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"Bombenstimmung" in Israel

Die geschichtlichen Motive für Terrorismus im Israel-Palästina-Konflikt und das Aufgreifen dieser im Film "Paradise Now" (2005)

Seminararbeit 2013 22 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die geschichtlichen Motive für Terrorismus und das Aufgreifen des Films Paradise Now (2005)
2.1 Die geschichtlichen Motive für Terrorismus im Israel-Palästina-Konflikt
2.2 Das Aufgreifen der Motive im Film Paradise Now (2005)

3. Schluss

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Im November 2012 erreichte die Gewalt im Israel-Palästina-Konflikt eine neue Hochphase (vgl. (tagesschau.de 2012: o.S.) Die palästinensische Hamas feuerte aus dem Gaza-Streifen Raketen auf Israel, worauf die Israelis mit gezielten Luftangriffen antworteten. Auch eine Bodenoffensive war nicht ausgeschlossen. Wieder forderte der über 100 Jahre alte Konflikt viele Opfer (vgl. tagesschau.de 2012: o.S./ vgl. Tessler 1994: 123).

Die Israelis und die Palästinenser haben eine lange und blutige Vorgeschichte, deren enorme Aggressivität mit dem Beschluss des UN-Teilungsplanes begann (vgl. Tessler 1994: 261). Viele kennen diese Vorgeschichte nicht und laufen Gefahr eine einseitige, unvollständige Meinung über den Konflikt zu bekommen, werden die Palästinenser doch lateral als die Terroristen und Schuldigen in den Medien gebrandmarkt. Doch sieht man genauer hin, so gibt es auch zahlreiche Gründe für den Terrorismus, den die Palästinenser wohl eher als Kampf für Freiheit betrachten. Diese Gründe gilt es zu erkennen und zu erläutern, damit unsere Gesellschaft nicht Gefahr läuft einen der größten Konflikte unserer Zeit in einem falschen Bild zu sehen.

Man muss sich also die Frage stellen, wie man ein sachliches, bilaterales Bild des gesamten Konflikts, sprich der Kriege, des Terrors und der Politik, herstellt. Hierzu werde ich die Geschichte des Landes aufzeigen, vertiefend ab der Gründung des israelischen Staates 1948 (vgl. Tessler 1994: 269). Die Geschichte gibt uns viele Informationen, die wir im normalen Medienkonsum nicht bekommen, sie offenbart Hintergründe, die essentiell sind, den ganzen Konflikt, die gesamte Entwicklung der beiden Völker zu verstehen. Dadurch entsteht die Möglichkeit die Gründe für den Terrorismus nachvollziehen zu können, insbesondere die Motive, die Palästinenser bewegen. Um die Sichtweise des palästinensischen Volkes näher zu erläutern, werden anhand ausgewählter Szenen aus dem Film Paradise Now (2005), die geschichtliche Motive aufgreifen und nach deren Darstellung die Situation der Palästinenser, ihre Unfreiheit und ihr Leiden, wiedergeben.

All diese Ansatzpunkte ergeben folgende Forschungsfrage für die Proseminararbeit: Was sind im Israel-Palästina-Konflikt geschichtliche Motive für Terrorismus seitens der Palästinenser und wie greift der Film Paradise Now (2005) diese auf?

Ziel ist es, den Lesern und Leserinnen die andere Seite der Medaille zu zeigen. Ich will mit dem lateralen Bild des Israel-Palästina-Konflikts aufräumen und zeigen, dass eine bilaterale Schuld besteht, entgegen dem Medienbild. Ich will zu verstehen geben, dass es tiefliegende Gründe für den Terrorismus seitens der Palästinenser gibt und aufzeigen für was sie kämpfen. Dieses Wissen ist erforderlich, will man den Konflikt in all seinen Zügen verstehen. Selbiges will ich erreichen: Ein volles Verständnis des Konfliktes und einen Anstoß an weiteres Denken über das Thema. Durch den speziell ausgewählten Film, der keineswegs zu den Blockbustern zählt, will ich die Seite der Palästinenser verdeutlichen, die meiner Ansicht nach zu wenig beleuchtet wird. Am Ende soll ein neutrales Bild der Auseinandersetzung zwischen Israelis und Palästinensern gezeigt werden - allerdings werden zwischendurch Kommentare, die Gründe für Terrorismus erläutern eingeschoben -, bei dem klar wird, dass die Schuld an den Kämpfen nicht nur auf palästinensischer Seite zu finden ist.

