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Die Geschichte der Psychiatrie seit 1850

Die Anstalt in Werneck

Studienarbeit 2008 54 Seiten

Medizin - Geschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Einleitung

3 Vorgeschichte zur Psychiatrie in Werneck
3.1 Vorgängerbauten des heutigen Schlosses in Werneck
3.2 Das bis heute bestehende Schlossgebäude
3.3 Vorarbeiten und Eröffnung der „Kreisirrenanstalt Werneck“
3.3.1 Wernecks positive Standortfaktoren
3.3.2 Um- und Ausbaumaßnahmen am Schloss
3.3.3 Eröffnung der „Kreisirrenanstalt Werneck“

4 Amtszeit von Dr. von Gudden (1855–1869)
4.1 Guddens Personalpolitik
4.2 Guddens psychiatrische Arbeit
4.2.1 Einführung eines Tagesberichtes
4.2.2 Beschränkungen und Disziplinarmittel
4.2.3 Beschäftigungsmaßnahmen
4.3 Guddens Baumaßnahmen
4.3.1 Bau eines Latrinensystems
4.3.2 Einrichtung einer Hausapotheke
4.3.3 Weitere Baumaßnahmen
4.4 Guddens weiterer Lebensweg

5 Amtszeit von Dr. Grashey (1869–1870)
5.1 Grasheys psychiatrische Arbeit
5.2 Grasheys weiterer Lebensweg

6 Amtszeit von Dr. Hubrich (1870–1896)
6.1 Hubrichs psychiatrische Arbeit
6.1.1 Bettbehandlung nach Dr. Neisser
6.2 Hubrichs Baumaßnahmen
6.2.1 Ausbau und Verschönerung des Schlossparks
6.2.2 Bau eines Wohnhauses für den Direktor
6.2.3 Weitere Baumaßnahmen

7 Amtszeit von Dr. Kaufmann (1896–1915)
7.1 Kaufmanns psychiatrische Arbeit
7.2 Kaufmanns Baumaßnahmen

8 Amtszeit von Dr. Ast (1916–1928)
8.1 Asts psychiatrische Arbeit
8.1.1 Fiebertherapie nach Dr. Wagner von Jauregg
8.1.2 Schlafkur nach Dr. Kläsi-Blumer
8.2 Asts Baumaßnahmen

9 Amtszeit von Dr. Entres (1929–1934)
9.1 Entres’ psychiatrische Arbeit

10 Amtszeit von Dr. Papst (1934–1940)
10.1 Papsts psychiatrische Arbeit
10.1.1 Insulinschocktherapie nach Dr. Sakel
10.1.2 Cardiazolschockbehandlung nach Dr. Meduna
10.2 Medizinische Versuche während Papsts Amtszeit
10.2.1 Medikamentöse Studien mit Cardiazol und Azoman
10.2.2 Experimente zur Elektroschockbehandlung nach Dr. Cerletti
10.2.3 Versuche zur Multiplen Sklerose
10.3 Zwangssterilisation der Patienten
10.4 Die „Aktion T 4“ und Auflösung der Anstalt

11 Amtszeit von Dr. Hofmann (1941–1945)

12 Amtszeit von Dr. Dr. Kohlhepp (1952–1977)
12.1 Kohlhepps psychiatrische Arbeit

13 Amtszeit von Dr. Schottky (1977–2000)
13.1 Schottkys Personalpolitik
13.2 Schottkys psychiatrische Arbeit

14 Die Psychiatrie in Werneck heute

15 Schlusswort

16 Anhang

17 Ergänzungen

18 Literaturverzeichnis

19 Sonstige verwendete Materialien

20 Danksagung

21 Erklärung des Verfassers. Fehler! Textmarke nicht definiert.

1 Vorwort

Diese Arbeit wurde ursprünglich 2008 im Rahmen meines Studiums der Humanmedizin an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg verfasst: Im vorklinischen Wahlpflichtfach „Historische Grundlagen ärztlichen Denkens und Handelns“ am Institut für Geschichte der Medizin (Leitung: Prof. Dr. med. Dr. phil. Michael Stolberg) war als Leistungsnachweis eine wissenschaftliche Arbeit über ein frei zu wählendes Thema einzureichen.

Nachdem mich noch Jahre nach der Fertigstellung der Arbeit Zuschriften zu der Thematik erreichten, entschloss ich mich zur Veröffentlichung dieser hier vorliegenden, lediglich um das Vorwort sowie zwei Ergänzungen erweiterten Version.

