Alternative zum Bewässerungsanbau stellt der Regenfeldanbau dar, der in Kapitel 5.2 erläutert wird. Die Folgen der Nutzung einer regelmäßig hohen Wasserdosis für die Bewässerung der Baumwollpflanzen sind weitreichend. In der oberen Bodenschicht reichern sich graduell Salze an. Ein zu hoher Salzgehalt führt dazu, dass Kulturpflanzen nicht mehr gedeihen können. Die Versalzung der Böden als Folge der Bewässerung von Baumwollkulturen führte in der GUS und Ländern der Dritten Welt dazu, dass große Flächen für agrarische Bewirtschaftung unbrauchbar gemacht wurden. Die Verminderung produktiver Böden wirkt sich mitunter auch negativ auf die Möglichkeiten der Bodenbewirtschaftung künftiger Generationen aus.

Auch der intensive Einsatz synthetischer Düngemittel in der Baumwollproduktion bewirkt eine Versalzung der Böden.69 Schätzungen zufolge sind im letzten Jahrhundert über 50 Prozent des Oberbodens aller, zur Kultivierung von Baumwolle genutzten Flächen verloren gegangen.70 Darüber hinaus kann eine überhöhte Verwendung von Düngemitteln zum Eintrag von Nährstoffen in Oberflächen- und Grundwasser führen und eine Eutrophierung natürlicher Ökosysteme fördern.71 Eutrophierung bedeutet, dass durch eine anthropogene Erhöhung des Nährstoffeintrages in Ökosysteme das Wachstum von Wasserpflanzen und Algen beschleunigt wird, sodass dem Wasser Sauerstoff entzogen wird und dieses keinen Lebensraum mehr für Tiere bietet.72

Wie bereits angesprochen, wird konventionell erzeugte Baumwolle vorwiegend in Monokulturen angebaut. D. h. die landwirtschaftlichen Flächen werden ausschließlich für den Anbau von Baumwolle genutzt und dienen bspw. nicht zum Anbau von Nahrungsmitteln. Durch diese Form der Bewirtschaftung entsteht ein erhöhtes Risiko, dass die Baumwollpflanzen von Schädlingen und Pilzen befallen werden. Denn nach dem ersten Jahr des Baumwollanbaus bleiben Pflanzenreste auf den Feldern zurück, die zusammen mit der Erde Nährboden für Pilzsporen und Insekteneier bieten. Wird auf der gleichen Fläche erneut Baumwolle angebaut, wird diese von einer erhöhten Zahl an Insekten und Pilzen befallen.73 Zudem hat Baumwolle eine lange Reifephase, die sie sehr anfällig für Schädlinge macht.74 Aus diesen Gründen wird im Baumwollanbau oftmals schon prophylaktisch eine hohe Menge an Pestiziden verwendet.75 Im Allgemeinen umfasst der Begriff Pestizide chemische Substanzen, die Pflanzen vor Schadorganismus beschützen sollen (sog. Pflanzenschutzmittel). Pestizide ist ein Sammelbegriff, der Insektizide (Bekämpfung von Insekten), Herbizide (Unkrautbekämpfungsmittel) und Fungizide (Bekämpfung von Pilzen und ihren Sporen) umfasst. Obwohl der weltweite Anbau von Baumwolle lediglich auf 2,5 Prozent der globalen Ackerflächen erfolgt, verschlingt er alleine 14,1 Prozent der global vertriebenen Insektizide (2009).76

Die fünf großen Agrochemiekonzerne Bayer (Deutschland), Syngenta (Schweiz), Monsanto (USA), BASF (Deutschland) und Dow Chemicals (USA) haben zusammen einen Marktanteil von 75 Prozent.77 Der Verkauf von Pestiziden und anderen Chemikalien, wie z. B. Entlaubungsmittel, ist für sie ein Milliardengeschäft. So konnte in 2009 ein Verkaufsvolumen von 3.038 Millionen USD für chemische Substanzen realisiert werden, von denen 2.734 Millionen USD durch Pestizide erwirtschaftet wurden. Mit einem Umsatz von 1.771 Millionen USD machten Insektizide den größten Anteil der verkauften Chemikalien aus (58,3 Prozent). Des Weiteren erwirtschaftete der Verkauf von Herbiziden einen Umsatz von 856 Millionen USD, was einem Anteil von 28,2 Prozent an den verkauften Chemikalien entspricht. Fungizide wurden zu einem Verkaufsvolumen von 107 Millionen USD vertrieben und hatten einen Anteil von 3,5 Prozent an den gesamten Chemikalienverkäufen. Der Restumsatz von 304 Millionen USD wurde durch den Verkauf anderer Chemikalien, wie bspw. Entlaubungsmittel erwirtschaftet.78

