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Sozialpädagogische Aufgaben bei Pflegekindern

Pflegekinder in Ersatzfamilien. Eine zweite Chance für neue, intensive und stabile Bindungserfahrungen!?

Bachelorarbeit 2011 69 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bindung in der Kindheit
2.1 Bindung und ihre Funktion
2.2 Unterschiedliche Bindungsqualität und ihre Erhebungsmethoden
2.3 Bedürfnisse als Motor für den Aufbau und die Entwicklung von Bindung
2.4 Der Verlust primärer Bezugspersonen

3. Traumatisierungserfahrungen innerhalb der Familie
3.1 Definition: Trauma
3.2 Risikofaktoren für traumatische Erfahrungen
3.3 Auswirkungen

4. Vollzeitpflege - Pflegekinder und ihre Familien
4.1 Rechtliche Grundlagen
4.2 Statistische Daten im Pflegekinderwesen
4.3 Die Herkunftsfamilie und Kontakte zu ihrem Kind
4.4 Das Konzept der Ersatzfamilie und die Theorie der Integration

5. Bindungsentwicklung in der Ersatzfamilie
5.1 Bindung und Trauma
5.2 Das Gelingen von Pflegebeziehungen
5.3 Scheiternde Pflegebeziehungen

6. Bedeutung für die sozialpädagogische Arbeit bei Pflegekindern

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Abschlussarbeit im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit widmet sich dem Thema Sozialpädagogische Aufgaben bei Pflegekindern. Pflegekinderin Ersatzfamilien - eine zweite Chance für neue intensive und stabile Bindungserfahrungen!

John Bowlby - Begründer der Bindungstheorie - war davon überzeugt, dass die Entwicklung eines Kindes grundlegend von frühkindlichen Erlebnissen in der Eltern-Kind-Beziehung bestimmt würde. Unter anderem beschäftigte er sich mit hindernden und fördernden Faktoren der Mutter-Kind-Beziehung, den Auswirkungen des Verlusts der Bindungsperson und der Entwicklung von Kindern außerhalb der Herkunftsfamilie. Folgendes Zitat stammt aus seinem Werk „Mutterliebe und kindliche Entwicklung“ (1985):

„Kinder sind keine Schiefertafeln, von denen die Vergangenheit mit dem Schwamm weggewischt werden könnte, sondern Menschen, die ihre früheren Erfahrungen in sich tragen und deren gegenwärtiges Verhalten aufs tiefste von dem geprägt ist, was früher war. Sie bestätigen ebenfalls die tiefe emotionale Bedeutung der Eltern-Kind-Bindung, die zwar hochgradig deformiert sein kann, aber dennoch durch bloße Trennung nicht verschwindet.“[1]

Säuglinge haben von Geburt an instinktiv das Bedürfnis nach Bindung, welche durch eine verlässliche und liebevolle Bezugsperson aufgebaut wird, die die Bedürfnisse des Kindes beantwortet. Können die leiblichen Eltern die Bedürfnisse des Kindes nicht befriedigen und gefährden sie sogar das Wohl des Kindes auf misshandelnde und vernachlässigende Art, hat das Jugendamt als „staatlicherWächter“ die Aufgabe und Pflicht das Kindeswohl zu sichern.

Im Jahr 2009 lebten in Deutschland 112.287 Kinder und Jugendliche außerhalb ihrer Herkunftsfamilie, davon waren 54,24% in einem Heim und 45,76% in einer Pflegefamilie untergebracht.[2] In verschiedenen empirischen Erhebungen wird deutlich, dass eine Großzahl der fremduntergebrachten Kinder und Jugendlichen traumatische Erfahrungen innerhalb ihrer Herkunftsfamilie erlebt hat. Infolgedessen ist anzunehmen, dass diese Kinder kognitive, psychische und emotionale Entwicklungsauffälligkeiten zeigen.

Die zentrale Fragestellung, mit der sich diese Abschlussarbeit auseinander setzt, laute daher: Inwieweit ist es Kindern möglich, nach traumatischen Erfahrungen in ihrer Herkunftsfamilie, neue intensive Bindungen in einer Ersatzfamilie einzugehen?

Um diese Frage angemessen beantworten zu können, bedarf es zunächst der Erarbeitung einer einheitlichen theoretischen Grundlage. Diese ist in folgende Kapitel eingeteilt: Bindung, Traumatisierungserfahrungen innerhalb der Herkunftsfamilie sowie die Vollzeitpflege unter Berücksichtigung der Stellung des Pflegekindes in bzw. zwischen zwei Familien. Darauf aufbauend werden im Kapitel Bindungsentwicklung in der Ersatzfamilie die gewonnen

Erkenntnisse, Annahmen und Theorien in Bezug auf das >Pflegekind< überprüft und die Strukturen und Möglichkeiten des Aufbaus einer neue, intensiven und stabilen Bindungsentwicklung in der Ersatzfamilie untersucht. Schlussfolgernd wird die Bedeutung der gewonnenen Erkenntnisse für das sozialpädagogische Arbeiten bei Pflegekindern für die Jugendämter und Pflegekinderdienste sowie die Anforderungen für Pflegeeltern forciert.

Im deutschsprachigen Raum gibt es bislang wenige veröffentlichte Forschungsergebnisse bezüglich der Problematikvon Pflegekindern und Pflegeeltern und deren Beziehungsaufbau. Für die Überprüfung des theoretischen Teils stehen mir grundlegend zwei Studien zur Verfügung - zum Einen die Schweizer Studie von Yvonne Gassmann 2010 „Pflegeeltern und ihre Pflegekinder - Empirische Analysen von Entwicklungsverläufen und Ressourcen im Beziehungsgeflecht“ und zum Anderen die deutsche Studie von Katja Nowacki 2007 „Aufwachsen in Pflegefamilie oder Heim - Bindungsrepräsentationen, psychische Belastung und Persönlichkeit bei jungen Erwachsenen“.

Die Studie von Gassmann untersucht mit Hilfe von Follow-up-Erhebungen, ob mit der Maßnahme einer Pflegefamilienplatzierung eine ganzheitliche Entwicklung über die Adoleszenz hinaus gelingen kann. Durch stabile Beziehungen könne die ganzheitliche Entwicklung des Kindes erreicht werden. Dennoch bleibt nach Gassmann die Inpflegenahme eine gravierende, oft traumatische und nicht rückgängig gemachte Erfahrung. In der Studie ergeben sich die Angaben der Pflegekinder anhand des kindzentrierten Pflegeelterndatensatzes (N=78) und zusätzlich anhand der Behördendaten (N=23), wodurch eine Einschätzung zu 101 Pflegekindern möglich ist. In der Untersuchung wurden die ProbandInnen insgesamt zweimal befragt (1998 und 2007), sodass ein Längsschnitt mit zwei Messpunkten erreicht wurde um die Entwicklungsverläufe zu prüfen[3].

Die Studie von Nowacki geht darauf ein, welche Auswirkungen die verschiedenen Formen der Hilfen auf die Entwicklung der Kinder haben. Die Untersuchung besteht aus vier Stichproben, der Hauptstichprobe (49 Pflegekinder), zwei Vergleichsstichproben (49 Heimkinder und 20 Familienkinder[4] ) und einer ergänzenden Stichprobe (Interviews mit Pflegeeltern). Die grundlegende Methode für die Erfassung der Kindheitserfahrungen und aktuellen Situation ist das Adult-Attachment-Interview. Unter bindungstheoretischen Gesichtspunkten wurden die Interviews ausgewertet sowie die Theorie der Integration von Nienstedt und Westermann untersucht[5].

