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Externe Möglichkeiten der Gründungsfinanzierung. Ansätze und Entwicklung

Aktuelle Finanzierungsmöglichkeiten von Startups in Deutschland

Bachelorarbeit 2013 82 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

III Abkürzungsverzeichnis

IV Kurzfassung

V Abstract

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Phasenmodell der Finanzierung
2.1 Early Stage
2.2 Expansion Stage
2.3 Later Stage

3 Finanzierungsmöglichkeiten
3.1 Beteiligungsfinanzierung
3.1.1 Venture Capital-Gesellschaften
3.1.1.1 Typen von VC-Gesellschaften
3.1.1.2 Der Venture Capital-Zyklus: Finanzierungsablauf
3.1.2 Business Angels
3.1.2.1 Typologie und Verhalten von Business Angels
3.1.2.2 Wesentliche Unterschiede zu VC-Gesellschaften
3.1.3 Business Inkubatoren
3.1.3.1 Typologie von Inkubatoren
3.1.3.2 Finanzierung durch Business Inkubatoren
3.1.4 Crowdinvesting
3.1.4.1 Voraussetzungen und Finanzierungsablauf
3.1.4.2 Vor- und Nachteile
3.1.5 Öffentliche Fördermittel
3.1.5.1 Voraussetzungen der Antragstellung
3.1.5.2 Mittelständische Beteiligungsgesellschaften
3.1.5.3 ERP-Startfonds
3.1.5.4 High-Tech Gründerfonds
3.1.6 Chancen und Risiken der Beteiligungsfinanzierung
3.2 Kreditfinanzierung
3.2.1 Bankdarlehen
3.2.2 Förderdarlehen
3.2.2.1 ERP-Kapital für Gründung
3.2.2.2 ERP-Gründerkredite
3.2.2.3 Mikrokreditfonds
3.2.3 Chancen und Risiken der Kreditfinanzierung
3.3 Mezzanine-Finanzierung
3.3.1 Arten von Mezzanine-Kapital
3.3.2 Klassische Anwendungsbereiche
3.3.3 Chancen und Risiken für Gründungsunternehmen

4 Aktuelle Entwicklung in Deutschland
4.1 Die deutsche Startup-Szene
4.2 Marktentwicklung und aktuelle Marktsituation
4.2.1 Der Venture Capital-Markt
4.2.2 Business Angels
4.2.3 Crowdinvesting

5 Fazit und Ausblick

VI Literaturverzeichnis

VII Anhang

II Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Finanzierungsphasen

Abbildung 2: Finanzierungsmöglichkeiten nach der Mittelherkunft

Abbildung 3: Unterschiede Eigen- und Fremdkapital

Abbildung 4: Merkmale einer Frühphasen-Beteiligungsgesellschaft

Abbildung 5: Investment-Phasen

Abbildung 6: Mögliche Business Angel-Typen

Abbildung 7: Wesentliche Unterschiede zwischen VCs und BA

Abbildung 8: Das Zwei-Inkubatoren-Modell

Abbildung 9: Typologie der Mezzanine-Finanzierungsformen

Abbildung 10: Gründerquoten in Deutschland 2000-2012

Abbildung 11: IT-Startups in Deutschland

Abbildung 12: Jährliche Private Equity-Investitionen seit 1990

Abbildung 13: Investitionen 2012 nach Finanzierungsanlass

Abbildung 14: Gesamtinvestitionen europäischer Länder im Verhältnis zum BIP

Abbildung 15: Vierteljährliche Venture Capital-Investitionen

Abbildung 16: Fundraising deutscher Beteiligungsgesellschaften von 1996 bis 2012

Abbildung 17: VC-Investitionen 2012 im Verhältnis zum BIP

Abbildung 18: Insgesamt eingesammeltes Kapital zum Stichtag

Abbildung 19: Eingesammeltes Kapital im Zeitraum

Abbildung 20: Erfolgreich beendete Finanzierungsrunden

III Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

IV Kurzfassung

Die Gründeraktivität in Deutschland hat 2013 ein Rekordtief erreicht, womit die Gründungsfinanzierung in Politik und Wirtschaft an Bedeutung gewinnt. Diese Arbeit beleuchtet potenzielle Finanzierungsinstrumente sowohl der Gründungsphase als auch Wachstumsphase und legt deren Chancen und Risiken für angehende Gründer dar. Dabei werden neben den klassischen Finanzinstrumenten auch neuartige Finanzierungsmodelle näher betrachtet. Diese nehmen im Zuge der zunehmenden Globalisierung und des Wandels der Finanzierungsanforderungen junger Unternehmen eine immer bedeutendere Rolle ein, sodass insbesondere Business Angels, Business Inkubatoren und Crowdinvesting in den letzten Jahren einen rasanten Wachstum verzeichneten. Um ein Einblick in den Markt zu erhalten, wird die Marktentwicklung und die aktuelle Marktsituation des Kapitalbeteiligungsmarktes näher analysiert. Demnach weist in den letzen Jahren insbesondere der Venture Capital Markt eine Abnahme der Investitionen seitens Kapitalbeteiligungsgesellschaften vor. Die Politik will dieser Entwicklung entgegensetzen und bemüht sich um eine höhere Attraktivität der deutschen Startup Szene.

Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts geht hervor, dass insbesondere der Mangel an Startkapital viele potenzielle Gründer am Weg in die Selbstständigkeit hindert. Zur Unterstützung angehender Gründer hat die Regierung in den letzten Jahren zahlreiche öffentliche Förderprogramme initiiert, sodass ERP-Kredite und de der High-Tech Gründerfonds bereits erste Erfolge verzeichnen. Um einen Anstieg der Gründeraktivität zu gewährleisten, ist die Politik jedoch gefordert, weitere Anreize zu schaffen.

