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Regionale Differenzen der Internetnutzung in einer internationalen Organisation

Am Beispiel des Webportals des Deutschen Entwicklungsdienstes

Diplomarbeit 2008 136 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. EINLEITUNG
1.1 HINTERGRUND DER ARBEIT
1.2 FRAGESTELLUNGEN
1.3 DER UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND- ONE SPACE OF INFORMATION
1.4 AUFBAU DER DIPLOMARBEIT

2. INTERNET UND RAUM - RÄUMLICHE STRUKTUREN UND FORMEN DER INTERNETNUTZUNG
2.1 DER „ANYTHING, ANYWHERE, ANYTIME - TRAUM“
2.2 RÄUMLICHE STRUKTUREN DES INTERNETS UND „DIGITAL DIVIDE“
2.2.1 RÄUMLICHE AUSPRÄGUNGEN DES INTERNETS UND DER „SPACE OF FLOWS“
2.2.2 LOKALISATION VON INTERNETINHALTEN UND INTERNETNUTZERN
2.2.3 DIGITAL DIVIDE - EIN ÜBERBLICK
2.3 INTERAKTION IM INTERNET
2.3.1 INFORMATION UND KOMMUNIKATION DURCH WEBTECHNOLOGIEN
2.3.2 SOZIALE LEISTUNGEN VON NEUEN TECHNOLOGIEN
2.3.3 SYNCHRONE UND ASYNCHRONE INTERAKTION IM INTERNET

3. INFORMATIONSTECHNOLOGIEN IN ORGANISATIONEN - FORMEN DER ZUSAMMENARBEIT UND DEREN GRENZEN
3.1 FUNKTIONEN VON WEBPORTALEN
3.1.1 DAS INTRANET IM INTERNET ALS KOOPERATIONSSYSTEM
3.1.2 KLASSIFIKATION VON KOOPERATIONS- UND WISSENSMANAGEMENTSYSTEMEN
3.1.3 FUNKTIONEN VON COMPUTER SUPPORTED COOPERATIVE WORK -SYSTEMEN
3.1.4 DOKUMENTENMANAGEMENT-SYSTEME UND KODIFIZIERTES WISSEN
3.1.5 „COMMUNITIES OF PRACTICE“ IM VIRTUELLEN RAUM
3.2 ZUSAMMENFASSUNG: NUTZEN VON WEBTECHNOLOGIEN UND GRENZEN DES „FLOW OF INFORMATION“

4. AKZEPTANZ VON TECHNISCHEN INNOVATIONEN
4.1 AKZEPTANZBEGRIFF UND AKZEPTANZFORSCHUNG - EIN ÜBERBLICK
4.1.1 BEGRIFF DER AKZEPTANZ
4.1.2 DIE KLASSISCHE AKZEPTANZFORSCHUNG
4.2 AKZEPTANZMODELLE ZU INFORMATIONSTECHNOLOGIEN
4.2.1 AKZEPTANZMODELLE VON DEGENHARDT, GOODHUE UND DAVIS
4.2.2 TECHNOLOGY-ACCEPTANCE-MODEL 2
4.3 KRITIK DER AKZEPTANZMODELLE UND WEITERE EINFLUSSFAKTOREN

5. ZWISCHENFAZIT UND HYPOTHESEN

6. METHODIK
6.1 QUANTITATIVES VERFAHREN - LOGFILEANALYSE
6.1.1 DIE LOGFILES
6.1.2 VORGEHENSWEISE: LOKALISIERUNG DER NUTZUNG
6.1.3 DURCHFÜHRUNG EINES „SPEED“-TESTS
6.2 QUALITATIVES VERFAHREN - LEITFADENGESTÜTZTE EXPERTENINTERVIEWS
6.3 DISKUSSION DER METHODISCHEN VORGEHENSWEISE

7. DIE NUTZUNG DES WEBPORTALS IN DER ORGANISATION - ERGEBNISSE DER ARBEIT
7.1 RÄUMLICHE STRUKTUREN DER NUTZUNG DES PORTALS
7.1.1 ÜBERBLICK - NUTZUNG DES PORTALS IN DER GESAMTORGANISATION
7.1.2 NUTZUNG DES PORTALS AUF EBENE DER REGIONEN
7.1.3 DIFFERENZEN IN DER QUALITÄT DER INTERNETANBINDUNG: DIE TECHNISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN IN DEN LÄNDERN
7.2 FUNKTIONEN DES WEBPORTALS - UNTERSTÜTZUNG DES „FLOW OF INFORMATION“?
7.2.1 DAS WEBPORTAL ALS TECHNISCHES KOOPERATIONSSYSTEM
7.2.2 PORTALE DES WEBS - TÜR ZUM WELTWEITEN WISSEN DER ORGANISATION?
7.3 EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE NUTZUNG - INDIVIDUELLE GRÜNDE FÜR SELEKTIVE NUTZUNG
7.3.1 RELEVANZ FÜR DAS BERUFLICHE AUFGABENFELD. PORTALS - USEFUL FOR EVERYONE?
7.3.2 AKZEPTANZ DURCH LERNANGEBOTE UND BENUTZERFREUNDLICHKEIT - NUTZEN VON SCHULUNGEN
7.3.3 AKZEPTANZ VON WEBPORTALEN - ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG DER FAKTOREN

8.SCHLUSSBETRACHTUNG
8.1 ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
8.2 SCHLUSSFOLGERUNGEN

9. LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG

VERZEICHNISSE

Abbildungsverzeichnis:

Abb. 1: Karte der Partnerländer des DED

Abb. 2: Screenshot der Startseite des DED- Portals (Ausschnitt)

Abb. 3: Aufbau der Arbeit

Abb. 4: Interaktionsmöglichkeiten (synchron/asynchron)

Abb. 5: Spirale der organisationalen Wissensbildung nach Nonaka u. Takeuchi (verändert)

Abb. 6: Integrierte Klassifikation von CSCW- und Wissensmanagement-Systemen

Abb. 7: Technologieakzeptanzmodell nach Davis (1989)

Abb. 8: Technology-Acceptance-Modell 2 nach Vankatesh und Davis (2000)

Abb. 9: Vorgehensweise bei der quantitativen Datenanalyse

Abb. 10: Übersicht über die Interviewpartner (IP)

Abb. 11: Durchschnittliche Anzahl der Visits auf Länderebene (inkl. Zentrale)

Abb. 12: abgerufenes Datenvolumen (KB)/ Visit im Zeitraum vom 10.06.08 bis 31.08.08

Abb. 13: Darstellung der Anzahl der Visits je EH/ES auf Regionalebene

Abb. 14: Darstellung der Anzahl der Visits je Koordinator

Abb. 15: Darstellung der Anzahl der Visits je Landesdirektor/ Regionaldirektor Assistent

Tabellenverzeichnis:

Tab.1: Felder eines W3C Extended Log File Format (IIS 6.0)

Tab. 2: Informationen über die quantitative Datengrundlage

Tab. 3 Beispielhafter Aufbau der Liste mit den Login-Namen („User-Liste“)

Tab. 4: Beispielhafter Aufbau der Liste der „authentifizierte Nutzer“

Tab. 5: Anzahl der Mitarbeiter in den einzelnen Regionen nach Funktion

Tab. 6: Verhältnis von Mitarbeiterzahl zu Anzahl der Portalnutzer

Tab. 7: Up- und Download- Geschwindigkeiten in den einzelnen Ländern

Abkürzungsverzeichnis:

1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Hintergrund der Arbeit

Die technologische Innovation2, die sich bis heute am schnellsten global ausgebreitet hat, ist das Internet.3 Die Möglichkeit der Digitalisierung von Informationen (Text, Ton und Bild), die zunehmende Verbreitung des Internets und die Verbesserung der Übertragungsraten ermöglicht es, in kürzester Zeit große Datenmengen, Informationen und Wissen weltweit auszutauschen.4 Mit dieser Entwicklung geht die in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen diskutierte wachsende Bedeutung von Wissen in der Gesellschaft einher, die sich in Begriffen wie Wissensgesellschaft und Informationsgesellschaft widerspiegelt. Die Vorstellung einer „ knowledge- based- economy “ kann als Resultat einer Konvergenz von zwei Entwicklungen gesehen werden: „ increasing long- term knowledge intensity, on the one hand, and the emergence and diffusion of the new information and communication technologies, on the other hand “ (Amin u. Cohendet, 2004: 15). Bereits die Telegraphie beschleunigte den Austausch von Informationen und auch die Bedeutung von Wissen für die Gesellschaft ist bekannt. So stellte bereits in den 1940er Jahren Hayek (1945) fest: „ utilization of knowledge [...] is not given to anyone in its totality “ bzw. „ how to secure the best use of resources known to any of the members of society, for ends whose relative importance only these individuals know “ (Hayek, 1945: 520).