In dieser Arbeit wird der besseren Lesbarkeit halber auf die Nennung beider Geschlechter verzichtet und nur die maskuline Form verwendet, es sind jedoch – sofern nicht anderweitig gekennzeichnet – stets beide Geschlechter gemeint.

Den an der Geschichte der Psychiatrie im Allgemeinen wie auch den an der Geschichte der Anstalt in Werneck im Speziellen interessierten Leserinnen und Lesern wünsche ich viel Freude bei der Lektüre.

Mathias Lutz Würzburg, im Januar 2014

2 Einleitung

„Psychiatr ie [griech.], die, Teilgebiet der Medizin, das sich mit medikamentöser Behandlung seel. Krankheiten befasst.“ [1]

Derart kurz und prägnant definiert „Meyers Taschenlexikon“ die medizinische Disziplin der Psychiatrie und legt dabei den Verdacht nahe, die Behandlung der Patienten beschränke sich ausschließlich auf die Gabe von Medikamenten. Dass sich in Wahrheit erheblich mehr dahinter verbirgt, zeigt schon ein Überblick über die Entwicklungen an der psychiatrischen Klinik im unterfränkischen Werneck, die erst vor einiger Zeit ihr 150-jähriges Gründungsjubiläum feiern konnte.

Die Abschaffung nahezu aller Zwangsmittel und Bestrafungsmaßnahmen, ständige Verbesserungen der Pflege, Betreuung und Therapie der Patienten, aber auch die Einführung der oben erwähnten Medikamente – vor allem Psychopharmaka – haben für stetige Verbesserungen in der Wernecker Psychiatrie gesorgt.

Entscheidend geprägt wurde dieser Fortschritt von den jeweiligen medizinischen Direktoren, die lange Zeit allein über das Geschehen in der Anstalt bestimmten, weshalb sich die Gliederung dieser wissenschaftlichen Arbeit an ihren Amtszeiten orientiert – das heute bestehende Direktorium aus gleichberechtigten Vertretern der Medizin, der Pflege und der Verwaltung übernahm diese Aufgabe nämlich erst Anfang der 1990er-Jahre.[2]

3 Vorgeschichte zur Psychiatrie in Werneck

3.1 Vorgängerbauten des heutigen Schlosses in Werneck

Obwohl archäologische Funde den Verdacht nahe legen, dass am Ort des heutigen Wernecks schon weit früher Ansiedlungen bestanden, erfolgt dessen erste urkundliche Erwähnung erst 1202 als „Wernecke castrum“ im Zusammenhang mit dessen Besitzer Bodo von Ravensburg († 1224).[3] Außer dem erwähnten Burggebäude bestand die Ortschaft damals nur noch aus einer Mühle an der Wern, dem namensgebenden Fluss, und einem Bauernhof.[4]

In den nachfolgenden Jahrhunderten sind etliche Wechsel der Besitzverhältnisse belegt, die nicht selten mit Zerstörungen der Gebäude einhergingen: Im Bauernkrieg besetzten 1525 die Geldersheimer Haufen die nach wie vor in ihrer Urform bestehende Wasserburg, die inzwischen in den Besitz des Hochstiftes Würzburg gelangt war, und brannten diese nach ihrer Plünderung nieder.

Nachdem die Bauernbewegung niedergeschlagen war, ließ der damalige Fürstbischof Konrad von Thüngen († 1540) das Schloss wieder aufbauen – die Finanzierung hatten nach einem Beschluss von 1526 die Bürger der Stadt Heidingsfeld bei Würzburg zu übernehmen, die am Aufstand maßgeblich beteiligt waren.

Das neue Schloss war allerdings nicht von langer Dauer: 1554 wurde es durch den Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth (1522–1557), einen Vorreiter in der Verbreitung der protestantischen Lehren, von Schweinfurt aus überfallen, die Besatzung verschleppt und das Gebäude niedergebrannt.[5]

Von diesem neuerlichen Rückschlag ließ sich das Würzburger Hochstift allerdings nicht beeindrucken und veranlasste den Wiederaufbau in einer im Vergleich zu den Vorgängerbauten eher einfachen Form, so dass Fürstbischof Friedrich von Wirsberg (1504–1573) in diesem Neubau schon 1563 wieder Schutz vor der in Würzburg wütenden Pest suchen konnte.[6]

