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Elektro- und Elektronikschrottverwertung im internationalen Vergleich

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 20 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine Einführung

2. Begriffserläuterung
2.1. Elektro- und Elektronikschrott
2.2. Verwertung

3. Gefährliche Stoffe und ihre Auswirkungen auf die Umwelt
3.1. Blei
3.2. Quecksilber
3.3. Cadmium
3.4. Sechswertiges Chrom
3.5. Flammschutzmittel

4. Werdegang von Elektro- und Elektronikschrott

5. Rechtliche Rahmenbedingungen &
Verwertungspraktiken in Industrieländern
5.1. Deutschland / EU
5.2. Schweiz
5.3. China
5.4. Ghana

6. Gängige Verwertungsmethoden in Entwicklungsländern

7. Zusammenfassung, Ausblick und Handlungsempfehlungen

8. Quellenverzeichnis

1. Allgemeine Einführung

Durch die steigende Zahl von technologischen- und Produktinnovationen und die dadurch entstehende Verkürzung von Produktlebenszyklen wird heutzutage mehr Elektro- und Elektronikschrott generiert denn je zuvor. Einer Schätzung der UN zufolge entstand im Jahr 2005 8,3 bis 9,1 Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikschrott alleine in den EU-Staaten.[1] Der Umfang auf der globalen Ebene wurde 2 Jahre später auf ca. 40 bis 50 Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikschrott geschätzt[2].

Meist bestehend aus Einzelteilen mit potenziell gesundheits- und umweltgefährdenden Stoffen sind die realen Auswirkungen dieses Sondermülls auf unseren Planeten und den auf ihr lebenden Organismen bei solch einer unvorstellbar großen Zahl nur schwer greifbar bzw. abschätzbar.

Diese Arbeit soll sich vornehmlich auf die Weiter- und Wiederverwertung, dem sog. Materialrecycling [3] widmen, welche Schwierigkeiten diese mit sich bringt und wie unterschiedliche Länder dieser Erde versuchen diesem Problem entgegenzutreten.

Vorab wird aufgezeigt, welche Stoffe in Elektronikschrott als allgemein gefährlich gelten und was für Auswirkungen sie haben auf die Gesundheit des Menschen.

Diese Arbeit soll einen Überblick geben in welchen rechtlichen Rahmen die Verwertung von Elektro- und Elektronikschrott in einzelnen Ländern gefasst ist – hier wird v.a. die EU, die Schweiz, China und Ghana beleuchtet – und welche Verwertungsmethoden in den einzelnen Ländern vorherrschen, besonderer Fokus wird hier auf die meist gefährlichen Praktiken der Entwicklungsländer gelegt. Des Weiteren soll die Arbeit die Frage beantworten, was mit Elektro- und elektronischen Geräten passiert, nachdem ihre Gebrauchszeit abgelaufen ist.

Abschließend soll neben einem Fazit ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Handlungsempfehlungen gegeben werden.

2. Begriffserläuterung

2.1. Elektro- und Elektronikschrott

Elektro- und Elektronikschrott umfasst im weitesten Sinne jedwedes ausrangiertes Gerät, welches Elektrizität benötigt um zu funktionieren. Dies beinhaltet nicht nur die gängigen Geräte der Informations- und Kommunikationstechnologie, wie z.B. Radio, Bildschirme, Computer, Mobiltelefone, Speichermedien etc. sondern auch alltägliche Haushaltsgeräte wie z.B. Waschmaschinen, Kühlschränke, Öfen usw.

2.2. Verwertung

Die Konzepte der Weiter- bzw. Wiederverwertung sind Teil eines größeren Prinzips, der sog. Kreislaufwirtschaft. Grundlegende Idee dahinter ist, dass ohne stofflichen Kreisschluss in Produktionsverfahren, d.h. Produkte sind so konzipiert, dass die eingesetzten Stoffe nach Ablauf des Produktlebens weitestgehend wieder zurückgeführt werden können in Produktionsverfahren, solche Verfahren keinen unendlich fortwährenden Bestand haben werden.

Dies ist der simplen Tatsache geschuldet, dass fossile Ressourcen in absehbarer Zeit aufgezehrt sein werden und Möglichkeiten zur Deponierung von Abfall- und Reststoffen ihr Limit erreicht haben werden.[4]

Zur Veranschaulichung des Prinzips soll ein Stufenmodell dienen, welches die verschiedenen Konzepte der Abfallbeseitigung in Hinblick auf das Nutzungspotenzial in Relation zu ihrem Nutzungszeitraum stellt (siehe Abb. 1)

Je weiter man auf dem Modell herabsteigt, umso mehr Energie muss eingesetzt und umso mehr Bearbeitungsaufwand betrieben werden, um ein neues Produkt herzustellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Grafik zur Veranschaulichung von Abfallbeseitigungsmaßnahmen

Quelle: vgl. Schlögl, 1995

In dieser Arbeit sollen vorrangig die Wieder-, Weiter- und thermische Verwertung von Elektro- und Elektronikschrott beleuchtet werden.