Heute nutzen Unternehmen und Organisationen zunehmend über das Internet aufrufbare Informationssysteme, um unternehmensinterne Inhalte5 optimiert zu transferieren und neue Interaktions- und Organisationsformen für die Mitarbeiter zu schaffen. „ A large proportion of business communication (both inside, and between, firms) is now through the Internet “ (Dicken 2007: 87). Gerade in international agierenden Organisationen, bei denen das Personal in unterschiedlichen geographischen Regionen arbeitet, erfüllt eine webbasierte Unternehmensplattform ihren Nutzen. Die einzelnen Mitarbeiter können von jedem Ort aus auf die eingestellten Daten (wie Textdokumente, Video- und Audiodateien) der gesamten Organisation zugreifen. Zudem erweitern diese Plattformen das Spektrum des Austausches der einzelnen Mitarbeiter, die sich neben Telefon, Email, Messenger und VoIP6 zu virtuellen Arbeitsgruppen zusammenschließen können.

Webbasierte Informationssysteme werden im Rahmen des Wissens7 - und Informationsmanagements8 in Unternehmen eingesetzt. Diese Systeme der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)9, zu denen das in der Arbeit untersuchte Webportal gehört, bilden wichtige Werkzeuge zur Umsetzung von Strategien und Zielen der Unternehmensführung. Eine technische Unterstützung ist in einer wissensbasierten Unternehmensführung nicht mehr wegzudenken. Doch welchen Nutzen haben solche Systeme und inwiefern wird und kann der Einsatz von IKT eine Verbesserung der Produktivität der Informationsverarbeitung bewirken? Trotz des engen Zusammenhangs zwischen dem Untersuchungsgegenstand, dem Webportal des Deutschen Entwicklungsdienstes (vgl. Kapitel 1.3), und dem Themenfeld des Wissens- und Informationsmanagements, als Teilbereich der Unternehmensführung, ist die ökonomische Diskussion unter dem Aspekt der Produktivitätswirkung für die Organisation sekundär.

Die vorliegende Arbeit fokussiert sich darauf die Nutzung des Webportals in den aktuell 46 Ländern der Organisation der Entwicklungszusammenarbeit10 (EZ) zu lokalisieren und dabei zu beleuchten, inwiefern es11 in den einzelnen Ländern genutzt wird. Wie lässt sich die Nutzung des Webportals lokalisieren? Gibt es Unterschiede in der Nutzung zwischen den einzelnen Ländern? Welche Gründe gibt es für die Nutzung bzw. Nicht-Nutzung der Technologie seitens der Mitarbeiter innerhalb der Organisation?

Es geht primär darum die Nutzerseite zu analysieren und nicht den Nutzen des Portals im Rahmen von Managementstrategien.12 Grundsätzlich hängt der Nutzen bzw. Erfolg dieser innovativen Technologien (in dieser Arbeit im Speziellen der Einsatz eines Webportals) für die Organisation unmittelbar mit der Akzeptanz der Benutzer und deren breiter Anwendung bzw. tatsächlichen Nutzung zusammen. Kurz gesagt: „ Computer systems cannot improve organizational performance if they aren´t used “ (Davis, Bagozzi u. Warshaw 1989: 982). Eine wesentliche Rolle spielen dabei die technischen Begebenheiten (Zugang zum Internet, technische Ausstattung, etc.) in den einzelnen Regionen13 und Ländern, um eine einheitliche, intensive Nutzung des Webportals innerhalb der Organisation zu gewährleisten. Die Nutzung des Unternehmensportals ist unmittelbar an die Verfügbarkeit einer „akzeptablen“ Internetanbindung gekoppelt. Es haben also verschiedene (äußere und individuelle) Faktoren Einfluss darauf, ob die gewählte Webanwendung erfolgreich innerhalb der Organisation eingesetzt werden kann.

Zusammengefasst ist das Ziel der Arbeit zunächst die Nutzung des Webportals mit Hilfe von Indikatoren räumlich zu analysieren, um dann die maßgeblichen Faktoren zu erforschen, die eine unterschiedliche Nutzung bedingen könnten. Es soll eine Beziehung hergestellt werden zwischen dem Webportal, als ein Element des cyberspace14, und dem realen Raum, die sich in der lokalen Nutzung widerspiegelt. „ The relationship between cyberspace and space is important and there is a real need to understand, map and deconstruct the complex spatiality of cyberspace “ (Kitchin 1998: 388). Wie sieht die räumliche Nutzung des Webportals aus? Wodurch wird diese beeinflusst? Welche Rolle spielen die äußeren, vorwiegend technischen Rahmenbedingungen? Welche Barrieren bestehen bei der Nutzung und wie ist die Akzeptanz der Nutzer?

1.2 Fragestellungen

In dieser Arbeit wird das Webportal des Deutschen Entwicklungsdienstes gGmbH (DED)15 untersucht. Dabei liegt der Schwerpunkt der empirischen Untersuchung darauf, die Nutzung des webbasierten Intranets16 seitens der Mitarbeiter innerhalb der in aktuell 46 Ländern tätigen Organisation der EZ zu analysieren. Es muss zunächst untersucht werden, ob es regionale Differenzen im Bezug auf die Nutzung des Portals zwischen den einzelnen Ländern, in denen die Organisation sitzt, gibt.17 Ausgehend davon stellt sich die Frage: Warum gibt es Unterschiede in der Nutzung? Daraus ergibt sich zusammengefasst folgende Hauptfragestellung:

Gibt es regionale Differenzen der Nutzung des Webportals innerhalb der Organisation und welche Gründe können für eine selektive Nutzung des Portals ausgemacht werden?

Zur Beantwortung der Hauptfragestellung werden im Folgenden drei Unterfragen formuliert. Zunächst muss die Frage beantwortet werden, ob es eine heterogene Nutzung des Portals gibt. Die erste Unterfrage lautet:

1. Wird das Webportal in den einzelnen Ländern unterschiedlich genutzt? Wenn ja, lässt sich das räumliche Muster der Nutzung auf divergierende Zugangsbedingungen zum Internet zurückführen?

Die technischen Voraussetzungen, womit der Zugang zum Internet gemeint ist, sind in den einzelnen Ländern unterschiedlich. Das Webportal wird über das Internet aufgerufen und damit besteht ein enger Zusammenhang zwischen Internetnutzung und Webportalnutzung. Am Beispiel des Webportals wird überprüft, ob sich divergierende Zugangsbedingungen auf die Nutzung von IKT auswirken. Zudem müssen die Funktionen und der Nutzen von Portallösungen diskutiert werden, um nähere Erkenntnisse über den Untersuchungsgegenstand zu gewinnen. Es muss gefragt werden (zweite Unterfrage):

2. Welche Funktionen erfüllt das webbasierte Unternehmensportal? Wird der organisationsinterne Informationsaustausch verbessert?

Diese Unterfrage wird im Hinblick auf die Hauptfragestellung gestellt, um den Nutzen einer medialen Interaktionsplattform allgemein zu erklären. Erfüllt das Portal nicht die an es gestellten Anforderungen, können darin die möglichen Gründe für eine uneinheitliche Nutzung innerhalb der Organisation liegen. Mit Hilfe dieser Unterfrage sollen auch mögliche Barrieren oder Restriktionen von internetbasierten, computergestützten Systemen aufgedeckt werden. Die Beantwortung dieser zweiten Unterfrage hat zum Ziel, mögliche systemimmanente Faktoren und Bedingungen, die die Nutzung beeinflussen könnten, auszuschließen oder herauszufinden.

Des Weiteren besteht der Bedarf nach individuellen, personenbezogenen Merkmalen, die die Nutzung bzw. Nicht-Nutzung von Informationssystemen beeinflussen. Deshalb sollen mit Hilfe von Modellen und Ansätzen zur Akzeptanzforschung folgende dritte Unterfrage beantwortet werden:

3. Inwiefern spielt die Akzeptanz des Portals seitens der Mitarbeiter eine Rolle? Welche individuellen Faktoren haben auf das Nutzungsverhalten der Mitarbeiter Einfluss?

Somit erfolgt die empirische Überprüfung der Differenzen in der Nutzung des Portals unter der Berücksichtigung von drei Aspekten:

1. Erforschung der Zugangsbedingungen zum Internet
2. Erforschung systemimmanenter Faktoren
3. Erforschung von individuellen, personenbezogenen Merkmalen

In den einzelnen Unterfragen spiegelt sich diese schrittweise durchgeführte Analyse der Webportalnutzung wider, die das Ziel einer umfassenden Erforschung der Gründe für den selektiven Gebrauch von Internet- und Webanwendungen hat.