Wie oben bereits erwähnt ist der Israel-Palästina-Konflikt eines der längsten gewaltsamen Auseinandersetzungen, die immer noch aktuell sind. Es sieht unglücklicherweise nicht nach Besserung aus, besonders wenn man das rechte Lager Israels betrachtet, das an der Neuwahl dieses Jahr kandidiert. Jenes will keinen palästinensischen Staat akzeptieren. Umso relevanter ist es also, den Konflikt auf einer sachlichen Basis zu bearbeiten und von einem neutralen Blickwinkel aus zu betrachten. Denn nur das löst den Konflikt. Es geht in dem tief in die Vergangenheit und in Religion verwurzeltem Krieg zwischen zwei Welten um gegenseitiges Verständnis, um gegenseitige Akzeptanz und Respekt. Diese kann und wird nicht gegeben sein, wenn auch die Welt um die beiden Völker herum jeweils laterale Meinungen haben, die auf politische Prozesse ungehindert einfließen. Auch wenn ich 'nur' auf individueller Ebene Verständnis schaffen kann, so ist doch jede Meinung Bestandteil der Demokratie. Nichts wird so schnell den Konflikt lösen können, jedoch können wir uns eine nüchterne Meinung darüber bilden, ohne vorschnell zu urteilen. Besonders wichtig ist dies gerade in Europa beziehungsweise im westlichen Raum, da wir sehr stark mit Vorurteilen gegenüber Moslimen und Palästinensern geprägt sind. Es gilt im heutigen Mediengewirr Klarheit zu schaffen und ein solch wichtiges Thema unserer Zeit stets aktuell und wissenschaftlich beleuchtet zu halten, um eine vernünftige Meinung zu ermöglichen. Niemand soll nach dem Lesen dieser Proseminararbeit haltlos die Palästinenser unterstützen, allerdings wäre es vorteilhaft und für politische Gespräche zuträglich, wenn man die selten gezeigte Seite der Palästinenser besser kennen lernt.

Natürlich ist es im Rahmen einer Proseminararbeit unmöglich dem immensen Umfang des Konflikts gerecht zu werden, weshalb auch vor allem die palästinensische Seite untersucht wird. Weiter eingrenzen werde ich das Thema dadurch, dass ich auf der einen Seite nur die Geschichte seit dem 19. Jahrhundert wiedergebe und interpretiere und auf der anderen Seite diese auch erst ab 1948 detailliert bearbeite. Der Film wird dahingehend eingegrenzt, dass wenige spezielle Szenen herangezogen werden, sondern viele Aussagen aus vielen unterschiedlichen Szenen.