In der vorliegenden Arbeit wird der Einfachheit halber der Begriff Kinder gleichgesetzt mit Kinder und Jugendliche.

2. Bindung in der Kindheit

Zwischenmenschliche Bindungen sind Grundvoraussetzungen für eine gesunde psychische und physische Entwicklung des Menschen. In diesem Kapitel werden theoretische Annahmen zur Bindung vorgenommen um die Bedeutung früher Beziehungen und deren Auswirkungen zu untersuchen. Dabei stehen unter anderem die Bindungstheorie sowie die unterschiedlichen Bindungsqualitäten im Mittelpunkt der Untersuchungen. Zudem wird, nach den Erhebungsmöglichkeiten von Bindung, sowie nach der Bedeutung von Bedürfnissen und des Verlustes von Bindungspersonen gefragt.

2.1 Bindung und ihre Funktion

Die Bindungstheorie geht im Wesentlichen auf John Bowlby (1907- 1990) und Mary Ainsworth (1917-1999) zurück. Bowlby, ausgebildeter Kinderpsychiater und Psychoanalytiker ist durch Beobachtungen von Verhaltensstörungen von Kindern und Jugendlichen im Heim, in derChild Guidance Clinic in London und später in anderen Einrichtungen zu seinen Erkenntnissen und theoretischen Annahmen gekommen.[6] Er hat vor allem die Auswirkungen negativer früherer Erfahrungen wie Trennung oder Ablehnung durch die Mutter untersucht. Ainsworth beschäftigte sich vorwiegend mit der „Sicherheitstheorie“ (Blatz 1940) und machte wichtige Beobachtungen in ihren Studien (1963, 1967) in Uganda mit Babys vom Stamm der Ganda[7]. Bowlby betont in seinen Ausführungen, dass Interaktionspartner - meistens Kind und Mutter - das Bedürfnis haben, sich intensiv mit dem anderen zu identifizieren und dass es „für die seelische Gesundheit des Kindes überaus wichtig ist, in den ersten Lebensjahren eine warme, intensive und beständige Beziehung zu seiner Mutter zu erleben, in der beide Partner Befriedigung und Genuss finden“[8]. Die Beständigkeit und Dauer der Beziehung ist notwendig für eine gesunde Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit. Die Bindung muss jedoch nicht zwangsläufig an die leibliche Mutter gerichtet sein. Auch ist es möglich, dass Kinder zu mehr als zu einer Person eine Bindung aufbauen können. Jedoch ist eine dauerhafte Bindung zu mehreren Personen auf eine geringe Anzahl beschränkt. Ist zu beobachten, dass ein Kind keine klaren Unterscheidungen macht, ist es nach Bowlby wahrscheinlich, dass eine Störung vorliegt[9].

Das Bindungsverhalten ist Voraussetzung für den Aufbau und die Entwicklung von Bindung. Laut Bowlby können wir erst von Bindungsverhalten sprechen, wenn das Kind die Mutter erkennt und sich zudem so verhält, dass es die Nähe zur ihr auch aufrecht erhält. Bindungsverhalten ist gut zu beobachten, wenn die Mutter das Zimmer verlässt und das Baby schreit oder ihr zu folgen versucht. Auch die Begrüßungssituation kann als Bindungsverhalten aufgefasst werden. Das Bindungsverhalten ist nicht immer gleich intensiv; vielmehr wird es von verschiedenen Variablen beeinflusst. Zu diesen gehören Hunger, Müdigkeit, Krankheit und Unglücklichsein des Kindes, der Standort und das Verhalten der Mutter sowie andere Umweltbedingungen.

Das Bindungsverhalten ist während des gesamten Lebens aktiv, jedoch wandelt es sich in ihrer Intensität. Vollfunktionales Bindungsverhalten wird im frühen Lebensalter beobachtet und erreicht in dieser Zeit seine maximale Intensität. Schon mit drei Jahren nimmt die Intensität der Aktivität ab. Die meisten Kinder - so Bowlby - zeigen mit drei Monaten klare Anzeichen von unterschiedlich orientiertem Bindungsverhalten. Ein verzögertes Auftreten dieses Verhaltens kann jedoch manchmal bis weit in das zweite Lebensjahr hineinreichen. Es ist zu vermuten, dass diese Verzögerung einen Mangel an sozialen Reizen der Mutterfigur beruht[10]. Die Art der Pflege der Bezugsperson spielt bei der Entwicklung des Bindungsverhaltens eine wesentliche Rolle, jedoch ergreift das Kind im großen Umfang selbst die Initiative zur Interaktion und beeinflusst deren Form[11]. Untersuchungen in Baltimore und Bielefeld (1978 und 1985) zeigen, dass eine enge Beziehung zwischen der mütterlichen Feinfühligkeit und den positiven Verhaltensweisen des Babys besteht. Ainsworth (1978) betont, dass es einen Zusammenhang zwischen dem liebevollen feinfühligen Verhalten der Bindungsperson und der Entwicklung einer sicheren Bindung gibt. Sie definiert vier Merkmale mütterlicher Feinfühligkeit; die aufmerksame Wahrnehmung des Kindes, richtige Interpretation der Signale des Kindes aus dessen Sicht, die prompte Reaktion auf die Signale und die Angemessenheit der Reaktion der Bezugsperson auf die tatsächlichen Bedürfnisse des Kindes[12]. Bowlby beschäftigte sich im Gegensatz zu Ainsworth mit pathogenem Elternverhalten, das Angststörungen, Depressionen oder Phobien auslösen kann. Zu diesem Verhalten gehören beständiges Nichtreagieren, Liebesentzug als Kontrollfunktion, Drohungen eines Elternteils die Familie zu verlassen, sowie Drohungen den anderen oder sich selbst umzubringen. Bowlby meint, dass „das Interaktionsmuster, das sich allmählich zwischen einem Baby und seiner Mutter entwickelt, (...) nur als Resultat der Beiträge von beiden Seiten verstanden werden [kann], insbesondere auch als Resultat davon, wie der eine das Verhalten des anderen beeinflusst“[13].

Bindung wird durch verschiedene Verhaltensweisen vermittelt und richtet sich in der Regel auf ein „spezifische[s] Objekt im Raum“[14], gewöhnlich auf die Bindungsfigur. Aus diesem Grund sind das Orientieren und die damit verbundenen Verhaltensweisen charakteristisch und erforderlich für das Bindungsverhalten. Bowlby kategorisiert zwei Hauptklassen für spezielle Verhaltensweisen, die eine Bindung ausmachen: Signalverhalten und Annährungsverhalten.

Zum Signalverhalten zählen Schreien, Lächeln und Schwätzeln, Gesten des Armausstreckens, und Rufen. Diese Verhaltensweisen tragen zu einer größeren Nähe zwischen den Interaktionspartnern bei. Zur zweiten Haupklasse zählen Annäherung und Nachfolgen, Festhalten und nichtnährendes Saugen oder Ergreifen der Brust. Dieses Verhalten hat das Ziel, das Kind bei der Mutter zu halten oder es zu ihr zu bringen[15]. Die Funktion des Bindungsverhaltens ist also die Aufrechterhaltung bzw. Herstellung der Nähe zwischen Kind und Bindungsfigur. Mit zunehmendem Wahrnehmungsvermögen des Kindes und der Fähigkeit, Geschehnisse in seiner Umgebung zu verstehen, verändern sich die Umstände und somit auch das Bindungsverhalten. Eine Veränderung ist beispielsweise, dass das Kind seine Umwelt zunehmend besser erfasst, sodass es beim Verlassen der Mutter davon ausgehen kann, dass diese wiederzurückkommt[16].