Die Folgen durch den hohen Einsatz von Pestiziden im Baumwollanbau sind nicht zu unterschätzen. Durch fortwährend große Ausbringungsmengen an Pestiziden, werden oftmals auch dem Baumwollanbau dienende Insekten getötet oder verdrängt, wohingegen sich bei schädlichen Insekten mit der Zeit Resistenzen bilden.79 Es sind bereits etwa 500 Arten von Insekten und Milben gegen viele Chemikalien resistent und Herbizide haben bei ca. 50 Arten von Unkräutern keine Wirkung mehr. Zudem ist bekannt, dass über 100 Pflanzenarten und mehrere Nematodenarten (Fadenwürmer, die im Boden leben) Resistenzen gegen die verwendeten Pestizide entwickelt haben. Durch die Bildung von Resistenzen wird oft ein Kreislauf angestoßen. Bei entstehender Resistenzbildung wird öfter und mit einer höheren Dosierung gespritzt, was zu einer Beschleunigung der Resistenzbildung führt.80 In Monokulturen angebaute Hochleistungssorten müssen in 20 bis 25 Durchgängen bis zur Ernte mit Pestiziden bespritzt werden.81

Durch die Anwendung von Pestiziden werden der Boden, das Grund- und Trinkwasser sowie die Luft belastet. Ein Übermaß an Pestiziden wirkt sich negativ auf Fauna und Flora aus. Auf dem Luftweg oder durch Auswaschungen der auf den Pflanzen befindlichen Pestizide, gelangen diese in natürliche Ökosysteme und gefährden Biotope.

Neben Folgen durch die Ausbringung von Pestiziden, entstehen zusätzlich Emissionen durch die Entsorgung von Spritzmittelresten und kontaminierten Behältern sowie der Reinigung von Spritzgeräten.82 Wie bereits in Kapitel 4.1 dargestellt, leben über 90 Prozent der im Baumwollanbau Beschäftigten in Entwicklungs- und Schwellenändern. Hier verstärkt sich das gesundheitliche Risiko durch ein geringes Problembewusstsein bei der Lagerung, der Ausbringung und Entsorgung von Pestiziden. Viele in Entwicklungsländern eingesetzte Pestizide sind hochgefährlich und führen regelmäßig zu Vergiftungen.83 Bei ihrer Anwendung sollten ein Schutzanzug, Handschuhe und im besten Fall eine Schutzmaske für das Gesicht getragen werden. Das Pflanzenschutzmittel sollte in einer exakt bestimmten Dosis durch eine Dosiereinrichtung in eine Pflanzenschutzspritze gefüllt werden. Auf diesem Weg gelangt das Pflanzenschutzmittel nicht an die Haut. Die Pflanzenschutzspritze muss alle zwei Jahre einer Sicherheitsprüfung unterzogen werden. Der mit Spritzmittelresten kontaminierte Behälter darf lediglich mit einer speziellen Spülvorrichtung ausgespült werden, wobei das Spülwasser nur nach Vorschrift ausgebracht werden und die Entsorgung des Kanisters lediglich auf einem speziellen Weg erfolgen darf. Bei der Anwendung auf dem Feld sollte der Landwirt einen Traktor mit Pflanzenschutzspritze besitzen, der über eine vollständig geschlossene Kabine verfügt. 84 So ist der Landwirt vor den Luftverwehungen der Pestizide geschützt. Zudem sollten die für die jeweilige Anbaukultur erlaubten Pestizide nur ausgebracht werden, wenn klare Witterungsverhältnisse herrschen.

[...]


