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Herstellung und Vermarktung von eigenen Produkten

Facharbeit (Schule) 2008 54 Seiten

BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Vorwort
1.1. Geschichte der Ernährung
1.2. Vom Markt zum Supermarkt
1.3. Lebensmittelskandale
1.3.1. BSE Skandal
1.3.2. Gammelfleisch
1.3.3. MKS Skandal
1.3.4. Sonstige Lebensmittelskandale
1.3.5. Auswirkungen
1.4. Ziele dieser Arbeit
1.5. Meine persönlichen Ziele

2. Die Geschäftsidee
2.1. Namensfindung
2.1.1. Die Blüte und Schrift
2.1.2. Die regionale Vermarktung
2.1.3. Begriffserklärung Qualität
2.2. Käufergruppen

3. Die Marke „Achalm-Blüte“
3.1. Begriffserklärung Marke

4. Die Firmengründung – Die Firma „Achalm-Blüte“
4.1. Namen und Logo schützen
4.2. Gewerbeanmeldung
4.2.1. Umsatzsteuer
4.2.2. Einkommensteuer
4.3. Versicherung
4.3.1. Produkthaftung
4.3.2. Betriebshaftpflicht
4.4. Findung des Vermarktungsstandortes
4.4.1. Entscheidungsfindung zum Vertrieb auf einem Bauernhof
4.4.2. Warum auf dem Bauernhof eingekauft wird
4.5. Vermarktung im Internet
4.6. Vorstellung der Bauernhöfe
4.6.1. Unternehmenssituation Bauernhof
4.6.2. Unternehmenssituation Bauernhof
4.6.3. Vereinbarung zwischen Bauernhof und Achalm-Blüte

5. Produkte der Firma „Achalm-Blüte“
5.1. Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung (LMKV)
5.1.1. Etikettierung für Liköre
5.1.2. Etikettierung für Konfitüren/Gelees
5.2. Materialauswahl / Verpackung
5.2.1. Glasflaschen/ Glasgläser
5.2.2. Der Kunststoffpfropfen
5.2.3. Der Twist-Off-Verschluss
5.2.4. Parafilm zum Versiegeln der Gläser und Flaschen
5.2.5. Drahtbügel zum Versiegeln der Flaschen
5.2.6. Verpackung und Versand
5.2.7. Ballons zur Lagerung
5.2.8. Getränkefässer zur Herstellung
5.2.9. Material-Anschaffungskosten
5.2.10. Allgemeines zu Konfitüre & Likör Herstellung
5.2.11. Bestimmung des Alkoholgehaltes
5.3. Herstellungsablauf von Konfitüre/ Gelee
5.3.1. Abfüllungsprozess von Konfitüren/Gelees
5.3.2. Kosten für Quittengelee
5.4. Herstellungsablauf von Likören
5.4.1. Obstbrände
5.4.2. Kosten für Schlehenlikör

6. Hygiene
6.1. Betriebshygiene
6.2. Personalhygiene
6.3. Lebensmittelhygiene

7. Preisvergleich
7.1. Preisvergleich mit Onlineshops
7.2. Preisvergleich mit Läden
7.3. Preisfindung der Produkte
7.3.1. Kundenbindung durch Rabattmöglichkeiten

8. Kapitalbedarf

9. Rentabilitätsvorschau 2008/

10. Fazit
10.1. Vor- und Nachteile der Sortimentserweiterung für den Bauernhof

11. Der erste Schritt

12. Abbildungen:
12.1. Abbildung 1: Mindmap des Probeverkaufs:
12.2. Abbildung 2: Plakat des Probeverkaufs:
12.3. Abbildung 3: Wegschilder
12.4. Abbildung 4: Umfrage des Probeverkaufs
12.5. Abbildung 5: Anmeldeformular Patentamt
12.6. Abbildung 6: Bestätigung Patentamt
12.7. Abbildung 7: Formular Netbeat

13. Quellenangaben:

1. Vorwort

1.1. Geschichte der Ernährung

Einst schufen Menschen Vorräte, um kalte Wintermonate zu überleben. Heute ist vieles anders. Im Supermarkt locken Delikatessen aus aller Welt.