Das Erkundungsverhalten bzw. Explorationsverhalten gehört nach Bowlby zu einer eigenen Verhaltensklasse. Dieses Verhalten dient dazu, Informationen aus der Umwelt zu erhalten und wird durch Reize verschiedener Art aktiviert. Es wird aus der Neuartigkeit aktiviert und aus der Vertrautheit beendet, d. h. dass aus Neuem und Fremden etwas Vertrautes entsteht. Es wurde beobachtet, dass die meisten Kinder im Beisein der Mutter sichtlich vertrauensvoller sind und eine größere Erkundungsbereitschaft zeigen. Die primäre Bezugsperson fungiert dabei als sichere Basis von der aus der Erkundungsdrang ausgeht. Explorationsverhalten und das Bedürfnis danach sind also dann besonders ausgeprägt, wenn sich das Kind sicher fühlt und bei Gefahr die Möglichkeit hat, auf die sichere Basis zurückzugreifen. Das Explorationsverhalten wird entweder dann abgebrochen, wenn sich das Kind erschreckt oder verletzt oder wenn sich die Mutter entfernt. Das Bindungs- und das Explorationsverhalten können demnach als enge, sich gegenseitig bedingende Wechselkomponenten aufgefasst werden. Nach Bowlby ist davon auszugehen, dass ein Gleichgewicht zwischen Bindungs- und Explorationsbedürfnis zu einer positiven sozial-emotionalen Entwicklung führt. Punkt 2.2, der sich mit Bindungsqualität und deren Veranschaulichung beschäftigt, wird noch einmal genauer aufgreifen, wie sich diese Bedürfnisse bedingen und wie das Verhalten des Kindes dadurch beeinflusst wird.

Steele (2005) erklärt das Bindungsverhalten als Teil eines „Organisationssystems, dass sich auf innere Arbeitsmodelle des Selbst und der Anderen stützt. Erwartungen und Verhaltensplanungen können sich an ihnen orientieren“[17]. Auf der Grundlage von Interaktionserfahrungen mit den primären Bezugspersonen bilden sich ab dem Kleinkindalter innere Arbeitsmodelle, aufgrund derer bindungsrelevante Handlungen ausgeführt werden. Das innere Arbeitsmodell steuert demnach Wahrnehmung und Interpretation von Situationen und beeinflusst Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Handlungen und Sprache. Die unterschiedlichen Vorstellungsmodelle entstehen je nach Qualität der Bindung. Die wichtigste Funktion des inneren Arbeitsmodells ist es, „Ereignisse der realen Welt zu simulieren bzw. vorwegzunehmen, um so das Individuum in die Lage zu versetzen, sein Verhalten mit Einsicht vorausschauend zu planen.“[18] Das Kind kann mit gespeicherten Erfahrungen mental operieren. Dieses innere Arbeitsmodell ist zunächst noch flexibel und verfestigt sich im Laufe der weiteren Entwicklung. Dabei bildet sich eine Bindungsrepräsentation aus, die zur psychischen Struktur und somit auch zur Stabilität beiträgt. Obwohl sich das innere Arbeitsmodell mit zunehmendem Alter des Kindes verfestigt, bleibt dieses modifizierbar. Modifikationen können durch traumatische Erfahrungen oder neue bedeutungsvolle Bindungserfahrungen hervorgerufen werden[19]. Folglich bleibt die Bindung in gewissem Maß ein Leben lang für negative aber auch für positive und günstige Einflüsse offen.

Es wird nun die Frage aufgeworfen, warum Bindungen und Bindungsverhalten aufgebaut und entwickelt werden. Für Bowlby scheint die wahrscheinlichste Theorie, die zu sein, dass „die Funktion von Bindungsverhalten das Schützen und Beschütztwerden vor Raubtieren ist“[20]. Es ist nicht anzunehmen, dass Beziehungen aus dem Bedürfnis nach Nahrung und des Gefüttertwerdens entstehen wie es in der „Sekundärtheorie“ angenommen wurde. Nahrung sei nur nebensächlicher Bestandteil für die Entwicklung der Mutter-Kind-Bindung und die Aufrechterhaltung des Bindungsverhaltens[21].

Auch Grossmann meint, dass die Bindung für das Kind Schutz und Fürsorge als Überlebensbedingung bietet. Die Bindungspersonen sorgen für das Überleben, was jedoch auch die Nahrungszufuhr beinhaltet, bis das Kind allein in der Lage ist sich Nahrung zu beschaffen. Ein weiterer Punkt ist die Angstregulierung durch die Nähe und den Körperkontakt zur Bindungsperson. Bei einer sicheren Bindung zeigt das Kind eine höhere Stresstoleranz und macht es daher wenigerstressanfällig. Auch lernt das Kind seinen Egoismus, seinen Zorn und seine Angriffslust zu beherrschen; es entwickeln sich soziale Kompetenzen. Angemessenes soziales Verhalten ist das Ergebnis der Erfahrungen, die in der Kindheit erlebt wurden. Unverbindliche Fürsorge oderVernachlässigung durch die Bezugsperson, können die Bereitschaft zur sozialen Verbundenheit und Rücksichtnahme stören.

2.2 Unterschiedliche Bindungsqualität und ihre Erhebungsmethoden

Die Untersuchung der Entstehung individueller Unterschiede in Bezug auf Bindung ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Arbeit. Die Unterschiede in der Bindung sind, wie bereits oben erwähnt, Resultate unterschiedlicher Interaktionserfahrungen. Es können aus diesem Grund unterschiedliche Bindungsqualitäten zu verschiedenen Bezugspersonen entstehen, jedoch scheint die Bindungsqualität mit der Hauptbezugsperson, die mit der größten Bedeutung zu sein, was bisher allerdings noch nicht bewiesen ist. Zahlreiche empirische Untersuchungen zeigen die unterschiedlichen Bindungsmuster und den Bezug zu den Interaktionserfahrungen, z. B. die längsschnittlichen Hausbeobachtungen von Ainsworth 1978, die klinisch vorselektierten Stichproben von Schuengel 1999 oder die systematischen Interventionen von Bakermans-Kranenburg/van Ijendoorn/Juffer 2003.

Ainsworth beschrieb anhand ihrer Beobachtungen verschiedene Dimensionen von Verhaltensmustern: Zum einen die „sichere Bindung“, bei der die Mutter bzw. die Bezugsperson als sichere Ausgangsbasis angesehen wird und das Kind aktiv und zufrieden ist, zum anderen die „unsichere Bindung“, bei der das Kind (fast) keine Erkundungsaktivität zeigt und bei der Abwesenheit der Mutter hilflos und ratlos ist. Das Kind ist eher passiv und schwer zu befriedigen[22].

Kinder mit einer sicheren Bindung haben eine feinfühlige und unterstützende Bezugsperson und haben daher positive, verlässliche Erfahrungen gemacht. Das Bindungsbedürfnis und das Erkundungsbestreben können deshalb ausgewogen befriedigt werden. Auch negative Gefühle können diese Kinder zum Ausdruck bringen, da sie erwarten, dass diese durch Trost und Beruhigung erwidert werden. Die unsichere Bindung wird in zwei Kategorie eingeteilt: Kinder mit vermeidender und Kinder mit ambivalenter Bindung. Die erstgenannte Gruppe bezieht sich auf Kinder, bei denen die Bezugsperson bei negativen Erfahrungen und Gefühlen zurückweisend und ablehnend reagierte. Das Kind fühlt sich daher nicht beachtenswert und liebenswert, unterdrückt bindungsbezogene Gefühle und wendet sich verstärkt der Sachumwelt zu. Die zweitgenannte Gruppe erfährt eine eher inkompetente und unberechenbare Fürsorge. In Bezug auf ihre eigene Kompetenz sehen sie sich als hilflos und passiv oder reagieren ärgerlich. In Beziehungen haben sie die Vorstellungen, dass sie sehr geringe eigene Kompetenzen besitzen[23].

