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Adverbiale Bestimmungen Kausal und Modal

Ein Unterrichtsversuch

Hausarbeit 2009 21 Seiten

Didaktik - Germanistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Analyse des Lehr- und Lernumfeldes
1.1.Thema und Problemstellung des Vorhabens
1.2. Einordnung in die Bildungsstandards/Kompetenzbereich(e) und in die Kernlehrpläne

2. Sachanalyse
2.1. Bildung von Vergleichsformen
2.2. Gebrauch
2.3. Syntaktische Teilklassen
2.4. Semantische Teilklassen
2.4.1. Lokaladverbien
2.4.2. Temporaladverbien
2.4.3. Modaladverbien
2.4.4. Kausaladverbien

3. Didaktische Reflexion
3.1. Begründung / Relevanz des Themas
3.2. Didaktische Reduktion
3.3. Schwerpunktsetzung
3.4. Thema der Stunde
3.5. Stellung der Stunde in der Unterrichtsreihe
3.6. Lernziele / Kompetenzen
3.7. Motivation
3.8. Organisation des Lernprozesses
3.9. Lernerfolgskontrolle
3.10. Zu erwartende Schwierigkeiten
3.11. Hausaufgaben

4. Methodische Vorbereitung
4.1. Medien
4.2. Arbeits- und Sozialformen

5. Stundenverlaufsplan

Quellenverzeichnis

Anhang

1. Analyse des Lehr- und Lernfeldes

1.1. Thema und Problemstellung des Vorhabens

Thema des hier beschriebenen Unterrichtsversuchs im Fach Deutsch soll im Teilbereich Grammatik das Adverb sein. Die Problemstellung, welche sich hieraus ergibt, besteht in dem Vorhaben, das im wesentlichen sehr theoretische und kopflastige Thema für die Schülerinnen und Schüler interessant, anregend und motivierend zu gestalten.

1.2. Einordnung in die Bildungsstandards/Kompetenzbereich(e) und in die Kernlehrpläne

Das Themengebiet ist Teil des saarländischen Lehrplans der Klassenstufe 5, in welcher es auch eingeführt wird. In den Klassenstufen 6 und 7 soll das hier erworbene Wissen weiter vertieft werden, wobei zeitlich bedingt mehr Wert auf die Erkenntnis logischer Zusammenhänge als auf das Erlernen lateinischer Fachterminologie gelegt wird.12

2. Sachanalyse

Der hier folgenden Sachanalyse liegt das Werk „Deutsche Grammatik: Ein Handbuch für den Ausländerunterricht“3von Gerhard Helbig zugrunde und wird des Weiteren durch „Duden - Die Grammatik: Unentbehrlich für richtiges Deutsch“4 des Dudenverlags ergänzt. Durch die Angabe der beiden Werke soll im nachfolgenden Kapitel eine ungebührlich hohe Zitierung unnötig gemacht werden.

2.1. Bildung und Vergleichsformen

Die Adverbien des Deutschen weisen keine einheitliche Form auf. Allerdings existieren Teilgruppen, die einheitlich mit einem bestimmten Suffix gebildet werden. Beispiele hierfür sind u.a. das Suffix -s bei Worten wie abends, dienstags und eingangs, sowie das Suffix -wärts beispielsweise bei heimwärts und talwärts.

Adverbien können keine Vergleichsformen bilden, sind somit also nicht komparierbar. Jedoch gibt’s es einige Ausnahmen, wie oft, wenig und wohl, die regelmäßig nach folgendem Muster gesteigert werden: oft, öfter, am öftesten. Andere adverbiale Vergleichsformen werden unregelmäßig gebildet. So zum Beispiel bald, eher, am ehesten. Die Komparierung ist des Weiteren auch verstärkbar, wie etwa bei dem Satz: „Dein Geschenk gefällt mir am allerbesten.“

Weiterhin lassen sich Sonderformen für einen adverbialen Elativ, also einem absoluten Superlativ, bilden, wie etwa bestens, schnellstens, wärmstens, baldigst, freundlichst, herzlichst.