Wie selbstverständlich kommen Kälte zum Frischhalten, Hitze zum Kochen, Kraft zum Pressen, Schneiden und Rühren aus der Steckdose. Lebensmittel lagern in klimatisierten Hallen, um die Saison von Obst und Gemüse zu verlängern.

Leute von heute werkeln in kleinen Haushalten und setzen neue Ideen in die Tat um. Sie schaffen Vorrat nach eigenen Vorstellungen und sind aufgeschlossen für Schritte, die Rohstoffe und Energie einsparen. Sie pflücken Erdbeeren beim Bauern auf dem Feld und wissen, dass überdüngtes Obst und Gemüse zum Einmachen nicht taugt, weil die Haltbarkeit gefährdet würde.

1.2. Vom Markt zum Supermarkt

Heute sind fast alle Lebensmittel zu jeder Jahreszeit erhältlich. In den Supermärkten biegen sich die Obst- und Gemüsestände buchstäblich unter ihrer bunten Last: Äpfel aus Chile, Kiwis aus Neuseeland, Weintrauben aus Südafrika, Frühlingszwiebeln, Erdbeeren und Paprika aus den entferntesten Winkel unserer Welt sind das ganze Jahr erhältlich. Der Lebensmittelkonsum ist weder von der Saison noch von der Region abhängig; auch die weitesten Transportwege sind nur noch eine Frage der Logistik und Preiskalkulation. Paradiesische Zustände für Verbraucher, der Traum vom Schlaraffenland scheint wahr geworden zu sein. Und der Lebensmittelhandel macht mit importierten und exotischen Lebensmitteln hervorragende Geschäfte.

So verzeichnet der Handel mit Südfrüchten, exotischen Früchten und Frischgemüse gegen den allgemeinen Trend im Lebensmittelhandel seit Jahren starke Zuwachsraten. Der Anteil der Produkte, die importiert werden steigt kontinuierlich, während der Inlandsabsatz bei einigen heimischen Gemüse- und Obstsorten ständig abnimmt. Der Lebensmittelhandel kann Umsatz-Zuwächse, abgesehen vom Preis, fast nur noch über besondere Produkte erzielen. So gelangt Exotisches zu erschwinglichen Preisen auf unseren Teller. Besonders befremdlich mag diese Entwicklung bei den als ökologisch erzeugten und zertifizierten Lebensmitteln anmuten, wenn beispielsweise biologisch angebaute Cocktailtomaten aus Israel oder zertifiziertes Lammfleisch aus Neuseeland eingeflogen wird.

Ich möchte diesen Abschnitt als Anregung nehmen, dass der Leser darüber nachdenkt in welchem verstrickten Netz zwischen Angebot und Nachfrage er steckt. Welche Produkte er für seine tägliche Versorgung benötigt und welche Produkte vielleicht nur aus Prestige gekauft werden.

Die heutige „Rund-um-Versorgung“ in den Industriestaaten hat ihren Preis. Tier-, Futtermittel- und Nahrungsmitteltransporte begünstigen die Verbreitung von Seuchen, wie der BSE-Fall in Deutschland. Die Ausbreitung sowie die rasante Expansion der Maul- und Klauen-Seuche. Die Lebensmittelskandale werden im Abschnitt 1.3 genauer erläutert. Es gibt Lebensmittel- und Getränkehersteller, die in fast allen Ländern Niederlassungen haben. Um sich neue Märkte, insbesondere im globalen Süden zu erschließen, bieten sie ihre Produkte zu Dumping-Preisen an. Die lokalen Anbieter können diesem Preis-Dumping nicht standhalten und werden in den Ruin getrieben bzw. aufgekauft. Lokale Produkte verschwinden aus den Regalen der Supermärkte und werden durch deren eigene Produktpalette ersetzt.

