Lade Inhalt...

Studie: Fracking

Studie zur Politikberatung

Ausarbeitung 2012 10 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung

Leseprobe

Gliederung

1. Politischer Hintergrund der Studie
1.1 Situation in Deutschland
1.2 Situation in den USA

2. Arbeitsschritte und Methoden
2.1 Vorstellung der Arbeitsschritte
2.2 Vorgehensweise und Methodik

3. Studien zum Thema Hydraulic Fracturing

4. Kurzzusammenfassung der Untersuchungsmethodik der Studie „Hydraulic Fracturing“

1. Politischer Hintergrund der Studie

Hydraulic Fracturing (kurz: Fracking) ist eine Maßnahme der Erdgasgewinnung, die es ermöglicht, bisher schwer erreichbare Erdgasvorkommen zu nutzen. Hierbei wird mit hydraulischem Druck Gesteinsschichten aufgebrochen, um das Erdgas freizusetzen. Da bei diesem Verfahren auch Chemikalien verwendet werden, ist das Fracking umstritten.

„Hierbei geht es darum, auch an Standorten, an denen keine geeigneten natürlichen Wasserleiter vorhanden sind, durch hydraulische Stimulation (so genanntes Fracking) künstliche Wasserleiter im Untergrund zu schaffen und geothermisch zu nutzen.“[1]

Das LBEG aus Niedersachsen (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie) schreibt dazu:

„Hochaktuell und regelmäßig Gegenstand der Presse und Medien ist auch die Exploration auf sogenanntes unkonventionelles Gas aus dichten Tonsteinen (Schiefergas oder Shale Gas) in Norddeutschland. Seine Gewinnung, für die bisher allerdings noch keine eigenen Erfahrungen vorliegen, ist nur in Verbindung mit hydraulischen Frack-Maßnahmen wirtschaftlich möglich. Dies führt nach wie vor zu Spannungsfeldern zwischen Gegnern und Befürwortern einer Technologie, die in herkömmlichen, tiefliegenden Lagerstätten in Deutschland seit Jahrzehnten sicher und mit Erfolg im Einsatz ist. Diese herkömmlichen Frack-Maßnahmen sind über die Diskussionen dieser Technik in Schiefergaslagerstätten mit in den Fokus und in die Kritik geraten. Hinzuweisen ist auf aktuelle Studien im In- und Ausland, die sich mit dem Thema der Sicherheit der Frack-Technologie beschäftigen. Insgesamt muss auch für eine mögliche Erdgasgewinnung aus unkonventionellen Lagerstätten gelten, dass beim Einsatz neuer Verfahren und Techniken Sicherheit und Ökologie vor Ökonomie gehen muss. Darüber hinaus ist sicher zu stellen, dass die Verfahren und Entscheidungsprozesse gegenüber der betroffenen Bevölkerung transparent dargestellt werden. ‘[2]

Unbestritten ist die zunehmende Beliebtheit des Erdgases und damit auch des durch Hydraulic Fracturing gewonnenen unkonventionellen Gases. Das Thema Fracking ist sowohl in Deutschland als auch den USA umstritten. Umweltbewegungen in beiden Ländern protestieren gegen die verstärkt angestrebte Methode zur Gewinnung von Erdgas. Eine der Hauptsorgen der Umweltverbände ist die für das Fracking-Verfahren notwendige Verwendung von Chemikalien, welche zusammen mit großen Mengen Wasser in die tieferen Gesteinsschichten geleitet werden. Auf diese Weise wird das Erdgas gewonnen. Inwieweit die Chemikalien das Grundwasser erreichen und verunreinigen können, ist daher umstritten und Gegenstand etlicher Debatten. Wie das LBEG oben bereits beschrieb, müssen die lokalen Bevölkerungen in die politischen und ökonomischen Prozesse eingebunden werden.