Gradunterschiede bei Adverbien, die keine Vergleichsform bilden, können mit mehr und weiter im Komparativ, mit am weitesten und am meisten im Superlativ oder durch Verdopplung ausgedrückt werden.

2.2. Gebrauch

Adverbien können entweder als adverbiale Bestimmung, prädikativ oder attributiv verwendet werden. Als adverbiale Bestimmung in Verbindung mit Verben sind sie selbstständiges Satzglied. Adverbien fungieren entweder als notwendige Ergänzung, wie etwa in dem Satz „Sie wohnt dahinten.“, oder als freie Angabe: „Die Kinder spielen dahinten.“ Im Unterschied zum Adjektiv kann das Adverb jedoch nie vor das substantivische Bezugswort gestellt werden. Außerdem ist das Adjektiv bei Nachstellung von seinem Bezugswort in der Regel durch ein Komma abgetrennt.

2.3. Syntaktische Teilklassen

Je nach dem, ob Adverbien adverbial, prädikativ und bzw. oder attributiv gebraucht werden, können sie in insgesamt vier unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden. Gruppe A besteht aus adverbial, prädikativ und attributiv gebrauchten Adverbien, welche weder flektierbar noch komparierbar sind. Hierzu zählen unter anderem hier, da, dort, draußen, damals und heute. Zu Gruppe B zählt man adverbial und attributiv gebraucht Adverbien. Diese sind ebenfalls weder flektier- noch komparierbar und können nicht attributiv gebraucht werden. Ein Beispiel hierfür wäre dorthin. Adverbial und prädikativ verwandte Adverbien werden in die Gruppe C einsortiert. Auch sie sind nicht flektier- oder komparierbar. Sie können nicht attributiv gebraucht werden. Hierzu zählen anders, ebenso und so. Die letzte und aus nur adverbial gebrauchten Adverbien bestehende Gruppe D wird wiederum in zwei Untergruppen untergliedert. Entweder sind die betreffenden Adverbien nur adverbial zu gebrauchen und sind weder flektierbar noch komparierbar, wie etwa dann, oder aber sie sind komparierbar, wie etwa gern.

2.4. Semantische Teilklassen

Im Gegensatz zu Präpositionen und Konjunktionen sind Adverbien keine reinen Funktionswörter, sondern haben wie die drei Hauptwortarten eine eigene Bedeutung. Diese Bedeutungen werden in vier Teilklassen mit jeweiligen unterklassen unterschieden.

2.4.1. Lokaladverbien

Lokaladverbien, oder auch Adverbien des Ortes bzw. des Raumes, werden in einer groben Unterscheidung eingeteilt in Ortsadverbien (Stativa) und Richtungsadverbien (Direktiva). Zu den Ortsadverbien zählen u.a. hier, da, dort und außen; zu den Richtungsadverbien hierher, daher und woher.

Da Lokaladverbien deiktisch oder anaphorisch gebraucht werden, sind sie in der Regel nur zu verstehen, wenn man den Ort des Sprechers hinreichend genug kennt oder aber die Raumvorstellung, die der Schreiber in seinem Text aufbaut, nachvollziehen kann.

2.4.2. Temporaladverbien

Mit Adverbien der Zeit werden Handlungen, Vorgänge oder Ereignisse im Bezug auf ihren Zeitpunkt (anfangs, bald, damals), ihre Dauer (bisher, immer, stets), ihre Wiederholung (häufig, mehrmals, selten) und die relative Zeit (inzwischen, seitdem, vorher), welche sich auf einen anderen Zeitpunkt bezieht, näher bestimmt.

2.4.3. Modaladverbien

Modaladverbien, oder auch Adverbien der Art und Weise, geben nicht nur die Qualität (anders, langsam, schlecht) an, sondern auch die Quantität (haufenweise, größtenteils).

