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Orthografische Korrektur im Fachunterricht

Untersuchung zweier Leistungskontrollen eines Schülers mit Migrationshintergrund in den Fächern Mensch-Natur-Technik und Biologie

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 33 Seiten

Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1. Vorbemerkung
1.2. Aufbauder Hausarbeit

2. Beschreibung der fokussierten Fächer
2.1.1. Mensch/Natur/Technik
2.1.2. Biologie
2.2. Lehrplan und Sprache

3. Untersuchung orthographischer Korrekturen zweier Lehrer in Facharbeiten
3.1. Untersuchung der Mensch/ Natur/ Technik - Leistungskontrolle
3.1.1. Orthographische Kontrolle
3.1.2. Struktur der orthographischen Kontrolle
3.2. Untersuchung der Biologie - Leistungskontrolle
3.2.1. Orthographische Kontrolle
3.2.2. Struktur der orthographischen Kontrolle

4. Fazit

5. Quellen

6. Anhangverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Vorbemerkung

Ein Versuch im Feld zu forschen und Facharbeiten nicht-muttersprachlicher Schüler ausgehändigt zu bekommen erwies sich durch strenge bürokratische Regularien als sehr schwierig. Es benötigt Forschungsaufträge vom Kultusministerium und den Universitäten, um die Verantwortlichen der Schulen auf offiziellem Wege zur Aushändigung der erwünschten Unterlagen zu bewegen. Da es für diese Hausarbeit an einem Forschungsauftrag, beurkundet vom Kultusministerium, fehlt, musste versucht werden, Facharbeiten durch direkten Kontakt zu Lehrkörpern oder Schülern zu erhalten.

Es gestaltete sich glücklich, dass ein in Deutschland geborener Schüler mit zwei in Vietnam geborenen, muttersprachlich vietnamesischen Elternteilen sechs Arbeiten aus den letzten Schuljahren der Untersuchung zu Verfügung stellte, in denen annähernd jede gestellte Aufgabe ausführlich beantwortet werden sollte. Der Schüler wurde in der Bundesrepublik Deutschland eingeschult und war während der Primarstufe (1.- 4. Klasse) an einer Thüringer Grundschule. Seit der fünften Klasse ist er ein Schüler eines thüringischen Gymnasiums. Dieser Zugang zum Feld zieht nach sich, dass nähere Informationen zu dem Schüler, den Lehrern und der schulischen Einrichtung, sofern überhaupt vorhanden, schlechterdings anonym behandelt werden müssen und darum keine Erwähnung finden.

Nach der Sichtung des vom Schüler erhaltenen Materials tat sich die Frage auf, ob es etwas wie eine Struktur bei der orthographischen Korrektur der Facharbeiten des Schülers durch die Lehrer gibt. Diese Fragestellung wurde zum Fokus der Hausarbeitsausarbeitungen. Ziel ist es, sich der Antwort auf die Frage, ob es zu orthographischen Korrekturen kam und ob es, sollte es so sein, erkennbare Muster dieser Korrekturen gibt, nach denen die einzelnen Lehrern korrigieren, anzunähern. Genauer werden dazu zwei Tests des nicht-muttersprachlichen Schülers beleuchtet. Diese Arbeit darf an keiner Stelle als unerschütterliche Aufklärung über das allgemeine Korrekturverhalten der Lehrer verstanden werden, da es ihr durch das Fehlen diverser Hintergrundinformationen und der geringen Anzahl an Untersuchungsexemplaren an Objektivität mangelt. Demgemäß kann final auch das Nicht-Vorhandensein oder Vorhandensein steter Korrekturmuster lediglich vermutet werden, da es keine Vergleichsarbeiten von den Lehrkörpern gibt und alle Ergebnisse lediglich auf die anhängenden Leistungskontrollen bezogen sind.