1.3 Der Untersuchungsgegenstand- One Space of Information

„The metaphor of moving suggests a larger metaphor of space within one moves. We are familiar within all sorts of space18. […] A hypertext system is one type of information space, which consists of a collection of pages connected by links. […] The pages are analogous to places, and the links to paths between the places”

(Colomb 2002: 44, 45, 58).

Der Untersuchungsgegenstand dieser Diplomarbeit ist das über das Internet aufrufbare Intranet des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED).19 Mit Hilfe einer Microsoft Technologie, dem sogenannten Microsoft Office SharePoint Server 2007, stellt das Intranet eine webbasierte Plattform dar, in der verschiedene Anwendungen (wie Dokumentenmanagement, File-Sharing, Nutzung eines Gruppenkalenders, Austausch von Audio- und Videodateien, Diskussionsforen, etc.) unter einer einheitlichen Weboberfläche integriert sind. Als ein Instrument des Wissensmanagements wird es seit dem Jahr 2004 in der Organisation eingesetzt. Die Mitarbeiter können das Intranet weltweit wie eine Webseite20 über das Internet aufrufen und sich mit Hilfe von Benutzernamen und Passwort einloggen, um auf die internen Informationen und Daten der Organisation zu zugreifen. Zudem bietet die Webplattform weitergehende Funktionen, wie den Abruf der Geschäftsemails und den Zugang zu virtuellen Communities of Practice (CoP) (vgl. Kapitel 3.1.5) an. Bevor dieses webbasierte Intranet näher beschrieben und eine genaue Definition gegeben wird, wird die Organisation, der DED, kurz beschrieben.

Hintergrundinformationen zur internationalen Organisation

Der Deutsche Entwicklungsdienst wurde 1963 gegründet und ist einer der führenden europäischen Personalentsendedienste. Er hat die Rechtsform einer gemeinnützigen Gesellschaft mbH, bei der die Gesellschafter die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sowie der Arbeitskreis "Lernen und Helfen in 18 Als Beispiele werden folgende genannt: „geographical space, urban space, architectual space“ (Colomb 2002: 44).

Übersee e.V." sind.21 Die Zentrale des DED mit ungefähr 200 Mitarbeitern befindet sich in Bonn. Des Weiteren gibt es regionale Bildungsstellen in den deutschen Städten Berlin, Düsseldorf, Weimar, Göttingen und Reutlingen.22 Der überwiegende Teil der Mitarbeiter arbeitet allerdings im Ausland. Aktuell arbeiten in den 46 Ländern23 der internationalen Organisation24 rund 1000 Fachkräfte, die insbesondere ausbildend, beratend und planend tätig sind.25 In seinen Partnerländern26 hat der DED in der jeweiligen Landeshauptstadt ein Büro, das von einem Landesdirektor geleitet wird. Der Landesdirektor vertritt die Organisation im Land und steuert das Landesprogramm. Die Mitarbeiter der Organisation in den einzelnen Ländern haben überwiegend die deutsche Staatsangehörigkeit.27 Es gibt einige wenige Mitarbeiter, die im jeweiligen Land28 angestellt werden und nicht aus Deutschland in das Partnerland entsendet worden sind. Als Organisation der EZ hat der DED seinen Schwerpunkt des Engagements in Afrika, wo 55 Prozent der Entwicklungshelfer (EH) arbeiten. In Asien und dem Nahen Osten sind 25 Prozent und in Lateinamerika und der Karibik 20 Prozent der Fachkräfte des DED im Einsatz.29 Einen Überblick der Länder bietet die folgende Abbildung 1:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Karte der Partnerländer des DED30

Webportale - Gateways to Information

„In general terms a portal is just a gateway, and a Web portal can be seen as a gateway to the information and services on the Web. [...] Portals are everywhere and are likely to grow to even greater importance in the future “(Tatnall 2005: 1).

Die Entwicklung der technischen Instrumente und Anwendungen zur Unterstützung von Arbeitsprozessen in der Informationsgesellschaft ist rasant. Dieser Schnelligkeit unterliegen auch die Begriffe und Definitionen des IT- Sektors. Was genau wird in dieser Arbeit unter einem Webportal verstanden? Der Begriff „Portal“, aus dem Lateinischen stammend („porta“ - Pforte, Tor), bezeichnet einen zentralen Zugang über den der Benutzer auf unterschiedliche Funktionen zugreifen kann.31 Der englische Begriff „Web“ (wörtlich Gewebe, Netz) ist eine Kurzform für World Wide Web und bezeichnet ein über das Internet aufrufbares Hypertext32 -System. Dieses lässt sich mit Hilfe eines Webbrowsers aufrufen und so können Daten vom Webserver auf dem Bildschirm angezeigt werden. Bei einem Webportal handelt es sich zusammengefasst um ein über das Internet aufrufbares System, das Daten des Webservers anzeigt. Nach der Klassifikation von Tatnall (2005) gibt es neun verschiedene Arten von Portalen33, bei der das untersuchte Portal der Diplomarbeit der Kategorie Enterprise Information Portal (EIP) zu zuordnen ist: „ The term enterprise (or corporate) information portals (EIP) is now often being applied to the gateways to the corporate intranets that are used to manage the knowledge within an organisation” (Tatnall 2005: 6).34 Es gibt jedoch keine definitive Einordnung von Portaltypen und auch bei den von Tatnall aufgeführten Typen gibt es Überschneidungen bzw. Gemeinsamkeiten und hybride Formen von unterschiedlichen Typen. Zudem werden Begriffe wie Unternehmens- oder Mitarbeiterportal, Intranet, integriertes Wissensmanagementsystem, Portalsystem oder Webportal oft synonym verwendet. Der in der Arbeit verwendete Begriff Webportal selbst fasst außerdem eine Vielzahl von Webanwendungen in sich zusammen35. Es kann sich einer Definition wie folgt genähert werden: „Ein Portalsystem ist eine vernetzte, elektronische Plattform, welche ortsunabhängig einen zentralen Zugang zu Ressourcen aus verschiedenen Quellen ermöglicht“ und ihm kommt eine Sonderrolle zu, „da sich andere Systeme, wie z.B. ein CMS36 in ein Portal integrieren lassen und dem Portal somit auch Features anderer Systeme zugerechnet werden“ (Richter, 2007: 60). Portale können als Technologiebündel bezeichnet werden, da auf „funktionaler Ebene nicht mehr nur einzelne Funktionen und Werkzeuge zu Systemklassen, sondern zunehmend auch ganze Systemklassen wie Dokumentenmanagement, Kompetenzverzeichnisse, Kooperationsumgebungen wiederum zusammengefasst“ (Fuchs- Kittowski 2007: 90) werden. Ein Portal stellt einen zentralen Zugangspunkt zu den verschiedenen Funktionen und gespeicherten Informationsobjekten dar, die über eine einheitliche Oberfläche, Navigationsstruktur und Suchfunktion zu erreichen sind. In der vorliegenden Arbeit wird der Begriff Webportal, angelehnt an die aufgeführten Definitionen, wie folgt definiert und verstanden: Unter dem Begriff werden alle Webanwendungen und Funktionen zusammengefasst, die das Portal den Mitarbeitern der Organisation zur Verfügung stellt. Dazu gehören die Bereitstellung großer Dokumentendatenbanken, eine integrierte Suchmaschine, ein Gruppenkalender, die Möglichkeit der Emailabfrage, interne und externe Linklisten, Mitarbeiterseiten, Teamsites37, ein Multimediaportal mit Audio- und Videodateien sowie verschiedene Diskussionsforen.38 Um eine Vorstellung über den Aufbau der Plattform zu bekommen, wird in Abbildung 2 ein Screenshot der Startseite des Portals gezeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Screenshot der Startseite des DED- Portals (Ausschnitt)

Quelle: https://portal.ded.de

Über die Navigationsleisten und Linklisten gelangt man von der Startseite zu den Inhalten des Portals, das aus ca. 1500 einzelnen Webseiten, verschiedenen Dokumentenbibliotheken und 30 Teamsites besteht. Die meisten Bereiche sind für alle Mitarbeiter zugänglich, es gibt aber auch abgeschlossene Bereiche, die nur bestimmten Mitarbeitergruppen zugänglich sind. Des Weiteren haben nicht alle Mitarbeiter die Berechtigung für die Dokumentenbibliotheken, um dort Dateien abzulegen.