In den Versuchen zur Bindungserhebung konnten einige Versuchspersonen nicht zugeordnet werden, so schlugen Main/Salomon 1990 eine vierte Gruppe vor - die desorganisierte Bindung. Diese Gruppe zeigt keine erkennbare Strategie wie bei den anderen Bindungsqualitäten. Die Bezugsperson wird nicht als „sichere Basis“ angesehen. Das Kind erfährt eine hoch unsichere Fürsorge mit Misshandlungen, psychisch traumatisierten oder unreifen und inkompetenten Eltern. Das Kind hat wahrscheinlich mehrere Bindungsmodelle aufgebaut, die jedoch widersprüchlich und nicht integrierbar sind[24]. Dieses Muster zeigt sich am häufigsten bei misshandelten Kindern, dabei ist die Bindungsperson sowohl Auslöser als auch Quelle der Angst. Bei dem Kind entstehe demnach Furcht ohne Auslösung[25].

Zur empirischen Erfassung der unterschiedlichen Bindungsqualitäten wurden verschiedene Methoden konzipiert, die Aufschluss über das innere Arbeitsmodell geben, die das Kind entwickelt hat. Im Folgenden sind die Erhebungsmethoden nach Lebensalter und den verschiedenen Ebenen des mentalen Bindungsmodells in Abbildung 1 dargestellt und im Weiteren näher erläutert.

Abbildung 1: Erhebungsmethoden zur Bindung über die Lebensspanne auf verschiedenen Ebenen des mentalen Bindungsmodells[26]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine detaillierte Darstellung der Methoden und die Klassifikation von Bindungsverhalten und Bindungsrepräsentationen in den einzelnen Verfahren sind in dieser Arbeit jedoch nicht möglich. Stattdessen werden einige relevante Aspekte und Merkmale zusammenfassend beschrieben, sodass die Begriffe und Vorgehensweisen im weiteren Verlauf der Arbeit nachvollziehbar sind. Die verwendeten Quellen haben ihre Erkenntnisse/Ergebnisse teilweise mit diesen Methoden besonders mit der „Fremden Situation“ und dem Adult Attachment Interview gewonnen.

Die „Fremde Situation“ gilt als die klassische Methode zur Erhebung von Bindung bei Kleinkindern (12-20 Mon.). Sie wurde von Ainsworth et al. entwickelt und beschrieben. Die standardisierte Laborsituation beobachtet das Bindungs- und Explorationsverhalten und bezieht sich daher auf die prozedurale Ebene des inneren Arbeitsmodells (den äußeren Ablauf der Situation). Der Ablauf des Tests ist folglich festgelegt: Das Kind kommt mit seiner Bezugsperson in den Beobachtungsraum, in dem sich eine fremde Person befindet. Die Mutter geht für ein paar Minuten hinaus und kommt dann wieder in den Raum. Es stehen dem Kind altersgemäße Spielsachen zur Verfügung. Besonders in der Wiedervereinigungsepisode lassen sich Rückschlüsse auf das Bindungsverhalten des Kindes anhand festgelegter Kriterien ziehen. Ainsworth et al. (1978) und Main/Salomon (1990) haben eine Klassifikation von folgenden Gruppen vorgenommen: unsicher-vermeidende Bindung (A), sichere Bindung (B), unsicher-ambivalente Bindung (C) und desorganisierte/desorientierte Bindung (D). Über diese Klassifikation hinaus gibt es „nicht klassifizierbare“ Bindungsstile, die sich zu keinem der vorausgegangenen zuordnen lassen[27].

Der Attachment Q-Sort bezieht sich ebenfalls überwiegend auf die Beobachtung des Verhaltens von Kleinkindern (prozedurale Ebene), wobei ab dem 2./3. Lebensjahr auch das Dialogverhalten mit der Bezugsperson eine Rolle bei der Auswertung spielt. Es wird das Verhalten nach längeren Beobachtungen in häuslicher Umgebung von Experten oder Müttern mit der Q-Sort-Methode eingeschätzt. 90 Aussagen zum Verhalten des Kindes werden danach eingeteilt, wie typisch diese für das Kind sind.

Die Geschichtenergänzungsverfahren zur Bindung (GEV-B) laufen auf der projektiven Ebene des symbolischen Spiels mit Medien wie Puppenspiel oder Trennungsbildern ab. Dabei werden die sprachliche Darstellung, wiederkehrende Erfahrungen, allgemeines Wissen über Alltagsabläufe, Fantasien und Wünsche mimisch-gestisch erfasst. Die Methode wird daher der prozeduralen sowie deklarativen/expliziten Ebene zugeordnet. Auch anhand dieser Variante lassen sich für fünf bis achtjährige Kinder vier Gruppen nach ihrer vorherrschenden Bindungsstrategie sowie der desorganisierten Bindung unterscheiden[28].

Das Child Attachment Interview (CAI) und das Adult Attachment Interview (AAI) greifen auf die deklarative Ebene des inneren Arbeitsmodells zu[29]. Diese Erhebungsmethode, die die Bindungsrepräsentationen von Jugendlichen ab 16 Jahren und Erwachsenen erfassen soll, wurde von George, Kaplan und Main (1984/1985/1996) entwickelt. Bis heute liegen mehrere überarbeitete Varianten zur Anleitung der Interviews vor. Die Interviews enthalten 20 Leitfragen, die sich auf Erfahrungen mit primären Bindungspersonen in der Kindheit, auf das Verhältnis zu ihnen aus heutiger Sicht, auf traumatische Erfahrungen wie Misshandlung, Missbrauch oder Verlust und auf den Umgang mit (möglichen) eigenen Kindern beziehen. Die Auswertung basiert auf einer Kombination von Inhalts- und Dikursanalyse, wobei der sprachanalytische Beitrag im Vordergrund steht. Die Erfassung der mentalen Verarbeitung und Bewertung der Erfahrungen durch die interviewte Person und die Kohärenz der Erzählung sind ausschlaggebend für die Beurteilung der Bindungsrepräsentationen. Das Interview wird transkribiert und von Experten einer derfolgenden Gruppen zugeordnet: sicherautonom (F), unsicher-distanziert (Ds), unsicher-präokkupiert (E), unverarbeitet (U) und nichtklassifizierbar (CC)[30].

Die Einhaltung der Kohärenz ist ein Zeichen für eine sicher-autonome Bindungsrepräsentation, sodass das Nicht-Einhalten mit festgelegten Kriterien für eine der anderen Gruppen spricht. Durch die vier Maximen der Kohärenz nach Grice (1975)[31] können die Interviews eingeschätzt werden je nach dem welcher Aspekt eingehalten wird oder nicht. Die Aspekte sind: Qualität, die durch Aufrichtigkeit gekennzeichnet ist. Quantität, die die Verwendung kurzer, aber hinreichender informativer Äußerungen beinhaltet. Relevanz, die sich durch relevante und themenbezogene Äußerungen auf die gestellte Frage bezieht. Art und Weise, die durch klare, eindeutige und geordnete Beantwortung der Fragen gekennzeichnet ist.