Da die Produkte solch weite Strecken transportiert werden müssen, droht der totale Verkehrskollaps: Die täglichen Verkehrsbelastungen sind nicht nur ein permanentes Ärgernis für den mobilen Menschen, vielmehr trägt der Ausstoß von Treibhausgasen durch den zunehmenden Schwerlastverkehr erheblich zur Verschlechterung des Weltklimas bei. Und die EU-Osterweiterung wird nicht nur neue Märkte bringen, sondern auch billige Arbeitskräfte und günstige Produktionsstandorte für die Lebensmittelverarbeitung. Eine weitere Zunahme der Lebensmittel- und Tiertransporte ist damit schon vorprogrammiert.

Ein weiteres trauriges Thema sind die Lebensumstände der Bevölkerung in den produzierenden Ländern. Hersteller beziehen ihre Ausgangsprodukte aus Ländern, in denen unter extrem niedrigen Menschenrechts-Standards produziert wird, wie z.B. bei der Kakao- und Kaffee Produktion. Hier werden Menschen gesundheitlich und sozial ausgebeutet und die Umwelt zerstört (z.B. Kinder-Sklaverei, Plantagenanbau, Monokulturen unter massivem Einsatz von Pflanzengiften, Land-Vertreibung etc.) Die weltweite Kakao-Produktion wird von einigen wenigen Firmen beherrscht, die ein Netz aus Plantagen, Fabriken und Handelseinrichtungen besitzen. Als Marktführer haben Firmen großen Einfluss auf die extrem niedrigen und schwankenden Weltmarktpreise von Lebensmitteln.

Glücklicherweise scheint dieser Trend ganz langsam ein Ende zu nehmen. Regionale Produkte bekommen eine immer größer werdende Bedeutung. Die Menschen legen mehr Wert auf Nahrungsmittel. Sie sind somit bereit mehr Geld für qualitativ hochwertigere Produkte auszugeben, obwohl das Einkommen des durchschnittlichen Bürger immer geringer wird.

1.3. Lebensmittelskandale

In den letzten Jahrzehnten traten weltweit immer wieder erschreckende Berichte über Krankheiten und Krankheitserreger von Nahrungsmittel- bzw. Nahrungsmittellieferanten auf.

Wie in Abschnitt 1.2 erwähnt, möchte ich in diesem Rahmen einige dieser Skandale wieder in Erinnerung rufen, die aktuell teilweise immer noch Probleme bereiten.

1.3.1. BSE Skandal

Am 26. November 2001 wurde in Deutschland zum ersten Mal ein einheimisches Rind positiv auf BSE getestet. Bis heute sind allein in Baden Württemberg 47 Fälle aufgetreten. Auswirkung auf den Menschen: Der so genannte Rinderwahnsinn ist eine übertragbare, tödliche Gehirnkrankheit.

Symptome sind: Zittern, ruckartige, unkontrollierte Bewegungen und Schaum vor dem Mund.

Auswirkungen auf den Markt: Durch diesen Skandal sind Bio Produkte um 30% gestiegen.

1.3.2. Gammelfleisch

Gammelfleisch ist ein umgangssprachlicher, negativ besetzter Begriff, der Ende 2005 während einer Welle von Lebensmittelskandalen in Deutschland geprägt wurde. Seitdem erstmals im November 2005 ein Fall von Gammelfleisch in einer Gelsenkirchener Firma mit 131 Tonnen verdorbenem Puten- und Rindfleisch, das in den Handel gelangte, ans Tageslicht kam, reißt die Kette skandalöser Aufdeckungen nicht mehr ab.

Symptome die eine klassische Lebensmittelvergiftung hervorrufen, sind typische Magen- Darm- Beschwerden, sowie Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfälle und Kopfschmerzen. In der Regel klingen die Symptome bei einem gesunden Erwachsenen nach einigen Tagen ab.

Deutschlandweit gibt es 200.000 Erkrankungen jährlich, eine mögliche 10-fache Dunkelziffer und etwa einen Todesfall täglich.

1.3.3. MKS Skandal

Die Maul- und Klauenseuche ist eine seit alters her bekannte und gefürchtete höchst infektiöse Viruserkrankung. Die letzten MKS- Fälle in Deutschland traten 1988 auf.

