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Die deutsche Hotelklassifizierung als Orientierungskriterium für die Hotelauswahl von Gästen

Eine Analyse von Möglichkeiten, Grenzen und Konsequenzen dargestellt am Beispiel von Privathotellerie und Systemhotellerie

Seminararbeit 2013 24 Seiten

Touristik / Tourismus

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der Hotellerie
2.1 Hotellerie
2.2 Systemhotellerie
2.3 Privathotellerie

3 Grundlagen der Hotelklassifizierung
3.1 Deutsche Hotelklassifizierung
3.1.1 Vorteile der deutschen Hotelklassifizierung
3.1.2 Nachteile der deutschen Hotelklassifizierung
3.1.3 Kriterien und Kategorien der deutschen Hotelklassifizierung
3.1.4 Entwicklung der deutschen Hotelklassifizierung

4 Analyse aus der Sicht des Gastes
4.1 Kundengruppen und ihre Bedürfnisse
4.2 Rolle der Sterne bei der Hotelauswahl
4.3 Möglichkeiten, Grenzen und Konsequenzen bei der Systemhotellerie
4.4 Möglichkeiten, Grenzen und Konsequenzen bei der Privat-hotellerie

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Anhang

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildungen:

Abbildung 1: Privat- und Systemhotellerie

Abbildung 2: Mindestkriterien und Punkteanzahl

Abbildung 3: Die Häufigkeit der gewählten Sterne im Juli 2013

Abbildung 4: Hotelkunden

Tabellen:

Tabelle 1: Beherbergungsformen in Deutschland

Tabelle 2: Differenzierungskriterien in der Hotellerie

Tabelle 3: Top-10-Erwartungen der Hotelgäste

Tabelle 4: Verteilung von Punkten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Der Tourismus ist ein Spiegel der Gesellschaft, daher erkennt man beim Hinse- hen die aktuellen Trends und Entwicklungen in der Tourismusbranche.1 Das Nachfragevolumen im Tourismus steigt weltweit an und in Deutschland sieht man die Entwicklung an den Übernachtungszahlen. Im Jahr 2012 gab es in Deutsch- land ca. 407,30 Mio. Übernachtungen.2 Immer mehr Menschen streben nach Wohlstand und erreichen einen Lebensstandard, welcher ihnen das Reisen er- möglicht. Vor allem durch die „steigende Mobilität vergrößert sich die Unterwegs- Gesellschaft stetig“3. Naturgemäß führen diese zu Veränderungen in der Reise- /Tourismusbranche und Unternehmer4 müssen sich an diese Veränderungen möglichst schnell anpassen. Somit ist selbstverständlich, dass auch die Hotellerie sich immer auf die neuen Marktverhältnisse einstellen sollte um seine Position auf dem Markt zu stabilisieren.5 Doch die politischen und wirtschaftlichen Verän- derungen, Globalisierungstendenzen, Fortschritt in der Technik, ständig steigen- de Kundenbedürfnisse und -ansprüche und der immer stärker werdende Wunsch nach Individualisierung haben seit 1992 (seit 20 Jahren) zu enormen Anpassun- gen der Infrastruktur und der Geschäftsprozesse geführt.6 Auch der Begriff Quali- tät hat sich in der Beherbergungswelt stark gewandelt. Denn zuerst stand im Ho- tel die materielle Beschaffenheit der Hotelleistung, die Hardware im Vordergrund. Doch heute hat die Software, wie z.B.: Servicebereitschaft, Zuverlässigkeit des Personals oder auch Kompetenzen an Priorität gewonnen.7 Durch die obenge- nannten Veränderungen ab den 90er-Jahren entwickelte sich eine zunehmende Konkurrenz in der Hotelbranche. Der Preis diente in dem starken Wettbewerb immer weniger als Qualitätsorientierung der Gäste. So wurde im Jahr 1996 ein bundesweit einheitliches und kostenpflichtiges System zur Klassifizierung für Hotelbetriebe zur Verfügung gestellt - Die Deutsche Hotelklassifizierung.