V Abstract

In 2013 the entrepreneurial activity in Germany reached a historic low with the result that start-up financing gets a major importance in politics and economy. This paper examines potential means of finance of the foundation phase as well as of the growth phase. Additionally it declares the risks and chances for future founder. Besides classic means of finance the paper also explaines new financing models. Because of the globalisation and the change of financial requirements models as business angels, business incubators and crowdinvesting record a booming growth. In order to get a market insight in the venture capital branch the paper analyses the development and actual situation. This results in venture capital companies showing a decrease of investment in the last years. Therefore the politics needs to react in order to reach a higher attraction for the german startup scene.

According to a survey of the Fraunhofer Institute the reason for the decrease of self-employment is the lack of seed money. Thus the government also initiates many funding programmes to support founders. Especially the “High Tech Gründerfonds“ and ERP programmes already recorded success. To ensure an increase of the entrepreneurial activity in Germany the politics have to create more incentives for founders and potential investors.

1 Einleitung

Während des Fluges ins amerikanische Silicon Valley gab der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, einen Einblick in die Ziele der Bundesrepublik Deutschland:

„Mein Ziel ist es, dass wir bis zum Ende des Jahrzehnts auf dem Siegertreppchen stehen, wenn es darum geht, die gründungsstärkste IT-Szene zu haben, und ich wünsche mir ein Unternehmen, dass ähnlich stark wird wie Apple für die gesamte amerikanische Wirtschaft, eben auch für die deutsche Volkswirtschaft“[1]

In einem weiteren Interview betonte er, Deutschland sei eine der größten Volkswirtschaften der Welt, weshalb der BRD in diesem Bereich eine führende Rolle zusteht.[2] Verfolgt man jedoch die Medien der letzten Monate, könnte man diese Ziele als zu ambitioniert einstufen. Laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags erreicht die deutsche Gründeraktivität 2013 einen Tiefstand seit der Wiedervereinigung unter Helmut Kohl – ein Anstieg ist nicht in Sicht. Wie will also Deutschland jene führende Rolle in der Welt einnehmen? Wie kann ein Deutsches Apple hierzulande entstehen?

Betrachtet man die Hintergründe dieser schwachen Gründeraktivität, stellt sich eine zentrale Frage: Warum werden immer weniger Unternehmen gegründet? Aktuelle Studien über die persönlichen Hürden einer Selbstständigkeit in Deutschland liefern eine erste Antwort: Startkapital. Wirft man parallel dazu einen Blick auf die Geschichte Apples, wird ein ähnlicher Aspekt erkennbar. Demzufolge gäbe es das heutige Apple wahrscheinlich nicht, wenn der Business Angel Mike Markkula dem Unternehmen damals nicht mit 250.000 US-Dollar Wagniskapital unter die Arme gegriffen hätte. Mit dem Geld finanzierten Jobs und Wozniak die Produktion des Apple II Computers, der insgesamt über zwei Millionen Mal verkauft wurde und Apple damit eine starke Marktposition verschaffte.

Die Lösung für Philipp Röslers Ziel lässt sich in einem Begriff zusammenfassen – Gründungsfinanzierung.

1.1 Problemstellung

Das Thema der Gründungsfinanzierung wurde aufgrund von fehlenden Impulsen aus der Finanzierungspraxis für lange Zeit vernachlässigt. Aussagen aus dem Projektmanagement, wie „ein gutes Projekt findet immer eine Finanzierung“, wurden auch auf Gründungsprojekte übertragen, und führten, neben anderen Einflüssen, in den 70er und frühen 80er Jahren zu mehr Unternehmensliquidationen, als das es Gründungen gab.[3] Folglich kennzeichnet die Gründungsfinanzierung ein unternehmerisches Problemfeld, das in der wissenschaftlichen Diskussion erst seit den 90er Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat.[4] Seit der Konsolidierungsphase nach der Dotcom-Blase im Jahr 2000 und der steigenden Relevanz von Startups, hat die Gründungsfinanzierung auch zu einem neuen Bewusstsein in Politik und Wirtschaft geführt. Neue Wege und Instrumente der Gründungsfinanzierung haben für eine hochdynamische Entwicklung der Finanzwelt gesorgt. Crowdinvesting, Inkubatoren und Business Angels, sowie die neue Forderung Philipp Röslers nach einem Börsensegment für Startups verdeutlichen schon an den bisher weitgehend unbekannten Begrifflichkeiten einen Wandel in der Finanzierungspraxis.

Man erkannte, dass die Finanzierung von Unternehmen, insbesondere von Unternehmensgründungen, ein zentraler Baustein für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands ist. Ohne die Verfügbarkeit von adäquaten Finanzmitteln sind Investitionen und unternehmerisches Wachstum trotz innovativer Ideen nun mal nicht in der Praxis realisierbar.[5] Da schnell wachsende Gründungsunternehmen einen langfristigen Finanzierungsbedarf mit hohem Risiko aufweisen, können Gründer diesen nicht mit Eigenmitteln decken. Sie sind auf die Beteiligungsfinanzierung, sowie eine Kreditfinanzierung von externen Investoren oder Kreditinstituten angewiesen. Obwohl also zahlreiche private und öffentliche Finanzierungsmöglichkeiten bestehen, stellt das Thema der Kapitalbeschaffung für Gründungs- und Wachstumsvorhaben eine der größten Hürden dar.