1.2. Aufbau der Hausarbeit

Im zweiten Teil werden die Schulfächer Mensch- Natur- Technik und Biologie vorgestellt. Der Bereich Mensch/ Natur/ Technik wird ausführlicher beschrieben, da er durch seine erst kurze Einbettung in die Lehrpläne der Schulen dem Leser unter Umständen unbekannt ist und demzufolge einer genaueren Beschreibung als der des allseits bekannten Biologieunterrichts bedarf. Da das Fach Biologie auf das Fach Mensch/ Natur/Technik (MNT) aufbaut, wird die Biologie an zweiter Stelle thematisiert. Diese Vorstellung ist insofern notwendig, als dass aufgezeigt werden soll, welche fachlichen und vor allem sprachlichen Anforderungen an die Schüler im jeweiligen Lehrplan gestellt werden. Die Lehrpläne des Kultusministeriums für beide Fächer eröffnen einen Einblick in die Anforderungen an den Wissenstand der Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt der schulischen Ausbildung. Diese Informationen dienen der lehrplanmäßigen und zeitlichen Verortung der untersuchten Leistungskontrollen. Darüber hinaus ist es durch die Beleuchtung des Lehrplanes möglich, festzuhalten inwiefern dem Deutschen als Sprache im Fachunterricht eine elementare Rolle zukommt. Die Beleuchtung des sprachlichen Anspruchs des Fachunterrichts ist notwendig, um nachzuvollziehen, ob und warum orthographische Korrekturen der Lehrkräfte in schriftlichen Fachleistungskontrollen begründet, grundlegend und/oder notwendig sind.

Im Anschluss daran werden die sprachlichen Fehler, die in den Leistungskontrollen vorhanden sind, aufgezeigt und je nach ihrer Struktur einer bestimmten Fehlerkategorie zugeordnet. Die aufgetretenen Fehler im Bereich der Orthographie werden fokussiert. Die Arbeiten der einzelnen Fächer werden separiert betrachtet, erneut in der Reihenfolge Mensch/ Natur/ Technik (MNT) gefolgt von Biologie. Dies macht unter Umständen Entwicklungstendenzen typischer Fehler sichtbar.

Am Ende des dritten Kapitels kann durch die vorangegangene Untersuchung der Tests Aufschluss darüber gegeben werden, ob es Muster gibt, nach denen die Lehrkräfte des Faches MNT und Biologie orthographische Fehler beanstandet haben.

Im Fazit soll beschrieben werden, welche möglichen Konsequenzen die Ergebnisse aus Kapitel drei haben.

2. Beschreibung der fokussierten Fächer

Die nachfolgenden Punkte geben eine Übersicht über die Lehr- und Lernziele der Fächer in denen die Leistungskontrollen durchgeführt wurden. Sie helfen dem Leser dabei, die grundlegenden Anforderungen an die Schüler in Mensch/ Natur/ Technik und Biologie nachzuvollziehen. Weiterhin ist dadurch eine Annahme zur zeitlichen Verortung der Durchführung der Leistungskontrollen anzustellen. Im Teil der Testanalyse helfen die hier zu findenden Lehr- und Lernzielfestlegungen, Spekulationen über die Erfüllungen der lehrplanmäßigen Erwartungen an den fachlichen Wissensstand anzustellen.

Größtes Interesse hat allerdings, ob die Lehrpläne neben fachlichen Anforderungen auch Sprachliche an die Schüler stellt, welche es sind und welche Rolle sie im Erwartungsbereich spielen.

2.1.1. Mensch/Natur/Technik

Das Fach ist durch seine erst seit 2009/2010 bestehende Verankerung im Lehrplan, ein junges. Seine Aufgabe liegt darin begründet, den Schülern alltagsnah Vorgänge aus der Natur und der Technik, sowie grundlegendes Wissen über den Menschen zu vermitteln. Das Fach wird zwei Jahre lang unterrichtet und stellt die Vorbereitung auf die ab der siebten Klasse zu besuchenden Fächer wie Biologie, Chemie und Physik dar (Vgl. IQ I).

Mensch/ Natur/ Technik (MNT) wurde entwickelt, um das Interesse der Schüler an naturwissenschaftlichen Schulfächern zu fördern und alltagsnah grundlegendes Wissen in den Bereichen 'Biologie, Chemie und Physik' zu vermitteln (Vgl. ebd.). Das Kultusministerium setzt die Lehr- und Lernziele des Faches explizit fest. Das allgemeine Ziel des Faches ist es, die Schüler im problemorientierten Unterricht eigenständig Erkenntnisse über Zusammenhänge und Vorgänge aus dem naturwissenschaftlichen Bereich erlangen zu lassen. Die auszubildenden Sach- und Fachkompetenzen sind expliziter:

das Verständnis ausgewählter Vorgänge in Natur und Technik,

- sachgerechtes und kritisches Bewerten von Eingriffen in die Umwelt und ein bewusst verantwortungsvolles Verhalten,
- die Entwicklung von Einsichten in gesundheitsförderndes Verhalten und für sachgerechtes, kritisches Bewerten von Maßnahmen zur gesunden Lebensweise,
- das Verständnis der eigenen Pubertät, von Sexual- und Partnerschaftsverhalten und -das Erkennen und Bewerten von Anwendungen naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und des Umgangs mit Technik. Genauere Informationen zu den einzelnen Inhalten der drei verschiedenen Fachbereiche sind im Lehrplan des Kultusministeriums nachzulesen."

