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Eine Analyse der Techniken der Bild Zeitung

Facharbeit (Schule) 2012 13 Seiten

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bild Zeitung
2.1 Äußerer Aufbau
2.2 Einsatz und Funktion von Bildern
2.3 Analyse der Sprache
2.3.1 Sprachstil
2.3.2 Textaufbau
2.3.3 Schlagzeilen
2.3.4 Rhetorische Figuren
2.4 Einfluss und Zielgruppe

3. Bewertung/ Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Berichterstattung der Bild Zeitung steht oftmals in der Kritik. Sie gilt als Zeitung, die sich lediglich auf den Verkauf konzentriert und keine Achtung vor der Gesellschaft hat. Als Zielgruppe gelten Menschen mit geringerem Bildungsstand. Die Berichterstattung wirkt primitiv und die Sprache ist einfach gehalten.

Es gibt viele solcher Behauptungen über die Bild Zeitung. Doch was liegt wirklich hinter der auflagenstärksten Zeitung Deutschlands, ist der Journalismus der Bild Zeitung wirklich so simpel? Welcher Techniken und Strategien bedient sich die Bild Zeitung und was für Ziele werden verfolgt?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die vorliegende Facharbeit. Im Verlauf der Facharbeit werden ich die sprachlichen und gestalterischen Merkmale der Zeitung untersuchen. Ich werde analysieren, welche Sprache in der Bild Zeitung verwendet wird und ob diese so einfach ist, wie es vordergründig erscheint. Zudem werde ich die Strategien herausarbeiten, die mit dieser Darstellungsweise verfolgt werden und beurteilen, ob sich Mittel erkennen lassen, die auf den Leser manipulierend wirken. Insbesondere werde ich auf die Wahl der Bilder und Schlagzeilen eingehen und untersuchen, welche Wirkung diese auf den Leser bzw. Käufer haben und welcher Zweck damit verfolgt wird.

Abschließend werde ich die Fragestellung, inwieweit der Journalismus der Bild Zeitung simpel ist, unter Berücksichtigung meiner neu gewonnen Erkenntnisse beantworten und die Ziele der Bild Zeitung erläutern.

2. Bild Zeitung

2.1 Äußerer Aufbau

Bereits durch den äußeren Aufbau der Zeitung soll Interesse beim Leser geweckt werden. Während allgemeine Tageszeitungen sachliche Überschriften und Bilder wählen, soll hier, gerade durch herausstechende Bilder und Meldungen, ein zusätzlicher Anreiz zum Kaufen entstehen.

Die Bild Zeitung bedient sich eines recht einfachen Aufbauschemas. Die unterschiedlichen Meldungen werden in einzelnen Kästchen auf die Seite verteilt. Den Mittelpunkt dieser Kästchen bildet jeweils eine überdimensionale Überschrift, die meist durch verschiedene Farbunterlegungen zusätzlich verdeutlicht wird. Inhaltlich wird diese durch weitere Unterüberschriften verstärkt. Hauptsächlich werden schwarze, rote und weiße Farbtöne gewählt. Diese heben sich sehr stark voneinander ab. Desweiteren findet man in den Kästchen aussagekräftige Bilder. Durch die Fülle an Informationen und die Masse an visuellen Effekten, entsteht für den Leser der Eindruck, dass sämtliche genannte Informationen wichtig sind. Der Leser kann vorerst nicht unterscheiden, welche der genannten Meldungen einen wirklich wichtigen Stellenwert hat.

Die Titelseite nimmt einen wichtigen Stellenwert ein, sie muss als Blickfang für den Leser wirken. Die Meldungen auf der Titelseite sind genauestens durchdacht. Meistens findet man hier eine Schlagzeile über ein Verbrechen oder einen Unfall. Der Zweck dessen ist es dem Leser Angst zu vermitteln. Gerade Gewaltverbrechen erzeugen beim Leser Neugierde, die letztendlich zum Kauf führt. Am 29.01.2011 beispielsweise ist die erste Meldung auf der Titelseite das Geständnis eines Mörders.1 Die Titelseite der Zeitung enthält meist weniger Text als die übrigen Seiten. Sie gibt einen kurzen Überblick über den Inhalt der Zeitung. Ausführlich werden die Themen erst im Inneren der Zeitung behandelt.

Eine typische Ausgabe der Bild Zeitung setzt sich folgenderweise zusammen2: Lediglich 36% der Fläche wird für den Text gebraucht, 29% nehmen die Überschriften ein, 24% die Bilder und 11% der Fläche wird für Werbung verwendet. Es ist auffällig, dass der informationsüberbringende Teil der Zeitung, der Text, nur etwas mehr als ein Drittel der Zeitung einnimmt. Die Bilder und Überschriften belegen zusammen mehr als die Hälfte der Zeitung. Dies lässt auf die Verkaufsstrategie schließen. Der Leser soll vor allem durch großräumige Bilder und Überschriften dazu gebracht werden, die Zeitung zu kaufen. Außerdem muss der Leser sich nicht mit langwierigen Texten auseinander setzten.