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Vor diesem Hintergrund soll in dieser Arbeit eine Bestandsaufnahme der Finanzierungsmöglichkeiten sowohl für junge als auch auf Wachstum bedachte Unternehmen durchgeführt werden. Das Ziel dieser Arbeit ist es, dem kapitalsuchenden Unternehmer die Wahl der potenziellen Investoren zu erleichtern. Dazu wird eine Vielzahl von aktuellen externen Finanzierungsmöglichkeiten untersucht. Da die Beteiligungsfinanzierung in den letzten Jahren einen starken Wandel vollzogen hat, wird der Fokus speziell auf diesen Bereich gelegt. Zusätzlich wird im Rahmen der Recherche eine aktuelle Marktsituation dargestellt, die sowohl die in der Literatur genannten Erkenntnisse, die daraus resultierenden Ableitungen als auch empirische Untersuchungen des Beteiligungskapitalmarktes in Deutschland vereint.

Diese Arbeit soll einen Beitrag zu der aktuellen politischen Debatte über die sinkende Gründungsaktivität und die damit verbunden Problematik der Gründungsfinanzierung leisten, wodurch dieses brisante Thema angehenden Gründern vor Augen geführt wird.

Der Aufbau dieser Arbeit wird folgendermaßen aussehen: Das nachfolgende Kapitel (Kapitel 2) analysiert das Phasenmodell der Finanzierung, was zur Transparenz bei der Frage nach einer bedarfsadäquaten Finanzierung beiträgt.[6] Auf dieser Grundlage werden im Anschluss alle relevanten Optionen betrachtet, wobei in Beteiligungs-, Kredit- und Mezzanine-Finanzierung unterteilt wird. In Bezug darauf werden spezielle Ausprägungen erläutert, typische Finanzierungsabläufe dargestellt und Chancen bzw. Risiken für Gründungsunternehmen beleuchtet. Nach einem Einblick in die aktuelle Situation der deutschen Startup-Szene, analysiert Kapitel 4 den deutschen Beteiligungskapitalmarkt im Allgemeinen. Es wird insbesondere auf die aktuelle Marktsituation des Venture Capital-, Business Angels- und Crowdinvesting-Marktes eingegangen. Abschließend folgt ein Fazit und ein Ausblick.

2 Phasenmodell der Finanzierung

Innerhalb des Lebenszyklus eines Unternehmens ergeben sich verschiedene Bedürfnisse bezüglich der Finanzierungsstruktur und –dauer sowie des Finanzierungsvolumens. Aus diesem Grund wird die Finanzierung nach einem spezifischen Modell der Unternehmensentwicklung eingeteilt, welches gleichzeitig die Rahmenbedingungen einer Gründungsfinanzierung darstellt.[7] Dabei ist zu beachten, dass die Abgrenzung der Phasen prinzipiell an technologieorientierte, wissensbasierte oder innovative Unternehmen mit dynamischem Wachstum angelehnt ist. Die Aktivitäten in den Phasen sowie deren Dauer ist jedoch je nach Branche und Technologiefeld unterschiedlich. Die folgende Grafik zeigt die Zuordnung der Finanzierungsphasen zu den jeweiligen Lebensphasen eines Unternehmens.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Finanzierungsphasen[8]

2.1 Early Stage

Die Early Stage, auch Gründungsphase genannt, umfasst die Finanzierung von der Entwicklung eines Geschäftsmodells auf Basis einer Idee, über die Entwicklung eines Prototyps und der Gründung, bis hin zur Produktion und der Vermarktung des Produktes.[9] Neben der Ausarbeitung eines Businessplans beinhaltet die Gründungsphase den Aufbau eines Vertriebsnetzes, die Entwicklung und Implementierung einer Aufbau- und Ablauforganisation und das Akquirieren von Spezialisten.[10] Für das besonders hohe Finanzierungsrisiko der Early Stage sind unter anderem die nachfolgenden Faktoren maßgebend:

-Die Gründungsphase eines Unternehmens ist gekennzeichnet von fehlenden Erträgen, was zu Liquiditätsengpässen führen kann.[11]
-Erfolgsgrößen wie Umsatz, Gewinne und Cashflow müssen prognostiziert werden, da keine Vergangenheitswerte vorliegen.[12]
-In den meisten Fällen verfügen die Unternehmensgründer über zu wenig betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Führungserfahrung.[13]

Die Early Stage-Phase wird weiterhin in drei Subphasen unterteilt:

Die Seed-Phase bezieht sich auf das Samenkapital, also Finanzierungsmittel, die zum Zweck der Ausarbeitung eines Geschäftsmodells, zur Anfertigung von Marktanalysen und zur grundlegenden Entwicklung von Produkten und Leistungen benötigt werden.[14] Die Finanzierung erfolgt oft aus eigenen Mitteln oder öffentlichen Fördermitteln, weswegen sich vor allem Inkubatoren und Business Angels dieser Phase widmen. Der Einsatz von Venture Capital ist aufgrund der schwierigen Beurteilung der Marktchancen schwierig, dennoch sind VC-Finanzierungen in dieser Phase keine Seltenheit.[15] Dieses frühe Stadium bietet das höchste Investitionsrisiko, dementsprechend aber auch die größten Chancen.[16]

