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Zur Bedeutung der Varusschlacht

Essay 2010 5 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Briefmarken, Ausstellungen und zahlreiche Zeitungsartikel wurden dem 2000-jährigen Jubiläum der Varusschlacht im vergangenen Jahr gewidmet. Obwohl diese schon so lang zurück liegt und zwischen Völkern stattfand, die wir nur sehr eingeschränkt als unsere Vorfahren bezeichnen können, ist die Rezeption des Themas noch immer aktuell. Warum die Schlacht im Teutoburger Wald im Herbst des Jahres 9 n. Chr. nicht in Vergessenheit geriet, kann dadurch erklärt werden, dass sie damals wie heute weitreichende oder wenigstens geschaffene Langzeitfolgen hatte.

In der Schlacht standen sich zwei eigentlich ungleiche Parteien gegenüber: einerseits das übermächtige römische Heer, vertreten durch etwa 20.000 Mann der XVII., XVIII. und XIX. Legion unter Führung des Publius Quinctilius Varus; andererseits der cheruskische Fürst Arminius, später auch Hermann genannt, unterstützt auch durch andere Stämme, wie zum Beispiel den Chatten und Chauken.

Zwar wäre es in einer offenen Feldschlacht ein Kampf Davids gegen Goliath geworden, dadurch dass Arminius allerdings langfristig eine Allianz gegen Rom schuf und dessen Heer in einen Hinterhalt lockte, konnte der wohl besten Militärmacht dieser Zeit eine eindrucksvolle Niederlage zugefügt werden: Varus, der mit seinen Truppen auf dem planmäßigen Rückzug ins Winterquartier war, musste den Heereszug auf Grund der örtlichen Gegebenheiten auf geschätzte 15-20 km Länge ausdehnen, da es im germanischen Gebiet keine groß ausgebauten römischen Straßen wie in anderen Teilen des Reiche gab. Diese Situation nutzte der anfänglich als treu eingestufte Bundesgenosse Arminius um die drei Legionen anzugreifen, durch gezielte Angriffe den Zug zu trennen und somit erfolgreich die quantitative Überlegenheit des römischen Heeres wirkungslos zu machen.

Sueton überliefert zwar in seinem Werk, der damalige Kaiser Augustus habe entrüstet und schockiert ausgerufen „Qunictili Vare, legiones redde.“, als er erfuhr, dass er durch eine militärische List ein Achtel seine Heeres verloren hatte, allerdings kann man im Nachhinein nicht erkennen, dass Varus längerfristig als Sündenbock präsentiert wurde (obwohl eindeutig zu sein scheint, dass er durch seine intolerante Haltung den germanischen Sitten gegenüber ungeschickt deren Unmut provoziert hatte), sondern er, bzw. seine Überreste, bekamen eine förmliche Bestattung. Trotzdem mussten die Opferzahlen wie auch die materiellen und ideologischen Verluste den Kaiser schwer getroffen haben, was auch darin zu erkennen sein mag, dass die entsprechenden Nummern nie wieder neu für Legionen vergeben wurden.

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Details

Seiten
5
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656582977
ISBN (Buch)
9783656582960
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v267834
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Institut für Geschichte
Note
1,0
Schlagworte
bedeutung varusschlacht

Autor

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Titel: Zur Bedeutung der Varusschlacht