Signifikant für die Arbeit ist die Erkenntnis, dass eine unverarbeitete Bindungsrepräsentation meist bei nicht hinreichender Verarbeitung von Verlusten von Bindungspersonen oder bei unverarbeiteten Traumata in der Kindheit festgestellt wurde. Es treten Desorientierung bzw. sprachliche Desorganisation auf, sodass das Interview gekennzeichnet ist einerseits durch das Verantwortlichfühlen für ein traumatisches Ereignis oder andererseits durch das Ansprechen des traumatischen Erlebnisses an Stellen, an denen nach anderen Aspekten gefragt wurde. Es kann jedoch in Verbindung mit jedem der drei anderen Bindungsmuster auftreten.[32] Durch die Erhebungsmethode kann die psychische Gesundheit und Entwicklung des Jugendlichen oder Erwachsenen ermittelt werden. Sie vermag Aufschluss darüber zu geben, welche Aspekte möglicherweise die Entwicklung beeinflusst haben.

2.3 Bedürfnisse als Motor für den Aufbau und die Entwicklung von Bindung

Es kann durch die angeführten Erkenntnisse festgestellt werden, dass Bindung für eine gesunde Entwicklung eine biologische Notwendigkeit ist. Bindung entsteht durch die Signale des Säuglings, die es benutzt um Bedürfnisse kund zu geben, welche von der Bezugsperson aufgenommen und adäquat beantwortet werden. Das Bedürfnis nach verlässlichen Beziehungen (also z. B. eine Mutter-Kind-Beziehung), die zum Schutz ihrer Person unabdingbar sind, ruft erst diese Interaktionserfahrungen hervor.

Beziehungen und Bedürfnisse sind nicht gleichzustellen. Bedürfnisse sind nach Nienstedt/Westermann lediglich der Motor für die Herstellung von Beziehungen. Aber ohne Bedürfnisse können keine Beziehungen aufgebaut werden[33]. Die Bedürfnisse und ihre Befriedigung sind als Voraussetzungen für die Entstehung von Bindungen und speziell der Mutter-Kind-Beziehung anzusehen. Es sind allerdings nicht allein die Bedürfnisse, die zur Bindung führen, sondern die Qualität der Befriedigung dieser durch die Bezugsperson. Es entstehen somit unterschiedliche Bindungstypen (wie bereits im Punkt 2.2 erwähnt).

In diesem Zusammenhang wird die Frage aufgeworfen, welche Bedürfnisse Kinder haben. Nach Schmidtchen 1989 sind folgende grundlegende Lebensbedürfnisse eines Kindes zu nennen: Körperliche Bedürfnisse (1) wie Essen, Trinken, Schlaf, Körperkontakt; Schutzbedürfnisse (2); Bedürfnisse nach einfühlendem Verständnis (3); Bedürfnisse nach Wertschätzung (4); Bedürfnis nach Anregung Spiel und Leistung (5); und Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung (6).[34] Die Frage ist, welche Bedürfnisse in welchem Umfang befriedigt werden müssen, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Dennoch ist es wichtig, die Folgen des Mangels der Befriedigung der Bedürfnisse in Tabelle 1 zusammenzufassen.

Tabelle 1: Grundlegende Lebensbedürfnisse des Kindes und ihre Missachtung nach Fegert 1997,[35]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

An dieser Stelle ist zu erkennen, dass die Missachtung der Bedürfnisse für das Kind fatale Folgen haben kann: Störungen in seiner Bindungsentwicklung und die damit verbundenen körperlichen und psychischen Folgestörungen wirken sich auf die Persönlichkeitsentwicklung aus. Zudem ist zu beachten, dass die Bedürfnisse eines Kindes nicht gleich bleibend sind, sondern sich im Laufe der Zeit differenzieren[36]. Das heißt auch, dass die Bindung zur Bezugsperson nicht konstant verläuft, auch sie verändert sich. Eine ständige neue Einregulierung des Verhältnisses von Nähe und Distanz in Bezug auf den Entwicklungsstand des Kindes ist hier erforderlich.

2.4 Der Verlust primärer Bezugspersonen

Der Tod oder die dauerhafte Trennung von der primären Bezugsperson ist „stets ein schmerzhaftes Ereignis, das oft zu lang andauernden Störungen, vor allem zu Angst und Depressionen führen kann“[37]. Dabei ist anzumerken, dass ein Kind erst unter einem Verlust von Beziehungen leiden kann, wenn es Beziehungen entwickelt hat. In den ersten Monaten hat das Kind noch keine spezifischen Bindungen entwickelt, sodass die Betreuungsperson austauschbar ist, es lässt sich auch von anderen Personen außer der Betreuungsperson trösten und beruhigen. Durch eine fremde Umgebung kann es dennoch auf die Trennung reagieren und Symptome wie erhöhte Erregung und Schlafstörungen zeigen. Bindet sich das Kind an die Bezugsperson, wird diese zum „Liebesobjekt“, zur „Mutter“[38]. Die verschiedenen Bindungsqualitäten sowie deren Entwicklung und Bedeutung vor allem für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes wurden bereits erläutert. Die Reaktionen auf den Verlust der Bezugsperson sind unterschiedlich. Schon kurzzeitige Abwesenheit könne bei Säuglingen und Kleinkindern zu massiv beängstigenden Gefühlen führen. Das kindliche Zeitgefühl ist ein anderes als das der Erwachsenen, was eine Trennung für Kinder relativ schnell endgültig erscheinen lässt. Je älter ein Kind und somit weiter in der Entwicklung voran geschritten ist, desto besser kann es überschaubare Trennungen tolerieren. Es ist Kindern möglich, konstante Repräsentanzen ihrer Bezugsperson und ihrer Selbst zu entwickeln. Bindungen können dann bei lang andauernden Trennungen aufrecht erhalten werden[39]. Hat das Kind positive Bindungserfahrungen gemacht und somit eine sichere Bindung zur Bezugsperson entwickelt, reagiert das Kind bei lang andauernden Trennungen mit Desorientierung, Verzweiflung und anderen spezifischen Symptomen. Kinder ohne spezifische Bindung zur Bezugsperson zeigen keine spezifischen Trennungsreaktionen, die als Folge des Objektverlusts zu erwarten wären. Kinder mit einer gestörten Beziehung zu der Bezugsperson zeigen schwächere Trennungsreaktionen. Daraus kann der Rückschluss gezogen werden, dass die Reaktionen oder das Ausbleiben dieser wichtige diagnostische Kriterien hinsichtlich derQualität der Eltern-Kind-Beziehung sind.

Die Schwere der Reaktionen und die Folgen bei einer Trennung und dem Verlust einer primären Bezugsperson sind abhängig vom Alter des Kindes, seiner Ich-Fähigkeit, von der Qualität der bisherigen Beziehungen, der Qualität der neuen Beziehungsmöglichkeiten, der Kompetenz der Ersatzeltern sowie der Gestaltung der Trennungssituation und der nachfolgenden Hilfen bei der Trauerarbeit[40].

Ferner beeinflusst die Vorgeschichte des Kindes insbesondere mit vorangegangen Trennungserfahrungen oder Ersatzbeziehungen die gegenwärtige Trennungssituation. So können nicht verarbeitete Trennungen die aktuelle Trennungssituation verschärfen. Die Ängste werden reaktiviert und verstärkt. Steht dem Kind hierbei eine feinfühlige und beständige Person zur Verfügung und/oder sind vertraute Gegenstände z. B. Spielzeug, Bilder etc. vorhanden, so kann dies zur Erleichterung führen[41].

Die Reaktionen auf den Verlust einer Bindungsperson wurden in einem Phasenverlauf von Bowlby (1973) beobachtet:

1) Weinerlichkeit und Anklammerung,
2) Verzweiflung und Protest,
3) Apathie, Resignation und Depression,
4) Regression und Anklammerung an die Ersatzperson.