In der Startup-Phase wird das Produkt zur Produktionsreife weiterentwickelt und es werden Vorbereitungen für die Produktion abgeschlossen. Die Finanzierungsnehmer brauchen in dieser Phase Finanzmittel, um notwendige Strukturen aufzubauen, die Ressourcen zu beschaffen und ein Marketingkonzept auszuarbeiten.[17] Der immer wachsende Kapitalbedarf muss nahezu vollständig durch das Eigenkapital gedeckt werden, da die fehlenden Einnahmen eine Aufnahme von Bankkrediten erschweren.[18] Ab dieser Phase investieren verstärkt private Investoren, die jedoch bei Unternehmen mit hohem Kapitalbedarf an ihre Grenzen stoßen. Öffentliche Fördermittel schließen daher meist die Lücke.[19]

Die First Stage-Phase ist die letzte Phase der Early Stage, in der erstmals ein Umsatz erzielt wird. Primäres Ziel ist die Marktdurchdringung, so wird in diesem Unternehmensstadium die Produktion aufgenommen und das Endprodukt auf dem Markt eingeführt, hierzu zählen ebenfalls der Aufbau des Vertriebsnetzes, der Aufbau der Produktionsanlagen und schließlich die ersten Marketingaktivitäten.[20] Aufgrund der ersten Marktresonanz sind die Risiken in dieser Phase bereits besser einschätzbar, sodass das Unternehmen für Venture Capital-Gesellschaften und öffentliche Beteiligungsgesellschaften interessant wird. Auch nimmt die Bedeutung von Fremdkapital zu, dessen Verfügbarkeit allerdings vom Vorhandensein von Kreditsicherheiten abhängig ist.[21]

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Early Stage-Finanzierung als sehr risikoreich gilt, aber ebenfalls mit hohen Renditen verbunden ist.[22] Vor allem junge Unternehmer müssen in diesem Stadium ihre betriebswirtschaftlichen Kenntnisse unter Beweis stellen, gleichzeitig sind sie auf Kapital von Dritten angewiesen.

2.2 Expansion Stage

Nach der Markteinführung des Produktes folgt die zweite Finanzierungsphase nach dem idealtypischen Lebenszyklusmodell.[23] Die Expansion Stage ist geprägt von einem exponentiellen Wachstum, sodass im Laufe der Zeit der Break-Even erreicht wird und Gewinne erwirtschaftet werden.[24] Wachstum verlangt laufenden Finanzbedarf, sodass das Kapital in dieser Phase vor allem für die Finanzierung von weiteren Produktionskapazitäten, weiterer Produktdiversifikation, weiterer Marktausweitung und als zusätzliches Nettoumlaufvermögen eingesetzt wird. Die Wachstumsphase lässt sich in zwei weitere Entwicklungsphasen subsumieren.[25]

In der Second Stage versuchen Unternehmen nach einer erfolgreichen Markteinführung weiter zu wachsen und erreichen durchaus ein Wachstum von mehreren 100% pro Jahr; dafür werden Finanzmittel in allen Funktionsbereichen des Unternehmens gebraucht. In dieser Phase wird vor allem die Marktdurchdringung finanziert, sodass Vertriebskanäle und Kapazitäten ausgebaut werden können.[26] Da sich das Unternehmen bereits durch deutliche Umsätze bewiesen hat, ist es attraktiv für jegliche Beteiligungs- und Fremdkapitalgeber, sowie Mezzanine-Kapitalgeber.[27]

In der Third Stage liegt der Schwerpunkt auf der Etablierung des Unternehmens auf dem internationalen Markt, verbunden mit weiterem Wachstum und Folgefinanzierungsrunden.[28] Auch strategische Maßnahmen der Marktpositionierung oder die Ausweitung des eigenen Tätigkeitsbereiches durch Joint Ventures oder Akquisition von anderen Unternehmen gehören zu diesem Stadium. Bei weiteren positiven Wachstumsaussichten werden Unternehmer einen Börsengang anstreben.[29]

Festzuhalten bleibt, dass die Wachstumsphase von einem hohen Kapitalbedarf geprägt ist. Das Anstreben einer Technologieführerschaft sowie die langfristige Behauptung des innovativen Geschäftskonzepts stehen in diesem Stadium im Vordergrund. Für Investoren kann es sich als höchst lukrativ erweisen, wenn sich das zu finanzierende Unternehmen nicht weit von der Planung eines Börsengangs befindet.[30]

2.3 Later Stage

In der Later Stage befindet sich das Unternehmen in der Reifephase und beschreibt die Finanzierung von etablierten Unternehmen, die hohe Gewinne erwirtschaften und deren Wachstum in neue Märkte weiter forciert werden soll.[31] Durch Buy-Out-Finanzierungen, welche im Kapitel 3.1.1.2 weiter erläutert werden, ergeben sich weitere Möglichkeiten der Unternehmensentwicklung. Einerseits wird bei positiven Aussichten ein Börsengang durch eine Bridge-Finanzierung, bei negativer Entwicklung hingegen eine Sanierung des Unternehmens durch die Turnaround-Finanzierung vorbereitet. Kritischer Faktor in diesem Stadium ist das Management, welches typischerweise aus den Gründern besteht und nun um erfahrene Fachkräfte erweitert oder ganz ersetzt wird. In dieser Phase wird vielfach eigenkapitalähnliches Mezzanine eingesetzt.[32]

Die Bridge-Phase bezieht sich auf die Bereitstellung von Finanzmittel, die dem Unternehmen zur Vorbereitung des Börsengangs insbesondere mit dem Ziel der Verbesserung des Eigenkapitalanteils zur Verfügung gestellt wird. Die Finanzierung erfolgt etwa sechs bis zwölf Monate vor dem Börsengang und wird so strukturiert, dass sie aus den Erträgen des Börsengangs zurückbezahlt werden kann. Vor allem Investment Banken und Emissionsgesellschaften haben sich auf diesen Bereich spezialisiert.[33]