Die vorliegende Seminararbeit setzt den Fokus auf die Hotelklassifizierung in Deutschland. Zuerst werden die Grundlagen kurz zusammenfasst. Anschließend wird auf die Deutsche Hotelklassifizierung eingegangen. Darauffolgend werden die Gästegruppen und -erwartungen herausgearbeitet. Abschließend werden die Möglichkeiten, Grenzen und Konsequenzen herausgearbeitet, um das im Deck- blatt vorgestellte Thema zu klären. Es wird untersucht, ob die deutsche Klassifi- zierung in der Privat- und Systemhotellerie sich in Bezug auf die Bewertung und Gästeansicht unterscheidet. Dieses Herausarbeiten von den Möglichkeiten, Grenzen und Konsequenzen soll die Unterschiede in Bezug auf die Gästeansicht zeigen. Am Ende werden die Ergebnisse der Erarbeitung und Analyse vorge- stellt.

2 Grundlagen der Hotellerie

2.1 Hotellerie

Aufgrund des unterschiedlichsten Leistungsumfangs und der nicht homogenen Leistungsstruktur im Hotel- und Gastgewerbe, ist eine passende Definition für den Begriff Hotel sehr schwierig8. Für den Begriff Hotel gibt es weder betriebs- wirtschaftlich noch rechtlich eine eindeutige Definition.9 Wichtige Merkmale eines Hotels sind z.B.: Kurzfristige und vorübergehende Aufenthaltsmöglichkeit für je- dermann, die Befriedigung des Bedürfnisse nach Beherbergung und Verpfle- gung, wobei die Beherbergung dominieren sollte. Doch die Bedürfnisse der Men- schen, das Verhältnis zwischen Verpflegung und Beherbergung, die touristische Nachfrage und die Technik veränderten sich mit der Zeit so stark, sodass sich innerhalb der Beherbergungswelt zwei Beherbergungsformen entwickelten - klassische Hotellerie und Parahotellerie.10 Die folgende Abbildung zeigt die zwei Formen der Beherbergungsarten in Deutschland mit Beispielen bzw. Zuordnun- gen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Beherbergungsformen in Deutschland Eigene Darstellung in Anlehnung an Gardini, Marketing-Management in der Hotellerie, 2009, S. 30

Die Abbildung unterstreicht und verdeutlicht die Aussage des Fachautors Marco Gardini, dass „eine exakte Definition des Begriff Hotels außerordentlich schwie- rig“11 sei. Wesentlich für die klassische Hotellerie ist, dass sie einen höheren Standard im Vergleich zu anderen Beherbergungsunternehmungen aufweisen muss.12 Neben dieser Unterscheidung kann man in der Hotellerie auch einen mehrdimensionalen Ansatz finden, was in der folgenden Abbildung veranschau- licht wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Differenzierungskriterien in der Hotellerie Eigene Darstellung in Anlehnung an Gardini, Marketing-Management in der Hotellerie, 2009, S. 30

Um die Forschungsfrage zu beantworten ist die Unterscheidung nach der Betrei- berform wichtig. Innerhalb der Hotellerie wird eine Differenzierung anhand der Organisations- bzw. Betreiberform vorgenommen. In der Vergangenheit unter- schied man dabei vor allem zwischen dem Privat- bzw. Individualhotel auf der einen Seite sowie der Markenhotellerie auf der anderen Seite.13 Doch leider lässt sich diese einfache Aufteilung nicht mehr länger aufrecht halten, denn es ent- stand in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Mischformen aus beiden Bereichen, welche in der folgenden Abbildung bildlich vorgestellt und im Punkt 2.2 und 2.3 näher erläutert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Unterteilung der Privat- und Systemhotellerie Hotelmarkt Deutschland 2012, Seite 152 in Anlehnung an Freyberg, B. Gruner A., Waldschütz, L. 2012

An dieser Stelle sollte hier erwähnt werden, dass die Hotellerie ein wesentlicher Bestandteil des wirtschaftlichen Bezugsrahmens des Tourismus ist. Außerdem gehört sie zu der Gruppe der reinen Tourismusbetriebe, da ihre Existenzgrundla- ge originär von touristischen Angeboten bzw. Leistungen abhängt. Somit reprä- sentiert sie auch einen bedeutsamen Anteil in der touristischen Wertschöpfungs- kette.14