Eines der Hauptargumente für Fracking sind die im Vergleich zu Erdöl und anderen fossilen Energieträgern geringeren CO-Emissionen durch die Verwendung des „natural gas“. Während die Emissionen 1995 noch insgesamt 6,173 Millionen Tonnen CO2 betrugen, davon 22,8% aus den USA[3], lag die Zahl im Jahr 2010 schon bei 5,6 Millionen Tonnen CO2 - allein durch die USA durch den Verbrauch von fossilen Energieträgern produziert.[4]

Die Klimabilanz des Hydraulic Fracturing ist allerdings umstritten. Im Vergleich zum herkömmlichen Erdgas fallen zwar geringere Transportkosten an, die Mehrkosten durch das komplexere Verfahren müssen aber dagegen aufgewogen werden. Die Freisetzung von Methan stellt zusätzliche Probleme dar. Eine Freisetzung von 1,5% könnten daher „ausreichen, Erdgas klimaschädlicher als Erdöl zu machen und, abhängig von den THG- Emissionen der Kohleförderung, bereits in die Nähe von Steinkohle rücken zu lassen.'[5]

Das Umweltbundesamt stellt das Verfahren und seine Risiken graphisch so dar:

(Abb.1)[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.1 Situation in Deutschland

Bisher fanden nur Untersuchungen statt, eine ökonomische Erdgasgewinnung durch Fracking iedoch noch nicht:

„Bewilligungen oder Bergwerkseigentum, die zur Gewinnung von Schiefergas berechtigen, wurden in Deutschland bisher nicht erteilt. “[7]

Die Aufsuchung von Schiefergaslagerstätten wurde in den Bundesländern BadenWürttemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erlaubt. In Niedersachsen beispielsweise stehen bei 3 der bisherigen 5 Explorationsbohrungen die Er8gebnisse noch aus. An den anderen beiden Stätten wurde nur Probematerial gesammelt.[8]

Das Umweltbundesamt empfiehlt für die Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas aus den unkonventionellen, nur durch Fracking zu erreichenden Lagerstätten etliche Mindestanforderungen. Diese umfassen Transparenz im Bezug auf die verwendeten chemischen Additive, Schutz der Umwelt und sensiblen Gebiete wie Trinkwasservorkommen, das Erstellen eines Notfallplans, die Miteinbeziehung der zuständigen Wasserbehörden, sowie Gefährdungsanalysen und Monitoring durch die beteiligten Förderunternehmen. Einige dieser Anforderungen sind bereits Genehmigungspraxis. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die behördlichen Anforderungen für das Fracking-Verfahren im Vergleich zu den USA enorm hoch sind.

1.2 Situation in den USA

Um die Situation in Deutschland differenziert betrachten zu können, ist auch ein Blick auf andere Länder wichtig, welche Fracking bereits in sehr viel größerem Maßstab verwenden als Deutschland - die Vereinigten Staaten von Amerika. Von allen Ländern der Welt ist die Methode in den USA am verbreitetsten und wird auch seit geraumer Zeit angewendet. In Deutschland hingegen beginnt das Fracking nur langsam an Bedeutung zu gewinnen. Abgesehen von einzelnen Probebohrungen haben die wichtigen Energieanbieter in Deutschland wenig Bestrebungen, die Marktlücke zu schließen.

Das mag einerseits an strengeren Umweltschutzregelungen in Deutschland, andererseits an mangelnder Rentabilität der Fracking-Methode liegen. Zudem ist die Konkurrenz durch Biogasanlagen sehr groß.

Der „Economist“ schreibt, die Gasproduktion könnte zwischen 2010 und 2035 um 50% steigen - zwei Drittel dieses Anstiegs wäre auf Fracking zurückzuführen.[9]

Sowohl in Deutschland als auch den USA wurde das Hydraulic-Fracturing-Verfahren von Umweltverbänden und -bewegungen kritisiert. Neben dem amerikanischen NRDC (National Resources Defence Council) äußerten auch staatliche Einrichtungen wie das DEC (Department of Environment) und die EPA (Environmental Protection Agency) Kritik.