In der zweiten und dritten Phase verhält sich das Kind sehr abweisend und feindselig seiner Betreuungsperson gegenüber. Es lässt sich nicht steuern und trösten oder gar ansprechen. Nach der Überwindung der Phase der Apathie und Resignation bleibt die Haltung des Kindes ambivalent, was dadurch zu beobachten ist, dass das Verhalten zwischen Anklammerung und Widerstand, Ablehnung und Aggression wechselt. Im Phasenverlauf der Trennungsreaktion kommt es zu verschiedenen Verhaltensstörungen wie Schlaf- und Essstörungen, Autoaggressionen, Jaktationen, erneutes Einnässen und Einkoten und Zusammenbruch von bereits erworbenen Fähigkeiten.

Ist das Kind in der Lage, die kritischen Phasen zu bewältigen und wird ihm unter günstigen Bedingungen einer „befriedigenden Ersatzbemutterung“ ein neuer Beziehungsaufbau ermöglicht, muss es bei einer Trennungserfahrung nicht zu langfristigen Schäden der Persönlichkeitsentwicklung kommen. Das Kind reagiert auf weitere Trennungssituationen trotz dessen mit erhöhter Sensibilität. Kann das Kind die Phasen nicht bewältigen, misslingt der neue Beziehungsaufbau in der Ersatzfamilie, woraufhin es zu schwerwiegenden Persönlichkeitsstörungen kommen kann, die anhand folgender Symptome zu erkennen sind: depressive Tendenzen, Oberflächlichkeit in Beziehungen, Gefühlsarmut, dissoziales Verhalten, Entwicklungsrückstände, Konzentrationsstörungen[42].

Nach Robertson und Robertson hängen die Folgen einer vorübergehenden oder dauerhaften Trennung von der primären Bezugsperson, von derQualität des Ersatzmilieus ab. „Kinder, die eine gute Ersatzpflege bekommen, entwickeln sich im kognitiven und sozio-emotionalen Bereich weitgehend normal“[43]. Doch ab wann wird ein Ersatzmilieu als „gut“ betrachtet und welche Kriterien sprechen für eine „weitgehend normale“ Entwicklung? Ob die Ersatzfamilie für das betreffende Kind eine gute ist, zeigt sich erst im späteren Verlauf insbesondere in der Trauerphase und Integrationsphase. Die Integration in die Ersatzfamilie und deren förderlichen Bedingungen werden im Laufe dieser Arbeit näher behandelt. Es wird darauf eingegangen, welche Schwierigkeiten und eventuell Krisensituationen auf die Beteiligten zu kommen und wie sie geregelt werden könnten, sodass das Kind eine Chance auf neue Beziehungen erhält.

3. Traumatisierungserfahrungen innerhalb der Familie

In der Arbeit mit Pflegekindern nimmt das Thema Trauma eine besondere Bedeutung ein. Nienstedt und Westermann gehen davon aus, dass mehr oder weniger weitreichende traumatische Erfahrungen bei den Kindern, die aus ihrer Herkunftsfamilie herausgenommen wurden, vorliegen. In Bezug auf ihrer Vorgeschichte sind vor allem Dauerpflegekinder einer traumatischen Situation ausgesetzt, die ihr Verhalten und Erleben nachhaltig beeinflussen[44]. In diesem Abschnitt stehen Traumata, deren Risikofaktoren und Auswirkungen im Vordergrund.

3.1 Definition: Trauma

Traumata (griechisch: Verletzung, Wunde, Gewalteinwirkung) sind Verletzungen nach einer physischen oder psychischen Gewaltausübung. Trauma und Gewalt sind daher zwei Themenbereiche, die eng miteinander verbunden sind. Es sind zwei unbestimmte Begriffe, die nicht eindeutig definierbar sind.

Im strafrechtlichen Verständnis ist Gewalt im Allgemeinen „jedes Mittel, mit dem auf den Willen oder das Verhalten eines anderen durch ein gegenwärtiges empfindliches Übel eine Zwangswirkung ausgeübt wird“[45]. Krall bezeichnet Gewalt als eine schädigende Handlung und/oder Prozess, welche/r innerhalb der Familie eine der zentralen und häufigsten Ursachen für körperliche und seelische Verletzungen bei Kindern ist. Dennoch muss darauf hingewiesen werden, dass es zu einer verzerrenden Darstellung kommt, wenn die Anzahl der Kinder und Jugendlichen mit Gewalterfahrungen innerhalb der Familie mit den traumatisierten gleichgesetzt werden[46]. Laut Krall werden „traumatische Menschen (...) mit der Erfahrung konfrontiert, in einer belastenden Situation schutzlos, ohnmächtig und hilflos anderen Menschen oder Ereignissen (Gewalttäter, Krankheiten, Krieg, etc.) ausgeliefert zu sein.“[47] Traumatisierungen gehen einher mit Stress, Verlust und Deprivation.

Tyson und Tyson bezeichnen den Begriff als „eine existentiell bedrohliche, überwältigende Lebenssituation, die die Fähigkeit des Ichs zur Organisation und Regulation überfordert und so mit einem Zustand der Ohnmacht einhergeht“[48]. Shengold benennt es mit dem Begriff „Seelenmord“[49].

Nienstedt und Westermann definieren Trauma wie folgt: „Von traumatischen verletzenden Erfahrungen sprechen wir dann, wenn von Eltern die elementarsten Bedürfnisse des Kindes nicht wahrgenommen und respektiert werden und wenn das Kind von seinen Eltern überwältigt wird und sie dadurch als Schutzobjekt verliert“[50].

Durch die verschiedenen Definitionen gelangen wir zu einer genaueren Beurteilung, wann es sich um ein traumatisches Ereignis handelt. Dennoch kann keine einheitliche Definition gefunden werden, da es sich hier um individuelle Erfahrungen handelt, die auf jedes Individuum unterschiedliche Auswirkungen haben.

3.2 Risikofaktoren für traumatische Erfahrungen

Traumatische Erfahrungen in der Kindheit werden durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst, oftmals bedingen und ergänzen sie sich gegenseitig. Durch das Zusammenwirken von Risikofaktoren, Mittelfaktoren (den Umständen, unter denen sich das Geschehen abspielt) und schützenden Faktoren wird die Entstehung eines Traumas beeinflusst. Schutzfaktoren sind Einflussfaktoren, die die Auswirkungen von Risikofaktoren ausgleichen können. Die vom Kind entwickelten Widerstandskräfte werden in der Theorie und Forschung unter dem Begriff Resilienz zusammengefasst. Schutzfaktoren können sein: dauerhaft gute Beziehung zu mindestens einer primären Bezugsperson, „gutes“ Ersatzmilieu nach frühem Mutterverlust, sicheres Bindungsverhalten, überdurchschnittliche Intelligenz oder soziale Förderung [51].

Nachfolgend werden einige ausgewählte Risikofaktoren kurz beschrieben:

Physische Misshandlung

Physische Misshandlungen können sowohl als Handlungen als auch als Unterlassungen gesehen werden, die „sich gegen den Körper der Betroffenen richten und in der Regel mit Schmerzen, gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Ekelgefühl oder Freiheitsberaubung verbunden sind“[52]. Beispiele für diese Form von Gewalt sind: Schlagen mit der Hand, Prügeln, FesthaltenWürgen, gewaltsamer Angriff mit Riemen, Vergiften, Verbrennen mit heißem Wasser oder Zigaretten, den eigenen Kot essen, Urin trinken lassen, oder Schütteln eines Kleinstkindes[53]. Diese Taten sind Folgen gezielter Gewaltausübung oder aber stellen eine Form impulsiver, reaktiver Gewalttätigkeit dar. Laut Krieger/Lang u. a. zählt auch die Zerstörung von Eigentum des Kindes (z. B. Geschenken oder Lieblingsspielzeug) zur körperlichen Gewalt, denn diese richtet sich stellvertretend gegen den Besitzer - das Kind.