1.4 Aufbau der Diplomarbeit

Auf die Einleitung folgend bilden Kapitel zwei bis vier den theoretischen Hintergrund der Arbeit. Im Zentrum der theoretischen Diskussion des zweiten Kapitels steht die Darstellung des Internets als ein im Raum zu verortendes Medium, dem klare räumliche Strukturen nachgewiesen werden können. Zudem widmet es sich den sozialen Aspekten von webbasierten Technologien, die neue Formen der Interaktion ermöglichen. Im dritten Kapitel wird der Zusammenhang zwischen neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und deren Einsatz in Organisationen hergestellt. Dazu werden Nutzen, Funktionen sowie die Barrieren des technischen Supports von Webanwendungen für Organisationen beleuchtet. Das vierte Kapitel betrachtet die Ebene der Nutzer von Webportalen. Mit Hilfe von Ansätzen aus dem Bereich der Akzeptanzforschung werden aus theoretischer Perspektive mögliche Einflussfaktoren auf die Nutzung von Informationssystemen diskutiert. Eine Zusammenfassung des vorangegangenen Inhalts der Arbeit erfolgt im fünften Kapitel, welches zudem die aus dem Theorieteil abgeleitete Aufstellung der Hypothesen beinhaltet. Darauf folgt mit Kapitel sechs der methodische Teil der Arbeit, mit der Beschreibung des quantitativen und qualitativen Verfahrens, die zur Klärung der Fragestellungen angewendet werden. Kapitel sieben stellt den Ergebnisteil der empirischen Arbeit dar, auf den die Schlussbetrachtung (Kapitel acht) folgt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Aufbau der Arbeit

2. Internet und Raum - räumliche Strukturen und Formen der Internetnutzung

Das Internet und die zunehmende Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologien beeinflusst in unterschiedlicher Weise das Alltagshandeln der Menschen. Das Handeln, der physische Raum, der Austausch von Informationen, verschiedene Bereiche der Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sind zunehmend eingebunden in die Verfügbarkeit und die Nutzung des Internets, dessen Emergenz erst wenige Jahrzehnte zurückliegt. Das Spektrum der Publikationen über das interdisziplinäre Forschungsobjekt reicht von der Analyse technologischer und medienwissenschaftlicher Aspekte, sozialräumlicher Verteilungs- und Diffusionsprozesse sowie den Zugangsmöglichkeiten und Nutzungsweisen (vgl. Budke, A. , Kanwischer, D. u. A. Pott, 2004: 10) über seine Bedeutung für die unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereiche bis zur Untersuchung der Veränderungen sozialer und wirtschaftlicher Prozesse. Der technologische Wandel ist immer in soziale und institutionelle Prozesse eingebunden und „ the ways technologies are used - even their very creation- are conditioned by their social and their economic context “ (Dicken 2007: 73).

Die Emergenz des Internets und seine zunehmende Verbreitung führte in den Jahren 1960 bis 1990 zum Aufkommen einer Reihe von Publikationen, die den Bedeutungsverlust des Raumes und die Aufhebung von zeitlichen Einschränkungen (u.a. McLuhan 1962, Toffler 1980, Negroponte 1995), in der alle Menschen in einem globalen Kommunikationsnetzwerk miteinander verbunden sind, beschworen. Wellman (2004) bezeichnet diesen ersten Zeitraum der Publikationen über das Internet, in dem „ all were supposedly connected to all, without boundaries of time and space “ (Wellman 2004: 124), als utopische Analysen. „ They extolled the internet as egalitarian and globe- spanning, and ignored the way in which differences in power and status might affect interactions both online and offline “ (Wellman 2004: 124). Mittlerweile sind diese Annahmen hinreichend widerlegt und ersetzt worden durch genaue Untersuchungen der Transformationsprozesse und räumlicher Ausprägungen des Internets. Dies geschah zunächst durch erste systematische

Dokumentationen von Nutzern und Internetnutzung Ende der 1990er Jahre, bis schließlich die ersten sozialwissenschaftlichen Analysen und Konzepte über das Internet entwickelt wurden. Wellman (2004) beschreibt dies als zweite und dritte Phase der Internetforschung. Er legt dar, wie das Internet, nach dem Platzen der sogenannten Dot.com-Blase, „ came down to earth “ und erste Studien durchgeführt wurden, die die Anzahl der Internetnutzer zählten, demographische Unterschiede verglichen und erste Erkenntnisse über das, was die Menschen im Internet „machen“, sammelten (vgl. Wellman 2004: 126). Darauf folgte eine erste „ real analysis [...] with more focused, theoretically-driven projects “ (Wellman 2004: 126).

Im Folgenden wird dennoch zunächst ein Vertreter, der zunehmende Bedeutungslosigkeit von Raum und Zeit unterstellt, vorgestellt: Nicholas Negro ponte (Kapitel 2.1). Im Gegensatz zu seiner radikalen Position, der neben anderen Autoren das Internet als „ space- time destroyer“ sehen , vom „Ende der Geographie“ sprechen und das „shrinking distance and time to zero“ (Kitchin 1998: 387) sehen, werden anschließend Ansätze aufgeführt, die die geographische Dimension des Internets im Bezug auf dessen räumlichen Strukturen und die neuen Möglichkeiten der Nutzung des Mediums aufzeigen.39

Bei geographischen Fragestellungen spielen insbesondere Ansätze und Konzepte, die sich mit den „räumlichen Logiken des Internets“ und den sozial- räumlichen Veränderungen durch Informations- und Kommunikationstechnologien befassen, im wissenschaftlichen Diskurs eine Rolle.

2.1 Der „anything, anywhere, anytime - Traum“

In the same ways that hypertext removes the limitations of the printed page, the post-information age will remove the limitations of geography.“ (Negroponte 1995: 165)

Das Internet macht alles, überall, zu jeder Zeit verfügbar - eine Vorstellung, eine These, eine Vision, die im Zuge der breiten Etablierung und der Nutzung des Internets zu interessanten Diskussionen führen kann. Doch wie sieht es in der Realität aus? Die publizierten Zukunftsvisionen von McLuhan (1962), Toffler (1980) und Negroponte (1995) beeinflussten in den 1960er bis 1990er Jahren die Debatten um und über das Internet, welches die Gesellschaft transformieren sollte. Diese Ideen von einem „ global village40 (McLuhan 1962) oder „ electronic cottages41 (Toffler 1980) regen zum Nachdenken an, sind aber wohl kaum geeignet „wissenschaftlich überprüft“ zu werden. Dennoch dient deren Diskussion dazu, das Verständnis über den immensen Einfluss der Informationstechnologie in den unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft (be)- greifbar zu machen.

Wozu trägt zum Bespiel ein Verständnis der Dichotomie von atoms und bits42 bei? „ The best way to appreciate the merits and consequences of being digital is to reflect on the difference between bits and atoms “ (Negroponte 1995:11). In seinem Buch Being Digital (1995) inszeniert Nicholas Negroponte43 die Vorstellung einer Welt in der Zeit und Raum keine Rolle mehr spielen und materielle Gegenstände zunehmend in digitaler Form vorliegen werden.44 Räumt er doch ein, dass es eine lange Zeit dauern wird „ before we can convert [cashmere sweaters or Chinese food] to bits “ (Negroponte 1995: 12), sieht er doch die Zukunft geführt „ almost 100 percent by the ability of that company´s product or services be rendered in digital form “ (Negroponte 1995: 12). Sein oft zitiertes Bild eines elektronischen Fensters, aus dem man von Boston aus die Alpen sehen, die Kuhglocken hören und den Duft der Landschaft riechen kann45, verdeutlicht seine provokative, futuristisch anmutende „digitale Weltvorstellung“.

Auch wenn durch das Internet „ information began to travel at close to the speed of light “ (Brown u. Duguid, 2000: 17), können die Anfänge des Informationszeitalters nicht beim Internet, dem Computer oder dem Telefon gesehen werden, sondern beim Telegraphen. Mit dem Telegraphen hat sich die Geschwindigkeit von Information von der Geschwindigkeit des menschlichen Reisens losgelöst (vgl. Brown u. Duguid 2000: 17). Durch das Internet und die Möglichkeit der Digitalisierung von Medien (Büchern, Dokumenten, Ton und Bild) wird der Austausch von Informationen und Daten weiter beschleunigt. Dies ist ein weiterer Schritt, eine erweiterte Form des Informationsaustausches mit neuen, zusätzlichen (Interaktions-) Möglichkeiten, aber es wird keine Gesellschaft geben, in der die zeitliche und räumliche Dimension an Bedeutung verliert.46

Nach diesem kurzen Rückblick zu ersten Publikationen in den Anfangsjahren des Internets, wird festgehalten, dass auch in aktuellen Publikationen die Bedeutung des Raumes nicht berücksichtigt wird. So zeigt sich, dass im Bezug auf den ökonomischen und sozialen Wandlungsprozess im Zuge der Ausbreitung des Internets und seiner Anwendungen anhaltend an der Idee eines „ Ubiquitous Computing “, einer Allgegenwärtigkeit künstlicher Intelligenz festgehalten wird. In dem Buch „Internet der Dinge“ von Bullinger u. ten Hompel (2007) steht der Titel als Metapher „für die grandiose Vision, in der das Internet über den Bildschirm hinaus Teil der physischen Welt wird, und in der jeder Gegenstand der realen Welt umgekehrt ein Teil des Internets werden kann (vgl. Bullinger u. ten Hompel 2007: XXIII). „Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte leben wir - dank Internet - in einer Welt, in der globale Kommunikation Wirklichkeit geworden ist. [...] Dies lässt die

Welt zusammenrücken. Sie ist zum sprichwörtlichen Dorf geworden“ (Bullinger u. ten Hompel 2007: 3). Dies ist ein Beispiel dafür, dass die Faszination und die Träume um und über das Internet erhalten bleiben.