Die Turnaround-Finanzierung bietet existenzbedrohten Unternehmen die Chance, eine Neupositionierung am Markt oder schlichtweg eine Sanierung zu erreichen. Das Ziel ist die Stärkung der Eigenkapitalbasis bzw. die Verbesserung der Bonität des Unternehmens, um schließlich wieder Bankkredite als Kapitalquelle erschließen zu können.[34]

3 Finanzierungsmöglichkeiten

Die finanzielle Absicherung und Kapitalbeschaffung ist eine der wesentlichsten Aufgaben des Jungunternehmers. Eine optimale Finanzierung bildet die Basis für den erfolgreichen Aufbau des Unternehmens.[35] Im Wesentlichen lassen sich die Finanzierungsmöglichkeiten in die Innen- und Außenfinanzierung einteilen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Finanzierungsmöglichkeiten nach der Mittelherkunft[36]

Laut dem Phasenmodell der Finanzierung fallen in der Frühphase der Unternehmensentwicklung regelmäßige operative Verluste an, sodass eine Innenfinanzierung, also die Finanzierung durch Thesaurierung erwirtschafteter Gewinne, ausgeschlossen ist. Schlussfolgernd ergibt sich ein hoher Bedarf an Außenfinanzierung. Im Rahmen der Außenfinanzierung können Gründungs-, Aufbau- und Wachstumsinvestitionen mit Beteiligungskapital finanziert werden (Beteiligungsfinanzierung), ferner komplettiert die Kreditfinanzierung das Spektrum der möglichen Wege zur Kapitalbeschaffung. Dabei ist die Beteiligungsfinanzierung von besonderer Relevanz, da sie als Bestandteil des Eigenkapitals eine Haftungsfunktion erfüllt.[37] Es ist zu beachten, dass die Möglichkeit der Fremdkapitalausstattung durch Banken von einer ausreichenden Finanzierung mit Eigenkapital abhängig ist.[38] Weiterhin stellt die Mezzanine-Finanzierung eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital dar.

Die Finanzierungsarten Eigen- und Fremdkapital können anhand der mit einem Finanzierungstitel verbundenen Rechten und Pflichten, welche mit der Bereitstellung des Kapitals verknüpft sind, typologisiert werden.[39] Abbildung 3 zeigt die wesentlichen idealtypischen Unterscheidungen von EK und FK.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Unterschiede Eigen- und Fremdkapital[40]

3.1 Beteiligungsfinanzierung

„Unter Beteiligungskapital wird der Teil des Eigenkapitals verstanden, der durch Kapitaleinlagen von alten oder neu hinzukommenden Gesellschaftern erbracht wird. Beteiligungskapital sollte einen unentbehrlichen Baustein im Finanzierungskonzept einer jeden Unternehmung bilden. Neben seiner Funktion als Haftungskapital und damit als Grundlage für eine risikoentsprechende Finanzierung auch vergleichsweise riskanter Investitionsvorhaben [...] dient Beteiligungskapital als Risikopuffer für schlechtere Zeiten.“[41] Ferner beschreibt der Kapitalakquisitionseffekt die Erleichterung der Beschaffung von zusätzlichen Krediten bei einer ausreichenden Eigenkapitallage für Wachstumsinvestitionen.[42]

Nennenswert ist, dass der Beteiligungskapitalmarkt in zwei Segmente eingeteilt werden kann. Grundsätzlich kennzeichnet der informelle Beteiligungskapitalmarkt die Beteiligungsaktivitäten von Privatpersonen und Unternehmen. Im Unterschied dazu umfasst der formelle Beteiligungskapitalmarkt Aktivitäten von Beteiligungskapitalgesellschaften, die zum Zweck der Investition in andere Unternehmen gegründet wurden.[43] Im Zuge der zunehmenden Globalisierung haben sich Finanzierungsmöglichkeiten herausgebildet, welche auf die Bedürfnisse junger Unternehmen reagieren und ihnen eine risikoentsprechende Kapitalbeschaffung ermöglichen. So zum Beispiel das Instrument Venture Capital.[44]

3.1.1 Venture Capital-Gesellschaften

Der aus dem Englisch stammende Begriff „Venture Capital“ wird hierzulande mit Risiko- oder Wagniskapital gleichgesetzt. Genau genommen ist diese Gleichsetzung wenig geeignet. Es stellt zu sehr auf den negativen Aspekt des Risikos ab, ohne die in dieser Form im Vordergrund stehenden Chancen für den Kapitalnehmer zu erwähnen. Demnach wird in Fachkreisen ebenfalls vom Chancenkapital gesprochen.[45]

Das Finanzierungsinstrument hat sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Teil des Beteiligungskapitalmarktes, auch Private Equity-Markt genannt, entwickelt, wodurch sich VC zu einer beachtlichen Determinante von Innovation und Wachstum innerhalb moderner Volkswirtschaften etabliert hat.[46] Es stellt Beteiligungskapital oder beteiligungsähnliches Kapital dar, dass für die Gründung, den Aufbau und dem Wachstum junger Unternehmen zur Verfügung gestellt wird.[47] Diese Kapitalanlage ist grundsätzlich mit Kontroll-, Informations- und Mitentscheidungsrechten sowie teilweise mit Managementunterstützung verbunden.[48]