In der Bild Zeitung wird, mit 11%, auffällig viel Werbung verwendet. Schon auf der Titelseite findet man meist einzelne Kästchen, welche mit Werbung gefüllt sind. Gerade wegen der hohen Auflage der Bild Zeitung, ist die Werbung in der Bild Zeitung sehr begehrt und es wird eine hoher Umsatz erreicht.

2.2 Einsatz und Funktion von Bildern

Bilder haben in der Bild Zeitung einen sehr hohen Stellenwert. Jeder Seite ist überladen mit Bildern verschiedener Größe. Die Bilder stechen durch kontrastreiche Farben und extreme Darstellung hervor. Nahezu jeder Artikel wird mit einem Bild versehen. Zweck der Bilder ist die Verdeutlichung der Meldungen, das leichtere Verständnis und die Käuferwerbung. Herausstechende Fotos wirken als Blickfang für den potentiellen Käufer. Daher müssen die Bilder so gewählt werden, damit sie beim Käufer sofort Neugierde wecken. Die Wahl der Bilder lässt sich vor allem in zwei Kategorien aufteilen. Es werden Bilder gewählt, die Schrecken, Tod und Verletzung transportieren. Beim Käufer sollen durch die Bilder Ängste freigesetzt und Neugier erzeugt werden. Diese Bilder stammen meist aus Kriegs- oder Katastrophengebieten oder zeigen Verbrechen aus Deutschland. Auf den Bildern sind Menschen vorzufinden, die meist schwerverletzt und blutüberströmt sind. Es werden Fotos von Kriegsgebieten gezeigt, die die Zerstörung verdeutlichen.

In der zweiten Kategorie findet man Bilder über die Gesellschaft. Meist findet man Fotos über die High Society oder über aktuelle Geschehnisse in der Politik. Die Bilder zeigen Menschen, die momentan stark in der Öffentlichkeit stehen und beim Leser Interesse wecken. Es wird hierbei keine Rücksicht auf die dargestellten Personen genommen. Zweck der Darstellung ist wiederum lediglich der Verkauf.

2.3 Analyse der Sprache

2.3.1 Sprachstil

Die Bild Zeitung hat im Laufe der Zeit einen eigenen Sprachstil erschaffen, typisch für diesen, ist der Gebrauch von einfacher Sprache und geringer Wortwahl.

In der Bild Zeitung herrscht kommerziell werbende Sprache vor. Diese prägt sich durch einfache Ausdrucksweise, die auf begriffliche Klarheit und Sachlichkeit verzichtet.3 Die Sprache hat das Ziel der Leserwerbung. Man kann die Sprache mit wirtschaftlich- werbender Sprache vergleichen. Diese soll, ähnlich wie die Bildzeitung, den Konsum der Käufer erhöhen. Im Vergleich zu allgemeinen Zeitungen oder Fachzeitschriften, fällt auf, dass es in der Bild Zeitung eine deutlich geringere Anzahl an Wörtern gibt. Zudem werden Sätze oftmals sehr kurz gefasst um das Verständnis beim Leser zu erhöhen. Die Sprache ist nicht fordernd, schwierige Wörter werden weggelassen und durch leichtere ersetzt. Die Sprache passt sich dementsprechend dem Leser an. Dieser soll unterhalten werden, dies wird auch durch den Gebrauch emotionaler Sprache erreicht. Die Meldungen sollen den Leser emotional ansprechen. Oftmals wird auf das Schicksal von Einzelpersonen eingegangen, beim Leser entsteht folglich Mitgefühl für die Situation. Um Emotionen besser zu verdeutlichen werden häufig umgangssprachliche Mittel verwendet. Durch umgangssprachliche Mittel lassen sich Informationen anschaulicher darstellen. Vor allem durch die häufige Wahl von Interviews wird die Sprache vereinfacht. In Interviews wird die Sprache nicht zusätzlich erschwert.

Auch das Erfinden neuer Wörter gehört zu den Eigenarten der Bild Zeitung. Oftmals werden Spitznamen für Verbrechen erfunden. Beispielsweise die Bezeichnung „Schießplatz-Killer“4. Die Spitznamengebung lässt sich zur unterhaltenen Sprache einordnen, Spitznamen wirken auf den Leser amüsant. Spitznamen stehen im engem Zusammenhang mit der Auffälligkeit, das in der Bild Zeitung häufigerweise Bindestrich- Kompositionen gebraucht werden. Es werden Menschen mit Ihren Eigenschaften oder Besonderheiten durch Bindestriche verbunden. Beispielsweise die Bezeichnung „Schießplatz-Killer“, oder der Spitzname „Pudding-König“5, eine Bezeichnung für Richard Oetker.

[...]


1 Schneider, F.; in: Bild Zeitung vom 29. Januar 2011

2 Folgende Prozent-Angaben sind entnommen aus: Thomssen; 2002; Seite 18

3 vgl. Mittelberg; 1970; Seite 12

4 www.Bild.de1

5 www.Bild.de2

Details

Seiten
13
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656576310
ISBN (Buch)
9783656576303
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v266804
Note
2,0
Schlagworte
Bild Zeitung Facharbeit Deutsch journalismus;

Autor

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