2.2 Räumliche Strukturen des Internets und „digital divide“

Im klaren Gegensatz zu den Positionen, die das Internet und seine Anwendungen als „ space-time destroyers “ (Kitchin 1998: 387) sehen, gibt es mittlerweile eine Reihe von Ansätzen und Konzepten zum raum-zeitlichen Diffusionsprozess des Internets und den räumlichen Ausprägungen und Dimensionen der technischen Innovation. Es können nach Kitchin (1998) drei wesentliche Gründe herangeführt werden, warum Raum und Zeit bedeutend bleiben:

„cyberspatial connections and bandwidth (how fast a communication connection is) are unequally distributed both within and between western countries, and in comparison to developing countries“

„whilst information online might be seen geographically dislocated, information is only as useful at the locale within a body resides“ „cyberspace depends on real- world spatial fixity - the points of access, the physicality and materiality of wires“ (Kitchin 1998: 387)

Diese Argumente lassen sich auch bei Castells (2001) finden, der zwischen „ three types of cybergeography “ (Whittaker 2004: 24) differenziert (vgl. Kapitel 2.2.1). Grundlegend beschäftigt sich die geographische Diffusionsforschung mit der Ausbreitung von Innovationen im Raum. Einen ersten Ansatz über die räumliche Verbreitung von Neuerungen entwickelte Hägerstrand (1952) mit der Entwicklung der Innovations-Diffusions-Theorie.47 Langenhagen-Roh r bach (2002) nutzt die Innovationstheorie und den daraus abgeleiteten Diffusionsprozess zur Erklärung der Reproduktion vorhandener regionaler Ungleichgewichte im Bezug auf das Internet (Langenhagen- Rohrbach 2002) und zeigt räumliche Strukturen und Wachstumsmuster auf (vgl. Kapitel 2.2.2).

2.2.1 Räumliche Ausprägungen des Internets und der „space of flows“

In Castells Trilogie über die Informationsgesellschaft spielt die Emergenz und Verbreitung des Internets für die Entwicklung seiner umfassenden Gesellschaftstheorie48 eine wesentliche Rolle. Im Bezug auf die räumlichen Ausprägungen des Internets entwickelt er drei Kategorien (Castells 2001: 208 ff., vgl. Langenhagen- Rohrbach: 58):

„technical geography“ - technische Infrastruktur; IP-Adressen, Domains „economic geography of Internet production“ - Geographie der Produktion des Internets

„spatial distribution of its users“ - Lokalisierung und räumliche Verteilung der Internet- Nutzer

In seinem theoretischen Ansatz zur räumlichen Transformation entwickelt Castells die Begriffe „ space of flows “ und „ space of places “, um die Formen der neuen räumlichen Logik zu begreifen. Um die gegenwärtigen Tendenzen zusammen zu fassen, setzt Castells den „Raum der Ströme“ der historisch verwurzelten räumlichen Organisation, den „Raum der Orte“, entgegen (vgl. Castells 2003: 432f.). Castells definiert die beiden Elemente wie folgt: “space of flows links up electronically separate locations in an interactive network that connects activities and people in distinct geographical contexts” und der “space of places organizes experience and activity around the confines of locality” (Castells 2004: 85). Damit gehört Castells zu den Vertretern, der die genauen Veränderungen mit neuen Konzepten fassen will: „ We need a theory of spatial forms and processes, adapted the new social, technological, and spatial context we live “ (Castells 2004: 83). Interessant für die Arbeit ist eine weitere Ausführung nach Stadler (2003), der die Elemente des „ space of flows “ näher benennt. Nach Stadler (2003) beinhaltet der „ space of flows “ drei Elemente: “the medium through which things flow, the things that flow, and the nodes among which the flows circulate”. Im Bezug auf den Fluss von Informationen, können die drei Elemente des „ space of flows “ wie folgt benannt werden: Das Medium ist das Internet bzw. digitale Kommunikationstechnologien, die „ things that flow “ sind Informationen und die „ nodes” die Menschen bzw. Maschinen, bei denen die

Informationen ankommen.49 Nach Castells (2000) beinhaltet der „ space of flows “ auch elektronische Räume wie Webseiten, Räume der Interaktion und „ spaces of one-directional communication, be it interactive or not, such as information systems “ (Castells 2000: 20). „ A growing proportion of activity is from the Web, and the visual design of Web sites, as well as the structure of an operation of their content, is becoming a fundamental frame for decision making, information making, and communication (Castells 2000: 20).

Es geht darum, die Zusammenhänge zwischen neuen Medien, angewendeten Technologien und deren Einfluss auf das alltägliche Handeln im Raum zu begreifen. Castells theoretische Konzeption liefert einen hilfreichen Ausgangspunkt für das Verständnis des komplexen Zusammenhangs zwischen der Ausbreitung des Internets und den räumlichen als auch sozialen Auswirkungen der Technologie.

2.2.2 Lokalisation von Internetinhalten und Internetnutzern

Das Internet wird häufig als „ortsloses Medium“ bezeichnet, doch es kann nachgewiesen werden, dass auch dem virtuellen Raum eine reale räumliche Struktur zu Grunde liegt (Langenhagen- Rohrbach, 2002: 37). Langenhagen- Rohrbach weist mit Hilfe der Analyse der registrierten „.de- Domains“ in Deutschland regionale Strukturen und Wachstumsmuster nach und sieht das Internet als neuen positiven Standortfaktor der Verdichtungsräume. Angelehnt an einen Ansatz von Dodge und Shiode (2000)50 betrachtet Langenhagen- Rohrbach „wo die Eigentümer der Domains ihren Wohn- resp. Firmensitz haben“ (Langenhagen- Rohrbach 2002: 38) und zieht für seine Analyse nicht die absoluten Domain-Zahlen heran, „sondern ausschließlich die Wachstumsraten, bezogen auf den angegebenen Zeitraum und kleinstmögliche Raumeinheit“ (Langenhagen- Rohrbach 2002: 41). Es wird dabei davon ausgegangen, dass die als Besitzer gemeldete Person oder Firma an ihrem Wohn- oder Firmensitz die Domain betreut (Langenhagen- Rohrbach 2004: 39) und somit die Produktion der Inhalte des Internets über die registrierte Domainadresse lokalisiert werden kann. Bei der abschließenden Interpretation der erstellten Karten hält er fest, dass die „Gründung“ des Cyberspace51 bereits vorhandene Ballungsräume vorrangig wiederspiegelt und die vorhandenen regionalen Disparitäten sich durch die Verortung der Wachstumsraten der Domainanmeldungen ebenfalls abbilden lassen (vgl. Langenhagen- Rohrbach 2002: 47). In einer weiteren Studie untersucht er die regionalen Differenzierungen der InternetNutzung in Deutschland und geht der Frage nach: „Wer nutzt das Internet von wo aus und zeigen sich bestimmte regionale Verteilungsmuster der Internetnutzung?“ (Langenhagen- Rohrbach 2002: 57).52 Dazu beleuchtet er zunächst die Problematik der Gewinnung von Daten über die Internetnutzer und deren Repräsentativität, die sich darin äußert, dass beispielsweise Online-Befragungen auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruhen und nur die Nutzer („Surfer“) erfasst werden (vgl. Langenhagen-Rohrbach 2004: 61). Nach einer Aufführung der soziographischen Struktur der Nutzer wird die räumliche Differenzierung der Internetnutzung aufgezeigt und nachgewiesen, dass die urbanen Regionen die höchste Nutzungsintensität aufweisen. Zudem sieht er einen Zusammenhang zwischen Online-Nutzung, dem Domain-Besitz und der Verfügbarkeit einer hervorragenden Telekommunikationsinfrastruktur (vgl. Langenhagen-Rohrbach 2002: 71). „Zwischen der Nutzung des Internets und der vorhandenen Infrastruktur scheint es eine enge Verbindung zu geben. So führen Unterschiede in der Qualität der Internetversorgung auch zu räumlichen Nutzungsmustern, die regionale Entwicklungsunterschiede aus der Zeit vor dem Internet nachzeichnen“ (Langenhagen-Rohrbach 2004: 73). Er plädiert für einen Ausbau der Zugangsmöglichkeiten mit hohen Bandbreiten und hält abschließend fest, dass sich das physisch-materielle Raumgefüge, sowohl der Siedlungen als auch der Wirtschaft, durch das Internet kaum ändern wird (Langenhagen-Rohrbach 2004: 75).