1 Vgl. Ekardt 2010: 10 ff.

2 Vgl. Isenmann 2005: 43.

3 Vgl. von Hauff/ Kleine 2009: 6.

4 Vgl. Isenmann 2005: 44.

5 Vgl. von Hauff/ Kleine 2009: 8.

6 Hauff 1987: 46.

7 Vgl. Ott/ Döring 2008: 45.

8 Vgl. Döring 2009: 26, 30.

9 Vgl. Döring 2009: 30 f.

10 Vgl. Döring/ Ott 2001: 321.

11 Vgl. Döring/ Ott 2001: 321 ff.

12 Vgl. Ott/ Döring 2009: 323 ff.

13 Vgl. Back 2008: 164.

14 Vgl. Back 2008: 164.

15 Vgl. Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e. V. 2012: 5.

16 Vgl. Diekamp/ Koch 2010: 84, 87.

17 Vgl. Diekamp/ Koch 2010:84, 87 ff.

18 Vgl. Morana 2006: 98.

19 Vgl. Diekamp/ Koch 2010: 84.

20 Vgl. Wulfhorst 1998: 33.

21 Vgl. Diekamp/ Koch 2010: 85 ff.

22 Vgl. Bullinger 2007: 398.

23 Vgl. Diekamp/ Koch 2010: 85.

24 Vgl. Diekamp/ Koch 2010: 84 ff.

25 Vgl. Gminder 2006: 126.

26 Vgl. Bremer Baumwollbörse 2012a: 1.

27 Vgl. Pater 2001: 11.

28 Vgl. Wulfhorst 1998: 9.

29 Vgl. Back 2008: 162 f.

30 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 9 f.

31 Vgl. Villiger et al. 2000: 60 f.

32 Vgl. WWF 2007: 1, 5.

33 Vgl. WWF 2007: 1, 5.

34 Vgl. International Cotton Advisory Committee 2011a: 4.

35 Vgl. International Cotton Advisory Committee 2011a: 4.

36 Vgl. Bremer Baumwollbörse 2012b: 1.

37 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 21.

38 Vgl. Saskatchewan Flax Development Commission 2012: 1.

39 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 22.

40 Vgl. Saskatchewan Flax Development Commission 2012: 1.

41 Es handelt sich hier und auch im Weiteren um die amerikanischen Pfund (lb, lat libra), sie entsprechen 0,453 kg.

42 Vgl. Saskatchewan Flax Development Commission 2012: 1.

43 Vgl. International Cotton Advisory Committee 2011b: 1.

44 Vgl. CME Group 2012: 1.

45 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 22.

46 Vgl. Pater 2001: 8.

47 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 22.

48 Vgl. Pater 2001: 8.

49 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 22.

50 Vgl. Perschau 2011: 3 f.

51 Vgl. Paulitsch et al. 2004:23 f.

52 Vgl. Diekamp/ Koch 2010: 57.

53 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 24.

54 Vgl. Fletcher 2008: 8.

55 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 25.

56 Vgl. Pater 2001: 8.

57 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 25.

58 Vgl. Pater 2001: 8.

59 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 25.

60 Vgl. WWF 2007: 5.

61 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 27.

62 Vgl. Diekamp/ Koch 2010: 56.

63 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 27.

64 Vgl. Diekamp/ Koch 2010: 56.

65 Vgl. WWF 2007: 5.

66 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 27.

67 Vgl. WWF 2007: 6.

68 Vgl. WWF 2007: 6.

69 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 27 f.

70 Vgl. WWF 2007: 8.

71 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 28.

72 Vgl. Fletcher 2008: 9.

73 Vgl. Mainer/ Perschau 2007: 7.

74 Vgl. Diekamp/ Koch 2010: 57.

75 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 28.

76 Vgl. Expert Panel on Social, Environmental and Economic Performance of Cotton Production 2012: 4.

77 Vgl. Diekamp/ Koch 2010: 57.

78 Vgl. Expert Panel on Social, Environmental and Economic Performance of Cotton Production 2012: 3.

79 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 28.

80 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 28.

81 Vgl. Diekamp/ Koch 2010: 57.

82 Vgl. Paulitsch et al. 2004: 28 f.

83 Vgl. Perschau 2011: 5.

84 Vgl. Mainer/ Perschau 2007: 4 f.

Details

Seiten
111
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656597148
ISBN (Buch)
9783656597131
Dateigröße
7.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v268403
Institution / Hochschule
Universität Kassel – Volkswirtschaftslehre
Note
1,3
Schlagworte
nachhaltigkeit bekleidungsindustrie folgen welthandels beispiel baumwollanbaus usbekistan aralsee lösungsansätze überwindung

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Nachhaltigkeit in der Bekleidungsindustrie