Als Beteiligungsgesellschaften agieren Finanzintermediäre (Kapitalsammelstellen), die von Banken, Versicherungen, Unternehmen und Privatpersonen Kapital beschaffen, welches wiederum in Fonds angelegt und verwaltet wird. Dieses Kapital wird schließlich auf dem formellen Beteiligungskapitalmarkt in junge Unternehmen investiert, i.d.R. mit einer Mindestanlage von 250.000 Euro.[49]

Weitere Charakteristiken für Venture Capital, unabhängig von der Art der beteiligten VC-Gesellschaften, sind wie folgt:

-Venture Capital-Gesellschaften beteiligen sich im Normalfall in Form einer Minderheitsbeteiligung begrenzt auf fünf bis zehn Jahre.[50]
-VC-Engagements zeichnen sich durch ein besonders hohes Risiko aus, im Gegenzug erhofft man sich überdurchschnittlich hohe Rendite. Dies impliziert jedoch auch, dass für den VC-Geber kein Anspruch auf Kapitalrückzahlung, laufende Dividendenzahlungen oder feste Verzinsung besteht.[51] Vielmehr finden die erarbeiteten Finanzmittel wieder Einsatz in der Wachstumsfinanzierung, um den Wert des Unternehmens und damit der Beteiligung zu vergrößern.[52]
-Anlagekriterien für ein Engagement sind häufig neben den enormen Erfolgsaussichten des Produktes oder der Dienstleistung, die technischen und unternehmerischen Fähigkeiten des VC-Nehmers und ein klares Marketingkonzept.[53]
-Gewinne erzielt der VC-Geber, auch Venture Capitalist genannt, idealerweise mittels eines Börsengangs oder durch den Verkauf der Beteiligung bzw. des ganzen Startups an einen unabhängigen Dritten (Trade Sale).[54]

Die Erfahrung der vergangenen Jahre lässt darauf schließen, dass mit VC finanzierte Unternehmen eine durchschnittlich höhere Exportquote, Investitionstätigkeit, das Potenzial für ein höheres Umsatzwachstum, höhere Beschäftigungsrate und schließlich höhere Renditen haben.[55]

3.1.1.1 Typen von VC-Gesellschaften

Bei der großen Anzahl der existierenden Venture Capital-Gesellschaften stellt sich dem Jungunternehmer die berechtigte Frage, welche Gesellschaft für ihn die passende Wahl darstellt, denn die tätigen Institutionen sind in ihren Zielen und Vorgehensweisen sehr unterschiedlich. Daher ist es für ein eigenkapitalsuchendes Unternehmen von essentieller Bedeutung, die Ziele und Geschäftspolitiken der verschiedenen Gesellschaften mit den eigenen Unternehmensvisionen und -zielen in Einklang zu stellen. Die Kenntnis über die verschiedenen Arten der Gesellschaften und das Verständnis der Vorgehensweisen wird von den Unternehmensgründern vorausgesetzt.[56]

Im Folgenden werden die wesentlichen Typen von VC-Gesellschaften beschrieben, dabei ist zu beachten, dass das Ausmaß des Engagements abhängig von der jeweiligen Anlagestrategie ist.

Mittelständische Beteiligungsgesellschaften sind öffentlich-rechtliche Kapitalgeber und sogenannte Selbsthilfeeinrichtungen der Wirtschaft, deren Gesellschafter meist die Industrie- und Handelskammern, Unternehmensverbände oder Banken sind.[57] Sie werden im Kapitel 3.1.5 Öffentliche Fördermittel näher erläutert.

Regional tätige Beteiligungsgesellschaften, dessen Gesellschafter aus Sparkassen und Volksbanken bestehen, finanzieren meist regional ansässige Unternehmen. Eine Beteiligung kann bereits ab 10.000 Euro erfolgen, bei einem festen Jahresentgelt von acht bis zehn Prozent der Finanzierungssumme und einer auszuhandelnden Beteiligung am Gewinn.[58]

Unternehmensbeteiligungsgesellschaften, auch Beteiligungstöchter genannt, bestehen aus privaten Geschäftsbanken und Versicherungsgesellschaften. Die Mindestbeteiligungssumme beträgt aktuell 250.000 Euro bei einer festen Verzinsung von acht bis zwölf Prozent zuzüglich einer auszuhandelnden Beteiligung am Gewinn - meist keine Verlustbeteiligung. Außerdem werden dem Unternehmen Beratungsleistungen mit angeboten.[59]

Private Universalbeteiligungsgesellschaften stellen den Grundtyp der Venture Capital-Gesellschaft dar, da diese auch das Risiko eines Verlustes ihrer Finanzierung mittragen und sich in allen Finanzierungsphasen an nicht börsennotierten Unternehmen beteiligen.[60] Sie bringen Finanzmittel durch die Beteiligung institutioneller und privater Investoren auf (Fundraising), die sich ihrerseits eine angemessene Rendite erhoffen.[61] Die Mindestbeteiligungssumme liegt oft bei einigen Millionen Euro, wobei auf Jahresentgelt und laufende Gewinnausschüttungen in der Regel verzichtet wird. Diese Gesellschaften versprechen sich ein schnelles Wachstum und hohe Gewinne durch relativ schnelle Veräußerung des Unternehmens. Außerdem verlangen sie Mitbestimmung bei der Firmenstrategie, sodass Führungskräfte mit Branchen-Know-How den Gründern zur Seite stehen.[62] Eine bestimmte Spezialisierung auf Branchen ist nicht üblich.