2.2 Systemhotellerie

Unter dem Begriff Systemhotellerie versteht man die Markenhotellerie, welche die Summe aller Hotels einer Hotelkooperation und Hotelkette beinhaltet. Wie auch in der Abbildung 1 bezeichnet man Franchiseunternehmen, Filialbetriebe oder auch Hotelkonzerne als Hotelketten. Hotelkooperationen dagegen sind Zu- sammenschlüsse rechtlich und wirtschaftlich selbstständiger Hotels, die aber bestimmte Kriterien erfüllen bzw. gemeinsame Kriterien haben müssen. Die Ho- telkooperationen nehmen immer mehr das Verhalten von Kettenhotels an. Des- halb unterscheidet die DEHOGA nicht mehr zwischen Hotelgesellschaften und Hotelkooperationen, sondern allgemein über Markenhotellerie bzw. Systemhotel- lerie.15 Zusammengefasst kann über Systemhotellerie gesagt werden, dass diese eine bestimmte bzw. einheitliche Konzeption verfolgen. Außerdem sollten sie über mindestens vier Hotels verfügen, davon muss sich mindestens eines in Deutschland befinden.16 Darüber hinaus sind sie kapitalmäßig häufig juristisch oder auch organisatorisch miteinander verbunden und haben eine zum Teil ein- geschränkte wirtschaftliche Selbstständigkeit. Da sie organisatorisch unter ein- heitlicher und zentraler Führung und Leitung operieren, treten diese am Markt auch unter gleichem Namen auf, die natürlich auch hinsichtlich ihres Angebots den gleichen qualitativen Standard bieten.17

2.3 Privathotellerie

Unter Privat- bzw. Individualhotellerie ist die Gesamtheit der Einzelunternehmun- gen zu verstehen, die im Regelfall von Privatleuten oder Familienmitgliedern ge- führte Eigentümer- bzw. Pachtunternehmen sind.18 Bei Privat- bzw. Individualho- tellerie handelt es sich vorwiegend um kleine und mittlere Betriebe mit charakte- risierten Merkmalen wie z.B.: Einheit von Eigentum, Inhaber und Geschäftsfüh- rung. Darüber hinaus tragen die Privathoteliers die volle Verantwortung, das volle Risiko und die volle Haftung für Erfolg und Misserfolg. Oft haftet der Unternehmer unbeschränkt, d.h. auch mit seinem Privatvermögen. Das Privathotel zeichnet sich durch flache Hierarchien und hohe Flexibilität aus. Der Unternehmer kann allein entscheiden und sein unternehmerisches Können frei entfalten. Aus der Sicht des Gastes ist der Direktkontakt des Geschäftsführers zu Ihnen ein Quali- tätsmerkmal und lässt somit eine persönliche, familiäre Atmosphäre herrschen. Noch zu erwähnen ist, dass es bei den Individualhotels es keine festgelegten Standards und Angebote gibt. Deshalb ist immer ein sehr unterschiedliches Qua- litätsniveau zu verzeichnen.19 Nicht zu vergessen ist, dass der Hotelier stets überlastet ist und es durchaus auch zu einem damit hervorgehenden schlechten Empfang kommt.

[...]


1 Vgl. Hotelmarkt Deutschland 2012, S. 58.

2 Vgl. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/29514/umfrage/gaesteuebernachtungen-in- deutschland-seit-1992/, Zugriff am 14.12.2013.

3 Hotelmarkt Deutschland 2012, S. 58.

4 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlechter.

5 Vgl. ebenda, S.58f.

6 Vgl. ebenda, S.58f.

7 Vgl. Henschel, 2008, S.106f.

8 Vgl. Gardini, 2009, S.29.

9 Vgl. Henschel, Gruner, von Freyberg, 2013, S.47f.

10 Vgl. Hotelmarkt Deutschland 2012, S.153.

11 Gardini,2009, S.29.

12 Vgl. Henschel, Gruner, von Freyberg, 2013, S.47.

13 Vgl. Henschel, Gruner, von Freyberg, 2013, S.7f.

14 Vgl. Gardini, 2010, S.2.

15 Telefonische Auskunft am 05.11.2013, Frau Schröter, GEHOGA Gesellschaft zur Förderung von Hotellerie/DEHOGA Brandenburg.

16 Vgl. Henschel, Gruner, von Freyberg, 2013, S.20.

17 Vgl. Gardini, 2009, S.11.

18 Vgl. Henschel, Gruner, von Freyberg, 2013, S.21.

19 Vgl. Henschel, Gruner, von Freyberg, 2013, S.23.

Details

Seiten
24
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656590545
Dateigröße
958 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v267688
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
1,0
Schlagworte
Hotelklassifizierung Hotel Privathotellerie Systemhotellerie Hotelmarkt Klassifizierung DEHOGA Sterne Hotels in Deutschland

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Titel: Die deutsche Hotelklassifizierung als Orientierungskriterium für die Hotelauswahl von Gästen