Der Einleitung folgt der theoretische Teil der Arbeit. Hier wird zuerst kurz das Thema Terrorismus allgemein aufgegriffen und ich erkläre und interpretiere gewisse vorhandene Definitionen des Begriffes und verallgemeinerte Gründe für terroristische Aktivitäten. Auf die Definitionen folgt die Geschichte des Israel-Palästina-Konfliktes. In chronologischer Reihenfolge werden hier die bedeutendsten Ereignisse aufgeführt und interpretiert. Nach dem geschichtlichen Teil endet der theoretische Teil der Arbeit, auf den ich mich im nächsten Teil, der Interpretation des Filmes Paradise Now (2005) stütze. Jener handelt von zwei Palästinensern – Said und Khaled –, die dazu ausgewählt wurden einen Selbstmordanschlag in Tel Aviv auszuüben, um den israelischen Besatzern Widerstand zu leisten. Im Film ändert jedoch jeder von ihnen seine Überzeugung von der Richtigkeit der Tat, besonders nachdem der erste versuchte Anschlag schief geht. Am Ende will nur Said den Anschlag ausführen, man erfährt jedoch nicht, ob er es tut, der Film endet mit seinem emotionslosen Gesichtsausdruck, als er in einem Bus, voll mit israelischen Soldaten sitzt, und es weiß wird. Hier werden die Motive für Terrorismus, die ihm Film auftauchen unter Einbeziehung verschiedener Szenen belegt, analysiert und interpretiert.

2. Die geschichtlichen Motive für Terrorismus und das Aufgreifen des Films Paradise Now (2005)

2.1 Die geschichtlichen Motive für Terrorismus im Israel-Palästina-Konflikt

„Palästina war einige Jahrhunderte lang Teil des Osmanischen Reiches. Das Ende des Ersten Weltkrieges bedeutete auch den Zerfall dieses Imperiums“ (Prader/Prader 1989: 18). Großbritannien und Frankreich vereinbarten 1916 in einem Abkommen die Aufteilung des Nahen Ostens. Der britische Außenminister ünterstützte die jüdisch-zionistische Bewegung und sprach sich für einen jüdischen Nationalstaat aus (vgl. Prader/Prader 1989: 18).

Nach dem ersten Weltkrieg wurde Großbritannien „Mandatsmacht im Irak, in Jordanien und Palästina“ (Prader/Prader 1989: 18). Unter dieser Mandatsmacht gab es schon blutigen Auseinandersetzung, und die Briten übetrugen die Entscheidung der UNO (vgl. Prader/Prader 1989: 18f.).

Am 30. November 1947 starteten heftige Terroranschläge von sowohl palästinensischen als auch jüdischen Bürgern, nachdem der UN-Teilungsplan offenbart wurde. In vielen Städten, unter anderem Haifa, Tel Aviv, Jaffa, Lydda und Jerusalem, verübten Araber Terroranschläge auf Juden. Sie hatten Angst um ihr Land und fürchteten, dass sie aus ihrer Heimat vertrieben werden (vgl. Tessler 1994: 261). Diese Angst ist nachvollziehbar. Die Juden waren erst etwa 50 Jahre zuvor vermehrt nach Palästina gekommen, konnten sich also in dieser – geschichtlich gesehen – kurzen Zeitspanne kaum 'akklimatisieren'. Dementsprechend waren Vorbehalte und Konflikte gegen die Einwanderer zahlreich vorhanden und die Stimmung im Land nicht geeignet für ein Israel auf palästinensischem Boden.

Die Juden wehrten sich gegen den Terror, was zur Ausrufung der Unabhängigkeit Israels am 14. Mai 1948 führte, der Gründung des Staates Israel. Am Tage darauf fing der erste israelisch-arabische Krieg an, als Israel durch Ägypten, Jordanien, dem Irak und Syrien angegriffen wurde (vgl. Tessler 1994: 263).

„The Arab-Israeli War of 1947-48 resulted in the establishment of an independent Jewish state“ (Tessler 1994: 269). Dementsprechend konnte Israel den Krieg für sich entscheiden und sich als Staat behaupten, was auch die Wut der unterdrückten Palästinenser anregte.

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Details

Seiten
22
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656584063
ISBN (Buch)
9783656584308
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v267360
Institution / Hochschule
Universität Salzburg
Note
2,0
Schlagworte
Israel Palästina Konflikt Ariel Scharon Paradise Now Yassir Arafat Yitzchak Rabin Benjamin Netanjahus Siedlungsbau Westjordenland Westbank Fatah PLO

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Titel: "Bombenstimmung" in Israel