Von 1601 an ließ Julius Echter von Mespelbrunn (1545–1617), von Wirsbergs Nachfolger als Fürstbischof, die Schlossanlage aus gutem Grund erheblich erweitern: Werneck sollte als Grenzfestung zur Überwachung der Lebensmittellieferungen ins nahe gelegene protestantische Schweinfurt dienen.[7]

Während das Schloss in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges bis auf einige Zerstörungen infolge eines Schusswechsels mit vorbeiziehenden schwedischen Truppen fast unbeschadet blieb,[8] geschah die dritte und bis heute letzte Zerstörung aus reiner Unachtsamkeit: Bei der Zubereitung eines größeren Mahls brach in der Schlossküche ein Feuer aus, das schnell um sich griff und die gesamten Gebäude bis auf die Grundmauern niederbrannte. Der damalige Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn (1673–1724) war zu diesem Zeitpunkt auf Einladung eines Freiherrn zu Münster im benachbarten Vasbühl auf der Jagd.[9]

3.2 Das bis heute bestehende Schlossgebäude

Bauherr der bis heute existierenden Schlossanlage war allerdings weder Johann Philipp Franz von Schönborn, der schon ein Jahr später in Folge eines Kreislaufzusammenbruchs starb, noch dessen Nachfolger Christoph Franz von Hutten (1673–1729), der sämtlichen größeren Bauvorhaben kritisch gegenüberstand und unter anderem auch den Bau der Würzburger Residenz unterbrechen ließ.[10]

Dagegen bezeichnete sich Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim (1674–1746), der kleine Bruder von Johann Philipp Franz und seit 1729 Fürstbischof von Würzburg, als „vom Bauwurmb besessen“ und beauftragte noch im selben Jahr den schon zu dieser Zeit hochgelobten und berühmten Hofarchitekten Johann Balthasar Neumann (1687–1753) mit dem Bau einer Sommerresidenz mitsamt einer Fasanerie und einem großen Wirtschaftsgut in Werneck.[11]

Nach einer längeren Planungsphase, die der Bauherr und sein Baumeister mit immer neuen Ideen vorantrieben, wurde das heutige Schloss Werneck schließlich von 1734 bis 1746 errichtet – die Baukosten betrugen 368.429 Gulden und 34 Kreuzer.[12]

Die Würzburger Fürstbischöfe konnten sich allerdings nicht mehr lange an ihrem Sommersitz erfreuen: Nachdem Georg Karl von Fechenbach (1749–1808) am 28. November 1802 im Zuge der Säkularisation die Bürger aus seiner Herrschaft entlassen und ihnen die Treue zur neuen kurbayerischen Regierung empfohlen hatte, wurde auch das Schloss 1806 an den Großherzog Ferdinand von Toscana (1769–1824) übergeben, der es noch bis 1814 bewohnte – von da an standen die Gebäude leer.[13]

3.3 Vorarbeiten und Eröffnung der „Kreisirrenanstalt Werneck“

Die Grundlage für die Einrichtung einer psychiatrischen Klinik im Wernecker Schloss lieferte das am 17. November 1837 vom bayerischen König Ludwig I. (1786–1868) verabschiedete „Gesetz die Ausscheidung der Kreislasten von den Staatslasten und die Bildung der Kreisfonds betreffend“, welches das Fürsorgewesen in Bayern aus dem Staatshaushalt herausnahm und in die Hand der Kreise (den heutigen Bezirken entsprechend) übergab, die dabei aber zugleich zum Aufbau einer flächendeckenden psychiatrischen Versorgung verpflichtet wurden.[14]

Von diesem Zeitpunkt an begab sich die Kreisgemeinde Unterfranken auf die Suche nach einem geeigneten Gebäude, das 1853 im Wernecker Schloss gefunden wurde – dieses stand seit fast vierzig Jahren leer und war im Besitz des kurbayerischen Staates, was den Erwerb erheblich erleichterte: Maximilian II. Joseph (1811–1864), seit 1848 König von Bayern, überließ die Schlossanlage mit allen Ländereien[15] der Kreisgemeinde wohlwollend für den damals geringen Preis von 155.000 Gulden.[16]