Doch in vielen Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas ist sie nach wie vor heimisch. Auch die südlichen Länder Europas werden, ausgehend von der Türkei, ständig bedroht. Ausbrüche wie in Japan zeigen, dass die Seuche jederzeit auch in Länder eingeschleppt werden kann, die seit Jahrzehnten als krankheitsfrei galten.

Wie am 20.Februar 2001 in England der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche bei 27 Schweinen festgestellt und amtlich bestätigt wurde.

1.3.4. Sonstige Lebensmittelskandale

Hier möchte ich noch an einige Lebensmittelskandale der letzten Jahre erinnern, ohne auf diese näher einzugehen.

- Dioxin belastete Hühnereier (Belgien)
- Hormone in der Kälbermast (Westfalen)
-Glykol im Wein (Italien)
- Genmanipulierte Kartoffeln (England)

1.3.5. Auswirkungen

Diese und alle ungenannten Skandale sorgen für einen Verlust des Vertrauens gegenüber den Vertreibern von Lebensmittel, den Lebensmittelherstellern und deren Zulieferer.

Auf der anderen Seite steigt die Anzahl der natürlich produzierten Waren stetig. Welches ein Vorteil für den Verkauf von natürlichen Produkten ist.

1.4. Ziele dieser Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, die grundsätzlichen Gedanken, die hinter der Marke Achalm-Blüte stehen zu erläutern und auszuarbeiten. Es werden die Vor- und Nachteile erläutert, warum die Vermarktung auf einen Bauernhof stattfinden soll und ob dies realisierbar ist. Dazu werden verschiedene Untersuchungen und Befragungen durchgeführt.

Ich möchte zudem herausfinden, warum die Anzahl der natürlichen Produkte weiter steigen und selbst die Discounter ein immer größer werdendes Sortiment anbieten müssen, durch Angebot und Nachfrage.

Da ich im Vorfeld geplant habe, den Vertrieb meiner Produkte auf einem Bauernhof zu realisieren, wird in dieser Arbeit erläutert, welche Kriterien für dies ausschlaggebend sind.

Für meine Arbeit ist es wichtig einen Bauerhof mit Hofladen zu finden, der mir Räumlichkeiten zu Verfügung stellt, in dem meine Produkte hergestellt werden können. Da meine Produkte nur saisonbedingt hergestellt werden können, würden die Räume nur zeitweise angemietet werden müssen. Dies hat den Vorteil, dass nur geringe Mietkosten anfallen. Diese geringen Mietaufwendungen würden sich positiv in den Endpreis der Produkte widerspiegeln.

Ein weiteres Ziel ist es herauszufinden, ob diese Geschäftsidee finanziell profitabel ist, auch wenn die Ausgabe durch die Anmietung der Produktionsräume, die entsprechenden Versicherungen und weitere Unkosten dementsprechend höher werden.

Dem gegenüber steht, ob es finanziell sinnvoller ist, weiterhin nur an die Familie und Bekannte zu verkaufen und somit diese Geschäftsidee nur als Hobby zu betreiben.

1.5. Meine persönlichen Ziele

Ich habe mir mit dieser Arbeit zum Ziel gesetzt, mein eigentliches Hobby in einem professionellen Rahmen abzustecken. Das heißt, dass ich die Firma „Achalm-Blüte“ auch weiterhin betreiben möchte.

Da ich Freunde, Bekannte und meine Familie von der Qualität und dem Geschmack meiner Erzeugnisse überzeugen konnte, kam mir die Idee, meine Produkte in größeren Mengen herzustellen. Nun ist es mein Ziel, eine entsprechend größere Zielgruppe von der Qualität und dem Geschmack meiner Produkte zu überzeugen.

Dies setzt voraus, dass nicht nur die Produkte selbst professionell hergestellt werden, sondern auch die Aufmachung und die Werbung/Verpackung auf ein entsprechendes Niveau angehoben werden muss.

Ein guter Nebeneffekt ist, dass ich mein eigener Chef bin, die Zeit selbst einteilen kann, eigenes Geld verdiene und mir so auch eine weitere berufliche Perspektive schaffe.