Umfassende Studien und Publikationen zur „Geographie des Internets“ gibt es von Matthew Zook, der seinen Forschungsschwerpunkt als „ an interest in technological change and shifting geographies of globalization53 beschreibt. Er nutzt die verschiedenen Statistikdaten zum Internet, um beispielsweise weltweit die geographische Verteilung der Internetnutzer kartographisch abzubilden54 und stellt die Nutzung von IT und Internet in den wirtschaftsgeographischen Diskurs.55

2.2.3 Digital Divide - ein Überblick

„[ ...] not all places are equally connected [...] the places that benefit most from innovations in the communication media are the already `important´ places. New investments in communication technology are market related, they go to where the turns are likely to be high “ (Dicken 2007: 89).

Ab Ende der 1980er Jahre etablierte sich im Kontext der Ungleichheiten des Zugangs und der Nutzung von Informations- uns Kommunikationstechnologien der Begriff Digital Divide, auch wenn diese Unterschiede bereits Anfang der 1970er diskutiert wurden (vgl. Zillien 2006: 82).56 Seitdem gibt es eine große Zahl an Publikationen um und über dieses Phänomen der „Wissenskluft“ und der „digitalen Spaltung“, welches nach Norris (2001) multidimensional ist und drei verschiedene Aspekte umfasst: „ The global divide refers to the divergence of Internet access between industrialized and developing societies. The social divide concerns the gap between information rich and poor in each nation. And finally within the online community, the democratic divide signifies the difference between those who do, and do not, use the panoply of digital resources to engage, mobilize, and participate in public life “ (Norris 2001: 4). Auch Chen und Wellman (2005) sprechen von „ digital divides “: „ because the digital divide is multifaceted and varies within and between countries, both developed and developing “ (Chen u. Wellman 2005: 468).

Die globale Kluft zwischen den Industrie- und den Entwicklungsländern nimmt mit der generell steigenden Internetnutzung eher zu, als dass sie schrumpft; gerade mal 10

Prozent der Weltbevölkerung waren 2002 im Internet, davon sitzen 88 Prozent (der Internetnutzer) in den industrialisierten Ländern.57 Im Vergleich von einzelnen Großkontinentalregionen ist die aktuelle Situation des Einsatzes des Internets in Afrika momentan am schlechtesten.58 Einerseits ist das Internet im Augenblick nur für wenige Menschen in Afrika zugänglich, anderseits variiert die Situation je nach Land in dieser Region (vgl. Mukuna 2000: 123).

Grundsätzlich zeigen sich zwei gegensätzliche Trends: Die IT- Revolution bringt die Welt zusammen, der Transfer von Informationen und Gütern wird erleichtert und die einzelnen Länder sind in einem weltweiten Netz von Verbindungen zusammengeschlossen; gleichzeitig „ it adds another layer to the process of global differentiation and exacerbates global inequalities “ (Drori u. Jang 2003: 144).

2.3 Interaktion im Internet

„The notions of „spaces“ and „places“ have been popular ones in computer design in the last few years“ (Fisher 2003: 10).

Der Forschungsgegenstand „Internet“ lässt sich in geographischer Hinsicht im Bezug auf seine „realen“ räumlichen Strukturen59 untersuchen, es eröffnet sich aber auch der Bedarf, die sozialen Aspekte der Technologie zu beleuchten. Das Internet nimmt Einfluss auf Interaktion und Kommunikation seiner Nutzer und es werden im Zuge der Weiterentwicklung neue Formen durch Informationstechnologie geschaffen, die zu erforschen sind. Dabei sollten die Möglichkeiten, die technologische Veränderungen für soziale Beziehungen und die soziale Struktur schaffen, beleuchtet werden (vgl. Wellman 2001: 228).

In diesem Zusammenhang wird zunächst die Diskussion um die beiden Begriffe „space“ und „place“ im Kontext der Kreation neuer Räume und Orte im Internet aufgegriffen. Zwischen ihnen gibt es eine wesentliche Unterscheidung. „ A space is a physical (or digital) volume or container that can house artefacts and in which events can take place “ (Snowdon, Churchill, Munro 2001: 6). Der „space“ wird erst zu einem „place“, wenn irgendeine Form von Aktivität in diesem Raum stattfindet: „ The space only becomes a „place“ when an understood activity is scheduled or ongoing “ (Snowdon, Churchill, Munro 2001:6). Das Internet bietet „spaces“ an, die zu „places“ durch deren Nutzung werden und bieten den Nutzern neue Möglichkeiten zu interagieren an. Vor dem Hintergrund, dass „ cyberspace fights against physical space less than it complements it. Cyberspace is the medium by which people arrange things and fill the gaps between meetings “ (Wellman 2001: 247), wird im Folgenden auf die sozialen Leistungen des Internets und die Interaktionsformen im Internet eingegangen.60

2.3.1 Information und Kommunikation durch Webtechnologien

Was ist neu bei der aktuellen Entwicklung und Nutzung von Web- bzw. Informationstechnologien? Neu ist die Konvergenz von Kommunikationstechnologien („ concerned with the transmission of information “) und Computertechnologien („ concerned with the processing of information “) und das insbesondere durch den Übergang von analogen zu digitalen Systemen (vgl. Dicken 2007: 77). „ Digitization is, without doubt, the most pervasive and influential technological development of recent years “ (Dicken 2007: 77). Diese Verbindung der Technologien im Zusammenhang mit der Möglichkeit der Digitalisierung bildet die Grundlage für neue Formen der Informationsbereitstellung, dessen Austausch und der Kommunikation einzelner Nutzer. Die Bereitstellung und der Abruf von Informationen stellt eine erste Nutzungsform internetbasierter Informationssysteme dar, während Kommunikation über Email oder Diskussionsgruppen eine erweiterte Möglichkeit des Austauschs darstellt (vgl. Greve-Kramer 2001: 30-33).61

2.3.2 Soziale Leistungen von neuen Technologien

For the most part people notice these supports primarily when something goes wrong. [...] When things go wrong [...] feeling that the stairs betrayed us, the lamppost attacked us, and that the world would be a better place without such things “ (Brown u. Duguid 2000: 7).

Computertechnologie und das Internet eröffnen neue Formen der Zusammenarbeit und der Kommunikation. Den meisten Menschen wird der Nutzen dieser Technologien erst bewusst, wenn diese - zumindest in den Industrieländern allgegenwärtigen Systeme - an ihre Grenzen stoßen. In diesem Kontext besteht der Bedarf sich mit den Leistungen der Computer- und Informationstechnologie auseinander zu setzen. In diesem Teil der Arbeit wird auf die sozialen Räume eingegangen, die durch die Nutzung von IKT neue Möglichkeiten der Interaktion eröffnen. Diese medialen Räume erfahren durch eine aktive Nutzung an soziologischer und wirtschaftsgeographischer Relevanz und werden neben dem physischen Raum zu einem neuen Forschungsfeld.