3.3.1 Wernecks positive Standortfaktoren

Schon damals stand zur Einrichtung eines psychiatrischen Krankenhauses in Unterfranken neben Werneck auch Lohr am Main, auf halber Strecke zwischen Würzburg und Aschaffenburg gelegen, zur Debatte, wo allerdings erst 1912 eine Anstalt gegründet wurde.[17] Werneck besaß einige begünstigende Standortfaktoren:

Im zu Fuß etwa 25 Minuten entfernten Waigolshausen bestand ab 1854 ein Anschluss an die Bahnstrecke von Würzburg nach Schweinfurt,[18] der durch die Einführung einer mindestens zweimal täglich verkehrenden Postkutschenfahrt von Werneck zum Bahnhof noch verbessert wurde.[19]

Durch die genannte Eisenbahnstrecke, aber auch mit Kutschen oder zu Fuß waren Universität und Kreissitz im etwa 25 Kilometer entfernten Würzburg gut zu erreichen.[20]

Nicht zuletzt spielte die Schlossanlage selbst eine Rolle: Während der weitläufige Park genügend Möglichkeiten zum Spaziergang bot, sollten die angeschlossenen Ländereien auch Beschäftigung und Lebensmittelversorgung der Patienten sicherstellen.

3.3.2 Um- und Ausbaumaßnahmen am Schloss

Noch 1853 wurde unter Führung des Königlichen Regierungs- und Kreismedizinalrates Dr. Schmidt mit den Um- und Ausbauarbeiten am Schloss begonnen. Den Plan für diese Maßnahmen hatte der Königliche Bauinspektor Mack entworfen.

Schon Dr. Kaufmann, von 1896 bis 1915 Direktor der Wernecker Anstalt, empfand es in einem von ihm anlässlich des 50jährigen Jubiläums der Anstaltsgründung verfassten Bericht[21] als bedauernswert, dass zu diesem Zeitpunkt noch kein Anstaltsarzt ernannt worden war, der Einflussmöglichkeiten auf die Baumaßnahmen gehabt hätte – denn diese sahen im Sinne einer „Heil- und Pflegeanstalt“ eine strikte Trennung der „Heilbaren“, die im Schloss selbst untergebracht werden sollten, von den lediglich zu pflegenden „Unheilbaren“ vor, für welche die Nebengebäude gedacht waren.[22]

Diese ursprüngliche Idee zur Verwendung der Gebäude wurde schon in den ersten Monaten nach der Gründung verworfen, da vor allem der erste Anstaltsleiter von Gudden der Meinung war, dass es in der Behandlung der Heilbaren und Unheilbaren keine wesentlichen Unterschiede gebe – er unterteilte die Gebäude dagegen in vier Bereiche, die vor allem zwischen „ruhigen“ und „unruhigen“ Patienten beider Geschlechter trennen sollte.[23] Als „unruhige“ Patienten verstand man zu dieser Zeit vor allem „[…] die gänzlich Verkommenen, die moralischen und physischen Abscheu einflössenden, darunter die irren Verbrecher, ein Teil der Epileptiker und die tob- und schreisüchtigen Kranken“.[24]

3.3.3 Eröffnung der „Kreisirrenanstalt Werneck“

Die feierliche Eröffnung der „Kreisirrenanstalt Werneck für Unterfranken und Aschaffenburg“ fand am 1. Oktober 1855 statt. Zum ersten Anstaltsleiter wurde Dr. Bernhard von Gudden (1824–1886) berufen, der bis dahin im badischen Ilmenau tätig gewesen war und sich dort den Ruf eines engagierten und bahnbrechenden Psychiaters, aber auch eines geschickten Organisators erworben hatte.[25] Vor allem letztere Fähigkeit wurde nun von ihm verlangt: Er sollte in Werneck nach dem Anspruch der Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg eine der führenden psychiatrischen Anstalten Bayerns mit der nötigen Infrastruktur einrichten.[26]

4 Amtszeit von Dr. von Gudden (1855–1869)

Dr. Bernhard von Gudden, geboren am 7. Juni 1824 in Kleve an der deutsch-niederländischen Grenze, war nach Abschluss seines Medizinstudiums seit 1849 als Assistenzarzt zunächst in der psychiatrischen Klinik von Siegburg im Süden Nordrhein-Westfalens, anschließend im badischen Ilmenau tätig gewesen,[27] ehe er Ende 1854 auf die Ausschreibung der Direktorenstelle der neu zu gründenden Anstalt in Werneck aufmerksam wurde.