Bei Corporate Venture Capital Gesellschaften, auch Industrie-Beteiligungsgesellschaften genannt, handelt es sich um Großunternehmen, die jungen und innovativen Unternehmen VC und Managementunterstützung bereitstellen, im Normalfall gegen gleichzeitige Einräumung von Informations-, Kontroll- und Mitspracherechten.[63] Dabei bestehen einerseits strategische und andererseits finanzielle Ziele. Strategische Ziele sind unter anderem die Identifikation neuer Märkte und die laufende Information über neue Entwicklungen, sodass mögliche zukünftige Kooperationen offen gehalten werden. Finanzielle Ziele sind auf die Rendite des VC-Engagements ausgerichtet.[64] Nahezu alle großen Technologieunternehmen besitzen im Rahmen ihrer Technologiestrategie VC-Gesellschaften in ihrem Portfolio.[65]

Seed Capital-Gesellschaften sind VC-Gesellschaften, die sich in der Frühphasenfinanzierung engagieren. Diese Art von Finanzierung ist mit einem besonders hohen Risiko verbunden, sodass die Vorstellung über die zu erzielende Fondsrentabilität bei 20-40% p.a. liegt.[66] Weitere Merkmale zeigt die folgende Abbildung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Merkmale einer Frühphasen-Beteiligungsgesellschaft[67]

3.1.1.2 Der Venture Capital-Zyklus: Finanzierungsablauf

Für ein Venture Capital suchendes Unternehmen kann der Zeitablauf der Zusammenarbeit mit der jeweiligen VC-Gesellschaft von essentieller Bedeutung sein. Aufgrund immer kürzer werdender Innovationszyklen sind bereits wenige Monate für den (Miss-) Erfolg eines Startups entscheidend, vor allem wenn es sich um eine stark technisch orientierte Idee handelt.[68]

Die Zusammenarbeit mit einer VC-Gesellschaft kann insgesamt in acht Phasen unterteilt werden, wobei sich der gesamte Zyklus bis zur Unterzeichnung der Verträge typischerweise in einem Zeitrahmen von drei bis sechs Monaten bewegt, kann aber auch in Abhängigkeit von der Komplexität länger bzw. kürzer sein. Die Dauer der gesamten Beteiligung beträgt etwa fünf bis zehn Jahre.[69] Der folgende Zeitplan zeigt einen Standardablauf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Investment-Phasen[70]

Dabei ist zu beachten, dass dieser Phasenablauf typisch für eine Frühphasenfinanzierung der Seed- und Startup-Finanzierung ist. Der grundsätzliche Ablauf findet sich jedoch auch bei Beteiligungen in späteren Entwicklungsphasen wieder.[71]

In Phase 1 sucht das VC Management Team mögliche Beteiligungsprojekte. Hierbei spielt die Investment Strategie der jeweiligen Gesellschaft eine entscheidende Rolle. Die Erfahrungen zeigen, dass vor allem die nicht öffentlichen VC-Gesellschaften die Finanzierung von Startups, die aus dem unmittelbaren Netzwerk der Venture Capitalisten kommen, bevorzugen.[72]

In der zweiten Phase werden zunächst diejenigen Projekte aussortiert, die über keinen detaillierten Business Plan verfügen. Dann erfolgt eine kurze Durchsicht der Unterlagen nach Management-, Markt-, Technologie-, Produkt- und Rendite-Kriterien, sowie Interessenkonflikten mit anderen aktiven Investments. Üblicherweise werden in dieser Phase bereits 75 bis 80% der Anfragen abgelehnt. Die restlichen Projekte werden in einem Investment Gremium der VC-Gesellschaft besprochen. Als Ergebnis erhalten die VC suchenden Unternehmen ein Letter of Intend (Interessens- und Absichtserklärung).[73]

In der dritten Phase prüft ein Due Diligence Prozess, unter Involvierung von kompetenten Fachleuten und Beratern, das Projekt im großen Detail. In dieser Phase finden bereits regelmäßige Treffen mit den Gründern statt. Als Ergebnis dieser Phase werden i.d.R. weiterhin 10-15% der ursprünglichen Anfragen abgelehnt.[74]

„In der nächsten Phase [...] wird [...] eine mögliche, detaillierte Strukturierung eines Beteiligungsvorschlags entwickelt und ein Investment-Vorschlag an das für Investment-Entscheidungen zuständige Gremium formuliert. Nach grundsätzlicher Zustimmung durch das [...] Komitee werden die Verhandlungen mit dem VC-Nehmer aufgenommen, die dann ggf. zu einer Beteiligungsentscheidung führen (Phase 5).“[75] Phase 6 stellt schließlich durch Unterzeichnung aller vertraglich geregelten Vereinbarungen und Transfer der zugesicherten Finanzmittel den Investmentvollzug dar.[76]

Weiterhin wird in der Betreuungs- und Kontrollphase (Phase 7) einerseits das Value Adding und andererseits eine laufende Kontrolle der Beteiligung durchgeführt. Dabei erfolgt eine regelmäßige Kontrolle durch Kurzberichte, Quartals-Reportings, Soll-Ist-Vergleiche, etc.[77] Letztlich verlässt idealerweise das Gründungsunternehmen die Verlust- und tritt in die Gewinnphase über, weshalb eine anfänglich dominierende Verluststeuerplanung durch eine steuerorientierte Gewinnverwendungsplanung zu ersetzen ist.[78] Zum Value Adding gehören unter anderem die folgenden Funktionen:

-Beratung und Coaching der Gründer auf Basis der eigenen Unternehmenserfahrung
-Zurverfügungstellung eines Netzwerkes von Kontakten aus der Industrie etc.
-Unterstützung bei Marketing- und Vertriebsaktivitäten
-Aufbau von Beziehungen zu Partnern
-Unterstützung bei der Personalakquirierung
-Beratung zu weiteren Finanzierungsrunden und Vorbereitungen zum Börsengang
-Unterstützung bei Internationalisierungsstrategien[79]

Die Desinvestitionsphase (Phase 8) stellt die Abschlussphase des Venture Capital Zyklus dar. Mit dem Ausstieg aus der Unternehmung, auch Exit genannt, realisiert die Gesellschaft ihren Gewinn, aus diesem Grund ist diese Phase von außerordentlicher Bedeutung.[80] „Die Güte der Investmententscheidung und –betreuung durch die VC-Gesellschaft wird durch die Höhe des Finanzmittelrückflusses und den realisierten Internal Rate of Return unterlegt.“[81]

[...]


[1] WAZ-Mediengruppe 2013

[2] vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 2013b

[3] vgl. Nathusius 2001, S. 1

[4] vgl. Bitz 2002, S. 1

[5] vgl. Röhl 2010, S. 5

[6] vgl. Engelmann 2000, S. 21

[7] vgl. Pichotta 1990, S. 29f.

[8] Quelle: Netzwerk Nordbayern 2013

[9] vgl. Betsch 2000, S. 20–21

[10] vgl. Engelmann 2000, S. 27

[11] vgl. Sidler 1997, S. 8f.

[12] vgl. Posner 2012, S. 11f.

[13] vgl. Pischulti 1989, S. 17f.

[14] vgl. Koch; Zacharias 2001, S. 179

[15] vgl. Betsch 2000, S. 21

[16] vgl. Koch; Zacharias 2001, S. 180–181

[17] vgl. Betsch 2000, S. 21

[18] vgl. Koch; Zacharias 2001, S. 181–182

[19] vgl. Kulicke; Leimbach 2012, S. 21

[20] vgl. Betsch 2000, S. 21

[21] vgl. Kulicke; Leimbach 2012, S. 21

[22] vgl. Botzenhardt 2007, S. 17

[23] vgl. Engelmann 2000, S. 28

[24] vgl. Koch; Zacharias 2001, S. 182

[25] vgl. Betsch 2000, S. 24

[26] vgl. Koch; Zacharias 2001, S. 182

[27] vgl. Kulicke; Leimbach 2012, S. 22

[28] vgl. Kulicke; Leimbach 2012, S. 22

[29] vgl. Koch; Zacharias 2001, S. 182–183

[30] vgl. Botzenhardt 2007, S. 18

[31] vgl. Botzenhardt 2007, S. 19

[32] vgl. Hüsing 2013

[33] vgl. Koch; Zacharias 2001, S. 183

[34] vgl. Botzenhardt 2007, S. 19

[35] vgl. Komenda 2008, S. 1

[36] Quelle: Engelmann 2000, S. 18

[37] vgl. Engelmann 2000, S. 18f.

[38] vgl. Stiller 2013a

[39] vgl. Steiner 2012, S. 454

[40] Quelle: Nathusius 2001, S.19

[41] Engelmann 2000, S. 19

[42] vgl. Engelmann 2000, S. 19f.

[43] vgl. Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung 2003, S. 1

[44] vgl. Engelmann 2000, S. 20

[45] vgl. Nathusius 2001, S. 53

[46] vgl. Braun 2013, S. 2f.

[47] vgl. Fries 2003, S. 15

[48] vgl. Baier 1996, S. 116

[49] vgl. Fries 2003, S. 15

[50] vgl. Schefczyk 2004, S. 18f.

[51] vgl. Breuer 1997, S. 324f.

[52] vgl. Nathusius 2001, S. 55

[53] vgl. Betsch 2000, S. 17

[54] vgl. Nathusius 2001, S. 55

[55] vgl. Fries 2003, S. 15

[56] vgl. Nathusius 2001, S. 63

[57] vgl. Dieterle 2000, S. 409

[58] vgl. Busse 2009, S. 254

[59] vgl. Eckstaller; Huber-Jahn 2006, S. 17

[60] vgl. Betsch 2000, S. 28

[61] vgl. Engelmann 2000, S. 128

[62] vgl. Busse 2009, S. 255

[63] vgl. Löntz 2007, S. 12

[64] vgl. Eckstaller; Huber-Jahn 2006, S. 17

[65] vgl. Leibbrand; Blum 2001, S. 352

[66] vgl. Betsch 2000, S. 32

[67] Quelle: Betsch 2000, S. 33

[68] vgl. Nathusius 2001, S. 77

[69] vgl. Koch; Zacharias 2001, S. 192

[70] Quelle: Nathusius 2001, S. 78

[71] vgl. Nathusius 2001, S. 78

[72] vgl. Nathusius 2001, S. 78

[73] vgl. Nathusius 2001, S. 78

[74] vgl. Nathusius 2001, S. 78f.

[75] Nathusius 2001, S. 79

[76] vgl. Nathusius 2001, S. 79

[77] vgl. Nathusius 2001, S. 79

[78] vgl. Löntz 2007, S. 46

[79] Nathusius 2001, S. 83

[80] vgl. Nathusius 2001, S. 83

[81] Koch; Zacharias 2001, S. 194

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Titel: Externe Möglichkeiten der Gründungsfinanzierung. Ansätze und Entwicklung