(Lehrplan für das Gymnasium: Mensch/ Natur/Technik, 2011, S.5 ff.)

Die Weiterentwicklung des Methodeneinsatzes zur Problemlösung gestaltet sich parallel zum wachsenden Sach- und Fachwissen. Auszubildende Methodenkompetenzen teilen sich auf in die Bereiche 'Erkenntnisgewinnung', 'Bewertung' und 'Kommunikation' (Vgl. ebd., S.8 ff.).

Für diese Arbeit ist vor allem der letztere Bereich von Bedeutung. Der Abschnitt der Kommunikation bezieht den Ausbau folgender Fähigkeiten ein:

"- Aufgaben- und einfache Problemstellungen erfassen und entsprechende Lösungswege entwickeln,
- Lernergebnisse in mündlicher Form und schriftlicher Form verständlich undstrukturiert darstellen,
- Regeln der Gesprächsführung anwenden,
-zum Erkenntnisgewinn verwendete Methoden beschreiben wiez. B. kriteriengeleitetes Beobachten, Untersuchen, Vergleichen und Experimentieren beschreiben,
- Ergebnisse von Messungen, Beobachtungen, Untersuchungen und Experimenten darstellen,
-Werte aus Messungen bzw. Berechnungen tabellarisch erfassen und in geeigneter Form grafisch darstellen,

[...]

- wesentliche Informationen aus Texten, Schemata, symbolischen Darstellungen, Diagrammen und Tabellen erfassen und in andere Darstellungsformen (z. B. Darstellen von Informationen aus Tabellen in Textform) umwandeln,
- naturwissenschaftlich relevante Fachbegriffe sachgerecht anwenden und -zwischen Alltags- und Fachsprache unterscheiden."

(ebd., S.9)

Das Fach MNT teilt sich über zwei Jahre in sechs Module auf. 'Modul 4', festgelegt für den Anfang des 2. Schuljahres auf dem Gymnasium, behandelt die 'Gesunderhaltung unseres Körpers' (Lehrplan für das Gymnasium: Mensch/ Natur/ Technik, 2011, S.17). Im Rahmen dieses Themengebiets ist die erste untersuchte Leistungskontrolle abgelegt worden.

2.1.2. Biologie

Grundsätzlich dient der Biologieunterricht in den Klassen 7 bis 10 dem Aufbau eines biologischen Grundverständnisses (Vgl. Lehrplan für das Gymnasium: Biologie, 2012, S.11). Die Biologie macht mit ihrem Anteil an der "naturwissenschaftlichen Grundbildung [ein] unverzichtbares Element der Allgemeinbildung" aus. Auf dem Gymnasium dient sie neben der Vertiefung der Allgemeinbildung auch der notwendigen Qualifizierung für Ausbildungen oder Studien in den die Biologie bedingenden Bereichen (ebd., S.5).

"Den Zielbeschreibungen [der Klassenstufen 7 und 8] für die einzelnen Themenbereiche sind Ausführungen zur Lernausgangslage vorangestellt. Sie weisen die im MNT-Unterricht am Ende der Klassenstufe 6 angestrebten Kompetenzen entsprechend dem Thüringer Lehrplan für das Fach Mensch-Natur-Technik aus, die Voraussetzung für den Biologieunterricht der Klassenstufen 7/8 sind und hier aufgegriffen werden." (Lehrplan für das Gymnasium: Biologie, 2012, S.14)

Ob der Tatsache, dass die Biologie auf dem Gymnasium vertieft, was 'Mensch/ Natur/ Technik' eingeführt hat, verhält es sich mit den im Lehrplan festgelegten auszubauenden Kompetenzen in Bezug auf die Erkenntnisgewinnung gleich (Vgl. ebd., S.9). Das ist damit zu erklären, dass "sich die Entwicklung der Methoden[-und Sach]kompetenz als gemeinsame Zielsetzung aller naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächer versteht" zu denen MNT mit seiner hinführenden Aufgabe de facto gehört (Vgl. ebd.). Im Bearbeitungsprozess naturwissenschaftlicher Fragestellungen "erschließt, verwendet und reflektiert der Schüler [dementsprechend auch hier] naturwissenschaftliche Methoden und Fachwissen. Die nachfolgend ausgewiesenen naturwissenschaftlichen und fachspezifischen Kompetenzen umfassen die Methodenkompetenz und die Sachkompetenz. Die Methodenkompetenz bezieht sich insbesondere auf:

- Methoden der naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung, also auf experimentelles und theoretisches Arbeiten,
- Kommunikation,
- Reflexion und Bewertung naturwissenschaftlicher Sachverhalte in fachlichen und gesellschaftlichen Kontexten."