Der US-Kongress befreite das Hydraulic Fracturing von Regelungen und Trinkwasserkontrollbestimmungen unter Verweis auf einen Bericht der EPA (Environmental Protection Agency), welcher nur eine minimale Gefahr („minimal threat“) für das Trinkwasser erkennen ließ. Die EPA plante 2010 jedoch eine weitere Studie, da der erste Bericht als zu oberflächlich, auf ein spezifisches Bohrverfahren eingeschränkt und größtenteils nur auf Interviews und Presseberichte gestützt wurde:

„[...]the study involved no direct monitoring of water wells but instead relied on existing peer-reviewed literature and interviews with industry and state and local government officials. It also was strictly limited to one specific type of drilling and did not address the effects in substrates other than coalbeds.“[10]

Das Department of Environment im Staat New York schlug vor, 2000 Fuß (ca. 600m) Abstand zwischen Trinkwasservorräten und Fracking-Arealen einzuführen. Zudem sollten bald zusätzliche Daten zu Gesundheitsrisiken vorliegen.[11]

2. Arbeitsschritte und Methoden

2.1 Vorstellung der Arbeitsschritte

Im Folgenden wollen wir als ISPM-Institut dem Auftraggeber erläutern, welche konzeptionelle Vorgehensweise wir uns vorstellen, um diese Studie zu erstellen. Wir zeigen dem Auftraggeber dabei auf, welche Arbeitsschritte wir für relevant halten und welche Methoden wir einsetzen wollen um die Studie erfolgreich zu einem, dem Auftraggeber gewünschten, Abschluss zu bringen. Wir werden dabei die Studie in fünf Arbeitsschritte unterteilen und dem Auftraggeber erläutern mit welcher Methodik wir an die einzelnen Zwischenschritte heran gehen wollen. Die Arbeitsschritte die wir aus der Leistungsanforderung des Auftraggebers herausgefiltert haben sind:

Wer sind die Akteure, wie ist der aktuelle Stand der Debatte (im Vergleich zu den Vereinigten Staaten) und in welchem Stadium des Policy Cycles steckt die Debatte, wie wird der politische Handlungsbedarf eingeschätzt und welche konkreten Handlungsempfehlungen werden wir mit dieser Studie herausfinden.

[...]


[1] Flyer „Zentrum für TiefenGeothermie“, (http://www.lbeg.niedersachsen.de/download/69114)

[2] Jahresbericht „Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland 2011“ des LBEG, Seite 5f

[3] http://www.eia.gov/pub/oil_gas/natural_gas/analysis_publications/natural_gas_1998_issues_trends/pdf/chapter2.pdf (Seite 8, aufgerufen am 26.06.12, 11:43 Uhr)

[4] http://www.eia.gov/cfapps/ipdbproject/IEDIndex3.cfm?tid=90&pid=44&aid=8 (aufgerufen am 26.06.12, 11:47 Uhr)

[5] Stellungnahme des Umweltbundesamtes „Einschätzung der Schiefergasförderung in Deutschland“, Stand Dezember 2011, Seite 6 (http://www.umweltbundesamt.de/chemikalien/publikationen/stellungnahme_fracking.pdf)

[6] Stellungnahme des Umweltbundesamtes, Seite 10

[7] Stellungnahme des Umweltbundesamtes, Seite 9

[8] Stellungnahme des Umweltbundesamtes, Seite 7

[9] The Economist (2. Juni 2012, Ausgabe 8), Text „Fracking Great“, Seite 18

[10] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2866701/ (aufgerufen am 26.06.12, 12:28 Uhr)

[11] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3262000/ (aufgerugen am 26.06.12, 12:30 Uhr)

Details

Seiten
10
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656577058
ISBN (Buch)
9783656577003
Dateigröße
730 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v267327
Institution / Hochschule
Hochschule Bremen
Note
1,9
Schlagworte
Umwelt Politik Beratung Studie Politikberatung

Autor

Zurück

Titel: Studie: Fracking