Der Schweregrad von körperlicher Gewalt ist unterschiedlich einzuschätzen und bedarf daher bestimmter Kriterien für die Unterscheidung. Diese liegen im Ausmaß der körperlichen Schädigung, die das Kind erfährt, und in der Vorsätzlichkeit der schädigenden Handlung. Meist sind die Verletzungen, die vorsätzlich ausgeübt werden, sofort sichtbar. Andere wirken sich erst einige Jahre später aus bzw. in der seelischen Entwicklung des Kindes[54].

Sexueller Missbrauch

Sexueller Missbrauch ist grundlegend gekennzeichnet von der Tatsache, dass Kinder und Jugendliche gezwungen werden,sich an sexuellen Handlungen zu beteiligen. Die Folgen und Bedeutungen dieser Handlungen können sie dabei nicht einschätzen. Nach Deegner gehört zu sexuellem Missbrauch „jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Kind entweder gegen den Willen des Kindes vorgenommen wird oder der das Kind auf Grund seiner körperlichen, emotionalen, geistigen oder sprachlichen Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann bzw. bei der es deswegen auch nicht in der Lage ist, sich hinreichend zu wehren und verweigern zu können“[55].

Bei sexuellem Missbrauch werden unterschiedliche Schweregrade festgestellt: 1) intensiver Missbrauch sind z. B. anale, orale oder vaginale Vergewaltigungen, die versucht oder vollendet wurden, und vollzogener Beischlaf. Opfer des intensiven Missbrauchs ist ein Kind, wenn es den Täter anfassen musste oder der Täter das Kind an Genitalien berührt hat. 2) Zu weniger intensivem Missbrauch gehören u. a. Berührungen an der Brust des Opfers oder sexuelle Küsse. Auch ohne körperlichen Kontakt kann das Kind durch sexuellen Missbrauch geschädigt werden z. B. durch pornographische Materialien anschauen oder nackt ausziehen. Der Schweregrad der Misshandlung sagt aber nicht gleichzeitig etwas über den Grad der Traumatisierung des Kindes bzw. Jugendlichen aus. Der Grad des Traumas wird von verschiedenen Faktoren bestimmt: Vertrauensgrad zwischen Täter und Opfer, Art und Dauer, Anwendung von körperlicher Gewalt, Reaktionen aus dem Umfeld, Alter des Opfers, Intensität, Bedrohlichkeit, Umfang familiärer Unterstützung, Dauer des Gerichtsverfahrens sowie vorkommende Reviktimisierung durch andere Täter.

Psychische Misshandlung

Zunächst ist zu erwähnen, dass die psychische bzw. seelische Misshandlung erst 1934 in der Wissenschaft Beachtung gefunden hat und von v. Levetzow definiert wird als „ein schweres Schädigen des seelischen Wohlbefindens eines Wehrlosen, welches ohne vernünftigen Zweck oder außer jedem Verhältnis zu einem vernünftigen Zweck geschieht“[56]. Psychische Misshandlung kann nach Engfer ausbauend definiert werden als eine Handlung oder Unterlassung von Eltern bzw. Betreuungspersonen, die Kinder überfordern, ängstigen oder ihnen das Gefühl der Wertlosigkeit vermitteln[57].

Ferner zählt zur psychischen Misshandlung auch ein zu starkes Behüten, ein 'Erdrücken des Kindes mit Fürsorge', welches in der Übersicht zu ergänzen ist. Dadurch kann das Kind in seiner Entwicklung stehen bleiben und sich extrem ängstlich, unsicher, ohnmächtig und abhängig fühlen. Bei der psychischen Misshandlung handelt es sich folglich um die Ausübung seelischen Drucks.

Vernachlässigung

Die Vernachlässigung kann als die häufigste Form der Misshandlungen gesehen werden. Der Begriff wird von Albert wie folgt definiert: Vernachlässigung...

„ist die andauernde oder wiederholte Unterlassung fürsorglichen Handelns durch sorgeverantwortliche Personen (...), welches zur Sicherstellung der seelischen und körperlichen Versorgung des Kindes notwendig wäre, also die Nichterfüllung kindlicher Grundbedürfnisse“[58].

Formen derVernachlässigung:

Die physische Vernachlässigung ist gekennzeichnet von unzureichender oder nicht angemessener Ernährung, Verpflegung und Versorgung sowie das Unterlassen von Sicherheitsmaßnahmen wie Unbeaufsichtigen des Kindes und das Unterlassen von medizinischer Hilfe und Versorgung.

Die psychische Vernachlässigung bezieht sich auf den emotionalen Austausch, die Sprache, Grob- und Feinmotorik, allgemeine Anregungen, mangelnde Fürsorge für das Kind, aber auch ein nicht ausreichendes emotionales Beziehungsangebot. Passive Vernachlässigung ist das unbewusste Verhalten der Eltern aufgrund mangelnder Einsicht oder Aufmerksamkeit sowie unzureichendem Wissen der Eltern. Aktive Vernachlässigung dagegen geschieht ganz bewusst, indem Eltern diese Unterlassung als erzieherisches Mittel verwenden und Sanktionen wie Essensverbot geben.

Deprivation (von lateinisch de-„privare” = berauben) gilt als ein gesonderter Begriff in diesem Zusammenhang. Deprivierende Bedingungen in den ersten Lebensjahren können zu gravierenden Persönlichkeitsstörungen führen. Kinder werden mit folgenden Bedingungen konfrontiert: psychische Vernachlässigung, orale Mangelerfahrung, Mangel an beständiger emotionaler Zuwendung und Spannungsausgleich und ein Mangel an Sinnesreizen und Anregungen. Depriavation ist die Folge einer mangelhaften und ungenügenden Befriedigung grundlegender psychischer Bedürfnisse[59]. Der Begriff kann als Folge von Vernachlässigung verstanden werden. Deprivationsstörungen können in allen Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung auftauchen und bedürfen ein Korrigieren, welches therapeutisch anzusetzen ist, z. B. durch den Ansatz der „Bemutterung“ von Bielicki (1971)[60]. Er setzt darauf, dass das Kind für die Beziehung wieder zu gewinnen ist und zwar durch die Herstellung der emotionalen Bindung in einem befriedigenden Dialog. Aufgrund der neuen stabilen Basis kann eine gesunde Entwicklung des Kindes in allen Bereichen neu beginnen.

3.3 Auswirkungen

Die Auswirkung von Traumatisierungserfahrungen in der Kindheit sind je nach betroffenem Kind unterschiedlich. Sie hängen nicht nur von den konkreten traumatischen Ereignissen, sondern auch von der Belastungsfähigkeit, den Copingstrategien/Verarbeitungsmustern, dem sozialen/kulturellen Umfeld des Kindes und seinen biographischen Vorerfahrungen ab. „Kumulative Beziehungstraumatisierungen“[61], die aufgrund von Gewalt und Misshandlung durch nahe Bezugspersonen verursacht werden, nehmen einen besonderen Einflussstatus auf die Auswirkungen des Traumas ein[62]. Bezugspersonen stellen eine sichere Basis für das Kind dar; sie benötigen die Nähe, das Vertrauen und die Sicherheit dieser Person, die aufgrund der Gewaltausübung/Vernachlässigung gestört ist. Es fehlt in dieser Situation die sichere Basis, wodurch ein stärkeres Angstgefühl ausgelöst wird und es schließlich zu schwerwiegenden Störungen kommen kann.