2. Die Geschäftsidee

Die Idee ist, in der Saison Obst zu verarbeiten was gut ist und wenig kostet, in heimischen Gärten reift oder dem Nachbarn über den Kopf wächst. Schonende Ernte, Lagerung sind einige Faktoren und Maßstäbe für hochwertige Naturerzeugnisse.

Viele private Obstbäume und Sträucher bleiben immer häufiger ungenutzt. Früchte reifen, werden aber nicht geerntet und verfaulen auf den Grundstücken. Dies liegt sicher auch daran, dass die Inhaber mangels Zeit und Lust den schnelleren Weg zu fertigen Produkten suchen und Geld anstatt Zeit investieren.

Durch diese Tatsache ist leicht an sehr viel Rohstoffe zu kommen. Oftmals sind die Menschen dankbar dafür, dass man sie von der „Last“ befreit. Dadurch haben sie weniger Arbeit ihren Garten von faulendem Obst zu befreien. Ein günstiger Nebeneffekt ist die Tatsache, dass Gewächse, die nicht auf Produktivität getrimmt werden auch nicht mit Chemikalien behandelt werden. Somit sind die Pflanzen und der Boden frei von Schadstoffen.

Weiter ist zu beachten, dass dadurch nur ein geringer Teil der Zutaten hinzugekauft werden muss.

Ein weiterer Vorteil ist, dass durch das saisonale Verarbeiten der Früchte gewisse Produkte auch nur in gewissen Zeiträumen hergestellt werden. Dadurch entsteht eine freie Arbeitseinteilung. Es ist möglich, zunächst mit wenigen Produkten zu beginnen und dadurch den Absatz einzelner Produkte abzuschätzen. So sind die Kosten beim Start des Projektes überschaubar und das Risiko minimiert.

Der bisherige Kundenkreis der seit längerem aus Familie und Freunden besteht soll durch eine professionelle Vermarktung ausgebaut werden.

Durch das langsame Herantasten an den Markt entsteht eine Art „Mund-Zu-Mund Propaganda“, die den Bekanntheitsgrad steigern und somit weitere Rohstoffe und Kunden mit sich bringen.

Wichtige Faktoren sind dabei, dass ein einheitliches Erscheinungsbild der Produkte zu erkennen ist. Auf dieses Thema gehe ich näher im Abschnitt „3. Die Marke „Achalm-Blüte““ ein.

2.1. Namensfindung

Der Name der Produkte soll einen individuellen Charakter hervorheben.

Der Produktname und das Logo müssen sich im Gedächtnis des Käufers festsetzen, da der erste Eindruck immer durch das Äußere entsteht. Das Design (Farbe, Logo, Blüte) unterstützt die Qualität des Produktes und gibt somit kaufbeeinflussende Impulse.

Um die Tatsache, dass es sich um regionale Produkte handelt, zu unterstreichen, lag es sehr nahe den Begriff „Achalm“ zu verwenden, da dieser Berg weit über die Region Reutlingen bekannt ist und als ein Wahrzeichen für diese Stadt steht. Dies ruft beim potentiellen Käufer Heimatverbundenheit und Vertrauen hervor.

2.1.1. Die Blüte und Schrift

Es ist wichtig, optisch die Aspekte zu unterstreichen, die hinter einer Marke stehen. So muss ein Design gewählt werden, das die Zielgruppe anspricht. Demnach muss Natürlichkeit, Frische, Regionalität und Vertrauen beim Anblick eines Motivs assoziiert werden.

Die Blüte an sich soll der Käufer mit der Frische der Produkte verbinden. Ihre Farben (Pastellfarben) sollen natürlich wirken. Grelle Farben würde man eher mit Künstlichkeit und vielleicht sogar mit Farbstoffen verbinden. Der Malstil der Blüte soll an etwas Handgemachtes erinnern. Zudem ist dieser Stil zeitlos, seriös und nicht aufdringlich. Durch die Wahl der Handschrift soll die Individualität des Produktes hervorgehoben werden. Der Käufer soll das Gefühl bekommen, ein Produkt aus dem Kellerregal seiner Großmutter in der Hand zu halten. Zudem wird dem Käufer mit diesem nostalgischem Effekt suggeriert, dass das Rezept des Produktes über Generationen hinweg übermittelt wurde.