So beschreibt Wellman (2001) ein Computernetzwerk als soziales Netzwerk und konzentriert sich in seinem Aufsatz „ Physical Place and Cyberplace: The Rise of Personalized Networking “ auf die sozialen Leistungen („ social affordances “) von Technologien: „ I [Wellmann] focus on how affordances in computer-supported interpersonal communication affect the ways in which people connect with each other: greater bandwidth for non-face-to-face communication, wireless portability of computerized communication device; globalized ease of connecting with others and accessing information; and the personalization of technology and knowledge managemen t“ (Wellman 2001: 229, vgl. Wellman 2000). Diese verschiedenen Faktoren und Entwicklungen beeinflussen maßgeblich die Art und Weise in der einzelne Personen miteinander kommunizieren können. Schnelle Übertragungsraten ermöglichen den direkten Kommunikationsaustausch in Chats, neue tragbare Geräte erlauben eine „von Ort und Draht“ losgelöste Form der Kommunikation und die Technik bietet uns zunehmend Möglichkeiten an, diese an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Des Weiteren beschreibt Wellman (2001) detailliert: „ the shift away from placed-based interhousehold ties to individualized person-to-person interactions and specialized role-to-role interactions “ (Wellman 2001: 231). Die ständige Weiterentwicklung der Technik, der beschriebene Fortschritt führt dazu, dass sich die Nutzer, insbesondere durch die Mobiltechnologie und Internet nach Wellman (2001) in sogenannten „ person-to-person “ oder „ role-to-role “ Beziehungssystemen „neu organisieren“ können. Die Mobiltechnologie befreit die einzelne Person vom Ort und erlaubt eine Vernetzung von Mensch zu Mensch.62 Das Internet bietet „interessenspezifische“ Räume und Foren an, denen sich der Einzelne anschließen und in denen er interagieren kann.63

2.3.3 Synchrone und asynchrone Interaktion im Internet

Es lassen sich verschiedene Formen des Austausches im virtuellen Raum unterscheiden. Grundsätzlich lassen sich zwei Formen der Interaktion64 im virtuellen Raum unterscheiden: synchrone und asynchrone Interaktion bzw. Kooperation65. Mit Hilfe dieser Einordnung lässt sich die Bandbreite der verschiedenen angebotenen Software-Lösungen kategorisieren. Kooperieren oder interagieren unterschiedliche Partner zeitgleich, handelt es sich um eine synchrone Interaktion, die sowohl am gleichen Ort („face-to-face meetings“) als auch an unterschiedlichen Orten durch internetbasierte Telefonkonferenzen, Chats, VoIP ermöglicht wird. Diese direkte Form des Austausches über eine Distanz hinweg ermöglichte bereits das analoge Telefon. Mit Hilfe des Internets und dem Einsatz von Webkameras kann zusätzlich Bild- und Tonübertragung einzelner als auch mehrerer Gesprächspartner stattfinden.66 Eine asynchrone Interaktion ist zeitlich versetzt, kann aber sowohl am gleichen Ort67 als auch zwischen räumlich weit entfernten Orten stattfinden: durch Email, Austausch in Diskussionsforen und Dokumenten über entsprechende mediale Datenbibliotheken: „ asynchronous distributed interaction that is conducted at different places and also at different times. which can be supported by IT tools such as Email and Web forum “ (Zhuang, Chen u. Venter 2000: 214). Einen Überblick bietet folgende Abbildung 4:

[...]


1 Bei den mit „* “ gekennzeichneten Abkürzungen handelt es sich um DED interne Abkürzungen. Im Anhang der Arbeit befindet sich zudem zur näheren Information ein Glossar.

2 Schumpeter (1947) definiert Innovationen als „[...] the defining characteristic is simply the doing of new things or the doing of things that are already being done in a new way (innovation) “ Schumpeter 1947: 149). Kollmann (1997) versteht unter einer technologischen Innovation eine Idee, eine Methode oder ein Objekt, welche bzw. welches auf einer neuen Technologie basiert und von den Nachfragern als grundsätzlich neu wahrgenommen wird (Kollmann 1997: 21).

3Internet is the fastest diffusing Information and Communication Technology (ICT) innovation to date. For instance, it took just 10 years for the Web-based Internet to reach 50% of American homes, compared to 52 years taken by electricity and 71 years by telephone” (Dholakia, N., Dholakia, R.R., Kshetri, N. (2003): 5).

4The fifth Kondratiev cycle is associated primarily with information technoloy (IT) and, especially, with a particular kind of information technology based on digitization (Dicken 2007: 77).

5 In der vorliegenden Arbeit werden darunter Daten, Informationen und Wissen verstanden, auch wenn diese drei Begriffe nicht gleichzusetzen sind und jeder von ihnen inhaltlich kontrovers diskutiert wird.

6 Voice over IP

7 „Wissensmanagement meint die Gesamtheit organisationaler Strategien zur Schaffung einer „intelligenten“ Organisation“ (Willke 2001: 39).

8 Informationsmanagement ist ein Teilbereich der Unternehmensführung, dessen Aufgabe es ist, den im Hinblick auf die Unternehmensziele bestmöglichen Einsatz der Ressource „Information“ zu gewährleisten (vgl. Krcmar 2005: 1).

9 „Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) ist die Gesamtheit der zur Speicherung, Verarbeitung und Kommunikation zur Verfügung stehenden Ressourcen sowie die Art und Weise, wie diese Ressourcen organisiert werden“ (Krcmar 2005: 27).

10 Eine Beschreibung der Organisation, des Deutschen Entwicklungsdienstes, erfolgt in Kapitel 1.3.

11 Damit ist das über das Internet aufrufbare Webportal gemeint.

12 Daraus können allerdings Ideen und Handlungsvorschläge generiert werden, die zu einer verbesserten, breiteren Nutzung des Portals führen und damit gleichzeitig die Relevanz des Systems für die Organisation erhöhen.

13 Eine Erläuterung wie der Begriff „Regionen“ in der vorliegenden Arbeit verstanden wird befindet sich im Glossar im Anhang. Die einzelnen Länder in denen der DED arbeitet werden zu fünf Regionen zusammengefasst.

14Cyberspace, as Gibson15 describes it, is a network space connecting digital data stores which can be accessed and interacted with via a computer connected to the network “ (Kitchin 1998: 385).

15 Webseite des Deutschen Entwicklungsdienstes: www.ded.de.

16 „Intranets sind geschlossene Netze auf Basis von TCP/IP und den darauf aufbauenden Protokollen und Diensten. Der Aufbau von Intranets ist insbesondere aus Gründen der Integration mit den Diensten im Internet attraktiv, so dass Anwender beide Netze mit der gleichen Oberfläche benutzen können. Häufig bietet man interne Handbücher, Rundbriefe, Adressverzeichnisse, Organisationsrichtlinien [...] in Intranets an“ (Mertens et al. 2005: 48).

17 Diese Annahme stützt sich auf interne Informationen und Gespräche mit den Ansprechpartnern beim DED. Immer wieder wurden aus den verschiedenen Ländern die Probleme im Bezug auf die Nutzung des Intranets an die Zuständigen in der Zentrale in Bonn herangetragen. Allerdings wurde die genaue Nutzung des Portals noch nie innerhalb der Organisation untersucht.

18 Dieses wurde im vorangegangenen Teil der Arbeit bereits als Webportal, Unternehmensplattform oder allgemein als ein Element technischer Innovation bezeichnet.

19 Die Internetadresse des Webportals ist: https//:portal.ded.de

20 vgl.http://www.ded.de/cipp/ded/custom/pub/content,lang,1/oid,65/ticket,g_u_e_s_t/~/Kurzprofil_DED. html, abgerufen am 23.10.2008).

21 vgl.:http://www.ded.de/cipp/ded/custom/pub/content,lang,1/oid,61/ticket,g_u_e_s_t/~/Bildungsarbeit_ in_Deutschland.html, abgerufen am 23.10.2008).

22 Eine Auflistung der Länder befindet sich in Kapitel 7: Tab. 7.

23 Eine der größten Katalogisierung aller internationalen Nichtregierungsorganisationen und internationalen Vereinigungen findet sich auf der Webseite der Union of International Associations, gegründet von Henri La Fontaine und Paul Otlet, mit Sitz in Brüssel; vgl.: http://www.uia.org/db, abgerufen am 30.10.08.

24 Zu den Arbeitsfeldern des DED gehören die Bereiche: Ländliche Entwicklung, Ressourcenschutz, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Gesundheit und soziale Dienste, Kommunalentwicklung,

25 Zivilgesellschaft, zivile Friedensförderung sowie weitere Querschnittsthemen. (vgl. http://www.ded.de/cipp/ded/custom/pub/content,lang,1/oid,6/ticket,g_u_e_s_t/~/Arbeitsfelder.html, abgerufen am 23.10.2008).

26 Als Partnerländer werden intern im DED die Länder bezeichnet in denen sich der DED engagiert.

27 Diese Information wird gegeben, um zu verdeutlichen, dass kulturelle Unterschiede im Bezug auf die Nutzung von Informationstechnologie bzw. im Bezug auf die Nutzung des Webportals ausgeschlossen werden können.

28 Dabei handelt es sich um sogenannte Ortskräfte, von denen es in allen Ländern zusammen ca. 47 (zwischen keiner bis 2 pro Land) gibt. (Quelle: eigene Datenzusammenstellung anhand von Vertragsdaten der Organisation).

29 vgl.:http://www.ded.de/cipp/ded/custom/pub/content,lang,1/oid,28/ticket,g_u_e_s_t/~/Weltkarte.html , abgerufen am 20.10.08.