(Lehrplan für das Gymnasium: Biologie, 2012, S.9)

Fachlich setzt der Biologieunterricht am Gymnasium dementsprechend an dem Punkt an, an dem 'Mensch-Natur-Technik' ein Ende fand. Von der siebten bis zur zehnten Klasse sollen die Schüler die folgenden sachlichen Fertigkeiten besitzen:

"- Zelle, Organismus und Ökosystem als lebende Systeme kennzeichnen [können],
- Struktur-Funktions-Beziehungen in Zellen, Organismen und Ökosystemen (z. B. unter anatomisch­morphologischen, stoffwechselphysiologischen, genetischen bzw. ökologischen Aspekten) erläutern [können],
- individuelle und phylogenetische Entwicklungsprozesse von Zellen und Organismen, die Dynamik von Ökosystemen und Vorgänge bei der Artneubildung erläutern [können]".

(ebd., S.10)

Da es notwendig ist, das Wissen über Sachverhalte zu kommunizieren um Fragestellungen im Fach Biologie zu bearbeiten, bleiben die Ansprüche an die kommunikativen Fähigkeiten der Schüler gleich denen der im Bereich MNT genannten.

Im Lehrplan ist festgelegt, dass der zweite zu behandelnde Themenblock der der "Wirbellose[n] in ihren Lebensräumen" ist. (Lehrplan für das Gymnasium: Biologie, 2012, S.15). Lernziel sind unter anderem der Körperbau und die Gliederung von Spinnen, Krebsen und anderen wirbellosen Lebewesen. Es ist anzunehmen das der Biologietest des Schülers (Vgl. Anhang) in diesen Teil des Lehrplanes einzuordnen ist. Innerhalb der ersten zwei Jahre des Biologieunterrichts werden drei Themenblöcke bearbeitet. Da es jener Leistungskontrolle an einem Datum mangelt, bleibt es lediglich eine Spekulation, dass der Test damit im zweiten Halbjahr der siebten Klasse geschrieben wurde.

2.2. Lehrplan und Sprache

Dieses Kapitel zeigte deutlich, dass über die fachspezifischen Anforderungen in MNT und Biologie hinaus, die deutsche Sprache in ihrer Korrektheit und in ihrem Fachbezug das wichtigste Handwerkszeug zur Erfüllung der jeweiligen Anforderungen ist. Sei es beispielsweise in Hausaufgaben, zu bearbeitenden Aufgaben im Unterricht, in der Auswertung verschiedener Beobachtungen und Experimenten oder in Leistungskontrollen; das Fachwissen findet seine Fixierung und fordert seine Abfrage in der Verschriftlichung. Die vollständigen Lehrpläne geben Aufschluss darüber, wie oft sprachliche -und genauer schriftliche - Instrumente im Bildungsplan beider Fächer erwähnt werden- und das auch über den hier explizit beleuchteten Bereich der Methodenkompetenz "Kommunikation" hinaus. (Vgl. Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Lehrplan für den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife: Mensch/ Natur/Technik, 2011 ; Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Lehrplan für den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife: Biologie, 2012)

3. Untersuchung orthographischer Korrekturen zweier Lehrer in Facharbeiten

In diesem Kapitel finden die Beschreibungen der einzelnen Fehler und die Zuordnung zu deren Fehlerkategorien über die in den Leistungskontrollen entstandenen sprachlichen Normabweichungen statt. Die Norm von welcher es abzuweichen gilt, bevor unserem Schüler ein Fehler unterstellt werden darf, definiert sich wie folgt:

"1. ln allg. Bedeutung legen Normen Gebote, Verbote, Erlaubnisse oder Maßstäbe zu unterschiedlichen

Handlungskontexten fest [...]. 2. Sprachliche Normen beziehen sich zum einen auf grammatische Korrektheit und semantische Interpretierbarkeit [...], zum anderen auf die sozialen Implikationen sprachlicher Angemessenheit (Pragmatik/ interkulturelle Kompetenz)."