Ein Beispiel für dieses Konzept ist die Produktreihe „Bonne Maman“ der Firma Odenwald-Früchte GmbH. Sie setzen auf ein sehr reduziertes Design. Es wird kein Logo verwendet. Die Etiketten sind mit einer schwarzen Handschrift auf weißem Grund mit den allernötigsten Informationen bedruckt. Ähnlichen dem erwähnten, selbst gemachten Marmeladenglas, das man im Kellerregal der Großmutter findet.

2.1.2. Die regionale Vermarktung

Durch das abnehmende Vertrauen der Verbraucher gegenüber globalen, anonymen Lebensmitteln gibt es ein Bestreben, die Transportwege kurz zu halten. Ein Großteil der Bevölkerung verbindet mit Regionalität auch den Begriff der Qualität. Die Wertschätzung der bäuerlichen Arbeit steigt mit dieser Art von Qualitätsproduktion. Wichtig ist, dass das Konzept der Regionalvermarktung an die örtlichen Gegebenheiten ausgerichtet ist.

2.1.3. Begriffserklärung Qualität

Der Begriff "Qualität" ist abgeleitet vom lateinischen Wort "qualis" und bedeutet "wie beschaffen". Demnach beinhaltet Qualität zunächst neutral die Beschaffenheit, die Güte oder den Wert meines Produktes. Ob eine Qualität als gut oder schlecht bewertet wird, ist von dem Erfüllungsgrad der erwarteten oder festgelegten Kriterien abhängig.

Ähnlich neutral ist die Definition nach DIN EN ISO 8402. Darin wird Qualität als „die Gesamtheit der Eigenschaften und Merkmale bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen " beschrieben.

Gleich welche Formulierung als die geeigneter erscheint, wichtigster Aspekt innerhalb der Qualitätsdiskussion ist der Kunde. Er ist letztlich der Maßstab, der entscheidet, ob ein Produkt die gewünschte Qualität hat oder nicht. Um also "Qualität" herzustellen, muss dem Wunsch der Kunden Rechnung getragen und diese regelmäßig überprüft werden.

Die Beurteilung der Qualität durch den Kunden und verschiedene notwendige Aufwendungen für die Qualitätssicherung haben sich zu Wettbewerbsfaktoren entwickelt, welche für den Unternehmenserfolg von zentraler Bedeutung sind. Zudem ist Qualität ein wichtiges Kriterium, um sich von der Konkurrenz abzuheben, Kundinnen und Kunden zu gewinnen, zu halten und dadurch schließlich wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen.

2.2. Käufergruppen

Unter den Verbrauchern, die natürliche Lebensmittel konsumieren, lassen sich drei Käufergruppen identifizieren: Die "Probierkäufer" bilden mit über der Hälfte der Verbraucher bisher noch die breite Masse aller Haushalte. Der Anteil von Natürlichen Produkten an ihren gesamten Aufwendungen ist noch recht bescheiden. Bei einem Drittel der Konsumenten sind die Ausgaben für natürliche Produkte bereits deutlich höher. Die "Bewussten" kaufen regelmäßiger. Zur "Kerngruppe" gehört etwa jeder zehnte Haushalt. Diese Verbraucher kaufen zwar nicht ausschließlich natürliche Lebensmittel. Der Anteil von den Lebensmitteln hat bei ihnen jedoch einen sehr hohen Stellenwert.

Alle drei Käufergruppen haben zwei Dinge gemeinsam: Sie steigern ihre Ausgaben für natürliche Produkte, und der Anteil der Bio-Einkäufe im Discountbereich gewinnt an Bedeutung. Beides jedoch unterschiedlich stark. So bleibt die "Kerngruppe" den Bio-Geschäften und Bauernhöfe treu und nutzt die Discounter nur in einem sehr geringen Maße.

3. Die Marke „Achalm-Blüte“

Im Vordergrund der „Achalm-Blüte“ steht Gesundheit und Ökologie. Gesund Leben bedeutet nicht der Verzicht auf Genuss. Die Lust am Genuss steht im Vordergrund. Die Grundidee ist es, eigene Rezepturen zu verwenden und sich durch deren Geschmack von anderen Anbietern abzuheben.