Traumatisierte Kinder entwickeln bestimmte Mechanismen, die zur Abwehr von Ängsten beitragen. Durch traumatische Erfahrungen kann das Ich (aus der psychoanalytischen Strukturtheorie) das Erlebte nicht in realitätsgerechter Weise verarbeiten. Das Ich sollte in der Lage sein, die Beziehung zur Realität zu wahren. Diese Ich-Funktion sichert die Wahrnehmung der äußeren und inneren Wirklichkeit. Bei einer überwältigenden Gefahr, welche das Ich nicht mehr realistisch verarbeiten kann, wehrt es Angst ab. Dadurch wird die Angst, also die reflexähnliche Reaktion auf Gefahr, in Grenzen gehalten. Nimmt das Kind Signale wahr, die Angst und Hilflosigkeit hervorrufen und es überwältigen, kann es bereits vor dem Affekt reagieren. Doch nimmt es die Signale nicht wahr, z.B. weil es von der Gefahr überrascht wird, kann sich das Ich nicht mehr an die Situation anpassen und es greift auf Abwehrmechanismen zurück. Das Ich verleugnet die äußere Gefahr und verdrängt so die gefährlichen Triebimpulse. Überwältigende, traumatische Erfahrungen werden in der Verdrängung gehalten und damit die Angst abgewehrt. Als Folge sind Einschränkungen in der bewussten Wahrnehmung der Wirklichkeit, Lernfähigkeit und Einsicht in Zusammenhänge der Realität zu nennen.

Darüber hinaus gehören Re-Inszenierungen und Flashbacks zu den Abwehrmechanismen eines traumatisierten Kindes. Re-Inszenierung ist der Ausdruck des Erlebten im gegenwärtigem Verhalten und Wahrnehmen - sie reinszenieren das Traumatische. Flashbacks sind Erinnerungen, die von Reizen in der Gegenwart ausgelöst werden, die in Verbindung mit dem Traumatischen stehen, sog. „Trigger“[63]. Diese rufen wiederum Angst hervor, was zu auffälligem Verhalten führt.

Traumatische Erfahrungen in der Kindheit können zu bleibenden Schäden in der Persönlichkeitsentwicklung führen und erhöhen die Anfälligkeit für bestimmte psychische Störungen.[64] Nicht nur in der Kindheit sondern auch im Erwachsenenalter kann es zu schweren Störungen kommen. Die deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (2003) zeigte, dass früh massiv deprivierte Kinder Bindungsstörungen entwickelten und nicht selten im Erwachsenenalter zu Persönlichkeitsstörungen übergingen. Des Weiteren liege die Wahrscheinlichkeit für Substanzmissbrauch, Suizidalität und Depression im erhöhten Risiko[65]. Es kann zu Verhaltensauffälligkeiten, psychischen Problemen, Depression und Ängsten, sowie physischen Verletzungen, psychosomatischen Symptomen und sozialen Auffälligkeiten kommen[66].

Auffällige Verhaltensmuster und Abwehrmechanismen spiegeln deutlich die Erfahrungen der Kinder wieder und haben aus diesem Grund eine wesentliche Bedeutung in der (therapeutischen) Arbeit mit traumatisierten Kindern.

[...]


[1] Bowlby 1985, S.123

[2] Statistisches Bundesamt Deutschland (2009): Kinder- und Jugendhilfe. Hilfe zur Erziehung. Außerhalb des Elternhauses nach persönlichen Merkmalen und Art derHilfe.

[3] Vgl.Gassmann2010,S.117

[4] Familienkinder: Kinder, die in ihrer Herkunftsfamilie aufgewachsen sind

[5] Vgl. Nowacki 2007, S.1

[6] Vgl. Nowacki 2007, S.4

[7] Vgl. Bowlby 1975, S.190

[8] Bowlby 1985, S.69

[9] Vgl. Nowacki 2007, S.7

[10] Vgl. Bowlby 1975, S.291

[11] Ebd., S.190ff.

[12] Vgl. Nowacki 2007, S.9f.

[13] Bowlby 1975, S.194

[14] Ebd. 1975, S.229

[15] Vgl. Bowlby 1975, S.229ff.

[16] ebd., S.194

[17] Steel 2005 zit. in:Nowacki 2007, S.13

[18] Fremmer-Bombik 1999vgl. in: Nowacki 2007, S.12

[19] Vgl. Conrad/Stumpf 2006, S.73f.

[20] Bowlby 1975, S.212

[21] Vgl. ebd. 1975, S.212

[22] Vgl. Bowlby 1973, S.309

[23] Vgl. Gloger-Tippelt 2008, S.45

[24] Ebd.

[25] Vgl. Nowacki 2007, S.16f.

[26] Gloger-Tippelt 2008, S.47

[27] Vgl. Gloger-Tippelt 2008, S.48f.

[28] Ebd. S.50

[29] Ebd. S.48

[30] Vgl. Nowacki 2007, S.17ff.

[31] Vgl. Nowacki 2007, S.21

[32] Ebd., S.26

[33] Vgl. Nienstedt/Westermann 2007, S.83

[34] Vgl. Schrapper 2008, S.58

[35] Schrapper 2008, S.60

[36] Vgl. Nienstedt/Westermann 2007, S.83

[37] Nowacki 2007, S.11

[38] Vgl. Nienstedt/Westermann 2007, S.304f.

[39] Vgl. Nowacki 2007, S.11

[40] Vgl. Nienstedt/Westermann 2007, S.304

[41] Vgl. Conrad/Stumpf 2006., S.86f.

[42] Vgl. Nienstedt/Westermann 2007, 306

[43] Nowacki 2007, S.11

[44] Vgl. Nienstedt/Westermann 1998, S.90 zit in: Nowacki 2006, S.48

[45] Albert 2008, S.30

[46] Vgl. Krall 2007, S.53ff.

[47] Ebd., S.7

[48] Tyson/Tyson 1990 zit. in:Krüger2008, S.33

[49] Shengold 1979 zit. in: Krüger2008, S.33

[50] Nienstedt/Westermann 1998, S.90zit. in: Conrad/Stumpf2006, S.92

[51] Vgl. Krall 2007, S.43

[52] Krieger, Lang u.a. 2007, S.14

[53] Vgl. Albert 2008, S.41 f.

[54] Krieger, Lang u.a. 2007, S.14

[55] Deegner 2005, S.38 zit in: Krieger, Lang u.a. 2007, S.21

[56] FamRZ 1993, S.1167 zit in: Albert 2008, S.44

[57] Vgl. Engfer 2005, S.4 ff. vgl. in: Albert 2008, S.43 f.

[58] Albert 2008, S.45

[59] Vgl. Nienstedt, Westermann 1989, S.164

[60] Nienstedt, Westermann 1989, S.173

[61] Krall 2007, S.65 Konzept von Khan (1963) bezeichnet eine Art von Unterversorgung, die sich subtil im Innerfamiliären ereignet

[62] Vgl. ebd.

[63] Vgl. Nienstedt/Westermann 2007, S.45f.

[64] Vgl. Krall 2007, S.56

[65] Vgl. Nowacki 2007, S39

[66] Vgl. Albert 2008, S.43f.

Details

Seiten
69
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656573135
ISBN (Buch)
9783656573111
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v267274
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
1
Schlagworte
sozialpädagogische aufgaben pflegekindern pflegekinder ersatzfamilien eine chance bindungserfahrungen

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Titel: Sozialpädagogische Aufgaben bei Pflegekindern