30 Quelle:http://www.ded.de/cipp/ded/custom/pub/content,lang,1/oid,28/ticket,g_u_e_s_t/~/Weltkarte. html.

31 Dieses Verständnis des Ausdrucks Portals stammt bereits aus dem des Fachbereich der Informatik.

32 Ein Hypertext Transfer Protocol (HTTP) ist ein Protokoll zur Datenübertragung zwischen Webbrowser und Webservern [...]. Es wurde 1989 am CERN in Genf für den weltweiten Informationsaustausch zwischen Physikern entwickelt (vgl .Greve-Kramer 2001: 10), siehe auch Kapitel 3.1.1 dieser Arbeit.

33 Tatnall (2005) unterscheidet folgende Portaltypen: general portals, community portals, vertical industry portals, horizontal industry portals, enterprise information portals, e- marketplace portals, personal/mobile portals, information portals, and niche portal (vgl. Tatnall 2005: 4).

34These are designed primarily for business- to- employee (B2E) processes and offer employees the means of access and share data and information within the enterprise “(Tatnall 2005: 6).

35 Welche Webanwendungen für das in der Organisation genutzte Portal primär genutzt werden wird in Kapitel 3.1.2 aufgezeigt.

36 Content Management System (CMS)

37 Teamsites ist die interne Bezeichnung für die virtuelle „Communities of Practice“ (CoP) im DEDPortal. Zur näheren Erläuterung siehe Glossar am Anhang dieser Arbeit.

38 Zur näheren Erklärung dieser unterschiedlichen Webanwendungen vgl. Kapitel 3.

39 „[...] others suggest that while cyberspace does have a significant influence concerning space- time relations, geography and time continue to matter “ (Kitchin 1998: 387).

40The new electronic independence recreates the world in the image of a global village “ (McLuhan 1962: 31). Mit diesem Bild eines „ global village “ sieht er eine Welt voraus in der durch die neuen Medien nicht nur Städte sondern auch Länder irrelevant werden würden.

41The futurist Alfred Toffler (1980) predicted that new communications technologies would doom the inner city and would promote the „electronic cottage“. With better communications, everyone would leave office buildings and factories to work at home and leave cities to work in the country “ (Brown u. Duguid: 428).

42 Atoms als fundamentale Einheit der Materie und „ bits “ als fundamentale Einheit von Information (vgl. Brown and Duguid 2000: 15).

43 icholas Negroponte ist 1985 Mitbegründer der Forschungseinrichtung MIT Media Labs mit dem Schwerpunkt neue digitale Medien und beteiligte sich 1993 an der Gründung des Magazins WIRED, „ das sich innerhalb kurzer Zeit zum stilbildenden Zentralorgan einer neuen Klasse entwickelte, der "Digerati" - Menschen, die einen von Digitaltechnik geprägten Lebensstil führen“ (vgl. Glaser (2006); http://www.heise.de/tr/Der-Gedankengebaeude-Architekt--/artikel/70417/0/101, abgerufen am 29.09.08.

44Digital living will include less and less dependence upon being in a specific place at a specific time, and the transmission of place itself will start to become possible “ (Negroponte, 1995: 165).

45If I really could look out of my living room in Boston and see the Alps, hear the cowbells, and smell the (digital) manurein summer, in a way I am very much in Switzerland “ (Negroponte 1995: 165).

46 „W e do not believe that society is relentlessly demassifying and disaggreting“ (Brown u. Duguid 2000: 33).

47 Hägerstrand untersucht die Gesetzmäßigkeiten der räumlichen Verbreitung von Neuerungen. Er stellt unter anderem fest: „ Further against the background of the information fields it is reasonable to find that innovations coming from abroad get their first adopters in capitals or other bigger cities. [...] the leading cities within a country should give impulses first of all to towns next in rank. The further spread is than heavily regulated by distance friction “ (Hägerstrand 1965: 42).

48 In der Soziologie gehört sein dreibändiges Werk „The Information Age“ zum Bereich der gesellschaftlichen Diagnoseforschung.

49 vgl. http://felix.openflows.com/html/objects_flows.pdf, abgerufen am 23.10.2008 (Seite 7).

50 Dodge und Shiode (2000) gehen davon aus, dass die unsichtbaren Bereiche des Internets eine Geographie besitzen und bestreben dessen Topographie abzubilden: „[...] we are analyzing the spatial patterns oft he ownership of Internet space. [...] we draw analogy between the space of the internet and the physical space oft he real world, we refer tot he virtual space of the internet as „Internet real estate “ (Dodge u. Shiode 2000: 43).

51 Diesem Ausdruck liegt zu Grunde, dass die Anmeldung einer Domain als Indikator für die Orte gesehen werden kann, an denen die Internet- Angebote gemacht werden (vgl. LangenhagenRohrbach 2004: 39).

52 Dazu nutzt er sowohl online als auch telefonisch durchgeführte Befragungsergebnisse, um die sozialdemographische als auch räumliche Differenzierung der Internet- Nutzung zu analysieren (Langenhagen-Rohrbach, 2004: 57-77).

53 vgl. http://www.zook.info/#Internet%20Geographies, abgerufen am 28.10.2008.

54 vgl. http://www.zooknic.com/Users/index.html, abgerufen am 25.05.2008.

55 Es wird in dieser Arbeit nicht auf Zooks unterschiedliche Forschungsansätze und Publikationen eingegangen. Einen umfassender Überblick über seine Studien befindet sich auf seiner Webseite, wo im Speziellen seine Forschungsschwerpunkte und Publikationen unter: http://www.zook.info/ aufzurufen sind.

56 Die Öffentlichkeit wurde erstmals 1995 durch einen Bericht der amerikanischen „National Telecommunications and Information Administration“ auf das Ungleichheitsphänomen aufmerksam, deren zweiter Bericht 1998 dann betitelt wurde mit „Falling through the Net II: New Data on the Digital Divide“ (vgl. Zillien 2006: 83).

57 Diese Angaben stammen vom World Economic Form 2002 zitiert nach Chen u. Wellman (2005: 469).

58 „Afrika kämpft um seinen Platz in diesem Netz und ist von allen Regionen der Welt von dieser Informationsära am weitesten entfernt“ (Mukuna 2000: 123).

59 Hiermit wird der Prozess der räumlichen Ausbreitung des Internets (der technischen Infrastruktur und Verteilung der Internetanschlüsse, die räumliche Verteilung der Internetnutzer, die Strukturen der Produktion der Internetinhalte usw. verstanden.

60Often, the cyberspace-physical space comparison is a false dichotomy. Many ties operate in both cyberspace and physical space [...]“ (Wellman 2001: 248).

61 Auf die Formen der Interaktionsmöglichkeiten im Internet (synchrone und asynchrone Interaktion) wird in Kapitel 2.3.3 näher eingegangen.

62When someone calls a telephone wired into a telephone network, the phone rings at the place [...] mobile phones afford a fundamental liberation from place, and soon will be joined by wireless computers and personalized software “ (Wellman 2001: 238).

63The proliferation of computer-supported specialized ties provide a basis for interest-based structures that provide support, partial solidarity and vehicles for aggregating and articulating interests “ (Wellman 2001: 246).

64 Interaktivität konstituiert sich durch Wechselseitigkeit. Die Interaktivität ist immer abhängig von den durch die Software determinierten, zugelassenen Interaktionsmöglichkeiten. Allgemein ist Interaktivität „die Möglichkeit des Anwenders, frei von vorgegebenen Optionsmenüs die Programmabläufe zu empfangen, individuell zu steuern und innerhalb der wechselseitigen kausalen Kommunikation Informationen reflektiv senden zu können“ (Kollmann 1998: 169).

65 Der Begriff der Kooperation steht in diesem Zusammenhang für Handlungen mit einem gemeinsamen Ziel, wie beispielsweise der gemeinsamen Bewältigung einer Arbeitsaufgabe (vgl. Fuchs-Kittwoski 2007: 49f.).

66 Diese Möglichkeit eröffnet allerdings auch Bildtelefonie, die sich allerdings durch die entsprechenden Angebote der Webtools nicht durchgesetzt hat.

67 Unter gleichem Ort wird der Sitz der Interaktionspartner innerhalb eines Gebäudes oder auch einer Stadt verstanden.

Details

Seiten
136
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656578697
ISBN (Buch)
9783656578680
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v267084
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn – Geographisches institut
Note
1,7
Schlagworte
regionale differenzen internetnutzung organisation beispiel webportals deutschen entwicklungsdienstes

Autor

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Titel: Regionale Differenzen der Internetnutzung in einer internationalen Organisation