3.1. Begriffserklärung Marke

Eine Marke ist ein Name, Bezeichnung, Zeichen, Design, Symbol oder eine Kombination dieser Elemente. Sie dient der Identifikation des Produktes. Die Abgrenzung von anderen Produkten ist die Grundlage für die Preisabhebung.

Der Verbraucher entscheidet, was eine Marke ist. Eine Marke kann man nicht einfach in kurzer Zeit durch genügend Geld in der Werbung erschaffen, sie ist etwas, was über längeren Zeitraum wachsen muss.

Für den Verbraucher hat ein Markenartikel folgenden Nutzen:

- Markenangebote sind zwar nicht in jedem Fall besser, aber ein zuverlässiges Angebot
- Der wiederholte Kauf eines Produktes derselben Marke ist risikofreier.
- Ein Kauf wird dadurch erleichtert, und man muss nicht mehr lange überlegen. Dies macht den Einkauf schneller
- Man kann dem Anbieter vertrauen, was gerade in der Lebensmittelbranche mit ihren Skandalen von Bedeutung ist. Die Unsicherheit ist groß.

Für den Verbraucher ist die Marke eine verlässige Entscheidungshilfe. Sie stillt sein Verlangen nach Orientierung, welches größer wird, je weniger Zeit er für den Einkauf hat.

4. Die Firmengründung – Die Firma „Achalm-Blüte“

Im folgenden Kapitel werde ich darstellen, welche Schritte zur Gründung einer Firma nötig sind.

4.1. Namen und Logo schützen

Um zu verhindern, dass das Design meiner Marke „Achalm-Blüte“ nicht kopiert und anderweitig verwendet wird, hab ich mich dazu entschlossen diese schützen zu lassen.

Um dies zu verwirklichen muss der Name und das Logo als „Bild- und Wortmarke“ beim Patent- und Markenamt in München hinterlegt werden. Dadurch ist sicher gestellt, dass Achalm-Blüte mit dem dazugehörigen Logo der Blüte auf meinen Namen registriert ist. Die Registrierung bzw. Namensschutz kostet 300 € für 10 Jahre (die Anmeldung Abb. 5 und die Bestätigung Abb.6 finden Sie im Anhang). Nach Ablauf dieses Zeitraums kann die Eintragung verlängert werden.

4.2. Gewerbeanmeldung

Anzumelden ist ein Gewerbe in der Gemeinde, in der der Betrieb den Sitz hat. Formulare erhalten Existenzgründer beim zuständigen Amt. Die Gemeinde schickt eine Kopie der Anmeldung bzw. Anzeige an das zuständige Finanzamt.

Für eine Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde wird eine geringe Gebühr, in Höhe von 22 € (in Reutlingen) erhoben.

Von der Anmeldung erhalten unter anderem folgende Institutionen Kenntnis: Das Statistische Landesamt, das Finanzamt, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die zuständige Berufsgenossenschaft, das Eichamt, die Bundesagentur für Arbeit und die für die staatliche Gewerbeaufsicht zuständige Behörde.

4.2.1. Umsatzsteuer

§19 Umsatzsteuergesetz (UStG) enthält das so genannte Kleinunternehmerprivileg, das in einer Umsatzsteuerbefreiung für Kleinunternehmer besteht. Die Umsatzsteuer wird nicht erhoben, wenn der voraussichtlicher Umsatz die Grenze von nunmehr 17.500 € überschreitet. Ist der Nettoverdienst im Vorjahr nicht höher als der oben angegebene Betrag, wird keine Umsatzsteuer erhoben - wobei der voraussichtliche Umsatz im laufenden Jahr nach wie vor 50.000 € nicht übersteigen darf.

[...]

Details

Seiten
54
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656577850
ISBN (Buch)
9783656577836
Dateigröße
3.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v267414
Note
1,3
Schlagworte
herstellung vermarktung produkten

Autor

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Titel: Herstellung und Vermarktung von eigenen Produkten