Von einer Wiederverwertung kann gesprochen werden, wenn ein Sekundärrohstoff nach einer Bearbeitung wieder für den ursprünglichen Zweck eingesetzt wird, ein Beispiel dafür ist die Herstellung von Papier aus Altpapier. Ein Produkt weiter zu verwerten, bedeutet, Komponenten eines Produkt in einen Bearbeitungsprozess zurückzuführen, welche dann aber für einen anderen Zweck eingesetzt werden, wie z.B. bei der Herstellung von Parkbänken aus Kunststoffgranulat.[5]

Die thermische Verwertung wird im Grunde genommen der Weiterverwertung zugeordnet, da durch Oxidation von Stoffen lediglich die intrinsische Wärmeenergie freigesetzt und zu vielfältigen Zwecken genutzt wird.

3. Gefährliche Stoffe und ihre Auswirkungen auf die Umwelt

Elektro- und Elektronikschrott beinhaltet neben einigen wertvollen Stoffen wie Aluminium (Al), Eisen (Fe), Lithium (Li), Silicium (Si), diversen Edelmetallen (Ag, Au, Cu, Pd, Pt) auch einige Stoffe, die als gefährlich für den Menschen gelten.

Die Neufassung der noch später genannten Elektroschrott EU-Richtlinie, ist die RoHS-Richtline (kurz für „ Restriction of certain Hazardous Substances“ mit der offiziellen EU-Richtliniennummer: 2011/65/EU). Sie legt:

„[…] Bestimmungen für die Beschränkung der Verwendung von gefährlichen Stoffen in Elektro- und Elektronikgeräten fest, um einen Beitrag zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt einschließlich der umweltgerechten Verwertung und Beseitigung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten zu leisten.[6]

In diese Kategorie von gefährlichen Stoffen fallen Blei, Quecksilber, Cadmium, Sechswertiges Chrom, polybromierte Biphenyle (PBB) und polybromierte Diphenylether (PBDE) oder im Volksmund auch als Flammschutzmittel bekannt.[7]

3.1. Blei

Blei wurde in der Vergangenheit vorrangig in Röhrenbildschirmen, in Akkumulatoren und als Lötzinn verwendet, um Trägerelemente für elektronische Bauteile, sog. Platinen zu löten. Bei regelmäßiger Aufnahme von Blei über einen längeren Zeitraum durch z.B. die Einnahme von bleihaltiger Asche aus Luft und Wasser kann es zu chronischen Vergiftungserscheinungen kommen wie z.B. chronische Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abmagerung oder Defekte bei der Blutbildung, des Nervensystems und der Muskulatur.[8]

3.2. Quecksilber

Enthalten ist Quecksilber hauptsächlich im Leuchtstoff in Flachbildschirmen, Relais und in den Akkumulatoren veralteter Computermodelle.

Inhalation von Quecksilberdampf kann Nieren-, Leber- und Nervenschäden hervorrufen.[9]

3.3. Cadmium

Cadmium wurde in Nickel-Cadmium-Akkumulatoren, als Teil von Druckertinte, zur Herstellung von Halbleitern und PVC und u.a. als Legierungsmetall verwendet. Ab Dezember 2011 ist beispielsweise das Verwenden von Cadmium in letzteren beiden Anwendungen innerhalb der EU untersagt.[10]

[...]


[1] United Nations University, 2007, S. 5.

[2] Nordbrand, 2009, S. 5.

[3] Schlögl, 1995, S. 20.

[4] Vgl. Umweltdatenbank, 2012.

[5] Vgl. Steven, 2008, S. 116.

[6] Richtlinie 2011/65/EU, S. 91.

[7] Richtlinie 2011/65/EU, S. 100.

[8] Vgl. Feilhauer, 2006, S. 11.

[9] Vgl. Feilhauer, 2006, S. 14.

[10] Vgl. Richtlinie 2011/65/EU, S. 88.

Details

Seiten
20
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656586135
ISBN (Buch)
9783656586098
Dateigröße
988 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v268046
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,7
Schlagworte
Nachhaltigkeit Wiederverwertung Weiterverwertung geplante Obsoleszenz ElektroG WEEE RoHS Verwertungsmethoden

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