(Barkowski, Krumm: 2010, S. 229)

Vor der Verortung der einzelnen Funde in einem Schema ist festzuhalten, was unter einem 'Fehler' und dessen 'Diagnose' zu verstehen ist. Um einen Fehler handelt es sich, wenn:

"[...] es zu Abweichungen von geltenden Normen und/oder Verstöße[n] gegen die sprachliche Richtigkeit und Angemessenheit [kommt.] Fehler können z.B. gesehen werden als Systemverstoß und damit als sprachlich unakzeptable Äußerung, die mit einem reinen Verstoß gegen das Regelsystem einer Sprache zu tun hat ([beispielsweise] ich arbeitet [...]).Sie können als Verstoß gegen den Sprachgebrauch gelten, der dann allerdings alle in deutschsprachigen Ländern vorkommenden Varietäten und Varianten umfassen müsste. Sie können darüber hinaus gegen die Situationsangemessenheit verstoßen. Es könnte sich dabei also um grammatisch korrekte Äußerungen handeln, die aber in einer Situation z.B. als unhöflich [/unpassend] betrachtet würden. [...] Ausgehend von ihrer Oberflächenstruktur können Fehler unterschiedlichen Kategorien zugeordnet werden (z.B. phonetischer, orthographischer [, etc.]). Fehler entstehen im Sprachlernprozess z.B. durch Transferieren [= Übernehmen] aus der Muttersprache und anderen Sprachen in die Zielsprache (interlinguale Interferenz; Interferenzfehler), durch Übergeneralisieren einer fremdsprachlichen Kategorie oder Regel innerhalb der Zielsprache (intralinguale Interferenz), das Regularisieren, Simplifizieren oder auch durch Einsetzen von bestimmten Kommunikations- und Lernstrategien."

(ebd.: 2010, S. 79 ff)

Die Fehlerursachen wie Übergeneralisierungen können und sollen dabei, ob ihrer eingeschränkten Länge der Hausarbeit und fehlender Informationen über die sprachliche Entwicklung des Schülers, nicht ausführlich beschrieben werden.

Um die Häufigkeiten der einzelnen Fehlertypen aufzuzeigen und deren Anzahl mit den Korrekturen des Lehrers in Vergleich zu setzen, bedurfte es eines Auswertungssystems. Anfangs wurden alle Fehler in den Arbeiten mit Farben und Formen markiert und anschließend wurden diese Fehler in ein einheitliches Schema übertragen.

Die einfach- eckigen Rahmen um die Wörter zeigen einen orthographischen Fehler an und die umkreisten Wörter bedeuten, dass sie von den Lehrkräften korrigiert worden sind. Die eckig und rund umrahmten Wörter sind damit jene, welche im Anschluss genauer untersucht werden sollen. Die Kopien im Anhang geben mit den Farben

-Grün (kommunikativ- pragmatische Fehler = im Kontext unpassend; semantische Fehler= inhaltlich falsch)
-Braun (Valenz = Variable fehlt) und -Rot (Falschschreibung durch ->grammatikalische Fehler= (hier) bedingt durch den Kasus oder ^orthographische Fehler= bedingt durch Laut-Buchstaben-Zuordnungen, Groß- und Kleinschreibung, Kommata) die Arten der Fehler an.

Die gefunden Fehler wurden in Tabellen übertragen. Diese geben durch die übernommenen Farbschemen und Beschreibungen der Fehlerarten die Möglichkeit, aufgetretene Fehler zur jeweiligen Fehlerart zuzuordnen und den genauen Sitz des Fehlers sowie die Auftretenshäufigkeit anzuzeigen.

Vollständig grün unterlegte Zeilen weisen auf eine stattgefundene Korrektur der Lehrkraft hin Die in den Tabellen zu findenden Abkürzungen bedeuten:

-Bio: Biologie
-J*: Ja -fachspezifischerTerminus/Teil fachspezifischer Phrase -LK: Leistungskontrolle
-N*: nein - kein fachspezifischerTerminus / kein Teil fachspezifischer Phrase -S.: Seite
-u.: und -Z.: Zeile.

[...]

Details

Seiten
33
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656574484
ISBN (Buch)
9783656574453
Dateigröße
2.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v266690
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Institut für Auslandsgermanistik
Note
1,7
Schlagworte
ganzheitliches Lernen Deutsch als Zweitsprache Sprachlernen Deutsch bei Migrationshintergrund fachübergreifendes Sprachlernen Bildungsplan und Sprache Korrektur Orthographie Sprache in Biologie Sprache in Mensch- Natur- Technik Deutsch als Fremdsprache DaF DaZ

Autor

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Titel: Orthografische Korrektur im Fachunterricht