2.4.4. Kausaladverbien

Kausaladverbien sind Adverbien, die Gegebenheiten oder Sachverhalte zueinander in Beziehung setzen und dadurch auch miteinander verbinden. Unterschieden wird zwischen Kausaladverbien zur Bezeichnung des Grundes (darum, deswegen, weshalb), zur Bezeichnung der Bedingung (dann, sonst, andernfalls), zur Bezeichnung des nichtzureichenden Grundes (dennoch, gleichwohl, trotzdem), zur Bezeichnung der Folge (so) und zur Bezeichnung des Zwecks (dazu, darum, hierfür)

3. Didaktische Reflexion

Die didaktische Reflexion enthält Vorüberlegungen und Planungsabläufe für den Verlauf einer spezifischen Unterrichtsstunde zum Thema Adverbien.

3.1. Begründung / Relevanz des Themas

Die Relevanz des Themas für Schüler ist sehr hoch, da es sich hierbei um einen elementaren und grundlegenden Teil der deutschen Grammatik handelt. Die Schüler benötigen dieses Wissen, um ihr bisher vorhandenes fachliches Wissen zu vertiefen, um sich für weitere und komplexere Strukturen und Phänomene vorzubereiten und um sich ihres persönliches sprachliches Könnens Bewusst zu werden und es zu verbessern.

3.2. Didaktische Reduktion

Aus der unter Kapitel 2 aufgeführten Sachanalyse wird für diese Stunde lediglich eine reduzierte Form des Unterpunkts 2.4 benötigt. Die Einteilung der Adverbien in Lokal-, Temporal-, Kausal- und Modaladverbiale als grundlegende Erkenntnis genügt zum Erreichen des angestrebten Stundenziels. Es kann sogar überlegt werden, ob auf das Erlernen der lateinischen Fachterminologie Wert gelegt wird oder nicht, da auch im Kernlehrplan der Klassenstufe 7 des Saarlandes vermerkt ist, dass die „Erfassung der logischen Zusammenhänge“ und „das Erkennen der Funktion im Vordergrund steht“5, wobei nach Möglichkeit und Fähigkeit der Schüler die Einführung der Fachbegriffe wünschenswert ist.

3.3. Schwerpunktsetzung

Der Schwerpunkt der Stunde soll im Wissenserwerb über Modal- und Kausaladverbien liegen. Hierbei handelt es sich um rein kognitive Lernziele. Die Schüler sollen primär die logischen Zusammenhänge des Themenkomplexes begreifen. Fachterminologie wird zwar auch verwendet, allerdings ist ihre Kenntnis nur sekundäres Lernziel.6 Genauere Differenzierungen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Wortarten sollen erst später folgen.7

3.4. Thema der Stunde

Das Thema der Stunde lautet “Adverbiale Bestimmungen des Grundes und der Art und Weise“. Aufgrund der Vermeidung der Fachtermini zu Beginn, soll es den Schülern vereinfacht werden, das zu behandelnde Thema auf rein logischer Ebene besser verstehen zu können. Nachdem ein Verständnis des Sachverhalts besteht, können die Fachbegriffe immer noch eingeführt werden.

[...]


1Lehrplan Deutsch für die Klassenstufe 5 und 6. Überarbeitete Fassung Februar 2007. http://www.saarland.de/dokumente/thema_bildung/DE5u6Feb2007.pdf (zuletzt eingesehen 23. März 2009 14.23Uhr)

2Lehrplan für die Klassenstufe 7. Überarbeitete Fassung Februar 2007. http://www.saarland.de/dokumente/thema_bildung/DE7Feb2007.pdf (zuletzt eingesehen 23. März 2009 14.25Uhr)

3Helbig, Gerhard, Joachim Buscha: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. Berlin: Langenscheidt, 2007.

4Eisenberg, Peter: Duden - Die Grammatik. Mannheim: Dudenverlag, 2006.

5Lehrplan für die Klassenstufe 7. Seite 12

6Vgl. Lehrplan für die Klassenstufe 7.Seite 12.

7 Vgl. Lehrplan Deutsch für die Klassenstufe 5 und 6. Seite 13. 5

Details

Seiten
21
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656592914
ISBN (Buch)
9783656592921
Dateigröße
755 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v268278
Institution / Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
2,4
Schlagworte
adverbiale bestimmungen kausal modal unterrichtsversuch

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