Er setzte sich mit seiner Bewerbung gegen Dr. Friedrich Karl Stahl, einen Psychiater aus Bayreuth, durch und wurde am 10. Mai 1855 zum „dirigierenden Oberarzt und Verwalter der Kreisirrenanstalt zu Werneck“ berufen. Dass er sein Amt erst am 26. September desselben Jahres antreten konnte, lag am zu dieser Zeit noch nötigen Erwerb eines Indigenats, weil Gudden nicht aus Bayern stammte. Dieses „Heimatrecht“ wurde ihm schließlich am 13. September 1855 erteilt.[28]

Nachdem sich Gudden mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut gemacht hatte, wurde die „Kreisirrenanstalt Werneck für Unterfranken und Aschaffenburg“ am 1. Oktober 1855 offiziell eröffnet. Mit Rücksicht auf die anfangs gegebene bauliche und strukturelle Einrichtung der Anstalt und weil die erste Zeit außerdem hauptsächlich dem Aufbau einer funktionierenden Organisation und Infrastruktur gewidmet werden sollte, wurde die maximale Aufnahmekapazität zunächst auf 120 Patienten festgelegt.[29]

4.1 Guddens Personalpolitik

Mit Ausnahme von Emma to der Horst, die zusammen mit Gudden aus Ilmenau nach Werneck gewechselt und für die Ausbildung des weiblichen Pflegepersonals zuständig war, hatte Gudden kein Personal aus anderen Anstalten übernommen, sondern einen Hauptmann von Gumpenberg mit der Auswahl von geeigneten „Wärtern aus der Sanitätskompagnie“ beauftragt.[30]

Bei der Einstellung dieser ehemaligen Soldaten dürften zwei Faktoren eine Rolle gespielt haben: Einerseits besaßen sie keinerlei Erfahrungen im Bereich der Psychiatrie und konnten so von Anfang an mit Guddens Pflegeprinzipien vertraut gemacht werden, andererseits waren sie es gewohnt, Anweisungen ohne Widerrede zu befolgen.[31]

[...]


[1] Meyers Taschenlexikon, 1999, S. 2738

[2] Weidinger, Heidi, 1997, S. 12

[3] Treutwein, Karl, 1982, S. 14

[4] Pfeuffer, Ulrich, 1995, S. 8

[5] Kaufmann, Severin, 1905, S. 13f

[6] Treutwein, Karl, 1982, S. 17

[7] Kaufmann, Severin, 1905, S. 15

[8] Kaufmann, Severin, 1905, S. 15

[9] Treutwein, Karl, 1982, S. 17

[10] Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon, vgl. Anhang, S. 38

[11] Treutwein, Karl, 1982, S. 17

[12] Kaufmann, Severin, 1905, S. 15

[13] Treutwein, Karl, 1982, S. 19

[14] Wege zur Humanität – Katalog zur Psychiatrie-Ausstellung 1987 in München, 1987, S. 13

[15] Beiträge zur Kirchengeschichte von Ettleben – Festschrift 1899–1999, 1999, S. 137

[16] Treutwein, Karl, 1982, S. 21

[17] Wege zur Humanität – Katalog zur Psychiatrie-Ausstellung 1987 in München, 1987, S. 14

[18] Kaufmann, Severin, 1905, S. 27

[19] Pfeuffer, Ulrich, 1995, S. 9

[20] Kaufmann, Severin, 1905, S. 27

[21] Kaufmann, Severin, 1905, S. 28

[22] Kaufmann, Severin, 1905, S. 36

[23] vgl. hierzu den Plan vom umgebauten Schloss im Anhang, S. 39

[24] Kaufmann, Severin, 1905, S. 36

[25] Treutwein, Karl, 1982, S. 40

[26] Gudden, Wolfgang, 1987, S. 64

[27] Gudden, Wolfgang, 1987, S. 32

[28] Gudden, Wolfgang, 1987, S. 60–66

[29] Gudden, Wolfgang, 1987, S. 67

[30] Kaufmann, Severin, 1905, S. 38–41

[31] Gudden, Wolfgang, 1987, S. 85

Details

Seiten
54
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656574347
ISBN (Buch)
9783656574330
Dateigröße
2.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v266544
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Institut für Geschichte der Medizin
Note
1,0
Schlagworte
Geschichte der Medizin Geschichte der Psychiatrie Geschichte der psychiatrischen Anstalt in Werneck

Autor

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Titel: Die Geschichte der Psychiatrie seit 1850